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"Mutter, wann stirbst Du endlich?"

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  • "Mutter, wann stirbst Du endlich?"

    Schockiert?

    Dies ist der Titel des Buches der pflegenden Tochter Martina Rosenberg.

    In der Diskussion der unten verlinkten Sendung
    (Phoenix: Tacheles: Streitfall Altenpflege, 23.06.2013, 57min55sec)
    sprach Bischof Juli, ev. Landeskirche Württemberg, davon, dass in der Altenpflege "Überforderung vorprogrammiert" ist.

    Eine Umfrage ergab, dass 8,5% der befragten Pflegenden zugaben, Gewalt in der Pflege ausgeübt zu haben.

    Ein Problem an der Sendung war imho, dass besser ein Vertreter der gesetzlichen Pflegekassen anstatt des Vertreters der Krankenkassen an der Diskussion beteiligt hätte sein sollen.

    Als Pflegekraft nach meiner Bewertung eine der besten Diskussionen zum Thema (inkl Meinungen der Zuschauer vor Ort und im Internet).

    https://www.youtube.com/watch?v=lYUBtNn1zj8
    \\// Dup dor a´az Mubster
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  • #2
    Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
    Schockiert?
    Nicht wirklich. Wenn ein Familienangehöriger von der Familie gepflegt wird, dann stellt das für alle Beteiligten eine enorme Belastung dar, die zur Störung anderer Beziehungen innerhalb der Familie (z.B. Beziehung zwischen Eheleuten) führen kann. Einen Familienangehörigen zu pflegen bedeutet Freiheitsverlust und Verzicht auf scheinbar selbstverständliche Annehmlichkeiten (z.B. einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, in den Urlaub fahren).
    Diese Beeinträchtigung findet auch bereits dann statt, wenn der zu pflegende Familienangehörige noch nicht schwerst-pflegebedürftig ist. Viele der aus heutiger Sicht alten Menschen haben es z.B. nie gelernt, sich selbst zu beschäftigen z.B. kreativ tätig zu sein, ein Buch zu lesen oder im Internet zu surfen. Stattdessen wollen die alten Menschen ihre Zeit immer mit anderen Menschen verbringen. Man kennt das von Familienfeiern: da sitzt man stundenlang zusammen, erzählt sich Kriegserlebnisse (bzw. hört zu) oder spielt Gesellschaftsspiele. Selbst beim Fernsehen kommen alte Menschen nicht ohne die soziale Komponente aus (sie müssen alles irgendwie kommentieren). Mit dem Anspruch, den ganzen Tag von ihren Angehörigen unterhalten zu werden, treten sie dann auch als zu pflegendes Familienmitglied gegenüber den anderen Familienmitgliedern auf. Dagegen haben Verteter unserer Generation eher das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und individuellen Beschäftigungen nachzugehen. Das zieht unweigerlich Konflikte mit sich.
    Bereits diese Phase kann eine echte Zumutung sein. Zur Zuspitzung kommt es natürlich, wenn die Alten in besonderem Maße geistig und körperlich beeinträchtigt sind, die Alten gefüttert oder gewindelt werden müssen oder verrückte Dinge tun (z.B. in die Wohnung kacken).

    Ich kann jedenfalls die Reaktion der Betroffenen, wie in dem reißerischen Titel des Buches, verstehen.
    Mein Profil bei Last-FM:
    http://www.last.fm/user/LARG0/

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    • #3
      Zitat von Largo Beitrag anzeigen
      Viele der aus heutiger Sicht alten Menschen haben es z.B. nie gelernt, sich selbst zu beschäftigen z.B. kreativ tätig zu sein, ein Buch zu lesen oder im Internet zu surfen. Stattdessen wollen die alten Menschen ihre Zeit immer mit anderen Menschen verbringen. Man kennt das von Familienfeiern: da sitzt man stundenlang zusammen, erzählt sich Kriegserlebnisse (bzw. hört zu) oder spielt Gesellschaftsspiele. Selbst beim Fernsehen kommen alte Menschen nicht ohne die soziale Komponente aus (sie müssen alles irgendwie kommentieren). Mit dem Anspruch, den ganzen Tag von ihren Angehörigen unterhalten zu werden, treten sie dann auch als zu pflegendes Familienmitglied gegenüber den anderen Familienmitgliedern auf. Dagegen haben Verteter unserer Generation eher das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und individuellen Beschäftigungen nachzugehen. Das zieht unweigerlich Konflikte mit sich.
      Klar, keiner der Ü-60jährigen kann lesen, oder war jemals kreativ. Eher introvertiert oder extrovertiert veranlagt zu sein, ist zudem keine Frage der Persönlichkeit, sondern der Generation. Alles klar.

      Sag mal, bei dem krampfhaften Versuch hier schlau rüber zu kommen, denkst Du keine Sekunde mal darüber nach, was Du so zusammenschreibts, kann das sein?

      Du solltest mal wirklich damit aufhören, Deine rein subjektiven Eindrücke, auf die Allgemeinheit zu übertragen.
      succo
      Zuletzt geändert von succo; 25.06.2013, 22:30.
      Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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      • #4
        Ein Wirkliches gutes Thread was hier eröffnet worden ist Thomas W. Riker Dickes Lob mal

        Also erste mal vorne weg ich selber arbeite seit Jahren in der Pflege (2 Jahre Altenheim und jetzt im Krankenaus).
        Dazu kommt noch das ich ein klein Bruder habe, der eine geistige Behinderung hat (Down Syndrom)-

        Zur Finanzierung mal kurz gekommen gleich. Einige wissen es oder haben es hier mit bekommen da ich mich für das Grundeinkommen stark mache. Ich sehe dies als großen Ausweg und hatten in September zur Woche des Grundeinkommen dies eine Woche lang las Thema gehabt "Grundeinkommen auf bezug Altersarmut"

        Habe mir gerade den Beitrag mal angeschaut, leider ist diese Sendung viieeellll zur Kurz, den es wird alles nur angerießen aber nichts erklärt.
        Man hätte auch mal Vergleiche mit andren Eu-Ländern ect. machen können.

        So um mal zu den Hautptehma der Sendung mit zu kommen GEWALT;
        Fazit vorne weg, Ohne Gewlat in der Pflege geht nicht, egal wie gut man die Arbeit macht. Den hier wird immer gleich und NUR an Körperliche Gewalt gedacht. Dabei gibt es noch mindestens 50 weitere Punkte.
        Und Ursachen sind zum großen immer das Geld weil es Ökonomisch gemacht ist, egal ob Diakonie, Privat oder Staatlich
        Und nächste was ist (was leider auch nur kurz mal erwähnt worden ist in der Sendung) ist die gealtige Bürokratie, Ich bin in die Pflege gegangen weil ich mit Menschen arbeiten will und nicht 70% meiner Arveit vorm PC bzw. Schreibzeug sitzen will und alles Dokumentieren muss. Dies wird ja nur gemacht weil immer mehr geklagt wird. Ist ja auch richtig und wichtig. Nur sollte das nicht an den Pflegekräften fest gemacht werden.

        Wo ich in Heim gearbeitet habe, hatte wir auch viel das Thema Lohn in Gespräch. Wir waraen uns ALLE einige das keiner Recihwerrden will in den Beruf oder dicken Adui A4 fahren will. Aber wenn man eine so schwere Körperliche und geistige Arbeit und auch VERANTWORTUNGSVOLLE Arbeit leistet, will ich keine Privaten Geld Probleme nach den Feierabend jeden Tag aufs neue haben.

        So ich will mich nicht gleich komplett auslassen hier, aber einiges wollte ich erst mal anhauchen hier.

        Schön das es so ein Thread hier gibt

        Ach und hier wird immer nur Pflege auf Alte Menschen bezogen, JEDER von UNS kann von heute auf gleic Pflegefall mit Stufe 1 bis 3 werden. Sprich durch Verkehrsunfall oder Erkrankung (Schlaganfall ect.) und da gibt es viele 10.000 Pflege die unter 60 Jahre sind
        "Alle Menschen sind von Geburt an gleich und die Erde ernährt alle. Wenn ein Mensch geboren wird hat er das Anrecht auf ein Stück Land, das Ihm ernähren kann. Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist unter wenigen, die meine das sei Ihr Eigentum, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden. Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen, für diejenigen die kein eigenes Land mehr haben und sich nicht selbst versorgen können"

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        • #5
          Zitat von succo Beitrag anzeigen
          Sag mal, bei dem krampfhaften Versuch hier schlau rüber zu kommen, denkst Du keine Sekunde mal darüber nach, was Du so zusammenschreibts, kann das sein?
          Es liegt natürlich auf der Hand, dass so eine feindselige Atmosphäre, die auf Mutmaßungen hinsichtlich der Motivation des Diskussionspartners basiert, nicht prädestiniert ist, um die Diskussion fortzusetzen. Ich werde mich daher auch nicht zu diesem Vorwurf äußern.
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          • #6
            Zitat von Largo Beitrag anzeigen
            Diese Beeinträchtigung findet auch bereits dann statt, wenn der zu pflegende Familienangehörige noch nicht schwerst-pflegebedürftig ist. Viele der aus heutiger Sicht alten Menschen haben es z.B. nie gelernt, sich selbst zu beschäftigen z.B. kreativ tätig zu sein, ein Buch zu lesen oder im Internet zu surfen. Stattdessen wollen die alten Menschen ihre Zeit immer mit anderen Menschen verbringen. Man kennt das von Familienfeiern: da sitzt man stundenlang zusammen, erzählt sich Kriegserlebnisse (bzw. hört zu) oder spielt Gesellschaftsspiele. Selbst beim Fernsehen kommen alte Menschen nicht ohne die soziale Komponente aus (sie müssen alles irgendwie kommentieren). Mit dem Anspruch, den ganzen Tag von ihren Angehörigen unterhalten zu werden, treten sie dann auch als zu pflegendes Familienmitglied gegenüber den anderen Familienmitgliedern auf. Dagegen haben Verteter unserer Generation eher das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und individuellen Beschäftigungen nachzugehen. Das zieht unweigerlich Konflikte mit sich.
            Bereits diese Phase kann eine echte Zumutung sein. Zur Zuspitzung kommt es natürlich, wenn die Alten in besonderem Maße geistig und körperlich beeinträchtigt sind, die Alten gefüttert oder gewindelt werden müssen oder verrückte Dinge tun (z.B. in die Wohnung kacken).
            Bei meiner Oma, die inzwischen auch pflegebedürftig ist, ist es so, dass sie ihre eigene Mutter und ihre älteste Tochter selbst über Jahre gepflegt hat, bevor sie starben. Sie ging dann automatisch davon aus, dass sie denselben Anspruch auch gegenüber ihren eigenen (verbliebenen) Kindern habe. Nun muss man bedenken, dass meine Oma nie berufstätig war, meine Tanten und meine Mutter aber schon. Erschwerend kommt dazu, dass die Oma extreme Osteoporose hat und dazu Gleichgewichtsstörungen. Eine denkbar schlechte Kombination, denn man kann sich ausrechnen: Jedes Mal, wenn sie hinfällt, bricht sie sich auch was. Es ist für meine Mutter und ihre Schwestern unmöglich, sich ausreichend um sie zu kümmern. Da gab es dann leider auch viel böses Blut, weil meine Oma einfach nicht verstehen wollte, warum sie in einem Pflegeheim besser aufgehoben sein soll...
            Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
            endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
            Klickt für Bananen!
            Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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            • #7
              Ein wichtiger Punkt wäre, einzusehen, dass das Risiko Pfllegefall zu werden, besser durch die Pflegeversicherung aufgefangen werden soll.
              Es gibt den Spruch "die PV ist keine Vollkaskoversicherung". Dies lässt viele denken, sie wäre eine Teilkaskoversicherung. In Wirklichkeit ist sie nur eine >Teil<Haftpflichtversicherung.
              Bei der Einführung der PV begann der demografische Wandel und wirkt jetzt zunehmend stärker. Der Prozentsatz der PV sollte imho verdoppelt werden, damit Geld im System ist, um Anreize für Menschen zu schaffen Pflegekraft zu werden.
              Solange Menschen noch nicht mal mit ihrer Rente die Lücke schließen können und evtl nahe Angehörige dazuzahlen müssen, kann es nur Unzufriedenheit geben und immer mehr Fehlleistungen von überforderten Pflegekräften.

              Pflegender Angehöriger zu sein erhöht das Risiko selber Pflegefall zu werden.
              Diese Jahre lassen doppelt altern.
              Dazu kommen soziale Risiken, wie Vereinsamung, da man an den Pflegebedürftigen geradezu gefesselt ist und Freundschaften, Hobbies etc vernachlässigt, da der Akku leer ist und nicht aufgeladen werden kann.
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              • #8
                Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                Ein wichtiger Punkt wäre, einzusehen, dass das Risiko Pfllegefall zu werden, besser durch die Pflegeversicherung aufgefangen werden soll.
                Es gibt den Spruch "die PV ist keine Vollkaskoversicherung". Dies lässt viele denken, sie wäre eine Teilkaskoversicherung. In Wirklichkeit ist sie nur eine >Teil<Haftpflichtversicherung.
                Bei der Einführung der PV begann der demografische Wandel und wirkt jetzt zunehmend stärker. Der Prozentsatz der PV sollte imho verdoppelt werden, damit Geld im System ist, um Anreize für Menschen zu schaffen Pflegekraft zu werden.
                Solange Menschen noch nicht mal mit ihrer Rente die Lücke schließen können und evtl nahe Angehörige dazuzahlen müssen, kann es nur Unzufriedenheit geben und immer mehr Fehlleistungen von überforderten Pflegekräften.

                Pflegender Angehöriger zu sein erhöht das Risiko selber Pflegefall zu werden.
                Diese Jahre lassen doppelt altern.
                Dazu kommen soziale Risiken, wie Vereinsamung, da man an den Pflegebedürftigen geradezu gefesselt ist und Freundschaften, Hobbies etc vernachlässigt, da der Akku leer ist und nicht aufgeladen werden kann.
                Du musst auch bedenken, dass nicht jeder alte Mensch, Kinder hat. Was machen die dann? Diese sind dann erst richtig aufgeschmissen im Alter.
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                • #9
                  Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                  Es liegt natürlich auf der Hand, dass so eine feindselige Atmosphäre, die auf Mutmaßungen hinsichtlich der Motivation des Diskussionspartners basiert, nicht prädestiniert ist, um die Diskussion fortzusetzen. Ich werde mich daher auch nicht zu diesem Vorwurf äußern.
                  Wenn du dich nicht dazu äußern willst, warum tust du es dann? Davon abgesehen hat succo recht: Du machst gerne einen auf (pseudo-)wissenschaftlich - feindselig könnte man auch "klugscheißerisch" sagen - hast dabei aber offenbar keine tiefergehenden Informationsquellen als persönliche Erfahrungen, Hörsensagen und "gesunden Menschenverstand" ("das hört sich für mich logisch an, dann muss es so sein"). Man kann natürlich seine Meinung auch auf dieser Basis kundtun, aber dann sollte man das auch dazu schreiben. Mir geht das jedenfalls auch auf den Zünder, wenn Leute nur auf Basis ihrer eigenen Vorurteile ein bischen daherschwätzen und dabei so tun als hätten sie zum betreffenden Thema selbst jahrelang geforscht.

                  Um was zum Thema zu sagen: Thema erschütternd, aber nur allzu gut verständlich. (Alten-)Pfleger dürfte einer der härtesten Jobs sein, die es in Deutschland zu vergeben gibt. Ich jedenfalls möchte mich nicht tagtäglich um gebrechliche alte Menschen kümmern und diesen beim Essen, beim Stuhlgang o.ä. helfen. Ich könnte das nicht. Erst recht nicht als Ersatz für "scheinbar selbstverständliche Annehmlichkeiten", die ich neben einem regulären 40-Stunden-Job habe. Deshalb Hut ab vor jedem, der das draufhat.
                  "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                  • #10
                    Zitat von Knörf Beitrag anzeigen
                    Du musst auch bedenken, dass nicht jeder alte Mensch, Kinder hat. Was machen die dann? Diese sind dann erst richtig aufgeschmissen im Alter.
                    Ein sehr wichtiger Punkt. Es gibt noch immer viele "Kriegerwitwen" und viele Frauen, die wegen des kriegsbedingten Männermangels keine Chance hatten, einen Partner zu finden. In Heimen stehen in den Zimmern noch viele Hochzeitsbilder mit Männern in Wehrmachts-Uniform als letzte Erinnerung.

                    Durch die geforderte Flexibilität im Berufsleben brechen viele Familien auseinander und die Kinder leben hunderte km entfernt von den Eltern.
                    Oft ist die letzte Reise pflegebedürftiger Eltern die Fahrt zum Pflegeheim in der Nähe der Kinder.
                    Natürlich sind auch viele Angehörige körperlich nicht in der Lage zu pflegen.

                    @ SF-Junky
                    Danke!
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                    • #11
                      Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                      Um was zum Thema zu sagen:
                      Und das machen wir nun doch bitte alle: Etwas zum Thema schreiben (und nicht dazu wie weltfremd, gemein oder was auch immer der Gesprächspartner ist). Danke!
                      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                      • #12
                        Zwickt's mi! I glaab, i draam

                        Expertenbericht: Zeitmessung bei Pflege soll entfallen | tagesschau.de

                        Umsetzung innerhalb 18 Monaten
                        Wer's glaubt ...
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                        • #13
                          Wenn die Zeit einfach so entfällt wird man wo anders Sparen und ich will noch nicht dran denken was das sein soll.

                          Man sollte auch mal um das Gesetz 1 Abs. 1 hier reden, die Würde ist unantastbar.
                          Den das ist was ich täglich an anecken, ziehen und zerren zu tun habe
                          "Alle Menschen sind von Geburt an gleich und die Erde ernährt alle. Wenn ein Mensch geboren wird hat er das Anrecht auf ein Stück Land, das Ihm ernähren kann. Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist unter wenigen, die meine das sei Ihr Eigentum, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden. Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen, für diejenigen die kein eigenes Land mehr haben und sich nicht selbst versorgen können"

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                          • #14
                            Ich finde das, was im Eingangspost geschrieben wurde, jetzt auch nicht so überraschend. Nicht umsonst fehlen im Pflegesektor die Fachkräfte. Den Beruf des Altenpflegers kann nicht jeder ausüben. Dazu muss man psychisch und körperlich belastbar sein. Und man darf die Schicksale wirklich nicht allzu nahe an sich heran lassen.
                            Ich könnte das z.B. nicht.

                            Ich habe auch in der eigenen Familie erlebt, wie das mit einem Pflegefall ist. Nachdem mein Opa 2011 seinen zweiten Schlaganfall hatte, konnte man zusehen, wie er abgebaut hatte.
                            Meine Mutter, die nicht berufstätig ist, konnte sich glücklicherweise um ihn kümmern. Aber in der Zeit, wo sie ihn gepflegt hatte, hatte sich alles nur um meinen Opa gedreht. Sie hat ihren Tagesablauf komplett nach ihm gerichtet.

                            Aber irgendwann kommt auch mal der Punkt, wo eine Pflege in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist. Und wo selbst die Angehörigen diese auch nicht mehr alleine stemmen können.

                            Meine Mutter und meine Tanten standen vor der Entscheidung, ob mein Opa ins Pflegeheim kommt oder nicht. Problem war aber, sie wussten, dass er das nie wollte.
                            Ein erneuter Schlaganfall hatte ihnen dann diese Entscheidung abgenommen. Nach dem Krankenhaus kam mein Opa (mit seinem Einverständnis, weil er noch klar denken konnte, nur die Motorik ging gar nicht mehr) in die Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim.
                            Dort sollte er einige Tage bleiben, bis bei meiner Mutter in der Wohnung ein Pflegebett stand (die Krankenkassen lassen sich da bei der Bewilligung ja auch etwas Zeit).

                            Aus dem Pflegeheim ist mein Opa leider nicht mehr raus gekommen. Er hatte wohl innerlich schon mit dem Leben abgeschlossen und ist letztes Jahr im September friedlich eingeschlafen.

                            Meine Mutter sagte hinterher, dass es für ihn besser so war, weil er eigentlich immer selbsständig sein und auch niemanden zur Last fallen wollte.
                            Trotzdem hat sie ihn gern gepflegt (teilweise auch zusammen mit meiner Schwester, die ganz in der Nähe wohnt und die Krankenschwester ist). Aber sie hat auch immer wieder gesagt, dass es nicht einfach war. Man hat es ihr auch angesehen.

                            Die Pflege eines Angehörigen ist also wirklich ein harter Job. Und man kann das auch nur machen, wenn man nicht berufstätig und selbst noch einigermaßen fit ist. Alles andere wäre verantwortlungslos sich selbst gegenüber, aber auch der Pflegeperson.
                            Da sind diese Personen in einem Pflegeheim weitaus besser aufgehoben. Leider haben aber die Pflegeheime einen eher schlechten Ruf, so dass man Scheu davor hat, Angehörige in fremde Hände zu geben.

                            Ich war damals mit in dem Pflegeheim, als meine Mutter den Termin dort hatte, um sich das mal anzusehen. Das Personal machte auf mich einen freundlichen Eindruck und auch die Bewohner sahen nicht vernachlässigt aus. Da hatte ich keine Bedenken, dass mein Opa für kurze Zeit (oder wenn es sein muss, auch für länger), dort untergebracht wurde.

                            Wenn man einen Angehörigen pflegt und sich Tag und Nacht für ihn aufopfert, kann ich verstehen, dass solche Gedanken, wie im Threadtitel aufkommen. Auch, dass man dann mal ungeduldig wird.
                            Aber ich kann nicht verstehen, dass man dann den alten Leuten (die ja für ihr Verhalten nichts können), auch wirklich Gewalt antut. So viel Beherrschung sollte man trotz des ganzen Stresses schon haben. Sonst ist man falsch in dem Beruf oder sollte die Betreuung anderen überlassen (wenn man die z.B. Angehörige zu Hause pflegt).
                            Zugriff verweigert - Treffen der Generationen 2012

                            =/\= STARFLEET UNIVERSE =/\=

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                            • #15
                              Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                              Viele der aus heutiger Sicht alten Menschen haben es z.B. nie gelernt, sich selbst zu beschäftigen z.B. kreativ tätig zu sein, ein Buch zu lesen oder im Internet zu surfen. Stattdessen wollen die alten Menschen ihre Zeit immer mit anderen Menschen verbringen. Man kennt das von Familienfeiern: da sitzt man stundenlang zusammen, erzählt sich Kriegserlebnisse (bzw. hört zu) oder spielt Gesellschaftsspiele. Selbst beim Fernsehen kommen alte Menschen nicht ohne die soziale Komponente aus (sie müssen alles irgendwie kommentieren). Mit dem Anspruch, den ganzen Tag von ihren Angehörigen unterhalten zu werden, treten sie dann auch als zu pflegendes Familienmitglied gegenüber den anderen Familienmitgliedern auf. Dagegen haben Verteter unserer Generation eher das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und individuellen Beschäftigungen nachzugehen.
                              Ich kenne Ältere, die durchaus mit ihrer Freizeit etwas anzufangen wissen und auch Jüngere, die mit Kreativität eher ein Problem haben. Kommunikation ist auch für Ältere wichtig oder sollen sie rücksichtsvoll schweigen lernen, weil sie stören könnten? Zwar mag es langweilig sein, aber mit Kindern redet man doch auch, obwohl sie ebenfalls nicht "auf der gleichen Stufe" stehen.
                              Wenn man mit der Betreuung überfordert ist, muss man eine andere Lösung suchen. Allerdings wird es schwierig, wenn sich der Angehörige weigert oder droht, nichts mehr zu essen usw. Ich kenne da einen entsprechenden Fall, wo die Mutter nicht allein leben kann, aber es den erwachsenen Kindern schwer macht, ihren eigenen Weg zu gehen. Es ist eine sehr angespannte Situation, die schon über Jahre läuft - eine gegenseitige Abhängigkeit.


                              Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                              Erschwerend kommt dazu, dass die Oma extreme Osteoporose hat und dazu Gleichgewichtsstörungen. Eine denkbar schlechte Kombination, denn man kann sich ausrechnen: Jedes Mal, wenn sie hinfällt, bricht sie sich auch was. Es ist für meine Mutter und ihre Schwestern unmöglich, sich ausreichend um sie zu kümmern. Da gab es dann leider auch viel böses Blut, weil meine Oma einfach nicht verstehen wollte, warum sie in einem Pflegeheim besser aufgehoben sein soll...
                              Ja, solch eine Situation ist dann wirklich schwierig. Manche nehmen sogar ihr Erbe als Druckmittel.
                              Es gibt doch bestimmt auch gute (Pflege)Heime, und man kann doch seine Angehörigen oft besuchen, so dass sie weder vereinsamen noch dauernd Fremden ausgeliefert sein müssen.
                              "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. " (Leonard Nimoy)

                              Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

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