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    Ein neuer Trend des Jahres 2011 scheint zu sein, bestimmte Videospiele mit einem einmal nutzbaren Online-Pass auszustatten, der die Multiplayer-Funktionalität oder andere Fähigkeiten freischaltet. So soll gewährleistet werden, dass Kunden ihre Spiele lieber neu anstatt gebraucht kaufen.
    Denn genau diese Kunden - die gerne gebaucht kaufen oder kaufen müssen, weil sie es sich sonst nicht leisten können - wollen Firmen zur Kasse bitten, weil sie sonst keinen einzigen Cent an ihnen verdienen.
    Wer keinen Code hat, muss ihn sich kaufen und das bedeutet meist, man zahlt 10 € für Dinge, die eigentlich schon im Spiel vorhanden sind

    Besonders auf dem Vormarsch sind hierbei EA, Ubisoft und Sony. Nahezu alle ihrer Titel werden heutzutage mit einem Online-Pass ausgeliefert. Sie verweisen dabei auf steigende Energiekosten für Server und Netzstabilität, aber verschweigen dabei meist, dass sie Millionen neuwertige Spiele ohnehin absetzen werden. Der mickrige Prozentsatz an Gebrauchtspielen dürfte sie im Grunde nicht stören, aber nein...man könnte ja Profit verlieren!

    Und im allerschlimmsten Fall passiert dann sowas: • Batman - Arkham City: Ärger in der Fangemeinde über Bonus-Inhalte | SPIELERADAR
    oder hier:
    Fear 3: Online Pass nicht im PlayStation Store erhältlich - Gebrauchtkäufer ausgesperrt - GamesAktuell.de - Games. Fun. Entertainment.

    Sowas lässt mich ernsthaft an dem Sinn eines Online-Passes zweifeln.

    Das Spiel RAGE und die Entwickler von id machen es in der Hinsicht besser: Hier gibt es einen sogenannten Offline-Pass. Das Spiel ist vollständig enthalten und kann von jedem frei begangen werden, auch im Multiplayer. Aber nur neuwertige Kopien verfügen dank Pass zusätzlich über sehr gut versteckte und schwer zu erreichende Loot-Gewölbe, in denen sie einiges Extras finden können, die aber rein optional sind. Konsequenterweise gibt es diesen Code auch nicht zu kaufen. Es soll lediglich ein Anreiz sein, eine neue Kopie zu haben.

    Wie steht ihr dazu?
    Zuletzt geändert von Ductos; 19.10.2011, 19:14.
    To see the world, things dangerous to come to, to see behind walls, to draw closer, to find each other and to feel - that is the purpose of life.
    Follow Ductos on Twitter! | Duct Tapes and Tales

  • #2
    Wie soll man dazu stehen? Sowas darf einfach nicht passieren. Dass man gewisse Items nur als Erstkäufer bekommt, das ist noch in Ordnung, aber so ein Schlamassel wie bei Arkham City ist unverantwortbar, wobei, dass da nicht die versprochenen Goodies in der Collector's Edition drin sind, hat ja weniger was mit den Online-Passes an sich zu tun, als pure Schlamperei und Fehlkommunikation bei der Produktion. Da muss man In-house mal ein bisschen aufräumen.

    Da ich Single-Player Titel bevorzuge, ist mir ein Online Pass zur Aktivierung des Spieles noch nicht untergekommen, sondern nur für DLC's, aber das wird auch noch kommen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Gebrauchtmarkt den großen Häusern so große Verluste beschert, zumal die meisten Leute ja gebraucht kaufen, eben weil sie sich die Titel neu eben nicht leisten können. Bevor die dann das Spiel neu kaufen (was sie nicht können) wird das Spiel ja eher noch gecrackt gezockt, als dass so eine Politik den Konzernen wirklich erheblich mehr Umsatz bringen würde, oder nicht?

    Was auch noch ziemlich unmöglich ist, ist dieser Trend, Spiele an Online-Accounts auf irgendwelchen Plattformen zu verknüpfen, sei es Steam, oder EA's eigene Onlinespielwiese, wonach der Verkauf eines Spieles nur mit Weitergabe des Accounts möglich ist, was vom Hersteller natürlich verboten wird.

    Da lobe ich mir wirklich so vertrauensselige Entwicklerstudios wie CDPR, die ihre Spiele online komplett ohne DRM anbieten, und dann für die Ladenversionen den Kopierschutz sogar noch wegpatchen, weil der einigen Spielern zu viel Ärger gemacht hat. Kauf ich in Zukunft halt nur noch deren Spiele, wie EA und Ubisoft mich unbedingt anpinkeln möchten...
    Los, Zauberpony!
    "Bin solch erzgutes Geschöpf und habe nun schon drei Menschen ermordet! Und unter den dreien zwei Priester."

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    • #3
      Früher waren es die sogenannten Raubkopierer und jetzt die genau so amoralischen und letztendlich allein für das Sterben von Spielehersteller verantwortlichen Gebrauchtkäufer.
      Wie jeder populistische Politiker oder Firmenmanager haben Spielehersteller - oder wohl eher die Publisher - ein offenbar genetisch verankertes Bedürfnis irgend jemanden für die von ihnen selbst verursachten Probleme verantwortlich zu machen.
      Das einzig interessante an der Sache ist die Frage wen sie für sinkende Umsätze verantwortlich machen, nachdem sich das Thema Gebrauchtkäufer zu tode gelutscht hat...
      Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

      - Florance Ambrose

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      • #4
        Wow...

        Und wieder mal ist es EA die selbst bei einem so hirnrissigen Thema wie Online-Pässen es noch schaffen, den Vogel abzuschießen.

        Denn ihre großartigen Online-Pässe sind nur eine begrenzte Zeit einlösbar und laufen danach aus, auch wenn das Spiel schon älter ist, aber trotzdem neu gekauft wurde.

        EA: Online Pass can expire for new-game purchases, but it shouldn't | Joystiq
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        • #5
          Ich weiß zwar nicht, was da mit Arkham-City gelaufen ist, aber grundsätzlich kann ich die Sache mit den Online-Passcodes sehr gut verstehen. Es ist ja letztlich einfach nur die Künstliche Herbeiführung eines Problems, das praktisch jede Gebrauchtware auf dem Planeten hat, nur halt Software nicht: Der Wertverlust.

          Wenn ich mir einen TV auf E-Bay zum halben Preis kaufe, dann weiß ich, das Ding ist vieleicht schon 3 oder 4 Jahre alt, und der Batteriefach Deckel der Fernbedienung fehlt ... oder sowas in der Art. Bei einer Gebraucht-Software ist das Grundsätzlich anders. Die ursprüngliche Software ist nach einem Jahr IMMER NOCH genau so viel Wert, wie am Tag des Releases. Ganz im Gegenteil, wird die Software durch erschienene Patches im Verlauf der zeit sogar noch besser. Während es überall im Gebrauchtwarenhandel also NORMAL ist, dass das Peis-Leistungs-Verhältnis durch Wertabnahme im Verlauf der Zeit gleich bleibt, wird das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Software mit der Zeit immer besser.

          Dazu kommt noch das Problem, das Gebrauchtverkäufe den Absatz der Neuware massiv behindern. Bei Autos oder Elektrogeräten gehen zumeist 2 oder 3 Jahre ins Land, bevor die ersten Modelle Flächendeckend als Gebrauchtware in den Handel zurückgehen. Bei Videospielen sind es grade 1 oder 2 Tage. Viel zu Viele Leute gehen hin, kaufen sich das Spiel, zocken es einmal durch und verkaufen es dann zum halben Preis auf E-Bay. Will ich ein Game nicht zum Vollpreis kaufen muss ich also gar nicht warten, bis mir die Preisentwicklung des Herrstellers entgegen kommt ... nein, ich warte einfach nur nach Release 2 Tage, bis die ersten Einheiten im Gebrauchtmarkt erscheinen, und kauf da dann eine vollwertige Gebrauchtware zum halben Preis.

          Und nein, hier zieht auch das argument "Qualität der Produkte" mitnichten. Denn diesen Trend gab es schon immer und den wird es auch immer geben, so lange die Herrsteller das nicht unterbinden. Wenn Amazon ein Spiel für 60 Euro anbietet, und das selbe Spiel für 30 Euro auf Ebay angeboten wird, ist doch wohl klar, wo die meisten Kunden kaufen werden. Da könnte jemand das beste Spiel aller Zeiten programmieren, so lange dem 1-Mal-daddeln-dann-verkaufen Trend kein Riegel vorgeschoben wird, wird immer ein Großteil des Absatzes in dem Gebrauchtmarkt versickern. Und das die Herrsteller versuchen, das zu unterbinden, ist ja nun auch ihr gutes recht.

          Ich für meinen teil würde da sowieso noch einen Schritt weiter gehen, der einigen hier vermutlich noch weniger Gefallen würde: Nämlich anfangs - etwa das erste jahr lang - GAR KEINEN Online-Pass zum Nachkauf anbieten und diesen dann erst in den Handel bringen, wenn das Spiel schon als Budget-Versien erschienen ist.
          Was ist Ironie?
          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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          • #6
            @ andy

            Ich kann dir mehrheitlich nicht zustimmen.
            Es ist richtig, dass Software keinen Wertverlust im Sinne von Verschleiss erleidet.
            Aber Software erleidet sehr wohl einen Wertverlust. Nur ist dieser eben relativ zu den Neuentwicklungen. Verbesserungen in Grafik, K"I", Physikengine, Gameplay ect. lassen Spiele altern und einen relativen Wertverlust erleiden.
            Und wenn diese relative Alterung nur unmerklich von statten geht, weil es auf dem Spielmarkt keine echten Neuerungen gibt, dann sind die Publisher ganz allein selber schuld.
            Wenn ich ein Spiel in 5 Stunden durch habe, und sagen muss "ok, war nicht schlecht, aber alles was da ist, hatte ich schon ein Dutzend mal" (ja CoD ich sehe dich an), dann ist es verständlich, dass ich versuche das Ding zu verhökern.
            Wenn ein Spiel aber längerfristig motiviert, neues bietet und einen eigenen Charakter hat, dann will ich es behalten um es später noch mal zu spielen.
            Heute sagen viele ein Spiel, welches ohne Onlinepass, Mehrspieler und die Hälfte des Spielinhalts per DLC kommt, verkauft sich nicht.
            Das ist völliger Blödsinn.
            Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

            - Florance Ambrose

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            • #7
              [QUOTE=HMS Fearless;2647120]@ andy
              Aber Software erleidet sehr wohl einen Wertverlust. Nur ist dieser eben relativ zu den Neuentwicklungen. Verbesserungen in Grafik, K"I", Physikengine, Gameplay ect. lassen Spiele altern und einen relativen Wertverlust erleiden.
              Dem muss ich wiedersprechen, und zwar ziemlich hart
              Zum einen gibt es den Wertverlust durch neuware bei JEDEM Produkt. Wenn eine neue Generation an Fernseher auf den markt kommt, fallen die alten Geräte ebenfalls im Preis, weil ihre Leistung inzwischen überholt ist. Zudem schwebt über dem Gebrauchtmarkt immer das Damoklesschwert der Garantie und des technischen Ausfalls. Wenn ich mir einen vier Jahre alten TV kaufe, kostet er zwar nur noch einen Bruchteil, dafür habe ich aber keine Garantie mehr drauf. Ich gehe also das Risiko ein, mir ein Gerät zu kaufen, das dann nach 3 Tagen kaputt ist. Softwar geht aber in dem Sinne nicht "Kaputt", das Risiko fällt also weg.
              Demgegenüber gibt es aber GRADE bei PC-Spielen vereinzelt das Phänomen, das Spiele mit der Zeit sogar teurer werden, weil sie auf dem Markt ein Monopol einnehmen, oder besonders gut oder beliebt sind. Ein Tolles Beispiel ist hier wohl "Bridge Commander", das heute aufgrund seiner Seltenheit auf dem gebrauchtmarkt teilweise für den doppelten ursprungspreis gehandelt wird.

              Das kann und darf also kein Argument sein. Mir ging es auch nicht so sehr um den Wertverlust, der durch Zeit entsteht, sondern den den Wertverlust durch benutzung. Wenn ich mir ein Auto kaufe, in einem Jahr damit 400.000 Kilometer fahre und es anschließend verkaufe, hat dieses Auto weniger Wert, als ein Auto, das drei Jahre in der Garage stand.
              Bei Software ist das nicht so. Ich kann mir heute ein Spiel kaufen, es dann in einer Woche 6 Mal durchspielen und wenn ich es dann verkaufe, ist es immer noch Neuware.
              Wenn ich ein Spiel kaufe, und dann wieder Verkaufe, bekommt der Käufer also praktisch Neuware zum billigeren Preis. Und zwar zu einem Zeitpunkt, kurz nach dem Realease des Produktes. Sowas darf einfach nicht sein. Würden die 1-mal-Zocker das Spiel nicht sofort, sondern erst nach einem jahr verkaufen, dann würden die Herrsteller den Gebrauchtmarkt sicherlich auch weniger skeptisch sehen. Aber so weit denken viele Leute nicht und kloppen das Zeug gleich nach dem Durchspielen wieder raus.


              Wenn ich ein Spiel in 5 Stunden durch habe, und sagen muss "ok, war nicht schlecht, aber alles was da ist, hatte ich schon ein Dutzend mal" (ja CoD ich sehe dich an), dann ist es verständlich, dass ich versuche das Ding zu verhökern.
              Nein, ist es nicht.
              Angesichts dessen, dass wir heute in einer Informationsgesellschaft leben, wäre es das klügste, sich bei einer derartigen Nullnummer das Spiel ebend erst zum Budgetpreis zu kaufen.
              Abgesehen davon, ist das nur ein kleiner Teil, der wiederverkauften Einheiten. Das Spieler sich heute neue Spiele kaufen, einmal zocken, dann gebraucht verkaufen, und bei gefallen dann ggf. später nochmal als Budget-Version wieder zurück kaufen, ist auf dem Markt gang und gebe. Und dieses Verhalten gehört nunmal - bei allem Verständniss für diejenigen, die ein Spiel wirklich schlecht finden - unterbunden.

              Wenn ein Spiel aber längerfristig motiviert, neues bietet und einen eigenen Charakter hat, dann will ich es behalten um es später noch mal zu spielen.
              Wenn ich ein Spiel für 60 Euro kaufe, dann zwei Tage nach release für 45 Euro gebraucht verkaufe und es mir ein jahr später als Budget-Version für 15 Euro wieder kaufe, habe ich unter dem Strich 30 Euro für den dauerhaften Besitz eines Spiels bezahlt, das ich bereits zum Releasetag hatte. Welche Qualität das Spiel hat, ist dabei unerheblich.
              Und DAS ist das, was unterbunden werden soll. Das der Gebrauchtmarkt im allgemeinen darunter zu leiden hat, ist halt das typische Phänoment, das es immer auch die ehrlichen Käufer trifft.

              Dennoch liegt die Schuld hierbei nicht bei den Produzenten, die nur ihr Eigentum schützen, sondern bei den Konsumenten, die jede noch so kleine Lücke zu ihrem Vorteil ausnutzen. Ein ähnliches Phänomen findet sich zum beispiel auch immer bei den Blitzangeboten des Cyber-Monday auf Amazon. Die kunden gehen hin, kaufen irgendwelches Zeug, das um 75% billiger ist, als normal, und verschachern es dann am Tag drauf sofoert auf E-Bay zu einem höheren preis um daran mit zu verdienen.
              Als Hersteller oder Händler ist man leider oft gezwungen, nicht nur die Produktalterung in die Umsatzrechnung mit einzubeziehen, sondern auch den Einfallsreichtum der Kunden, wenn es darum geht aus Scheiße Gold zu machen. Hin und wieder entstehend dabei halt Praktiken wie das oben genannte Kaufen - Verkaufen - Kaufen Prinzip, die Herstellerseitig zwingend unterbunden werden müssen weil sie den Umsatz massiv angreifen.
              Zuletzt geändert von caesar_andy; 04.12.2011, 11:44.
              Was ist Ironie?
              Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
              endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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              • #8
                Wenn der Gebrauchtmarkt, und insbesondere das "zwei Tage nach release wieder Verhökern" so eine Bedrohung für die Spieleindustrie sein soll, dan erkläre mir doch, wieso sich Skyrim in den ersten zwei Tagen nach Release 3.5 Millionen mal verkauft hat.
                Was ist der Durchsnittspreis für ein neues Spiel?
                Die Dinger sind nicht überall gleich teuer. 45 Euro?
                3'500'000x45=157.5 Millionen Euro Brutto. In zwei Tagen.
                Für ein Spiel ohne MP und ohne Onlinepasscodes.
                Jetzt sag mir mal die Spielebranche habe ein finanzielles Problem und Onlinepasscodes sind nötig um das Überleben der Branche zu sichern.
                Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                - Florance Ambrose

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                • #9
                  Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                  Wenn der Gebrauchtmarkt, und insbesondere das "zwei Tage nach release wieder Verhökern" so eine Bedrohung für die Spieleindustrie sein soll, dan erkläre mir doch, wieso sich Skyrim in den ersten zwei Tagen nach Release 3.5 Millionen mal verkauft hat.
                  Was ist der Durchsnittspreis für ein neues Spiel?
                  Die Dinger sind nicht überall gleich teuer. 45 Euro?
                  3'500'000x45=157.5 Millionen Euro Brutto. In zwei Tagen.
                  Für ein Spiel ohne MP und ohne Onlinepasscodes.
                  Jetzt sag mir mal die Spielebranche habe ein finanzielles Problem und Onlinepasscodes sind nötig um das Überleben der Branche zu sichern.
                  Sorry, aber das ist eine Milchmädchen-Rechnung. Die Sache ist leider nicht ganz so einfach, wie sie aus Kundensicht immer aussieht.
                  In deinen 157.5 Millionen Euro unterschlägst du nämlich, das der Endkundenpreis im Gewerbe üblicherweise um den faktor 6 bis 8 HÖHER ist, als das, was der Produzent bekommt.
                  Glaub es, oder glaub es nicht, aber das meiste Geld in der Indsutrie bleibt bei den Großhändlern und Einzelhändlern. Von den 157.5 Millionen die du hier ausgerechnet hast, kommen beim Herrsteller grademal 20 - 25 Millionen an.
                  Und das ist das Geld, das der Herrsteller DANN erst noch versteuern muss. Der ganze Rest wandert in die Staatskassen, oder bleibt bei den Händlern liegen.

                  Weißt du was das heißt? Wenn ich ein Spiel für 45 Euro kaufe, dann kassiert davon die Bundesrepublik schonmal fast 10 Euro umsatzsteuer. Von dem, was dann übrig bleibt, kassiert der Handel 7/8 ... fast 32€!
                  Beim hersteller kommen unterm Strich weniger als 5€ pro verkauftem Spiel an, und bei bei dem Geld, hällt dann auch noch der Staat die Hand auf und verlangt durchschnittlich 50% Steuer auf den gemachten Gewinn.

                  Und das bei Spielen, die heute bis zu 100 Millionen Euro (!) in der Entwicklung kosten können. Das die Herrsteller da um jeden Cent kämpfen, liegt doch wohl klar auf der Hand.

                  Ist das scheiße? Natürlich ist es das.

                  Der Handel ist aber leider die bittere Pille, die man schlucken muss ... sowohl als Kunde, als auch als hersteller. Aber wenn sich der Herrsteller selber um den Vertrieb kümmern müsste, würde das Spiel am Ende vermutlich noch mehr kosten.

                  Trotzdem wird von den Kunden immer und immer wieder gegen den Hersteller gewettert, der oft am wenigsten dafür kann. Ich habe selber gute Kontakte in das Produzierende gewerbe. Und das Waren, die der Herrsteller für 300 Euro an den Großhändler verkauft, den Endkunden schließlich 1.500+ Euro kosten, ist vollkommen normal. Dazu zahlen Großhändler ihre Rechnungen oft nicht nach 30 tagen, wie normal, sondern erst nach 120 Tagen. Das Bedeutet der Hersteller geht mit den kompletten Herstellungskosten IN VORLEISTUNG ... und das bei Videospielen, deren Entwicklungsdauer nicht selten auch mal 2 oder 3 Jahre betragen kann.

                  Glaubst du, die ganzen Spieleschmieden lassen sich freiwillig von den großen Terror-Publishern a'la EA unter die Fuchtel nehmen? Die KÖNNEN einfach nicht anders überleben, als dadurch, ihre Seele zu verkaufen. Die brauchen jemanden, der mit den Produktionskosten in Vorleistung gehen und das Risiko der Großhandelsverkäufe tragen kann. Auch das Spiele heute oft scheinbar "unfertig" auf den markt kommen ist nicht die Schuld der Hersteller oder der Publisher, sondern die Schuld des Handels. Was glaubst du, macht ein Großhändler, wenn der Hersteller den im vertrag veranschlagten Liefertermin nicht einhalten kann? Dann regnet es Vertragsstrafen ohne Ende und der Hersteller produziert für Lau, weil sein kompletter Gewinn vom Handel als Strafgebühr eingehalten wird. Es gibt heute ganze Gewerbe - Baumärkte zum Beispiel - die sich AUSSCHLIESSLICH über solche Vertragsstrafen finanzieren. Die Bieten die Ware im Handel zu spottpreisen an und erdrücken den Hersteller durch grnadenlose Vertragsbedingungen. Und wenn der Hersteller dann einmal nicht liefern kann, wird ihm sofort alles unter dem Arsch weggeklagt, was möglich ist.

                  Der König im Ring ist nunmal der Groß-. und Einzelhandel, der mit seinen Einkaufskonditionen und horrenden Preisaufschlägen den Herstellern das Wasser abgräbt.
                  Aber anstatt Amazon und Co. dafür verantwortlich zu machen, dass die Herrsteller hinter jedem Euro her sind, wie der Teufel hinter den Seelen, wird dann lieber alles so hingedreht, als wären die Herrsteller schuld an allem.


                  Was Skrym angeht ... hast du dir mal Gedanken gemacht, warum die Add-Ons für die X-Box früher erscheinen? Oder warum die Uncharted Reihe oder Red Dead Redemption nur auf der PlayStation erscheint? Oder warum bei einigen PC spielen dran steht "Erfordert Windwos 7", obwohl sie mit ein paar Handgriffen auch unter XP oder Linux lauffähig sind? Das passiert deshalb, weil sich der Herrsteller der jeweiligen Hardware finanziell an dem Projekt beteiligt.
                  Für den Hardware-Hersteller sind solche Sache Zugpferde beim Verkauf der Geräte. Deshalb können spiele wie Skrym auch mal als "Nicht kostendeckend" konzipiert werden, weil die Hardware-Industrie das finanzielle Risiko des Herstellers abfedert. Im Ausgleich dafür macht der Hersteller der Software gewisse Zugeständnisse an ein Herstellerunternehmen für Hardware.

                  Solche Spiele können dann finanzmäßig in vollkommen anderen Dimensionen programiert werden, weil es egal ist, ob sie ihre Herstellungskosten jemals wieder einspielen.
                  Ein solches Glück haben aber nur wenige Spiele mit großen Namen. Der Großteil muss seine Kosten selber wieder einspielen, in dem es sich im handel verkauft. Und dann spielen Gebrauchtverkäufte eine wichtige Rolle.
                  Was ist Ironie?
                  Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                  endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                  • #10
                    Das der Handel so viel rausnimmt, hab ich wirklich nicht gedacht.
                    Ich dachte in der Grössenordung von 30%.

                    Und nein, ich wettere nicht gegen die Herstellter.
                    Wenn schon gegen die grossen Publisher wie EA.

                    Ich sehe es so: Spiele, die ich kaufe, behalte ich und kaufen tu ich sie beim Händler oder über steam. Gebraucht kaufe ich so gut wie nichts.
                    Aber trotzdem habe ich immer neue Hürden und Einschränkungen von seiten der Publisher. Und das nervt immer mehr.
                    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                    - Florance Ambrose

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                    • #11
                      Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                      Das der Handel so viel rausnimmt, hab ich wirklich nicht gedacht.
                      Ich dachte in der Grössenordung von 30%.
                      Ein guter bekannter von mir baut Mess und Regelgeräte für Schwimmbäder. Im Großen und ganzen kann man als faustregel sagen, das sich der Verkaufspreis mit jedem Händlerschritt verdoppelt, oder sogar verdreifacht. Ein Gerät, das mein Bekannter unter Lizenz eines "Namensgebers" baut, kauft der Lizenzgeber für 200, und verkauft es dann für 400 an den Großhändler. Der Großhändler verkauft es für 800 an den Einzelhandel und der Einzelhandel für 1600 an den Endkunden.

                      Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                      Ich sehe es so: Spiele, die ich kaufe, behalte ich und kaufen tu ich sie beim Händler oder über steam. Gebraucht kaufe ich so gut wie nichts.
                      Aber trotzdem habe ich immer neue Hürden und Einschränkungen von seiten der Publisher. Und das nervt immer mehr.
                      Genau so geht es mir auch. Ich fühle mich dadurch sicherlich nicht weniger generft und gegängelt als du, da kannst du dir sicher sein.

                      Aber ich verstehe WARUM es gemacht wird. So lange man keinen Blockbuster a'la Unchartet Programiert, in den sich Sony selbst finanziell reinhängt, bangen der Produzent und der Publisher um jedes einzelne verkaufte Spiel.



                      Publisher die ein normales Multi-Plattform-Spiel auf den markt bringen, müssen genug Spiele verkaufen, um ihre Kosten zu decken und konkurieren dabei gegen Blockbuster a'la Skrym, bei denen dank einer beteiligung seitens der hardwarehersteller ein praktisch unbegrenztes Budget zur verfügung steht.

                      Natürlich merkt man das in der Qualität, ob ein Spiel in der herstellung 10 Millionen Euro kostet, oder 100 Millionen Euro, keine Frage. Aber den 100 Millionen-Euro-Joker ziehen halt nur die wenigsten Hersteller und Publisher. Die meisten müssen selber sehen, wo sie bleiben.
                      Und wenn die Leute die Spiele dann nicht im handel kaufen, sondern schon zwei tage nach Release auf Ebay für 50% des ursprünglichen Kaufpreises, dann kann das den hersteller finanziell schon in arge schieflage bringen.

                      Ich erinnere mich da zum beispiel an die Softwareschmiede "Squaresoft". Die war immer ein Garant für Top-Titel mit hohen Verkaufszahlen. Trotzdem war die Firma um das Jahr 2000 rum praktisch insolvent, weil viel Umsatz nicht unbedingt auch viel gewinn bedeutet. Erst recht nicht für den hersteller.
                      Was ist Ironie?
                      Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                      endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

                      Kommentar


                      • #12
                        Electronic Arts: Online-Pässe können ablaufen

                        Passend zum Thema... EA kotzt mich echt nur noch an, schade dass die soviele interessante Spiele publishen... aber trotzdem wenn sie zuweit gehen boykottiere ich sie (das gilt natürlich nicht für ME3, darauf kann und werde ich nicht verzichten).
                        Space is the Place!

                        www.last.fm/user/Zaphbot

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                        • #13
                          Das ist natürlich wieder ein anderes Thema und kann wirklich nur noch als Kunden-Gängelung betrachtet werden.
                          Was ist Ironie?
                          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                          • #14
                            Soweit ich das sehe betrifft die hier diskutierte Problematik nur Konsolenspiele, oder? Die PC-Spiele sind ja mittlerweile sowieso schon accountgebunden und lassen sich ohnehin nicht mehr verkaufen.

                            Es ist eigentlich absehbar gewesen, dass die Publisher irgendwann mit diesen Maßnahmen auch die Konsolenkunden nerven werden. Auch wenn bei den Konsolen zunächst nur der Multiyplayerpart oder DLCs betroffen sind. Der Onlinepass ist eigentlich nichts anderes als eine Annäherung an den derzeiten PC-Kopierschutz.
                            Das mit dem Kopierschutz geht mir zwar recht auf die Nerven aber in 2011/2010 musste ich mich dann doch bei Steam und Windows Live registrieren. An einem Kopierschutzboykott mache ich nicht mit, wenn ich dann auf Titel wie Batman Arkham ... , Assassins Creed ... , Deus Ex und Skyrim verzichten müsste.

                            Allerdings muss man den Publishern schon zustimmen, dass Ihnen hier einiges an Einnahmen entgeht, wenn Käufer ihre Spiele nach zwei Tagen wieder verkaufen. Besonders da der Gebrauchthandel durch die Verbreitung des Internets wahrscheinlich zugenommen hat.

                            Ich persöhnlich kaufe alte Spiele gebraucht, wenn im Neuzustand nicht mehr für angemessene Preise verfügbar sind. Diese Kopierschutzmaßnahmen führen aber leider dazu, dass man in einem Jahrzehnt heutige Spiele wahrscheinlich fast nicht mehr kaufen kann.

                            rattlesnake87 Electronic Arts: Online-Pässe können ablaufen
                            Das ist natürlich ganz großer Schwachsinn, die Online-Pässe auf eine bestimmte Zeit zu befrissten. Dem Publisher bringt im Moment gar nichts (oder er verlangt Geld für Passverlängerungen), und dem ehrlichen Kunden gehts auf die Nerven. Dafür hätte ich wirklich überhaupt kein Verständnis, wenns mich betreffen würde. Und nebenbei, wofür braucht ein Singleplayer RPG, wie Dragon Age 2 nen Online-Pass?

                            Aber immerhin gibts noch ein paar Entwickler, die sich dem Kopierschutzwahnsinn entgegenstellen. z.B. Mojang, 2DBoy und CD Project und ihre Spiele sogar vollständig ohne Kopierschutz verkaufen. Das wird den Trend aber leider nicht abwenden.

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                            • #15
                              @_Atlanter_
                              Du hast die Frage warum ein Offlinetitel einen Onlinepass benötigt doch selbst beantwortet, der Pass stellt einen Kopierschutz dar (warum dieser zeitlich begrenzt ist erschliesst sich mir allerdings auch nicht). Ausserdem hatte EA zu dem Zeitpunkt Origin noch nicht auf dem Markt, nur die Kontenbindung über das EA-Konto.
                              Zum The Witcher 2 hat CD-Project selbst eine Überschlagsrechnung veröffentlicht wieoft der Titel illegal beschafft worden sein könnte: The Witcher 2: Assassin of Kings - 4,5-5 Millionen illegale Kopien - News bei GameStar.de
                              Ich kaufe ziemlich selten gebrauchte Spiele und wenn auch eher ältere Titel, wichtig wäre mir das gewährleistet wird das nach einigen Jahren die Spiele freigeschaltet werden und man sie dann legal weiterspielen oder verkaufen kann.
                              "Denkt daran, wir sind nur dazu autorisiert Gewalt anzuwenden wenn die Erde bedroht ist"
                              "Und der Mond"
                              "Ja, und der Mond."

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