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Lehmhütte mit Kuhdung verputzt - stinkt das nicht?

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  • Lehmhütte mit Kuhdung verputzt - stinkt das nicht?

    Ich habe gestern Abend auf Arte eine Sendung gesehen wie in Afrika Häuser aus Lehm gebaut werden.

    Und darin wurde gezeigt, daß die Lehmhäuser anschließend mit Kuhdung verputzt werden.


    Meine Frage ist nun, stinkt das nicht?
    Und wenn man sich da mit weißer Kleidung anlehnt, färbt das dann nicht ab?


    Die Sendung kann man hier noch für ein paar Tage ansehen, danach geht sie Offline:
    Bauen und Leben mit Lehm - videos.arte.tv

    Wie der eigentliche Bau einer Lehmhütte durchgeführt wird wird erst gegen Ende des Videos gezeigt, wer den Anfang also nicht ansehen will, der kann den überspringen.
    Ein paar praktische Links:
    In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
    Aktuelles Satellitenbild
    Radioaktivitätsmessnetz des BfS

  • #2
    Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
    Ich habe gestern Abend auf Arte eine Sendung gesehen wie in Afrika Häuser aus Lehm gebaut werden.

    Und darin wurde gezeigt, daß die Lehmhäuser anschließend mit Kuhdung verputzt werden.


    Meine Frage ist nun, stinkt das nicht?
    Und wenn man sich da mit weißer Kleidung anlehnt, färbt das dann nicht ab?
    Ich denke, getrockneter Kuhmist ist relativ geruchslos. Was in diesen Hütten stinkt, sind die Tiere und evtl. die Menschen selbst, außerdem werden teilweise auch Kuhhäute mit verbaut und die werden auch etwas müffeln.... Es gibt nur eine Luftöffnung: den Eingang! Die Völker, bei denen diese Baumaterialien Verwendung finden, leben sehr archaisch und haben keine so empfindliche Nase, was "Naturprodukte" jeglicher Art angeht, wie wir. Und ihre spärliche Kleidung besteht aus Häuten und naturfarbenen Stoffen und wird so gut wie nie gewaschen (Wassermangel)... So werden sie also nicht vom Verkleidungsmaterial verfärbt, außerdem werden sie sich wohl eher selten an die, ohnehin nicht für lange Zeit gebaute, Wohnkonstruktion lehnen... Diese Völker sind Nomaden und ziehen mit ihren Herden von Ort zu Ort. Es gibt in Afrika sogar Völker, in denen dürfen sich Frauen nie waschen und die Kleidung und sich selbst wird in Asche "gereinigt" .... Außerdem leben diese Völker hautnah mit ihrem Vieh zusammen und dabei entstehen solche Gerüche, dass der Kuhdung, zumal sonnengetrocknet, kein Problem mehr darstellt...

    Warum fragst du? Wolltest du für dich eine solche Behausung bauen? Sie hält aber nicht lange, erst recht nicht in unseren feuchten Breiten und dann wird sie mit Sicherheit stinken!
    Zuletzt geändert von Anthea; 14.10.2010, 17:50.

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    • #3
      In Lehmhäusern in wurde früher auch Kuhmist und Pferdemist verwendet, der mit dem Lehm vermischt wurde (beim Fachwerk war das glaube ich üblich). Wenn das Zeug trocken ist, riecht es nicht mehr.
      "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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      • #4
        Zitat von Anthea Beitrag anzeigen

        Warum fragst du? Wolltest du für dich eine solche Behausung bauen? Sie hält aber nicht lange, erst recht nicht in unseren feuchten Breiten und dann wird sie mit Sicherheit stinken!
        Ich wollte es nur mal so rein aus Interesse wissen.
        Das mit dem Lehm finde ich nämlich durchaus interressant nur würde ich, wenn ich mir so etwas bauen wollte, wohl definitiv etwas anderes als Kuhmist nehmen. Z.b. irgendeinen industriell hergestellten Verputz. Der Lehm wäre dann nur das Mauerwerk, dafür dürfte er gut genug sein.
        Ein paar praktische Links:
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        • #5
          Lehm ist einer der besten Baustoffe überhaupt, gerade was die Energieeffizienz angeht. Man muss nicht erst unmengen an Energie und Arbeit in ihn stecken um das Ergebnis zu bekommen. Selbst beim Abbruch bietet er enorme Vorteile, da man nur lang genug warten muss und die Natur regelt das völlig alleine.
          Ich würde auch nicht sagen das Lehm als Baustoff ist der für Rückständigkeit steht, eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Natürlich ist es schwer riesige Bauten komplett aus Lehm zu machen, sie passen auch kaum in ein mitteleuropäisches Stadtbild. Wenn aber jemandem daran gelegen ist ein Eigenheim zu bauen, das die Natur möglichst wenig belastet, dann ist eine Kombination aus Lehm und Holz mit Abstand das beste. Je nach Bauort könnte man ihn theoretisch auch direkt aus der Baugrube holen und müsste nur einen Teil dazu kaufen.

          @Cordess: Ich meine mich zu erinnern mal eine Doku gesehen zu haben (war der Bau eines Einfamilienhauses in Dtl.) in der man den Lehm mit einer Milchartigen Flüssigkeit eingerieben hat. Wenn ich nicht völlig falsch liege, war das auch n reines Bioprodukt.

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          • #6
            Zitat von Tesar Beitrag anzeigen
            Lehm ist einer der besten Baustoffe überhaupt, gerade was die Energieeffizienz angeht. Man muss nicht erst unmengen an Energie und Arbeit in ihn stecken um das Ergebnis zu bekommen. Selbst beim Abbruch bietet er enorme Vorteile, da man nur lang genug warten muss und die Natur regelt das völlig alleine.
            Ja, Lehm scheint hier wirklich interessant zu sein.
            Zumindest würde ich das für Gartenhäuser, Schuppen oder ne Garage durchaus für interessant halten, allerdings ist Lehm längst nicht so fest wie festes Mauerwerk oder Beton.


            Wenn aber jemandem daran gelegen ist ein Eigenheim zu bauen, das die Natur möglichst wenig belastet, dann ist eine Kombination aus Lehm und Holz mit Abstand das beste.
            Das ist richtig, allerdings habe ich eine Abneigung gegen jede Art von Holzdecke bzw. Holzfußboden zur Lastaufnahme entwickelt und bevorzuge hier definitiv Böden aus Stahlbeton.
            Denn dieses Gegaunsche, Wippen, Quitschen, Knirschen und Schwingen des ganzen Untergrunds wenn man darüber läuft sowie das Durchbiegen des Bodens wenn man einen schweren Schrank etc. draufstellt mag ich überhaupt nicht, außerdem sind diese Holzdecken meist nicht wirklich dicht. D.h. der Geruch eines Kettenrauchers dringt mit der Zeit durch die Holzdecke.
            Eine Decke/Boden aus Stahlbeton ist hier dagegen super, weil da alles schön fest und dicht ist und die Schwingungen minimal sind.

            Daher würde für mich ein Haus aus Holz bei den tragenden Elementen eigentlich nicht in Frage kommen.
            Holzfußboden in Form von Parkett & Co geht natürlich, solange er auf einer Stahlbetondecke aufgetragen ist. Genauso wie Wände aus Holz, sofern sie nicht das tragende Element bilden, sondern dies von Stahl und Betonpfeilern erledigt wird.





            @Cordess: Ich meine mich zu erinnern mal eine Doku gesehen zu haben (war der Bau eines Einfamilienhauses in Dtl.) in der man den Lehm mit einer Milchartigen Flüssigkeit eingerieben hat. Wenn ich nicht völlig falsch liege, war das auch n reines Bioprodukt.
            Das wird in der obigen Doku erwähnt.
            Ich glaube es war Kalk.


            Wie sieht es eigentlich bei Lehm mit Schimmelbildung aus?
            Vergipste Stahlbeton- oder Ziegelsteinwände schneiden hier ja leider nicht so gut ab.


            Und wie sieht es mit der natürlichen Strahlenbelastung aus?
            Daß in Betonwände verarbeitete Material enthält AFAIK z.b. recht gute natürliche Strahlenquellen, was auch ein weiterer Nachteil von Beton wäre.
            Ein paar praktische Links:
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            • #7
              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Ja, Lehm scheint hier wirklich interessant zu sein.
              Zumindest würde ich das für Gartenhäuser, Schuppen oder ne Garage durchaus für interessant halten, allerdings ist Lehm längst nicht so fest wie festes Mauerwerk oder Beton.
              Die Wände in einem Lehmbau sind selbstverständlich dicker als in einem Stahlbetonbau. guckt man sich moderne Fassaden an, dann sind diese teilweise nur noch wenige cm stark.
              Deswegen sprach ich ja auch von der Kombination mit Holz. Guck man sich alte Stallungen in Mitteleuropa oder Festungsbauten in Nordafrika an, dann sieht man das Lehm einige Kann.

              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Das ist richtig, allerdings habe ich eine Abneigung gegen jede Art von Holzdecke bzw. Holzfußboden zur Lastaufnahme entwickelt und bevorzuge hier definitiv Böden aus Stahlbeton.
              Denn dieses Gegaunsche, Wippen, Quitschen, Knirschen und Schwingen des ganzen Untergrunds wenn man darüber läuft sowie das Durchbiegen des Bodens wenn man einen schweren Schrank etc. draufstellt mag ich überhaupt nicht,
              So ein Stahlbetonboden biegt sich auch ordentlich durch, das ist allerdings leiser. Du kannst dies allerdings auch beim Holz reduzieren, dazu müsstest du "nur" stärkeres Holz nehmen bzw. die Maße erhöhen. Das geht dann allerdings ziemlich ins Geld, wenn du statt 24iger Balken 36 einbaust.


              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              außerdem sind diese Holzdecken meist nicht wirklich dicht. D.h. der Geruch eines Kettenrauchers dringt mit der Zeit durch die Holzdecke.
              Eine Decke/Boden aus Stahlbeton ist hier dagegen super, weil da alles schön fest und dicht ist und die Schwingungen minimal sind.
              Alles eine Frage der Umsetzung. Ich kenne die gültigen Normen und Gesetze nicht aus dem Kopf, aber es ist durchaus üblich Folien in die Deckenkonstruktion einfließen zu lassen. Da diese verschweißt werden, dürfte der Geruch nicht mehr durchkommen. Auch dieses Problem ist lösbar wenn man das Geld ausgibt.

              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Daher würde für mich ein Haus aus Holz bei den tragenden Elementen eigentlich nicht in Frage kommen.
              Es steht dir natürlich offen und soweit zu tricksen das du in den Wänden Stahlträger verwendest, der Lehm in Verbindung mit Folien dürfte ausreichen um einen Korrosionsschutz zu bilden.

              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Holzfußboden in Form von Parkett & Co geht natürlich, solange er auf einer Stahlbetondecke aufgetragen ist. Genauso wie Wände aus Holz, sofern sie nicht das tragende Element bilden, sondern dies von Stahl und Betonpfeilern erledigt wird.
              Also ich hab mal in einem Haus gewohnt in dem die Decken aus Holzbalken bestanden zwischen denen ein Lehmstrohgemisch zur Isolierung gebracht wurde. Der Fußboden wurde durch Sperrholzplatten geschaffen. Also ich kann mich nicht daran erinnern das der Boden stark geschwankt hat.

              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Das wird in der obigen Doku erwähnt.
              Ich glaube es war Kalk.
              Ich habe die Doku noch nicht geguckt, als ich es das letzte mal versucht habe, stand dort, das sie derzeit nicht verfügbar sei, aber ich werde es gleich nochmal versuchen.

              Zitat von Cordess Beitrag anzeigen
              Wie sieht es eigentlich bei Lehm mit Schimmelbildung aus?
              Vergipste Stahlbeton- oder Ziegelsteinwände schneiden hier ja leider nicht so gut ab.
              Und wie sieht es mit der natürlichen Strahlenbelastung aus?
              Daß in Betonwände verarbeitete Material enthält AFAIK z.b. recht gute natürliche Strahlenquellen, was auch ein weiterer Nachteil von Beton wäre.
              eine gemauerte Wand durch Gips, Kalk oder anderem zu verdecken ist sowieso so ziemlich das idiotistische was man machen kann.
              Was die Schimmelbildung im Lehm angeht: Ich könnte mal nen Blick in mein Baustoffkunde-Skript werfen oder meinen Dozenten fragen. Fachliteratur hab ich leider noch nich da, da ich das Architekturstudium gerade erst begonnen habe.

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              • #8
                Zitat von Tesar Beitrag anzeigen
                eine gemauerte Wand durch Gips, Kalk oder anderem zu verdecken ist sowieso so ziemlich das idiotistische was man machen kann.
                Finde ich nicht.
                Hau einfach mal einen kleinen Nagel oder Reißnagel in eine Stahlbetonwand, dann wirst du auch hier eine vergipste Wand zu schätzen wissen.

                Bei einer vergipsten Wand geht das nämlich spielend und der Gips ist noch stabil genug um kleinere Bilder, Poster usw. aufzunehmen.


                Und eine Lehmmauern mußt du z.B. mit Kalk verputzen, weil sonst Wasser in den Lehm eindringt und dein Haus auseinanderfällt.
                Lehm bindet nämlich nicht chemisch, sondern härtet nur physikalisch durch trocknen aus.
                D.h. du mußt die Lehmmauer vor Wasser schützen.
                Ein paar praktische Links:
                In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
                Aktuelles Satellitenbild
                Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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