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Wolke 4 oder Wolke 7

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  • Wolke 4 oder Wolke 7

    Auf die Gefahr hin, dass die Diskussion kurz oder lang in den PF führt:

    Inspiriert durch "Wolke 4" von Marv feat. Philipp Dittberner im Kontrast zu den beiden "Wolke 7" von Wolkenfrei bzw Max Herre feat. Philipp Poisel frage ich Euch:

    Wärt Ihr mit einem Dauerzustand auf Wolke 4 zufrieden, oder wollt ihr den "Kick" von Wolke 7, oder dem 7. Himmel auf die Gefahr hin, emotional am Boden zu zerschellen?

    Ich meine, als junger Mensch sucht man stärker emotionale Erlebnisse, live hard - die young.
    In reiferem Alter (wie ich mit meinen 50 Jahren) geniest man eher das Bierchen im abendlichen Sonnenschein, weil man kein totales Gefühlschaos mehr will.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wolke_sieben
    \\// Dup dor a´az Mubster
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    United Federation of Featherless
    SFF The 6th Year - to be continued

  • #2
    Kommt drauf an. Was bedeutet "Wolke 4" und worin besteht der Unterschied zu "Wolke 7" ?
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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    • #3
      Im Englischen spricht man von Wolke 9, u.a im Bryan Adams-Song "Cloud No. 9".

      Ist das ne andere Wolke nur für Engländer und Amis, die auf Wolke 7 wegen der deutschen Handtücher keinen Platz mehr hatten?

      Ist das reiner Symbolismus - englische Katzen haben auch 9 lives und nicht nur 7 wie in Deutschland, oder werden Katzen in England nach dem 2. Tod in Deutschland wiedergeboren?
      Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
      endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
      Klickt für Bananen!
      Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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      • #4
        Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, denn geht es darum, ob man lieber ekstatische, "wilde", überwältigende Gefühle (Lustgefühle, auch wenn das Wort inzwischen anders verstanden werden könnte) oder lieber Gemütlichkeit und inneren Frieden will?
        Eudaimonie vs. Hedonismus?

        Dann würde ich mich wohl für die Wolke 7 entscheiden. Totales Entzücken scheint mir als Ziel erstrebenswerter als nur starke Entspannung, denn letzteres ist vergleichsweise leichter.
        "Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. " - B. Russell, 10 Gebote eines Liberalen.

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        • #5
          Ein bischen Wolke 7 am Anfang einer Liebesbeziehung schadet sicher niemandem. Wer diesen "Kick" des ewigen Totalverliebtseins unbedingt braucht, wird jedenfalls so alle 2 Jahre wieder einen neuen Partner brauchen. Normalerweise stellt sich nach dem Hormonsturm zwangsläufig der etwas nüchternere Alltagslevel ein und irgendwann gehen auch dem kreativsten Lover die Ideen aus wie die Liebe immer wieder neu "befeuert" werden kann.
          Für viele ist diese Langeweile frustrierend und dann ist es für sie leichter und angenehmer bei einem neuen Partner das ganze (auswendiggelernte) "Bespaßungsprogramm" von vorne abzuspulen.

          Ich als 48jähriger Mann möchte das aber nicht immer wieder neu haben. Die Berg und Talfahrten (ja, die Talfahrten gehören auch dazu ) der Liebe sind nämlich mit den Jahren sehr anstrengend und da gibt es ja auch noch den nüchternen Alltag mit Job und evtl. Famile, der ebenfalls seinen Tribut zollt. Daher tendiere ich eher zu Wolke 4, in der die Partner sich gegenseitig ihre (Ruhe)bedürfnisse und Freiräume zugestehen. Das halte ich für langfristig stabiler und gesünder für das Nervenkostüm. Das finden manche vielleicht langweilig, aber ich kenne auch manche, die das genau so machen und trotzdem zusammen glücklich sind. Es müssen sich da nur Gleichgesinnte finden.

          Manchmal stellt sich die Notwendigkeit ein, das "Neue" gegen das "Bestehende" abzuwägen.
          Es kommt zu einer Entscheidung zwischen "Taube auf dem Dach" und "Spatz in der Hand".
          Rückblickend habe ich zu oft die "Taube" gewählt und danach gemerkt, daß ich mit dem "Spatz" besser dran gewesen wäre. Aber da gab es kein Zurück mehr. Jungen Leuten gönne ich die überbordende Romantik und ich kann nur empfehlen sie maximal auszuschöpfen; es gibt eigentlich nichts besseres.
          Heute verlangt es mir mehr nach Stabilität.
          Zuletzt geändert von Galactus; 01.09.2015, 04:40.
          "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

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          • #6
            Ich kann da Jobe nur zustimmen. Mit 35 kann mir Wolke 7 gestohlen bleiben. Einfach nicht nachhaltig, der Mist und am unweigerlichen Ende macht man sich nur kaputt.
            Lieber gemütlich auf Wolke 4.

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            • #7
              Hm!
              Muss man sich denn entscheiden?
              Ich finde, man kann versuchen beides zu haben. Ich lebe ewig lange in der Partnerschaft mit Familie und empfinde das gar nicht als so langweilig, denn jede Phase bringt neue Herausforderungen!
              Und wenn man sich nur abends gegenseitig den Rücken massiert, weil das Alter langsam durchschlägt!

              Ich versuche mir anders "Kicks" zu verschaffen, nee, nicht mit doppelgleisig fahren oder so, sondern dadurch, dass ich immer mal Sachen mache, die ich mich zuvor nicht getraut habe (bin eher der ängstlich, abwägende Typ und habe dadurch noch ´ne Menge Möglichkeiten).
              Zum Beispiel will ich demnächst mal Drachenfliegen, gefährliche Achterbahnen mitnehmen und sehe mir gerade alle Horrorfilme an, vor denen ich früher zurück geschreckt bin.
              Das kann einem ganz schön das Adrenalin hochjagen.
              Außerdem lebe ich durch das Schreiben immer in mehreren, auch emotional anderen, Welten, da gibt es immer gefährliche Abenteuer zu bestehen. Zum Glück habe ich genug Freiheiten das zu tun, denn es macht mich im realen Leben zufriedener.

              An sich lebe ich zwar auf Wolke 4, aber ich mache mal Abstecher zur Wolke 7!
              Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

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              • #8
                Die menschliche Unfähigkeit zu einem dauerhaften, intensiven Glück ist unserem darwinistischen Gehirn geschuldet. Glücksgefühle sind nicht der Zweck unseres Daseins, sondern nur ein "Lockmittel", um uns zu gewissen Tätigkeiten wie Fressen oder Kopulieren zu motivieren. Darum erlebt man das große Glück, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit, und auch dann meist nur andeutungsweise.

                In diesem Zusammenhang spielt der Begriff der hedonistischen Tretmühle eine Rolle. Wenn sich ein Wunsch erfüllt, dann spüren wir für den Augenblick Befriedigung. Aber umgehend kommt es in unserem Gehirn zu negativen Feedback-Mechanismen, die dafür sorgen, dass unser Gefühlsleben sich nach kurzer Zeit wieder in einer alltäglichen Mittelmäßigkeit eingependelt hat. So wie man gegen eine Droge nach kurzer Zeit tolerant wird und die Dosis erhöhen muss, gewöhnt man sich auch an jedes äußere Glück. Deshalb sind auch Millionäre meistens nicht so glücklich, wie man glauben könnte.

                Insofern: Dauerhafte Ekstase ist für uns "archaische" Homo sapiens nicht möglich. Wir sind eben nicht gestaltet, um glücklich zu sein, sondern, biologisch gesehen, Reproduktionsmaschinen. Sehr weit über "ganz nett" geht das Gefühlsleben der meisten Menschen die meiste Zeit nicht hinaus.

                Interessant finde ich die Überlegung des transhumanistischen Philosophen David Pearce, unsere hedonistische Tretmühle mit Hilfe der Gentechnik zu rekalibrieren, sodass Glücksgefühle, die weit über unsere heutige Vorstellung hinausgehen, der neue hedonische Normalwert sind.

                1. The Hedonistic Imperative
                Zuletzt geändert von 3of5; 01.10.2015, 17:39.

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                • #9
                  Ich sehe da in Richtung Wolke 4 stoische Konzepte wie in Marc Aurels Selbstbetrachtungen (dazu zum Beispiel günstig die rororo monographie zu Marc Aurel) oder Konzepte der Sophrosyne

                  https://de.wikipedia.org/wiki/Ataraxie

                  https://de.wikipedia.org/wiki/Besonnenheit
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                  • #10
                    Ich zitiere mich selbst ungerne und frage daher noch einmal: Was heißt "Wolke 4"?
                    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                    • #11
                      Beim googlen von "Wolke 4 Interpretation" bin ich auf folgenden link gestoßen:

                      http://gelbstich.blog.de/2014/07/24/...iebe-18955408/

                      "Wolke 4" ist ja ein Neologismus, von daher ist die Begriffsbedeutung ja im Fluss begriffen. Das Lied ist wohl auch deshalb ein großer Erfolg, weil er viele individuelle Interpretationen zulässt.

                      Von daher kommt es sicher nicht darauf an, was ich in meinem Eröffnungsbeitrag mir unter dem Begriff vorgestellt habe, da ich ganz sicher keine Deutungshoheit habe.
                      \\// Dup dor a´az Mubster
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                      • #12
                        Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                        Ich zitiere mich selbst ungerne und frage daher noch einmal: Was heißt "Wolke 4"?
                        Ich würde sagen:

                        Wolke 7 = himmelhochjauchzend verliebt

                        Wolke 4 = verliebt, aber ohne den Kick, der einen wie total besoffen und bekifft in der Gegend rumrennen lässt.

                        Edit:
                        Im Lied ist "Wolke 4" übrigens wesentlich schlimmer beschrieben, finde ich.

                        "Lieber Wolke 4 mit Dir, als unten wieder ganz allein."

                        - Wenn das jemand zu mir sagen würde, wäre ich tief verletzt und würde ihn vermutlich abschießen (es sei denn, ich empfände ähnlich). Diese Textzeile hört sich nämlich so an, als wäre die Frau nur ein Lückenbüßer, so nach dem Motto: Lieber Du, als überhaupt keine Freundin.
                        Zuletzt geändert von Noir; 02.02.2016, 18:07.
                        *Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.*
                        *Alles was einmal war, ist immer noch, nur in einer anderen Form.*
                        Indianische Weisheiten
                        Ich bin nicht kaffeesüchtig, aber wenn ich irgendwann einmal verbrannt werde, werde ich vermutlich nicht zu Asche zerfallen, sondern zu Kaffeesatz! ;)

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                        • #13
                          Zitat von Noir Beitrag anzeigen
                          Edit:
                          Im Lied ist "Wolke 4" übrigens wesentlich schlimmer beschrieben, finde ich.

                          "Lieber Wolke 4 mit Dir, als unten wieder ganz allein."

                          - Wenn das jemand zu mir sagen würde, wäre ich tief verletzt und würde ihn vermutlich abschießen (es sei denn, ich empfände ähnlich). Diese Textzeile hört sich nämlich so an, als wäre die Frau nur ein Lückenbüßer, so nach dem Motto: Lieber Du, als überhaupt keine Freundin.
                          So negativ ist der Text eventuell doch gar nicht gemeint!
                          Wenn ich mich recht erinnere lautet der Refraintext:

                          "Laß uns die Wolke 4 bitte nie mehr verlassen,
                          weil wir auf Wolke 7 viel zu viel verpassen,
                          ich war da schon einmal und bin zu tief gefall'n,
                          lieber Wolke 4 mit dir, als unten wieder ganz allein"

                          Er hatte selbst schon mal Erfahrung mit Wolke 7 und der unguten Begleiterscheinung, z. B. die Bodenhaftung zu verlieren, deswegen zu viel zu riskieren und dadurch letztlich abzustürzen.
                          Diese Erfahrung will er mit ihr nicht machen, er will sie nicht verlieren, weil sie beide im Streben nach der (Beziehungs)Wolke 7 sich vielleicht doch gegenseitig kaputtmachen und dann sich nur noch trennen können. Bevor er durch dieses Schicksal wieder (unten) ganz allein ist, bittet er sie, sich mit einem Leben mit ihm auf Wolke 4 zu begnügen, in der Hoffnung, daß so die Beziehung sicher bestehen bleibt.

                          Was hälst Du denn von dieser Interpretetion?

                          Traumwaldschrat

                          (#58)

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                          • #14
                            Zitat von Noir Beitrag anzeigen
                            Ich würde sagen:

                            Wolke 7 = himmelhochjauchzend verliebt

                            Wolke 4 = verliebt, aber ohne den Kick, der einen wie total besoffen und bekifft in der Gegend rumrennen lässt.
                            Ich würde die "Wolke 7" eher als den normalen Beginn des Verliebtseins beschreiben, bei dem die Hormone einfach nur durchgehen und das Körperliche eher im Vordergrund steht.

                            "Wolke 4" steht für mich eher für die Liebe, die sich aus "Wolke 7" entwickelt kann aber nicht muss. Das Gefühl ist nicht nur oberflächlich und wild sondern geht tiefer und ist vielleicht nicht immer aufregend kann es aber dennoch ab und zu sein.

                            Beides ist ja nicht verkehrt. Ich glaube aber, dass man mit der "Wolke 4" beides haben kann, nur eben nicht permanent. Wenn man jemanden liebt, bleibt das Verliebtsein und die wilden Gefühle ja dennoch vorhanden. Ich ziehe deshalb die 4. Wolke vor.
                            Wahl zu Mister SciFi-Forum 2017
                            #Krümelchen2018

                            Avasarala:
                            "Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Mars-Marine allein vom Sitzen auf einem Stuhl erschöpft ist."

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                            • #15
                              Ich habe Wolke 7 mit meinem verstorbenen Partner erlebt. Er war aber mit dem normalen Leben nie zufrieden. Das war über die Jahre extrem anstrengend.

                              Mit meinem jetzigen Partner bin ich wohl auf Wolke 4 und fühle mich mit ihm auch sehr wohl. Und vor allem darf ich so sein wie ich bin und er findet mich toll. Das ist so entspannend... ich geniesse das sehr. Wolke 7 ist auf Dauer sehr anstrengend.
                              Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
                              Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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