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Das Böse

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  • Das Böse

    Schon seit längerem frage ich mich, ob es "das Böse" an sich gibt. Bekanntlicherweise ist die menschliche Grausamkeit nur durch unser Vorstellungsvermögen limitiert; Beispiele aus der Gegenwart und der Geschichte gibt es zu Hauf. Der Mensch besitzt eine sehr starke selbstvernichtende Ader, die durch die wissenschaftlichen Innovationen des letzten Jahrhunderts heutzutage befriedigt werden könnte. Dennoch kann man selbst Hitler nicht als durch und durch bösen Menschen ansehen, da er einige positive Charakterelemente (Tierliebe) aufweist.

    Viele gehen deshalb davon aus, dass es zwangsläufig nur Grau-Schattierungen gibt. Allerdings kann kein Grau ohne reines Schwarz und Weiss existieren - die Extreme muss es also IMHO auch geben, wie es u.a. in der christlichen Religion geschildert wird. Tragischerweise ist nun Satan aber nichts anderes als ein "gefallener Guter" (soweit man der Bibel glauben will).

    Andere sehen es beinahe als epischen Kampf an; das Böse sei existent und in jedem von uns. Es vergiftet uns und will unsere Seelen gewinnen (naja, ihr wisst schon...). Diese Sichtweise erscheint allerdings ebenso unbefriedigend wie die Graustufen-Theorie, da es eine Determinierung des Menschen (mit)bedeuten würde.

    Was meint ihr?
    Recht darf nie Unrecht weichen.

  • #2
    Spontan würde ich sagen, das Gute wie das Böse sind menschliche Begriffe, die nicht per se eine Entsprechung in der Wirklichkeit finden. Von vorneherein ist nichts an sich "gut" oder "böse".

    Daher verstehe ich die Frage nach dem Bösen nicht ganz...

    Pirx
    Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

    Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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    • #3
      jeder hat ne andere Ansicht davon was GUT und was BÖSE ist
      und niemand sollte einem anderen seine Ansicht aufzwängen (es wird aber dennoch getan)

      Das PURE Böse und das REINE Gute
      durchaus vorstellbar das es das gibt...

      aber selbst Gott hatte Gefühle wie Zorn, und Selbst Satan hat irgendwo oder irgendwann mal was "gutes" getan...


      somit ist es schwer zu sagen es gibt Personifizierungen des Wahren Bösen/Guten...
      »Ich bin Hunger! Ich bin Durst!
      Ich kann hundert Jahre fasten, ohne zu sterben.
      Ich kann hundert Nächte auf dem Eis liegen, ohne zu erfrieren.
      Ich kann einen Strom von Blut trinken, ohne zu bersten. Sagt mir, wer Eure Feinde sind!«

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      • #4
        Sehe ich genauso.

        "gut" und "böse" sind menschliche Kategorien, oder besser: Konstrukte.

        Und ein und die selbe Tat kann "böse" sein, oder eben auch nicht.

        Beispiel:

        Ein Mann bringt einen anderen um, um ihn zu essen. Damit ist er unser Meinung nach ohne jeden Zweifel "böse".

        Der Tiger, der das selbe macht, ist nicht "böse", denn es liegt in seiner Natur.

        Nun könnte unser psychopathischer Menschenfresser allerdings auch behaupten, es liege in seiner Natur. Wäre er dann nicht "böse"?

        Und "das Böse" ist sowieso nur eine Allegorie, und kein beobachtbares Phänomen.
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        • #5
          So verlockend es auch wäre, die Begriffe "gut" und "böse" eindeutig zu definieren, so relativiert sich das alles, weil es immer noch etwas "böseres" geben kann. Wenn es das absolut böse gibt, so können wir es vermutlich nicht sehen. Es wird sich nie "offenbaren". Es schlummert in den Menschen und manifestiert sich teilweise in deren Taten. Außerdem ist niemand von Geburt an böse, Bosheit muß man erlernen und vermittelt bekommen: "Der Dumme ist nicht böse, er ist nur dumm".

          Liebe Grüße,
          Gene
          Live well. It is the greatest revenge.

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          • #6
            Außerdem ist niemand von Geburt an böse, Bosheit muß man erlernen und vermittelt bekommen: "Der Dumme ist nicht böse, er ist nur dumm".
            Gene, diese Aussage setzt doch eine Definition von "böse" voraus!

            Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

            Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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            • #7
              Folgende Situation:

              Ich setze mich in ein Auto und fahre auf einen Mann zu, den ich ermoden möchte.

              Mitten in der Fahrt kracht mir von links ein anderes Fahrzeug in den Wagen, das auf eine Fußgängergruppe zuraste. Beide Fahrzeuge bleiben liegen, niemand wird verletzt.

              War meine Tat "böse", weil ich jemanden ermorden wollte und auch schon Schritte unernahm, um das zu tun?

              Oder war meine Tat "gut", weil ich durch mein Handeln eine Fußgängergruppe gerettet habe?
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              • #8
                Original geschrieben von Pirx

                Gene, diese Aussage setzt doch eine Definition von "böse" voraus!
                Stimmt, ich hätte wohl bösartig und Bösartigkeit schreiben sollen.
                Live well. It is the greatest revenge.

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                • #9
                  Vielleicht sollten wir zuerst klären, ob wir Zufall, Schicksal in die Überlegungen integrieren wollen.
                  Recht darf nie Unrecht weichen.

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                  • #10
                    Stimmt, ich hätte wohl bösartig und Bösartigkeit schreiben sollen.
                    Nur, wenn Du mir den Unterschied erklärst...

                    Vielleicht sollten wir zuerst klären, ob wir Zufall, Schicksal in die Überlegungen integrieren wollen.
                    Unter welchem Aspekt?


                    Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

                    Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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                    • #11
                      @Pirx: Luckys Gedankenspiel setzt eine Klärung vorraus, da es relevant ist, ob die Handlung vorherbestimmt ist. Kann man böse sein, wenn man letztlich nur an einer Strippe als Marionette hängt?! Zudem ist die Frage, ob Bösartigkeit in der Natur eines Menschen (also auch determiniert) sein kann.
                      Recht darf nie Unrecht weichen.

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                      • #12
                        @ Narbo:

                        Das Beispiel geht auch einfacher. Ein Entwicklungshelfer will Eingeborenen helfen, sich selbst mit Getreide zu versorgen. Also wird der Regenwald abgeholzt. Der nächste Regen schwemmt die fruchtbare Erde ins Meer. Zurück bleibt eine Wüste.

                        War der Helfer böse? Er hatte doch nut gute Absichten!
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                        • #13
                          Bleibt immer noch die Frage, ob er selbstbestimmt handelt. Ohne diese Vorraussetzung kann man nicht böse handeln, da man nur ausführt, was im grösseren Plan vorgegeben ist. Ausserdem führen diese Überlegungen zwangsläufig zu Kausalitätsketten, die nicht auflösbar sind. Immerhin könnte deine Wüste irgendwann nochmal nützlich sein usw. Tausend Jahre später verreckt wegen dem EH-Helfer die ganze Menschheit - wie weit willst du das ganze ausrollen?
                          Recht darf nie Unrecht weichen.

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                          • #14
                            Narbo, ich beginne zu verstehen...

                            Es scheint mir jedoch unwesentlich, ob alles Zufall, freier Wille oder vorherbestimmt ist, solange "gut" und "böse" Begriffe sind, die wir Menschen aus unserem subjektiven Erleben heraus gebrauchen.

                            Diese Diskussion macht nur dann Sinn, wenn es etwas "Gutes/Böses" gibt, das unabhängig vom Menschen existiert... und wir diese Begriffe nicht selbst entwickelt, sondern quasi überlassen bekommen haben.

                            (Ich verstehe übrigens immer mehr, glaube ich, um was es Dir geht.)

                            Pirx
                            Versucht, die Welt ein bißchen besser zu hinterlassen, als ihr sie vorgefunden habt.

                            Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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                            • #15
                              Albert Einstein hat die Grundlage für die Atombombe gelegt.
                              aber das macht ihn nicht Böse.

                              Gebaut und Eingesetzt hat sie jemand anderes...

                              *und der war Böse*
                              »Ich bin Hunger! Ich bin Durst!
                              Ich kann hundert Jahre fasten, ohne zu sterben.
                              Ich kann hundert Nächte auf dem Eis liegen, ohne zu erfrieren.
                              Ich kann einen Strom von Blut trinken, ohne zu bersten. Sagt mir, wer Eure Feinde sind!«

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