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Die Noughties / 00er / 2000-2009er – Auf der Suche nach dem großen Ding

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  • Die Noughties / 00er / 2000-2009er – Auf der Suche nach dem großen Ding

    In der Popular-Musik hat es sich eingebürgert, auf der Zeitachse Differenzierungen nach Jahrzehnten vorzunehmen (die 50er, die 60er usw.). Ob das Sinn macht, sei dahingestellt … jedenfalls bietet eine solche Reduktion oft die Möglichkeit, um Rückschau zu halten und Zwischenbilanzen zu ziehen.

    Die "Noughties", so wie das vergangene Jahrzehnt häufig im englischsprachigen Raum bezeichnet wird, sind bereits seit fast einem Jahr abgeschlossen – ein Bewusstsein für diese Zeit als musikalische Einheit scheint allerdings kaum vorhanden zu sein. Während man die 50er, 60er, 70er, 80er und 90er mit bestimmten Musikstilen und Künstler-Persönlichkeiten in Verbindung bringt, sieht es bei den 00ern recht mager aus. Wirklich bedeutsame Musik-Veröffentlichungen sind zudem nicht eindeutig identifizierbar.

    Dieser Thread soll daher versuchen, herauszufinden, was "das große Ding" des vergangenen Jahrzehnts gewesen ist. Wer hat den Noughties ihren Stempel aufgedrückt? Welche Veröffentlichungen aus den Noughties könnte man als Meilenstein ansehen und was wird man sich auch noch in den zwanziger oder dreißiger Jahren noch gerne anhören?
    Optimal wäre natürlich, wenn nicht nur irgendwelche Namen in die Runde geworfen werden, sondern versucht wird, zu begründen, warum diese oder jene Künstler-Persönlichkeit oder Veröffentlichung interessant gewesen sein sollen.

    Ich fange einfach mal an:

    Esbjörn Svensson Trio ("Strange Place For Snow", "Seven Days Of Falling", "Viaticum", "Tuesday Wonderland")
    Das traditionelle Piano-Trio wurde hier entscheidend umdefiniert. Alle drei Musiker agieren als gleichberechtigte Partner. Der Bassist brummelt beispielsweise nicht nur im Hintergrund herum, sondern tritt häufig – unterstützt durch sein Effektgerät – mit E-Gitarren-artigen Solos ins Rampenlicht, während der Pianist auf seinem Instrument in der Zwischenzeit den Part des Bassisten übernimmt. Völlig neu war das zu diesem Zeitpunkt nicht, aber in Kombination mit den unterschiedlichen Musikstilen (Jazz, Rock, Drum&Bass), die die Band präsentiert, ein echter Meilenstein.

    Nik Bärtsch's Ronin ("Stoa", "Holon")
    Auch das Quintett um den Pianisten Nik Bärtsch hat eine interessante Nische im Spannungsfeld von Jazz, Funk, Minimal Music und japanischer Ritualmusik (= Zen Funk) besetzt. Das Konzept der Band besteht darin, mit minimalem Einsatz von Mitteln (viel Kontinuität, sich ständig wiederholende Melodien und Rhythmen, keine Dissonanzen) neue musikalische Formen zu finden. Die einzelnen Stücke bauen sich langsam auf, die Dramaturgie wird durch Addition neuer Elemente und kleinere Variationen vorangetrieben.

    Terje Isungset's Eismusik ("Iceman Is", "Igloo", "Two Moons", "Hibernation")
    2003 hat der norwegische Percussionist Terje Isungset mit seiner CD "Iceman Is" einen interessanten Weg eingeschlagen: Alle Stücke wurden mit Instrumenten aus Eis produziert (Eis-Percussion, Eis-Trompete, Eis-Harfe usw.). Es ist einfach faszinierend, welch breites Klangspektrum man damit erreichen kann. Der Clou ist aber, dass die Musik auch ohne dieses Wissen faszinierend ist. Stilistisch bewegt sich diese Musik irgendwo zwischen Ambient, skandinavischer Folklore und Jazz.
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    Zuletzt geändert von Largo; 12.12.2010, 12:01.
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