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Der Unterschied zwischen Genre und Setting

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  • Der Unterschied zwischen Genre und Setting

    Eine Offtopic diskussion --> als neuer Thread

    Start der OT Diskussion hier:
    http://www.scifi-forum.de/science-fi...ml#post2334973

    Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
    Eigentlich kann ich mir's auch in die Sig schreiben:
    Ich Liebe SciFi aber nicht Social im SciFi-Gewand!
    Zitat von Akhensefu Beitrag anzeigen
    hmmm... eigentlich kann man das so nicht sagen... scifi ist eigentlich kein genre sondern ein zeit-setting ist... genau wie mittelalter-fantasy oder (meisst einfach nicht mitgenannt) "neuzeit" (im engl. "modern")...

    scifi ist allerdings manchmal kein reines zeitsetting, da es normal "modern" ist mit futuristischen elementen (wie man es sich halt vorstellt)... so ist es bei stargate

    "social" (wie du es nennst) ist ansich aber ein genre...

    in allen settings können so auch die unterschiedlichen genres vorkommen... sei es action, comedy, "social", horror oder sonstige ungenannte

    kleine beispiele:
    Name (Setting - Genre)
    Event Horizon (SciFi - Horror)
    Galaxy Quest (Scifi - Comedy)
    Gamer (SciFi - Action)
    Walking Tall (Neuzeit - Action)
    Wutprobe (Neuzeit - Comedy)
    etc.

    welches genre man mag sollte man auch eigentlich wissen... und wenn du "social" nicht magst, wirst du SGU wahrscheinlich (gerade in den ersten folgen) nichts abgewinnen können... weil es einfach nicht dein genre ist...

    bei dem setting scifi wird aus irgendeinem grund, der mir fremd ist, meisstens das genre nicht genannt... obwohl es durchaus vorhanden ist

    dass SGU also ein "Social im SciFi-Mantel" ist, ist also kein fakt
    Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
    Science Fiction ist schon ein Genre, aber es kann sich mit anderen Genres überschneiden (das kennt man im Prinzip schon von konventionelleren Genres, siehe z.B. die Actionkomödie), zumal es zu vielen anderen Genres quer liegt (d.h. nicht in einer entweder-oder Situation ist).
    Zitat von Akhensefu Beitrag anzeigen
    nö, weil es lediglich angibt, ob es mehr technisch angehaucht ist als unsere aktuelle tech, oder nicht... man weiss dabei nicht, was für eine art film/serie es nunmal ist...

    schau dir mal die folgenden genres im vergleich an...
    action, du weisst, da geht die post ab (oder sollte die post abgehen)
    comedy ist lustig, oder sollte zumindest lustig sein...
    horror sollte sich auf schockelementen oder gruselfaktoren aufbauen
    etc etc

    scifi gibt nicht an, ausser in welchem rahmen sich ein genre bewegt... was die definition eines setttings ist... die definition eines genres besagt, welche ART film... oder auch gattung ein film besitzt (auf Filme bezogen natürlich)

    ein setting ist der rahmen in dem das ganze handelt...

    allerdings gebe ich dir recht, dass Scifi heutzutage gerne einfach als genre bezeichnet wird (was so nur umgangssprachlich ein genre ist, da es in der eigentlichen definition falsch ist)... allerdings weisst du nicht, ob da jetzt die post abgeht, ob das lustig sein soll oder ob es gruselig sein soll etc...

    da mittlerweile also nur SciFi genannt wird, wenn es sich um Technisch angehauchte filme (mit fantasietech oder noch nicht auf dem stand unserer tech) dreht, geht natürlich sie bezeichnung Setting unter...

    Genre im Duden
    Setting im Duden

    ich gehe bewusst nicht nach wiki, da dort bekanntlicherweise viel müll steht... in diesem fall natürlich auch:
    Code:
    Bei Filmen gibt es eine Vielzahl von Genres, die sich weitgehend mit Genres der Literatur decken (Krimi, Horror, ScienceFiction, Erotik, Satire). Eine umfangreiche Liste ist unter Filmgenre zu finden. Hier nur einige Beispiele:
    
        * Kriminalfilm
        * Komödie
        * Western, Eastern (eigentlich: Setting)
        * Kriegsfilm (bin mir hier nicht ganz sicher... kann ein Setting mit meisstens dem genre action sein...)
        * Erotikfilm (hier weiss ich es beim besten willen nicht)
        * Roadmovie (hier auch nicht.... hab mir noch kein roadmovie angeschaut)
        * Sciencefiction (eigentlich: Setting)
        * Fantasy (eigentlich: Setting)
        * Horrorfilm
        * Actionfilm
        * Dokumentarfilm
        * Drama
        * Thriller
    das was dort steht ist lediglich die heutige ansicht von otto normalverbraucher, aber streng nach definition falsch
    in rot steht da was von mir
    Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
    Was der Duden schreibt, widerspricht doch gar nicht der Aussage, dass Science Fiction ein Genre ist.

    Letztlich ist es aber auch nicht die Aufgabe des Duden, das zu definieren, da es sich um eine wissenschaftliche und nicht um eine sprachliche Frage handelt. Der Duden kann ja nur festhalten, wie das Wort verwendet wird, und da wird er höchstwahrscheinlich selbst auf Lexikonwissen zurückgreifen.

    Und wenn man z.B. in die Encyclopaedia Britannica schaut, wird dort Science Fiction ebenfalls als Genre diskutiert (was es ja auch historisch und von der Rezeption her ganz klar ist), sowohl im "Science Fiction" Artikel selbst als auch im Genreteil des "Motion Picture" Artikels, der an der Stelle Wikipedia nicht widerspricht.

    Der von Dir ebenfalls genannte Western ist sogar eines der am häufigsten analysierten Genres.
    der duden beschreibt allerdings, dass setting eher dem entspricht, wo scifi hingehört... ausserdem wurde bis ende der 80er scifi auch noch als setting beschrieben

    wenn du es so sehen magst ist es genre UND setting

    ausserdem sollte dir klar sein, dass die definition online nicht ganz komplett ist... desweiteren kann man von mir aus auch "Crap" "Bullshit" oder sonst was laut deiner aussage, dass es nicht negiert ist, als genre bezeichnen... sind sie aber nicht

    anhand des teiles der definition von setting, geht meiner meinung nach klar hervor, dass es sich bei scifi um ein setting handelt...

    ich persönlich werde ein setting nicht als gleich mit genre sehen, weil mir mein verstand schon sagt, dass es nicht als gleichwertig zu sehen ist
    ein genre sollte mir verraten, ob der film nunmal gefühlsduselig, rasand, gruselig, rätsellösend, etc. ist scifi verrät mir nur dass es sich um einen technisch angehauchten film handelt... ich habe immernoch keine ahnung ob es sich um einen schnulzigen, einen traurigen, einen stressigen oder einen was weis ich film handelt... oder weisst du allein von dem begriff scifi worum es sich um einen wie gesagt traurigen, komischen etc film handelt?

    das selbe beim western. ich weiss lediglich, dass es cowboy und indianer sind, die darin vorkommen (siehe begriff: setting)
    western wurde umgangssprachlich allerdings schon weit vor scifi als genre bezeichnet

    auch bei "renaissance" oder anderen settings vertrete ich diese meinung... renaissance gilt zum glück noch pur als setting... ich frag mich wie lange noch

    die encyclopaedia britannica hab ich nicht hier... und in dem online teil sehe ich keine begriffsdefinitionen, sondern nur reinen sprachgebrauch (auch umgangtsprache)... ich rede aber von der definition!
    umgangssprachlich ingoriere ich dabei natürlich... und auch herzlich gern

    und falsch... es ist die aufgabe des dudens die definitionen unserer sprache festzuhalten... auch wenn es sich um "eingedeutschte" wörter handelt... diese müssen auch stimmen... soweit ich mich erinnere, hat man sich vor wikipedia sogar noch nach dem duden gerichtet...

    aber im zeitalter des internets scheint sich niemand mehr um begriffsdefinitionen zu scheren... (das war aber auch abzusehen)

  • #2
    Es gibt keine Begriffsdefinition im Vakuum. Der Duden kann auch nur darstellen, wie der Begriff in der Fachwelt verwendet wird.

    Entsprechend gibt es auch weitläufige Studien zur Entwicklung von Genres (z.B. des Westerns). Das macht für ein reines Setting weniger Sinn, da ein Setting ja inhaltlich weitgehend neutral ist.

    Kommentar


    • #3
      thx btw. (dass du hier nochmal gepostet hast)

      Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
      Es gibt keine Begriffsdefinition im Vakuum. Der Duden kann auch nur darstellen, wie der Begriff in der Fachwelt verwendet wird.
      das ist eine seltsame ausdrucksweise...
      nun keine begriffsdefinition in der leere/im nichts? stimmt... wo keine worte sind, können keine worte definiert werden...
      wo allerdings worte sind, da sind auch worte definiert... so funktioniert "sprache"

      immerhin weisst du, was gemeint ist, wenn ich "ich" sage... denn du kennst die definition... und der duden stellt einfach die klaren definitionen der worte zur verfügung... ob teilweise umgangssprachliche definitionen berücksichtigt werden, weiss ich nicht... bin aber nie auf eine solche definition eines wortes gestoßen... nichtmal ein hinweis auf eine umgangssprachliche definition...

      also wird die definition der fremdworte genre und setting die klare definition der worte sein...

      Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
      Entsprechend gibt es auch weitläufige Studien zur Entwicklung von Genres (z.B. des Westerns). Das macht für ein reines Setting weniger Sinn, da ein Setting ja inhaltlich weitgehend neutral ist.
      ja, es gibt studien über die entwicklung von western... nur beachtest du nicht die worte hinter western... man meint z.B. Western-Action, Western-Comedy, "Western-bla"
      und zwar gibt es z.B. mehr comedys unter western

      und es macht für ein setting schon sinn... denn so sieht man die häufigkeit von genres in bestimmten settings... sry, also wenn ich diesen kommentar nicht nachvollziehen kann wie einige andere von dir

      eigentlich kann ich sogar die meissten kommentare in dem thema nachvollziehen, da mir klar ist, dass du dich, zumindest in dem bereich, dem umgangssprachlichen bedienst... (in der bedeutung)

      Kommentar


      • #4
        Es handelt sich nicht um Umgangssprache, sondern um Fachsprache. Etymologisch kommt das Wort Genre aus dem Französischen und bedeutet einfach nur "Art". Jede darüber hinausgehende Verwendung des Wortes wird nicht vom Duden festgelegt, sondern kommt aus der Wissenschaft. Der Duden kann nur beschreiben, wie dieses Wort in der Wissenschaft verwendet wird. Und so habe ich es auch verwendet.

        Der Begriff Setting greift umgekehrt zu kurz, um Western oder Science Fiction zu beschreiben. Western oder Science Fiction können einen Teil des Settings ausmachen, aber damit erschöpft sich ihre Bedeutung nicht. Das Eigenleben dieser Kategorien geht darüber hinaus.


        Und um nochmal etwas zur Sprache zu sagen: Selbst Begriffe, die keine Fachbegriffe sind, definieren sich letztlich über ihren Gebrauch und nicht über ihre Etymologie. So hat z.B. das Wort "geil" über die Jahrhunderte einen Bedeutungswandel durchgemacht. Der Duden kann nur versuchen, das präzise zu dokumentieren.

        Aus dem gleichen Grund hat der Duden z.B. im Laufe der Zeit die Unterscheidung zwischen "der gleiche" und "derselbe" aufgeweicht. Das entspricht einfach dem Sprachgebrauch. Es gibt letztlich keine Wortdefinitionen im luftleeren Raum.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
          Es handelt sich nicht um Umgangssprache, sondern um Fachsprache. Etymologisch kommt das Wort Genre aus dem Französischen und bedeutet einfach nur "Art". Jede darüber hinausgehende Verwendung des Wortes wird nicht vom Duden festgelegt, sondern kommt aus der Wissenschaft. Der Duden kann nur beschreiben, wie dieses Wort in der Wissenschaft verwendet wird. Und so habe ich es auch verwendet.
          "umgangssprache" war nicht auf die verwendung "genre" bezogen, sondern "scifi" und andere... fremdwort habe ich genre genannt, weil es aus dem französischen kommt, da sind wir uns also auch einig... dass der duden etwas definiert habe ich nie behauptet,... gesagt habe ich lediglich, dass der duden die definitionen festhält... desweiteren hast du die definition mit "art" nicht verneint, sondern lediglich einfacher dargestellt... sprachwissenschaftlich kann es für ein fremdwort durchaus mehrere äquivalente geben, die allerdings alle etwas ähnliches ausdrücken... das ist bei Genre (Art, Couleur, Gattung, Gruppe, Kategorie, Klasse, Schlag, Sorte, Spezies, Typ, Wesen, Zweig) auch der fall... wobei andere äquivalente wohl ein wenig genauer sind als "art"
          Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
          Der Begriff Setting greift umgekehrt zu kurz, um Western oder Science Fiction zu beschreiben. Western oder Science Fiction können einen Teil des Settings ausmachen, aber damit erschöpft sich ihre Bedeutung nicht. Das Eigenleben dieser Kategorien geht darüber hinaus.
          streng genommen ist das falsch... "western" bedeutet im eigentlichen, dass es in der zeitspanne 1800 spielt und aller wahrscheinlichkeit nach in amerika... damit erschöpft sich die bedeutung durchaus... was sich nicht erschöpft is das genre dahinter... da das genre des westerns zur damaligen zeit immer das selbe war, erübrigte sich nur die erwähnung... also ist "western" umgangsprachlich ein genre... nicht aber, wenn man es streng sieht... ähnlich ist es bei scifi...

          Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
          Und um nochmal etwas zur Sprache zu sagen: Selbst Begriffe, die keine Fachbegriffe sind, definieren sich letztlich über ihren Gebrauch und nicht über ihre Etymologie. So hat z.B. das Wort "geil" über die Jahrhunderte einen Bedeutungswandel durchgemacht. Der Duden kann nur versuchen, das präzise zu dokumentieren.
          stimmt... du solltest nur beachten, dass in der sprachwissenschaft einige worte sich allerdings nach anderen definieren... eine andere verwendung als normal üblich nennt man auch dabei "umgangssprachlich"
          das wort "geil" definiert sich selbst durch verwendung, genre und setting ebenso... bei den einzelnen genres und settings ist das aber nicht der fall, da sie sich durch zuvor genannte definieren

          Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
          Aus dem gleichen Grund hat der Duden z.B. im Laufe der Zeit die Unterscheidung zwischen "der gleiche" und "derselbe" aufgeweicht. Das entspricht einfach dem Sprachgebrauch. Es gibt letztlich keine Wortdefinitionen im luftleeren Raum.
          zum luftleeren raum habe ich bereits was gesagt... definitionen sind immer da, solange etwas definiert werden muss... worte werden definiert... auch wenn die meissten worte passiv durch gebrauch definiert werden... andere aktiv durch andere worte

          Kommentar


          • #6
            Zitat von Akhensefu Beitrag anzeigen
            "umgangssprache" war nicht auf die verwendung "genre" bezogen, sondern "scifi" und andere... fremdwort habe ich genre genannt, weil es aus dem französischen kommt, da sind wir uns also auch einig... dass der duden etwas definiert habe ich nie behauptet,... gesagt habe ich lediglich, dass der duden die definitionen festhält... desweiteren hast du die definition mit "art" nicht verneint, sondern lediglich einfacher dargestellt... sprachwissenschaftlich kann es für ein fremdwort durchaus mehrere äquivalente geben, die allerdings alle etwas ähnliches ausdrücken... das ist bei Genre (Art, Couleur, Gattung, Gruppe, Kategorie, Klasse, Schlag, Sorte, Spezies, Typ, Wesen, Zweig) auch der fall... wobei andere äquivalente wohl ein wenig genauer sind als "art"
            "Art" ist die genaueste Übersetzung des ursprünglichen französischen Worts. Für den deutschen Fachbegriff wäre wahrscheinlich Gattung das beste Äquivalent. Aber auch dieser Begriff meint aus sich selbst heraus eigentlich nur Dinge, die im Vergleich zu anderen Dingen einer irgendwie ähnlichen Kategorie etwas gemeinsam haben. Ob damit ein Drama im Unterschied zum Epos gemeint ist oder ein Western im Unterschied zu SciFi, kann das Wort selbst überhaupt nicht vorgeben.

            streng genommen ist das falsch... "western" bedeutet im eigentlichen, dass es in der zeitspanne 1800 spielt und aller wahrscheinlichkeit nach in amerika... damit erschöpft sich die bedeutung durchaus... was sich nicht erschöpft is das genre dahinter... da das genre des westerns zur damaligen zeit immer das selbe war, erübrigte sich nur die erwähnung... also ist "western" umgangsprachlich ein genre... nicht aber, wenn man es streng sieht... ähnlich ist es bei scifi...
            Wie schon gesagt erschöpft sich die Bedeutung von Western oder SciFi nicht in der Zeitspanne.

            Zwei Beispiele:

            - Als der beste jemals gemachte Western wird oft "High Noon" (1952) angesehen. Trotzdem weisen Filmhistoriker bei diesem Film gerne darauf hin, dass es sich eigentlich gar nicht um einen typischen Western handelt. Diese Sprechweise macht bei einem Setting keinen Sinn.

            - Nach Erscheinen der ursprünglichen Star Wars Trilogie wurde in der Fachwelt viel darüber diskutiert, ob und in welcher Form hier Western-Elemente eingeflossen sind. Auch das ist typisch für ein Genre und nicht für ein Setting.

            Es handelt sich hier um die ganz normale, typische Rezeption dieser Dinge in der Fachwelt, nicht um Ausnahmen. Dafür ließen sich sicher unzählige weitere Beispiele finden.

            Natürlich ist es umgekehrt auch denkbar, dass mal jemand eine Monographie über Filme auf dem Bauernhof schreibt (und mit etwas Glück folgen sogar eine Handvoll Reviews). Damit dürfte sich das Thema dann aber erschöpft haben, weil Filme auf dem Bauernhof nicht als gemeinsame Kategorie wahrgenommen (und angegangen) werden. Wenn sich das mal ändert, kann sich aber theoretisch ein neues Genre bilden.

            stimmt... du solltest nur beachten, dass in der sprachwissenschaft einige worte sich allerdings nach anderen definieren... eine andere verwendung als normal üblich nennt man auch dabei "umgangssprachlich"
            das wort "geil" definiert sich selbst durch verwendung, genre und setting ebenso... bei den einzelnen genres und settings ist das aber nicht der fall, da sie sich durch zuvor genannte definieren

            zum luftleeren raum habe ich bereits was gesagt... definitionen sind immer da, solange etwas definiert werden muss... worte werden definiert... auch wenn die meissten worte passiv durch gebrauch definiert werden... andere aktiv durch andere worte
            In der Fachwelt redet man nicht umgangssprachlich. Dort benutzt man Fachsprache.

            Kommentar


            • #7
              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              "Art" ist die genaueste Übersetzung des ursprünglichen französischen Worts. Für den deutschen Fachbegriff wäre wahrscheinlich Gattung das beste Äquivalent. Aber auch dieser Begriff meint aus sich selbst heraus eigentlich nur Dinge, die im Vergleich zu anderen Dingen einer irgendwie ähnlichen Kategorie etwas gemeinsam haben. Ob damit ein Drama im Unterschied zum Epos gemeint ist oder ein Western im Unterschied zu SciFi, kann das Wort selbst überhaupt nicht vorgeben.
              hmmm für die französische definition des wortes mag "art" das beste äquivalent sein... möglich... "art" beschreibt für mich (auf speziell filme, bücher etc. bezogen) allerdings mehr, als nur eine grobe zeitspanne oder einen technischen stand... sondern auch, was mich empfindungstechnisch erwartet (also: stress, furcht, heiterkeit, etc.)
              dieses kriterium erfüllt ein setting natürlich nicht... scifi tut das auch nicht, western auch nicht...

              bei western (als umgangssprachlich bezeichnetes genre), wird z.B. Western-Action interpretiert... das selbe bei scifi
              weil es meisstens die standard genres sind, die sich in denen befinden

              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              Wie schon gesagt erschöpft sich die Bedeutung von Western oder SciFi nicht in der Zeitspanne.

              Zwei Beispiele:

              - Als der beste jemals gemachte Western wird oft "High Noon" (1952) angesehen. Trotzdem weisen Filmhistoriker bei diesem Film gerne darauf hin, dass es sich eigentlich gar nicht um einen typischen Western handelt. Diese Sprechweise macht bei einem Setting keinen Sinn.
              sie beziehen sich auch auf dem umgang... und dem genrewechsel der sich dahinter befindet... das macht in dem fall bei einem setting auch sinn...
              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              - Nach Erscheinen der ursprünglichen Star Wars Trilogie wurde in der Fachwelt viel darüber diskutiert, ob und in welcher Form hier Western-Elemente eingeflossen sind. Auch das ist typisch für ein Genre und nicht für ein Setting.
              ja... aber soviel zum umgang des wortes, nicht zur definition... zum teil allerdings auch allein zeittechnische einflüsse und ansichten, die für westernfilme aktuell sind
              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              Es handelt sich hier um die ganz normale, typische Rezeption dieser Dinge in der Fachwelt, nicht um Ausnahmen. Dafür ließen sich sicher unzählige weitere Beispiele finden.
              ebenso lassen sich unzählige beispiele dagegen finden... (wie du im folgenden zitat auch durchaus angedeutet hast)
              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              Natürlich ist es umgekehrt auch denkbar, dass mal jemand eine Monographie über Filme auf dem Bauernhof schreibt (und mit etwas Glück folgen sogar eine Handvoll Reviews). Damit dürfte sich das Thema dann aber erschöpft haben, weil Filme auf dem Bauernhof nicht als gemeinsame Kategorie wahrgenommen (und angegangen) werden. Wenn sich das mal ändert, kann sich aber theoretisch ein neues Genre bilden.
              klar, es können sich immer wieder neue genres bilden... ebenso allerdings die verwendung von settings... was sich woraus ergibt, lasse ich mal so stehen...

              im allgemeinen sind wir uns einig, dass scifi und western als genre angesehen werden.
              der unterschied liegt eigentlich nur darin, ob wir eine definition verschiedener genres mit in den begriff reinpacken, oder nicht... ebenso wie die herkunft, warum es als genre bezeichnet wird (umgangsprachlich weil definiert durch verschiedener ander worte oder selbstdefinierend durch verwendung)

              Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
              In der Fachwelt redet man nicht umgangssprachlich. Dort benutzt man Fachsprache.
              das stimmt nicht ganz... man erwartet das nur...
              in der "fachwelt" (also auf filmherstellung bezogen) gibt es auch teilweise mal unterschiedliche verwendungen von begriffen... es gibt regisseure, die scifi niemals alleine stehen lassen (zumindest von mir nicht anders registriert)... ebenso gibt es die, die scifi meisst nur allein nennen
              Zuletzt geändert von Akhensefu; 13.04.2010, 13:00.

              Kommentar


              • #8
                Also um das Ganze aus meiner Sicht nochmal zusammenzufassen:

                - Es gibt nichts in der Definition des Worts Genre, das nicht für SciFi oder Western passt.

                - SciFi und Western haben als Kategorie eine Selbstwahrnehmung, die über ein Setting hinausgeht.

                - SciFi und Western werden in der Fachwelt als Genres bezeichnet.

                - SciFi und Western werden in der Filmgeschichte in ihrer Funktion als Genres diskutiert.

                Das ist der typische Umgang. Ich weiß nicht, was für unzählige Gegenbeispiele es hier geben soll und wie das auch auf Settings zutreffen soll.

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von Akhensefu Beitrag anzeigen
                  ....wo allerdings worte sind, da sind auch worte definiert... so funktioniert "sprache"....
                  Das wäre - vom Ansatz her - Wittgenstein I - hat der aber selber mit Wittgenstein II später korrigiert. Allein oder ohne Kontext stehend sind die wenigsten Worte einer Sprache klar definiert, die Bedeutung ergibt sich oft aus dem Kontext. Es ergibt sich für euer Problem:

                  SciFi ist vom Genre aus der Sicht der "Väter" dieses Genre mehr oder weniger zum Setting "verkommen". Einige Beispiele:

                  I, Robot - SciFi als Vertreter des Genre. Im Kernstück ergeben sich gesellschaftliche (Stichwort Robotergesetze) und für den Protagonisten ethische Probleme durch die technische Neuerung der allgegenwärtigen Roboter. Würde der Definition von Heinlein (die keinen Anspruch auf Alleingültigkeit hat) entsprechen. Das Problem taucht neu auf und ist durch die Technologie und den Umgang mit derselben entstanden (bzw, der richtige Umgang wird zum Problem ).

                  Avatar - SciFi als Vetreter des Settings. Wie hier schon oft "bemängelt", würde die Story auch als Western funktionieren. Das Kernproblem ist nicht durch die neue Technologie entstanden, sondern ein in der Geschichte der Menschheit wiederholt vorkommendes Grundproblem - der "Kampf" von "Zivilisation" gegen die "edlen Wilden".

                  Wo genau sich ein "SciFi"-ettiektiertes Produkt nun einsortieren läßt, ist die Streitfrage - dazu gibt es übrigens noch einen aktuell laufenden Thread "Definition von SciFi" im "SciFi Allgemein"-Unterforum. Stark vereinfacht läßt sich der Unterschied zwischen Genre und Setting ungefähr so festlegen:

                  - Das Setting ist der gewählte, äußere Anstrich. Wenn eine Geschichte erzählt werden soll, ist all das drumherum, daß austauschbar wäre, ohne Einfluß auf den Ablauf der Geschichte zu haben, das Setting.

                  - Das Genre koppelt sich an den Handlungsstrang, beziehungsweise der Handlungsstrang und -aufbau bestimmt das Genre. In vielen Fällen ergeben sich aus dem Setting Querverbindungen, die ein Grundgenre (Liebesgeschichte, Reisebericht, Kriegsgeschichte) sich verfeinern lassen. Die Einstufung in ein solches, kleiner gewähltes Genre ergibt sich aus Wechselwirkung mit dem Setting.

                  Ich nehme als Beispiel jetzt mal den schon genannten "Western". Genre-technisch lassen sich beim Western wiederkehrende Motive festmachen, die aber nicht unbedingt vorliegen müssen, um die Einstufung "Western" festzuklopfen, oder die alleinstehend eine Geschichte zum Western machen - die Erschließung neuen Landes; das Problem, sein Recht zu bekommen, weil das Rechtssystem im neuen Siedlungsgebiet zwar gelten müßte, aber keine Strukturen hat (Selbstjustiz); Fluchtmöglichkeit in noch nicht erschlossene Weiten. Wenn eine Geschichte nun aus einem einfachen Schema besteht: eine Frau, zwei Männer, Duell um die Frau, Sieger & Frau glücklich, Ende & Abspann, spielt alles in einer kleinen 08/15-Westernstadt - wird erst durch das "spielt alles in einer 08/15 Westernstadt" als Setting diese Geschichte zum "Western", denn in dieser Form würde die Geschichte auch im Frankreich von 16-Hundert-Schießmichtot funktionieren, nur würde das Duell dann mit Degen statt Revolvern erledigt. Ist der gleiche Handlungsstrang bis "Sieger & Frau glücklich" aber nur der Anfang und das Paar muß fliehen vor Recht & Gesetz, funktioniert das Ganze nicht mehr analog zur Umsetzung als Mantel- und Degengeschichte in Frankreich, denn: die Flucht an sich verläuft durch das Setting in dem Fall von Grundauf anders (die Fluchtmöglichkeiten sind von Grundauf anders) und die Geschichte entwickelt sich dementsprechend in eine für das Genre typische Richtung.
                  Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                  "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                  Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von forumblue Beitrag anzeigen
                    Das ist der typische Umgang. Ich weiß nicht, was für unzählige Gegenbeispiele es hier geben soll und wie das auch auf Settings zutreffen soll.
                    klar, gegenargumente und beispiele gibt es immer... für meine argumente, und für deine

                    die in derzusammenfassung aufgezählten haben wir ja mehr als ausreichend diskutiert... für beide gibt es meiner meinung nach gute argumente... einiges sind auch nur wege, wie es sich dorthin ergeben haben

                    "Es gibt nichts in der Definition des Worts Genre, das nicht für SciFi oder Western passt."
                    klare ansichtssache... z.B. "Art" beschreibt für mich im bezug zum film, dass es sich auf die handlungsart bezieht das ist meiner meinung nach bei western oder scifi nicht der fall dafür passen sie besser im bereich setting

                    "SciFi und Western haben als Kategorie eine Selbstwahrnehmung, die über ein Setting hinausgeht."
                    ich habe kein klares gegenargument... ich bin lediglich der meinung, dass die selbstwahrnehmung != der definition ist... also, dass scifi oder western jeweils mindestens ein zusätzliches genre haben, welches nur nicht genannt wird (also vereinfacht als western oder scifi bezeichnet wird, obwohl es klare action ist)

                    "SciFi und Western werden in der Fachwelt als Genres bezeichnet."
                    klar, nur hat die vertreten kritiker, filmehersteller, moderatoren etc etc auch nur eine allgemeine ansicht... nicht aber die definitionen

                    "SciFi und Western werden in der Filmgeschichte in ihrer Funktion als Genres diskutiert."
                    habe ich ebenfalls nicht verneint... ich denke karl ranseier verdeutlicht meine beschreibung im folgenden zitat etwas besser als ich es gemacht habe...
                    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                    Stark vereinfacht läßt sich der Unterschied zwischen Genre und Setting ungefähr so festlegen:

                    - Das Setting ist der gewählte, äußere Anstrich. Wenn eine Geschichte erzählt werden soll, ist all das drumherum, daß austauschbar wäre, ohne Einfluß auf den Ablauf der Geschichte zu haben, das Setting.

                    - Das Genre koppelt sich an den Handlungsstrang, beziehungsweise der Handlungsstrang und -aufbau bestimmt das Genre. In vielen Fällen ergeben sich aus dem Setting Querverbindungen, die ein Grundgenre (Liebesgeschichte, Reisebericht, Kriegsgeschichte) sich verfeinern lassen. Die Einstufung in ein solches, kleiner gewähltes Genre ergibt sich aus Wechselwirkung mit dem Setting.
                    meiner meinung nach verneint das keine der beiden bisher beschriebenen ansichten...
                    wie du ja z.B. auch beschrieben hast, ist z.B. avatar scifi, aber western... es geht halt um kampf der zivilisationen... ob es jetzt im jahr 3tausend und drölfzig spielen würde, 1850 oder 3000 vor cristus ist hierbei völlig egal
                    oder du hast auch einen 08/15 western beschrieben, der auch in anderen jahren in anderen gebieten funktionieren würde...
                    vom text her zu urteilen, teilst du also (zumindest zum teil) meine ansicht (oder?)

                    allerdings hat forumblue auch recht, wenn er behauptet, dass filmhersteller scifi meisst auch als genre bezeichnen und dass es in der ansicht der meissten menschen auch als genre gilt...

                    der "streit"faktor beläuft sich lediglich darauf, ob es scifi und western einfach nur vereinfacht als genre gelten, oder nicht... also ob western (oder scifi) als genre ein western (oder scifi) ist, auch wenn die geschichte zu einer anderen zeit als drama oder action wäre, oder ob western (oder scifi...) nur im umgang ein genre ist, was einen zusatz wie drama oder action nichtmal im vereinfachten namen heimlich mitträgt, welches nur niemals gesagt wird...

                    das kann zwar dahingestellt werden, aber ist meiner meinung nach schon interessant herauszufinden, was nun eigentlich stimmt
                    Zuletzt geändert von Akhensefu; 15.04.2010, 19:52. Grund: kleiner zusatz

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                    • #11
                      Was ich ausdrücken will ist, das SciFi sowohl genre-typische Merkmale haben kann - das war das Beispiel "I, Robot" - als auch als blankes Setting verwendet werden kann - Avatar. Es gibt also kein "schwarz" und "weiß" hier. Das gilt für alle Genre, die sich in ihrer Art immer weiter von den drei Grundgeschichten - Reisebericht, Liebesgeschichte, Kriegsepos - entfernen oder spezialisieren. Zu erwähnen wäre hier noch die Milieu-Studie - wenn man SciFi als Genre wegdiskutieren wollte, wäre "I, Robot" eine Milieustudie - in diesem Fall einer zukünftigen, fiktiven Gesellschaft und nicht einer spezifischen Splittergruppe einer existenten Gesellschaft. In den meisten anderen SciFi findet man die anderen drei Grundkonzepte meistens als Storybogen wieder - bzw in den heutigen Serien verusucht man, gleich alle drei Bögen unterzubringen.

                      So könnte man die Westernserie "Rawhide" (1000 Meilen Staub) mit wenigen Einschränkungen sehr leicht sehr überzeugend in ein SciFi-Setting umsetzen - was die existente Serie zum "Western per Setting" und die fiktive Serie zum "SciFi per Setting" macht. "I, Robot" funktioniert nicht als Western, und auch nicht als aktuelle oder historische Milieustudie - das macht "I, Robot" zum SciFi per Genre. Die Grundanahme von "Setting oder Genre" ist einfach unter Berücksichtigung von vielen Wechselwirkungen, die Setting und Genre untereinander haben, falsch. Die Ausgangsfrage sollte für jedes Produkt bezüglich jeder Einstufung "mehr Setting oder mehr Genre" sein. Ein Beispiel: "Judge Dredd" - Setting ist ganz klar SciFi (Unterbereich Dystropie), aber das Genre für den Film ist Comic-Verfilmung, weil die Verfilmung eines Comics ganz besondere Ansprüche erhebt (Hervorragende Comic-Verfilmungen sind "300" und "Sin City" - nicht, weil die Stories so gut wären, sondern weil in der filmischen Umsetzung in vielen Szenen das Bild den Panelen im Comic nahezu 1:1 entspricht - "Judge Dredd" liefert das nicht so, die Kostüme sind zwar hervorragend am Comic orientiert, aber das eingefangene Bild ist an einem dynamischen Actionfilm und Star-Darstellung orientiert und die Story wurde für Hollywood-Zwecke entfremdet) - für die Comic-Variante von "Judge Dredd" gilt das Genre SciFi/Dystropie. Ein "exklusives oder" ist hier auf keinen Fall eine ratsame Sortier-Methodik.
                      Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                      "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                      Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                      • #12
                        Es steht in der Literaturwissenschaft völlig außer Frage, dass es sich bei Science-Fiction um ein eigenständiges Genre handelt, dass sich in etliche Subgenre aufspaltet. Das ist weder umgangssprachlich, noch wird es von Filmkritikern wider bessern Wissens so verwendet. Es handelt sich um ein Genre. Daran gibt es nichts zu rütteln.

                        Das liegt an den gemeinsamen Merkmalen, die sich unter dem Genrebegriff subsummieren lassen, wie im Fall SF beispielsweise u.a. die Thematisierung zukünftig denkbarer Technik und deren Auswirkung auf die Gesellschaft und die Entwicklung der Menschheit.

                        Der Begriff "Setting" - wenn man ihn denn unbedingt braucht - beschreibt ein wesentlich eingegrenzteres Feld. Das Setting von Blade-Runner ist eine heruntergekommene Großstadt in relativ naher Zukunft und an den Film Noir der 1940er angelehnt. Das Setting von 2001 ist (bzw. war zur Zeit seiner Vorführung) unser Sonnensystem in einer möglichen, nicht allzu fernen Zukunft, in der die Raumfahrt sich fort entwickelt hat. Das Setting von 1984 ist ein fiktive Diktatur, in der die kleinste Regung eines freien Willens und eigenständigen Denkens unterdrückt wird.

                        Alle drei sind aber Science-Fiction, denn in jeder dieser Geschichten wird fortgeschrittene Technologie thematisiert und kritisch betrachtet. In Blade-Runner sind es die Replikanten und die ethische Frage nach dem Eigenwert künstlichen Lebens. In 2001 geht es um die Stellung des Menschen im Vergleich zur Unendlichkeit des Raums und ob moderne Technik unsere Position maßgeblich ändern würde. Bei 1984 ermöglichen moderne Überwachungstechnologie und die Manipulation von Geschichte und Nachrichten das Bestehen einer unmenschlichen Regierungsform. In allen drei Geschichten geht es um spezifische Aspekte des Menschseins, die im Kontext technischen Fortschritts beleuchtet werden.

                        Natürlich ist Blade-Runner zugleich ein Krimi/Film Noir. Sicher kann man 2001 auch als "Mystery" - wenn man dieses tatsächlich nur umgangssprachlich diskutierte "Genre" mit einbeziehen will - bezeichnen. Und 1984 kann als Gesellschaftsdrama gesehen werden. Ohne die zentrale Thematisierung technischen Fortschritts wäre das wohl auch der Fall, aber dieses Thema ist hier nun einmal zentral und gerade das ist eines der Merkmale der SF, die genau deshalb ein eigenes Genre ist. Das Genre ist es, das auch einen Großteil der Interpretation mit beeinflusst und die sieht bei einer SF-Story ganz anders aus, als etwa im Bereich der Fantasy oder des Western.

                        Ähnlich verhält es sich übrigens auch bei "Avatar". Die Verschiebung des "Pocahontas"-Stoffes ins SF-Genre geht mit einer Veränderung auf der Interpretationsebene einher, denn wesentlich mehr, als es in einem Wildwest-Setting der Fall ist, wird hier betont, dass es der technische Fortschritt ist, der den Menschen einen immensen Vorteil gegenüber den Na'vi einräumt. Dagegen steht ein fremder Planet, der - was im Wilden Westen eben so nicht hätte vorkommen können - als lebendiges, symbiotisches Ökosystem dargestellt wird und der Geschichte eine ganz andere Dimension gibt.

                        Ein anderes Beispiel ist Zurück in die Zukunft. Dabei handelt es sich definitiv um SF, denn ohne die technische Errungenschaft von Doc Brown wäre keine Zeitreise möglich und die ist eben der Dreh und Angelpunkt des Geschehens. Dass der Film dabei witzig und pointiert zur Sache geht, macht ihn darüber hinaus zur Komödie in Abrenzung zum ernster angelegten Drama. Trotzdem bleibt er eine SF-Komödie. Das SF-Element ist viel zu dominant, als dass man es lediglich als Rahmen für eine Komödie bezeichnen könnte.

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                        • #13
                          Ausser "Avatar" bringst du aber keine Beispiele neueren Datums, und bei Avatar hinkt deine Begründung: Die weißen Siedler waren technisch im Vorteil und haben (Stichwort Buffalo Bill) massiv in ein vorhandenes, fremdes Ökosystem eingegriffen. "Avatar" wird dem Anspruch, das ein Problem in seinem Grundsatz durch den technischen Fortschritt besteht, eben nicht gerechnet. "Blade Runner" und "I, Robot" behandeln ein sehr ähnliches Grund-Problem: Welche Rechte haben künstliche Lebensformen/Intelligenzen und wieweit darf der Mensch gehen, wenn er diese "benutzt" - eine Frage, die sich in der Vergangenheit bis Gegenwart der Menschheit nicht gestellt hat. "Avatar" hingegen benutzt das klassische Kolonialisierungs-/Siedlungs-/Eroberungsszenario mit lauter Motiven, die sich in Vergangenheit und Gegenwart der Menschheit wiederfinden lassen - der technische Fortschritt transportiert die Frage zwar auf eine andere Welt, ändert aber ihren Inhalt nicht.

                          "Avatar" schwächelt an diesem Anspruch, und eben das ist es, wenn man - wie in meinem ersten Post hier - von "vom Genre zum Setting verkommen" spricht. Damit streite ich nicht ab, das es SciFi als Genre gibt - dieser Punkt ist klar. Es stellt sich die Frage, ob die heute als "SciFi" vermarkteten neu-Produktionen überhaupt noch den Anforderungen des Genre entsprechen, oder ob man - als Produzent hinter diesen Serien und Filmen, Literatur mal aussen vor - nicht viel mehr eine große Menge von Elementen aus diesem Genre entleiht, um sie als reine Setting-Elemente zu verwenden, z.B. den technologischen Fortschritt, damit die Welt anders aussieht - man in dieser anderen Welt aber ein Problem behandelt, dessen Systematik oder Prinzip gar nicht diesem Fortschritt entspringt.

                          Auch BTTF ist ein gutes Beispiel für SciFi und ein gutes Beispiel für Genre-Mischung, und auch wieder eins aus der Rubrik "von vor über 20 Jahren". Der Kernsatz ist aber: "Das SF-Element ist....dominant" - und das bringen viele heutige Produktionen nicht mehr, für die gilt "Das SF-Element dient als Plot-Device" oder "Das SF-Element ist vorhanden." - wobei sich der letzte Satz ausserdem noch sehr oft auf das reine "sichtbare Vorhandensein" reduziert.
                          Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                          "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                          Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                          • #14
                            Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                            "I, Robot" funktioniert nicht als Western, und auch nicht als aktuelle oder historische Milieustudie - das macht "I, Robot" zum SciFi per Genre.
                            I Robot würde zu anderen zeiten funktionieren... nur halt stark entfremdet... so wär das grundprinzip des films hier nicht mehr ganz das selbe... allerdings allein aus dem grund, dass die KI als solche entsprechend stark im vordergrund steht... man hätte das ganze z.B. mit durch magie erschaffenen kreaturen ebenfalls nacherzählen können, aber der focus auf künstliche intelligenz und deren berechtigung würde hierbei verloren gehen... also geb ich dir da recht
                            Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                            Die Grundanahme von "Setting oder Genre" ist einfach unter Berücksichtigung von vielen Wechselwirkungen, die Setting und Genre untereinander haben, falsch. Die Ausgangsfrage sollte für jedes Produkt bezüglich jeder Einstufung "mehr Setting oder mehr Genre" sein.
                            hmmm... das kann ich nicht abstreiten wenn ich dein beispiel I-Robot mitbedenke
                            wobei ich allerdings auch noch der meinung bin, dass scifi niemals das ganze genre sein kann... bei i-robot oder surrogates würde ich das in dem fall als scifi-action bezeichnen (und wenn ein anderes genre besser passt... halt grundgedanke)
                            allerdings ebenso bei avatar...

                            also statt einem "oder", "mehr oder weniger" zu verwenden kann ich mich noch gerne anschliessen... ...(obwohl ich schwarz weiss doch so mag... kleiner scherz)
                            Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                            Der Begriff "Setting" - wenn man ihn denn unbedingt braucht - beschreibt ein wesentlich eingegrenzteres Feld. Das Setting von Blade-Runner ist eine heruntergekommene Großstadt in relativ naher Zukunft und an den Film Noir der 1940er angelehnt. Das Setting von 2001 ist (bzw. war zur Zeit seiner Vorführung) unser Sonnensystem in einer möglichen, nicht allzu fernen Zukunft, in der die Raumfahrt sich fort entwickelt hat. Das Setting von 1984 ist ein fiktive Diktatur, in der die kleinste Regung eines freien Willens und eigenständigen Denkens unterdrückt wird.
                            das was du hier beschrieben hast, gehört zwar in den begriff: setting, nur ist das eine zusätzliche aufspaltung innerhalb der einzelteile...

                            ähnlich, wie du meinst, dass sich das genre scifi in subgenres aufspaltet, tut es auch das setting scifi... ebenso andere settings
                            Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                            Natürlich ist Blade-Runner zugleich ein Krimi/Film Noir. Sicher kann man 2001 auch als "Mystery" - wenn man dieses tatsächlich nur umgangssprachlich diskutierte "Genre" mit einbeziehen will - bezeichnen. Und 1984 kann als Gesellschaftsdrama gesehen werden. Ohne die zentrale Thematisierung technischen Fortschritts wäre das wohl auch der Fall, aber dieses Thema ist hier nun einmal zentral und gerade das ist eines der Merkmale der SF, die genau deshalb ein eigenes Genre ist. Das Genre ist es, das auch einen Großteil der Interpretation mit beeinflusst und die sieht bei einer SF-Story ganz anders aus, als etwa im Bereich der Fantasy oder des Western.
                            nehmen wir z.B. mal harry potter und gestalten den als scifi um... eine kadettenschule mit hochtechnologisierter ausrüstung... sie haben phaser die man auf töten oder lähmen einstellen kann (also todesflüche, bzw. lähmschocks), tarnfeldgeneratoren statt mäntel... eine KI statt dem sprechenden hut... nahrungsreplikatoren oder halt eine unterwürfige alienrasse statt hauselfen... fliegende fahrzeuge statt besen etc etc... dadurch muss die geschichte nicht anders aussehen... ähnlich bei (nehmen wir dein beispiel) zurück in die zukunft... nehmen wir mal an, dass es ein magier (mit adepten um marty noch mit ins spiel zu bringen) wär, der die änderungen der zeit bewirken würde... so wär das sicher kein scifi mehr, sondern fantasy... aber die geschichte lässt sich auch so noch weitererzählen... die technik dieht dabei lediglich zur erklärung wie, nicht umgekehrt...
                            ebenso würde es bei surrogates aussehen... wenn ich z.B. an avatar denke, wo 2 möglichkeiten beschrieben werden, um den körper zu tauschen... technisch und biologisch... so müsste das ganze nicht theoretisch als scifi erzählt werden um die geschichte zu vertreten...

                            auf dein avatar beispiel gehe ich einfach mal nicht ein, da karl ranseier ja schon beschrieben hat, warum das beispiel stark wankt

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                            • #15
                              Zitat von Akhensefu Beitrag anzeigen
                              I Robot würde zu anderen zeiten funktionieren... nur halt stark entfremdet... so wär das grundprinzip des films hier nicht mehr ganz das selbe... allerdings allein aus dem grund, dass die KI als solche entsprechend stark im vordergrund steht... man hätte das ganze z.B. mit durch magie erschaffenen kreaturen ebenfalls nacherzählen können, aber der focus auf künstliche intelligenz und deren berechtigung würde hierbei verloren gehen... also geb ich dir da recht
                              hmmm... das kann ich nicht abstreiten wenn ich dein beispiel I-Robot mitbedenke
                              wobei ich allerdings auch noch der meinung bin, dass scifi niemals das ganze genre sein kann... bei i-robot oder surrogates würde ich das in dem fall als scifi-action bezeichnen (und wenn ein anderes genre besser passt... halt grundgedanke)
                              allerdings ebenso bei avatar...

                              also statt einem "oder", "mehr oder weniger" zu verwenden kann ich mich noch gerne anschliessen... ...(obwohl ich schwarz weiss doch so mag... kleiner scherz)
                              das was du hier beschrieben hast, gehört zwar in den begriff: setting, nur ist das eine zusätzliche aufspaltung innerhalb der einzelteile...

                              ähnlich, wie du meinst, dass sich das genre scifi in subgenres aufspaltet, tut es auch das setting scifi... ebenso andere settingsnehmen wir z.B. mal harry potter und gestalten den als scifi um... eine kadettenschule mit hochtechnologisierter ausrüstung... sie haben phaser die man auf töten oder lähmen einstellen kann (also todesflüche, bzw. lähmschocks), tarnfeldgeneratoren statt mäntel... eine KI statt dem sprechenden hut... nahrungsreplikatoren oder halt eine unterwürfige alienrasse statt hauselfen... fliegende fahrzeuge statt besen etc etc... dadurch muss die geschichte nicht anders aussehen... ähnlich bei (nehmen wir dein beispiel) zurück in die zukunft... nehmen wir mal an, dass es ein magier (mit adepten um marty noch mit ins spiel zu bringen) wär, der die änderungen der zeit bewirken würde... so wär das sicher kein scifi mehr, sondern fantasy... aber die geschichte lässt sich auch so noch weitererzählen... die technik dieht dabei lediglich zur erklärung wie, nicht umgekehrt...
                              ebenso würde es bei surrogates aussehen... wenn ich z.B. an avatar denke, wo 2 möglichkeiten beschrieben werden, um den körper zu tauschen... technisch und biologisch... so müsste das ganze nicht theoretisch als scifi erzählt werden um die geschichte zu vertreten...

                              auf dein avatar beispiel gehe ich einfach mal nicht ein, da karl ranseier ja schon beschrieben hat, warum das beispiel stark wankt
                              Deine Harry Potter Umsetzung wankt aber auch - ein Kernpunkt bei der Unterscheidung zwischen "den Bösen" und "den Guten" in Potter ist auch die Idee der reinen Blutlinie und "angeborene" Begabung - Stichworte Muggel, Zauberer, Schlammblut - und das geht in einer technologiebasierten Kadettenschule schwer umzusetzen, besonders die Hintergrundgeschichte der Hauptfigur gerät so ins Wanken.... selbst im Star Wars Universum hat noch niemand von Babys geschrieben, an denen ein Dunkler Lord der Sith bereits im Babyalter gescheitert wäre (Luke und Leia trotzen dem Imperium erst in jugendlichen Jahren) - und das macht den Storybogen um Harry Potter zu ziemlich reiner Fantasy (die gibt's auch als Genre, und bei Potter sind elementare Teile seiner Hintergrundgeschichte - das auserwählte Kind, klassisches Fantasy- und Märchenmotiv - damit verbunden - übrigens auch ein Grund, warum Star Wars von SF-Puristen gerne ausgeklammert wird, denn Star Wars hat viele klassische Märchenmotive und -Figuren in seine Story eingebettet).

                              Bei dem Beispiel von Rawhide wirkt das ganze in der Umsetzung nach SciFi einfacher, weil der Grundstorybogen und das Grundkonzept einfacher waren: Ursache -> Problem -> Auswirkung auf kaum mit Hintergrund bedachten Charakteren -> Motivation -> funktionelle Lösung. Für einen Zug durch den Weltraum muß man nichtmal die lebende Ware (Viehherde, Rawhide) beibehalten, und an der Story ändert sich trotzdem nichts: Die Kette Wasserstelle trocken->"Dann müssen wir nach XYZ, um das Vieh dort zu tränken, sonst verdurstet es!"->Umweg, der den eigentlichen Storybogen beinhaltet (man trifft jemanden, den man sonst nicht getroffen hätte oder man ist unter Zeitdruck und müßte unterwegs eigentlich jemandem helfen) wird zu Kühlung ausgefallen->"Wir müssen nach XYZ, um die Kühlung reparieren zu lassen, unsere Ladung verfault sonst, bevor wir geliefert haben!"->Umweg mit selben Folgen.

                              Wenn man mit relativer Leichtigkeit einen Storybogen aus seinem gewählten Setting in ein anderes übertragen kann, daß nicht mehr dem ursprünglichen Genre entspricht, kann man davon ausgehen, daß das Grundprodukt eher eine Allgemein-Story war, die bewußt oder gewollt ein bestimmtes Setting bekommen hat, um sich über dieses in ein Genre "zu mogeln". Wenn man aber Kernstücke oder große Teile des Gesamthintergrunds sowie/oder an den Charakteren einer Story rumschrauben muß, um sie in einem anderen, genrefremden Setting zu erzählen, kann man ziemlich sicher sein, einen echten Genre-Vertreter vor sich zu haben. Für "I, Robot", "1984" (wenn auch die Dystropie und sozial-orientierter/-kritischer Stoff für viele hier eine nicht so gern gesehene Form von SF ist ) oder auch "Mondbasis Alpha 1", um mal eine Fernsehserie zu nennen, ist dies der Fall - echte Genre-Vertreter, nur keider allesamt "alt". Der im Raum stehende Rest ist: Sind heutige SciFi-Produkte noch echte Genre-Vertreter oder leihen die sich nur das Setting ?
                              Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                              "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                              Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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