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Ein charmanter Betrieb...

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  • Ein charmanter Betrieb...

    Ich wollte hier mal eben einen Vorfall schildern, der mich jetzt noch vor Wut zittern lässt, obwohl es mir im Grunde vollkommen egal sein kann.

    Also: Ich habe momentan Semesterferien und habe in den letzten beiden Wochen bei einer Logistik-Spedition in meiner Stadt als Lagerarbeiter gejobt. Nicht weil ich das Geld benötige, sondern weil ich die körperliche Arbeit mal für einen ganz guten Ausgleich hielt und durch die Frühschichten außerdem meinen in den Ferien immer etwas verkorksten Schlafrhythmus geradebeigen wollte. Jeden Tag ab 7 Uhr vier Stunden für den beeindruckenden Stundenlohn von 5,80.

    Nun ist mir (und anderen) schon in den letzten beiden Wochen regelmäßig aufgefallen, dass der Laden doch ein ziemlicher Schinderbetrieb ist. Die Tätigkeit besteht dort nicht aus moderater körperlicher Arbeit, wie man sie z.B. selbst beim Anstreichen oder Holzhacken hat, sondern die Arbeitsgeschwindigkeit ist dermaßen kalkuliert, dass die Leute regelmäßig an die Grenzen der Belastung geführt werden. Wenn man palettiert oder Kisten schleppt, ist man in den Pausen regelmäßig nassgeschwitzt. Soweit ließ ich mir das aber noch gefallen.

    Heute kam es aber zu folgendem Vorfall: Ich war für eine Arbeit eingeteilt, bei der ich Kisten von einer Palette ans Fließband schleppen und aufreißen musste. Ich teilte mir die Arbeit mit einem Mitarbeiter, wobei sie trotzdem schwer genug war, dass wir gerade so eben und bei ziemlicher Anstrengung mitgekommen sind.

    Nach der Pause hat mir dann allerdings eine Vorarbeiterin gesagt, dass ich die Arbeit, die eigentlich für zwei Leute ausgelegt ist, ab jetzt alleine zu erledigen habe. Selbst die Kolleginnen am Band, die davon ja nicht betroffen gewesen wären, haben sofort aufgeschrien und meinten, das wäre einfach nicht zu schaffen. Ich selbst habe mich ziemlich darüber empört: Ich sagte, ich würde mich gewiss nicht für 5,80 die Stunde vollkommen ausbeuten lassen, die Arbeit sei für zwei Leute schon hart genug, wenn sie nun aus Geiz einem einzigen Arbeiter aufgelastet wird, grenze das wirklich an Schinderei usw. Schließlich fing ich mit der Arbeit an, meinte aber, dass ich nur so schnell arbeiten werde, wie es ohne totale Überanstrengung eben möglich sei und wenn es dann immer wieder zu Stagnationen käme, wäre das nicht mein Problem.

    Eine Minute später kam dann ein Vorarbeiter mit dem Chef wieder: sie holten mich von der Arbeit weg und der Chef fragte mit drohender Stimme: Sie fühlen sich hier ausgebeutet?! (es war völlig klar, dass er nicht an meiner Kritik oder Erklärung interessiert war, sondern mich einschüchtern wollte). Worauf ich versucht habe, meine Kritik zu wiederholen, bereits wütend, aber sachlich, woraufhin ich nach wenigen Sekunden von ihm im lauten Ton unterbrochen wurde. Dann wurde ich selbst laut und rief zornig, ob ich denn wohl wenigstens ausreden dürfe, woraufhin der Vorarbeiter und der Chef mich beide mit "Nein!" niederbrüllten, um mir dann zu sagen, ich sei hier freiwillig (aha? Und deshalb darf man alles mit mir machen, während ich keine Kritik üben darf?) und solle nun gefälligst meine Stempelkarte nehmen und verschwinden.

    was meint ihr dazu (auch wenn ihr nur meine Version kennt)? Habe ich mich richtig verhalten? Geht so ein Verhalten von Seiten des Betriebs in Ordnung?

    Ich bin nur heilfroh, dass ich später sicherlich nicht auf derartige Arbeitgeber angewiesen sein werde
    Zuletzt geändert von 3of5; 30.08.2007, 10:23.

  • #2
    Hmmm, also mal vorweg gesagt, ich hab auch schon mehrmals gearbeitet im Sommer in Produktionsbetrieben, und da wurde ich nicht irgendwie bevorzugt behandelt, sondern musste genau so arbeiten wie die Fixangestellten, aber das fand ich OK so.

    In deinem Fall, bei manchen Betrieben ist es halt so dass die Arbeit körperlich schon sehr anstrengend ist, und da du ja nur ganz kurz dabei warst, kommt es dir wahrscheinlich auch extrem schlimm vor.
    Natürlich kann ich dich verstehen, so wie du es geschildert hast, warst du alleine eingeteilt für ne Arbeit, die nicht von einem Mann erledigt werden kann, anscheinend waren deine Kollegen auch derselben Meinung. War schon vollkommen richtig dass du das deiner Vorarbeiterin gesagt hast, aber anscheinend hast du dich da ziemlich im Ton vergriffen.
    Ich sagte, ich würde mich gewiss nicht für 5,80 die Stunde vollkommen ausbeuten lassen, die Arbeit sei für zwei Leute schon hart genug, wenn sie nun aus Geiz einem einzigen Arbeiter aufgelastet wird, grenze das wirklich an Schinderei usw.
    Sowas war wirklich nicht nötig, klar dass da die Vorarbeiterin inkl. Chef gereizt reagiert, sieh das mal aus ihrer Position. Da kommt irgend ein Student daher, der wohl noch nicht oft körperlich gearbeitet hat, und meint jetzt er könne ihre Arbeitseinteilung kritisieren. Außerdem, dass "ich verdiene eh nur 5,80 die Stunde", sowas ist total überflüssig, damit wirst du nur immer den Ärger des Chefs auch dich ziehen.
    Ich denke mal, Chef und Vorarbeiterin hätten sicher mit sich reden lassen, wenn du deine Beschwerde in normalen Tonfall rübergebracht hättest.

    Naja, jetzt ist es eh egal, du hat wieder eine Lebenserfahrung mehr gemacht und damit basta.
    Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
    die Internationale erkämpft das Menschenrecht


    das geht aber auch so

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    • #3
      Nur zur Richtigstellung: Ich habe mich nicht grundsätzlich über die harte körperliche Arbeit geärgert (ich mache Krafttraining und bin bei Anstrengungen grundsätzlich nicht zimperlich) und mich bis zu diesem Tag auch nie irgendwie über das Ausmaß an Anstrengung beschwert. Aber wenn eine Arbeit, mit der zwei Arbeiter ordentlich belastet sind, und für die zwei Arbeiter tatsächlich die vorgesehene Besetzung sind (!), einem einzigen aufgebührdet wird, nur weil der Betrieb jeden möglichen Blutstropfen aus seinen investierten 5,80 herausquetschen will, dann ist das einfach eine Ungerechtigkeit und Frechheit gegenüber den Angestellten und rechtfertigt es m.E., dass man sich deutlich zu Wort meldet. Dass der Betrieb darauf nicht anders reagieren konnte, als durch Einschüchterungsversuch und Rausschmiss, zeigt nur noch zusätzlich, was für bedenkliche Strukturen dort bestehen-

      Ich bin nicht mal sicher, ob es arbeitsrechtlich in Ordnung ist, wenn einem Arbeiter über Stunden hinweg die Belastung von zwei Arbeitern aufgehalst wird. Aber mangels klarer Kriterien und Überwachung kann man ein Nachdenken in dieser Richtung sowieso vergessen.

      Naja, da ich den Job ohnehin höchstens noch eine Woche länger gemacht hätte, konnte ich mir das gerechtfertigt-drastische Auftreten leisten.
      Zuletzt geändert von 3of5; 30.08.2007, 12:37.

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      • #4
        Also es ist schon so, dass sehr viele Betriebe mittlerweile nach dem "hire and fire"-Prinzip vorgehen und absurde Anforderungen stellen, sich an Absprachen nicht halten oder einfach Geld nicht überweisen. So z.B. Call-Center, Fast-Food-Ketten etc. etc. Da werden die Leute beschäftigt, solange die sich das bieten lassen und wenn sie aufmucken, fliegen sie raus - es gibt ja genügende Nachschub. Arbeitsrecht und Arbeitsschutz sind da nur lästig. Zeitarbeitsfirmen tun dann das übrige.
        Hier ein ganz übles Beispiel:
        Arbeiter zweiter Klasse - REPORT MAINZ | SWR.de

        Ob das hier im vorliegenden Fall so ist, wird wohl kein Außenstehender beurteilen können, auch nicht, ob der Ton angemessen war.
        Republicans hate ducklings!

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        • #5
          Ob das hier im vorliegenden Fall so ist, wird wohl kein Außenstehender beurteilen können, auch nicht, ob der Ton angemessen war.
          Das ist natürlich klar. Aber gegeben die Richtigkeit meiner Beschreibung (was hier natürlich keiner überprüfen kann), lässt sich wohl kaum in Frage stellen, dass meine Empörung berechtigt ist. Ich hätte mich eher geschämt, wenn ich die Klappe gehalten hätte.

          Nun gut. Zumindest gibt mir dieser Groll einen kräftigen Stimulus, mich im Studium ordentlich anzustrengen und schleunigst Studienrat zu werden. Die armen Kerle, die ihr Leben lang auf dermaßen lumpige Tätigen angewiesen sind und sich dementsprechend alles gefallen lassen müssen.

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          • #6
            Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
            Das ist natürlich klar. Aber gegeben die Richtigkeit meiner Beschreibung (was hier natürlich keiner überprüfen kann), lässt sich wohl kaum in Frage stellen, dass meine Empörung berechtigt ist. Ich hätte mich eher geschämt, wenn ich die Klappe gehalten hätte.
            Ja natürlich, du hattest allen Grund dich zu beschweren. Aber es kommt auf den Ton an, so wie du es beschrieben hast, dass ist keine Lösung um irgend einen Kompromiss zu finden. Egal in welcher Branche du zukünftig arbeitest, der Ton miteinander muss schon stimmen.
            Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
            die Internationale erkämpft das Menschenrecht


            das geht aber auch so

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            • #7
              Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
              Das ist natürlich klar. Aber gegeben die Richtigkeit meiner Beschreibung (was hier natürlich keiner überprüfen kann), lässt sich wohl kaum in Frage stellen, dass meine Empörung berechtigt ist. Ich hätte mich eher geschämt, wenn ich die Klappe gehalten hätte.

              Nun gut. Zumindest gibt mir dieser Groll einen kräftigen Stimulus, mich im Studium ordentlich anzustrengen und schleunigst Studienrat zu werden. Die armen Kerle, die ihr Leben lang auf dermaßen lumpige Tätigen angewiesen sind und sich dementsprechend alles gefallen lassen müssen.
              Genau das ist ja das Problem - als Student der gelegentlich bei sowas arbeitet hat man in der Regel auch die Möglichkeit sich zu wehren - das haben die Leute die auf solche Jobs angewiesen sind normalerweise nicht. Deswegen können Arbeitgeber auch so agieren wie von dir beschrieben - Widerspruch sind die nicht gewohnt, und wenn doch Zweifel kommen wirkt das Drohszenario wunderbar.
              Als davon nicht betroffener ist man natürlich in einer Zwickmühle - auf der einen Seite kann man seine Position nutzen um mal Contra zu geben, auf der anderen Seite zieht man sich dabei oft sogar den Mißmut seiner Kollegen zu weil man "Ärger" macht. Dennoch denke ich eigentlich daß der gelegentliche Hinweis auf zumindest basales Arbeitsrecht nicht schaden kann. Mit vielen Dingen würden Arbeitgeber nämlich auch bei nicht-tarifären Betrieben vor Gericht niemals durchkommen. Ich kenn aus ziemlich naher Anschauung die noch relativ geordneten Verhältnisse bei McDonalds, und vieles was da abgeht ist nicht nur skandalös sondern selbst in den beschränkten Verträgen klar als unzulässig geregelt. Andererseits hab ich als Inhaber eines "bequemen" Hiwi-Jobs natürlich auch leicht reden...

              Ansonsten würd ich sagen daß die Bedingungen deine rEntlassung eher irregulär waren - ich weiß jetzt ja nicht was in dem Vertrag steht, aber eine Kündigungsfrist von unter einer Minute...

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              • #8
                Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
                Ja natürlich, du hattest allen Grund dich zu beschweren. Aber es kommt auf den Ton an, so wie du es beschrieben hast, dass ist keine Lösung um irgend einen Kompromiss zu finden. Egal in welcher Branche du zukünftig arbeitest, der Ton miteinander muss schon stimmen.
                Nur dann, wenn du es auch mit vernünftigen Personen zu tun hast. Wenn du da nur billiger Lohnsklave bist, steht ein Kompromiss gar nicht zur Debatte. Dann führt auch die sachlich vorgetragene Beschwerde zur Kündigung bzw. zum Rausschmiss. Da kann man sich dann den "Auftritt" noch gönnen. Manchmal ist das sogar notwendig.
                Ich habe jahrelang gekellnert und als ich gekündigt hatte, wollte meine Chefin mich um meinen letzten Lohn prellen. Ich wurde wochenlang hingehalten. Irgendwann habe ich, als mich ihr "Gatte" erneut vertröstete, im Restaurantbereich die Stimme erhoben und meine Meinung zu dem Laden geäußert. Ich habe das Geld dann am gleichen Tag bekommen.
                Das sind natürlich Ausnahmefälle.

                @Jack: Was denn für Verträge? In solchen Verhältnissen werden doch keine Verträge gemacht, da geht erstmal Probezeit auf Handschlag, weil die meisten die Probezeit sowieso nicht überstehen.
                Republicans hate ducklings!

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                • #9
                  Als davon nicht betroffener ist man natürlich in einer Zwickmühle - auf der einen Seite kann man seine Position nutzen um mal Contra zu geben, auf der anderen Seite zieht man sich dabei oft sogar den Mißmut seiner Kollegen zu weil man "Ärger" macht.
                  Naja, Probleme mit den Vorgesetzten bekommt ja nur derjenige, der den "Ärger" macht. Von daher vermute ich, dass meine Kollegen angesichts meiner Empörung eher belustigt gewesen sind.

                  Nur dann, wenn du es auch mit vernünftigen Personen zu tun hast. Wenn du da nur billiger Lohnsklave bist, steht ein Kompromiss gar nicht zur Debatte.
                  Eben. In meinem Fall gab es ja gar keinen, der bereit gewesen wäre, mit mir über die Sache vernünftig zu diskutieren. Die Vorarbeiterin hat das Kommando durchgegeben, das Band angeschaltet und auf meine (zunächst noch ruhige) Beschwerde hin nur mit den Schultern gezuckt. Dass an der Anweisung "von oben" irgendetwas geändert werden könnte, schien überhaupt nicht im Rahmen des Denkbaren. Eine Kollegin hat mir sogar noch zugepflüstert: "Du musst das entweder machen oder gehen, so läuft das hier".


                  Was denn für Verträge? In solchen Verhältnissen werden doch keine Verträge gemacht, da geht erstmal Probezeit auf Handschlag, weil die meisten die Probezeit sowieso nicht überstehen.
                  Richtig. Von einem Vertrag war insbesondere bei mir als Ferienarbeiter überhaupt nicht die Rede. Ich weiß aber nicht mal, ob diejenigen, die ein Jahr oder länger dieselbe Arbeit erledigen, fest angestellt werden. Glaube ich eigentlich gar nicht.

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                  • #10
                    "Du musst das entweder machen oder gehen, so läuft das hier".
                    Genau das ist das Prinzip. Wenn man da mit Vertrag ankommt, ist man gleich schon unbeliebt und steht auf der Abschussliste ganz oben. Das kann man wohl machen, wenn man vom Arbeitsamt geschickt wird und da gar nicht arbeiten will, aber wenn man da wirklich Geld verdienen will, muss man sich 100%ig anpassen.
                    Du brauchst dir übrigens keine Sorgen zu machen: Wenn du später auch nicht Studienrat werden solltest, sowas wirst du nie machen müssen, denn Leute, die das Arbeitsrecht in der Bibliothek finden und lesen können, wollen die gar nicht haben.
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                    • #11
                      So wie du deine Reaktion und den ganzen Verlauf des Vorfalls beschreibst, war deine Reaktion auf jeden Fall Richtig. Auch Arbeitgeber haben sich elementare Höflichkeitsregeln zu halten und nicht rumzubrüllen, das muss sich kein Mitarbeiter gefallen lassen. Ich habe auch mal einige Zeit bei McDonalds gearbeitet, nach einem ähnlichen Vorfall hatte nicht ich die Konsequenzen zu ziehen, sondern der Vorarbeiter, eben weil ich mich gewehrt habe.
                      Ich würde den Vorfall auf jeden Fall nicht auf sich beruhen lassen, sonderm dem Laden die Gewerbeaufsicht und die Gewerkschaften auf den Hals hetzen. Es gibt ein Arbeitsrecht, an das sich alle Unternehmen zu halten haben, ob denen das nun passt oder nicht. Aber solange keiner Paroli bietet, glauben solche Leute natürlich sie können tun und lassen, was sie wollen.

                      Arbeitsrecht und Arbeitsschutz sind da nur lästig. Zeitarbeitsfirmen tun dann das übrige.
                      Hier ein ganz übles Beispiel:
                      Arbeiter zweiter Klasse - REPORT MAINZ | SWR.de
                      Fairerweise sollte man aber auch feststellen, das die Mehrzahl der Zeitarbeitsfirmen, auch bei den kleineren, vernünftig arbeitet und die Gesetze einhält. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer wieder.

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                      • #12
                        Also ich kann die Reaktion eigentlich nachvollziehen. Ich gehe einfach mal davon aus, du weißt, dass zwei Arbeiter die normale Einteilung gewesen wären. Also das es so eigentlich richtig gewesen wäre.

                        Klar, hast du das Recht dich zu muckieren, solltest dir aber bewusst sein, dass so dein Chef dich Feuern kann (bei Aushilfen und Ferienjobbern gibt es genug die deinen Platz einnehmen wollen würden). Wenn es dir das Wert ist kannste dich eigentlich in zu ziemlicher jeder Art und Weise beschweren und auslassen.

                        Ich bin Aushilfe in einem Subway Store und kann nicht gerade sagen, dass ich überbezahlt bin. 6.00 Euro Stundenlohn und 7,50 bei ner Nachtschicht. Ich mach fast nur Nachtschichten und da wir meistens nur zwei Leute in einem Store sind fallen während einer Schichte viele Aufgaben an: Service, Gastraum sauberhalten, Müll raus, Vorbereiten von Zutaten, Kasse, Spülen, Toiletten putzen und Böden wischen (Wir ham keine Putzfrau). Das klingt eigentlich nach körperlich leichten Aufgaben zerrt aber Nachts vor allem an den Nerven. Man möchte vor Ladenschluss möglichst viel fertig bekommen und das lässt die Kundschaft meistens zu. Da wir nur zu zweit in dem Laden sind gibt es auch keine Pausen. Es ist harte Arbeit, allerdings macht es auch Spass. Da ich auch mit allen aus dem Team und meinem Chef prima zurechtkomme habe ich mich auch nie beschwert. Da mir der Job als Nebenverdienst wichtig war und ich eigentlich gut klargekommen bin, gab es dazu keinen Anlass. Trotzdem sind die Verhältnisse dort auch so, dass man halt sauviel tun muss damit Personal- und anderweitige Kosten nicht zu hoch werden.

                        Wenn man in solchen Betrieben 'einfache' Arbeiten verrichtet muss man damit rechnen, schlecht bezahlt und eventuell ausgebeutet zu werden. Deshalb wechselt das Personal auch immer wieder, da nicht alle es lange in solchen Läden aushalten (also jetzt aus dem Fast Food Bereich gesehen). Ist auch ne Glückssache. ich hab Glück, dass mein Chef total in Ordnung ist und ich trotz harter Arbeit immer wieder Spass dran hab. Wenn man aber sich aber unterdrückt fühlt (oder auch tatsächlich wird, so wie du es geschildert hast) dann finde ich die Reaktion okay. Man muss echt nicht alles mit sich machen lassen. Gut ist, dass du nicht auf den Betrieb angewiesen warst. Mir tun die armen Schweine Leid, die 25 oder mehr Jahre ihres Lebens, solche Arbeiten verrichten. Hart und Kräftezehrend. Ich habe vor diesen Menschen mittlerweile großen Respekt....
                        Ich hab' nur einen Wachtmeister getrunken, Herr Jägermeister!
                        Scheiss auf Achterbahn, ich mach den Looping im Benz

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                        • #13
                          Zitat von Kopernikus Beitrag anzeigen
                          Fairerweise sollte man aber auch feststellen, das die Mehrzahl der Zeitarbeitsfirmen, auch bei den kleineren, vernünftig arbeitet und die Gesetze einhält. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer wieder.
                          Das mag natürlich sein, das will ich nicht bezweifeln. Und ja, natürlich zeihen die schwarzen Schafe die meiste Aufmerksamkeit auf sich.
                          Republicans hate ducklings!

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                          • #14
                            Zitat von 3of5 Beitrag anzeigen
                            Naja, Probleme mit den Vorgesetzten bekommt ja nur derjenige, der den "Ärger" macht. Von daher vermute ich, dass meine Kollegen angesichts meiner Empörung eher belustigt gewesen sind.
                            Das ist nicht zwangsläufig so - bei vielen Betrieben wird dann schlecht eLaune gerne mal an allen Beschäftigten ausgelassen. Ist auch eine beliebte Taktik um die Arbeiter gefügig zu halten: Beschwert euch doch bei x über y, dem habt ihr das zu verdanken. Dann richtet sich nämlich der Unwille nicht gegen den Chef sondern dend er aufgemuckt hat...

                            Richtig. Von einem Vertrag war insbesondere bei mir als Ferienarbeiter überhaupt nicht die Rede. Ich weiß aber nicht mal, ob diejenigen, die ein Jahr oder länger dieselbe Arbeit erledigen, fest angestellt werden. Glaube ich eigentlich gar nicht.
                            Ob fest angestellt oder nicht - irgendwas schriftliches muss es geben. Und wenn nicht, handelt es sich wohl um Schwarzarbeit - dann hat man natürlich schlechte Karten gegen Ausbeutung; es sei denn man hetzt dem nach der Entlassung das Amt auf den Hals...

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                            • #15
                              @3of5: Ich finde das du Recht hast und dich auch richtig verhalten hast. Man darf sich nicht so schnell einschüchtern lassen. Leider gibt es in der Realität wirklich genug Firmen wo Mitarbeiter(nicht nur im Lager/Produktion) Tätigkeiten von 2 Personen(oder noch mehr) machen müssen. Weil schön wegrationalisiert wird. Viele haben Angst und ziehen mit.

                              Ich hatte mal bei UPS eine Betriebsbesichtigung im Logistikzentrum gemacht und da meinte der Betriebsleiter gleich "Wir haben hier eine vorgebene Stundenstückzahl und wer die nicht schafft ist raus. Sind ja schließlich ein amerikanisches Unternehmen und kein Deutsches!".

                              Da wußte ich gleich das ich dort nicht arbeiten werde. Auch wenn die besser zahlen. Doch leider ist es in vielen deutschen Betrieben mitlerweile auch so.

                              Ich hatte in der letzten Zeit ein 4 wöchiges Praktikum als Lagerhelfer und Gapelstaplerfahrer gemacht. Keinen Cent bekommen und gearbeitet wir ein Irrer. Am Anfang meinte der Betriebsleiter "Es bestünde Aussicht auf Arbeit. Wenn ich gut bin, dann kann ich da ne Stelle bekommen." "Gut", dachte ich mir. Und habe reingeklotzt ohne Ende. Der Betriebsleiter war am Anfang des Praktikums im Urlaub. Nach 2 Wochen kam er wieder. Hat sich dann fast gar nicht mehr an mich erinnert. Meinte dann in einen kurzen Gespräch:" Wir können Sie wahrscheinlich nicht direkt übernehmen. Aber es besteht die Möglichkeit eines späteren Abrufs!". Das hat mich schon ein wenig deprimiert und ich mich richtig ausgebeutet gefühlt. Zumal mich keiner der anderen Arbeitnehmer für einen Praktikanten gehalten hat. Die dachten ich wäre von einer Leihfirma. Zum Ende das Praktikums kam dann eine Beurteilung "Sie waren nicht besonders gut, nicht schlecht. Normal." Es hätte nicht gereicht. Aber vielleicht meldet die Firma sich nochmal wenn sie zum Ende des Jahres umziehen und den Sitz wechseln.

                              Obwohl ich mir wirklich auf Deutsch gesagt den Arsch aufgerissen habe. 100%Leistung sind zu wenig. Ich war körperlich und auch geistig am Ende(Staplerfahren in einen sehr enge Lager mit vielen Fußgängern -Stress pur!). Vielleicht hatte der das mit der Übernahme auch nur am Anfang gesagt damit ich(so naiv wie ich bin) motivierter und umsonst arbeite - reine Ausbeutung!

                              Das hat mir gereicht. Ich habe auch kein Interesse mehr an der Firma. Wollte es wenn dann sowieso nur übergangsmäßig machen. Bis ich eine Umschulung genehmigt bekomme.

                              Und noch was zu Gewerkschaften: Wenn du(oder andere hier) in einer Gewerkschaft bist und die Firma keinen Betriebsrat hat, Kollegen nicht Mitglieder sind, sag denen nichts davon. Die machen dich voll runter. Das habe ich mal in einer Ausbildung am eigenen Leibe erfahren. Da hatte ich in meiner damaligen Malerausbildung auf Urlaubsgeld bestanden. Danach hat die Kammer beim Chef angerufen. Er mußte zahlen. Aber der hat mich danach nur noch gemobbt. Nochmal würde ich das auch nicht machen.

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