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Was determiniert unser Schicksal?

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  • Was determiniert unser Schicksal?

    Wir leben in einer Gesellschaft, die den Menschen tagtäglich suggeriert: " Du bist deines Glückes Schmied. "

    Aber stimmt das? Wieviel bestimmen wir selbst? Wo regiert der Zufall? Und wieviel Einfluss hat unsere soziale Herkunft? Kann es jeder schaffen erfolgreich zu sein, wenn er nur will? Was meint ihr?
    Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
    und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

  • #2
    Da könnt ich noch so n Satz raushaun: Was wir säen, ernten wir oder Wir ernten, was wir säen! Also eigentlich sind wir schon unseres Glückes Schmid! Jeder nimmt ja sein Leben selbst in die Hand, bis auf ein paar Ausnahmen! Wir bestimmen somit selbst was aus uns wird oder auch nicht! Der Zufall regiert natürlich auch noch, dass sind dann die Überraschungen des Lebens oder auch nicht ! Jeder hat selbst in der Hand, erfolgreich zu sein oder auch nicht! Jaja, das "oder auch nicht" habe ich jetzt oft benutzt, aber es ist nun mal so ! Die soziale Herkunft ist natürlich auch wichtig, denn wenn ich in Afrika geboren worden wäre, dann hat das Schicksal eine andere Wendung genommen! Aber ich bin nun mal in einem "reichen" Land geboren und muss mit den Seiten dieses Lebens zurecht kommen!
    Ich hab da ein ganz mieses Gefühl!!!!
    Magierin: Ich sleudere den Fffeuerball dem Drachen entgegen
    There's a Rainbow inside my Mind
    Trippin' on Sunshine

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    • #3
      Zitat von AndyFo4rSe7eN Beitrag anzeigen
      Da könnt ich noch so n Satz raushaun: Was wir säen, ernten wir oder Wir ernten, was wir säen! Also eigentlich sind wir schon unseres Glückes Schmid! Jeder nimmt ja sein Leben selbst in die Hand, bis auf ein paar Ausnahmen!
      Das muss man glaube ich etwas differenzierter betrachten.

      Natürlich ist die Prämisse, das jeder "sein Glück" selbst in der hand hat, soweit richtig, weil wir die möglichkeit haben, uns immer für einen Weg zu entscheiden. Entscheide ich mich dafür, faul zu sein, und kein Risiko einzugehen, stehe ich meinem eigenen Erfolg natürlich im Weg.

      Der springende Punkt ist, die Anzahl möglicher Optionen die sich uns offenbaren, ist endlich. Und die Auswahl der Optionen, die sich uns bieten, unterliegt uns normalerweise nicht selbst. Ich kann mich nicht dazu "entscheiden" Millionär zu werden, weil sich diese Zielsetzung letztendlich außerhalb meiner Fähigkeiten liegt.

      Ich kann mich dazu entscheiden, darauf HIN ZU ARBEITEN Millionär zu werden ... etwa in dem ich Schauspieler oder Profisportler werde, oder anfange Lotto zu spielen. Ob der Weg den ich wähle aber letztlich der ist, der zum gewünschten Ergebniss führt, dass liegt dann doch schon außerhalb unseres Einflusses.
      Ich kann mein Glück also schon Schmieden, nur wie beim Schmieden gilt auch beim Glück, genau so, wie ich ein Werkstück aufgrund von schlechtem Material oder durch eigene Fehler versauen kann, kann ich auch Glück nicht erzwingen.

      Um ein Beispiel aus meinem Umfeld zu bringen:
      Der Cousin meiner Mutter hatte vor einigen Jahren eine Elektronik Firma mit einem alten Freund. Als sich die beiden zerstritten, trennten sie sich, und mein Verwandter zog sein eigenes Unternehmen auf. Am Anfang sogar mit ziemlichem Erfolg ... innerhalb eines jahres hatte er von 0 eine Firma mit 10 Angestellten aufgebaut. Vermutlich wäre der Erfolg auch so weiter gegangen. Wenn nicht eines dunklen tages plötzlich sein besster Kunder zum Opfer eines Gebäudebrandes geworden und vom Markt verschwunden wäre. Heute arbeitet der Man wieder in seiner garage.

      Die Entscheidung, die er getroffen hatte ... sich von seinem "trantütigen" Geschäfftspartner zu trennen, war im Nachhinein zwar die richtige Entscheidung, denn der Geschäftspartner stand dem Erfolg im Weg. Das mein Verwandter dann aber auf der "Straße zum Erfolg" in einen nichtverschuldeten Unfall verwickelt wurde ... darauf hätte er keinerlei Einfluss nehmen können.
      Was ist Ironie?
      Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
      endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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      • #4
        Da könnt ich noch so n Satz raushaun: Was wir säen, ernten wir oder Wir ernten, was wir säen! Also eigentlich sind wir schon unseres Glückes Schmid! Jeder nimmt ja sein Leben selbst in die Hand, bis auf ein paar Ausnahmen! Wir bestimmen somit selbst was aus uns wird oder auch nicht! Der Zufall regiert natürlich auch noch, dass sind dann die Überraschungen des Lebens oder auch nicht ! Jeder hat selbst in der Hand, erfolgreich zu sein oder auch nicht!
        Bist du sicher? Was ist mit Menschen, die plötzlich einen Verkehrsunfall haben und danach gelähmt sind? Und was ist mit den gentischen Unterschieden? Kann ein Mensch mit einem niedrigen IQ etwas dafür, dass er einen niedrigen IQ hat? Und was mit Menschen, deren Fähigkeiten aufeinmal nichtmehr gefragt sind, weil der Markt sie nicht mehr benötigt? Die paar Ausnahmen scheinen mir immer mehr zu werden, desto länger man darüber nachdenkt.
        Der Zufall regiert natürlich auch noch, dass sind dann die Überraschungen des Lebens oder auch nicht ! JJaja, das "oder auch nicht" habe ich jetzt oft benutzt, aber es ist nun mal so ! Die soziale Herkunft ist natürlich auch wichtig, denn wenn ich in Afrika geboren worden wäre, dann hat das Schicksal eine andere Wendung genommen! Aber ich bin nun mal in einem "reichen" Land geboren und muss mit den Seiten dieses Lebens zurecht kommen!
        In unserem "reichen" Land gibt es aber auch eine Menge von Geburt an benachteiligter Menschen. Was ist mit Kindern die in einem "Assi Elternhaus" aufwachsen sind? Ist es ihre Schuld, dass sie ihre Fähigkeiten nicht entwickeln konnten? Aber es muss nichtmal so drastisch sein, was sagst du dazu: Bei gleichen Schulnoten erhalten Kinder aus akademischen Schichten doppelt so häufig eine Empfehlung für's Gymi wie Arbeiterkinder. Noch drastischer ist Folgendes: Bei gleichem Studiumabschluss, haben Kinder, die aus Elternhäusern der Eliten in Industrie und Mangement stammmen, eine 10x so hohe Chance ebenfalls eine führende Stelle zu bekommen.Und man darf nicht vergessen, sie hatten es viel viel leichter den gleichen Abschluss zu erwerben, als Kinder aus normalen Familien oder gar der Unterschicht.Und diese Faktoren addieren sich.Doppelt so hohe Chance auf's Gymi zu kommen, Nachhilfelehrer,im Studium muss nicht nebenbei gejobbt werden, und dann noch eine 10x so hohe Chance eine Führungsposition zu bekommen...

        Alles in Allem würde ich sagen: Bei Kinder mit gleichen genetischen Anlagen dürfte die Chance wirklichen Erfolg im Leben zu haben enorm vom Elternhaus abhängen. Ich halte einen Faktor 20 für durchaus möglich. Kinder aus dem richtigen Elternhaus, könnten mMn also durchaus eine 20x höhere Chance haben ein erfolgreiches Leben zu führen, als Kindern aus dem falschen Elternhaus. Vielleicht ist der Faktor 20 sogar noch weit untertrieben.Glück und Zufall spielen natürlich auch noch eine große Rolle.Auch die reichsten oder klügsten Menschen können einen Verkehrsunfall haben.....

        Ich stelle hier mal die Thesen auf:

        1. Die soziale Herkunft und das Glück beeinflussen unseren Lebenserfolg weit mehr, als allgemein angenommen wird

        2.Es liegt im Interesse unserer "Eliten", den Menschen einzureden, dass jeder seines Glückes Schmied ist.Denn wer glaubt, jeder bekommt was er sich selbst erarbeitet hat, begehrt nicht gegen Ungerechtigkeiten auf.
        Zuletzt geändert von Space Girl; 12.12.2011, 14:12.
        Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
        und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

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        • #5
          Zitat von Space Girl Beitrag anzeigen
          1. Die soziale Herkunft und das Glück beeinflussen unseren Lebenserfolg weit mehr, als allgemein angenommen wird
          Mittlerweile gibt es doch auch reichlich Studien, die gerade in Deutschland einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischer/akademischer/beruflicher Laufbahn bestätigen.

          Auch die Gesundheit und die Lebenserwartung hängen damit indirekt von der Herkunft ab.

          Auch die noch im letzten Jahrhundert übliche soziale Mischung bei Eheschließungen (Arzt heiratet Krankenschwester) wird immer seltener.
          Die Reichen bleiben unter sich.


          Dass man den Menschen die Last für Misserfolge mit dem saloppen Spruch vom Glücksschmied aufbürden will, ist eine in den USA seit Jahrzehnten wohlgeübte erbärmliche Praxis.
          "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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          • #6
            Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
            Mittlerweile gibt es doch auch reichlich Studien, die gerade in Deutschland einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischer/akademischer/beruflicher Laufbahn bestätigen.

            Auch die Gesundheit und die Lebenserwartung hängen damit indirekt von der Herkunft ab.

            Auch die noch im letzten Jahrhundert übliche soziale Mischung bei Eheschließungen (Arzt heiratet Krankenschwester) wird immer seltener.
            Die Reichen bleiben unter sich.


            Dass man den Menschen die Last für Misserfolge mit dem saloppen Spruch vom Glücksschmied aufbürden will, ist eine in den USA seit Jahrzehnten wohlgeübte erbärmliche Praxis.
            Allerdings sollte man den Faktor Glück nicht völlig ausklammern:

            Ein Kind aus der Unterschicht kann es zu etwas bringen, wenn es intelligent und fleißig ist.Und zusätzlich noch sehr viel Glück hat.

            Und auch ein Kind der "Eliten" kann abstürzen, wenn es dumm und faul ist.Und zusätzlich noch sehr viel Pech hat.

            Edit: Und manchmal scheint auch das Glück/Pech ganz alleine zu entscheiden wie ein Leben verläuft.Völlig unabhängig von Elternhaus und individueller Begabung.Bsp: Hin und wieder werden Menschen jahrzehntelang für Straftaten eingesperrt, die sie gar nicht begangen haben.Sie haben schlicht Pech.Das Pech einem Justizfehler zum Opfer zufallen.
            Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
            und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

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            • #7
              Das Verdrängen die "Eliten" gerne - es ist fast immer eine Portion Glück im Spiel, wenn man irgendwo erfolgreich ist.
              Es ist natürlich für das Ego schöner, wenn man alles unter "Können" verbucht.
              "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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              • #8
                Vom Absturz der Eliten-Kinder lebt doch die Yellowpress.
                Jeder blamiert sich halt so gut er kann.
                Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist im umfangreichen zu Guttenberg-Thread nachzulesen.

                Du solltest auch nicht Zufall und Glück verwechseln.
                Viele "einfache" Menschen mit low budget leben durchaus glücklich oder sind wenigstens zufrieden.
                \\// Dup dor a´az Mubster
                TWR www.labrador-lord.de
                United Federation of Featherless
                SFF The 6th Year - to be continued

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                • #9
                  Vom Absturz der Eliten-Kinder lebt doch die Yellowpress.Jeder blamiert sich halt so gut er kann.Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist im umfangreichen zu Guttenberg-Thread nachzulesen.
                  Wohlhabend ist er immer noch.Der K.T.Und zwar wohlhabend ohne eigenes Verdienst.Von Geburt an.
                  Du solltest auch nicht Zufall und Glück verwechseln.Viele "einfache" Menschen mit low budget leben durchaus glücklich oder sind wenigstens zufrieden.
                  Zufall kann sich als Glück oder als Pech bemerkbar machen.Und ja, man kann durchaus auch Low Budget glücklich sein.Aber Geld schadet nicht.Besonders dann, wenn man es von Geburt an besitzt. Nur sollte man sich dann nicht einbilden, man hätte sich seine soziale Stellung hart erarbeitet.
                  Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
                  und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

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                  • #10
                    Für mein Verständnis gibt es zwei Arten von Glück: zum einem der "positive" Zufall; zum anderen ein Zustand, indem man mit dem was man hat zufrieden ist, aber eben in einem hohen Maße (und meisst dauert echtes Glück auch nur einige Momente, während Zufriedenheit mitunter permanent sein kann, aber nur eine "Vorstufe" des Glücks ist).
                    Leider ist es tatsächlich in der Regel so, dass jemand der arm ist weniger Aufstiegschancen hat, als jemand der reicher ist. Insofern determiniert der finanzielle (und der soziale) Stand die Zukunft eines Menschen. Dem "Schicksal" zu entkommen ist schwer, aber nicht unmöglich.
                    That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
                    Es ist nicht tot, was ewig liegt, / Und in fremder Zeit wird selbst der Tod besiegt.
                    H. P. Lovecraft

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                    • #11
                      Zitat von Space Girl Beitrag anzeigen
                      Wir leben in einer Gesellschaft, die den Menschen tagtäglich suggeriert: " Du bist deines Glückes Schmied. "

                      Aber stimmt das? Wieviel bestimmen wir selbst? Wo regiert der Zufall? Und wieviel Einfluss hat unsere soziale Herkunft? Kann es jeder schaffen erfolgreich zu sein, wenn er nur will? Was meint ihr?
                      Glück ist nicht gleich Erfolg. Wer sein Glück schmieden möchte, muss an anderen Stellschrauben ansetzen: Freundschaften pflegen, aktiv sein, bewusst leben, neugierig bleiben, sich freigebig zeigen. Das sind alles Dinge, die jeder, der nicht gerade Hunger leidet, chronisch krank ist etc. anstreben kann.

                      Demnach ist das Sprichwort zutreffen, sofern man die Verbindung mit unwahrscheinlichem Extremerfolg (Millionär, Bestsellterautor, Nobelpreisträger usw.) kappt.
                      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                      • #12
                        Zitat von Thomas W. Riker
                        Vom Absturz der Eliten-Kinder lebt doch die Yellowpress.
                        Wenn die Yellowpress davon leben kann, ist es aber scheinbar nicht so häufig wie es statistisch sein müsste, wenn jeder wirklich die exakt gleichen Startbedingungen haben würde. Dann müssten genauso viele Elite-Kinder "unten" landen wie Hartz-IV-Kinder und umgekehrt.

                        Wäre dem so wäre würde sich bei einem Absturz jedoch um Alltagsgeschehen handeln und wäre nicht spektakulär genug, damit die Boulevardpresse daran verdienen kann.


                        Ansonsten stimme ich KennerderEpisoden zu. Lebt man über dem Existenzminimum ist man innerhalb gewisser biologischer Grenzen schon seines Glückes Schmied. Jedoch ist man nicht seines Erfolgs Schmied.

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                        • #13
                          Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                          Glück ist nicht gleich Erfolg. Wer sein Glück schmieden möchte, muss an anderen Stellschrauben ansetzen: Freundschaften pflegen, aktiv sein, bewusst leben, neugierig bleiben, sich freigebig zeigen. Das sind alles Dinge, die jeder, der nicht gerade Hunger leidet, chronisch krank ist etc. anstreben kann.

                          Demnach ist das Sprichwort zutreffen, sofern man die Verbindung mit unwahrscheinlichem Extremerfolg (Millionär, Bestsellterautor, Nobelpreisträger usw.) kappt.
                          Wenn man Glück und (sozialen ) Erfolg trennt, wird es natürlich interessant.

                          Zwar hängt die soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft in den meisten Fällen nachweislich mit dem Lebensglück zusammen, aber du hast Recht, auch Menschen, die auf einer niedrigen Stufe in der sozialen Hirarchie stehen können unter Umständen glücklich sein.

                          Ich zweifle aber dennoch, ob man sein Glück unbedingt immer in der eigenen Hand hat.Was ist mit Menschen die zb. an chronischen,schmerzhaften Krankheiten leiden?Oder was ist mit psychisch Kranken? Kann ein depressiver Mensch etwas dafür, dass er unglücklich ist? Und was ist mit Menschen, die am Arbeitsplatz gemobbt werden? Oder was ist mit Menschen, deren Firma sie mit 60 auf die Straße setzt und die dann keinen neuen Job mehr finden?Und was ist mit Unternehmern deren Lebenswerk durch einen Pleite vernichtet wird, für die sie nichts können? Was ist mit Menschen, die einen Verkehrsunfall haben und plötzlich gelähmt sind? Und was ist mit Kindern die ein extrem liebloses und schwieriges Elternhaus haben? Vielleicht sogar Opfer sexuellen Missbrauch sind? Es gibt ausweglose Lagen.Nicht immer sind die Menschen an einem trüben Schicksal selbst schuld.Und nicht für jedes Problem gibt es eine Lösung. Das kann jeder Psychologe (der nicht in der Erfolgsberatung für Manager arbeitet) bestätigen.

                          Ich glaube, man kann zwar Einiges dazu beitragen,wie das Leben verläuft.Aber Alles hat man leider nicht in der Hand.Egal wie sorgfältig man sein Lebenschiff steuert, ein Schicksalssturm kann es zum kentern bringen.Und manche Menschen hatten wohl nie eine Chance auf ein zufriedenes Leben.

                          Edit: Der soziale Status ist in Deutschland inzwischen ganz klar eine Sache des Elternhauses. Mehrheitlich bleiben Reiche reich und Arme arm.Und die Mittelschicht bleibt Mittelschicht.
                          Zuletzt geändert von Space Girl; 12.12.2011, 18:34.
                          Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
                          und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

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                          • #14
                            Eine interessante Fragestellung in diesem Zusammenhang ist natürlich, woher überhaupt das Bewusstsein kommt, sich als seines eigenen Glückes Schmied zu empfinden. In der Sozialforschung wurde hierzu folgender Sachverhalt festgestellt: Da, wo Menschen in ihrem Alltag Handlungs-/Gestaltungsspielräume erfahren, nehmen sie sich selbst als Akteur wahr, der sein "Schicksal" in der Hand hat und sie nehmen auch die Gesellschaft als ein Gebilde wahr, in der Biographien das Ergebnis des Handelns des Einzelnen sind (offene Gesellschaft). Umgekehrt führen Erfahrungen von Fremdkontrolle und Armut dazu, dass der Einzelne sich eben nicht als aktive Gestalter erfahren und ein Gesellschaftsbild entwickeln, in dem gesellschaftlicher Aufstieg nicht möglich ist. Das Gesellschaftsbild unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen kann auf solche Alltagserfahrungen zurückgeführt werden: ein erfolgreicher Geschäftsmann oder leitender Angestellter wird demnach eine sehr viel optimistischere Vorstellung von den Strukturen der Gesellschaft ("jeder kann alles erreichen, wenn er nur will") haben als ein einfacher Arbeiter oder Arbeitsloser.

                            Daneben gibt es natürlich auch Tendenzen, gesellschaftliche Vorstellungen à la "Jeder ist seines Glückes Schmied" unabhängig von Lageerfahrungen zu entwickeln. Über Massenmedien und Politik werden beispielsweise sehr häufig Botschaften transportiert, die zwar den eigenen Erfahrungen widersprechen, aber dann (z.B. aufgrund von gebetsmühlenartiger Wiederholung) trotzdem übernommen werden. Sehr häufig übernehmen Jugendliche und junge Erwachsene zum Beispiel den Satz "Lebe Deinen Traum!", obwohl sie es eigentlich "besser" wissen müssten (oder sie haben halt keine schönen Träume).
                            Mein Profil bei Last-FM:
                            http://www.last.fm/user/LARG0/

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                            • #15
                              Eine interessante Fragestellung in diesem Zusammenhang ist natürlich, woher überhaupt das Bewusstsein kommt, sich als seines eigenen Glückes Schmied zu empfinden. In der Sozialforschung wurde hierzu folgender Sachverhalt festgestellt: Da, wo Menschen in ihrem Alltag Handlungs-/Gestaltungsspielräume erfahren, nehmen sie sich selbst als Akteur wahr, der sein "Schicksal" in der Hand hat und sie nehmen auch die Gesellschaft als ein Gebilde wahr, in der Biographien das Ergebnis des Handelns des Einzelnen sind (offene Gesellschaft). Umgekehrt führen Erfahrungen von Fremdkontrolle und Armut dazu, dass der Einzelne sich eben nicht als aktive Gestalter erfahren und ein Gesellschaftsbild entwickeln, in dem gesellschaftlicher Aufstieg nicht möglich ist. Das Gesellschaftsbild unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen kann auf solche Alltagserfahrungen zurückgeführt werden: ein erfolgreicher Geschäftsmann oder leitender Angestellter wird demnach eine sehr viel optimistischere Vorstellung von den Strukturen der Gesellschaft ("jeder kann alles erreichen, wenn er nur will") haben als ein einfacher Arbeiter oder Arbeitsloser.
                              Damit wären wir wieder bei den sozialen Ursachen.Die Lebenswelten von Kindern aus der Oberschicht und Kindern aus der Unterschicht sind zb. derart verschieden, dass sie zwangsläufig zu einer völlig anderen Einschätzung ihrer Möglichkeiten kommen.Kinder aus reichen Elternhäusern tendieren zb. dazu sich alle schulischen und beruflichen Erfolge selbst zuzuschreiben; weil sie ja hart dafür gelernt und gearbeitet haben.Das dennoch auch viele soziale Faktoren (wie zb bessere Förderung) eine Rolle spielen, blenden sie einfach aus. Und so kommen sie zu der für sie weitgehende zutrefffenden Ansicht "Jeder ist seines Glückes Schmied" Und wenn sie dann später (vorhersehbar) Manager,Leitender Angestellter oder hoher Beamter sind, hält sich ihr Mitleid mit den weniger Erfolgreichen in Grenzen,weil es in ihrer Wahrnehmung nur selbstverschuldetes Elend in Deutschland gibt.Kinder aus der Unterschicht, die an ihren viel schlechteren Startbedingungen scheitern, kommen dagegen zu der für sie ebenfalls oft realistischen Einschätzung, dass sie keine Chance haben.Und beide Gruppen haben in ihrer jeweiligen Lebenssituation sogar weitgehend Recht.Interessant wäre es die Situation der Mittelschicht zu beleuchten.
                              Daneben gibt es natürlich auch Tendenzen, gesellschaftliche Vorstellungen à la "Jeder ist seines Glückes Schmied" unabhängig von Lageerfahrungen zu entwickeln. Über Massenmedien und Politik werden beispielsweise sehr häufig Botschaften transportiert, die zwar den eigenen Erfahrungen widersprechen, aber dann (z.B. aufgrund von gebetsmühlenartiger Wiederholung) trotzdem übernommen werden. Sehr häufig übernehmen Jugendliche und junge Erwachsene zum Beispiel den Satz "Lebe Deinen Traum!", obwohl sie es eigentlich "besser" wissen müssten (oder sie haben halt keine schönen Träume).
                              Es wäre für die "Eliten" in unserem Land auch recht praktisch wenn die Benachteiligten der Gesellschaft sich ausschließlich selbst die Schuld für ihr Scheitern geben."Lebe Deinen Traum" ist einen Blick wert:
                              Kind armer Eltern träumt mit 5 davon Disneyland in Paris zu sehen.Kind reicher Eltern träumt mit 5 dasselbe.
                              Kind armer Eltern träumt mit 10 davon ein Ponny zu haben. Kind reicher Eltern träumt mit 10 dasselbe.
                              Kind armer Eltern träumt mit 12 davon ein halbes Jahr in Neusseland zur Schule zu gehen.Kind reicher Eltern träumt mit 12 dasselbe..

                              Wie unterschiedlich wird die Weltsicht dieser beiden Kinder mit 14 sein?
                              Zuletzt geändert von Space Girl; 13.12.2011, 01:10.
                              Millionen Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit -
                              und wissen nichts mit einem verregneten Sonntagnachmittag anzufangen.

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