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    Entfleucht man der Kinderstube, beginnt man ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben.

    Meine Tante und ihr Mann haben vor einigen Tagen Ihr Leben selbstbestimmt beendet.
    Beide waren alt und krank, beide funktionierten nur noch mittels schwerer Schmerzmedikamente und Beatmungsgerät, beide haben ihr Leben nun beendet.
    Gut geplant und wohl durchdacht wollten beide sich nicht in fremde Hände begeben, obwohl sie es gekonnt hätten und obwohl sich sich erstklassike Pflege hätten leisten können.

    Ich habe Respekt vor ihrer Entscheidung zur Selbstbestimmtheit und hoffe, daß ich eines Tages ebenso selbstbestimmt sterben darf.

  • #2
    Ich möchte nur kurz noch einmal nachfragen: Mit "selbstbestimmt das Leben beenden" meinst du "Suizid"?
    Nur wer vergessen wird, ist tot.
    Du wirst leben.

    ---- RIP - mein Engel ----

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    • #3
      Zitat von black_hole Beitrag anzeigen
      Ich möchte nur kurz noch einmal nachfragen: Mit "selbstbestimmt das Leben beenden" meinst du "Suizid"?
      Ja

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      • #4
        Ok.

        Also meiner Meinung nach ist Suizid keinesfalls eine Sache, wofür man sich schämen muss. Ich empfinde es sogar als mutig einen solchen Schritt zu wagen, aber auch vorallem ältere Personen haben es dadurch meist leichter.
        Grundsätzlich finde ich, dass jeder sein Leben beenden darf. Wann und wo er will. Schließlich hatte man auch keine Wahl, ob man nun geboren wird oder nicht, aber man hat die Wahl, ob man nun sterben möchte oder nicht und niemand hat die Pflicht zu leben.
        Kritisch wird es erst, wenn sie Personen zum Suizid auf Gleise, ect. legen, da dort dann auch andere Personen gefährdet sind, die ihr Leben vielleicht schätzen.
        Nur wer vergessen wird, ist tot.
        Du wirst leben.

        ---- RIP - mein Engel ----

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        • #5
          mann kann das selber schwer beurteilen...ich habe vor 12 Jahren so gesehen genau das "umgekehrte" erlebt als mein (10jahre) älterer Bruder starb an einem Tumor im Kopf...bís zuletzt sprach er davon das er "geheilt" wird,das er das ganze überleben würde und hat sogar bis zum "Ende" Schmerzmittel wie Morpium abgelehnt,weil ihm der Schmerz beweisen würde das er immer noch lebt,obwohl ihm der Tumor das rechte Auge schon aus der Höhle gedrückt hatte..
          es ist wirklich sehr schwer zu beurteilen....
          .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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          • #6
            Zitat von [OTG]Marauder Beitrag anzeigen
            mann kann das selber schwer beurteilen...ich habe vor 12 Jahren so gesehen genau das "umgekehrte" erlebt als mein (10jahre) älterer Bruder starb an einem Tumor im Kopf...bís zuletzt sprach er davon das er "geheilt" wird,das er das ganze überleben würde und hat sogar bis zum "Ende" Schmerzmittel wie Morpium abgelehnt,weil ihm der Schmerz beweisen würde das er immer noch lebt,obwohl ihm der Tumor das rechte Auge schon aus der Höhle gedrückt hatte..
            es ist wirklich sehr schwer zu beurteilen....
            Nunja, er hat gehofft und das ist okay. Vor allem als Kind. Meine Tante und ihr Mann haben ihr Rentenalter erreicht, viel von der Welt gesehen und wollten nun auf keinen Fall Pflegefälle werden. In der Familie ihres Mannes war es ohnehin schon fast Tradition, sein Leben selbstbestimmt zu beenden, bevor man sich in die Hände anderer begibt.

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            • #7
              Jedem das seine. Ich finde auch, dass jeder das Recht hat zu bestimmen, ob er leben will oder nicht. Gerade im Falle deiner Tante und deines Onkels (ich gehe davon aus, dass keine Heilung moeglich waere?) ist es nachvollziehbar.

              Anders sehe ich es bei Personen, die auch noch ein wenig Verantwortung haben. Muetter oder Vater von kleinen Kindern zum Beispiel. Da sollte schon jede Therapie in Anspruch genommen und Suizid als der letzte Weg gewaehlt werden.

              Wenn psychische Probleme, wie Depressionen, hineinspielen, ist Suizid auch immer tragisch. Schliesslich mag es nach einer Therapie alles nicht mehr so schwarz aussehen.

              @Marauder: Genau denselben Fall hatten wir auch in der Familie, bei mir war es der Onkel, der bis zum Letzten den Hirntumor bekaempft und nie ans Aufgeben gedacht hat!
              Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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              • #8
                Zitat von Sukie Beitrag anzeigen
                Genau denselben Fall hatten wir auch in der Familie, bei mir war es der Onkel, der bis zum Letzten den Hirntumor bekaempft und nie ans Aufgeben gedacht hat!
                Bei mir war es mein Vater, bei ihm war zuerst Darmkrebs festgestellt worden, der wurde auch erfolgreich bekämpft, aber wurde bei einer Untersuchung ein paar Monate später Metastasen in der Leber festgestellt, wenn meine Mutter, meine Geschwister und ich nicht gewesen wären, hätte er sich nicht nochmal einer Operation unterzogen. Aber die Prognose war sowieso sehr schlecht, da der grösste Teil der Leber befallen war und er höchstens nur noch ein paar Monate gehabt hätte. Gut nach der Operation hatte er auch nicht viel länger, da es ihm nachher immer schlechter ging.
                Deswegen respektiere ich die Entscheidung deiner Verwandten auch.
                "Denkt daran, wir sind nur dazu autorisiert Gewalt anzuwenden wenn die Erde bedroht ist"
                "Und der Mond"
                "Ja, und der Mond."

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                • #9
                  Das Thema möchte niemand mit der Kneifzange anfassen aus den Gründen, die hier schon genannt wurden. Was ist wenn jemand aus einer Depression den Suizid begeht? Depression ist mittlerweile eine anerkannte Krankheit und in vielen Fällen therapierbar.

                  Suizid, um die eigene Würde bis zum Lebensende zu erhalten, ist schon ein anderes Kaliber. Es gehört Mut und Ehrgefühl dazu. Doch andererseits sieht jeder Mensch seine Ehre auf einer anderen Weise gefährdet. Wo kann man da eine Linie ziehen? Ab wann war ein Suzid berechtigt und ab wann nicht? Sehr sehr schwieriges Thema.

                  Was ist, wenn man den Suizid "legalisieren" würde für Menschen, die tatsächlich nichts mehr zu verlieren haben? Was ist dann mit Menschen die trotzdem, obwohl sie nichts mehr zu verlieren hätten, trotzdem weiter leben möchten. Würde die Gesellschaft so kompromisbereit sein und keinen Druck zum Suizid ausüben?

                  Ängste und Zweifel zum Thema Suizid sind meiner Meinung nach vollkommen berechtigt.

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                  • #10
                    Wieso muß Suizid berechtigt sein? Wieso kann man das nicht respektieren, was ein anderer für sich selber entscheidet, völlig unabhängig von Gesundheit oder Krankheit? Ich entscheide mein Leben lang über mich selber, wieso soll ich das Ende meines Lebens dann nicht auch entscheiden, völlig unabhängig davon ob ich depressiv bin oder einfach nicht bettlägerig sein möchte? Ist es von den Lebenden nicht auch ein gutes Stück Egoismus, wenn er den Suizid ächtet, weil er dann nicht trauern muß?
                    Ich habe das Thema ganz bewußt "Selbstbestimmt" genannt und nicht Suizid. Selbstbestimmt leben wir, aber wir sollten fremdbestimmt auf den Tod warten? Warum? Wem ist damit geholfen?

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                    • #11
                      Weil kein Mensch vollkommen selbsbestimmt sein kann. Schon durch seine Geburt hat der Mensch gewisse Pflichten gegenüber seinen Eltern und der Gesellschaft. Wir alle sind zum Teil fremdbestimmt durch das Zusammenleben mit anderen Menschen und wir können uns da nicht so einfach davonstehlen.

                      Allein schon das Versicherungsrecht hat mit dem Suizid besonders große Probleme umzugehen. Dann zusätzlich die evtl. seelischen Schäden bei Angehörigen. Man kann nicht einfach so verschwinden weil niemand von uns tatsächlich allein ist, selbst wenn wir uns allein fühlen.

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                      • #12
                        Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
                        Weil kein Mensch vollkommen selbsbestimmt sein kann. Schon durch seine Geburt hat der Mensch gewisse Pflichten gegenüber seinen Eltern und der Gesellschaft. Wir alle sind zum Teil fremdbestimmt durch das Zusammenleben mit anderen Menschen und wir können uns da nicht so einfach davonstehlen.

                        Allein schon das Versicherungsrecht hat mit dem Suizid besonders große Probleme umzugehen. Dann zusätzlich die evtl. seelischen Schäden bei Angehörigen. Man kann nicht einfach so verschwinden weil niemand von uns tatsächlich allein ist, selbst wenn wir uns allein fühlen.
                        Du willst jetzt aber nicht wirklich Menschen, die mit ihren eigenen Problemen nicht klar kommen, auch noch Schuldgefühle wegen der Probleme anderer einreden, oder ?

                        Ich tu mich mit meiner Sig ja immer ein bisschen schwer, in Suizid-Threads zu posten, aber: einige Teile von dem hier klingen doch ein bisschen wie Werbung für "selbstbestimmtes sozialverträgliches Frühableben"

                        Kulturell muß man die Frage stellen, warum der Suizid in der so genannten westlich-zivilisierten Welt so schlecht weg kommt. Die Speisung im Pantheon war zB schon im alten Griechenland ein ritueller und zelebrierter Selbstmord, Sepuku in Japan ein Weg, die Ehre der Familie nicht zu belasten. Wenn man im Westen den Weg freimachen würde zum Suizid für alle, die entweder

                        a) pflegebedürftig
                        b) todkrank
                        c) chancenlos im Leben/auf "echtes" Leben
                        d) bettelarm
                        e) jedwede Kombination von a)-d)

                        sind, was wäre das Ende? Reiche Bonzen, die ihre Drecksarbeit selbst erledigen müßten Der Einfluß der christlichen Kirche, die seit jeher bemüht war, die kritiklose Arbeitskraft der Unterschicht zu erhalten (wie aber eigentlich jede Religion ) ist da natürlich auch noch spürbar....

                        Zurück zum zuerst zitierten Post: Wer nur noch aus Pflichtgefühl gegenüber anderen am Leben bleibt, brauch das meinetwegen nicht zu tun - denn das wäre eh kein "Leben" mehr, sondern vegetieren. Und die Probleme, die dann andere mit diesem Tod hätten - nunja, das sind die Probleme anderer, wie schon gesagt

                        Gibt es einen bestimmten Grund, warum dies hier nicht im existenten, allgemeinen Selbstmord-Thread steht?
                        Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                        "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                        Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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                        • #13
                          Naja, der Threadersteller bezieht sich eher auf die Selbstbestimmung des Menschen in unserer Gesellschaft und hat den Selbstmord seiner Familienmitglieder als Beispiel genannt.

                          Du hast genau die falschen Pro-Beispiele für den Suizid gegeben. Es wurde viel Schabernack damit betrieben, indem man die Menschen aufgrund ihres Ehrgefühls in den Tod trieb, um z.B. die Erbfolge zu beschleunigen oder andere Familienhäuser zu schwächen.
                          Durch den Wegfall des Ehrensuizids verschwand ein probiates Mittel, um politische oder wirtschaftliche Gegner loszuwerden.

                          Aber zurück zur Selbstbestimmtheit: Das mit der Selbstbestimmtheit ist eine große Lüge der neoliberalen Freiheitsbewegung und ist mitschuld an vielen Ungereimtheiten in unserer Gesellschaft sowie am verbreiteten Egoismus und der Ellenbogenmentalität. Denn im Grunde ist der Mensch allein schon dadurch fremdbestimmt wenn er einen Fuß auf die Gehwege setzt, die von der Gemeinschaft um ihn herum errichtet wurden.

                          Mein Leben gehört nicht nur mir, sondern auch der Gemeinschaft und der Gesellschaft, die mir meine Bildung gezahlt hat und dafür sorgt, dass ich ohne jagen gehen zu müssen, überleben kann. Genauso gehört mein Leben auch teilweise meiner Mutter, die mich geboren hat und mich über viele Jahre versorgt hat. Ich bin in dem Sinne selbstbestimmend, dass ich meinen Werdegang innerhalb der Gesellschaft selbst beeinflussen kann. Jedoch habe ich weder das Recht mich dafür zu entscheiden, anderen Menschen der Gesellschaft etwas wegzunehmen, noch habe ich das Recht mich vollkommen aus der Gesellschaft auszuklinken, denn ich verdanke im Grunde den Menschen um mich herum und den Menschen, die vor mir gelebt haben, meine Existenz.

                          Das bezieht sich jetzt aber nicht auf die Selbstbestimmtheit im Bereich des Suizids. Im Grunde haben sich die Verwandten des Threaderstellers nicht aus purem Egoismus das Leben genommen, sondern weil Sie einfach alles Erreichbare in ihrem Rahmen erreicht haben und niemanden zur Last fallen wollten. Sie waren in der Lage alles zu planen und zu überdenken, so dass sie wohl auch ohne großen Schaden für ihre Umgebung aus dem Leben geschieden sind. Es war also weniger eine Verzweiflungstat sondern eine bewusste Entscheidung.

                          Und hier sehe ich das Problem beim Thema Suizid. Wann ist ein Suizid wirklich durchdacht und überlegt? Sollte es dafür Regelwerke und Checklisten geben? "Haben sie das Gas abgestellt und den Herd ausgemacht?" *Check*

                          Und wenn es solche Regelwerke nicht gäbe, wie unterscheidet man dann ob ein Suizid wirklich ein Suizid war, oder nicht doch ein Verbrechen (Erpressung, Nötigung)? Man versteht mein Dilemma?
                          Zuletzt geändert von Kristian; 25.05.2011, 01:49.

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                          • #14
                            Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
                            Weil kein Mensch vollkommen selbsbestimmt sein kann. Schon durch seine Geburt hat der Mensch gewisse Pflichten gegenüber seinen Eltern und der Gesellschaft. Wir alle sind zum Teil fremdbestimmt durch das Zusammenleben mit anderen Menschen und wir können uns da nicht so einfach davonstehlen.

                            Allein schon das Versicherungsrecht hat mit dem Suizid besonders große Probleme umzugehen. Dann zusätzlich die evtl. seelischen Schäden bei Angehörigen. Man kann nicht einfach so verschwinden weil niemand von uns tatsächlich allein ist, selbst wenn wir uns allein fühlen.

                            Du willst also aus egoistischen Gründen Leute zum Leben zwingen?

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                            • #15
                              Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
                              ....Mein Leben gehört nicht nur mir, sondern auch der Gemeinschaft und der Gesellschaft, die mir meine Bildung gezahlt hat und dafür sorgt, dass ich ohne jagen gehen zu müssen, überleben kann. Genauso gehört mein Leben auch teilweise meiner Mutter, die mich geboren hat und mich über viele Jahre versorgt hat. Ich bin in dem Sinne selbstbestimmend, dass ich meinen Werdegang innerhalb der Gesellschaft selbst beeinflussen kann. Jedoch habe ich weder das Recht mich dafür zu entscheiden, anderen Menschen der Gesellschaft etwas wegzunehmen, noch habe ich das Recht mich vollkommen aus der Gesellschaft auszuklinken, denn ich verdanke im Grunde den Menschen um mich herum und den Menschen, die vor mir gelebt haben, meine Existenz.
                              Warte mal, die Gruppe Mensch kenn ich. Die töten ein 10jähriges Kind im Namen der Gesellschaft, dessen Immunsystem Krebs selbstständig besiegt hat, um rauszufinden, wie das funktioniert

                              Und Recht sollte man nicht auf das Juristische reduzieren. Kein Recht, sich aus der Gesellschaft auszuklinken? Willst du Auswanderern das Auswandern auch noch verbieten? Warte mal, ich glaub das versuchen in der Geschichte immer wieder mal ein paar Staaten. Die sollen das Auswandern sogar schon mit Mauern versucht haben zu unterbinden

                              Jemanden zwangsweise in einer Gesellschaft integriert zu halten, ist unmöglich. Die Existenz verschiedener Schattengesellschaften alleine in Europa sollte dir das klar machen. Wen jemand, der nicht nach den Regeln spielen will/kann dazu gezwungen wird, findet er neue Hintertüren - Korruption, Vetternwirtschaft, Grauzonen. Durch Zwang oder Pflicht wird niemand ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Die willensschwächeren kriegt man so in hübsch umformulierten Zwangsarbeits-Projekten ohne Perspektive unter - zum Nutzen der Oberschicht. Die sich mittels ihres Reichtums/Einflusses übrigens von lästigen Pflichten oft "freikauft", indirekt versteht sich, denn es sollen juristisch ja alle gleich sein
                              Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

                              "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

                              Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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