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"bereinigte" Amtssprache?

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  • "bereinigte" Amtssprache?

    Nun, nachdem ich heute bei der Musterung war, bin ich dort über einen Ausdruck gestolpert:

    Und zwar heißt es immer "Wehrdienst".

    Ich hingegen als Wehrdienstverweigerer, heiße dort in der Amtssprache "Kriegsdienstverweigerer". Woher kommt das? Denn eigentlich gibt es Krieg in der Form ja nicht in Deutschland.


    Mr. Doom


    P.S. Das Kreiswehrersatzamt residiert übrigens dort im Gebäude der Auslandsabwehr, sprich in nem Bau der Nazis (der sieht auch echt so aus, nicht mal die Adler haben sie entfernt ).

    P.P.S. Und dann noch in einer der teuersten Gegenden HH's an der Alster

    P.P.P.S. Der Urinprobenentgegennehmer dort ist immer noch der gleiche wie vor über 20 Jahren, mein Vater war bei seiner letzten Musterung beim gleichen
    "I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered" -George Best-

  • #2
    Ich vermute mal, daß das eine verzwickte Sprachregelung ist, weil gegen den Wehrdienst, also das reine Marschieren usw in der Kaserne niemand was haben könnte. Aber gegen den Einsatz in Kriegen schon
    »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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    • #3
      Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass man nur aus Gewissensgründen verweigern kann. Und damit ist gemeint, dass es für einen unmöglich ist Gewalt einzusetzen. Wenn ich mich richtig erinnere sind alle anderen Gründe nicht zulässig. Als wer sich nicht der militärischen Disziplin und der "Neuformung" des Geistes aussetzen will, sollte dies verschweigen und zum Radikalpazifisten werden.

      Kriegsdienst ist übrigens in letzter Zeit sehr oft möglich gewesen. Ok, nur für Freillige bei den Angriffskriegen gegen Jugoslawien und Afghanistan möglich. Bald wahrscheinlich auch als Besatzungsmitglied eines AWACS oder eines Fuchs bei dem Angriffskrieg gegen den Irak.
      Resistance is fertile
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      • #4
        Jo, verweigern kann man aus Gewissensgründen nur den Kriegsdienst, weil man da in die Verlegenheit kommen könnte jemanden zu töten. Verweigert man den Kriegsdienst, muss man deshalb keinen Wehrdienst leisten, weil sich dieser in einen Kriegsdienst hätte wandeln können (nämlich bei einem erwarteten Krieg gegen die Sowjetunion). Dem Dienst an sich kann man sich nicht verweigern - deshalb muss man, wenn man keinen Kriegsdiesnt leisten will, ja auch den "zivilen Ersatzdienst" leisten.

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        • #5
          Re: "bereinigte" Amtssprache

          Original geschrieben von Mr. Doom (aka Borg-Drohne) P.P.P.S. Der Urinprobenentgegennehmer dort ist immer noch der gleiche wie vor über 20 Jahren, mein Vater war bei seiner letzten Musterung beim gleichen [/B]
          In WÜ nimmt die Proben niemand entgegen. Die werden einfach alle nebeneinander hingestellt und es kommt noch nicht mal ein Name drauf. Möchte echt wissen, was das für einen Sinn haben soll...
          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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          • #6
            Re: Re: "bereinigte" Amtssprache

            Original geschrieben von Spocky
            In WÜ nimmt die Proben niemand entgegen. Die werden einfach alle nebeneinander hingestellt und es kommt noch nicht mal ein Name drauf. Möchte echt wissen, was das für einen Sinn haben soll...
            Und zisch, und klack und wech....*g*

            Als Wehrdienstleistender kann man doch den Kriegsdienst bei normalen Ausländseinsätzen verweigern, wenn man gründe vorlegt, oder??
            Erfahrung ist ein guter Lehrmeister - meist jedoch kein angenehmer.

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            • #7
              Um überhaupt in ein Auslandseinsatz gehen zu können muss man sich schon freiwillig länger verpflichten. Normale Wehrpflichtige, welche ihren 9-monatigen Grundwehrdienst verrichten, werden zu solchen Einsätzen nicht herangezogen, da die erforderliche zusätzliche Ausbildung auch zu lange dauert. Zudem gibt es wirklich genügend Leute die sich dazu verpflichten, meistens des Geldes wegen.
              Im Verdeitigungsfall würde die Sache natürlich anders aussehen.
              Für einen Euro durch die Spree, nächstes Jahr am Wiener See. - Treffen der Generationen 2013
              "Hey, you sass that hoopy Ford Prefect? There's a frood who really knows where his towel is." (Douglas Adams)

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              • #8
                Re: Re: "bereinigte" Amtssprache

                Original geschrieben von Spocky
                In WÜ nimmt die Proben niemand entgegen. Die werden einfach alle nebeneinander hingestellt und es kommt noch nicht mal ein Name drauf. Möchte echt wissen, was das für einen Sinn haben soll...
                Drogentests und noch andere.

                Die Probe bei meiner Musterung war sauber. Bei meiner Einstellungsuntersuchung für den Zivildienst wurde mir dann vorgeworfen, dass ich Morphium genommen hab. (Ein Resultat davon, dass ich davor zwei wochen lang an der Zivildienstschule täglich eine Mohnsemmel gegessen habe.)

                Hab dann bei einem Arzt daheim noch eine Urin- und eine Blutprobe abgeben müssen. Und automatisch noch zu einem Nervenarzt (Neurologie; Psychatrie) müssen.

                Bundesamt für den Zivildienst, ich liebe dich!!!
                Planung ist die Ersetzung des Zufalls durch den Irrtum!
                Bilder vom 1. und 4.Treffen

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                • #9
                  Re: Re: Re: "bereinigte" Amtssprache

                  Original geschrieben von Noulder
                  Drogentests und noch andere.

                  Die Probe bei meiner Musterung war sauber. Bei meiner Einstellungsuntersuchung für den Zivildienst wurde mir dann vorgeworfen, dass ich Morphium genommen hab. (Ein Resultat davon, dass ich davor zwei wochen lang an der Zivildienstschule täglich eine Mohnsemmel gegessen habe.)

                  Kleine Anekdote dazu aus der Bundeswehr. Ich war an einem ZInstSanBW stationiert, wo eben auch Bluttests u.ä. gemacht wurden. Wir bekamen eine Probe aus Celle. Der zu Musternde gab an seit 6 Jahren Heroinabhängig zu sein und präsentierte einen schwer von Spritzen gezeichneten Arm als Beweis (Foto lag bei). Dummerweise konnten wir keine Spuren von Heroin in Blut und Haaren finden. Am Ende kam heraus. Der hat sich über 3 Monate lang bewußt mit einer Spritze die Venen zerstochen, um ausgemustert zu werden
                  LANG LEBE DER ARCHON

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                  • #10
                    Dabei wärs so einfach: Einfach reinlaufen und rechten Arm heben...
                    SCNR

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                    • #11
                      Dabei wärs so einfach: Einfach reinlaufen und rechten Arm heben
                      Das ändert aber nichts daran, dass genügend Nazis in der Bundeswehr sind. Erinnert sich jemand an dieses Video von einem Truppenübungsplatz?
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                      • #12
                        Original geschrieben von Ford Prefect
                        Um überhaupt in ein Auslandseinsatz gehen zu können muss man sich schon freiwillig länger verpflichten. Normale Wehrpflichtige, welche ihren 9-monatigen Grundwehrdienst verrichten, werden zu solchen Einsätzen nicht herangezogen, da die erforderliche zusätzliche Ausbildung auch zu lange dauert.
                        Kann sein, dass das jetzt geändert wurde, aber als ich vor 6 Jehren beim Bund war, bin ich auch auf einen Auslandseinsatz gekommen und ich leistete auch nur meinen GWD ab. Allerdings war das auch kein Kriegseinsatz. Hm, aber ein Kollege, ein Jahr vor mir, der kam noch auf einen Auslandseinsatz mit kriegerischen Handlungen. Zwar war er selbst nur auf den Tornado-Basen in Italien, aber deren Einsatz war eben schon ein kriegerischer.
                        Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                        endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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                        • #13
                          Die momentane Situation ist folgendE:

                          Sollte Bedarf für Auslandseinsätze bestehen, wird gefragt (bzw. kann man sich auch vorher schon melden) und dann geht man freiwillig. Wer seinen GWD ableistet, der kann NICHT ins Ausland zwangsversetzt werden.

                          Und dann kann man freiwillig auch noch seinen GWD um bis zu 2 Jahre verlängern, jeweils Monatsweise.
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                          • #14
                            Also ist die Lage noch, wie zu meiner Zeit, allerdings ist das Maximum afaik 23 Monate, zumindest wars damals so. Einen Vorteil haben diese Einsätze aber. Man kann wesentlich mehr Kohle scheffeln.
                            Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                            • #15
                              Kann aber auch passieren, dass man ne Menge abdrücken muß. im Einsatz kostet ein Schuss in die Sandkiste, aufgrund falschem Entladen der Waffe nach einem Wachgang, mal eben 1000 €. Sicherheitsbestimmungen nehmen die da ziemlich genau.
                              Außerdem ist die Bealstung doch realtiv hoch, so dass schonmal jemand angetrunken mit einen Wolf alleine durch Prizren fährt nachdem er in der Waikikibar zu viel gesoffen und sein kommandierenden Offizier als Sackgesicht bezeichnet hatte.
                              Nunja das wahren jetzt mehrere Vorfälle gemischt, aber in einer Personalbteilung der BW bekam man schon ne Menge mit.
                              Ich hab auch des Geldes wegen und zum Zeitvertreib vor dem Studium fünf Monate an meinen GWD drangehangen, aber auch nur weil ich wie gesagt in der unmilitärisch geführten Pers-Abteilung arbeitete und in meinem Heimatort stationiert war, so dass ich zu Hause übernachten konnte.
                              Gibt natürlich nicht soviel zusätzliches Geld wie in einem Auslandseinsatz, aber ist ja auch deutlich ungefährlicher.
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