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Frage an Österreicher betreffend Hymne

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  • Frage an Österreicher betreffend Hymne

    Ich hätte gerne gewusst, wie die Österreciher eigentlich auf die deutsche Nationalhymne reagieren, da diese (zumindestens die Melodie) ja vorher lange Zeit der habsburgischen Dynastie diente. Ist mir neulich beim Sissi schauen aufgefallen und da wurde mir dies erst recht bewusst. Immerhin ist sie in deutschland Zeichen des erwachten Demokratieverständnisses im 19. Jahrhundert - in Österreich dagegen Zeichen der Monarchie (egal wie verklärt dies in Sissi dargestellt wird).
    Recht darf nie Unrecht weichen.

  • #2
    Ich persönlich hege weder besondere Abneigung noch starke Sympatie für die deutsche Nationalhymne. Es entzieht sich ausserdem meiner Kenntnis, ob die Melodie tatsächlich in der österreichischen Monarchie verbreitet war.

    Es wäre interessant, was die sogenannten AltösterreicherInnen, also die Menschen, welche die Monarchie und deren Imperialismus noch miterleben konnten/mussten/durften (?). Denn wie bereits gesagt: Ich stehe der deutschen Hymne emotionslos gegenüber. Für mich es eine Hymne wie jede andere auch.

    Da fällt mir etwas Amüsantes ein, was sich unlängst bei einem diplomatischen Treffen ereignet hat. Ein österreichischer und ein deutscher Minister der jeweiligen Bundesregierung treffen einander zu einem besonderen Anlaß und die deutsche Bundeshymne wird gespielt. Ich frage mich nun, wie hätte der Österreicher reagieren müssen? Die Qual der Wahl: Hätte er auch aufstehen und die Hand aufs Herz legen sollen? Eine schwierige Situation, denn es ist für einen Diplomaten sicher nicht zuträglich wenn er respektlos oder unpatriotisch zu handelt.

    Liebe Grüße, Gene
    Live well. It is the greatest revenge.

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    • #3
      Ich kann mich schon erinnern, dass mein Großvater (ein rechter Monarchist, der sogar B. (für Baron) als Initial geführt hat) hin und wieder so etwas wie "Das war früher eigentlich unsere Hymne" gesagt hat. Damals war der Text aber noch "Gott beschütze, Gott bewahre unsern Kaiser unser Reich.." Allerdings glaube ich nicht, dass viele Österreicher ihr nachtrauern.
      Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher (ich bin was diese Zeit betrifft historisch nicht sehr sattelfest), aber ich glaube Österreich hatte die Hymne bereits aufgegeben (und mit Gründung der 1. Republik die heutige angenommen) bevor Deutschland sie (im Zuge das 3. Reichs?! oder schon davor?) angenommen hat.
      Tatsächlich erstaunt es mich etwas dass Deutschland die Hymne nach der NS-Zeit behalten hat (entschuldigt, aber der Text "Deutschland, Deutschland über alles.." klingt doch leicht nationalistisch)
      tempus fugit

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      • #4
        Re: Frage an Österreicher betreffend Hymne

        Originalnachricht erstellt von Narbo
        Ich hätte gerne gewusst, wie die Österreciher eigentlich auf die deutsche Nationalhymne reagieren, da diese (zumindestens die Melodie) ja vorher lange Zeit der habsburgischen Dynastie diente. Ist mir neulich beim Sissi schauen aufgefallen und da wurde mir dies erst recht bewusst. Immerhin ist sie in deutschland Zeichen des erwachten Demokratieverständnisses im 19. Jahrhundert - in Österreich dagegen Zeichen der Monarchie (egal wie verklärt dies in Sissi dargestellt wird).
        Aber Narbo! Nun bin aber bestürzt!
        Das Kaiserquartett bezog sich doch auf das heilige römische Reich deutscher Nation, nicht auf Österreich. Franz trug die Kaiserkrone Deutschlands, nicht die Kaiserkrone Österreichs.
        Du teilst, wo nicht zu teilen ist. Insofern war sie eine "gesamtdeutsche" Hymne, wenn du willst. Die Hymne wurde 1919 Hymne der deutschen Republik. Zu dem Zeitpunkt gab es weder einen deutschen, noch einen österreichischen Kaiser.
        Die Ösis haben die Hymne vorher aber tatsächlich wohl gelegentlich genutzt, dafür spricht die Verwendung des Themas durch Johann Strauss in Märschen. Ich weiß nicht, ob sie offizielle Hymne der K&K Monarchie war.
        Du solltest vorsichtig sein, auch nur das kleinste Detail aus den Sissi-Filmen für historisch bare Münze hinzunehmen.

        gruß, endar

        @Atona: Gott erhalte Franz den Kaiser, so wie God save the Queen
        When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

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        • #5
          mit deutschland, deutschland überalles, das verstehen viele total falsch.
          damit ist gemeint, dass man für sein land ist. das einem das land wichtig ist. das deutschland für uns ein lebensstil ist.
          aber nicht, dass deutschland alles beherrschen soll.

          die hymne wurde behalten, da sie schon so lange war und auch etwas bedeutet.
          sie klingt und beschreibt deutschland. es ist ein wahrzeichen.
          wieso soll man es denn wegschmeißen.
          und es erinnert uns daran, was wir durchgemacht haben.

          da fällt mir ein, dass ich die österreichische hymne gar nicht kenne.
          Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
          Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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          • #6
            Re: Re: Frage an Österreicher betreffend Hymne

            Auf dieser Seite (lustigerweise im LCARS Design) könnt ihr die Texte von u.a. der österreichischen Kaiserhymne und der heutigen österreichischen Bundeshymne nachlesen.

            Originalnachricht erstellt von endar

            @Atona: Gott erhalte Franz den Kaiser, so wie God save the Queen
            Also die die ich meine, die österreichische Kaiserhymne (mag schon sein, dass die Melodie früher auch irgendwann schon für das römische Reich deutscher Nation benutzt wurde), hat den Text fast so wie ich vorher angegeben habe.
            Aber ich glaube nicht nur "dass die Ösis sie vorher schon gelegentlich nutzten" sondern dass sie ursprünglich für "die Ösis" komponiert und durch das österreichische Kaiserhaus benutzt wurde, immerhin ist der Komponist Hadyn.
            Edit: übrigens ist mir gerade noch eine zeile aufgefallen, die sehr dafür spricht, dass es eine spezifisch österreichische Hymne war: "Innig bleibt mit Habsburgs Throne
            Österreichs Geschick vereint."


            @deac
            Ja ich verstehe schon, dass das nicht so gemeint ist, aber es ist schon recht leicht miss zu verstehen und klingt recht sagen wir für amerikaner die immer noch glauben alle Deutschen wären nazis (etwas überzeichnet) schon recht "bestätigend"
            tempus fugit

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            • #7
              Originalnachricht erstellt von Atona
              Tatsächlich erstaunt es mich etwas dass Deutschland die Hymne nach der NS-Zeit behalten hat (entschuldigt, aber der Text "Deutschland, Deutschland über alles.." klingt doch leicht nationalistisch)
              Die Hymne wurde nicht behalten, sondern lediglich die dritte Strophe, deren Anfang in meiner Sigantur steht. Der Text ist aber wie bereits beschrieben, in einer Zeit entstanden, wo es noch kein einiges Deutschland gab. Sie ist Ausdruck des Wunsches danach und wie man an der dritten Strophe sieht, wollte man ein demokratisches Deutschland.

              @endar: Es sei erwähnt, dass die Melodie entstand, als Österreich-Ungarn und damit die Habsburger einen Wettbewerb für die österreichische Melodie ausschrieben! Das Kaiserquartett galt also sehr wohl als Melodie Österreichs. In der ersten österreichischen Republik wurde die Melodie dann auch wieder verwendet. Der Text war dann: "Sei gesegnet ohne Ende, Heimaterde wunderhold ... Deutsche Arbeit, ernst und herrlich, deutsche Liebe, zart und weich: Vaterland, wie bist du herrlich, Gott mit dir, mein Österreich!" Siehe dazu auch Atonas Beitrag!
              Recht darf nie Unrecht weichen.

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              • #8
                @Narbo:
                Und doch hatte zu dieser Zeit glücklicherweise () Österreich die Herrschaft über das heilige römische Reich dt. Nation. Es ist also wirklich als "Gesamtstaat" zu betrachten. Das spielt insofern eine Rolle, als dass die Melodie nicht wirklich "geklaut" sondern einfach nur übernommen wurde - und das völlig legitim. Da ihr Deutschen musikalisch aller Kreativität entbehrt ist das für mich zulässig.

                @Atona:
                Weißt Du, dass an der Uni Wien beinahe jeder Zweite ein Trekkie ist? Ich frage mich, warum die nicht hier im Forum sind... Ich glaub ich werde im Neuen Institutsgebäude in Form von ein paar Infoblättern Werbung machen.

                Liebe Grüße, Gene
                Live well. It is the greatest revenge.

                Kommentar


                • #9
                  Originalnachricht erstellt von Gene

                  @Atona:
                  Weißt Du, dass an der Uni Wien beinahe jeder Zweite ein Trekkie ist? Ich frage mich, warum die nicht hier im Forum sind... Ich glaub ich werde im Neuen Institutsgebäude in Form von ein paar Infoblättern Werbung machen.
                  wirklich? Ich habe bei meinem Studientyp leider noch keine getroffen. (Aber wenigstens habe ich einen Studienkollegen bei der HdR-Premiere gesehen)
                  Vielleicht sollte ich beim Biozentrum auch mal Werbung machen!
                  tempus fugit

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                  • #10
                    ich muss zugeben, dass es mir sehr irrelevant ist , welche Hymne Deutschland hat und ob die Melodie oder auch Teile des Textes an die Hymne erinnern , die während der Monarchie gespielt wurde, oder ihr sehr ähnlich oder gleich sind.

                    meine Großeltern hat dies eher gestört, ich kann mich da an Wortmeldungen erinnern , die ich als Kind aufschnappte, doch da meine Großeltern im Widerstand waren hat dies denke ich andere Gründe...

                    ich bin nur sehr erfreut, dass die österreichische Hymne so ist wie sie ist....
                    {bis auf die Tatsache, dass wir Frauen dort nicht vorkommen, aber das hat geschichtliche Gründe und ich kann auch da ein wenig darübr hinwegsehen}

                    lebt lange und in Frieden
                    t´bel

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                    • #11
                      Was ist denn im Moment los? Ständig Threads über Hymnen...

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                      • #12
                        Originalnachricht erstellt von 3of5
                        Was ist denn im Moment los? Ständig Threads über Hymnen...
                        ich nehme an , dass die gemeinsame Währung, die wir Europäer ab 1.1.2002 auch in den Händen haben,
                        die Suche nach der *eigenen* Identität in Gang setzt, und da gehört eine Hymne und die Auseinandersetzung mit dieser nun Mal dazu.


                        t´bel

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                        • #13
                          Hmmm, eigentlich kam mir dieser Gedanke wirklich beim Sissi schauen. Als plötzlich die Melodie kam, ich etwas verwirrt den Ösi-Kaiser anstarrte und es dann plötzlich klick machte. Allerdings mag dies auch mit t'bels Begründung ganz allgemein zusammenhängen.
                          Recht darf nie Unrecht weichen.

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                          • #14
                            Dass es hier oft um Hymnen geht, hat mich auch schon gewundert. Mich interessiert es mehr als historische Episode, ausserdem höre ich klassische Musik und hab eine ganze Menge von Haydn. Zumindest bei mir ist es kein überschäumender Patriotismus.

                            @Narbo: Meinen Recherchen zufolge hat Haydn die Melodie anlässlich des Geburtstages von Kaiser Franz 1797 komponiert. Er komponierte hier ein "Volkslied" nach dem Text von Leopold Haschka. Es erklang also am 12.2.1797 und war bald "in aller Munde".
                            Die Melodie ließ er dann in das Kaiserquartett einfließen, welches am 28. 9. 1897 in Esterhazy uraufgeführt wurde. Aufschlußreich ist der Mittelteil des ersten Satzes, der "deutscher Tanz" heisst und somit klar auf die Selbstdefintion Haydns schliessen lässt.
                            Haydn betrachtete Österreich als Bestandteil Deutschlands.

                            Esterhazy lag zwar ausserhalb der Grenzen des Reiches (Österreichs Territorien lagen nur teilw. im Reich), aber Haydn sah sich dennoch wohl als Deutscher und Österreicher. In welche Reihenfolge er die Begriffe geordnet hätte, weiss ich nicht, aber das war zu seiner Zeit auch gar keine Frage. Österreich "wuchs" erst 1848/1866/1871 aus Deutschland heraus.

                            Das Reich war 1797 bereits zu einem leeren Relikt geworden, Preussen und Österreich stritten sichkräftig um die Vorherrschaft und der Kaisertitel war wohl nur etwas für Ego. Erzherzog von Österreich, das war schon mehr wert. Es sollte ohnehin nur noch neun Jahre dauern, bis es in sich zusammenfiel.
                            1797 war der Erste Koalitionskrieg gegen Frankreich schon abgeschlossen und es mag sich in der Hymne auch ein wenig Trotz und Nostalgie zeigen.

                            Von einem Wettbewerb habe ich noch nie gehört, aber man lernt ja immer gern dazu.
                            Wettbewerbe solcher Art waren durchaus üblich und ein (herrschaftlich) gesellschaftliches Ereignis. Haydn gehörte zu dem Zeitpunkt zu den europäisch bekanntesten und berühmtesten Komponisten.

                            gruß, endar
                            When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

                            Kommentar


                            • #15
                              @endar
                              nur ein Detail: Estahazy ist nicht ein Ort sondern ein Österreichisches (Ex)Adelsgeschlecht - lange Zeit die Auuftraggeber von Hadyn. Der Ort der Uraufführung war wohl vermutlich das Schloss Esterhazy in Eisenstadt.
                              tempus fugit

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