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    auf die ich bis heute keine Antworten gefunden(bekommen) habe:


    a.) Warum schreiben Ärzte immer extrem unleserlich?

    b.) Warum werden Arbeitszeugnisse "kodiert" vom Arbeitgeber geschrieben?


    Also mit kodiert meine ich "hat seine Arbeit zu unserer Zufriedenheit erledigt" und heisst eigentlich "War ne Pfeife!".


    Dazu habe ich persönlich nur diese Antworten:

    a.) Damit nur innerhalb ihrer "Gilde" diese Sprache entziffert werden kann. Mit Ausnahme von Apothekern. Als eine Art Kodex.

    oder sie haben einfach keine Zeit


    b.) Die Arbeitgeber haben auch ihre Geheimsprache. Aus Kodexgründen.

    Oder verkaufen die Arbeitnehmer für dumm. Im wörtlichsten Sinne...


    Weiss jemand was besseres?

  • #2
    zu a weiss ich selber keine antwort.
    zu b

    soweit ich weiss ist es verboten dem exmitarbeiter, schlecht zu machen, deswegen hat man so nen codex entwickelt,

    Arbeitnehmerinteressen: Vermerkt der Arbeitgeber dass der Arbeitnehmer "...sich engagiert für Arbeitnehmerinteressen eingesetzt hat...", will er dem neuen Arbeitgeber signalisieren, dass der Arbeitnehmer aktives Gewerkschaftsmitglied und eventuell sogar streitbarer Betriebsrat war. Davon wird der neue Arbeitgeber natürlich nicht gerade begeistert sein.

    Arbeitserleichterungen: "... machte häufig Vorschläge zu Arbeitserleichterungen". Das deutet häufig auf einen faulen und bequemen Arbeitnehmer hin, dem es an ausreichendem Einsatz mangelt. Etwas anderes gilt allerdings bei dem Zusatz "...wodurch Produktionskosten eingespart werden konnten". Dann hat der Arbeitnehmer nämlich einen Blick für Innovationen - was jeden Arbeitgeber für ihn einnehmen wird.

    Ausscheiden: Steht im Zeugnis nur, wann der Arbeitnehmer ausgeschieden ist, nicht aber, warum, dann kann der neue Arbeitgeber zuverlässig davon ausgehen, dass das alte Arbeitsverhältnis verhaltensbedingt gekündigt wurde. Der Bewerber ist also mit Vorsicht zu genießen. Hat der alte Arbeitgeber das Ausscheiden jedoch mit dem Wegfall des Arbeitsplatzes begründet ( "Rationalisierungsmaßnahmen", "reduziertes Auftragsvolumen" ), ist dies für den Arbeitnehmer nicht negativ.

    Bedauern: Bedauert der Arbeitgeber im Zeugnis den Weggang des Arbeitnehmers, kann man das grundsätzlich ernst nehmen. Denn schließlich ist er ja nicht gezwungen, ein "Bedauern" ohne Not zu äußern.

    Betriebsklima: Wenn laut Zeugnis der Arbeitnehmer "...stets zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen..." hat, dann bedeutet das allgemein, dass er dem Alkohol mehr als zuträglich zuspricht und/oder Klatsch und Tratsch weiter erzählt hat.

    Dank: Kein Arbeitgeber ist verpflichtet, sich beim Arbeitnehmer zu bedanken. Tut er das doch, kann man davon ausgehen, dass er das ernst meint.

    Einfühlungsvermögen: "...bewies viel Einfühlungsvermögen in die Probleme anderer Mitarbeiter" bedeutet im Klartext, dass der Arbeitnehmer auf Sexualkontakte mit Kollegen aus war oder solche gar gehabt hat.

    Einvernehmlich: "Das Arbeitsverhältnis wurde im gegenseitigen Einvernehmen gelöst". Das bedeutet entweder, dass der Arbeitnehmer noch schnell selbst gekündigt hat, bevor er an die frische Luft befördert wurde. Das gilt insbesondere, wenn die Bemerkung ohne weitere Zusätze im Zeugnis steht. Entsprechend positiv umschrieben deutet es jedoch darauf hin, dass tatsächlich ein Auflösungsvertrag (oder aber ein Vergleich in einem Kündigungsschutzprozeß) geschlossen wurde.

    Geselligkeit: "...war wegen seiner Geselligkeit bei der Belegschaft beliebt". Um es kurz zu machen: Vergleiche unter "Betriebsklima".

    Pünktlichkeit: "...war stets pünktlich". Eine solche Bemerkung findet sich in Zeugnissen nur, wenn dem Chef einfach nichts Positives über den Arbeitnehmer einfallen wollte. Pünktlichkeit ist selbstverständlich! Wenn sie trotzdem ausdrücklich erwähnt wird, bedeutet das nur: Der Arbeitnehmer taugt nichts, aber wenigstens war er immer pünktlich.

    Verbesserungsvorschläge: "...war immer für einen Verbesserungsvorschlag gut". Eine sehr zweischneidige Bemerkung! Wenn sie nicht mit Zusätzen garniert ist, die klarstellen, dass die Verbesserungsvorschläge auch umgesetzt wurden, wird der Arbeitnehmer durch diese Beurteilung als Querulant und Besserwisser entlarvt.

    Zukunftswünsche: Vergleiche Dank und Bedauern. Nichts Negatives.


    abe alles im allem ist es auch quatsch, den nicht jeder chef schriebt das arbeitszeugniss und das was da drin steht ist oft nicht im sprachgebrauch zu nutzen, oft will man es halt "positiv" schreiben und man kann viel herrauslesen wenn man will, aber meistesn sind es ja auch die sekräterinen die es schreiben..


    man hat das recht ein arbeitszeugniss auch nach 2 jahren von seiner ehemaliegen firma zu erhalten.

    und am besten ist es wenn man sich ein zwischenzeugniss geben lässt so 6 monate, nach arbeitsantritt und es mit dem letzten wenn man kündigt oder entlässt wird, auch zu vergleichen.

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    • #3
      Naja, ob die Sekretärinnen selbstständig Beurteilungen über Arbeitnehmer schreiben dürfen?

      Wohl eher im Auftrag - tippsen.


      PS: Indirekt wird der Arbeitnehmer ja teilweise schlecht gemacht. Die wissen nämlich genau was diese Umschreibungen bedeuten, die Arbeitgeber. Konkrete Bewertungen wären doch für beide Seiten besser.

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      • #4
        Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
        Naja, ob die Sekretärinnen selbstständig Beurteilungen über Arbeitnehmer schreiben dürfen?

        Wohl eher im Auftrag - tippsen.


        PS: Indirekt wird der Arbeitnehmer ja teilweise schlecht gemacht. Die wissen nämlich genau was diese Umschreibungen bedeuten, die Arbeitgeber. Konkrete Bewertungen wären doch für beide Seiten besser.
        wenn du jemanden einen auswischen willst dann .... aber ist aber leider so, bei den gastarbeitern oder hilfsarbeitern, wenn es jetzt ne höhere position ist zb chef, oder leiter ect.. dann sicher ist "der" Boss der das macht bzw. ansonsten wie du sagstest Wohl eher im Auftrag - tippsen, aber wer hat den früher wirklich darauf geachtet ? bzw gewusst was da drin steht? Die, die kein deutsch können raffen es nicht, und haben sich nicht dafür interessiert und die, die es verstanden haben, dachten das es "gut" ist und freuten sich.
        Die haben da ihre standart texte fertig und geben nur den rest an persönnlichen angaben und tätigkeit. Habe auch welche und ok es steht "nix" negatives drin, glaube ich aber wenn ich es jetzt ernst nehmen würde dann währe es negativ, nur es steht auch wa sich gemacht habe und ich weiss auch das es kein chef selber geschieben hat, bzw eher im auftrag.

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        • #5
          Es gibt auch Personalchefs. Die sind trotzdem nicht Chefs der Firma.

          Und bei kleineren Firmen macht das der Chef bestimmt selber oder sagt es der Tippse.

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          • #6
            Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
            Es gibt auch Personalchefs. Die sind trotzdem nicht Chefs der Firma.

            Und bei kleineren Firmen macht das der Chef bestimmt selber oder sagt es der Tippse.
            ok die gibt es auch aber es gibt auch die anderen
            ich habe bei grösseren und kleineren firmen gearbeitet und habe beides kennegelernt

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            • #7
              Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
              Naja, ob die Sekretärinnen selbstständig Beurteilungen über Arbeitnehmer schreiben dürfen?

              Wohl eher im Auftrag - tippsen.


              PS: Indirekt wird der Arbeitnehmer ja teilweise schlecht gemacht. Die wissen nämlich genau was diese Umschreibungen bedeuten, die Arbeitgeber. Konkrete Bewertungen wären doch für beide Seiten besser.
              Laut Rechtsprechung ist es aber nicht gestattet, in einem Arbeitszeugnis den Arbeitnehmer schlecht zu machen, weil dies ihm ja die Chance auf eine neue Stelle verschlechtern würde. Das ist mal so entschieden worden und nun ist es halt so - de facto sind diese Euphemismen ja nix anderes als Noten, aber eben ohne rechtliche Konsequenzen.
              Die Erklärung für a) dürfte übrigens einfach sein, dass Ärzte so viel auf die Schnelle schreiben müssen - da verrutscht die Handschrift dann automatisch irgendwann. Bei manchen ist es inzwischen vielleicht auch sowas wie Standesdünkel.

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              • #8
                Zitat von Jack Crow Beitrag anzeigen
                Laut Rechtsprechung ist es aber nicht gestattet, in einem Arbeitszeugnis den Arbeitnehmer schlecht zu machen, weil dies ihm ja die Chance auf eine neue Stelle verschlechtern würde. Das ist mal so entschieden worden und nun ist es halt so - de facto sind diese Euphemismen ja nix anderes als Noten, aber eben ohne rechtliche Konsequenzen.
                Noten oder sachlichen Bewertungen spiegeln doch nur das wieder was auch geleistet wurde. Oder es sollte so sein. Aber gut, wenn es so vorgeschrieben ist.

                Auf der anderen Seite können "Euphemismen" einen genauso schlecht machen. Auch wenn es sich auf den ersten Blick nicht so anhört.

                Die Erklärung für a) dürfte übrigens einfach sein, dass Ärzte so viel auf die Schnelle schreiben müssen - da verrutscht die Handschrift dann automatisch irgendwann. Bei manchen ist es inzwischen vielleicht auch sowas wie Standesdünkel.
                Mit Standesdünkel meinst du eine Art "Markenzeichen" das für den Stand "Arzt" stehen soll?

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                • #9
                  Genau - daß Ärzte eine Saukalue haben ist gewissermaßen eine "Volksweisheit" - was liegt dann also für den Arzt näher als sich genauso zu verhalten (bzw. sich einfach keine Mühe mehr zu geben)? Es ist aber ja auch tatsächlich so daß die Handschrift schlechter wird, wenn man sehr oft kurze Notizen aufschreiben muss, geht jedenfalss mir auch so.

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                  • #10
                    Naja, ich habe selber auch keine schöne Schrift. Meistens ist sie aber noch leserlich.

                    Wie gut das es Tastaturen gibt. Ein Horror für Graphologen.

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                    • #11
                      Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
                      a.) Warum schreiben Ärzte immer extrem unleserlich?
                      Das mit dem Standesdünkel ist gar nicht mal so dumm. Man muss sehen, dass die Ärzteschaft in der Gesellschaft als eine besonders gut ausgebildete und hoch angesehene Gruppe gilt. Die Ärzte sind deshalb besonders daran interessiert, sich nicht in die Karten schauen zu lassen und umgeben sich daher mit einer mystischen Aura, d.h. sie versuchen irgendwie zu verschleiern, dass es bei ihnen unter der Bettdecke genauso stinkt wie bei "normalen" Leuten - um es mal etwas salopp auszudrücken.
                      Das erreichen sie damit, indem sie sich anders kleiden und sich anders artikulieren als die Nicht-Ärzte. Eine andere beliebte Strategie ist die der unleserlichen Schrift. So habe ich es während meines Zivildienst häufig erlebt, dass selbst einfache Krankheitsbilder (z.B. ein Besoffener, der sich am Kopf gestoßen hat) auf dem Einweisungsschein (oder anderen Formblättern) extrem undeutlich notiert wurden. Vermutlich wollten sich die Ärzte damit vor rangniederen Beschäftigten nicht bloßstellen, denn vieles hätte auch eine einfache Krankenschwester diagnostizieren können.

                      Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
                      b.) Warum werden Arbeitszeugnisse "kodiert" vom Arbeitgeber geschrieben?
                      Ich finde Arbeitszeugnisse absolut lächerlich und micht wundert, dass sie sich auch heute noch so großer Beliebtheit erfreuen. Eigentlich sind sie durch die "Kodierung" völlig entwertet worden. Man kann absolut nicht mehr einschätzen, ob ein Beschäftiger tatsächlich gute oder weniger gute Arbeit geleistet hat oder ob der Sachbearbeiter (der das Zeugnis erstellt hat) den Code gekannt hat. Eine Unsitte ist auch, dass Arbeitszeugnisse häufig von den betroffenen Beschäftigten selbst formuliert und vom Arbeitgeber lediglich unterschrieben werden.
                      Mein Profil bei Last-FM:
                      http://www.last.fm/user/LARG0/

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                      • #12
                        Das Problem ist halt, dass unser Arbeitsrecht praktisch ein Zeugnis vorschreibt, in dem der ehemalige Arbeitgeber nur 1 und max. eine 2 verteilen darf, egal wie die Leistung war. Da so ein Zeugnis vollkommen sinnlos ist, hat sich eben eine informelle Sprache eingebürgert.
                        LANG LEBE DER ARCHON

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                        • #13
                          Und jetzt wird es teilweise umgekehrt über die "Hintertür" gemacht.

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