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  • E-Government

    Ein sehr interessantes Thema, finde ich. Vor allem, da wir ja jetzt schon seit einigen Jahren im Internetzeitalter leben, hat das Thema ja Aktualität:

    Prinzipiell ist ja die Vereinfachung der Behördenwege das Ziel des E-Government, vor allem durch das Internet. Heißt, jeder kann Sachen, für die er sonst zum Amt laufen müsste, bequem über ein sicheres "Konto" im Internet erledigen.

    Ich finde, besonders im Bereich der direkten Demokratie könnten auf diesem Wege sehr extreme Fortschritte erzielt werden: wenn die Bürger wollen, dass über ihre Begehren abgestimmt wird, verschlingt dies ja einen Haufen Organisation sowie Geld.

    Ich stelle es mir allgemein wie das Online-Banking vor: man erhält ein Konto auf der Behördenwebsite, mit dem man Anträge ausfüllen kann; Themen für Bürgerentscheide und Referenden können darin angekündig werden und zum Wahldatum auch entschieden werden.

    Ich weiß ja gar nicht, ob es das irgendwo auf der Welt schon gibt; kennt sich irgendjemand damit aus oder hätte Ideen beizusteuern?

  • #2
    Die Möglichkeit, „online“ Anträge zu stellen, bieten zwischenzeitlich viele Städte und Gemeinden an.

    Grundsätzlich ist das auch eine gute Sache, da auch Berufstätige, die zu den regulären Öffnungszeiten der Behörde arbeiten müssen, die Chance haben, ihre Anliegen auf diese Weise zu jeder Tageszeit vorzubringen.

    Leider werden solche Einrichtungen auch gerne missbraucht, insbesondere bei der Polizei. Kürzlich sprach ich mit einer Hauptkommissarin, die sich total genervt von der Praxis zeigte, dass jeder Bürger nunmehr „online“ Strafanzeigen erstatten kann. Das hat wohl zu einer derartigen Flut an (größtenteils) völlig unbegründeten Anzeigen geführt, weil jeder Depp aus einer Laune heraus sich an den PC setzen kann, um seinen ungeliebten Nachbarn oder wen auch immer anzuschwärzen.

    Der grundsätzliche Nutzen dieser Einrichtungen muss wohl erst noch ausführlich ausgewertet werden. Es wird aber trotzdem in absehbarer Zeit zur Normalität werden, davon bin ich überzeugt.

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    • #3
      Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
      Ich weiß ja gar nicht, ob es das irgendwo auf der Welt schon gibt; kennt sich irgendjemand damit aus oder hätte Ideen beizusteuern?
      Das Hongkong Government hat eine recht gut gestaltete Webpräsenz: GovHK: Residents. Man kann hier schon eine Menge Behördengänge online erledigen, und sich online informieren.
      Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
      Dr. Sheldon Lee Cooper

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      • #4
        Und in Deutschland sieht sowas dann so aus:

        Stadt Dormagen: Anliegen: Überblick

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        • #5
          Gab es auch schon Versuche, das auf die Wahlen auszudehnen?

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          • #6
            Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
            Gab es auch schon Versuche, das auf die Wahlen auszudehnen?
            Sowas halte ich in absehbarer Zukunft aus Sicherheitsgründen für unmöglich. Selbst die Wahlcomputer in den Wahllokalen müssen aus Sicherheitsgründen noch einen physikalischen Papierzettel ausdrucken. Je mehr man das alles computerisiert, desto weniger ist der Vorgang am Ende durschaubar und auch zunehmend manipulationsanfällig.
            Der CCC sagt zum Thema Wahlcomputer beispielsweise: "Wir wissen zu viel über Computer, um ihnen die letzten Reste der Demokratie anzuvertrauen."
            I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

            - George Lucas

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            • #7
              Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
              Gab es auch schon Versuche, das auf die Wahlen auszudehnen?
              Ich hoffe mal nicht. Ich kenne kein Verfahren, dass nicht innerhalb kürzester Zeit geknackt wurde.

              EDIT:
              Zu spät

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              • #8
                Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                Gab es auch schon Versuche, das auf die Wahlen auszudehnen?
                Dazu gibt es sogar schon einen Wikipedia-Artikel Internetwahl, Estland scheint bei diesen Thema schon recht weit zu sein.
                Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                Dr. Sheldon Lee Cooper

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                • #9
                  Gibt's in Estland schon. Ich kenne die Details nicht, als ich da war gab es keine Wahl, aber es scheint bisher zu funktionieren. Vielleicht ist aufgrund der relativ kleinen Bevölkerung, von der bisher auch nur ein kleiner Teil online abstimmt, der erwartete Nutzen von Manipulationen gering und deshalb hat es noch niemand versucht.

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                  • #10
                    Aber warum funktioniert dann das Online-Banking dann so gut?

                    Ich würde die Internetwahl als einen weiteren großen Schritt der Demokratie sehen... Nur muss es erstmal sicher gemacht werden, klarerweisee.

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                    • #11
                      Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                      Aber warum funktioniert dann das Online-Banking dann so gut?

                      Ich würde die Internetwahl als einen weiteren großen Schritt der Demokratie sehen... Nur muss es erstmal sicher gemacht werden, klarerweisee.
                      So "gut" ist wohl relativ. Wenn eine Internetseite für Banküberweingen kompromittiert wird lässt sich das wohl eher verschmerzen, weil eben nur ein finanzieller schaden entsteht, als wenn man dadurch politischen Einfluss nehmen könnte, weil man die Stimmabgabe manipuliert hat.
                      Ich würde mal sagen, dass Geld eben weniger wichtig ist und sich Fehler im System nicht auf die Gesamtheit, alle Banken und Kunden, ausweiten würde. Wenn man jedoch die Stimmanzahl manipulieren würde, hätte das für alle (schlechte) Konsequenzen.

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                      • #12
                        Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                        Aber warum funktioniert dann das Online-Banking dann so gut?
                        Bein Online-Banking gibst du deinen Auftrag aber nicht geheim ab. Vielmehr ist hier gegenüber den Bankingsystem die genaue Zuordnung zur berechtigten Person und die Nachvollziehbarkeit gegeben. Jede Manipulation lässt sich so im Nachhinein feststellen.
                        Bei einer geheimen Onlinewahl werden zwangsläufig die abgegebenen Stimmen anonymisiert. Dann lässt sich nicht mehr zurückverfolgen, wer wie gestimmt hat. So wird es schwierig, Manipulationen innerhalb des Systems festzustellen.

                        Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                        Ich würde die Internetwahl als einen weiteren großen Schritt der Demokratie sehen... Nur muss es erstmal sicher gemacht werden, klarerweisee.
                        Ob man seine Stimme nun Online oder per Stimmzettel abgibt, macht erst einmal keinen Unterschied. Ändern würde sich erst was, wenn man die Wähler stärker an Entscheidungsprozessen beteiligt. Ein Onlinewahlsystem ist dafür keine Voraussetzung, in der Schweiz bekommt man das auch auf die klassische Weise hin.
                        Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                        Dr. Sheldon Lee Cooper

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                        • #13
                          Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                          Der CCC sagt zum Thema Wahlcomputer beispielsweise: "Wir wissen zu viel über Computer, um ihnen die letzten Reste der Demokratie anzuvertrauen."
                          Dazu empfehle ich "Ein König für Deutschland" von Andreas Eschbach
                          There are 10 kinds of people, those who are tired of this binary joke - and Noobs.

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