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Kardinal Franz König ist tot

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  • Kardinal Franz König ist tot

    Ich moechte meiner Trauer um Kardinal Franz König Ausdruck verleihen, der in der Nacht vom Freitag auf Samstag in seinem 99. Lebensjahr verstorben ist.


    Ein hochanstaendiger Mensch, der "Bischof aller Katholiken", der in Oesterreich Kirche und Sozialdemokratie versoehnt hat, der viele Verbdinungen zu den Kirchen im ehemaligen Ostblock aufgebaut hat, der fuer die Wahl von Papst Johannes Paul II mitverantwortlich war, der das zweite vatikanische Konzil massiv unterstuetzte und dessen Ergebnisse in Wien begeistert umsetzte...
    Als Taufschein-Katholik bedauere ich seinen Tod.
    Der Mensch ist endlich auch ein Federvieh, denn gar mancher zeigt, wie er a Feder in die Hand nimmt, dass er ein Viech ist.
    Johann Nestroy

  • #2
    Ich von mir auch ein teifes Beileidsbekunden.

    Kardinal König hat - ebenso wie Papst Paul - sehr früh angefangen den Ost-West Konflikt über die Kirchen zu entschärfen und Menschen aus den jeweiligen Hemisphären näher zu bringen. Aus diesen Grund verdient er nicht nur Anerkennung von den Katholiken sondern sollte als Freund des Friedens auch überkulturell beachtet werden.

    Er möge in Frieden ruhen!
    No dictator, no invader can hold an inprisoned population by force of arms forever. There is no greater power in the universe than the need for freedom. Against that power governments and tyrants and armies cannot stand. The Centauri lerned this lesson once. We will teach it to them again. Though it take 1000 years, we will be free. (G'Kar)

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    • #3
      Johannes Paul II. hat den Ost-West-Konflikt nicht entschärft. Ganz im Gegenteil: Er hat diesen Konflikt bewußt sogar noch verschärft.
      Sicher hat er einen Beitrag zum Zusammenbruch des Ostblocks geleistet, aber nicht durch eine Entspannungspolitik, wie sie z.B. Brandt betrieb, sondern durch einen Konfrontationskurs. - das mal ganz nebenbei.
      Republicans hate ducklings!

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      • #4
        Original geschrieben von endar
        Johannes Paul II. hat den Ost-West-Konflikt nicht entschärft. Ganz im Gegenteil: Er hat diesen Konflikt bewußt sogar noch verschärft.
        Sicher hat er einen Beitrag zum Zusammenbruch des Ostblocks geleistet, aber nicht durch eine Entspannungspolitik, wie sie z.B. Brandt betrieb, sondern durch einen Konfrontationskurs. - das mal ganz nebenbei.
        Irgendwann in meiner 13.-jährigen Schullaufbahn hatte man mir beigebracht Behauptungen oder Argumente durch Bespiele und Quelleverweise, die man auch noch als seriös bezeichnen kann, zu untermauern. Könnte das sein, dass man dies bei euch etwas anders gehandhabt hat? - das mal ganz nebenbei.
        No dictator, no invader can hold an inprisoned population by force of arms forever. There is no greater power in the universe than the need for freedom. Against that power governments and tyrants and armies cannot stand. The Centauri lerned this lesson once. We will teach it to them again. Though it take 1000 years, we will be free. (G'Kar)

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        • #5
          Ich glaube (ohne Quellen nennen zu koennen), dass Johannes Paul II den Kirchen im Osten den Ruecken gegen den Kommunismus gestaerkt hat. Vor allem in Polen hat dadurch meiner Erinnerung nach die Solidarnosc viel Rueckhalt in der Kirche finden koennen.

          @Ragnar:
          Wieso dieser Tonfall?
          Der Mensch ist endlich auch ein Federvieh, denn gar mancher zeigt, wie er a Feder in die Hand nimmt, dass er ein Viech ist.
          Johann Nestroy

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          • #6
            Literaturhinweis: Bitte schön:
            Der Sachverhalt ist ausführlich dargestellt in der Fernsehdokumentation: Der heimliche Krieg – Joh. Paul und der Kommunismus, Hamburg (NDR) 1999
            Republicans hate ducklings!

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            • #7
              Obwohl ich nicht sonderlich bekannt dafür bin "nett" zu sein, denke ich nicht, dass mein Tonfall unangemessen gewesen ist. Wenn man eine gewisse Meinung gegenüber einer Organisation, Regierung, Land o.ä. hat, muss man zumindest in der Lage diese zu begründen. Wenn man dies nicht macht, muss man annehmen, dass die Meinung aus rein emotioneller Sicht gebildet wurde, und Antipathie ist sicherlich kein seriöses Argument.


              Literaturhinweis: Bitte schön:
              Der Sachverhalt ist ausführlich dargestellt in der Fernsehdokumentation: Der heimliche Krieg – Joh. Paul und der Kommunismus, Hamburg (NDR) 1999
              So habe ich es gemeint. Jetzt müsste ich noch selber diese Doku gesehen haben um Stellung dazu zu beziehen.
              No dictator, no invader can hold an inprisoned population by force of arms forever. There is no greater power in the universe than the need for freedom. Against that power governments and tyrants and armies cannot stand. The Centauri lerned this lesson once. We will teach it to them again. Though it take 1000 years, we will be free. (G'Kar)

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              • #8
                @Locksley, ich glaube das ist es, was endar mit "konfrontationskurs" meinte, JP2 hat direkt Partei der Solidarnosc und anderer Demokratisierungsbewegungen ergriffen und damit die Sowjets ein wenig an die Wand gedrängt, immerhin ist er das Oberhaupt von 600 mio Menschen also ein wichtiger Meinungsmacher!

                Einig sind wir uns wohl alle nur, DASS er einen Beitrag zum Fall des Eisernen Vorhangs geleistet hat und wahrscheinlich darin, dass das seine beste und größte Leistung überhaupt war!

                Zum Thema: der Name König sagt mir wenig, von daher kann ich den Verlust schlecht einschätzen, aber wenn er ein beliebter Kirchenmann mit offenen Ansichten war, ist es sicherlich ein großer... so häufig trifft man die ja nicht an
                »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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                • #9
                  Als jemand, der allerdings auch schon etwas gelernt hat, darf ich dich darauf hinweisen, dass man - wenn man schon quotiert - nicht nur das quotieren sollte, was man als "gewisse Meinung" (also Kritik) zusammenfasst, sondern ebenso das, was zustimmend ist, denn das kann genauso verfälscht sein wie Kritik.
                  Für "Jubel" und "Zustimmung" keine vernünftigen Quellenangaben zu verlangen, birgt die Gefahr von Leichtgläubigkeit in sich. Auch Zustimmung kann sachlich ungerechtfertigt aus "emotionaler Sicht" geprägt sein. Und wir wollen hier ja keine russischen Verhältnisse.
                  Aber ich werde mir einfach merken, dass du Literaturhinweise wünschst.
                  Republicans hate ducklings!

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                  • #10
                    Danke für den Hinweis. Jedoch war Kardinal König derjenigen, welcher hier Thema ist. Ich habe nicht damit gerechnet, dass jemand hier das Thema Papst breit tritt.

                    Der Grund warum ich eine Quelle gebeten habe, lag in deiner Wortwahl. Wenn du schon von "Verschärfen des Konfliktes" redest, muss schon näher erleutern was du damit meinst. Papst Johannes Paul II. hat dem Kommunismus sicherlich die Stirn geboten, jedoch ausschließlich mit friedlichen Mitteln. Schließlich hatten wir 1980-81 die Situation, dass die polnische Marionettenregierung das Kriegsrecht ausgerufen hat. Für freie Meinungsäußerung war kein bisschen Platz und die Soldarnocs Bewegung stand kurz davor, dass selbe Schicksal zu Teilen wie die Menschen in Berlin (1953) oder in Budapest (1956) oder in Prag (1968) zuvor. PJP II hat das Vorgehen scharf kritisiert und mit dieser Kritik diesen Konflikt publik gemacht. Das nun als "Verschärfen" zu betrachten, halte ich für ausgesprochen naiv. Mahatma Gandi hat ebenfalls den Briten die Stirn geboten und das ebenfall ohne Gewalt. So gesehen hat er den Konflikt auch "verschärft", oder?
                    No dictator, no invader can hold an inprisoned population by force of arms forever. There is no greater power in the universe than the need for freedom. Against that power governments and tyrants and armies cannot stand. The Centauri lerned this lesson once. We will teach it to them again. Though it take 1000 years, we will be free. (G'Kar)

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                    • #11
                      Zunächst einmal sind "verschärfen" und "entspannen" Beschreibungen von Tätigkeiten, die zunächst einmal bei der Feststellung nicht zu werten sind. Ein moralisches Urteil habe ich gar nicht abgegeben, sondern nur einen Umstand umschrieben. Unter einer "Verschärfung" verstehe ich eine Zunahme der "Spannung" bzw. der Gegensätze, unter Entspannung die Abnahme derselben. Ich habe also auch nicht gesagt, dass der Papst kriegerische Mittel eingesetzt habe.
                      Und schlussendlich habe ich dich nur korrigeren wollen bei der Aussage, dass der Papst zur damaligen Zeit zur Abnahme der Gegensätze beigetragen habe.
                      Wenn also jemand hier das Thema breit tritt, dann bist du das. Ich wollte dazu nur ein, zwei Sätze schreiben, was ich durch "nebenbei" auch noch direkt zum Ausdruck gebracht habe.
                      Zuletzt geändert von endar; 17.03.2004, 22:00.
                      Republicans hate ducklings!

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                      • #12
                        @Ragnar, der Papst hat ja nicht nur diese Kritik geäußert sondern auch später noch Aussagen über seine Heimat gemacht, die durchaus dazu geeignet waren, dem Jaruselski Regime das Leben ein wenig schwerer zu machen... (Ich meine mich aus verschiedenen Dokus u.a. an eine Unterstützung von Solidarnosz zu erinnern, was ihm ja nicht gerade Freunde im Politbüro Polens gemacht haben dürfte ) und ob man endar guten Gewissens naiv nennen kann... aber das gehört nicht hierher!
                        »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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                        • #13
                          Ich glaube hier wird noch zu sehr in Kategorien gedacht wie z.B. 2 Länder auf diplomatischer Ebene interagieren. Meine Vorstellung lag aber mehr bei der Bevölkerung. Aufgrund der Teilung durch den Eisernen Vorhang, gab es zwischen den beiden Hemissphären kaum Kontakt unter der Bevölkerungen. Durch diese fehlende Kommunikation war dieses Verhältnis und durch die Propaganda der jeweiligen Regiegungen (Stichwort: Der Feind ist zum Sprung bereit!") durch Mißtrauen geprägt. Durch die Solidarnosz Bewegung und daraus folgenden Bemerkungen von PJP II konnte man sehen, dass die breite Masse keineswegs dem gewohnten Feindbild entsprechen und das durchaus Hoffnung unter der Bevölkerung Polens gedeihen kann. Dies kann man besonders bei den Kungebungen sehen, in denen die Demonstranten explizit dem Papst um Hilfe bitten. Als er diese zukommenlies, war die Freude - sowohl in Polen als auch im Westen - sehr groß. Das den Leuten vom Politbüro das nicht schmecken konnte, sollte aber selbstverständlich sein.

                          Aber ich gestehe, dass ich erst im nachhinein verstehe was du gemeint hast, endar. Wir haben beide aneinander vorbei geredet wobei ich vermutlich etwas unpräzise gewesen bin. Dessen ungeachtet bin ich dennoch absolut überzeugt, dass der Papst zu einen der wichtigsten Figuren im Fall des Eisernen Vorhangs gehören und dass seine Rolle in dieser Sache absolut positiv war.
                          No dictator, no invader can hold an inprisoned population by force of arms forever. There is no greater power in the universe than the need for freedom. Against that power governments and tyrants and armies cannot stand. The Centauri lerned this lesson once. We will teach it to them again. Though it take 1000 years, we will be free. (G'Kar)

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