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Ein Leben ohne Social?

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  • Ein Leben ohne Social?

    Nun Social beschreibt wohl im groben die zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber diese Begriff beschreibt noch etwas anderes, einen Trend – der z.B. mit aufkommen Facebook und Twitter mit angefangen hat. Man hat plötzlich das Bedürfnis sich Gott und die Welt mitzuteilen. Irgendwie hat sich auch vieles auf diese Social-Networks ausgelagert Politik, Kultur, Nachrichten – wer kein Account hat ist ein Außenseiter, so die Propaganda der Medien.

    Aber auch auf die Fernsehkultur hat dies Auswirkungen, gut Soaps gab es schon immer. Aber man schaute sich nBSG oder SG:U an, LOST, Tudors und wie sie nicht alle heißen… alles Serien mit wenig Inhalt dafür aber gaaanz viel Zwischenmenschliches. Diese ganzen Casting Shows, (Gott bewahre ich wird sie mir nie Anschauen), Dokus über Menschen (die ich im normalen Leben nie kennenlernen möchte) beruhen einzig und allein auf Social so werden Leute vor die Kamera gezerrt die dann schön in die Linze rein heulen sollen.

    Nun dieser Trend geht mir langsam aber sicher gegen den Strich. In der Vergangenheit hab ich relativ viel Fernsehe geschaut aber bei dem sozialen Müll welcher täglich über die Flimmerkiste geht bleibt der Kasten einfach aus.


    Nun was meint ihr? Kann man sich diesem Trend erwehren? Besteht nicht eine Art Gruppenzwang bei diesen Networks mitzumachen?
    Wie geht ihr mit diesem Trend um?
    Gegen Seifenoper in SciFi:
    SGU in 50 seconds
    Best SGU episode ever!
    ... und Sie habens leider doch getan!

  • #2
    Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
    Wie geht ihr mit diesem Trend um?
    Wie mit den meisten Trends. Einfach indem ich es links liegen lasse. Ich bin weder bei Facebook noch bei Twitter und ich brauche es auch nicht. Zwar bin ich in einigen Foren - wie z. B. hier - aber ich denke, das fällt nicht in deine Definition.
    "But who prays for Satan? Who in eighteen centuries, has had the common humanity to pray for the one sinner that needed it most, our one fellow and brother who most needed a friend yet had not a single one, the one sinner among us all who had the highest and clearest right to every Christian's daily and nightly prayers, for the plain and unassailable reason that his was the first and greatest need, he being among sinners the supremest?" - Mark Twain

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    • #3
      Zitat von Amaranth Beitrag anzeigen
      Wie mit den meisten Trends. Einfach indem ich es links liegen lasse. Ich bin weder bei Facebook noch bei Twitter und ich brauche es auch nicht. Zwar bin ich in einigen Foren - wie z. B. hier - aber ich denke, das fällt nicht in deine Definition.
      Aber irgendwie beschleicht mich der Gedanke das dieser Trend in absehbarerer Zeit nicht so schnell verschwindet.

      Mir kommts so vor als wäre das so ne neue Philosophie einiger.
      Gegen Seifenoper in SciFi:
      SGU in 50 seconds
      Best SGU episode ever!
      ... und Sie habens leider doch getan!

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      • #4
        Na ja, es gibt halt Leute, die einfach alles mitmachen müssen und Facebook, Twitter etc. ist ja momentan total hipp. Wie die rosa Klamotten, auch wenn da speziell Hosen aussehen wie Schlafanzughosen.

        Foren ja, Facebook/Twitter... nein.

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        • #5
          Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
          Aber irgendwie beschleicht mich der Gedanke das dieser Trend in absehbarerer Zeit nicht so schnell verschwindet.

          Mir kommts so vor als wäre das so ne neue Philosophie einiger.
          Ich bezweifle auch, dass diese sehr schnell verschwinden. Aber ich bezweifle, dass man je darauf angewiesen sein wird.

          Und wenn es die Philosophie von jemandem ist - meine Güte, man toleriert ja sogar die Kirche, da sind die Social-Network-Fanatiker ja ein Dreck gegen.
          "But who prays for Satan? Who in eighteen centuries, has had the common humanity to pray for the one sinner that needed it most, our one fellow and brother who most needed a friend yet had not a single one, the one sinner among us all who had the highest and clearest right to every Christian's daily and nightly prayers, for the plain and unassailable reason that his was the first and greatest need, he being among sinners the supremest?" - Mark Twain

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          • #6
            Der Zeitgeist kann mir den Buckel runterrutschen

            Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
            Nun was meint ihr? Kann man sich diesem Trend erwehren? Besteht nicht eine Art Gruppenzwang bei diesen Networks mitzumachen?
            Wie geht ihr mit diesem Trend um?
            Indem mir der Zeitgeist den Buckel runterrutschen kann. Aber nervig ist es allemal. Ich würden viel lieber Serien mit Inhald als Social-Soap-Dramas schauen.
            Facebook und Twitter meide ich, es interessiert mich schlicht und ergreifend ist. Für mein Leben brauche ich sowas auch nicht.

            Glückerlicherweise habe ich in diesem Forum eine gute Alternative gefunden.

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            • #7
              Zitat von Halman Beitrag anzeigen
              Indem mir der Zeitgeist den Buckel runterrutschen kann. Aber nervig ist es allemal. Ich würden viel lieber Serien mit Inhald als Social-Soap-Dramas schauen.
              Facebook und Twitter meide ich, es interessiert mich schlicht und ergreifend ist. Für mein Leben brauche ich sowas auch nicht.

              Glückerlicherweise habe ich in diesem Forum eine gute Alternative gefunden.


              Dem kann ich mich nur anschließen.

              Früher hatte man einfach ECHTE soziale Kontakte und hat sich dann untereinander über INHALTE ausgetauscht - unter anderem auch über welche aus dem Fernsehn. Heute ersetzen virtuelle Welten das reale Zusammenleben, wobei die eigentlichen Inhalte immer unwichtiger werden. Das liegt genau am vielgelobten, supertollen Zeitgeist, der mir übrigens auch dermaßen und sowas von den Buckel runter rutschen kann.

              Durch immer mehr verplante Zeit, eine hektischere Lebensweise, erstickende Multi-Tasking-Anforderungen, Entwurzelung durch immer weiter entfernte Arbeitsstellen etc. entfremden wir uns kontinuierlich von uns selbst. Das Leben spielt sich - neben der Arbeit - immer mehr in virtuellen Räumen ab, die die Realität längst überholt haben.

              Na und was man im echten Leben kaum noch hat, das holt man sich dann im TV oder im Kino oder eben per Facebook, MySpace etc.. Deshalb spielt Inhaltliches kaum noch eine Rolle, während das Soziale mittlerweile viel wichtiger ist. Den Leuten ist gleichgültig, ob es bei LOST eine vernünftige Auflösung gibt oder ob der neue Star Trek - Film irgend einen Sinn ergibt (geschweige denn seinem Titel gerecht wird). Hauptsache man weiß, wann die Charaktere zum letzten Mal gefurzt haben. Wer's braucht...

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              • #8
                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen

                Früher hatte man einfach ECHTE soziale Kontakte und hat sich dann untereinander über INHALTE ausgetauscht - unter anderem auch über welche aus dem Fernsehn. Heute ersetzen virtuelle Welten das reale Zusammenleben, wobei die eigentlichen Inhalte immer unwichtiger werden. Das liegt genau am vielgelobten, supertollen Zeitgeist, der mir übrigens auch dermaßen und sowas von den Buckel runter rutschen kann.
                ...
                Ich finde es immer wieder toll, wie selbstgerecht sog. Rebellen gegen den Zeitgeist argumentieren: Ich bin ja so viel echter und besser, weil ich kein Facebook-Profil habe?

                Ich persönlich habe ein Facebook-Profil und sehe das als wertvolle Ergänzung in meinem sozialen Leben. Ich kann einfacher Kontakt halten zu Leuten, die ich nunmal nicht oft sehen kann oder mit denen ich nicht einfach mal telephonieren kann.
                Aber das führt nunmal nicht automatisch dazu, dass ich plötzlich keine Lust mehr habe persönliche Kontakte zu pflegen oder inhaltlich gute gemachte Unterhaltung zu mögen (die es im Übrigen immer noch gibt).

                Und ist es soviel besser jedem im Internet mitteilen zu müssen, dass man ja gar keinen Wert darauf legt sich jedem im Internet mitteilen zu müssen?
                Möp!

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                • #9
                  Ich finde es immer wieder toll, wie selbstgerecht diese sogenannten Anti-Rebellen für den Zeitgeist argumentieren: Ich bin ja sooo Up-to-Date und immer und für Jeden erreichbar mit meinem Facebook ect.

                  Ich persönlich habe kein Facebook-Profil und vermisse es keineswegs in meinem sozialen Leben. Mit Leuten, die ich nicht oft sehen kann, kann ich meist problemlos telefonieren oder E-Mails schreiben.

                  "Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt." - Otto von Bismarck

                  "Uns, dem deutschen Volke, sind die großen Ideale zu dauernden Gütern geworden, während sie anderen Völkern mehr oder weniger verloren gegangen sind. Es bleibt nur das deutsche Volk übrig, das an erster Stelle berufen ist, diese großen Ideen zu hüten, zu pflegen, fortzusetzen." - Kaiser Wilhelm II.

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                  • #10
                    Zitat von d12 Beitrag anzeigen
                    Ich finde es immer wieder toll, wie selbstgerecht diese sogenannten Anti-Rebellen für den Zeitgeist argumentieren: Ich bin ja sooo Up-to-Date und immer und für Jeden erreichbar mit meinem Facebook ect.
                    Kein Facebook-Profil zu haben macht einen nicht zum Rebellen, genau so wenig macht ein Facebook-Profil einen zum Systemverfechter.

                    Es geht einfach um die Begründung: Man brauch ja kein Facebook-Profil zu haben, wenn man es nicht will und braucht, aber es damit zu begründen, dass es "up to date" ist oder dass man dadurch keine "echten" sozialen Fähigkeiten mehr besitzt ist einfach unsinnig.

                    Ich persönlich habe kein Facebook-Profil und vermisse es keineswegs in meinem sozialen Leben. Mit Leuten, die ich nicht oft sehen kann, kann ich meist problemlos telefonieren oder E-Mails schreiben.
                    Eben solch eine Begründung finde ich ja auch voll in Ordnung, weil ehrlich.
                    Möp!

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                    • #11
                      @Cu Chulainn: Wo kann ich deinen Beitrag unterschreiben?

                      Facebook ist toll! Natürlich kommt es darauf an, wie man dieses Portal (für sich) nutzt. Man kann sich zum Deppen machen - muss man aber nicht...

                      Ich stehe, dank Facebook, wieder in Verbindung zu Menschen, zu denen ich seit [teilweise 10, 15] Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Über FB wiedergefunden, schnell mal Telefonnummern ausgetauscht, stundenlang gequatscht und letztendlich auch im RL (wieder-) getroffen!

                      Das eine (menschliches Beisammensein) schliesst das andere (virtueller Kontakt) ja nicht aus, oder?

                      FACEBOOK wird bestimmt nicht untergehen!

                      Selbstverständlich bringt es auch zahlreiche Nachteile mit sich, aber grundsätzlich kann ich Cu Chulainn, bezüglich seiner 'Zeitgeist-Aussage' nur zustimmen.
                      LOAD "SCIFI-FORUM.DE",8,1

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                      • #12
                        Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
                        Nun Social beschreibt wohl im groben die zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber diese Begriff beschreibt noch etwas anderes, einen Trend – der z.B. mit aufkommen Facebook und Twitter mit angefangen hat. Man hat plötzlich das Bedürfnis sich Gott und die Welt mitzuteilen.
                        Nein, "man" hat nicht "plötzlich" das Bedürfnis, sich Gott und der Welt mitzuteilen. Krankhafte Egomanen (mit oder ohne pronoider Färbung) oder sonstige exzentrisch gestörte Spinner, die ihr alltägliches, meist auch profanes Tun als weltbewegend und für alle (wirklich alle, vom Kap bis Hammerfest und von LA bis Wladiwostok) als interessant und wichtig empfinden, gab's schon immer. Web 2.0 gibt ihnen nun nur "plötzlich" das Mittel zur überdimensionierten Selbstdarstellung - allen, von der bisexuellen Stripperin bis Typen mit der Keuschheitswette.

                        Irgendwie hat sich auch vieles auf diese Social-Networks ausgelagert Politik, Kultur, Nachrichten – wer kein Account hat ist ein Außenseiter, so die Propaganda der Medien.
                        Volle Absicht. Jedes als irgendwie positiv dargestellte Social Network ist ein schönerer Euphimismus für das, was man jahrelang als gesellschaftsschädigende Vetternwirtschaft sah. Vetternwirtschaft und Korruption werden der Welt in naher Zukunft mehr wirtschaftlichen Schaden zufügen und präsenter sein als das so oft zitierte "organisierte Verbrechen", egal ob dies als italienische ehrwürdige Familie oder chinesische Triade oder Rockerbande auftritt. Sollten politische Parteien ob ihrers Tuns irgendwann doch noch offiziell als "verbrecherische Organisationen" eingestuft werden (Anleitung/Mithilfe zur Steuerhinterziehung, noch straffreie Formen von korruption, Unterschlagungen....) könnte das wieder kippen

                        Aber auch auf die Fernsehkultur hat dies Auswirkungen, gut Soaps gab es schon immer. Aber man schaute sich nBSG oder SG:U an, LOST, Tudors und wie sie nicht alle heißen… alles Serien mit wenig Inhalt dafür aber gaaanz viel Zwischenmenschliches. Diese ganzen Casting Shows, (Gott bewahre ich wird sie mir nie Anschauen), Dokus über Menschen (die ich im normalen Leben nie kennenlernen möchte) beruhen einzig und allein auf Social so werden Leute vor die Kamera gezerrt die dann schön in die Linze rein heulen sollen.
                        Natürlich, und nebenbei sind ja Szenen mit Schwerpunkt "social" ganz ohne Special FX drehbar und Casting Shows fast ohne Produktionskosten (Räumlichkeiten Mieten, Kamera-Crew, Gage für ein oder zwei abgehalfterte B-Promis, der Haufen Idioten mit Hang zu übertriebener Selbstdarstellung würde sogar zahlen, um dabei zu sein ) machbar. Risikofrei - wird der B-Promi nochmal in die A-Kategorie gehoben (Sabbel-Dieter-Effekt), helfen die Quoten im Umkehrschluß ja zu höheren Werbeinnahmen, von denen die dann explodierte Gage gezahlt werden kann.

                        Nun dieser Trend geht mir langsam aber sicher gegen den Strich.
                        Mir schon seit langem.

                        Nun was meint ihr? Kann man sich diesem Trend erwehren? Besteht nicht eine Art Gruppenzwang bei diesen Networks mitzumachen?
                        Wie geht ihr mit diesem Trend um?
                        Nein, es besteht kein Zwang. So'n paar hohle Torköppe meinten den zwar in Essen beim Start von Google Streetview ausüben zu wollen, aber Mitmach-Zwänge sind seit den 30er- und 40er Jahren, der hohen Zeit der Blockwärte, erstmal eindeutig unfreiheitlich einzuordnen (wie jede Form von Zwang). Die besagten Essener Eierschmeißer sind für mich seitdem dementsprechend auch die "Google-Nazis" oder die "Google-SA"

                        Ich stimme eher dieser schon genannten form von Web-Umgang zu:

                        Zitat von Bethany Rhade Beitrag anzeigen
                        Na ja, es gibt halt Leute, die einfach alles mitmachen müssen....

                        Foren ja, Facebook/Twitter... nein.
                        Foren sind im Idealfall unpersönlich und themenorientiert. Natürlich gibt's in jedem Forum die "Wer bist du eigentlich und warum sagst du so was jetzt, muß doch mit dir perönlich was nicht stimmen"-Troll-Fraktion (die lieber versuchen, den Poster zu diskreditieren als sich argumentativ mit dem Diskussionsbeitrag auseinanderzusetzen) aber in guten Foren sind die in der Unterzahl.

                        Wenn du da also nicht mitmachen willst: Willkommen im Club. Arbeit gibt's übrigens angeblich auch immer noch auf dem herkömmlichen Weg, ohne Social Network. Es ist also noch nicht existenzbedrohend, sich diesem Trend zu verschließen.
                        Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                        "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                        Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                        • #13
                          Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
                          Kein Facebook-Profil zu haben macht einen nicht zum Rebellen, genau so wenig macht ein Facebook-Profil einen zum Systemverfechter.
                          Das stimmt! Und ich habe extra überspitzt formuliert um gerade DAS als Antwort auf deinen Beitrag herauszustellen.
                          "Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt." - Otto von Bismarck

                          "Uns, dem deutschen Volke, sind die großen Ideale zu dauernden Gütern geworden, während sie anderen Völkern mehr oder weniger verloren gegangen sind. Es bleibt nur das deutsche Volk übrig, das an erster Stelle berufen ist, diese großen Ideen zu hüten, zu pflegen, fortzusetzen." - Kaiser Wilhelm II.

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                          • #14
                            Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
                            Ich finde es immer wieder toll, wie selbstgerecht sog. Rebellen gegen den Zeitgeist argumentieren: Ich bin ja so viel echter und besser, weil ich kein Facebook-Profil habe?
                            Habe ich das geschrieben?
                            Ich finde immer wieder toll, wie selbstgerecht Leute argumentieren, die nur die ersten drei Sätze eines Beitrags lesen und dann der Meinung sind: Aha, das ist so einer und der denkt auf diese Weise - na dem werde ich mal den Marsch blasen.

                            Ich kann einfacher Kontakt halten zu Leuten, die ich nunmal nicht oft sehen kann oder mit denen ich nicht einfach mal telephonieren kann.
                            Genau darum geht es und das hat nichts mit selbstgerechtem Gehabe zu tun, sondern ist schlichte Soziologie. Zwischenmenschliche Kontakte verlagern sich zunehmend auf virtuelle Ebenen. Auf der einen Seite zeigt sich das im regen Zuspruch bei Facebook, Twitter, MySpace etc. und auf der anderen Seite ist es eben interessant, was für einen wichtigen Teil plötzlich die ausführliche Charakterdarstellung in Fernsehserien einnimmt. Das geht sogar soweit, dass - wie man u.a. Foren wie diesem hier entnehmen kann - die Figurenzeichnung oft für wichtiger gehalten wird, als die eigentliche Handlung. Gleichzeitig werden ältere Serien ihrer scheinbar fehlenden Charaktertiefe wegen häufiger schlecht geredet.

                            Besonders schön kann man diese Entwicklung an den Diskussionen zu Star Trek - The Next Generation verfolgen. Eine Serie deren immenser Erfolg einen regelrechten SF-Boom ausgelöst hat, als sie aktuell war und die damals vorwiegend an der Qualität der erzählten Geschichten gemessen wurde. Wenn man da so einige neuere Kommentare liest, darf man bezweifeln, dass eine so inhaltsfokussierte Serie heute noch Erfolg hätte, weil an allen Ecken die ach so mangelhafte Figurenzeichnung kritisiert wird.

                            Zuschaueransprüche ändern sich mit der Zeit und die Gründe dafür liegen nicht selten in sozialen Veränderungen. Dass Charaktere heute oft wichtiger sind als Inhalte, liegt in meinen Augen an der wachsenden Virtualisierung zwischenmenschlicher Kontakte. Was im echten Leben oft zu kurz kommt, wird auf diese Weise ausgeglichen.

                            Aber das führt nunmal nicht automatisch dazu, dass ich plötzlich keine Lust mehr habe persönliche Kontakte zu pflegen oder inhaltlich gute gemachte Unterhaltung zu mögen (die es im Übrigen immer noch gibt).
                            Das hat auch gar keiner behauptet. Der Wunsch nach ausführlicheren Charakterzeichnungen in TV-Serien und Filmen entspringt ja gerade dem Wunsch nach persönlichen Kontakten und in vielen Fällen führt das nun einmal tatsächlich dazu, dass die Charakterdarstellungen dem Inhalt den Rang ablaufen. Anders kann man sich beispielsweise nicht erklären, dass es immer noch Leute gibt, die Lost für eine tolle Serie halten, obwohl der eigentliche Plot dort mehr oder weniger im Sand verlaufen ist. Hier sind eindeutig die aufgebauten Bindungen zu den virtuellen Charakteren wichtiger als die Handlung.

                            Und ist es soviel besser jedem im Internet mitteilen zu müssen, dass man ja gar keinen Wert darauf legt sich jedem im Internet mitteilen zu müssen?
                            Für mich besteht schon noch ein Unterschied zwischen einem inhaltlichen Austausch über bestimmte Themen in einem Forum oder dem Bedürfnis, in einem Social Network aller Welt mitzuteilen, dass ich gerade meine Unterhosen gebügelt habe, aber das sieht vielleicht auch jeder nochmal anders.
                            Zuletzt geändert von Logan5; 23.12.2010, 23:05.

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                            • #15
                              Zitat von Unferth Beitrag anzeigen
                              Nun Social beschreibt wohl im groben die zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber diese Begriff beschreibt noch etwas anderes, einen Trend – der z.B. mit aufkommen Facebook und Twitter mit angefangen hat. Man hat plötzlich das Bedürfnis sich Gott und die Welt mitzuteilen.
                              Also, ich verstehe den Begriff "Social" in diesem Zusammenhang nicht wirklich. Ist das wirklich so, dass es eine Zunahme von sozialen Beziehungen gibt? Ich meine eher, dass sich nicht unbedingt die Dichte der sozialen Kontakte erhöht, sondern dass sich eher bestimmte Strukturen (z.B. Kommunikationsmedien) verändern. Dank Internet ist es z.B. möglich, alte Schulkameraden wiederzufinden, aber ob man deswegen häufiger mit ihnen kommuniziert, will ich mal offen lassen.
                              Ich glaube, der Trend, auf den Du anspielst, ist immer noch das gute alte Web 2.0. Über die Qualität und Quantität sozialer Beziehungen im Zeitalter von Web 2.0 lassen sich meiner Einschätzung nach keine eindeutigen Schlussfolgerungen ableiten.

                              Mich lässt das Thema "Facebook & co." eher kalt. Anfangs hat mich die Idee fasziniert, über solche Plattformen Kontakt zu alten Freunden wiederherstellen zu können. Ich war allerdings sehr verblüfft, als ich festgestellt habe, dass häufig überhaupt kein Kontakt gewünscht wurde. Besonders bitter war für mich die Erfahrung, als ein alter Freund aus der Kinderheim-Zeit ('88-'90) nicht auf meine Nachricht geantwortet hat. Wirklich sehr ärgerlich.
                              Wenn über die sozialen Netzwerke doch ein Kontakt zustande kam, beschränkte sich dieser in der Regel darauf, dass man von ehemaligen Schulfreunden in die Freundschaftsliste aufgenommen wurde oder zum Geburtstag einen Eintrag auf der Pinnwand spendiert bekam. Für mich waren solche Erfahrungen Anlass, mich aus den meisten sozialen Netzwerken zurückzuziehen.
                              Mein Profil bei Last-FM:
                              http://www.last.fm/user/LARG0/

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