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  • Latein

    Gibt's ich hier eigentlich außer mit noch mehr solche Latein-"Fans"? Ich hab das nun das dritte Jahr und es geht mir mehr denn je auf den Sack!
    Da kommts doch überhaupt nicht darauf an, ob man sprachliches Gefühl hat, sondern nur darum irgendwelche Vokabeln und Grammatik-Ausdrücke auswendig zu lernen, die man soweiso nach zwei Wochen wieder vergessen hat.

    Mittlerweile ist mir Mathe sogar noch lieber als dieses Fach. Ich kann jedem, der lieber mehr auf Sprach-Gefühl setzt nur empfehlen, auf keinen Fall Latein zu nehmen. Für die meisten modernen Berufe (abgesehen von Arzt, Apotheker usw.) ist es obendrein noch total nutzlos und das, was man braucht, kann man meines Wissens an der Uni auch nebenher ganz gut erlernen.

    Ich persönlich werd das Fach auf alle Fälle ablegen sobald wie möglich.
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

  • #2
    Also ich fand Latein vielleicht nicht nützlich, aber dafür sehr interessant, weil es ja sozusagen die Mutter der meisten europäischen Sprachen ist. Frag mich irgendwas über die Grammatik - Ich kanns dir garantiert nicht mehr sagen oder nur ansatzweise erklären. Die Sprache ist halt nicht present und so gerät das meiste in Vergessenheit. Aber andersrum, kann ich als aktuelles Beispiel die Verkündung des "Habemus Papam" von Medina Estevez bringen, ich habe ziemlich gut verstanden was der gute Mann da von Benediktionsloggia zum Volk gerufen hat. Aber du hast natürlich recht, für einen "Ottonormalbürger" ist die Sprache nicht wirklich interessant...

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    • #3
      Ich habe damals das kleine Latinum gemacht und kann mich heute auch nicht mehr an viel erinnern. Für Medizinier und Apotheker ist doch Latein auch nicht wirklich sinnvoll, weil man medizinische Fachausdrücke (ausser Brustbein vielleicht ) doch nicht im Lateinunterricht lernt, sondern die dann nachholen muss.

      Dass Latein zudem eine gute Basis sei, um andere romanische Sprachen leichter lernen zu können, ist ein besonders in Deutschland weitverbreitetes Gerücht, welches aber meist nur Leute weitertragen, die weder Latein noch sonst eine romanische Sprache sprechen.
      Wir hatten einen Lateinlehrer im Italienischkurs, der nicht gerade zu den besten gehörte und dann aufgegeben hat. Meine Italienischlehrerin hat uns bei dieser Idee schnell eines besseren belehrt.
      Republicans hate ducklings!

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      • #4
        Zitat von endar
        Dass Latein zudem eine gute Basis sei, um andere romanische Sprachen leichter lernen zu können, ist ein besonders in Deutschland weitverbreitetes Gerücht, welches aber meist nur Leute weitertragen, die weder Latein noch sonst eine romanische Sprache sprechen.
        Naja, ich habe mein Latinum (bei uns gab es nur noch das große) und als weitere Fremdsprachen neben Englisch noch Französisch und natürlich Italienisch (LK). Und ich kann sagen, dass mir meine Lateinisch-Kenntnisse in allen drei Sprachen geholfen haben, Vokabeln und Wortfamilien besser einzuprägen. Ich kann zwar andersrum nicht wissen, ob es mir ohne diese Kenntnisse schwerer gefallen wäre, aber wenn mir zum Beispiel mal in einer Klausur ein Wort nicht einfiel, konnte ich es mir - soweit bekannt - häufig über die lateinische Form herleiten. Zumindest wusste ich, bei welchen Buchstaben ich im Lexikon nachschlagen musste. Vor allem im Italienischen sind viele Infinitve und Wortstämme aus dem Lateinischen erhalten geblieben.

        Lateinische Grammatik kann man allerdings denke ich nach dem Latinum wieder vergessen, es sei denn, man ist bei Günther Jauch zu Gast. Eigentlich schade, weil ich in Grammatik immer recht gut war.

        Edit: Mir fällt noch ein, dass wir in Geschichte 12.2 Kaiser Augustus und das Prinzipat als Quartalsthema hatten. Vor allem bei der Interpretation der "res gestae" waren lateinische Kenntnisse unabdingbar, wenn man nicht auf die mehr als miserable Deutsche Übersetzung zurückgreifen wollte. Bringt natürlich auch Pluspunkte beim Lehrer.
        "Mai visto un compagno uscire dal campo senza aver dato tutto e anche di più. Siamo la squadra più straniera d’Italia, dicono. Faccio però fatica a trovare in giro per il mondo un gruppo più attaccato alla maglia del nostro." - Javier Zanetti
        ¡Pueblo no bueno! ¡Pueblo es muy mal!

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        • #5
          Zitat von Spooky Mulder
          ...und natürlich Italienisch (LK).
          Natürlich.

          Und ich kann sagen, dass mir meine Lateinisch-Kenntnisse in allen drei Sprachen geholfen haben, Vokabeln und Wortfamilien besser einzuprägen. Ich kann zwar andersrum nicht wissen, ob es mir ohne diese Kenntnisse schwerer gefallen wäre, aber wenn mir zum Beispiel mal in einer Klausur ein Wort nicht einfiel, konnte ich es mir - soweit bekannt - häufig über die lateinische Form herleiten.
          Da möchte ich dir auch gar nicht widersprechen, natürlich besteht ein gewisser Effekt.
          Aber das wird generell doch ziemlich überschätzt, finde ich, denn das lässt sich durch ein wenig Vokabellernen auch erreichen und das wäre sicherlich weniger aufwändig, als nun extra Latein zu lernen.
          Was das italienische anbetrifft, so hilft nach meiner Erinnerung das Englische ebensogut weiter wie das Lateinische. Zwischen Latein und Italienisch liegen ja über 1500 Jahre Sprachentwicklung und denjenigen, die Latein für so hilfreich halten, sollten mal Walter von der Vogelweide lesen...

          Hast du Latein als erste Fremdsprache gehabt oder wie verstehe ich das?
          In meinem Italienischkurs waren Schülers fast aller Sprachen vertreten: deutsch, französisch, spanisch sogar russisch und dem spagnolo fiel es merklich leichter - am Anfang - bis er sich dann irgendwann immer mit den Sprachen verhedderte.
          Als ich anfing, italienisch zu lernen, kam mein Französisch wieder hoch, um dann allerdings ziemlich komplett verdrängt zu werden. Einem Freund, der dann auch in Italien lebte, ging es ähnlich.
          Republicans hate ducklings!

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          • #6
            Nun, ich hatte auch von der 7 bis zur 11 Latein und habe grundsätzlich auch sehr erfolgreich dort abgeschnitten.
            Spaß gemacht hat mir der Unterricht aber dennoch zu keinem Zeitpunkt. Dieses dumpfe Auswendiglernen von Vokabeln und Grammatik war auf die Dauer wirklich alles andere als unterhaltsam.
            “Are these things really better than the things I already have? Or am I just trained to be dissatisfied with what I have now?”― Chuck Palahniuk, Lullaby
            They have nothing in their whole imperial arsenal that can break the spirit of one Irishman who doesn't want to be broken - Bobby Sands
            Christianity makes everyone have this mentality that escapism is a bad thing. You know "Don't run away from the real world - deal with it." Why ? Why should you have to suffer? - Marilyn Manson

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            • #7
              Zitat von Nicolas Hazen
              Nun, ich hatte auch von der 7 bis zur 11 Latein und habe grundsätzlich auch sehr erfolgreich dort abgeschnitten.
              Spaß gemacht hat mir der Unterricht aber dennoch zu keinem Zeitpunkt. Dieses dumpfe Auswendiglernen von Vokabeln und Grammatik war auf die Dauer wirklich alles andere als unterhaltsam.
              das kann ich eigentlich so unterschreiben Hab da zwar gesessen, bis ich mein Latinum hatte, aber spaß war da nicht wirklich. Nur so die ersten 10min immer, wenn unser Lehrer mal wieder über seinen VfL Bochum hergezogen hat
              Aber ich sag mal so, das war von anfang an doch klar. Uns hat man zumindest vor der Wahl der 2.Fremdsprache erzählt, dass Latein nicht spannend ist, aber man da ziemlich gut durchkommt, wenn man gut in mathe ist. Was gar nicht mal so falsch sind, denn Latein ist ja nichts anderes als herleitungen und auswendiglernen.
              "Steigen Sie in den Fichtenelch! - Steigen Sie ein!"

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              • #8
                Zitat von endar

                Hast du Latein als erste Fremdsprache gehabt oder wie verstehe ich das?
                In meinem Italienischkurs waren Schülers fast aller Sprachen vertreten: deutsch, französisch, spanisch sogar russisch und dem spagnolo fiel es merklich leichter - am Anfang - bis er sich dann irgendwann immer mit den Sprachen verhedderte.
                Latein ab der siebten Klasse und Französisch ab der neunten. Italienisch kam dann in der Oberstufe, Stufe 11, hinzu. Die Sprache lag mir so gut, dass ich sie gleich ein paar Monate später als Leistungskurs gewählt habe.
                Damit habe ich auch alle Fremdsprachen belegt, die an meiner Schule zur Auswahl standen. Spanisch gibt es dann noch zusätzlich in einer AG (Die Spanierin, die diese AG leitet, gehört btw auch meinem It-LK an und steht dort - welch Wunder - 1+. Sie war auch ratz-fatz mit der Abi-Klausur durch ), aber das war mir erstmal zuviel. Ich habe aber vor, dies noch in einem VHS-Kurs zu belegen. Vielleicht brauch ich es ja mal später.

                Wieder zurück zum Italienischen: direkt nach den ersten zwei drei Wochen Unterricht festigte sich bei mir gleich der Eindruck: Das sind lateinische Wörter mit französischer Grammatik. Aber du hast recht, aus dem Englischen kann man sich auch viele Wörter herleiten. Vor allem, da nicht alle in meinem Kurs über Latein- oder Französischkenntnisse verfügten, nutzte meine It-Lehrerin dieses Mittel desöfteren.

                Als ich anfing, italienisch zu lernen, kam mein Französisch wieder hoch, um dann allerdings ziemlich komplett verdrängt zu werden. Einem Freund, der dann auch in Italien lebte, ging es ähnlich.
                Nuja, bei mir geht das desöfteren auch zusammen... in Italienisch-Klausuren "francesismi" (also Französismen ) und vor allem in Französisch schrieb ich andauernd "lui" statt "il" und ähnliches. OK, Französisch kümmerte mich in der Oberstufe auch kaum noch. Erstens mangels Abiturrelevanz, zweitens wegen des Lehrers.
                "Mai visto un compagno uscire dal campo senza aver dato tutto e anche di più. Siamo la squadra più straniera d’Italia, dicono. Faccio però fatica a trovare in giro per il mondo un gruppo più attaccato alla maglia del nostro." - Javier Zanetti
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                • #9
                  Zitat von SF-Junky
                  Mittlerweile ist mir Mathe sogar noch lieber als dieses Fach. Ich kann jedem, der lieber mehr auf Sprach-Gefühl setzt nur empfehlen, auf keinen Fall Latein zu nehmen. Für die meisten modernen Berufe (abgesehen von Arzt, Apotheker usw.) ist es obendrein noch total nutzlos und das, was man braucht, kann man meines Wissens an der Uni auch nebenher ganz gut erlernen.
                  Naja, das mit dem "Nebenbei lernen" ist nicht ganz so einfach: Entweder braucht man Latein nicht wirklich als Sprache sondern z.B. für Fachausdrücke, oder es ist eben Voraussetzung - und das ist in mehr Fächern der Fall als man denkt, etwa für GEschichte u.a.. Da muss man dann ein Latinum nachweisen, und dies dann eben an der Uni machen - in deutlich kürzerer Zeit und mit mehr nebenbei zu tun als an der Schule. Da sollte man sich evtl. tatsächlich schon vorher überlegen.
                  Ich kann auch nicht behaupten ein großer LAtein-Fan in der Schule gewesen zu sein, hab mit ach-und-krach damals mein Latinum geschafft. Ganz so nutzlos find ich das dann aber auch nicht, zumindest wenn man keinen neoliberalen Nützlichkeits- (= ökonomisch verwertbaren) begriff anlegt. Denn LAtein bildet nunmal (zusammen mit Griechisch) die Grundlage der westlichen Kultur. Das mit dem einfacheren Sprachenlernen kann ich auch nicht so dolle nachvollziehen, aber man ist überascht wie viele (Fremd-)wörter man versteht wenn man nur jeweils 8 lateinische Prä- und Suffixe kennt und diese dann kombinieren kann.

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                  • #10
                    Ich hatte an der Schule keine einzige Stunde Latein, aber werde ab Herbst Latein an der Uni lernen, da ich es für mein Studium brauche.

                    Zwischen der ersten Stunde und der Latinumprüfung sollen idealerweise nur zwei Semester liegen. Bisher habe ich aber noch keinen getroffen, der mit weniger als 4 hingekommen ist. Und wer es in zwei machen will, der hat wohl ein echtes Höllenjahr vor sich: Im Internet habe ich schreckliche Berichte gelesen, von Leuten, die mindestens sechs Stunden _täglich_ an ihren Aufgaben und Vokabel-Portionen gesessen haben. Neben Latein geht dann in den beiden Semestern wohl nicht viel anderes. Deshalb arbeite ich auch jetzt schon vor, belege Veranstaltungen aus dem 3. Semester etc., um mir das Jahr möglichst freizuschauffeln.

                    Das wird das erste echte Nadelöhr in meinem Studium...

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                    • #11
                      Hatte noch nie latein, werde es vorraussichtlich auch nie haben. (Ausser ich wechsel meien Studiengang noch - und selbst dann.)
                      Ich finde es manchmal ganz nützlich, einige Vokabeln zu kennen - aber die lernt man auch so. Und auf die Grammatik konnte ich bisher verzichten.

                      Hab gelesen, dass Latein wegen dem Papst-Rummel jezt möhlicherweise noch einen großen Aufschwung erfahren könnte - wenn se meinen, sie bräuchtens grad jezt wo der Papst gut verständlich deutsch spricht - was solls! ;-)
                      Planung ist die Ersetzung des Zufalls durch den Irrtum!
                      Bilder vom 1. und 4.Treffen

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                      • #12
                        Mir geht es ähnlich: Ich mochte es auch nie wirklich - zuviele Sonderfälle, da macht keine dahintrstehende Logik mehr Spass - und ohne Draht zu Geschichte allgemein wird es zusätzlich schwerer.
                        Zwar konnte ich mich bis zum Ende auf eine 2 auf dem Zeugnis verbessern und so das (grosse) Latinum ergattern, aber nun 5 Jahre danach kann ich - bis auf 2 lateinische Zitate - sogut wie nichts mehr.

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                        • #13
                          Ich hatte Latein nie in der Schule und musste es dann notgedrungen an der Uni nachmachen. Es wird - dessen sollte man sich bewußt sein - vielfach auch in den geisteswissenschaftlichen Fächern (Geschichte, Archäologie etc.) verlangt, und es an der Uni innerhalb eines vernünftigen zeitlichen Rahmens nachzuholen, ist verdammt hart bis unmöglich, wenn man sich auf seine tatsächlichen Fächer konzentrieren möchte. Deswegen kann ich nur empfehlen, es, wenn irgendwie möglich, an der Schule durchzustehen.

                          Die Sprache an sich hat mich fasziniert, weil sie relativ alt ist - bevor ich sie erlernen mußte. Das ewige Auswendiglernen und sofort-wieder-vergessen ging mir gewaltig auf die Nerven.

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                          • #14
                            Erzähl mal näheres, nexton. Bist du in einem Rutsch (2 Semester) durchgekommen? Und wie viele Stunden hast du täglich mit dem Kram zugebracht?

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                            • #15
                              Hallo! Nein, bin ich leider nicht, und da war ich nicht die einzige Person. Es erstaunt mich im Gegenteil immer wieder, wie oft ich Leute bei dem jeweils nächsten Anlauf wieder im Kurs sitzen gesehen habe. Im Durchschnitt - und diesbezüglich gehe ich nicht von mir aus - kann man mit zwei Mal pro Kurs oder mehr rechnen. Ich hab die Stunden nicht nachgezählt, die ich wöchentlich mit Latein verbracht habe, aber sie haben mich viel Zeit gekostet (die ich lieber für das Lesen von Fachliteratur verwendet hätte). Ich schätze mal acht Stunden in der Woche, und dann häufig das ganze Wochenende. Acht Stunden hört sich nicht viel an, aber wenn man eigentlich etwas ganz anderes studiert, ist es doch sehr viel.

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