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„Wir müssen es aushalten nicht gemocht zu werden.“

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  • „Wir müssen es aushalten nicht gemocht zu werden.“

    Eine Aussage Der Welt zu einem Thema, welches ich momentan mit regem Interesse verfolge.

    Wie wird Deutschland oder wie werden die Deutschen in der Welt wahrgenommen. Laut GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH), die bisher zwei Studien zum Thema „Deutschland in den Augen der Welt“ hearusgebracht hat (2011/2012 und 2014/2015), einer 2015 veröffentlichen repräsentativen britischen Studie und einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), sollen wir Deutschen recht gut abschneiden, ja sogar beliebt sein. Das war oder ist sicherlich noch ein Schock für einige von uns.

    https://www.giz.de/de/weltweit/34404.html

    Allerdings habe ich persönlich z.T. ganz andere Erfahrungen in Bezug auf meine Staatsangehörigkeit machen müssen. In England, wo ich für drei Wochen verweilte, durfte ich miterleben, wie ich abgelehnt worden bin, nur weil ich Deutsche war. Ähnliches habe ich mit einigen Arbeitskollegen auch in Österreich erlebt. Als „Piefke“, wie die unschöne Bezeichnung vieler Österreicher für Norddeutschen ist, wurde ich zwar noch nicht beschimpft, allerdings wurde ich durch die persönlichen Erfahrungen wie auch Erfahrungsberichten anderer etwas desillusioniert. Ich war vielleicht sehr naiv, da ich immer der Ansicht war, es sollte keine Rolle spielen, wer oder was man ist, denn wir sind alle Menschen.

    Ich habe natürlich auch sehr gute Erfahrungen in den einzelnen Ländern gemacht. Nämlich bei den Personen, die mir Nahe stehen/standen und denen die Staatsangehörigkeit egal ist. Dennoch finde ich es etwas verwirrend, wenn Studien einem erzählen, Deutsche kämen recht gut weg, eigene Erfahrungen oder Erfahungsberichte anderer aber z.T. genau das Gegenteil aufzeigen. „Nur nicht Deutsch“ - hieß es 2006 noch aus Österreich. Für mein Verständnis von Nachbarschaft schon etwas frustrierend, da ich mir beim besten Willen nicht erklären kann, woher diese Ressentiments kommen und ich sie auch nicht nachvollziehen kann.

    Für mich persönlich ist es etwas befremdlich mit diesen Vorurteilen, die sich doch recht hartnäckig in den einzelnen Ländern und bei einzelnen Personen halten, klar zu kommen oder adäquat darauf zu reagieren. Seit den negativen Erfahrungen in England, habe ich das Land nicht mehr betreten,– was vielleicht auch eine etwas übertriebene Reaktion war, aber aufgrund meines damaligen Alters zu erklären wäre. Vielleicht sollte man als Deutsche(r) wirklich damit klar kommen von sehr viele Menschen aus anderen Ländern nicht gemocht zu werden.

    Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Sicherlich gibt es auch in Deutschland viele Vorurteile gegenüber anderen Ländern und deren Einwohnern. Allerdings finde ich es schon erstaunlich, dass diese Fremdenfeindlichkeit gegenüber den Deutschen in vielen Ländern doch recht verbreitet zu seien scheint.
    Wahl zu Mister SciFi-Forum 2017
    #Krümelchen2018

    Avasarala:
    "Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Mars-Marine allein vom Sitzen auf einem Stuhl erschöpft ist."

  • #2

    Ich glaube, dass du deine persönlichen Erfahrungen hier überbewertest. Du solltest dich auch entscheiden, ob du von "einzelnen Ländern" oder von "einzelnen Personen" sprichst.

    Für mich persönlich ist es etwas befremdlich mit diesen Vorurteilen, die sich doch recht hartnäckig in den einzelnen Ländern und bei einzelnen Personen halten, klar zu kommen oder adäquat darauf zu reagieren.
    Das ist natürlich auch ein Klischee, wenn du "einzelnen Ländern" "Fremdenfeindlchkeit gegen Deutsche" unterstellst. Und jetzt gehst du natürlich nicht mehr nach England, während du dich über nationale Vorurteile und Stereotype beklagst. Wenn du hier schreibst, dass man in UK als Deutsche/r angefeindet werden würde, machst also auch genau das, wogegen du dich wendest. Man muss sich ja nur die Überschrift des Threads angucken: "Wir müssen es aushalten, nicht gemocht zu werden". Ein Hoch auf die Verallgemeinerung!

    Es gibt keine Nation bzw. keinen Staat, deren Angehörige überall in allen Ländern und von allen Einwohnern/Menschen gleich gemocht werden. Und die Gründe sind sicherlich ebenso vielfältig wie die Menschen. Insbesondere wenn man aus größeren Nationen stammt, ist das der Regelfall, dass man u.a. auch mal abgelehnt wird.

    US-Amerikanern, Briten oder Russen etc. pp. geht es keineswegs besser. Diese Vorurteile gibt es auch innerhalb der Nationen - in Deutschland z.B. Ost und West. Ich habe - alles in allem - keine nennenswerten negativen Erfahrungen gemacht, weil ich Deutscher bin. Natürlich könnte ich mich - was typisch deutsch wäre - auf einzelne Ereignisse konzentrieren, um mich dann abgelehnt zu fühlen. Es gab da mal einen besoffenen BBC-Mitarbeiter in Wales - aber das war eine Person von Dutzenden und es war den anwesenden Walisern peinlicher als mir.

    Ich finde das auch etwas vermessen, einen Anspruch zu erheben, gemocht zu werden, weil man aus irgendeinem Land stammt. Warum sollten uns eigentlich "alle" Briten mögen? Oder "alle" Holländer? Oder "alle" Litauer?

    edit: Und abgesehen davon geht es mir persönlich am Arsch vorbei, ob ein Österreicher mich als Piefke bezeichnet oder ein Brite mich einen Nazi nennt. Jedenfalls kein Grund zum Jammern.
    Zuletzt geändert von endar; 03.08.2016, 20:33.
    Republicans hate ducklings!

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    • #3
      Na ja - es ist schon ein Unterschied, ob eine Zeitung "Deutschlandkenner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur" nach ihrer Sicht auf Deutschland" befragt, oder Otto Normalverbraucher, der, bzw dessen Familie die Rolle des "häßlichen Deutschen" immer noch nicht aus ihren Köpfen bekommen hat/haben.

      Mir persönlich ist es in den Niederlanden passiert, dass man mich als Deutsche spüren hat lassen, dass ich Deutsche bin, allerdings nur bei Einzelpersonen. Das ändert aber nichts daran, dass ich diese Ablehnung als schallende Ohrfeige empfunden habe, die ich meiner Meinung nach nicht verdient habe. Mein Bruder wurde, als er in den 80er Jahren als LKW-Fahrer nach Frankreich kam, in einigen Gastwirtschaften nicht bedient, weil er Deutscher ist - dafür wurde er auf dem Weg auf seinem Weg nach Kuwait in einigen islamischen Staaten sehr freundlich aufgenommen .... und mit "Heil Hitler" bergüßt.

      Aber was soll's. In Deutschland gibt es auch noch Menschen, die den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit nicht vergessen haben. Ich habe mich heute zufällig mit einer älteren ehemaligen Sudetendeutschen unterhalten, die meinte "die blöden Tschechen brauchen mir überhaupt nicht zu kommen!"

      Was die Österreicher angeht, so gibt es auch in Deutschland etliche Leute, die die Österreicher nicht zu mögen scheinen. Der Ausdruck "Schluchtenscheißer", den einige Deutsche für die Österreicher verwenden, spricht ja wohl Bände, oder?

      Ja - ich glaube wirklich, dass man Ablehnung aushalten muss - auch als Deutscher. Wir bekleckern uns diesbezüglich nicht immer und überall mit Ruhm und auch wir haben Ressentiments. Das wird sich wohl erst dann ändern, wenn wir uns alle als Europäer sehen und Europa wirklich zu einer Einheit verschmolzen sein wird.
      *Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.*
      *Alles was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form.*
      Indianische Weisheiten
      Ich bin nicht kaffeesüchtig, aber wenn ich irgendwann einmal verbrannt werde, werde ich vermutlich nicht zu Asche zerfallen, sondern zu Kaffeesatz! ;)

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      • #4
        Zitat von Noir Beitrag anzeigen
        Mir persönlich ist es in den Niederlanden passiert, dass man mich als Deutsche spüren hat lassen, dass ich Deutsche bin, allerdings nur bei Einzelpersonen. Das ändert aber nichts daran, dass ich diese Ablehnung als schallende Ohrfeige empfunden habe, die ich meiner Meinung nach nicht verdient habe. Mein Bruder wurde, als er in den 80er Jahren als LKW-Fahrer nach Frankreich kam, in einigen Gastwirtschaften nicht bedient, weil er Deutscher ist - dafür wurde er auf dem Weg auf seinem Weg nach Kuwait in einigen islamischen Staaten sehr freundlich aufgenommen .... und mit "Heil Hitler" bergüßt.
        Die Frankreich-Anekdote ist jetzt auch schon 30 Jahre her. Menschen, Gesellschaften und Länder verändern sich auch. Deutschland hat sich ja auch verändert. In den 1950er Jahren wurden manchmal Evangelen in katholischen Gebieten nicht bewirtet. Das ist jetzt dann 60 Jahre her.

        Und was die Niederlande angebetrifft, so ist das keineswegs nur NS-Zeit, sondern auch der Umstand, dass sie ein kleines Völkchen neben einem vergleichsweise sehr großen Nachbarn sind.

        Wir bekleckern uns diesbezüglich nicht immer und überall mit Ruhm und auch wir haben Ressentiments.
        Ja, ganz ohne Zweifel. Meine Tante ist auch der Überzeugung, dass "die Polen" ihre Vorgärten nicht sauber halten könnten, wobei die Aussage auch schon 20 Jahre alt ist.
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        • #5
          Zitat von endar Beitrag anzeigen
          Die Frankreich-Anekdote ist jetzt auch schon 30 Jahre her. Menschen, Gesellschaften und Länder verändern sich auch. Deutschland hat sich ja auch verändert.
          Selbstverständlich. In der Zwischenzeit hat er auch keinerlei Probleme mehr und er liebt Frankreich.
          Zitat von endar Beitrag anzeigen
          In den 1950er Jahren wurden manchmal Evangelen in katholischen Gebieten nicht bewirtet. Das ist jetzt dann 60 Jahre her.
          Oh - das erinnert mich an die Geschichten eines Bekannten, der mir mal erzählt hatte, wie es ihm als Kind in einem kleinen, katholischen Kaff erging - als Protestant UND Linkshänder. - Ist aber auch schon etliche Jahrzehnte her.

          Edit:
          Ach ja - ganz vergessen: Und er war ein "Zuagroaster" aus Norddeutschland!
          *Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.*
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          • #6
            Zitat von Noir Beitrag anzeigen
            Selbstverständlich. In der Zwischenzeit hat er auch keinerlei Probleme mehr und er liebt Frankreich.
            Aber das gehört zum Gesamtbild genauso dazu und wenn du das nicht erzählst, dann entsteht ein ganz anderes Bild.

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            • #7
              Zitat von endar Beitrag anzeigen
              Ich glaube, dass du deine persönlichen Erfahrungen hier überbewertest. Du solltest dich auch entscheiden, ob du von "einzelnen Ländern" oder von "einzelnen Personen" sprichst.
              Das sehe ich genauso. Ich denke, das war einfach Pech.

              @Sunny: Bis auf Österreich war ich auch schon in einigen der von Dir genannten Länder. Sei es Nordengland, Frankreich, Spanien, Island, Schweden oder Dänemark, so waren die Erfahrungen im Großen und Ganzen eher gegenteilig. Wahrscheinlich hatte ich mehr Glück mit den Leuten. Man sollte sich davor hüten, ein paar einzelne Eindrücke zu verallgemeinern. Sofern nicht die Boulevardpresse oder einzelne Blätter Hetzkampagnen gegen Deutschland oder gegen Deutsche bringen, sollte man nicht von einer generell negativen Stimmung ausgehen. Selbst in Polen - wo es solche Kampagnen durchaus gibt - sind die Leute auf der Straße doch inzwischen etwas gelassener. In Städten wie Breslau kommt man mit Deutsch ganz gut durch, auch weil die Leute dort die Kunden aus Deutschland brauchen.

              Ich denke, hier gilt das alte Sprichwort: "Wenn man annimmt, dass die Einheimischen freundlich sind, dann sind sie dies auch - und umgekehrt."

              Im Zweifel hilft ein kleiner Taschensprachführer, mit dessen Hilfe man sich zumindest einen Kaffee oder ähnliches in der Landessprache bestellen kann. Selbst in Frankreich, wo viele bei allem anderen außer Französisch gerne mal auf Durchzug stellen, wirkt das Wunder.
              Ein Arbeitskollege von mir war mal im Urlaub in Paris. Auf Deutsch wollte man ihn nicht verstehen und er selbst spricht so gut wie kein Englisch oder Französisch. Aber er sagte, auf Russisch habe er sich ganz gut verständigen können, weil anscheinend viele Pariser in Moskau studiert hätten.

              Also irgendeine Lösung findet man immer.

              P.S.: Vielleicht kannst Du es auch mit innerdeutschen Erfahrungen vergleichen. Besucher aus Städten wie Köln, Frankfurt oder München sagen oft, dass sie hier im Norden unheimlich schwer Anschluss fänden, weil die Leute so unfreundlich seien. Stimmt eigentlich gar nicht - wir umarmen nur nicht jeden gleich... Und wenn der Norddeutsche mal völlig in Ekstase gerät, dann wippt er zur Musik mit dem Fuß.
              Arbeitskollegen aus arabischen Ländern haben zuerst auch ein paar Schwierigkeiten damit, dass wir uns nur bei der ersten Begegnung mit Handschlag begrüßen, vielleicht am zweiten Tag auch noch und dann ist es aber auch gut. Aber sie lernen es und der Umgang funktioniert dennoch.

              Das sind eben regionale Mentalitätsunterschiede. Aber auf die kann man sich einstellen und wenn man weiß, dass das alles gar nicht böse gemeint ist, dann kann man damit auch umgehen.
              Zuletzt geändert von Liopleurodon; 03.08.2016, 22:57.
              "En trollmand! Den har en trollmand!"

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              • #8
                Passend zum Thema hat übrigens mal ein russischer Autor einen "Weltatlas der Vorurteile" zusammengestellt. Ich weiß zwar nicht, wie repräsentativ und belastbar seine Datengrundlage ist, aber es ist mal ganz nett und unterhaltsam zu schmökern:

                http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-901639.html
                "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                • #9
                  Die originale Version ist diese hier, glaube ich:
                  https://interculturalmeanderings.wor...rtoons-depict/

                  Hier die mittlere Karte, die auch viel lustiger und hat als Pate für die Karten vom Spiegel gedient, die teilweise ein bisschen gezwungen wirken.
                  Republicans hate ducklings!

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                  • #10
                    Zitat von endar Beitrag anzeigen
                    Die originale Version ist diese hier, glaube ich:
                    https://interculturalmeanderings.wor...rtoons-depict/

                    Hier die mittlere Karte, die auch viel lustiger und hat als Pate für die Karten vom Spiegel gedient, die teilweise ein bisschen gezwungen wirken.
                    Ja, die sieht besser aus, das ist richtig. Danke für den Tipp.
                    "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                    • #11
                      Zitat von Sunny Beitrag anzeigen
                      Eine Aussage[I] Allerdings habe ich persönlich z.T. ganz andere Erfahrungen in Bezug auf meine Staatsangehörigkeit machen müssen. In England, wo ich für drei Wochen verweilte, durfte ich miterleben, wie ich abgelehnt worden bin, nur weil ich Deutsche war. Ähnliches habe ich mit einigen Arbeitskollegen auch in Österreich erlebt. Als „Piefke“, wie die unschöne Bezeichnung vieler Österreicher für Norddeutschen ist, wurde ich zwar noch nicht beschimpft, allerdings wurde ich durch die persönlichen Erfahrungen wie auch Erfahrungsberichten anderer etwas desillusioniert. Ich war vielleicht sehr naiv, da ich immer der Ansicht war, es sollte keine Rolle spielen, wer oder was man ist, denn wir sind alle Menschen.
                      Das kann man überall auf der Welt erleben, auch ganz ohne Deutscher zu sein. Man kann überall, jemanden treffen der einen nicht mag, das ist kein besonderes deutsches historisches Privileg. Österreicher in Deutschland dürfen sich mitunter auch recht unfreundliche Bezeichnungen anhören.
                      Da geht es Menschen aus anderen Nationen keinen Deut besser, und wo kein historischer Vorwurf verfügbar, reicht meist schon ein Vorurteil, oder auch nur fremdländisches Aussehen.

                      In aller Regel, sind das Einzelfälle. Mir ist man in vielen Ecken der Welt immer sehr freundlich begegnet, obwohl ich Deutscher bin. Unfreundlichen Zeitgenossen begegnet man dabei auch, die gibt es überall. Und ja, das muss man aushalten, den ansonsten lässt man sich von diesen Menschen das Reisen verderben.
                      Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                      Dr. Sheldon Lee Cooper

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                      • #12
                        Zitat von endar Beitrag anzeigen
                        Aber das gehört zum Gesamtbild genauso dazu und wenn du das nicht erzählst, dann entsteht ein ganz anderes Bild.
                        Ja - das ist ein altes Leiden von mir, dass ich Gedanken unterschlage, von denen ich annehme, dass sie sonnenklar sind - es dann aber aufkommt, dass sie für manche doch nicht so klar sind, wie ich annahm. Ich wäre ein mieser Wissenschaftler.
                        *Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.*
                        *Alles was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form.*
                        Indianische Weisheiten
                        Ich bin nicht kaffeesüchtig, aber wenn ich irgendwann einmal verbrannt werde, werde ich vermutlich nicht zu Asche zerfallen, sondern zu Kaffeesatz! ;)

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                        • #13
                          Ja, man wird als Deutscher schon gelegentlich mit fiesen Vorurteilen konfrontiert. Etwa das man über eine eiserne Arbeitsmoral verfüge (Frankreich) oder wie kaum jemand die Handwerks/- Ingenieursgunst beherrsche (USA). Ich versuche dann gewissenhaft das Bild der ultraeffizienten Maschinenmenschen durch das vor 400 Jahren vorherrschendene Bild der lustigen Säufer zu ersetzen, soweit das in meiner Macht steht.
                          I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                          • #14
                            Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                            Ja, man wird als Deutscher schon gelegentlich mit fiesen Vorurteilen konfrontiert. Etwa das man über eine eiserne Arbeitsmoral verfüge (Frankreich) oder wie kaum jemand die Handwerks/- Ingenieursgunst beherrsche (USA). Ich versuche dann gewissenhaft das Bild der ultraeffizienten Maschinenmenschen durch das vor 400 Jahren vorherrschendene Bild der lustigen Säufer zu ersetzen, soweit das in meiner Macht steht.
                            Keine Chance, dieses Märchen ist derart im globalen Deutschland-Klischee verwurzelt, das dies weder Du noch VW jemals kaputt kriegen werden.


                            Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                            Dr. Sheldon Lee Cooper

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                            • #15
                              Zitat von endar
                              
Ich finde das auch etwas vermessen, einen Anspruch zu erheben, gemocht zu werden, weil man aus irgendeinem Land stammt.
                              Du missverstehst mich. Ich erhebe keinen Anspruch, aufgrund meiner Staatsangehörigkeit, gemocht zu werden. Ich wollte nur nicht aus diesem Grund verachtet oder gehasst werden.


                              Ich kann nachvollziehen, wenn Menschen nicht gemocht oder verachtet werden, weil sie sich z.B. wie Arschlöcher aufführen. Verachtet oder sogar gehasst zu werden für etwas, für das sie nicht können (Staatangehörigkeit, Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung...) ist etwas anders.


                              Zitat von Noir
                              Na ja - es ist schon ein Unterschied, ob eine Zeitung"Deutschlandkenner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur" nach ihrer Sicht auf Deutschland" befragt, oder Otto Normalverbraucher, der, bzw dessen Familie die Rolle des "häßlichen Deutschen" immer noch nicht aus ihren Köpfen bekommen hat/haben.
                              Das habe ich mir auch schon gedacht. Die Studienfragen handelten ja von Themen, die bestimmte Teilbereiche des Staates betreffen. Sie bezogen sich nicht auf die Deutschen als Personen als solche.

                              


                              Mir persönlich ist es in den Niederlanden passiert, dass man mich als Deutsche spüren hat lassen, dass ich Deutsche bin, allerdings nur bei Einzelpersonen. Das ändert aber nichts daran, dass ich diese Ablehnung als schallende Ohrfeige empfunden habe, die ich meiner Meinung nach nicht verdient habe.
                              Das kann ich nachvollziehen, da niemand etwas für seine Staatangehörigkeit, Hautfarbe oder andere Dinge kann. Es gibt für mich auch wenig nachvollziehbare Gründe, aufgrund der Staatangehörigkeit verachtet zu werden. Vielleicht ist es Neid oder Angst oder sonst welchen Gründen, die ich noch nicht verstanden habe.

                              Was die Österreicher angeht, so gibt es auch in Deutschland etliche Leute, die die Österreicher nicht zu mögen scheinen. Der Ausdruck "Schluchtenscheißer", den einige Deutsche für die Österreicher verwenden, spricht ja wohl Bände, oder?
                              Keine Frage. Das gleiche gilt auch für andere Staaten. An den USA lassen sich auch sehr viele Menschen aus. Dennoch, bin ich etwas irritiert, das Fremdenfeindlchkeit gegenüber Deutschen doch recht verbreitet ist. 



                              Ja - ich glaube wirklich, dass man Ablehnung aushalten muss - auch als Deutscher. Wir bekleckern uns diesbezüglich nicht immer und überall mit Ruhm und auch wir haben Ressentiments. Das wird sich wohl erst dann ändern, wenn wir uns alle als Europäer sehen und Europa wirklich zu einer Einheit verschmolzen sein wird.
                              Das würde aber bedeutet, die eigene Identität und Kultur (z.B. als Deutsche(r), Franzose ...) aufzugeben. Das wiederum ist mMn nicht gerade das, was ich mit Europa verbinde und mir auch nicht wünsche. Ich finde gerade die Vielfalt der Kulturen macht Europa erst aus und es macht uns einzigartig. Mich aber fast schon entschuldigen zu müssen, weil ich Deutsche bin, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Interessanterweise habe ich diese Ablehnung gegenüber meiner Staatsangehörigkeit vor allem in Europa gespürt. In anderen Ländern überhaupt nicht.

                              Zitat von Liopleurodon
                              In Städten wie Breslau kommt man mit Deutsch ganz gut durch, auch weil die Leute dort die Kunden aus Deutschland brauchen.
                              Hm. Deutsche als kaufkräftige Kunden sind natürlich gern gesehen, so wie andere Personen auch, die Geld im eigenen Land lassen. Das hat wenig mit der Nationalität als vielmehr mit dem Geld zu tun. 



                              Ich denke, hier gilt das alte Sprichwort: "Wenn man annimmt, dass die Einheimischen freundlich sind, dann sind sie dies auch - und umgekehrt."
                              Genau so gehe ich auch auf andere Menschen zu, egal ob sie Einheimische sind oder nicht. Deshalb überrascht es mich auch immer wieder, aus welchen banalen Gründen Feindseligkeit gegenüber anderen ausgelebt und gerechtfertigt wird.

                              Ich schrieb aber auch, dass ich in vielen Ländern auch sehr positive Erfahrungen gemacht habe, da mehr oder weniger vorurteilsfrei auf mich zugegangen wird und weder die Haut, noch die Haarfarbe eine Rolle spielt.

                              Im Zweifel hilft ein kleiner Taschensprachführer, mit dessen Hilfe man sich zumindest einen Kaffee oder ähnliches in der Landessprache bestellen kann.
                              Ich weiß nicht, ob es dir schon aufgefallen ist, aber die Österreicher sprechen auch deutsch, wenn auch mit einige lokalen Unterschieden. Und da ich englisch kann, was das Bestellen eines Kaffees in GB auch kein Problem.

                              


                              P.S.: Vielleicht kannst Du es auch mit innerdeutschen Erfahrungen vergleichen. Besucher aus Städten wie Köln, Frankfurt oder München sagen oft, dass sie hier im Norden unheimlich schwer Anschluss fänden, weil die Leute so unfreundlich seien. Stimmt eigentlich gar nicht - wir umarmen nur nicht jeden gleich... Und wenn der Norddeutsche mal völlig in Ekstase gerät, dann wippt er zur Musik mit dem Fuß.
                              Ich musste gerade schmunzeln. Für Bayern fängt der Norden bereits ab dem Weißwurschtäquator (Franken) an.

                              Ost-West-Problematiken bestehen natürlich genauso wie zwischen dem Norden und Süden Deutschlands. Aber nur weil es woanders auch ähnliche Probleme gibt, negiert es nicht das Thema, auf welches ich mich bezog.

                              Zitat von KennerderEpisoden
                              Ja, man wird als Deutscher schon gelegentlich mit fiesen Vorurteilen konfrontiert. Etwa das man über eine eiserne Arbeitsmoral verfüge (Frankreich) oder wie kaum jemand die Handwerks/- Ingenieursgunst beherrsche (USA). Ich versuche dann gewissenhaft das Bild der ultraeffizienten Maschinenmenschen durch das vor 400 Jahren vorherrschendene Bild der lustigen Säufer zu ersetzen, soweit das in meiner Macht steht.
                              Ja, von dieser fleißigen Arbeitsbiene, mit wenig Humor, verbiesterten Gesicht, die immer pünktlich ist habe ich auch schon gehört, nur nie was von gesehen.
                              Zuletzt geändert von Sunny; 04.08.2016, 09:07.
                              Wahl zu Mister SciFi-Forum 2017
                              #Krümelchen2018

                              Avasarala:
                              "Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Mars-Marine allein vom Sitzen auf einem Stuhl erschöpft ist."

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