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Was wäre, wenn wir wirklich alleine wären?

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  • Was wäre, wenn wir wirklich alleine wären?

    Immer wieder kommt die Frage auf, wie sich der gesellschaftliche Umbruch gestaltet, sollte die Menschheit jemals außerirdisches Leben finden.

    Wie würde sich aber unsere Gesellschaft weiter entwickeln, sollten wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir alleine im Universum sind. Wie würde das unser Handeln und Denken verändern?

    Ich schaue gerade Doku auf Anixe, daher bin ich auf diese Frage gekommen. Ich stelle mir die Auswirkungen gigantisch vor. Der Mensch würde sich wohl als Mittelpunkt des Universum fühlen und entsprechend rücksichtslos agieren.
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    Even logic must give way to physics. / Sogar die Logik muss sich der Physik beugen. -- Captain Spock, 2293

  • #2
    Zitat von McWire Beitrag anzeigen
    Wie würde sich aber unsere Gesellschaft weiter entwickeln, sollten wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir alleine im Universum sind. Wie würde das unser Handeln und Denken verändern?
    Wie sollte man zu der Erkenntnis gelangen? Es ist ziemlich schwierig, die Nichtexistenz von irgendetwas zu beweisen. Selbst wenn wie weitere Jahrhunderte (Jahrtausende, Jahrzehntausende...) erfolglos nach außerirdischem Leben suchen würden, so würde ein einziger positiver Fund das negative Zwischenfazit über den Haufen schmeißen.

    Wenn ich die prinzipiellen Schwierigkeiten des Erkenntnisgewinn mal ausklammere, vermute ich aber, dass sich Handeln und Denken kaum ändern würden, weil eine enge Verbindung zwischen Ansichten über die Natur des Kosmos mit der Lebensführung die Ausnahme darstellen dürfte. Ein paar SETI-Wissenschaftler würden sich ein neues Beschäftigungsfeld suchen, mehr auch nicht.
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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    • #3
      Wir können nicht erfahren, ob wir tatsächlich alleine sind. Wir können nicht mal erfahren, was sich im Universum tatsächlich abspielt. Wir können immer nur sehen, was in in der Vergangenheit oder gar in der grauen Vorzeit des Universums geschehen ist. Wir können aber niemals wissen, ob nicht jetzt gerade irgendwo ein Fisch zum ersten Mal an Land hüpft oder ein Menschenaffe das erste Wort spricht.

      Daher stellt sich nicht die Frage, was geschehen könnte, wenn wir heraus fänden, dass wir alleine sind, sondern was geschehen könnte, wenn wir heraus fänden, dass wir nicht alleine sind. Ich glaube, dass wir noch in diesem Jahrzehnt eine Antwort erhalten können, vielleicht sogar schon durch Curiosity. Was dann passieren wird? Ein Jubelschrei. Einige fanatisch-religiöse Gruppen drehen vielleicht am Rad. Der Rest der Welt wird diese bahnbrechende und Weltbild-verändernde Erkenntnis, mit Freude zu Kenntnis nehmen oder einfach ignorieren - je nachdem ob man schon immer damit gerechnet hat, dass wir nicht alleine sind (mal ehrlich, wer zweifelt noch daran?), oder ob einem Justin Bieber schon immer viel wichtiger war.

      Dennoch sind wir alleine. Wir finden vielleicht Mikroben auf dem Mars, auf Titan oder auf Europa, aber viel Quatschen wird mit denen nicht möglich sein. Und andere Zivilisationen? Aus den gleichen Gründen, aus denen wir niemals die Nichtexistenz anderen Lebens beweisen können, können wir auch niemals mit einer anderen Zivilisation Kontakt aufnehmen. Wenn wir irgendwann Hinweise auf eine andere Zivilisation fänden, dann würden wir nur einen Schatten einer vielleicht längst vergangenen Kultur sehen. Aber immerhin wäre es ein Beweis, dass nicht nur fremdes Leben sondern auch fremde Zivilisationen existieren können - auch wenn wohl kaum jemand deren mögliche Existenz noch in Frage stellt.

      Kurzum, wir können zwar fremdes Leben finden und sogar Hinweise auf andere Zivilisationen entdecken, aber wir werden immer alleine sein. Wenn überhaupt werden wir selbst eines fernen Tages zu den Zivilisationen werden, die wir heute zu finden hoffen. Eine Kolonie auf dem Mars würde unweigerlich zu einer eigenen Zivilisation werden. Eine Kolonie auf einem Planeten um Alpha Centauri erst recht. Star Trek kann Wirklichkeit werden, aber nur bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten und in einer sehr kleinen Raumregion (aber unser Sonnensystem ist schon wirklich riesig). Und alle Zivilisationen wären Abkömmlinge der Erde.

      Vielleicht sollte man die Frage anders stellen: Was wäre, wenn wir alle möglichen Lebensnester in unserem Sonnensystem als Orte des Lebens ausschließen können? Nun, einige religiöse Gruppen würden die Einzigartigkeit von Gottes Schöpfung her beten. Die meisten Menschen werden enttäuscht sein, weil die Chancen für außerirdisches Leben offenbar doch nicht besonders gut stehen (jedenfalls nicht so gut, wie es im Moment scheint). Und die Justin Bieber-Fans wird es nicht weiter kümmern.

      Wir sind mittlerweile ganz schön abgestumpft. Große Durchbrüche in Technologie und Wissenschaft gehören zur Tagesordnung. Jedes neue Jahr bringt große wenn auch graduelle Fortschritte, die man einfach nur noch zur Kenntnis nimmt. Und es gibt so viele Dinge, für die sich die Menschen interessieren, da sind die paar Nerds, die nach den Sternen greifen, nur noch eine Interessengruppe unter vielen. Ich sehe es kommen: Curiosity hüpft eine außerirdische Mikrobe durch das Mikroskop - und auf der fragt man nach spätestens twei Tagen wieder nur nach der Eurokrise und den neuesten Promi-Klatsch.

      Der Mensch würde sich wohl als Mittelpunkt des Universum fühlen und entsprechend rücksichtslos agieren.
      Was meinst du damit? Ich sehe da den Zusammenhang nicht.

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      • #4
        Die meisten Menschen würden sich vermutlich nicht dafür interessieren.
        Auf den Umgang mit dem Weltraum würde das m.E. nach keine Auswirkungen haben, da die Menschen vermutlich auch unterlegene außerirdische Lebensformen vertreiben oder ausrotten würden, wenn deren Planet über Rohstoffreserven verfügt (dies wird auch in dem Film "Avatar" dargestellt).
        Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. (Sprichwort der Cree-Indianer)
        Manchmal läuft das ganze Leben auf eine irrwitzige Entscheidung hinaus (James Camerons "Avatar", Jake Sully)

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        • #5
          Tja, ändern würde sich nicht viel. Die im Wesentlichen haben wir bislang noch keinen Beweis dafür, dass wir nicht alleine sind. Also entspräche das in etwas der jetztigen Situation. Viele Menschen machen sich nicht einmal Gedanken darum, ob da noch anderes Leben ist. Selbst wenn sich Menschen Gedanken machen, so ist es kein zentraler Teil ihrer Gedankenwelt, solange man nicht direkt damit konfrontiert wird (Landung/Invasion).

          Da wir aber wahrscheinlich nie erfahren werden, ob wir nun definitiv alleine sind oder nicht ist das rein hypothetisch.
          Gregory DeLouise
          kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
          --------------------------------------------------------------
          "Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid." - Albert Einstein

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          • #6
            Zitat von schwalbe Beitrag anzeigen
            Auf den Umgang mit dem Weltraum würde das m.E. nach keine Auswirkungen haben, da die Menschen vermutlich auch unterlegene außerirdische Lebensformen vertreiben oder ausrotten würden, wenn deren Planet über Rohstoffreserven verfügt (dies wird auch in dem Film "Avatar" dargestellt).
            Avatar? Ist dass diese Doku, die die BBC in Kooperation mit ARTE und dem ZDF produziert hat?

            Wenn wir erst einmal den Raum erobert haben werden, wären wir bescheuert, Rohstoffe, die auf der Erde nicht oder nicht mehr verfügbar sind, auf anderen Planeten abzubauen. Viel zu stressig, immer rein in die Gravitation, den Kram abbauen und dann aus der Gravitation heraus schauen. In Asteroiden sind viel mehr Rohstoffe gespeichert, die wesentlich einfach abgebaut werden können.

            Tipp: Man sollte sich von Science-Fiction nur beflügeln, aber keinen Bären aufbinden lassen.

            Da wir aber wahrscheinlich nie erfahren werden, ob wir nun definitiv alleine sind oder nicht ist das rein hypothetisch.
            Wollen wir wetten, dass wir bis 2030 eine Antwort haben werden?

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            • #7
              Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
              Wollen wir wetten, dass wir bis 2030 eine Antwort haben werden?
              Ähm, nicht falsch verstehen, meinen Satz: wenn wir keinen Beweis finden, dass wir nicht alleine sind ist das Gegenteil noch weniger beweisbar.

              Dier Satz beruht auf der derzeitigen Situation. Im Moment wissen wir es nicht. Und auch wenn Curiosity mikroskopische Lebensformen auf dem Mars findet, so ist das nur ein weiterer Puzzlestein, der besagt, dass Leben auf anderen Planeten möglich ist.

              Einen Beweis auf eine andere, intelligente Lebensform haben wir auch bis 2030 sehr wahrscheinlich nicht. Ich rede hier nicht von Mikroben oder Viren oder so was. Die können mit Sicherheit auf tausenden anderen Welten auch existieren. Ich rede von intelligentem Leben, welches mit uns kommunizieren kann, eine Industrie und/oder Kultur entwickelt hat.
              Gregory DeLouise
              kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
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              • #8
                Ok, andere intelligente Lebensformen ist was anderes, da hast du natürlich Recht. Es existiert mit Sicherheit. Jedenfalls bin ich mir da sicher. Aber eine Kontaktaufnahme liegt trotzdem weit außerhalb jeder denkbaren Möglichkeit. Das habe auch ja auch selber lang und breit ausgeführt. Wahrscheinlich sind wir alleine und die Ersten und Einzigen, obwohl die anderen auch da sind. Wir müssen fast unweigerlich aneinander vorbei existieren aufgrund der riesigen räumlichen und zeitlichen Dimensionen.

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                • #9
                  Wir sind alleine.

                  Daher war (und wird) immer wieder genau das geschehen:

                  Zitat von McWire Beitrag anzeigen
                  Der Mensch würde sich wohl als Mittelpunkt des Universum fühlen und entsprechend rücksichtslos agieren.
                  Ein Gott (oder wer auch immer) hätte sich darüber empört. Er wäre auf die Erde gekommen und hätte den Verantwortlichen mal ordentlich bescheid gestoßen.

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                  • #10
                    Ich glaube, wenn wir wirklich alleine sind verändert das auf der Welt nicht viel. Es wird weiter Krieg - Frieden sowie Armut - Wohlstand geben, das könnte sich allerdings bei der Antwort "nein, wir sind nicht alleine" sehr verändern...
                    Dann kann man sich fragen, was wäre wenn...

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                    • #11
                      Zitat von McWire Beitrag anzeigen
                      Der Mensch würde sich wohl als Mittelpunkt des Universum fühlen und entsprechend rücksichtslos agieren.
                      Ich bin jetzt etwas irritiert, der Satz beschreibt doch ziemlich genau das aktuelle Weltbild. Was soll sich da den groß ändern, wenn die Entdeckung von intelligenten Außerirdischen ausbleibt?
                      Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                      Dr. Sheldon Lee Cooper

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                      • #12
                        Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                        Ich bin jetzt etwas irritiert, der Satz beschreibt doch ziemlich genau das aktuelle Weltbild. Was soll sich da den groß ändern, wenn die Entdeckung von intelligenten Außerirdischen ausbleibt?
                        Ich hätte dazu schreiben sollen:

                        Mein Szenario geht von einer interstellar raumfahrenden Menschheit aus. Sprich, wird dringen nach und nach über Jahrhunderte in den Weltraum vor, finden ihn aber unbevölkert und ohne ein Anzeichen irgendwelchen Lebens vor.

                        Stell dir einfach vor, die Europäer hätten Afrika und Amerika als menschenleeren Raum vorgefunden, reich an Ressourcen, aber ohne Konkurrenten.

                        Das hätte gewaltige Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft gehabt, zumindest wäre die Geschichte anders verlaufen als sie es tatsächlich getan hat.


                        .
                        EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                        McWire schrieb nach 1 Minute und 51 Sekunden:

                        Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                        Wie sollte man zu der Erkenntnis gelangen? Es ist ziemlich schwierig, die Nichtexistenz von irgendetwas zu beweisen.
                        Ich Grenze den Gedankengang erstmal auf unsere Milchstraße ein. Also wir haben jeden Winkel der Milchstraße erforscht, jeden Stein auf jedem Planeten umgedreht, aber kein Leben außer das unsrige gefunden.

                        Was würde das an der Gesellschaft, an den Religionen und an der Wissenschaft ändern?
                        Zuletzt geändert von McWire; 13.08.2012, 17:39. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
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                        • #13
                          Zitat von McWire Beitrag anzeigen
                          Mein Szenario geht von einer interstellar raumfahrenden Menschheit aus. Sprich, wird dringen nach und nach über Jahrhunderte in den Weltraum vor, finden ihn aber unbevölkert und ohne ein Anzeichen irgendwelchen Lebens vor.
                          In diesem Fall, wenn die Erde nicht länger der einzige bewohnbare Ort im Universum wäre, würde ein Zeitalter der Kriege anbrechen, das alles in den Schatten stellt, was wir von der Erde her kennen. Der Endzustand wäre ein Universum, in dem Planetenkiller (ähnlich wie der in Star Trek), oder Sonden wie Nomad oder V'ger (ebenfalls Star Trek) und Ähnliches auf der Suche nach den letzten Menschen die Galaxien durchstreifen. Die Erde wäre einer der ersten Planeten, die vernichtet würden.

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                          • #14
                            Zitat von McWire Beitrag anzeigen
                            Ich hätte dazu schreiben sollen:

                            Mein Szenario geht von einer interstellar raumfahrenden Menschheit aus. Sprich, wird dringen nach und nach über Jahrhunderte in den Weltraum vor, finden ihn aber unbevölkert und ohne ein Anzeichen irgendwelchen Lebens vor.

                            Stell dir einfach vor, die Europäer hätten Afrika und Amerika als menschenleeren Raum vorgefunden, reich an Ressourcen, aber ohne Konkurrenten.

                            Das hätte gewaltige Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft gehabt, zumindest wäre die Geschichte anders verlaufen als sie es tatsächlich getan hat.
                            Das denke ich nicht. Die Europäer haben ja auch viel dafür getan, die Kontinente als menschenleere Räume zu erschließen.

                            Sibirien und Australien wären noch weitere Beispiele. Für europäische Verhältnisse war die Siedlungsdichte in Australien minimal. Das war praktisch menschenleer.

                            Ich sehe da gar keinen nennenwerten Einfluss.

                            In deinem Szenario dringt man über Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende in den Weltraum vor. Es gibt da aber keinen speziellen Zeitpunkt, an dem klar wird: "Wir sind allein".

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                            • #15
                              Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                              In deinem Szenario dringt man über Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende in den Weltraum vor. Es gibt da aber keinen speziellen Zeitpunkt, an dem klar wird: "Wir sind allein".
                              Zumindest für eine Galaxie wie die Milchstraße wäre es irgendwann klar.
                              Mein Profil bei Memory Alpha
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