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Alkohol – gesellschaftliche Aspekte

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  • Alkohol – gesellschaftliche Aspekte

    Ich war neulich auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und dabei ist mir etwas aufgefallen, wofür ich keine befriedigende Erklärung habe:
    Ich wurde mehrfach gefragt, warum ich kein alkoholfreie Cocktails, Säfte, Wasser usw. trinke – jedoch keine alkoholischen Getränke. Meine Erklärung, ich habe aktuell keinen Appetit darauf, schien nicht zufriedenstellend zu sein, denn die Nachfragen und die verstörten Blicke gingen weiter. Nun ist das kein großes Drama für mich – schließlich hängt mein Wohlbefinden nicht davon ab, ob andere ihre Augenbraue hochziehen. Ich habe früher mal Bier getrunken, um zu den "Erwachsenen" dazuzugehören, obwohl mir das alles andere als gut geschmeckt hatte. Diese Zeiten sind vorbei. Ich mache in meiner Freizeit nur das, wobei/womit ich mich wohl fühle.

    Trotzdem ist es irgendwie seltsam, dass es in vielen sozialen Situationen ein „Problem“ darstellt, wenn man keinen Alkohol trinkt. Mir scheint, es wird häufiger akzeptiert, wenn man Vegetarier/Veganer oder Nichtraucher ist, als wenn man keinen Alkohol trinkt. In anderen Ländern ist das sogar noch viel ausgeprägter. Wenn man z.B. in den ehemaligen Sowjet-Republiken keinen Alkohol trinkt bzw. sich nicht als trinkfest erweist, bleiben einem viele Türen verschlossen und ist beim Knüpfen sozialer Netzwerke deutlich benachteiligt.

    Warum ist es so wichtig Alkohol zu trinken?Gibt es nicht Dinge, die wichtiger sind?

    Vorläufige Hypothesen:
    - Alkohol ist in unserem Kulturkreis mit Männlichkeit/Erwachsensein verknüpft. Demzufolge wird das Fehlen von Alkohol als Defizit angesehen.

    - Alkohol fördert die Geselligkeit.
    - Wer keinen Alkohol trinkt, ist nicht normal. Was nicht normal ist, ist nicht gut.

    Mich würden eure Einschätzungen interessieren. Vielen Dank vorab.


    Mein Profil bei Last-FM:
    http://www.last.fm/user/LARG0/

  • #2
    Hallo!

    Also in meiner Familie spielt(e) Alkohol eigentlich immer eine sehr geringe Rolle, dementsprechend auch kaum eine bei Familienfesten. Aber man merkt schon die Unterschiede, dass vor allem die einheimischen Familienmitglieder (Österreicher) einen anderen „freizügigeren“ Bezug zu Alkohol haben, als jene mit ausländischen Wurzeln/Einfluss in der Erziehung.
    Richtig betrunkene Menschen hab ich auf einer unserer Familienfeste noch nie erlebt.
    Ist die Feier in einem Lokal, ist es immer so, dass sich mal eine kleine Gruppe an der Bar/Nebenraum trifft und die dort irgendwas Alkoholisches trinken (gleichzeitig sind das auch eher die Raucher der Familie), beim Hauptraum der Feier bleibt es aber automatisch immer alkoholfrei (auch rauchfrei) und so wirken wohl eher die Alkoholtrinker bei uns als die „Exoten“, aber hierbei nicht als „schlecht“ oder sonst wie negativ in den Augen der anderen Leute angesehen, sondern eher als „so ist das halt mal in Österreich, sollens ruhig machen, wenns wollen“.
    Bei Feiern zu Hause gibt es aber sehr selten Alkohol, eventuell mal etwas heißen Pflaumenwein.
    Eine "mangelnde Geselligkeit" oder weniger Fröhlichkeit unter den komplett alkoholfrei feiernden Menschen im Gegensatz zu den alkoholtrinkenden kann ich nicht erkennen.

    In Meghalaya (Indien), wo meine Mama herkommt, ist das mit dem Alkohol viel strenger geregelt. Ihre Erziehung und Sozialisation war dazu auch geprägt von noch strengeren Verwandten aus dem heutigen Bangladesh, dort war (ich glaube, noch immer) Alkohol sowieso verboten.
    Bei der Erziehung ihrer Kinder hat sie ihre Zurückhaltung gegenüber Alkohol wohl mit einfließen lassen, aber so vor 20 – 30 Jahren war (auch bei dem Thema Alkohol) eine strenge Erziehung in Österreich noch einfach.

    Heutzutage ist so eine strenge Erziehung eher schwierig. Es scheint so, als käme es vermehrt auf, dass Jugendliche bei ihrem „Coolness“getue immer früher Alkohol trinken.
    Das Alkoholtrinken der Jugendlichen ist ein richtiges Problem, dass uns innerhalb der Familie immer mehr bewusst geworden ist, als unsere Kinder nach der Reihe ins Teenageralter gekommen waren. Wenn sich schon die 13 – 14jährigen Freunde (abgesehen mal davon, warum Kinder in dem Alter schon Fortgehen dürfen) unserer Kinder regelmäßig Alkohol trinken, ist das schon sehr bedenklich, überhaupt wenn man selbst nur sehr wenig mit Alkohol zu tun hat. Ob das jetzt nur in manchen Teilen von Österreich so ist oder auch zB. in Deutschland, weiß ich aber nicht.

    Dann erscheint mir dieses Alkoholtrinken hier auch klar als „Männlichkeits“getue.
    Sieht man im ländlichen Raum sehr gut bei den diversen Festln, also übertriebenes Alkoholtrinken als „Männlichkeits“getue und als „Coolness“getue der Jugendlichen, wie das in einer Stadt ist, weiß ich nicht.


    Vieles rund um Alkohol scheint aber auch tiefer in der Lebensweise und Kultur in Österreich (und wohl auch in anderen europäischen Staaten) verwurzelt zu sein. Je nach Region gibt’s sehr unterschiedliche Schnäpse, Biere, Weine, das wird kulturell sehr hoch gehalten, gepflegt und in der Tourismusbranche angepriesen.

    Meine Schwester hat einen Bauernhof, sie hat früher auch in den Sommerferien einen Teil des großen Hauses als Ferienwohnung für “Urlaub am Bauernhof“ vermietet und da hat sie schnell herausgefunden, dass sich Gäste bei einem Urlaub auf einem traditionellem Bauernhofbetrieb in Österreich diverse alkoholische Getränke wünschen. Sie hat sich da ordentlich darüber informieren müssen und auch etwas „eintrinken“ müssen, die Gäste laden gerne ein und anscheinend gehört es zum Plaudern wirklich dazu, dass Alkohol getrunken wird.

    Das Thema Alkohol scheint aber auch bei der „edlen“ Gastronomie eine Standardrolle zu spielen, ist also auch was für die „gebildeteren und reicheren“ Menschen.

    Meine Nichte hat eine höhere Schule für Tourismus und Kultur besucht. Dort haben die alleine nur den Alkohol betreffend so viel gelernt, Sommelier- und Bierkenner-Kurse hat es zB. auch gegeben.
    Bei den Servierprüfungen der Schüler waren die Eltern/Verwandte/Bekannte auch eingeladen zum Mittagessen (die Kinder mussten servieren) und da hatte ich tatsächlich meinen ersten „Rausch“. Schon bei diesem 5gängigen Nobelmenü bekam man einen Aperitif, 2 verschiedene Weine während des Essens, einen Kaffee mit irgendeinem Likör darin und zum Abschluss noch einen Schnaps aus der Region.
    Puh, und das wird anscheinend tatsächlich als „normaler“ Alkoholkonsum während so eines Essens angesehen!
    Da ich den Prüfling mit Extrawünschen nicht durcheinander bringen wollte, hab ich da halt auch mitgemacht und an allen Getränken freundlich genippt, aber so manch andere Leute haben da richtig ordentlich viel getrunken, zumindest wurde es im Saal gegen Schluss hin schon sehr laut und ausgelassen, und das eigentlich alles mitten am Tag!

    Alkohol, Kultur, die Sitten und Traditionen scheinen also sehr eng miteinander verwoben zu sein in Österreich (Europa?). Frankreich scheint ja auch sehr berühmt zu sein für die Weine, was ich so durch meine Nichte und ihrem Praktikum in Frankreich mitbekommen habe.

    Alkohol scheint wirklich irgendwie „selbstverständlich“ zu sein. Tatsächlich wurde schon vor der Prüfung gefragt, ob irgendwelche Eltern eventuell vegetarisch/vegan essen wollen, aber wegen dem Alkohol kam man wohl nicht auf die Idee, dass man das hinterfragt. Und die Prozedur rund um die ganzen alkoholischen Getränke mit den verschiedenen Gläsern, Präsentation, usw. scheint auch sehr wichtig (für mich hat das ganze sowieso so furchtbar dekadent und übertrieben gewirkt) zu sein.

    Alkoholtrinken also beim „Männlichkeits“getue (ist mir bei Frauen zumindest niemals aufgefallen), „Cooless“getue bei Jugendlichen und anscheinend als eine „Selbstverständlichkeit“ in der Tradition und Kultur.


    LG Lapdiang

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    • #3
      Zitat von Counselor Lapdiang Beitrag anzeigen
      Alkohol scheint wirklich irgendwie „selbstverständlich“ zu sein. Tatsächlich wurde schon vor der Prüfung gefragt, ob irgendwelche Eltern eventuell vegetarisch/vegan essen wollen, aber wegen dem Alkohol kam man wohl nicht auf die Idee, dass man das hinterfragt. Und die Prozedur rund um die ganzen alkoholischen Getränke mit den verschiedenen Gläsern, Präsentation, usw. scheint auch sehr wichtig (für mich hat das ganze sowieso so furchtbar dekadent und übertrieben gewirkt) zu sein.
      Genau DAS ist das Gefährliche an der Sache. Dass es so Selbstverständlich ist. Dabei ist und bleibt, bei allem Zelebrieren des Genusses, Alkohol eine Droge. Das wird nur allzugerne vergessen/verdrängt.
      Ich habe schon erlebt, dass wenn man Menschen fragt, die täglich ein oder mehrere alkoholische Getränke konsumieren (zum Beispiel zum Essen), warum sie das tun, folgende Antworten kommen: "Was soll man denn sonst trinken?" - "Man kann doch nicht 'dauernd' Wasser trinken, da bekommt man ja Läuse in den Bauch." - "Bier ist ein Grundnahrungsmittel." - "Schnapps ist gut für Cholera." Und das wurde völlig ernst und bis auf die letzte Antwort nicht augenzwinkernd geäußert.
      Der tägliche "Genuss" wird so selbstverständlich so "gewöhnlich", dass ein Leben ohne das alkoholische Getränk als negativ beschrieben wird oder dass es sogar gar nicht mehr vorstellbar ist. Ein oftmals schleichender Prozess, der letztendlich in die Sucht führt OHNE dass es dem Süchtigen bewusst ist.

      Was man dagegen "tun" kann, um nicht in diesen schleichenden Prozess zu gelangen? Sich von Anfang an und IMMER wieder bewußt zu machen, dass Bier, Wein etc. etwas "Besonderes" ist, was man eben NICHT dauernd und täglich benötigt. Dass es auch nicht nötig ist, mitzutrinken, nur weil andere einen ansonsten komisch ansehen.
      Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination

      Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)

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      • #4
        Zitat von Largo Beitrag anzeigen
        Ich wurde mehrfach gefragt, warum ich alkoholfreie Cocktails, Säfte, Wasser usw. trinke – jedoch keine alkoholischen Getränke. Meine Erklärung, ich habe aktuell keinen Appetit darauf, schien nicht zufriedenstellend zu sein, denn die Nachfragen und die verstörten Blicke gingen weiter.
        Oh, das kenne ich. Egal auf welcher Feier man ist - es wird versucht, einem Alkohol aufzudrängen. Meistens kommt dann auf meine Ablehnung die verschiedenen Variationen von "Wieso? Hast Du Probleme mit Alkohol?" Meine Antwort "Nö. Mir schmeckt das Zeug einfach nicht." ruft dann - wie bei Dir - Verwirrung und ungläubiges Kopfschütteln hervor.

        Warum das so ist? Gute Frage. Es hat vielleicht etwas mit dem Gefühl von Zusammengehörigkeit zu tun, damit dass man selbst den Alkohol als angenehm empfindet und alle anderen auch an diesem als gemeinsam erlebten Wohlgefühl der Gruppe teilhaben lassen will (ähnlich wie bei Kiffern). - Ähnlich vielleicht wie bei einer Poolparty, in der alle im Pool sitzen, nur einer nicht. Der Eine wird auch immer wieder dazu aufgefordert, endlich auch in den Pool zu springen.
        *Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.*
        *Alles was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form.*
        Indianische Weisheiten
        Ich bin nicht kaffeesüchtig, aber wenn ich irgendwann einmal verbrannt werde, werde ich vermutlich nicht zu Asche zerfallen, sondern zu Kaffeesatz! ;)

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        • #5
          Zitat von Largo Beitrag anzeigen
          Ich war neulich auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und dabei ist mir etwas aufgefallen, wofür ich keine befriedigende Erklärung habe:
          Ich wurde mehrfach gefragt, warum ich kein alkoholfreie Cocktails, Säfte, Wasser usw. trinke – jedoch keine alkoholischen Getränke. Meine Erklärung, ich habe aktuell keinen Appetit darauf, schien nicht zufriedenstellend zu sein, denn die Nachfragen und die verstörten Blicke gingen weiter. Nun ist das kein großes Drama für mich – schließlich hängt mein Wohlbefinden nicht davon ab, ob andere ihre Augenbraue hochziehen. Ich habe früher mal Bier getrunken, um zu den "Erwachsenen" dazuzugehören, obwohl mir das alles andere als gut geschmeckt hatte. Diese Zeiten sind vorbei. Ich mache in meiner Freizeit nur das, wobei/womit ich mich wohl fühle.

          Trotzdem ist es irgendwie seltsam, dass es in vielen sozialen Situationen ein „Problem“ darstellt, wenn man keinen Alkohol trinkt. Mir scheint, es wird häufiger akzeptiert, wenn man Vegetarier/Veganer oder Nichtraucher ist, als wenn man keinen Alkohol trinkt. In anderen Ländern ist das sogar noch viel ausgeprägter. Wenn man z.B. in den ehemaligen Sowjet-Republiken keinen Alkohol trinkt bzw. sich nicht als trinkfest erweist, bleiben einem viele Türen verschlossen und ist beim Knüpfen sozialer Netzwerke deutlich benachteiligt.

          Warum ist es so wichtig Alkohol zu trinken?Gibt es nicht Dinge, die wichtiger sind?

          Vorläufige Hypothesen:
          - Alkohol ist in unserem Kulturkreis mit Männlichkeit/Erwachsensein verknüpft. Demzufolge wird das Fehlen von Alkohol als Defizit angesehen.

          - Alkohol fördert die Geselligkeit.
          - Wer keinen Alkohol trinkt, ist nicht normal. Was nicht normal ist, ist nicht gut.

          Mich würden eure Einschätzungen interessieren. Vielen Dank vorab.

          Ich glaube nicht, dass dir da einer von uns weiterhelfen kann. Ich trinke selbst auch keinen Alkohol, weil er mir nicht schmeckt und seit dem ich kein Teenager mehr bin werde ich dafür auch nicht mehr schief angeschaut. Ich trinke meistens Wasser. Bei der Arbeit muss ich öfter mal erklären, warum ich keinen Kaffee trinke, aber bei Alkohol hat versteht jeder, dass ich nicht trinken mag was mir nicht schmeckt. Manchmal will man mich überzeugen, Alkohol so stark zu verdünnen, dass ich ihn nicht mehr schmecke, da frag ich dann warum ich das tun sollte und gut ist. Wenn mir jemand trotzdem seinen Cocktail oder Getränk zum probieren anbietet und ich es nicht kenne, probier ich es und sage wie es mir schmeckt. Vielleicht liegt die Ursache, des von dir geschilderten Phänomens, das nicht an unserem Kuluturkreis sondern am Auftreten des Abstinenten Individuums in der Gruppe bzw. der Interaktion der beiden.

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          • #6
            Alkohol ist prinzipiell ja eine Schwäche. Rein physisch - und denkt man jetzt mal an die gute alte Zeit in der Gewalt noch zum Alltag gehörte - ist man unter Einfluss von Alkohol ein deutlich schwächerer Gegner im Kampf. Auf die heutige Zeit bezogen im Kampf um sozialen Status - beim Diskutieren, sich benehmen, gut ankommen etc.
            Durch gemeinsames Schwäche zeigen baut man Vertrauen auf. Wenn alle trinken und einer nicht, ist derjenige im Vorteil. Sich so richtig gehen lassen macht nur in der Gruppe Spaß und wenn alle dabei sind. Durch das nicht mittrinken zeigt man indirekt seine nicht-zugehörigkeit , ist weniger vertrauenswürdig und schließt sich aus.
            Das passiert natürlich unterbewusst und Freunde die nichts trinken werden dann versucht mit ins Boot zu holen.
            So ein "Alter was haben wir uns gestern daneben benommen, hö hö hö" kommt natürlich besser als ein "Du hast dich gestern aber daneben benommen" vom Abstinenten.

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            • #7
              Was den gesellschaftlichen Druck angeht, gibt es ein probates Mittel: seine Position früh und deutlich klar machen (" Danke nein, ich bin schon so lustig genug!" ) Nichttrinkertum stellt dann in der Regel kein Problem mehr da. Bei halbherzigem Ablehnen hingegen ("eigentlich wollte ich ja nichts trinken...) wird gerne unterstellt, dass das nur ein Teil des Spiels sei und man kann sich auf weitere Nachfragen gefasst machen.

              Nichtsdestotrotz ist der Alkoholkonsum ein Zeichen von Kultur und Kultiviertheit. Schon Enkidu wurde erst zum richtigen Menschen als er sich mit Bier abfüllte (ein Fakt, den Picard frecherweise unterschlagen hat) und es gibt sogar die Theorie, dass das Verlangen nach Alkohol der Anstoß für die landwirtschaftliche Revolution war.

              I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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              • #8
                Ok, hat mir schon mal sehr weitergeholfen. Ich will versuchen, die wesentlichen Hypothesen aus euren Beiträgen zu destillieren:

                Das Trinken von Alkohol ist fest mit unserer (westlich-abendländischen?) Kultur verbunden. Personen, die keinen Alkohol trinken sind sozusagen Kulturbanausen.
                Ich würde dem zwei Gegenargumente entgegnen:
                1. Viele Menschen wissen und fühlen auch nicht, dass sie eine Kultur/Tradition bewahren bzw. möchten.
                2. Es gibt viele weitere Elemente in unserer Kultur, die jedoch als völlig unproblematisch angesehen werden, wenn man sich ihnen entzieht. Beispielsweise stellt es kein Problem dar, wenn man keine Milch trinkt, obwohl das Trinken von Milch eine wichtige Triebfeder für die Entwicklung unserer orientalisch-abendländlischen Kultur gewesen ist. In weiten Teilen Afrikas und Asiens trinkt man traditionell keine Milch.

                [Off-Topic: Beim Nachdenken ist mir ein weiteres Element unserer Kultur eingefallen, was einen sehr verbindlichen Charakter hat: der Kragen. Wenn man in einer bestimmten Situation keinen Kragen trägt, wird man schief angesehen, obwohl es keine technische Erklärung gibt, warum ein Kragen wichtig ist. Es ist nur ein gesellschaftliches Symbol.]

                Alkohol trinken ist eine Selbstverständlichkeit - im Sinne eines (unbewussten) Reflexes.
                Ja, da ist einiges dran. Allerdings gibt es auch andere Reflexe, deren Unterlassen völlig unproblematisch ist. Wenn man beispielsweise kein Fleisch essen oder keine Zigarette rauchen möchte, dann gibt es in der Regel keine lange Diskussion.

                Nicht das Trinken von Alkohol bzw. Unterlassen desselben ist entscheidend, sondern dass sich alle auf Augenhöhe bewegen. Man versucht denjenigen, der kein Alkohol trinkt, einzufangen.
                Finde ich sehr plausibel. Die Versuche, jemandem Alkohol anzubieten, sind meistens von einer freundlichen Absicht geprägt.

                Das Trinken von Alkohol ist ein Zeichen von Männlichkeit.
                Kann ich zu 100% unterschreiben.


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                • #9
                  Hallo, Largo!


                  Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                  Ok, hat mir schon mal sehr weitergeholfen. Ich will versuchen, die wesentlichen Hypothesen aus euren Beiträgen zu destillieren:

                  1. Das Trinken von Alkohol ist fest mit unserer (westlich-abendländischen?) Kultur verbunden. Personen, die keinen Alkohol trinken sind sozusagen Kulturbanausen.
                  Ich würde dem zwei Gegenargumente entgegnen:
                  1. Viele Menschen wissen und fühlen auch nicht, dass sie eine Kultur/Tradition bewahren bzw. möchten.
                  2. Es gibt viele weitere Elemente in unserer Kultur, die jedoch als völlig unproblematisch angesehen werden, wenn man sich ihnen entzieht. Beispielsweise stellt es kein Problem dar, wenn man keine Milch trinkt, obwohl das Trinken von Milch eine wichtige Triebfeder für die Entwicklung unserer orientalisch-abendländlischen Kultur gewesen ist. In weiten Teilen Afrikas und Asiens trinkt man traditionell keine Milch.

                  2. [Off-Topic: Beim Nachdenken ist mir ein weiteres Element unserer Kultur eingefallen, was einen sehr verbindlichen Charakter hat: der Kragen. Wenn man in einer bestimmten Situation keinen Kragen trägt, wird man schief angesehen, obwohl es keine technische Erklärung gibt, warum ein Kragen wichtig ist. Es ist nur ein gesellschaftliches Symbol.]

                  3. Alkohol trinken ist eine Selbstverständlichkeit - im Sinne eines (unbewussten) Reflexes.
                  Ja, da ist einiges dran. Allerdings gibt es auch andere Reflexe, deren Unterlassen völlig unproblematisch ist. Wenn man beispielsweise kein Fleisch essen oder keine Zigarette rauchen möchte, dann gibt es in der Regel keine lange Diskussion.

                  Nicht das Trinken von Alkohol bzw. Unterlassen desselben ist entscheidend, sondern dass sich alle auf Augenhöhe bewegen. Man versucht denjenigen, der kein Alkohol trinkt, einzufangen.
                  Finde ich sehr plausibel. Die Versuche, jemandem Alkohol anzubieten, sind meistens von einer freundlichen Absicht geprägt.

                  Das Trinken von Alkohol ist ein Zeichen von Männlichkeit.
                  Kann ich zu 100% unterschreiben.


                  1. Das Alkoholtrinken scheint mir so fest mit der Kultur verbunden zu sein, dass gar nicht mehr darüber nachgedacht wird, ob es irgendwas mit der Kultur zu tun haben könnte. Über eine „Selbstverständlichkeit“ denkt man nicht mehr nach.
                  Darum wird auch nicht bewusst darüber nachgedacht, ob es mit der heimischen Kultur zu tun hat, wenn man diese Kultureigenheit praktiziert.
                  Einige Menschen sind sich aber sehr wohl bewusst, dass sie das jetzt als „Kulthandlung“ praktizieren, zB. wenn sie gezielt regionale alkoholische Produkte konsumieren.
                  Aber sowohl die Person, die sich unüberlegt ein paar Biere reinschüttet, wie auch der sich darüber bewusste Konsument eines regionalen Weines, üben den in dieser Kultur „selbstverständlichen“ Akt des Alkoholtrinkens aus.


                  MMn wird hierzulande ein sehr großes Tamtam um den Konsum von Milchprodukten gemacht, wirkt auch wie ein Kulturgut. Schon alleine wie sehr man sich bemüht, dass auch laktoseintolerante Menschen doch noch ihre Milchprodukte haben können, in dem es immer mehr laktosefreie Milchprodukte in den Geschäften gibt.
                  Mein Bruder hat als Kind plötzlich beschlossen, keine Milch zu trinken (also in der Schule auch nicht mehr die „Schulmilch“ bestellt), na da haben aber auch alle Schulkollegen sehr häufig danach gefragt, warum er das so macht. Könnte doch vergleichbar sein damit, wie alkoholtrinkende Menschen hinterfragen, warum jemand keinen Alkohol (mehr) trinkt.


                  Warum in Teilen von Asien kaum Milch getrunken wird bzw. Milch auch überhaupt keine Rolle spielt, ist einfach derjenige, dass in diesen Erdteilen ein viel größerer Anteil der Bevölkerung laktoseintolerant ist. Das trifft auch auf den Alkohol zu, es gibt auch eine Alkoholintoleranz, in Teilen von Asien vertragen viel weniger Menschen Alkohol und noch weniger in solchen Mengen, wie es in Europa wohl als „normal“ gilt. Vielleicht haben sich früher ja in Europa gerade die trinkfestesten Typen am erfolgreichsten vermehrt... ;-)

                  2. Puh, das ist wohl ein Männerkram, über den ich gar nichts weiß.
                  Ich weiß nur von den unterschiedlichen Kulturen, die mir so eher vertraut sind, dass es bei bestimmten Anlässen erwartet wird, dass bestimmte Kleidung getragen wird und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, dann auch mal überrascht bis hin zu empört geschaut und gemeckert wird.
                  Natürlich unterscheidet sich der „Modegeschmack“ bei den verschiedenen Kulturen erheblich, aber das Prinzip der Erwartungshaltung der Gesellschaft ist wohl sehr ähnlich, obwohl man ja hier (was ich so von Österreich kenne) eh schon recht liberal ist, außer vielleicht bei der „gehoberen“ Gesellschaft, bei Geschäftsessen und ähnlichem.


                  3. MMn muss man sich immer irgendwie erklären, wenn man etwas nicht mag, was die Mehrheit der jeweiligen Gruppe aber schon mag. In meiner Schulzeit war das Rauchen noch so richtig „cool“, da wurde man ständig von den anderen genervt, warum man nicht rauchen will und obwohl die anderen ja mit ihrem wenigen Taschengeld die Zigaretten kaufen mussten, haben sie diese „wertvollen Dinger“ den Zigarettenskeptiker mit Freude geschenkt, nur damit die auch mal mitmachen. Jetzt bei der heutigen Jugend gibt es aber schon viel mehr Nichtraucher, da hat sich diese Eigenart wieder gelegt, es muss also auch eine Art „Modeerscheinung“ sein. Vielleicht ist das mit dem Alkohol ja auch mal so.
                  Hinterfragt wird aber immer, warum man dieses und jenes „einfach nicht mag“, wenn es die anderen aber doch so toll finden. Sei es jetzt bei eher „normalen“ und gar angeblich so notwendigen Lebensmittel oder ungesundes und entbehrliches Zeugs wie Zigaretten und Alkohol.

                  Da ich bei manchen Anlässen einfach nur freundlich sein will gegenüber dem Koch, Anbieter eines Produktes, usw. oder auch gar keine Lust habe, mich zu erklären und ich auch nicht immer die Vorreiterin in Sachen Toleranzeinfordern für Antiraucher, usw. sein will, weil mir das auch mal zu mühselig ist, lüge ich manchmal!
                  Alles was ich wirklich sehr eklig oder sinnlos finde, gegen das bin ich allergisch, „intolerant“ oder ich muss gerade ein Medikament nehmen, was sich nicht mit dem Konsum eines mir unbeliebten Produktes verträgt. Die Leute schlucken das sofort und ich hab meine Ruhe. Und das beste daran ist, kommen die nächsten Leute daher mit der Frage, warum ich etwas nicht konsumiere, dann brauch ich gar nicht mehr antworten, weil das schon andere Menschen für mich eifrigst übernehmen, weil ich ja so arm dran bin und das wegen meiner Gesundheit nicht „genießen“ darf! ;-)



                  LG Lapdiang

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                  • #10
                    Gibt es nicht Dinge, die wichtiger sind? Was ist gegen Alkohol zu sagen? Man kann was dagegen sagen wenn es kein Missbrauch gibt! Mich nmach Alk lustig und entspannt mich.

                    Die Gemeinden haben offensichtlich keine Lust funktionierende Jugendzentren (also auch mal mit gemaeßigtem Alkoholgenuss und nicht ohne) aufzubauen, sonst waere es doch nicht moeglich, dass so viele Jugendliche (auch 14 Jährige) nachts IRGENDWO (auch auf Kinderspielplaetzen) herumhaengen. Laut einem Angestellten eines Sicherheitsdiensts, den die Gemeinden lieber für teures Geld anheuern als es in Jugendzentren zu stecken, werden diese Jugendlichen immer jünger und den Eltern scheint es egal zu sein, wo ihre Kinder sich nachts befinden. Das Problem liesse sich ganz einfach loesen, aber die Gemeinden wollen nicht.

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                    • #11
                      Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                      Ich war neulich auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und dabei ist mir etwas aufgefallen, wofür ich keine befriedigende Erklärung habe:
                      Ich wurde mehrfach gefragt, warum ich kein alkoholfreie Cocktails, Säfte, Wasser usw. trinke – jedoch keine alkoholischen Getränke. Meine Erklärung, ich habe aktuell keinen Appetit darauf, schien nicht zufriedenstellend zu sein, denn die Nachfragen und die verstörten Blicke gingen weiter. Nun ist das kein großes Drama für mich – schließlich hängt mein Wohlbefinden nicht davon ab, ob andere ihre Augenbraue hochziehen. Ich habe früher mal Bier getrunken, um zu den "Erwachsenen" dazuzugehören, obwohl mir das alles andere als gut geschmeckt hatte. Diese Zeiten sind vorbei. Ich mache in meiner Freizeit nur das, wobei/womit ich mich wohl fühle.
                      Das ist super. Laß dir das von niemandem ausreden und versuch es obendrein, so weit wie möglich in dein Berufsleben zu übertragen (klar, das geht erst ab einer gewissen Position oder komplett ausserhalb der Karrierleiter/-falle).

                      Wenn du soweit bist, daß du mit dieser Haltung auch deinen körpereigenen Trieben überlegen bist, bist du aber auch gleichzeitig in einer Position, die dich Alkohol als Konsumgut einfach nicht mehr vom Standpunkt der in zahltreichen Tretmühlen gefangenen Herdenbevölkerung verstehen lässt. Idealerweise "machst" du mit deiner Grundhaltung einfach, du hast dein eigenes Selbst priorisiert. Andere Menschen können das nicht und leben in Status-Fallen bezüglich ihrer gesellschaftlichen Positionen, Ansprüchen, Perspektiven und Wünschen und der meist offenkundigen Disharmonie dieser 4 Posten. Für diese Menschen ist Alkohol bei gesellschaftlichen Anlässen eine vorgezogene Entschuldigung für Dummheiten, die sie später am Abend begehen werden, ihr Katalysator, um entschuldigter Weise (bis zu einem gewissen Grad) von Jekyll zu Hyde werden zu dürfen.

                      Ich schreib das übrigens als jemand, der phasenweise viel Alkohol trinkt und auch schon immer trank. Ich trink auch mal ein dreiviertel Jahr gar nichts davon, wenn mir nicht danach ist, und wenn ich Bock auf White Cuban hab, misch ich mir den auch in 'ner Kaffeetasse; auf den dekadenten Firlefanz drumherum leg ich keinen Wert und ich brauch ausser Bock/Durst darauf auch keinen Anlass, mir geht's dann um das Getränk und nicht das ganze trara, daß für diese ganzen depperten Aufschneider und Blender so wichtig ist.

                      Trotzdem ist es irgendwie seltsam, dass es in vielen sozialen Situationen ein „Problem“ darstellt, wenn man keinen Alkohol trinkt. Mir scheint, es wird häufiger akzeptiert, wenn man Vegetarier/Veganer oder Nichtraucher ist, als wenn man keinen Alkohol trinkt. In anderen Ländern ist das sogar noch viel ausgeprägter. Wenn man z.B. in den ehemaligen Sowjet-Republiken keinen Alkohol trinkt bzw. sich nicht als trinkfest erweist, bleiben einem viele Türen verschlossen und ist beim Knüpfen sozialer Netzwerke deutlich benachteiligt.

                      Warum ist es so wichtig Alkohol zu trinken?Gibt es nicht Dinge, die wichtiger sind?

                      Vorläufige Hypothesen:
                      - Alkohol ist in unserem Kulturkreis mit Männlichkeit/Erwachsensein verknüpft. Demzufolge wird das Fehlen von Alkohol als Defizit angesehen.

                      - Alkohol fördert die Geselligkeit.
                      - Wer keinen Alkohol trinkt, ist nicht normal. Was nicht normal ist, ist nicht gut.

                      Mich würden eure Einschätzungen interessieren. Vielen Dank vorab.

                      Du konzentrierst dich dabei traditionell noch zu sehr auf den Mann. Auch Frauen nutzen Alkohol als Entschuldigung für sexuelle Fehltritte, und für beide Seiten des Geschlechts ist Alkohol-Konsum in vielen Kulturen Teil ritualisierter menschlicher Balzrituale. Deine Verweigerung der Substanzeinnahme ist damit für viele auch eine Verweigerung der Teilnahme am "Spiel". Schon seit Ewigeiten machen sich Komiker gezielt über diese dämliche Ritualisierung in Zeitalter von Fortschritt und Aufklärung lustig. Um mit einem Beispiel aus diesem reichhaltigen Fundus humoriger Vorlagen zu argumentieren: Wenn du auf eine Feier gehst und keinen Alkohol trinkst, ist das für viele andere Gäste einfach so, als würdest du schon zu Beginn der Feier ein Schild hochhalten auf dem steht "Ich will nicht ficken!"

                      Hatte das goldene "Ficken?"-Schild von Ingo Appelt nicht vor kurzem 20jähriges Jubiläum?

                      PS: "Ich hab Fahrdienst" ist die gesellschaftlich am meisten respektierte Erklärung für Alkoholverzicht - auch weil sie eventuell Interessierten nämlich die "Oh, verdammt, jetzt sitz ich hier fest - kann ich noch bei dir mitfahren?"-Variante des Balzrituals offen lässt
                      Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                      "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                      Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                      • #12
                        Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                        Ich war neulich auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und dabei ist mir etwas aufgefallen, wofür ich keine befriedigende Erklärung habe:
                        Ich wurde mehrfach gefragt, warum ich kein alkoholfreie Cocktails, Säfte, Wasser usw. trinke – jedoch keine alkoholischen Getränke. Meine Erklärung, ich habe aktuell keinen Appetit darauf, schien nicht zufriedenstellend zu sein, denn die Nachfragen und die verstörten Blicke gingen weiter. Nun ist das kein großes Drama für mich – schließlich hängt mein Wohlbefinden nicht davon ab, ob andere ihre Augenbraue hochziehen. Ich habe früher mal Bier getrunken, um zu den "Erwachsenen" dazuzugehören, obwohl mir das alles andere als gut geschmeckt hatte. Diese Zeiten sind vorbei. Ich mache in meiner Freizeit nur das, wobei/womit ich mich wohl fühle.

                        Trotzdem ist es irgendwie seltsam, dass es in vielen sozialen Situationen ein „Problem“ darstellt, wenn man keinen Alkohol trinkt. Mir scheint, es wird häufiger akzeptiert, wenn man Vegetarier/Veganer oder Nichtraucher ist, als wenn man keinen Alkohol trinkt. In anderen Ländern ist das sogar noch viel ausgeprägter. Wenn man z.B. in den ehemaligen Sowjet-Republiken keinen Alkohol trinkt bzw. sich nicht als trinkfest erweist, bleiben einem viele Türen verschlossen und ist beim Knüpfen sozialer Netzwerke deutlich benachteiligt.

                        Warum ist es so wichtig Alkohol zu trinken?Gibt es nicht Dinge, die wichtiger sind?

                        Vorläufige Hypothesen:
                        - Alkohol ist in unserem Kulturkreis mit Männlichkeit/Erwachsensein verknüpft. Demzufolge wird das Fehlen von Alkohol als Defizit angesehen.

                        - Alkohol fördert die Geselligkeit.
                        - Wer keinen Alkohol trinkt, ist nicht normal. Was nicht normal ist, ist nicht gut.

                        Mich würden eure Einschätzungen interessieren. Vielen Dank vorab.

                        Das machst du richtig. Jeder sollte für sich allein entscheiden, was geht und was nicht.....

                        Ich habe nie diese Erfahrungen gemacht, dass ich schief angeschaut wurde, wenn ich Alkohol abgelehnt habe, da ich in meiner Jugend nur auf Parties Alkohol konsumiert habe und dies in Maßen. Wer nicht wollte, wurde nicht gemieden oder ausgeschlossen. So etwas habe ich nie erfahren ( müssen) . Vielleicht kommt es auch auf die Zeit an, in der man als Jugendlicher lebt (e) und auf die Leute, mit denen man sich umgibt? K.A.!

                        Zu deinen Hypothesen:

                        Mit Männlichkeit allein hat dies nichts zu tun, da sowohl Mädchen als auch Frauen Alkohol konsumieren und auch mißbrauchen, wenn auch nicht so häufig wie Männer.
                        Alkohol hat tatsächlich eine geselligkeitsfördernde Wirkung.
                        Nein, kann ich nicht bestätigen.

                        Alkoholkonsum ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Daher ist sein Erfolg kein Wunder. Nebenwirkungen dieses Nahrungs-und Genussmittels sind der Missbrauch und die Sucht. Ich persönlich bin der Meinung, dass, wenn man Alkohol als Genussmittel in Maßen und mit Bedacht einsetzt, es eine wundervolle, sinnliche Bereicherung des Lebens sein kann und ich möchte auf diese Kulturerrungenschaft ungern verzichten, denn ich zelebriere sie seit einigen Jahren mit allem, was dazugehört. Dabei mag ein Teil der Gesellschaft dies als dekadent erachten, aber genau wie bei Veganern/Vegetariern oder Alkoholabstinenzlern gilt der Toleranzgrundsatz.

                        In diesem Sinne:


                        Slàinte!
                        Zuletzt geändert von Anthea; 15.01.2017, 15:12.

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                        • #13
                          Zitat von Anthea Beitrag anzeigen

                          Ich persönlich bin der Meinung, dass, wenn man Alkohol als Genussmittel in Maßen und mit Bedacht einsetzt, es eine wundervolle, sinnliche Bereicherung des Lebens sein kann und ich möchte auf diese Kulturerrungenschaft ungern verzichten, denn ich zelebriere sie seit einigen Jahren mit allem, was dazugehört. Dabei mag ein Teil der Gesellschaft dies als dekadent erachten, aber genau wie bei Veganern/Vegetariern oder Alkoholabstinenzlern gilt der Toleranzgrundsatz.
                          Das hast du wirklich sehr schön gesagt, dem stimme ich absolut zu.

                          Ich für meinen Teil bin auch froh seit Längerem aus dem Alter heraus zu sein, als es noch cool war sich richtig die Kante gegeben zu haben, möglichst tief abgestürzt zu sein und dämlichen Unfug angestellt zu haben. Mittlerweile kann man einfach mal mit ein paar Drinks zu einer heiteren Stimmung kommen, ohne unbedingt die Grenze überschreiten zu müssen.
                          Das hat auch bei mir komischer weise niemals funktioniert. Während der Großteil stets das eine Bier zu viel hatte und mit Schnäpsen und diversen weiteren Getränken dann auf ein Limit kamen, auf dem dann richtig "gefeiert" werden konnte, konnte bzw. wollte ich diese Grenze eigentlich nie überschreiten.
                          Bis heute ist es für mich auch erstaunlich wie extrem sich das Verhalten vieler Personen bereits durch überschaubare Mengen an Alkohol verändert. Ich würde niemals behaupten ich vertrage extrem viel Alkohol, allerdings scheint das Zeugs bei mir nicht so zur Entfaltung zu kommen.

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                          • #14
                            Ich trinke überhaupt keinen Alkohol. Ganz einfach, weil es mir nicht schmeckt. Habe schon einige Male probiert und es war nie mein Geschmack.
                            Negative Erfahrungen habe ich deswegen noch nicht gemacht. Selbst als ich Studentin war und die anderen mit Alkohol gefeiert haben, wurde es akzeptiert, dass ich keinen trinke. Auch wenn ab und an mal versucht wurde, mich dazu zu bringen, mal einen Drink zu probieren. Aber ich kann da standhaft bleiben und nein sagen. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich jemanden etwas beweisen muss.

                            Mein Partner trinkt auch keinen Alkohol. Von daher passt das bei uns ganz gut. Wir können auch ohne Alkohol gut drauf sein. Wenn wir Geburtstage bei uns feiern, gibt es von uns aus keinen Alkohol. Wer Bier oder Wein trinken möchte, muss sich das mitbringen. Denn wir kennen uns auch nicht mit den verschiedenen Sorten und Marken aus. Und jeder hat da ja seine Vorlieben. Deswegen soll sich jeder mitbringen, was er mag. Und so viel wird auch nicht getrunken. Die meisten müssen danach sowieso wieder mit dem Auto nach Hause fahren, so dass sie gar nichts trinken dürfen.
                            Wir haben trotzdem immer viel Spaß bei unseren Feiern.

                            Wenn wir uns einmal im Jahr mit unserer Rollenspiel-Gruppe treffen, gibt es zwar auch Alkohol. Aber da wird auch niemand gezwungen, was zu trinken, wenn er nicht mag. Es wird einfach akzeptiert, dass man nur Cola oder Saft o.Ä. trinkt. Und ich finde das auch vollkommen in Ordnung so.

                            Ich denke, es kommt auf das Umfeld an, in dem man sich bewegt. Hat man Freunde, die sich bei jeder Feier so betrinken müssen, dass sie am nächsten Tag nicht mehr wissen, was passiert wird, ist es wohl weniger akzeptiert, wenn man selbst nichts trinkt. Sind die Freunde moderater und trinken nur des Genusses wegen mal ein oder zwei Gläser, wird es mehr akzeptiert, dass man selbst nichts trinkt.
                            Zugriff verweigert - Treffen der Generationen 2012

                            =/\= STARFLEET UNIVERSE =/\=

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                            • #15
                              Zitat von Cosmic Girl Beitrag anzeigen
                              Ich trinke überhaupt keinen Alkohol. Ganz einfach, weil es mir nicht schmeckt. Habe schon einige Male probiert und es war nie mein Geschmack.
                              Das klingt ein wenig so als hätte Alkohol einen ganz spezifischen Eigengeschmack, wie zum Beispiel eine Cola.
                              Allerdings kommt Alkohol doch in vielen Geschmacksrichtungen vor, so gibt es doch einige Cocktails, die eher süß oder saftig schmecken und nicht unbedingt auf Alkohol schließen lassen. Wer Bitburger zum Kotzen findet wird auch kein Becks mögen, aber ein Cocktail oder Weinchen, da sind doch komplett andere Geschmacksrichtungen

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