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Dragon's Dogma - (m)ein Geheimtipp

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  • Dragon's Dogma - (m)ein Geheimtipp

    Hallo auch,

    schon vor einiger Zeit habe ich mir Dragon's Dogma zugelegt und da ich seitdem viel Spaß mit diesem Spiel hatte wollte ich es hier mal vorstellen. Für mich ist es auch mehr ein Geheimtipp, da es sicher nicht perfekt auf seine Art aber faszinierend ist. Also denn…





    Im Lande Gransys kämpfte man vor vielen Jahren gegen einen gigantischen Drachen. Dieser wurde anscheinend bezwungen, kehrt jetzt allerdings wieder auf die Welt zurück. Sein erstes Ziel ist das Fischerdorf Kassardis. Als frischgebackener Sohn (bzw. wahlweise auch Tochter) des Städtchens stellen wir uns mit dem Mut der Verzweiflung dem Drachen entgegen - und verlieren natürlich. Dieser reißt uns prompt das Herz aus der Brust und verschwindet. Allerdings stirbt unser Hauptcharakter nicht, sondern lebt weiter. Damit ist er ein so genannter "Erweckter" (in der englischen Sprachausgabe "Arisen"), der anscheinend dazu bestimmt ist, den Drachen aufzuhalten. Noch flugs eine Basisklasse - Krieger, Bogenschütze oder Magier ausgewählt und los geht’s. Schon beim Versuch den Ort zu verlassen treffen wir auf unseren ersten Vasall (engl. Pawn). Die Vasallen sind nur augenscheinlich menschenähnlich, stammen allerdings aus der Geisterwelt des Rift und gehorchten nur den Befehlen eines Erweckten. Uns wird in einem kleinen Fort, ein paar Gehminuten von Kassardis dann auch unser Hauptvassal zur Seite gestellt. Diesen können wir wie unseren Hauptcharakter nach Belieben gestalten (ebenfalls sind beide Geschlechter möglich) und er levelt mit uns mit. Zusätzlich können wir noch zwei weitere Vasallen anheuern. Diese erhalten aber keine Erfahrungspunkte und sind dementsprechend nach einiger Zeit zu schwach für unsere Truppe, so dass wir zwei neue Vasallen an den über die Länder verstreuten Riftsteinen beschwören sollten. Der Clou an der Geschichte: Wenn man mit einer online-Verbindung spielt erhalten wir Zugriff auf die Hauptvasallen anderer Spieler, die wir aufnehmen können. Ebenso kann unser Hauptvasall dann von anderen Spielern angeworben werden. Dies sind freilich nur auf einem Server gespeicherte Kopien der Charaktere, man muss also nicht auf seinen Haptvassal verzichten. Wechselt man dann einen Spielervasall, kann man ihm auch Geschenke und ein Feedback mitgeben. Wer nicht online spielen kann oder mag bekommt natürlich auch vorgefertigte Vasallen auf seinem Levelbereich angeboten. Ach ja, man kann auch höherstufige Vasallen anwerben als man selber ist, aber das kostet dann Riftpunkte, die man nur ab und an in Kämpfen erwirbt - oder durch das Ausleihen des eigenen Vasalls bekommt.


    Die Hintergrundgeschichte ist leider nur sehr generisch und kommt vor allem am Anfang nur schleppend in Fahrt. Das macht aber wenig, denn der Reiz des Spiels liegt gerade in seiner durchaus vorhandenen Sperrigkeit und der überzeugenden Spielwelt. Gerade am Anfang ist man doch sehr schwach auf der Brust (kein Wunder, war man doch vorher nur Fischer) und als ich an der ersten Abzweigung einem Trampelpfad ins Gebirge folgte traf ich recht schnell auf einen Gruppe von Dieben, die mich mit ein paar Schlägen auf die Bretter schickte und ich am nächsten Kontroll- bzw. Speicherpunkt neu starten musste. Speichern ist übrigens fast überall und jederzeit möglich, Kontrollpunkte sind seltener. Also wird erst mal der Hauptquest gefolgt und am Ende kam ich mehr tot als lebendig in der Hauptstadt Grand Soren an. Dort kann man dann im Gasthaus auch seine Klasse wechseln und neben den Erweiterungen der Basisklassen (die auch dem Hauptvasall offenstehen - Ritter, Waldläufer und Erzmagier) aus für seinen Hauptcharakter eine von 3 Mischklassen auswählen. Letzteres wären Assasine (Krieger und Bogenschütze), Mystischer Ritter (Krieger und Magier) und Magischer Bogenschütze (Bogenschütze und Magier). Außerdem kann man dort zum ersten Mal wirklich gute Ausrüstung kaufen. Ich habe denn auch bald die Hauptstory links liegen gelassen - zumal ich dort auf einen Gegner traf, der erstmal deutlich zu schwer für mich und meine Truppe war. Ich habe statt dessen die Welt erkundet und viele der üppig vorhandenen Nebenquests absolviert.


    Und genau dort öffnet sich dann der Reiz des Spiels. Anfangs kommt man mit seiner 4er Gruppe noch nicht weit. Schnell trifft man auf Gegner, die einem arg zusetzen. Magier fungieren zwar auch als Heiler, aber mit jedem Treffer sind die Anzahl der maximal widerherstellbaren Lebenspunkte. Zurücksetzen kann man das nur mit einer Übernachtung im Gasthaus oder mit Heiltränken, die man finden oder in der Stadt kaufen kann. Dazu kommt noch ein sehr beeindruckender Tag- und Nachtwechsel. Wenn sich die Sonne senkt tauchen in der Nacht nicht nur stärkere Monster aus, nein, es ist auch wirklich dunkel - künstliche Beleuchtung gibt es nicht. Einzig eine Laterne kann man sich anhängen und die verbreitet nur ein schwaches Licht in der Dunkelheit. Eine absolut beängstigende Szene hatte ich als ich von der Nach überrascht wurde und sich dann nach einigen Untotenangriffen plötzlich ein Riesenhafter Zyklop im Schein der Laterne aus der Dunkelheit schälte. Die Kämpfe gegen solche riesigen Monster sind ein weiteres Highlight des Spiels, denn sie verfügen nicht nur über mehrere Energieleisten sondern sind zäh und müssen wirklich niedergerungen werden.


    An der Stelle kann man mal auf das Kampfsystem eingehen. Das ist sehr actionreich, verrichtet aber seinen Dienst ohne große Macken und hat einige Besonderheiten. So können Nahkämpfer an den großen Monstern hochklettern (sofern die Ausdauer langt) und gezielt Schwachstellen attackieren. Auch sonst gibt es wenig zu meckern, für ein Action RPG ist das System wirklich gelungen. So erschließt sich einem langsam die Welt, denn mit jeden Levelaufstieg wird man stärker, kann neue Fertigkeiten erlernen (lustigerweise nur bei Gasthausbesitzern) und bessere Ausrüstung kaufen. Auch das System mit den Vasallen wird einem immer klarer. Gerade der hohe Schwierigkeitsgrad zu Anfang motiviert ungemein. Die Gegner leveln nicht mit und so kann man sich immer größere Gebiete der Welt erschließen. Kommen wir anfangs nur bis zu einer Hügelkuppe, sehen wir in der Entfernung auf einmal eine Burgruine an der Küste, die wir aber aufgrund des Zustandes unserer Gruppe heute nicht mehr erreichen können. Einige Level später schaffen wir es vielleicht zu der Ruine und treffen dort auf eine Diebesbande, die eine Quest für uns parat hat. Dieser Spielaspekt ist sehr gut gelungen, und das muss er auch sein, denn eine Schnellreisefunktion gibt es nicht. Auch keine Pferde oder andere Reittiere. Man muss immer alle Orte zu Fuß erreichen, was aber nicht langweilig daherkommt, denn die Welt ist wunderschön und abwechslungsreich gestaltet und fängt perfekt eine Mittelalterliche Welt ein. Später gibt es zwar doch noch Reisesteine, aber die führen immer nur zurück zur Hauptstadt und kosten ein kleines Vermögen. Gransys ist dabei groß genug, um glaubwürdig zu sein und das Gefühl von Größe und Weite zu vermitteln aber auch klein genug, damit beim Reisen keine Langeweile aufkommt. Dabei hat man stets das Gefühl, dass die Welt mit Liebe zum Detail gebaut wurde und nicht geschludert wurde - jetzt mal im Gegensatz zu Spielen wir Kingdoms of Amalur oder auch der Baukastenwelt einer Oblivion. Und von den optisch beeindruckenden Höhlen und Verließen habe ich bisher noch gar nicht gesprochen.


    Einen Vergleich zu anderen Spielen ziehe ich nur ungern, denn Dragon's Dogma hat sehr viele interessante Neuerungen, das es eigenständig machen - das Vasallensystem oder die Actionkämpfe gegen die großen Monster. Vieles erinnert an die Souls Spiele (Dark Souls und Demon Souls), vor allem der schwierigere Einstieg und die Welt, die die Phantasie des (Rollen-)Spielers anregt und einem nicht alles vorkaut. Aber auch Elemente von Zelda (die ungefähre Größe der Welt, die Dungeons) oder der Elder Scrolls Reihe (Massen an Rüstungen und Kräutern/Tränken) lassen sich finden. Ich halte das Spiel aber für eigenständig genug und solche Vergleiche sind nur dazu da, um einem einen ungefähren Hinweis zu geben.






    Mein Fazit:


    Na also, endlich wieder ein Japano-RPG, das Spaß macht. Auch wenn der Stil sehr westlich ist, so kann Dragon's Dogma seine Wurzeln doch nicht verhehlen und knüpft meiner Meinung nach an die große Tradition der japanischen Rollenspiele auf dem Super Nintendo an. Ja, das Spiel ist sperrig, es erklärt wenig und die Hauptstory ist größtenteils belanglos. Aber hat man sich einmal in die Spielmechanik reingefuchst, dann entsteht ein unglaublicher Sog, der einen nicht mehr loslässt. Vor allem der Entdeckerdrang und die Phantasie werden stark angeregt - was auch daran liegt, dass die Welt mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und nichts beliebig aussieht. Man bewegt sich einfach gerne durch Gransys. Es freut mich besonders, dass hier der Aspekt der Reise wieder in den Mittelpunkt gestellt wird. Gerade das scheint in vielen anderen aktuellen RPGs mittlerweile nur noch als lästige Brücke zum nächsten Schauwert zu fungieren und wird mit Schnellreisefunktionen oder ähnlichem unterbrochen.

    Ich hatte auf jeden Fall mit dem ungeschliffenen Juwel Dragon's Dogma weitaus mehr Spaß als mit Skyrim - und das soll schon etwas heißen. Dennoch sind die Schwächen vorhanden und am Ende würde ich wohl "nur" eine realitische Wertung von 80-83 Prozent vergeben. Ein Geheimtipp für Rollenspielfans ist es aber definitiv.

  • #2
    Zu Weihnachten habe ich mir, nachdem ein Freund immer davon schwärmte, mir auch Dragon's Dogma geholt und muss sagen, dass es wohl so ziemlich das epischste Rollenspiel ist, das in den letzten Jahren auf den Markt kam.

    Zuersteinmal möchte ich auf die negativen Sachen eingehen:
    Das wäre vor allem die sehr schlechte Lippensynchronität. Bei der japanischen Originalfassung soll das wohl sehr gelungen sein, aber im Englischen ist es oft asynchron. Das ist aber nicht sooo tragisch, immerhin wird wenig gesprochen und Cutszenes gibts auch nicht viele.
    Außerdem sind die Pawns idR sehr schlecht eingestellt, was aber vor allem an den unfähigen Spielern liegt, die sich nicht mit dem Inclination System beschäftigt haben und ihre Pawns nach dem einstellen, was gut klingt - Guardian mag zwar nett klingen, aber das besagt am Ende nur, dass der Pawn erst etwas macht, wenn der Spieler von einem Gegner Schaden erleidet und auch dann bleibt der immer in der Nähe des Spielers. Das ist besonders für Sorcerer, Ranger und Magick Archers sehr ärgerlich, weil die idR versuchen, sehr weit ab vom Geschehen zu agieren. Hier ist die schlechte KI aber eindeutig von den Spielern gewollt, also kann man das dem Spiel selbst eher weniger anlasten.

    Kommen wir nun zu den positiven Aspekten:
    Was für eine geile, lebendige Welt! Im Netz findet man oft den Vergleich zwischen Dragon's Dogma und Skyrim und den finde ich auch recht passend, weil beide Spiele sich sehr ähnlich sind. Während Skyrim die absolut überlegenere Technik (und damit Grafik) aufweist, punktet Dragon's Dogma mit sehr schönen Detailarbeiten, die zeigt, wie sehr die Entwickler ihr Kind geliebt haben.
    Auch äußerst interessant sind die Kämpfe, vor allem der Endkampf gegen den Drachen. Wieder drängt sich hier ein Vergleich mit Skyrim auf und weil viele Skyrim kennen, werde ich das mal weiter aufgreifen: In Skyrim hat man doch einfach nur Sovngarde besucht, sich die 3 Helden geschnappt und mit dem Schrei Alduin vom Himmel geholt und dann auf ihn eingedroschen, bis er tot war? Der Kampf gegen den Drachen in Dragon's Dogma ist storytechnisch ähnlich, aber komplett anders inszeniert, da der Drache nicht einfach nur Vernichtung bringen möchte... Er stellt dem Arisen die Frage, was es denn eigentlich bedeutet am Leben zu sein... Und die Goblins dann die Frage beantworten: "We eats when 'ungry an' we sleep when tired from eatin'!" sehr schön gemacht, und die weiteren Fragen, die der Drache stellt, sind alle sehr philosophisch geworden und man kann daher recht gut über das Ende noch einmal in Ruhe nachdenken, vor allem, wenn man den Hintergrund des "Great Hereafter" mit einbezieht. Mich hat das zumindest ziemlich umgehauen. Und allgemein war der Kampf auch sehr schön ausgearbeitet - viel Fußarbeit, bis man den Drachen so weit hatte, dass er sich einem in einer Arena stellt und da dann einen schönen Kampf, der genau richtig ist von der Länge und vom Schwierigkeitsgrad her. Das hat man richtig gut balanciert bekommen.
    Warum die Quests immer so kritisiert werden, weiß ich nicht... es wird doch am Anfang relativ klar gesagt, dass man sich als Arisen der Wyrm Hunt anschließen soll und dazu gehört es eben, für den Grafen die Drecksarbeit zu erledigen. Von da aus wird relativ klar ein Faden von dem Salvation Kult bis hin zum Drachen gesponnen, der einem dann in der finalen Quest gegen Salvation verrät, wo er auf einen warten wird - und dass er die Liebste der Heldin entführt hat.

    Da fand ich die Quests von Dark Arisen, dem Add-On/Re-Release, viel schlimmer, denn da weiß man garnicht, was man tun soll und läuft eigentlich nur durch ein Labyrinth, immer den Questmarkern hinterher und vor jedem Feind davonsprintend. Und dann kommt der Endgegner des DLCs, Daimon, und fegt einen erstmal kreuz und quer durch die Arena - so einen ätzenden Bosskampf hatte ich schon sehr sehr lange nicht mehr. Heute bin ich stolz, das gemacht zu haben, aber gestern war meine Meinung noch entschieden anders


    Besonders schön umgesetzt fand ich das Kampfsystem. Ich habe die Klassen Mystic Knight, Sorcerer und Magic Archer gespielt (mittlerweile auch alle auf Stufe 9) und bin von denen rundum begeistert. Die spielen sich alle sehr einzigartig und meine Güte macht der Sorcerer Spaß! Man braucht zwar auch im besten Falle Ewigkeiten um einen Spell der Archmagicks zu casten, aber wenn man den erstmal durch hat, hat man ein cineastisches Meisterwerk verursacht. Sehr, sehr schön gemacht. Und der Magic Archer ist eigentlich auch nur ein Bogenschütze... der anstatt Pfeilen Magie verwendet. Also der hat wirklich keine Pfeile und kann auch keine Pfeile benutzen - dafür hat er aber sehr sehr mächtige Spells, die teilweise Borderline-OP sind (ja, ich schaue dich an, Hunter's Bolt) und spielt sich allgemein wirklich richtig wie eine Mischklasse sein sollte. Davon könnten sich andere Spiele ein paar Scheiben abschneiden.

    Dann möchte ich noch ein finales Kommentar zu den nicht vorhandenen Fast Travel Möglichkeiten abgeben:
    Es gibt mehr als genug Möglichkeiten für Fast Travel, aber das Spiel bedingt, dass man erst einmal zum Zielort gelaufen sein muss, um einen Portcrystal zu setzen. Und Geld ist auch schnell kein Thema mehr, weil das einfach en masse in die Kasse gespült wird und man sich bei Fournival dann die Ferrystones zu dutzenden kaufen kann und dafür z. B. Wakestones aus dem Everfall verkauft.

    TL;DR:
    Ein rundum geiles Spiel, was ich jedem, der schonmal mit RPGs geliebäugelt hat, nur empfehlen kann. RPG Unerfahrene können aber vom Schwierigkeitsgrad der Bitterblack Isles (dem DLC) schnell umgehauen werden und sollten das nur mit Vorsicht - und eventuell im NG++ - genießen.
    "But who prays for Satan? Who in eighteen centuries, has had the common humanity to pray for the one sinner that needed it most, our one fellow and brother who most needed a friend yet had not a single one, the one sinner among us all who had the highest and clearest right to every Christian's daily and nightly prayers, for the plain and unassailable reason that his was the first and greatest need, he being among sinners the supremest?" - Mark Twain

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