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Weshalb können 4 Millionen Menschen... [Analphabetismus]

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  • Weshalb können 4 Millionen Menschen... [Analphabetismus]

    ....in der BRD kaum Schreiben und Lesen trotz Schulbesuchs?


    Am 8. September ist UN-Weltalphabetisierungstag. 2003 hatte die UNESCO den ehrgeizigen Plan verkündet mit einer Dekade für Grundbildung bis 2012 die Zahl der 860 Millionen Analphabeten weltweit zu halbieren.

    Analphabetismus ist auch in der Bundesrepublik (wieder) ein Problem. Glaubte man 1912 nach seinerzeit ca. 100 Jahren Schulpflicht das Problem überwunden, so schätzt der Bundesverband Alphabetisierung heute nach ca. 200 Jahren Schulpflicht die Zahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland auf mehr als 4 Millionen Menschen. 6,3% der erwachsenen Bevölkerung können nicht ausreichend schreiben und lesen, obwohl sie die Schule besucht und zum Teil Schulabschlüsse erworben haben.

    Funktionaler Analphabetismus hat viele Gesichter. Die Betroffenen kennen keine oder nur wenige Buchstaben oder können wenig lesen und kaum schreiben. Einige haben kaum Probleme beim sinnentnehmenden Lesen von Texten, aber große Schwierigkeiten beim selbstständigen Schreiben. Manche können mühelos lesen, machen aber viele Rechtschreibfehler. Andere können zwar fließend lesen und schreiben, haben aber große Angst vor Schreibsituationen. Viele leiden unter Legasthenie oder ihnen wird Legasthenie attestiert. Allen ist aber gemeinsam, dass sie nicht ausreichend lesen und schreiben können um ganz alltägliche oder gängige berufliche Anforderungen selbstständig bewältigen zu können.

    Lesen, Schreiben und Rechnen sind Grundfertigkeiten, die Menschen für eine gleichberechtigte Teilhabe an unserer Gesellschaft benötigen. Wer nicht Lesen kann, stößt schnell an Zugangshürden, ist abhängig von der Hilfe anderer. Möglichkeiten sich zu informieren und auf Entscheidungen Einfluss zu nehmen, verschlechtern sich. Die Unzulänglichkeit mündet in eine Minderung des Selbstwertgefühls und verfestigt sich zuletzt in einem negativen Selbstbild. Unzureichende Schreib- und Lesekenntnisse beeinträchtigen auch die Chancen eine Berufsausbildung abzuschließen und eine existenzsichernde Arbeit zu finden. Im September 2002 betrug nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit die Arbeitslosenquote unter funktionalen Analphabeten 41%. Nur 29% der dieser Gruppe zugehörigen Erwerbslosen hatte eine Berufsausbildung.

    Die meisten funktionalen Analphabeten sind in und an der Schule gescheitert. Nur 38% von ihnen haben einen Schulabschluss erlangt. 57% haben eine Sonderschule besucht, 38% eine Hauptschule und 5% eine Realschule. Unter Schülerinnen und Schülern, die keinen Schulabschluss erreicht haben, ist funktionaler Analphabetismus immer häufiger anzutreffen. Gleichzeitig steigt von Jahr zu Jahr der Prozentsatz derjenigen, die die Schule ohne Abschluss verlassen. So haben im vergangenen Jahr 10% der Schülerinnen und Schüler keinen Schulabschluss mehr erreicht, wohingegen im Bevölkerungsdurchschnitt bislang der Anteil der Menschen ohne Schulabschluss bei 2,6% liegt. Hier wird deutlich, dass der Anteil der Analphabeten in unserer Gesellschaft weiter steigen wird, sofern nicht Anstrengungen unternommen werden, die Ursachen zu beheben.

    Analphabetismus in einer Gesellschaft mit Schulpflicht ist ein Symptom für das Versagen des Schulsystems. Es ist nicht hauptsächlich den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern oder dem einzelnen Lehrer oder Lehrerin anzulasten. Allerdings wirkt allarmierend, dass Kinder immer wieder versetzt werden, obwohl sie die Lernziele nicht erreicht haben, und dass manche LehrerInnen nicht genau sagen können, wie viele und welche SchülerInnen nicht richtig lesen können. Der Schulalltag und die pädagogischen Konzepte gehören angesichts solcher Erfahrungen und Ergebnisse auf den Prüfstand.

    Schülerinnen und Schüler, die nicht ausreichend Schreiben und Lesen lernen, erleben meist über Jahre Negativerfahrungen in Schule und Elternhaus. Nicht selten kommen sie aus Familien, in denen Schriftlichkeit nur eine untergeordnete Rolle spielt und in denen die ökonomischen Bedingungen dürftig sind. Nicht selten ist auch die Sprachentwicklung nicht den Anforderungen in der Schule entsprechend. Unter diesen Bedingungen entwickelt sich oft nach kurzer Zeit eine psychische Belastungssituation ausgelöst durch Leistungsdruck. Eltern, die nicht helfen können, greifen bei Problemen zu Strafen. In den Schulen soll in viel zu großen Klassenverbänden immer noch „im Gleichschritt gelernt“ werden, obwohl Kinder verschiedene Fähigkeiten haben, die ein unterschiedliches Tempo bedingen. Lehrbücher, die sich an der Lebenswelt eines „genormten Mittelschichtkindes“ orientieren, lösen bei Kindern, deren Lebenswelt sie nicht abbilden, Desinteresse aus. Methoden, die die Individualität von Kindern ignorieren, motivieren nicht, sondern führen zu Aggressivität. Hinzu kommt, dass durch eine Medienvielfalt die besondere Bedeutung des Zugangs zu Informationen über das Lesen anders als vor 100 Jahren für viele SchülerInnen nicht mehr so offensichtlich ist, also das Interesse erst geweckt werden muss. Mit Schwächen wird überwiegend so umgegangen, dass Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Leistungen ausgesondert werden. Die Benotung wird als System der Aussortierung erlebt. Eine Sonderschulüberweisung wird in der Regel nicht als Problemlösung, sondern als Strafe erfahren.

    Nur eine Schulreform ist geeignet, die Quote derjenigen, die die Schule ohne ausreichende Schreib- und Lesefähigkeiten verlassen, zu senken. Bildung, die auf Chancengleichheit ausgerichtet ist, beginnt dabei schon im Kindergarten. Dort sollte es aber nicht darum gehen den Drei- bis Sechsjährigen schon das Alphabet zu vermitteln. Vielmehr sollten sie ihre sozialen, verbalen, musischen und kreativen Fähigkeiten entwickeln. Die Anleitung sollte sich darauf konzentrieren, kooperative Einstellungen nicht Konkurrenzdenken zu fördern und die Kinder darin unterstützen gegensätzliche Interessen auszugleichen. In den ersten zwei Jahren der Grundschule könnte dann in wesentlich kleineren Lerngruppen von höchsten 8 bis 10 Kindern die Grundbildung vermittelt werden. Dabei müssten Lehrbücher und –materialien zum Einsatz kommen, die sich an der Lebenswirklichkeit der „real existierenden“ Kinder orientieren und nicht an einem fiktiven Mittelschichtkind der siebziger Jahre. Schulnoten haben in einer solchen Schule keinen Zweck, sie sind durch ein System der Anerkennung individueller Lernerfolge zu ersetzen.

    Das dreigegliederte Schulsystem in Deutschland ist geeignet, die Probleme von Kindern aus sozial- und einkommensschwachen Kindern zu potenzieren. Hier findet Auslese statt, die Kinder, die in ihren Familien nicht ideale Bedingungen vorfinden, aufs Abstellgleis schiebt. Durch die „Bildungsappartheid“, die sich in der Hauptschule niederschlägt, erhalten diejenigen, die am dringendsten Förderung brauchen sie am wenigsten. Die gesellschaftliche Missachtung die der Hauptschule und den sie besuchenden SchülerInnen entgegen gebracht wird, schlägt sich in einer schlechten Finanzausstattung, zu wenig Lehrpersonal, ungeeigneten Lehrbüchern und in Anforderungen, die die Heranwachsenden als ohne jeden Zusammenhang mit ihrem Lebensalltag empfinden, nieder. Schülerinnen und Schüler, die auf die Hauptschule überwiesen werden und noch nicht gut lesen und schreiben können, machen dort in der Regel keine Fortschritte mehr. Nicht selten verlassen sie die Schule ohne Abschluss und ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz.

    Eine Maßnahme gegen die Lücken in der Grundbildung ist daher die Auflösung des dreigegliederten Schulsystems. Es ist zu ersetzen durch eine zwanglose und selbstverwaltete Gesamtschule mit Ganztagsbetrieb für alle Kinder ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und ihrer bisherigen Lernbiographie. Schülerinnen und Schüler sollten dort ihre eigenen Schwerpunkte setzen und sich ihre Unterrichtsfächer frei wählen dürfen. Auch an der Aufstellung von Lehrplänen und der Entwicklung von Lehrbüchern sollten sie beteiligt werden. Wo Lernen wieder lohnt, weil es tatsächliche Handlungsspielräume ermöglicht, werden auch Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben erworben.



    Qualle

    seit ca 10-15 jahren sehen wir die werbung:
    4 Millionen Menschen Analphabeten in Deutschland

    warum sind es immer noch 4 Millionen ?!
    warum sind es nicht weniger bzw mehr?
    jetzt will man in den nächsten 5 jahren laut news/medien die zahl halbieren.
    sicher?!
    ok meine rechtschreibung ist auch nicht grad die beste,
    oft chaotisch und naja kennt mich ja wird es schlimmer?!
    kennt ihr persönnlich Analphabeten?! lacht ihr über sie? oder redet bzw helfen ect...
    Also meine ehrfahrung in foren sind halt oft lern erst mal Deutsch /pisa/oh man was das
    und andere dumme sprüche die eher an talkshow niveau grenzen und so weiter.

    Wobei mich das selber nervt und ich anfangs auch ungern etwas geschrieben habe, weil es auf dauer doch nervte bzw auch man auch unsischer wird, aber irgednwann fing ich an halt einfach zu schreiben, seltenst hilfe z.b. über rechtschreibprüfung und so geholt, was ich aber doch schon gelegentlich mache und in letzter zeit schon öfters, rücksicht halt aber ansonsten hab ich keine probleme also lesen reden top, nur eben die rechtschreibung bzw grammatik. Und bewundere hier manche die sachen schreiben wo es auch spass macht da zu lesen und da denke ich, alda echt biste noch normal? oder haste eine an der klatsche?

    aber zum thema werden die menschen dümmer?
    oder was ist es?! ist es gleichgültikeit? eine krankheit?.
    welche ursachen hat das ganze, wie geht ihr damit um bzw mit den menschen ?
    und sind hier noch andere die irgendwelche schwächen haben?


    danke

    QDataseven

  • #2
    Ich weiß nicht, ob die Zahlen stimmen. 4 bis 5 Millionen hört sich schon sehr viel an. Merkwürdig an dieser Zahl ist, dass sie schon seit Jahren gleich ist.

    Ich persönlich kenne keinen Analphabeten.

    Ich bin auch der Auffassung, dass die Menschheit, schulisch gesehen, nicht dümmer wird. Ich habe noch zwei jüngere Geschwister, 10 (wird 11 am 20.09.) und 13 Jahre jung. Für beide gibt es neben der Schule noch anderes. Dennoch lernen sie auch in ihrer Freizeit, machen nicht nur ihre Hausaufgaben.MitschülerInnen geht es IMHO genau so.
    Als Gott die Welt erschuf, schickte er drei Lichter. Ein kleines für die Nacht, ein großes für den Tag, aber das schönste Licht legte er in Biancas Augen! - Als Sarah geboren wurde, war es ein regnerischer Tag, doch es regnete nicht wirklich, es war der Himmel, der weinte, weil er seinen schönsten Stern verloren hatte! - Als Emily geboren wurde, kamen alle Engel zusammen und streuten Mondstaub in ihr Haar und das Licht der Sterne in ihre wunderschönen Augen! Leonies Augen spiegeln das Blau des Meeres wieder und funkeln wie die Sterne am Nachthimmel!

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    • #3
      Ich persönlich kenne auch keine Analphabeten. Zwar Menschen, darunter Ausländer welche extrem schlecht Deutsch sprechen. Aber welche die gar nicht lesen oder schreiben können nicht.

      Die Zahlen kommen mir auch sehr hoch vor.

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      • #4
        Analphabeten oder allgemein Menschen die nicht richtig lesen und/oder schreiben können, kenne ich auch nicht. Und ich selbst habe auch keine Probleme in diesem Bereich.

        Dass die Menschheit dümmer wird, kann ich mir auch nicht vorstellen. Aber offenbar ist selbst ein abgeschlossener Schulbesuch keine Garantie dafür, dass man lesen und schreiben kann. Betroffen sind wohl vor allem Ausländer und Schüler aus sozial schwachen Verhältnissen, die weder von zu Hause, noch von der Schule aus die notwendige Unterstützung erhalten.

        Naja und bei einer Zahl von 4 Millionen hat man vlt immer ein bisschen gerundet, damit es eine einprägsame Zahl ist
        "Das was wir hinterlassen, ist nicht so wichtig, wie die Art, wie wir gelebt haben; denn letztlich sind wir alle nur sterblich!"
        (Jean-Luc Picard)

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        • #5
          Also seitdem ich Leute gesehen habe die trotz sehr schlechter Noten und mangelhaften Verhaltens irgendwie jahrelang auf dem Gymnasium gehalten wurden, wundert mich das mit den Analphabeten auch nicht.

          Irgendwie mosert man sich durch. Kann vielleicht doch ein wenig lesen und fällt aber trotzdem in die Statistik. Womöglich verlernt und meidet man diverse Dinge aus lauter Frustration und baut nachträglich ab...

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          • #6
            Natürlich kennt keiner Analphabeten, die tun ja alles um ja nicht aufzufallen,

            z.B: habe ich gestern in der Zeitung gelesen wo ein 40 jähriger seine Lese und Schreibunfähigkeit sogar vor seiner Frau versteckt hat und als man ihn in seinem Beruf zum Vorarbeiter befördert hätte, hat er lieber gekündigt als, als Analphabet darzustehen
            zum Großteil ist daran meistens das Elternhaus schuld,
            Homepage

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            • #7
              Hmmm... Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, wo Analpharbeten nun anfängt oder aufhört?
              Ist man nun ein Analpharbet, wenn man garnicht lesen und schreiben kann oder zählt man schon dazu, wenn man schon z.B. beim laut Vorlesen stottert. Mir passiert sowas sehr oft noch, aber das Problem hatte ich schon immer Irgendwie kann ich ja lesen und schreiben, zwar nicht immer fehlerfrei, obwohl ich mir dabei Mühe gebe. Naja, jetzt habe ich mich geoutet...
              Und was ist mit Lenesteniker? Zähle die auch zu den Analpharbet dazu? Ich weis es leider wirklich nicht...
              Zuletzt geändert von Oerni; 11.09.2006, 02:37.
              Liebe Grüsse, Oerni

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              • #8
                Zitat von Oerni
                Lenesteniker?
                Legastheniker nennt man die. Die können schreiben. Sie bringen, in der Regel, "lediglich" die Buchstaben durcheinander. Wenn du lesen und schreiben kannst, dafür aber nicht vorlesen kannst, bist du kein Analphabet. Du kannst ja schließlich lesen und schreiben. Übrigends war sogar Albert Einstein Legastheniker.

                Irgendwie kann ich ja lesen und schreiben, zwar nicht immer fehlerfrei, obwohl ich mir dabei Mühe gebe.
                Die meisten schreiben nicht fehlerfrei. Ich halte mich immer noch, so weit wie es geht, an die alte Rechtschreibung und ich hau ständig Rechtschreifehler rein. Ich musste in der Schule sogar in den Deutsch Nachhilfekurs. Hier im Forum schreibt mit Sicherheit kaum jemand einwandfrei. Was auch nicht ganz so schlimm ist. Wichtiger ist es das das geschriebene auch verstanden werden kann.

                cu, Spaceball

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                • #9
                  Zitat von Spaceball Beitrag anzeigen
                  Übrigends war sogar Albert Einstein Legastheniker.
                  cu, Spaceball
                  Das Legasthenie nicht mit Intelligenz zu tun hat es mir bekannt. Aber nicht das Einstein einer war. Hast du eine Quelle? Weil das interessiert mich jetzt wirklich mal.

                  Ich hatte lediglich in einer Biographie gelesen das er erst spät sprechen konnte. Was aber damit nichts zu tun hat.

                  Angeblich soll er auch in Mathe nicht so gut gewesen sein, was aber ein Gerücht ist.

                  Ein damaliger Schulfreund war auch Legastheniker und hat später Abitur und eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht. Ist er heute immer noch.


                  PS: Ich habe eine dem/den Schwäche(peile das immer noch nicht richtig). Und manchmal mit Kommas.

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                  • #10
                    Ich hatte mal eine Beziehung mit jemandem, der nur mit Mühe lesen konnte. Hab ihn lustigerweise übers Internet kennen gelernt und mich beim chatten immer gewundert, dass so lange keine Antwort kam und dann erst noch komisch geschrieben, so dass ich es manchmal laut ausprechen musste, um draufzukommen, was er meinte. Ich bin aber erst nach ca. einem Monat draufgekommen, dass er kaum lesen kann. Als er mir etwas am Bildschirm gezeigt hat, das er nicht ganz verstanden hat. Ich war müde und wollte, dass er es mir schnell vorliest. Zuerst hat er rumgedruckst und als wir dann deswegen richtig streit hatten, hat er dann zugegeben, dass er sehr grosse Mühe mit lesen hat. Beim chatten hatte ihm meistens seine kleine Schwester geholfen. Deswegen war er auch immer bei der Autofahrprüfung durchgefallen. Ich habe dann ihn solange bearbeitet, bis er einsah, dass Autofahren in einer ländlichen Umgebung mit Kindern einfach notwendig ist. Daraufhin hat er sich zu einem Analphabetenkurs angemeldet. Heute kann er ziemlich gut lesen, einigermassen schreiben (Er hat aber auch gemerkt, dass es aufm Word ein Wörterbuch gibt ) und er hat nicht nur die Autoprüfung, sondern inzwischen die Lastwagenprüfung gemacht. Glücklicherweise gibt es auch da inzwischen Hilfe mit Routenplanern und so. Trotzdem muss er jetzt jeden Tag lesen.
                    Was für eine Karriere, vom Arbeitslosen, verschuldeten aber liebenswerten Typen, zum lesenden, selbstverantwortlichen Familienvater. Er sagt heute noch, dass wenn er mir nicht über den Weg gelaufen wär, obwohl ihm das Beziehungsende weh getan habe, er wohl nicht soweit sei. Dabei zeigt er mir immer wieder stolz die Bilder seiner Tochter und erzählt, dass er seine Frau selbst ins Krankenhaus gefahren hat.
                    Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
                    Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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                    • #11
                      Ich kenne auch keine Analphabeten, jedoch Leute, deren Rechtschreibung nicht die beste ist. Die Zahl von 4 Millionen Analphabeten ist natürlich extrem hoch. Wahrscheinlich ist die Dunkelziffer noch höher. Was mich am meisten wundert: wie kommen Leute, die weder lesen noch schreiben können, überhaupt durch die Schulzeit?

                      Wie mag das sein, weder lesen noch schreiben zu können? Als wenn man eine Fremdsprache vor sich sieht, die einem nichts sagt? Chinesisch oder Russisch oder so? Mir hat Deutsch immer gelegen, deswegen könnte ich es mir absolut nicht vorstellen, nicht lesen und nicht schreiben zu können.

                      Außer der Legasthenie gibt es ja auch noch die Dyslexie. Was ist da eigentlich der Unterschied? Beides sind doch Lese- und Schreibschwächen.

                      Übrigens, soweit ich weiß, ist John de Lancie (Star Trek, Q) Legastheniker.
                      Join the Vorta-Fanclub! Hier könnt ihr eure Meinung zu Weyoun & Co. schreiben! Jeder ist willkommen ;-)! ~~~~~~
                      "Gewagt hast du, meiner zu spotten und Widerrede zu führen gegen Melkor, den Meister aller Geschicke von Arda!"
                      "Denn bin nicht auch ich ein Vala? Ich bin´s, und mehr noch als die, welche da stolz in Valimar sitzen!"
                      (Tolkien: Das Silmarillion)

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                      • #12
                        Warum können manche nicht lesen und schreiben? Da gibt es sicher mehrere Ursachen:
                        - Körperliche Einschränkungen, zb Blindheit, Hemi-, Para- und sonstige -plegie)
                        - Minderintelligenz
                        - Leute mit Legasthenie oä. Schwächen
                        - Desinteresse
                        - Faulheit

                        Ich teile die Gebiete nun nicht bestimmten Menschengruppen zu, das kann jeder selber

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                        • #13
                          Zitat von Gabriela Beitrag anzeigen
                          Ich hatte mal eine Beziehung mit jemandem, der nur mit Mühe lesen konnte. Hab ihn lustigerweise übers Internet kennen gelernt und mich beim chatten immer gewundert, dass so lange keine Antwort kam und dann erst noch komisch geschrieben, so dass ich es manchmal laut ausprechen musste, um draufzukommen, was er meinte. Ich bin aber erst nach ca. einem Monat draufgekommen, dass er kaum lesen kann. Als er mir etwas am Bildschirm gezeigt hat, das er nicht ganz verstanden hat. Ich war müde und wollte, dass er es mir schnell vorliest. Zuerst hat er rumgedruckst und als wir dann deswegen richtig streit hatten, hat er dann zugegeben, dass er sehr grosse Mühe mit lesen hat. Beim chatten hatte ihm meistens seine kleine Schwester geholfen. Deswegen war er auch immer bei der Autofahrprüfung durchgefallen. Ich habe dann ihn solange bearbeitet, bis er einsah, dass Autofahren in einer ländlichen Umgebung mit Kindern einfach notwendig ist. Daraufhin hat er sich zu einem Analphabetenkurs angemeldet. Heute kann er ziemlich gut lesen, einigermassen schreiben (Er hat aber auch gemerkt, dass es aufm Word ein Wörterbuch gibt ) und er hat nicht nur die Autoprüfung, sondern inzwischen die Lastwagenprüfung gemacht. Glücklicherweise gibt es auch da inzwischen Hilfe mit Routenplanern und so. Trotzdem muss er jetzt jeden Tag lesen.
                          Was für eine Karriere, vom Arbeitslosen, verschuldeten aber liebenswerten Typen, zum lesenden, selbstverantwortlichen Familienvater. Er sagt heute noch, dass wenn er mir nicht über den Weg gelaufen wär, obwohl ihm das Beziehungsende weh getan habe, er wohl nicht soweit sei. Dabei zeigt er mir immer wieder stolz die Bilder seiner Tochter und erzählt, dass er seine Frau selbst ins Krankenhaus gefahren hat.
                          Das ist eine schöne Geschichte. Die hat mir fast schon Tränen in die Augen getrieben.

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                          • #14
                            übertreib mal nicht so. Ich habe ihm bloss den Spiegel vorgehalten. Er wollte unbedingt Familie, also hab ich ihm erzählt, was eine Frau da so meist von einem Mann erwarten könnte. Ihm wurde danach langsam klar, warum seine Beziehungen immer gescheitert waren. Und er hat eine ganz liebe Frau gefunden, die zwar schon zwei Kinder hatte, aber wenn man sich liebt, spielt das keine Rolle...
                            Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
                            Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

                            Kommentar


                            • #15
                              Naja, mit dem heulen war auch nicht ernst gemeint. Trotzdem gut das du so einen Menschen zu mehr Lebensqualität verholfen hast.

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