Streiks nie dort wo sie (zumindest von Teilen des Volkes) gern gesehen werden? - SciFi-Forum

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Streiks nie dort wo sie (zumindest von Teilen des Volkes) gern gesehen werden?

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    #61
    Zitat von newman Beitrag anzeigen
    Ja klar, so viel hab ich aus deinen Aussagen auch herausgelesen. Aber Gesellschaft ist recht weit gefasst und ungreifbar. Gibt es etwas konkretere, fassbarere Vorstellungen von marx.
    Der Kommunismus an sich hört sich als Idee natürlich nett an, nur sehe ich keine Möglichkeit über bisherige Versuche oder Vorstellungen heutiger Linken über den Sozialismus diesen zu erreichen, ein Staat, der plant mündet mit weit höherer Wahrscheinlichkeit in totalitären Systemen. Das geht imho nur über einen soziologischen Gesellschaftswandel von innen nach außen, nicht von außen nach innen, und da bin ich etwas zu sehr auf dem harten Boden der Realität verhaftet um es als mehr als eine abstrakte, theoretische Gedankenspielerei anzusehen.
    Deswegen verfolgen heutigen linke Parteien eher das Ideal des Demokratischen Sozialismus, bzw. den sogenannten "Dritten Weg", der dem Ordoliberalismus nicht unähnlich ist.

    Das Problem der Ostblockstaaten war die Annahme, das Vegesellschaftung mit Verstaatlichung gleichzusetzen ist. Die Annahme ist aber falsch. Die Produktionsbetriebe (Kleinunternehmen und familiäre Betriebe sind eigentlich davon ausgeschlossen, Privateigentum ist durchaus mit Sozialismus vereinbar) sollen von den Arbeitern selbst verwaltet werden, der Staat ist nur dafür verantwortlich die Bedürfnisse der Gesellschaft zu evaluieren und an die unabhängigen Betriebe weiterzugeben.
    Natürlich lässt sich im Marx´schen Modell trefflich über die Rolle der Partei (die erst bei Lenin wirklich so immens hervorgehoben wird) und des Proletariats streiten, bzw. die "Diktatur" desjenigen, streiten.

    Zitat von Stormking
    Nun, Besteuerung von Gewinnen ist auch etwas anderes als Beschränkung von Gewinnen. Selbst wenn der Spitzensteuersatz bei 90% läge, dürfte ich von jedem verdienten Euro noch 10 Cent behalten, mehr Arbeit ergäbe also nachwievor mehr Geld.

    Bei einer Beschränkung der Gewinne wäre das nicht so.
    Natürlich redet niemand davon, dass Unternehmen nur noch eine bestimmte Summe Gewinn machen dürfen. Alleine die Idee ist absurd.

    Des weiteren: Ebenso wie du habe ich selektiv zitiert

    Im übrigen sind die Begriffe "Rechtsstaat" und "Demokratie" inhaltsleer und definierbar. Sie können also nicht synonym verwendet werden, bis eine Definition der Begriffe erfolgt ist.

    "Marktwirtschaft" und "Kapitalismus" sind bereits inhaltliche und definierte Begriffe.
    Möp!

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      #62
      Deswegen verfolgen heutigen linke Parteien eher das Ideal des Demokratischen Sozialismus, bzw. den sogenannten "Dritten Weg", der dem Ordoliberalismus nicht unähnlich ist.
      Unter demokratischem Sozialismus hatte ich mir irgendwie was etwas anderes vorgestellt, Sozialismus in der Wirtschaft mit gewählten Vertretern in der Politik. Das erklärt auch die SPD Politik, linke Stimmen durch krasse Ausdrucksweisen einfangen, die im Grunde im Kern ordoliberale Wirtschaftspolitik beinhaltet

      Privateigentum ist durchaus mit Sozialismus vereinbar
      Da will ich noch mal nachhaken.

      "Im Sozialismus muss der Staat durch Pläne versuchen die Bedürfnisse der Gesellschaft vorherzusagen und dies an die Betriebe weitergeben, die sich idealerweise selbstverwalten und sich im Besitz der dort arbeitenden Menschen befindet."

      Der Staat plant und der Besitz liegt bei den Menschen (auch das Eigentum und Eigentumsrechte wie nach §903 BGB "...kann mit der Sache nach Belieben verfahren, soweit nicht Rechte Dritter entgegenstehen ?)
      Ist das dann nicht ein Widerspruch?
      Wenn der Staat plant hängt vielleicht mein Name auf dem Eingangsschild vor der Fabrik und steht im Vertrag, aber faktisch bin ich dann endmündigt.
      Was geschieht wenn ich den staatlichen Masterplan für theoretisch Unsinn irgendwelcher Staatsbeamten im fernen Berlin vor ihren netten Computern halte und einfach das, in der Menge produziere wie es mein freier Wille wünscht. Drohen dann Sanktionen? Wenn ja, wäre meine Freiheit gefährdet, wenn nein ist das System stets vom inneren Zerfall bedroht.

      Im übrigen sind die Begriffe "Rechtsstaat" und "Demokratie" inhaltsleer und definierbar.
      "Marktwirtschaft" und "Kapitalismus" sind bereits inhaltliche und definierte Begriffe.
      Zumindest Rechtsstaat ist sehr wohl recht gut ausdefiniert, besser als Kapitalismus wahrscheinlich.
      Marktwirtschaft bezeichnet die Funktionsweise des Kapitalismus, wie der Begriff schon sagt über Märkte.

      Kommentar


        #63
        Zitat von newman Beitrag anzeigen

        Da will ich noch mal nachhaken.

        "Im Sozialismus muss der Staat durch Pläne versuchen die Bedürfnisse der Gesellschaft vorherzusagen und dies an die Betriebe weitergeben, die sich idealerweise selbstverwalten und sich im Besitz der dort arbeitenden Menschen befindet."

        Der Staat plant und der Besitz liegt bei den Menschen (auch das Eigentum und Eigentumsrechte wie nach §903 BGB "...kann mit der Sache nach Belieben verfahren, soweit nicht Rechte Dritter entgegenstehen ?)
        Ist das dann nicht ein Widerspruch?
        Wenn der Staat plant hängt vielleicht mein Name auf dem Eingangsschild vor der Fabrik und steht im Vertrag, aber faktisch bin ich dann endmündigt.
        Was geschieht wenn ich den staatlichen Masterplan für theoretisch Unsinn irgendwelcher Staatsbeamten im fernen Berlin vor ihren netten Computern halte und einfach das, in der Menge produziere wie es mein freier Wille wünscht. Drohen dann Sanktionen? Wenn ja, wäre meine Freiheit gefährdet, wenn nein ist das System stets vom inneren Zerfall bedroht.
        Auch in der heutigen BRD verteilen staatliche Stellen Aufträge an die Industrie, z.B. wenn Busse für den ÖPNV geordert werden (sofern sie noch im kommunalen Besitz sind), Gewehre oder Klopapier für die Bundeswehr oder Bleistifte für das Schulamt.

        Erweitert würde der Staat nun auch andere Dinge ordern, die voraussichtlich in großen Mengen gebraucht werden, es geht hier im Übrigen nur um die industrielle Produktion.

        Der sozialistische Staat ist außerdem dezentral organsisiert (Räte-Demokratie!), d.h. nicht ein Beamter im fernen Berlin entscheidet, sondern der Rat vor Ort.

        Jedenfalls idealerweise...


        Zumindest Rechtsstaat ist sehr wohl recht gut ausdefiniert, besser als Kapitalismus wahrscheinlich.
        Marktwirtschaft bezeichnet die Funktionsweise des Kapitalismus, wie der Begriff schon sagt über Märkte.
        "Rechtsstaat" bedeutet nur Staat in dem Recht herrscht (rule of law). Inhaltlich ist der Begriff aber definierbar.

        So ist im europäischen Zusammenhang z.B. der Rechtsstaat über die Traditionen der Gesetzgebung und Rechtssprechung im humanistischen/ liberal-egalitärem Sinne und in der Tradtiton des Zivilrechts, das bis auf die römischen Kodizes zurückgreift.

        Ein Staat der der per Gesetz ethnische Minderheiten auschließt, Frauen das Wahlrecht verweigert und die Todesstrafe führt ist auch ein "Rechtsstaat", wenn er sich an diese Gesetze hält und sie ausführt.

        Martkwirtschaft und Kapitalismus lassen sich aber als Begriffe nicht mit anderen Inhalten füllen.

        Höchstens Matkwirtschaft variiert je nach Attribute (z.B. durch das Attribut "frei" oder "sozial")
        Möp!

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          #64
          Auch in der heutigen BRD verteilen staatliche Stellen Aufträge an die Industrie
          In dem Fall tritt die BRD eben einfach als weiteres Unternehmen auf, das von der freien Wirtschaft für die eigenen Besitztümer (Schule) einkauft.
          Interessant wirds doch erst bei Dingen wie den öffentlichen Gütern, die der Staat selbst planen, steuern und durchführen muss, weil sie in einer Marktwirtschaft nicht funktionieren würden, oder nicht nicht im politisch gewollten Ausmaß. Und das gehört mitunter zu den ineffizientesten Abläufen der Wirtschaft, bei denen oft Steuern unnötig verschwendet werden.

          Erweitert würde der Staat nun auch andere Dinge ordern, die voraussichtlich in großen Mengen gebraucht werden, es geht hier im Übrigen nur um die industrielle Produktion.
          Wie genau stellst du dir das vor? Der Staat ordert die Produkte wie bei den Bleistiften bei einer freien Wirtschaft und verteilt sie dann unter den Menschen? Warum gehen die Menschen nicht direkt zur Industrie oder deren Mittelsmänner? Der Staat dazwischen lohnt nur wenn er teuer einkauft, billig oder gratis verteilt. Was glaubst du was für Konsequenzen das hätte und wie die Wirtschaft darauf reagieren würde?

          "Rechtsstaat" bedeutet nur Staat in dem Recht herrscht (rule of law). Inhaltlich ist der Begriff aber definierbar.
          Gut, jetzt verstehe ich dich. Rechtsstaat ist je nach Staat anders definiert und Marktwirtschaft/Kapitalismus nicht.
          Ja, aber Marktwirtschaft ist trotzdem kein reines Synonym von Kapitalismus, es ist eine Teilmenge des Kapitalismus.
          Zuletzt geändert von newman; 27.02.2008, 18:26.

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            #65
            So, Leuts, es geht wieder los!

            Tagesschau.de: Schlichtung gescheitert - Ab April drohen neue Streiks im öffentlichen Dienst

            Im öffentlichen Dienst könnte es ab Mitte April zu einem Streik kommen. Die Gewerkschaft ver.di will den Schlichterspruch nicht akzeptieren. Dieser biete nicht einmal den Inflationsausgleich, sagte der ver.di-Chef Frank Bsirske. Die Arbeitgeber aus Bund und Kommunen akzeptierten den Spruch dagegen.
            Lohnerhöhung in zwei Schritten

            Die Schlichter schlagen nach Angaben der Schlichtungsstelle in dem Tarifkonflikt um mehr Geld für die 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen neben einer zunächst vierprozentigen Entgelterhöhung ab April auch längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten in Westdeutschland vor. Im Januar 2009 würden die Beschäftigten demnach nochmals zwei Prozent mehr erhalten. Dazu kämen Einmalzahlungen in Höhe von 450 Euro. Im Gegenzug soll die Arbeitszeit im Westen auf 39,5 Stunden erhöht werden; im Osten soll sie bei 40 Stunden bleiben.
            Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
            Stalter: "Nope, it's all bad."

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              #66
              in der Schweiz streiken sie auch...

              Die Medienmitteilungen der SBB Cargo

              Und die der Gewerkschaft
              Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

              - Florance Ambrose

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                #67
                Die Post (Mtarbeiter ) plant auhch Streiks für heute und morgen in Bayern ( weis net ob sonst noch wo) und das gerade wo cih auf einen Brief warte :'(
                Poststreik fhrt in deutschen Stdten zu leeren Briefksten (Zrich , NZZ Online)
                Die 2 Seiten der Medaille
                Alles hat zwei Seiten, wer seine Augen öffnet wird beide sehen, wird die Realität erkennen.
                Doch wer seine Augen verschließt wird nur eine Seite sehen können, wird nur das Schlechte in allem sehen.
                ein netter kleiner Sinnspruch.....

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                  #68
                  Also mein Sohn ist zufrieden , er bekommt jetzt 70 Euro mehr Gehalt!Die Streiks bei uns von Verdi haben es gebracht !
                  Es gibt Leute, die haben sich schon totgemischt.
                  Nur durch gründliches Mischen wird der Verdacht des Falschspielens ausgeräumt.
                  Das hoffe ich sehr! (Stammtisch Süd)

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