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Staatsverschuldung - wo soll das hinführen?

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  • Staatsverschuldung - wo soll das hinführen?

    Die öffentlichen Haushalte in Deutschland machen seit Jahrzehnten haufenweise Schulden. Dies ist für sich allein genommen nicht unbedingt bedenklich. Der Bundeshaushalt schließt jedoch schon seit (ich schätze mal) 20 Jahren jährlich mit einem Defizit ab. Jahr für Jahr werden Kredite von zig Milliarden Euro aufgenommen, der Schuldenberg der öffentlichen Haushalte in Deutschland beläuft sich auf über 7 Billionen €.

    In meinen Augen ist diese Praxis, die schon so lange anhält, äußerst gefährlich. In den letzten Jahren war ein verstärktes bemühen zur Konsolidierung bei der Bundesregierung bemerkbar, doch das scheint jetzt nicht mehr existent zu sein. Die Parteien versprechen Milliardenprojekte für Konjunktur- und Famillienförderung. Hans Eichels Aussage, der Bundeshaushalt werde bis 2004 ausgeglichen sein, finde ich lächerlich. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht betrug die staatliche Neuverschuldung letztes Jahr ca. 20 Milliarden €. Notwendige Maßnahmen sind IMO:
    [list=1][*]Erhöhung der Verwaltungseffizienz (dazu gehört auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit)[*]Effizientere Verteilung von Sozialleistungen[*]Verantwortungsvoller Geld ausgeben[/list=1]

    Mit dem letzten Punkt meine ich, dass man nicht aus wahltaktischen Gründen schnell für etwas Geld ausgeben soll das langfristig keine positive Wirkung hat.

    Ich glaube, dieses Thema wird von vielen Politikern nciht ernst genug genommen und irgendwann stehen wir vor einem Desaster.

    Nun bitte ich euch um eine Stellungnahme. Ich bin, was dieses Thema anbelangt, recht pessimistisch eingestellt, vielleicht könnt ihr mir zu mehr Optimismus verhelfen .

  • #2
    das problem ist die einmal losgetretene lawine, die letzten endes auf die kriegsschulden vom ersten, mindestens aber die vom zweiten (der ja genau genommen aus dem ersten entstanden ist) zurück zu führen ist. die schulden von damals sind noch immer nicht abbezahlt, dazu kommen noch die immensen kosten für den wiederaufbau und die "schuldenfalle" ddr. das alles summiert sich und steigt exponentiell, sodass von dir genannte grüne eigentlich gar nicht die ausschlaggebenden sind. wir zahlen nur zinsen und sind nicht in der lage, die kredite irgendwie zu tilgen. da dieses geld aber eh nur auf dem papier existiert, ist es nicht so schlimm, zumal die weltwirtschaft auf schulden aufbaut, so komisch das klingen mag.
    sicherlich kommt es einem komisch vor, wenn eichel sagt, er wolle bis 2004 den haushalt ausgeglichen haben. das heißt aber nichts anderes, als dass wir 2004 - nach seinen prognosen - alle zinsen zahlen können und für die zinsentilgung keine neuen kredite aufnehmen müssen. danach (!) können wir auch mal an tilgung der schulden denken. das ist gar nicht soweit hergeholt, aber mit der cdu/csu - bei deren finanzplanung - überhaupt nicht möglich, eher schon mit eichels methode...

    nochwas: ohne schwarzarbeit könnte unsere wirtschaft nicht existieren !!!

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    • #3
      Bist du dir sicher, dass es noch Schulden aus dem 1. und 2. Weltkrieg gibt ?
      Ich denke, dass Staatsverschuldung daher kommt, dass es eine Umverteilung von Kohle von arm zu reich gibt. Die Wirtschaft will mehr Geld vom Statt, aber natürlich immer weniger steuern zahlen. Dafür wird dann bei Bildung und im Sozialen eingespart.

      Das beste finde ich ja eines von Eichels-Sparprogrammen. Er wollte 20 Milliarden einsparen und hat aber gleichzeitig den Unternehmen 80 Milliarden an Steuer erlassen. Gute Sparpolitik !

      zumal die weltwirtschaft auf schulden aufbaut
      Tja und auf Betrug, siehe US-Bilanzfälschungen
      Resistance is fertile
      Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
      The only general I like is called strike

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      • #4
        Original geschrieben von Dr. Zimmerman
        das problem ist die einmal losgetretene lawine, die letzten endes auf die kriegsschulden vom ersten, mindestens aber die vom zweiten (der ja genau genommen aus dem ersten entstanden ist) zurück zu führen ist.
        Wer hat dir denn diesen Unsinn erzählt???
        [einzeiler ]

        endar
        Republicans hate ducklings!

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        • #5
          Es ist alles sehr unangenehm kompliziert. Unschön ist es ja auch, dass unsere Wirtschaft ohne Schwarzarbeit nicht existieren könnte. Ein Problem, dass unter anderem seine Wurzeln ganz weit entfernt von den nationalen Gegebenheiten hat. Ist es überhaupt finanzierbar, die legale Arbeit so attraktiv zu machen, dass Schwarzarbeit unattraktiv wird? Durch Schulden natürlich.

          zumal die weltwirtschaft auf schulden aufbaut
          Ich habe die Befürchtung, dass dadurch ein Bogen gespannt wird, der irgendwann mal mit großer Gewalt wieder zurückschnellt. Mir fehlt hier leider das Fachwissen.

          Ganz vergessen hatte ich die Kosten der Wiedervereinigung. Wie man an der wirtschftlichen Entwicklung der neuen Bundesländer sehen kann, scheint der Wiederaufbau auch eine äußerst ineffiziente Angelegenheit zu sein.

          sicherlich kommt es einem komisch vor, wenn eichel sagt, er wolle bis 2004 den haushalt ausgeglichen haben. das heißt aber nichts anderes, als dass wir 2004 - nach seinen prognosen - alle zinsen zahlen können und für die zinsentilgung keine neuen kredite aufnehmen müssen. danach (!) können wir auch mal an tilgung der schulden denken.
          Das bedeutet also, ab 2004 sollen die Schulden des Bundes nicht weiter steigen. Dazu müsste man ja erst diesen riesigen Fehlbetrag von 20 Milliarden € aus dem Bundeshaushalt tilgen. Das erscheint mir ja so utopisch.

          AFAIK gab es mal eine Zeit, in der die BRD einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufstellen konnte (abgesehen von 2000 mit den UMTS Milliarden). Dann kam wurde das Schulden machen zur Konjunkturankurbelung modern und da hat man sich dann übernommen.

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          • #6
            Original geschrieben von Hubi

            AFAIK gab es mal eine Zeit, in der die BRD einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufstellen konnte (abgesehen von 2000 mit den UMTS Milliarden). Dann kam wurde das Schulden machen zur Konjunkturankurbelung modern und da hat man sich dann übernommen.
            Aber das war, wie du vorher fast gesagt hattest, vor der Wände. Also bevor "wir" das Geld in das Fass ohne Boden, der ehemaligen DDR (ich kann auch den neuen Ländern sagen, wenn es euch besser gefällt), gepumt haben.
            Was ich mich fragen würde ist, hat die BRD die Staatsschulden der DDR (die ja schliesslich völlig Bankkrot war) eigentlich übernommen?
            Flinx stand fast eine Ewigkeit da, obwohl es in Wirklichkeit höchstens halb so lange dauerte.
            Alan Dean Foster: Flinx

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            • #7
              Original geschrieben von Wodan

              Aber das war, wie du vorher fast gesagt hattest, vor der Wände. Also bevor "wir" das Geld in das Fass ohne Boden, der ehemaligen DDR (ich kann auch den neuen Ländern sagen, wenn es euch besser gefällt), gepumt haben.
              Was ich mich fragen würde ist, hat die BRD die Staatsschulden der DDR (die ja schliesslich völlig Bankkrot war) eigentlich übernommen?
              keine ahnung, aber das existierte ja auch "nur" auf dem papier. und ein teil der schulden hätte man ja auch an die ehemalige SU zahlen müssen, nur wollten die wiederum aufbauhilfe von deutschland und hatten selbst ne marode, zum teil gar keine "wirtschaft" mehr. komplexes system, ich weiß....

              @endar: ich werde hingehen und meine geschichtslehrerin verklagen *ggg*! die meinte mal sowas, glaube ich. aber geschichte war ein pflichtfach, weswegen ich - trotz meiner 12 punkte - nicht besonders aufgepasst habe *lach*...

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              • #8
                Die letzte Kriegsreparation des 1. WK war IMO 1988 abgeschlossen, damals ist das Streichholzmonopol gefallen.

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                • #9
                  Nun, das ist nicht korrekt. Die Reparationen aus dem ersten Weltkrieg fielen unter der Regierung Brüning 1932 in der Konferenz von Lausanne, kurz bevor er durch Papen ersetzt wurde. Da sollte Deutschland noch 3 Mrd. Reichsmark zahlen.

                  Streichholz-Monopol??? Habe ich noch nie von gehört.
                  Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass im Versailler Vertrag festgeschrieben worden sein soll, dass Deutschland keine Streichhölzer produzieren darf. Selbst wenn das da dringeständen hätte, hätte Hitler es sicher schon gebrochen, weil man keinen Krieg ohne Streichhölzer anfängt.

                  Eventuell sollten die 3 Mrd. Reichsmark in Streichhölzern bezahlt werden, ja dann wäre man vielleicht tatsächlich bis 88 mit der Lieferung beschäftigt gewesen.

                  Zudem fällt das nicht unter "Reparationen", Reparationen sind Wiedergutmachungsleistungen - d.h. Zahlungen an die Siegermächte. Nach dem WW2 wurden anstelle von Reparationen Demontagen durchgeführt, welche im Westen unbedeutend waren, im Osten schon eher durchgriffen.
                  Das ist allerdings ein weites Feld.

                  endar
                  Republicans hate ducklings!

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                  • #10
                    Original geschrieben von endar
                    Selbst wenn das da dringeständen hätte, hätte Hitler es sicher schon gebrochen, weil man keinen Krieg ohne Streichhölzer anfängt.
                    Eben, dass hätte die deutsche Politik ganz schön beeinflusst. Dann hätte van der Lubbe (oder die SA) ja umsatteln müssen... und den Reichstag unter Wasser setzen wäre eine ziemlich miese Alternative gewesen, dass hätte sich in der Propaganda garantiert nicht so toll gemacht.

                    Und gedanklicher Brandstifter kann Hitler ohne Streichhölzer auch nicht sein...

                    Tja, hätten die Alliierten in der Streichholzfrage mal rigoroser durchgegriffen, dann... aber das war ja ein anderer Thread.

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                    • #11
                      Um Hubi mal kein Unrecht zu tun, hat er ja nicht behauptet, dass Deutschland keine Streichhölzer importieren durfte.

                      endar
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                      • #12

                        Schon klar, aber im FAQ steht doch ganz eindeutig, dass ich ein Anrecht auf "Blödeln über aus dem Zusammenhang gerissene Zeilen" habe.

                        Davon habe ich Gebrauch gemacht und damit gebe ich zurück zur Staatsverschuldung.

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                        • #13
                          Original geschrieben von AsH

                          Dann hätte van der Lubbe (oder die SA) ja umsatteln müssen... und den Reichstag unter Wasser setzen wäre eine ziemlich miese Alternative gewesen, dass hätte sich in der Propaganda garantiert nicht so toll gemacht.
                          Der Holländer hatte aber, bewiesener weise, nichts mit den "Nazis" zu tuen.
                          Nur als Anmerkung
                          Flinx stand fast eine Ewigkeit da, obwohl es in Wirklichkeit höchstens halb so lange dauerte.
                          Alan Dean Foster: Flinx

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                          • #14
                            Klar, aber die hätten ihm die deutschen Grenzer ja weggenommen... man wollte ja keinen Ärger mit dem Ausland haben indem man den Versailler Vertrag ignoriert.

                            Sorry, jetzt musste ich nochmal blödeln...

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                            • #15
                              Nun, ich habe mal einer Französin erzählt, die Alliierten hätten nach dem Zweiten Weltkrieg die Kaffeemaschinen in Deutschland verboten, weil sie fragte, wieso wir Kaffee mit dem "Bodum"-System machen würden, ob wür kaine Kaffeemaschinä 'ätten."

                              Das mit den Streichhölzern muss ich mir merken.

                              @AsH: Bitte zeige mir doch genau die Stelle in den FAQ, die du meinst...
                              Republicans hate ducklings!

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