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Unabhängigkeit der Bundesbank gefährdet?

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  • Unabhängigkeit der Bundesbank gefährdet?

    Bundesbankchef Welteke hat sich ja dann doch entschieden zurückzutreten, da zu den Vorwürfen, dass er Geschenke von der Dresdner Bank angenommen hat, auch noch entsprechende Vorwürfe in Bezug auf eine Einladung von BMW nach Monte Carlo gekommen sind. Diverse Funktionäre der Bundesbank beschweren sich jetzt über den politischen Druck, der Welteke zum Rücktritt gezwungen hat, und sehen die Unabhängigkeit der Bundesbank gefährdet. Irgendwie sind diese Typen schon lustig. Da ist die Bundesbank unabhängig von demokratischen Entscheidungen und zumindest ihr Chef begibt sich in Abhängigkeit zu der Finanzwirtschaft und Grossindustrie und die trauen sich auch noch zu beschweren. Anscheindend scheint bei diesen Typen echt jeder Massstab verloren gegangen zu sein. Auf die Idee, dass Korruption und Abhängigkeit von den Privatkapitalisten ein Problem sein könnte, kommen sie auf jeden Fall nicht.
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  • #2
    Ja, ist schon merkwürdig, wie solchen Leuten völlig ein Unrechtsbewusstsein verloren gehen kann. Über Welteke heißt es ja, dass er aus ärmeren Verhältnissen stammte, irgendwie Handwerker geworden ist und dann erst über einen zweiten Bildungsweg in die Finanzpolitik/-wirtschaft gefunden hat. Bei solchen Leute kann ich nicht verstehen, wie die den Bezug zum "kleinen Mann" völlig verloren haben. Bei Leuten, die irgendwie aus der "Oberschicht" kommen, die immer nur mit reicheren zu tun hatten, ist es möglicherweise verständlich wenn sie nichts falsches darin sehen, so in Saus und Braus zu leben, zu lasten anderer.

    Abgesehen davon ist es ja nicht nur das, was man an dem Fall kritisieren kann, sondern erstmals, dass der Bundesbank-Präsident ja die Aufsicht über die Banken führen soll und so kann er nicht sich nicht von der Dresdner Bank oder BMW, die auch eine Bank betrieben, die unter seiner Aufsicht stehen, beschenken lassen.

    Bei der Überschrift dieses Themas dachte ich nicht nur an die Unabhängigkeit von der Finanzwirtschaft, sondern auch an die von der Politik. Ich glaube die Opposition wollte ja auch prüfen, ob nicht sogar Eichels Ministerium selbst die Gerüchte um Weltekes Verfehlungen gesträut habe, damit ein Mann der ihnen lästig geworden ist, beseitigt werden kann. Denn der nächste Bundesbank-Präsident wird ja wohl wieder von der Bundesregierung ernannt und da kann Eichel ja einen von seinen Leuten schicken, der in seinem Sinne die Geschäfte führt.
    Also, ich finde es irgendwie auch etwas fragwürdig, warum die Auswahl eines Bundesbankpräsidenten, der ja regierungsunabhängig arbeiten soll, von einer Regierung ernannt werden muss.

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    • #3
      Vor allem den Vorwurf mit dem "Druck der Politik" finde ich lustig.
      Ist es doch ERSTMAL das Volk, das gemeckert hat, über solche Sperenzien. Die Politik hat dann - ganz Wendehals - sofort den fahrenden Zug übernommen und noch etwas Gas gegeben vor der Weiche aber die Initialzündung und die eigentliche moralische Instannz die den Rücktritt forderte ist wohl eindeutig nicht die Regierung/Politik

      Ob da wohl ein paar bequem geparkte Herren Angst um ihren Sessel haben, falls deren schmutzige Geschäfte rauskommen? Die Selbstbedienungsmentalität ist ja seit Jahren "der Trend" in der hohen (Finanz)Wirtschaft...
      »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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