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Schulreform à la Berlusconi: Bibel statt Biologie

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  • Schulreform à la Berlusconi: Bibel statt Biologie

    "Wir drehen die Uhr um 1000 Jahre zurück"

    Die italienische Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat einen Aufschrei der Empörung unter Wissenschaftlern ausgelöst: Ohne Vorwarnung und Debatte hat sie die Evolutionslehre Charles Darwins aus dem Lehrplan für 13- und 14-jährige Schüler gestrichen. 30.000 Professoren, Forscher und Intellektuelle, darunter Nobelpreisträger, protestieren jetzt in einem Appell gegen das Dekret des Bildungsministeriums. Zur Entstehungsgeschichte des Menschen wird den Pennälern stattdessen wieder eine Jahrtausende alte "Theorie" präsentiert - die biblische Schöpfungsgeschichte. "Bildungsreform alla italiana"

    Bibel statt Bio? Wissenschaftler verzweifelt: "wahnsinniger Schritt"

    "Unglaublich, wir drehen die Uhr um 1000 Jahre zurück", empört sich Renato Dulbecco, Nobelpreisträger für Medizin. Andere Forscher sprechen schlichtweg von einem "wahnsinnigen Schritt". In einem Appell wird die Entscheidung als eine "kulturelle Einschränkung" verurteilt. Sie schade der Wissenschaft und den kommenden Generationen. Eindringlich wird Bildungsministerin Letizia Moratti aufgefordert, ihren Erlass zurückzunehmen.

    Bildungsministerin: Darwin ist nur etwas für die Großen

    Die zeigt sich unbeeindruckt. "Ich will die berühmten Wissenschaftler beruhigen". Schließlich solle Darwins Theorie über Entstehung der Arten ja den älteren Schülern auf weiterführenden Schulen nicht vorenthalten werden. Nur solle dies eben "schrittweise nach didaktischen Kriterien" geschehen.

    Erst die schöne Bibelgeschichte

    Auf Deutsch: Erst die schöne Bibelgeschichte, nach der Gott Himmel und Erde, Tiere und Menschen innerhalb von sechs Tagen schuf. Später dann die "prosaische" Wissenschaft, nach der sich Tiere und Menschen in Jahrmillionen durch natürliche Auslese entwickelten. Denn die Jugend, begründet ein Mitarbeiter der Ministerin wortreich, "braucht Mythen und Erzählungen". So viel Bibelgläubigkeit in der Schule fordert selbst der Vatikan nicht mehr.

    Vorbild für den Rückschritt: Mal wieder die USA

    Bislang haben die Darwin-Gegner vor allem in den USA Schlagzeilen gemacht. Dort mobilisieren die "fundamentalistischen" Christen bereits in 30 Bundesstaaten gegen den Briten Darwin (1802-1882), der vor fast 150 Jahren das Bild des Menschen revolutionierte. Doch für die Wissenschaftler in Rom ist die italienische "Kehrtwende" viel schlimmer als in den USA. "In Amerika gilt das für Konfessionsschulen oder andere begrenzte Fälle." In Italien würden alle Schüler von der "Schere im Kopf" getroffen.

    "Wir können doch nicht nur Märchen erzählen"

    Dabei sind die protestierenden Italiener keine unchristlichen "Bibelstürmer". Die Theorie der Schöpfung nach einer Art "Designerplan" könne durchaus als ein Erklärungsansatz im Lehrplan Aufnahme finden. Doch gerade bei 13- und 14-jährigen Schülern würden entscheidenden Grundlagen für ihr künftiges Weltbild gelegt. Sie in dieser Phase lediglich mit einer religiösen Version der Menschheitsgeschichte zu beglücken, sei unverantwortlich. "Wir können doch nicht nur Märchen erzählen", meint ein Kritiker.

    Drogenaufklärung statt Wissenschaft

    Auch die Bildungsministerin will den pubertierenden Pennälern durchaus nicht nur "Mythen und Erzählungen" zumuten. In der Unterrichtszeit, in der bisher die Darwinsche Lehre von Auslese, Vererbung und Mutation gelehrt wurde, geht es künftig auch um das hochdiffizile menschliche Nervensystem - samt den Folgen von Drogen und Rauschgift.
    Quelle

    Also ich finde, das ist noch ausbaufähig. Die Schulaufsichts-Behörde könnte man ja z.B. durch die Inquisition ersetzen.

    succo
    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

  • #2
    Die Regierung wird mit diesem Blödsinn letztendlich scheitern.
    Die Leute sind ja nicht doof und das trotz Berieselung durch Berlusconis bunter Medienwelt. Insofern lässt sich das Weltbild von Jugendlichen von Erlassen aus dem Kulturministerium nicht wirklich beeinflussen.

    Übel ist es allerdings schon - so nach dem Motto: Die Hauptschüler, die nur neun Jahre zur Schule gehen, hören von Darwin nix.
    Aber wie gesagt: Gerade durchs Absetzen wird Darwin doch gerade interessant, ganz abgesehen davon, dass diesem Erlass wohl nur eine eher kurze Geltungsdauer beschieden sein dürfte.
    Republicans hate ducklings!

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    • #3
      Zitat von endar
      Die Regierung wird mit diesem Blödsinn letztendlich scheitern.
      Die Leute sind ja nicht doof und das trotz Berieselung durch Berlusconis bunter Medienwelt. Insofern lässt sich das Weltbild von Jugendlichen von Erlassen aus dem Kulturministerium nicht wirklich beeinflussen.
      Liebster Endar, daß die Menschen nicht doof sind, halte ich für ein Gerücht...

      Miß nicht mit Deinen Maßstäben, geh in die Welt hinaus und schau, wie doof sie wirklich sind...

      Du wirs staunen und Wunder erleben...

      Neee wirklich, so lange es Leute auf der Welt gibt, die nicht wissen, daß der Krieg an der deutsch-chinesischen Grenze beendet ist, solange wird es Leute geben für die die biblische Schöpfungsgeschichte für absolut wahr halten..

      Ist doch schön, wenn Menschen an Wunder und Magie glauben, oder?

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      • #4
        Ich finde, es geht hier auch um mehr: Wenn man die Bibel vor Darwin stellt, dann stellt man auch Überlieferung vor Naturalismus, Unterwerfung vor Eigendenken... Ich bin im Gegenteil sogar der Ansicht, dass man jeglichen Religionsunterricht (wie übrigens in den USA üblich) aus dem Unterricht verbannt. Religion sollte Privatsache sein und bleiben.
        Ich denke, Wissenschaft und wissenschaftliches, das heisst, naturalistisches Denken unabhängig von Überlieferung bilden die Grundlage der moderen Welt, nicht zuletzt auch der Demokratie.
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        • #5
          Natürlich erkenne ich auch, worum es hier gehen bzw. gehen soll.

          Aber so einfach läuft das eben nicht. Ein rückschrittlicher Erlass macht noch keinen tatsächlichen Rückschritt.
          Republicans hate ducklings!

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          • #6
            Also das ist wirklich sowas von schwachsinnig, was die da machen wollen. Und ich denke, die werden damit nicht all zu lange "Erfolg" haben.
            Das die wirklich bewiesene Tatsachen irgendwelchen Mythen vorziehen ist wirklich unglaublich
            Da bin ich ja echt froh, dass unsere Politiker nicht auf so einen Blödsinn kommen.

            @Bynaus
            Also mit dem Religions-Unterricht kann ich dir da nicht zustimmen. Ich finde den Religions-Unterricht an Schulen wichtig (auch wenn unserer total langweilig ist). Und für den Fall, dass einige Kinder nichts mit der Religion zu tun haben oder einer anderen angehören, gibt es ja immer noch die Möglichkeit Religion abzuwählen und Ethik zu machen.

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            • #7
              Zitat von Animus aka Tayfun
              @Bynaus
              Also mit dem Religions-Unterricht kann ich dir da nicht zustimmen. Ich finde den Religions-Unterricht an Schulen wichtig (auch wenn unserer total langweilig ist). Und für den Fall, dass einige Kinder nichts mit der Religion zu tun haben oder einer anderen angehören, gibt es ja immer noch die Möglichkeit Religion abzuwählen und Ethik zu machen.
              In der Theorie ganz OK, wird aber überhaupt nicht so praktiziert. Religion wird nicht ausschließlich in Religion behandelt, es werden auch außerhalb religiöse Handlungen getätigt und religiöse Lieder gesungen (vor allem in Bayern ist das ganz extrem) usw.

              Ich finde, wer Reli haben will, für den kann auch ein Pfarrer, oder ein kirchlich Beauftragter außerhalb des normalen Lehrplans noch Unterricht geben.
              Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
              endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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              • #8
                Also ich kann aufgrund unseres wunderbaren Bildungssystems leider nur für Baden-Württemberg sprechen, aber aus meinem Blickwinkel, halte ich es für sehr sehr gefährlich, den Religionsunterricht komplett abzuschaffen.

                Dieser ist neben vielleicht Politik/Gemeinschaftskunde (aber mit großem Vielleicht), das einzige Fach indem sich der Schüler von heute mit moralischen und ethischen Fragen auseinandersetzen muss (und hier wird zumindest bei uns alles im Blickwinkel der demokratischen Gesellschaft betrachtet und keine "religiöse Macht" als Maßstab angelegt). Etwas das gerade viele meine Alterskollegen freiwillig nie tun würden, obwohl die meisten dank MTV, Richterin Salisch und Dieter Bohlen hier IMHO ein ganz schönes Defizit aufweisen.
                Religionsunterricht sollte auch wie bei uns heißen, sich halt mit einerseits der eigenen Religion und anderen und verschd. Philosophien (z.B. auch Marx, Schopenhauer, Nietzsche, usw.) auseinanderzusetzen. Lieder singen gibt es da nur in der Grundschule und das ist auch in Ordnung so, da die Kinder dort völlig überfordert wären, würde man richtigen Religionsunterricht machen.
                Und falls jemand konfessionslos ist bzw. Moslem, usw. kann er immer noch in den Ethikunterricht gehen (was eigentlich eine Farce ist, da bis auf den Namen und ein, zwei Sachen der Lehrplan identisch ist).
                Außerdem glaube ich, dass Religionsunterricht in dem Sinne auch als "Geschichtsunterricht" wichtig ist, da er schon den Zusammenhang zwischen dem heutigen Europa und seiner Entstehung aufzeigt. All diese Sachen von der Kreuzigung, über die Apostel bis hinzu Christenverfolgung in Rom, hinüber zur römischen Staatsgründung, der Problematik der Christen im Dritten Reich und die immer noch große Rolle der Kirche in der heutigen Gesellschaft, wird in keinem anderen Fach (auch Geschichte) nicht entsprechend behandelt, obwohl wohl kaum etwas unsere Geschichte so stark geprägt hat.

                Insofern ist der Religionsunterricht als Geschichtsunterricht und Institution zu Behandlung von moralischen und ethischen und dem Aufklären über die eigene und fremde Religionen IMHO extrem wichtig und sollte durch den Staat nicht einfach durch ein freiwilliges Ding ersetzt werden, da er hier auch die Verantwortung hat als Bildungsinstanz IMHO nicht nur zu bilden, sondern auch zu erziehen.
                Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
                Makes perfect sense.

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                • #9
                  Was soll das? ...sollte es nicht Ziel der Schule sein, junge Menschen zum Eigenständigen Denken anzuregen? Demnach sollte es doch durchaus eine Möglichkeit geben beide Theorien nebeneinander zu lehren und jeder kann selbst entscheiden, welcher er mehr Glauben schenkt. ...naja, wenn man die Bevölkerung schön einlullt, dann ist sie einfacher zu kontrollieren (wer will schon eine breite Masse von Denkern ), aber so offensichtlich und plump muss man das doch nicht gestalten.
                  “Oh my, that is quite toxic isn’t it?” (Weyoun) “Duty? Starfleet, the Federation? You must be pleased with yourself. You have this ship to take back to them. I hope it was worth it.” (Kilana)
                  Was hältst du von den Vorta? Der Vorta-Fanclub freut sich über deinen Besuch.

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                  • #10
                    @ HARMAKHIS: Du kannst von Geschichtsfälschern nicht ernsthaft verlangen, geschichtliche Fakten vorzutragen

                    Ich fänd einen Unterricht gut, bei dem alle Religionen gegeneinander abgewogen werden und auch humanistische Werte vermittelt würden, so dass das Kind später frei entscheiden kann, welchen Weg es gehen möchte, aber ich möchte keinen Unterricht, der von einer Seite dominiert wird.

                    Gesungen wird halt nicht nur in Reli über religiöse Dinge und das ist es, was ich angekreidet habe.

                    Wenn du die ethischen Werte vermitteln möchtest, dass Homosexualtitä eine Sünde ist und man dann in die Hölle kommt, dass man nicht verhüten darf und die Kinder später lieber verhungern lassen soll, anstatt sie zu verhindern, dann hat die christliche Ethik bei dir gewirkt. Das, was heute so gerne als christlich-abendländische Weltanschauung gepredigt wird, haben wir fast ausschließlich der Aufklärung zu verdanken.
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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                    • #11
                      @Spocky: schön zu sehen, dass Wissenschaftler häufiger noch viel fanatischer sind, als religiöse Menschen.

                      Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass du an der Schule warst, aber es scheint sehr, sehr lange her zu sein, da du offenbar keine Ahnung hast was und wie der Religionsunterricht stattfindet. Ich kann hier zum Glück direkt von der "Front" Religion vs. Wissenschaft berichten. (Eine Front die hauptsächlich von dummen Wissenschaftlern und fanatischen Gläubigen künstliche gezogen wird, und IMHO nicht existiert, vor allem nicht an meiner Schule - mein Biolehrer ist btw ein überzeugter Christ und lehrt trotzdem voller Inbrust Darwin!)

                      Auch zu behaupten, nur weil die kathische Kirche ein Mörderverein WAR, das heute alles religiöse Scheiße ist, ist höchst unwissenschaftlich. Ich bezog mich darauf, dass man im Religionsunterricht ausführlich über Sachen wie Luther, den Augsburger Religionsfrieden, die Rolle der Kirche im Dritten Reich, usw. unterrichtet wird -viel ausführlicher als in Geschichte, da man dort einfach nicht genug Zeit hat.
                      Auch werden andere Religionen gleichberechtigt dargestellt, aber auch kritisch bewertet, genauso wie die christliche Geschichte und christliche Werte. (Z.B. Buddhismus und Islam wird in der Oberstufe zusammen über ein dreiviertel Schuljahr gewidmet) Das läuft da alles sehr demokratisch und pluralistisch auch was Problemthemen wie Homosexualität oder Abtreibung angeht. Sehr viel demokratischer und pluralistischer als du gerade klingst.
                      Der Religionsunterricht den du scheinbar im Kopf hast, gibt es entweder nur in der Vergangenheit oder in Hintertupfingen in Bayern, wo die Menschen noch in selbiger leben. Das ist dann aber nicht das Problem des Religionsunterrichts oder des Bildungssystems.

                      Und btw: ich hab noch nie außerhalb des Religionsunterrichts (übrigens auch nur in der Grundschule) religiöse Lieder gesungen. Und selbst wenn - dadurch bricht deine wissenschaftliche Welt auch nicht gleich ein.
                      Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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                      • #12
                        Ich bin seit 8 Jahren aus der Schule und war in Bayern. Teilweise wurde der Unterricht sogar vom Pfarrer oder vom Kaplan abgehalten.

                        Ich weiß auch, dass die meisten Christen gute Menschen sind. Ich will nur nicht, dass die Kirche sich ständig als alleiniger Heilsbringer offenbart.

                        Übrigens bezog ich mich nicht ausschließlich auf die katholische Kirche, denn auch die evangelische Kirche hat fleißig Hexen verbrannt und gegen Juden gehetzt. Die meisten Parolen, die die Nazis brachten, waren wörtliche Zitate von Luther. Das hat Julius Streicher, der Herausgeber des judenfeindlichen Hetzblattes "Stürmer" in den Nürnberger Prozessen auch zu Protokoll gegeben.
                        Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                        endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                        Klickt für Bananen!
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                        • #13
                          @Harmakis: Klar, der Religionsunterricht in den höheren Klassen ist meist halbwegs liberal und differenziert. Aber in der Grundschule sieht das häufig anders aus. Meine Grundschulzeit liegt grad mal 9 Jahre zurück, und was mit uns angestellt wurde, kann man mit gutem Gewissen als Indoktrination bezeichnen (auch wenns nicht bei allen geklappt hat ). Uns wurden z.B. die Bibelgeschichten durchaus noch als historische Tatsachen erzählt. Und aus der Grundschule von meiner Mutter (<-Lehrerin) höre ich heute eigentlich nichts anderes.

                          Lustigerweise hältst du all die Eigenschaften des heutigen Religionsunterrichtes hoch - Geschichtsunterricht, Auseinandersetzung mit ethischen Fragen, Philosophie... - die nicht seiner eigentlichen Funktion entsprechen
                          Ich stimme dir zu. Ich frage mich nur: Warum heißt das Ding dann immer noch Religionsunterricht und warum steht im Lehrauftrag immer noch irgendetwas in Richtung "Schüler zu christlichem Glauben und Werten erziehen" ? Das ist doch nur ein Freibrief für die Lehrer, die doch immer noch streng-christlich-indoktrinären Reli-Unterricht machen (und ich glaube das sind mehr als du denkst).
                          Wieso nennt man den Religionsunterricht nicht einfach in "Weltanschauungskunde" um, und schreibt den Lehrern vor, dass der Unterricht 1. sachlich und neutral sein und 2. die verschiedenen Religionen/Philosophien gleichberechtigt behandeln muss?

                          -so einen Unterricht würde ich auch befürworten.

                          Was ich auch nicht begreife: Wieso dürfen die Relilehrer immer noch von den Kirchen ausgewählt werden? Und warum muss ein Lehrer, wenns doch angeblich so frei und liberal zugeht, immer noch Angehöriger der Kirche sein?

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                          • #14
                            Also bei uns ist es auch schon sehr, sehr lange her, dass wir in irgendwelchem Unterricht, insbesondere Religion, gesungen haben. Das haben wir in der Grundschule gemacht (zugegeben, da wurden wir auch von einer Pfarrerin unterrichtet ), aber seit dem auch nicht mehr. Und wie hier schon erwähnt wurde, wird man in Religion immer seltener mit irgendwelche biblischen Geschichten etc. konfrontiert. Es geht viel mehr um moralisch-ethnische Fragen, wie z.B. der Todesstrafe, Klonen, Abtreibung etc.
                            Oft behandeln wir auch geschichtliche Themen, wie z.B. die Hexenverfolgung. Und bei diesem Thema wird die Kirche von meiner Religions Lehrerin auch nicht als unschuldig da gestellt. Und außerdem reden wir auch über andere Religionen, wie z.B. dem Buddhismus, dem Judentum oder auch dem Christentum.
                            Also ich finde, dass der Religionsunterricht keinesfalls wegzudenken ist.

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                            • #15
                              Und selbst wenn - dadurch bricht deine wissenschaftliche Welt auch nicht gleich ein.
                              Ja, und wenn man nun den Religionsunterricht abschaffen würde, bricht dadurch die Welt der Religion auch nicht ein. Religionen haben Jahrtausende ohne Reli-Unterricht überlebt, da brauchen sie keine staatliche Förderung.

                              3of5s letztes Posting hats in sich: Warum, wenn der Religionsunterricht schon so sein soll, wie du ihn forderst, Harmakhis, sollte man ihn dann noch so nennen? Und wenn man schon Religionen als "Teil unserer Welt" behandelt, warum behandelt man dann nicht gleich noch politische Systeme, die Globalisierung... was ist so wichtig an den Religionen, dass man sie unbedingt im Lehrplan behalten muss?
                              Und warum muss das unbedingt eine Aufgabe der Schulen sein? Man lernt bspw. Tischmanieren ja auch nicht in der Schule - sondern zu Hause. Warum sollte man unbedingt Religion in der Schule lernen? Die Schule sollte die Leute Dinge lernen, welche die Eltern den Kindern nicht beibringen können - wer lesen kann, kann eine Bibel selber lesen und sich eine Meinung darüber bilden. Entweder glaubt er dran, oder nicht. Da hilft schlaues Darumherumreden und interpretieren und abschwächen etc. gar nichts.

                              Wie gesagt: Religion hat in der Schule IMO nichts verloren. Ich fände es begrüssenswert, wenn es ein Fach gäbe, in dem die aktuellen Probleme der Welt sachlich und neutral diskutiert werden - das aber scheinheilig "Religionsunterricht" zu nennen ist völlig verfehlt.
                              Planeten.ch - Acht und mehr Planeten (neu wieder aktiv!)
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