Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Sollen geheime Vaterschaftstests verboten werden?

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Sollen geheime Vaterschaftstests verboten werden?

    Zur Zeit geht ja die Diskussion um, dass Frau Zypries (Bundesjustizministerin) einen geheimen Vaterschaftstest mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe ahnden will.

    Ich persönlich finde nicht, dass ein geheimer Vaterschaftstest verboten werden sollte.
    1. Der vermeintliche Eingriff in die Privatsphere des Kindes ist nicht so gravierend, wie manchmal behauptet wird.
    2. Wenn ein Mann einen Verdacht hat, der sich aber im Nachhinein als falsch herausstellt, würde dieses offene Misstrauen nur der Familie und dem Kind schaden. Der Wunsch nach einem Vaterschaftstest könnte ja erst die Probleme verursachen.
    3. Es ließen sich Betrugsfälle vermeiden/beheben. Es wird viel über Frauenrechte geredete. Tatsache ist, dass die Rechte der Frauen gestärkt wurden. Gleichzeitig wurden aber die Pflichten der Männer belassen. Fast immer erhalten Frauen das Sorgerecht und die Männer müssen zahlen. Was ist aber wenn die Frau nach der Scheidung das Sorgerecht hat und das Kind ein sog. "Kuckuckskind" also ein untergeschobenes ist? Der Mann müsste die Erlaubnis der Mutter holen. Die sagt natürlich nein, weil sie ja weis das ihr Ex dann die Zahlungen einstellt. So kann der Mann nie beweisen, ob es sein Kind ist und er wirklich Unterhaltsverpflichtet ist. (Dabei lassen wir mal aus dem Spiel ob er das Kind trotz allem liebt wie sein eigenes)

    Eine Quelle ist GMX.de

    Mich würde interessieren, wie Ihr darüber denk und gleichzeitig einen Mod bitten folgende Umfrage freizuschalten:

    1. Stimme zu - Vaterschaftstests dürfen ohne Zustimmung nicht gemacht werden.
    2. Stimme nicht zu - ein geheimer Vaterschaftstest ist legitim da es ja auch um die Rechte des Vaters geht und eine Öffentlichmachung eventuell dem Wohl der Familie schadet
    3. Komplett eigene Meinung (bitte in der Begründung trotzdem eine Tendenz hinschreiben)
    26
    Ja
    3.85%
    1
    Nein
    96.15%
    25
    Andere Meinung (bitte begründen)
    0.00%
    0
    Zuletzt geändert von matrix089; 12.01.2005, 15:13.
    Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
    Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie's dann tragen. - Ingrit Berg-Khoshnavaz
    Statt 'Gier' sagen wir 'Profitmaximierung', und schon wird aus der Sünde eine Tugend. - Ulrich Wickert

  • #2
    Ich habe eindeutig für NEIN gestimmt. Besonders wegen den Gründen die du aufgezählt hast.

    Wenn der Vater das heimlich macht gibt es zwar einen Eingriff in die Privatsphäre, aber dann kann dadurch vorgebeugt werden. Entweder ist er es oder er ist es nicht. Beim letzteren muß er ja nicht gleich abhauen. Auch wenn ich es nachvollziehen kann. Nicht unbedingt wegen dem Kind sondern weil er von der Frau betrogen wurde.

    Ansonsten müsste er einen Test richterlich erzwingen der für das Kind belastender ist.

    Gleichzeitig wurden aber die Pflichten der Männer belassen. Fast immer erhalten Frauen das Sorgerecht und die Männer müssen zahlen.
    Das stimmt. Besonders wenn man nicht verheiratet ist. Man kann sich zwar auf gegenseitiges einvernehmen einigen, das man als Mann auch unverheiratet Sorgerecht hat, aber wenn die Frau nicht zustimmt geht das nicht. Dafür ist man aber zum Unterhalt verpflichtet.

    So kann der Mann nie beweisen, ob es sein Kind ist und er wirklich Unterhaltsverpflichtet ist. (Dabei lassen wir mal aus dem Spiel ob er das Kind trotz allem liebt wie sein eigenes)
    Naja, er kann er vor Gericht erzwingen. Nur dann ist es für alle schlimmer.

    Besonders dann, wenn ihm das erst nach ein paar Jahren einfällt.

    Kommentar


    • #3
      Hab gerade im Radio gehört, dass es gerichtl. Entschieden wurde, dass heimliche Vaterschaftstests vor Gericht nicht zugelassen werden.

      Das Recht des Babys sei höher, als das des Vaters.

      Naja finde, dass in gewissen Situationen Männer keine andere Chance haben die Wahrheit zu erfahren und es macht dem Baby überhaupt nix aus, ein bisschen Speichel abzugeben. Für einen Mann hingegen kann so ein Test schon einiges bedeuten, egal wie das Ergebnis ist.
      Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!
      Ultras Frankfurt - Nie werden wir so sein, wie ihr uns haben wollt!
      Meine Heimat ist die Stadt in der Nazis gejagt werden, verkehrte Welt für die, die zum Glück nicht gefragt werden.

      Kommentar


      • #4
        Ich stimme ebenfalls für nein. Die wesentlichen Gründe haben meine Vorredner schon genannt. Ich geh sogar noch einen kleinen Schritt weiter. Wenn die heimlichkeit das Problem sein soll, dann soll der Vaterschaftstest halt bei jeder Geburt obligatorisch sein. Dann wäre endgültig schluß mit allen heimlichkeiten in dieser Frage. Es gäbe auch keine Belastungen für Ehe oder Partnerschaft, weil der Vaterschaftstest dann standardmäßige Routine wäre.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von MRM
          Ich stimme ebenfalls für nein. Die wesentlichen Gründe haben meine Vorredner schon genannt. Ich geh sogar noch einen kleinen Schritt weiter. Wenn die heimlichkeit das Problem sein soll, dann soll der Vaterschaftstest halt bei jeder Geburt obligatorisch sein. Dann wäre endgültig schluß mit allen heimlichkeiten in dieser Frage. Es gäbe auch keine Belastungen für Ehe oder Partnerschaft, weil der Vaterschaftstest dann standardmäßige Routine wäre.
          Das nenn ich mal eine gute Möglichkeit und Idee, dann könnte man Heimlichkeiten, Ermittlungen im Nachhinein und diverse Gerichtsverhandlungen sparen. Warum kommt die Politik nicht auf sowas?
          Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!
          Ultras Frankfurt - Nie werden wir so sein, wie ihr uns haben wollt!
          Meine Heimat ist die Stadt in der Nazis gejagt werden, verkehrte Welt für die, die zum Glück nicht gefragt werden.

          Kommentar


          • #6
            Ich muss sagen der Vorschlag heimliche Vaterschafts für illegal zu erklären ist so ziemlich das bescheuerste was seit langem in der deutschen Politik gehört habe.

            Ich frage mich echt wie man darauf kommt, dass das Kind mehr Rechte hat als der Vater und der möglicherweise falsche Vater finanziell und psychisch leiden darf, nur damit Muttern weiterhin in Saus und Braus leben darf.

            Es ist auch absolut kein Eingriff in die Privatsphäre des Kindes, da der genetische Code des Kindes Teil der Privatsphäre der Eltern ist aus denen es hervorgegangen ist. Wenn ein Mann nicht mal wissen darf, was mit seinen Spermien passiert ist, dann ist hier etwas faul.

            Meiner Meinung nach hat der Staat nicht das Recht sich in die Belange einer Familie einzumischen, wenn dem Kind kein Schaden zugefügt wurde. Ob der Vater das Kind liebt oder nicht liebt und ob die Liebe durch einen Vaterschaftstest vielleicht zerstört wird geht den Staat absolut nichts an. Wenn in einer Familie ein Mann schon soweit ist, dass er einen heimlichen Vaterschaftstest machen will, dann ist das nur ein Zeichen dafür, dass der Haussegen eh schief hängt. Und gerade dann kann sogar ein offener Vaterschaftstest viel schlimmer als ein heimlicher sein...

            ...denn was ist denn, wenn der Vater sich geirrt hat und es wirklich sein Kind ist? Bei einem heimlichen Vaterschaftstest muss er mit seinem schlechten Gewissen leben, aber die Familie bleibt wohl intakt. Wenn er den Test offen durchführen muss bzw. anfragen muss bei der Frau, dann ist in der Familie die Hölle los und obwohl es zwar kein Kuckkuckskind ist, ist die Familie zerstört und das Theater geht erst richtig los.

            Nein, manche Dinge sollte man lieber im Verborgenen machen dürfen, frei nach dem Motto: "Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß." Außerdem ist es ja kaum so, dass irgendwelche kritische Information des Kindes durch diesen Test ans Tageslicht kommt. Der Test gibt nur eine Ja/Nein - Antwort und kein genetisches Profil mitdem man dem Kind vielleicht sonstwas antuen könnte.

            MRMs Vorschlag ist gut, wenn es dabei bleibt - wenn das aber generell zu einem Test auf genetische Krankheit ausgeweitet ist, dann hat das nur negative Folgen - gutes Anschauungsmaterial: der Film Gattacca mit Ethan Hawk und Uma Thurman.
            Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
            Makes perfect sense.

            Kommentar


            • #7
              Denkt mal ein bisschen darüber nach, bevor ich euch alle aufregt. Das ist halt eine prinzipielle Frage und ich weiß auch nicht, was es daran zu kritisieren gibt. [edit: Durch den Link von gmx hatte ich beim Schreiben mehr das Gerichtsurteil im Kopf, aber ich beziehe mich auch auf Frau Zypris. ]

              Nach den Worten des BGH-Familiensenats verstößt die Untersuchung des genetischen Materials eines anderen Menschen ohne dessen ausdrückliche Zustimmung gegen das Grundrecht auf "informationelle Selbstbestimmung", also die Befugnis, selbst über die Verwendung persönlicher Daten zu verfügen.
              Dass das in diesem Fall zum Nachteil der Väter geht, ist ärgerlich für die Väter, aber dann eben nicht zu ändern.
              Zudem sind die Tests in diesem Urteil nicht illegal, sondern - vorausgesetzt, sie werden heimlich durchgeführt - nur als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen, was eine rechtstaatlich völlig notwendige und überzeugende Entscheidung ist. Dann muss man eben halt vorher fragen.

              Als nächstes kämen die Krankenkassen, die bei einem Rechtsstreit heimlich Tests ihrer Kunden durchführen, dann die Versicherungen, die vor (oder bei Rechtsstreiten nach) dem Abschluss einer Versicherung erstmal alles überprüfen wollen etc.

              Die Würde des Menschen ist unantastbar und Menschenrechte lassen sich nicht beugen.

              @Harmakhis: Ein bisschen Klischee vernebelt dir aber auch die klare Sicht. Es kann in den allermeisten Fällen sicher nicht die Rede davon sein, dass Frauen in "Saus und Braus" leben würden, während Männer in Ungewissheit und Schmerzen darben würden.
              Und ich möchte dich mal fragen, wie du darauf reagieren würdest, wenn dein Vater ohne dein Wissen einen solchen Test durchgeführt hätte - oder - anderes Beispiel: Was würde wohl dein Vater sagen, wenn du als Kind heimlich einen Test durchführen würdest, ob du wirklich das Kind deines Vaters bist.

              Ich wünsche jedenfalls nicht, dass über mich oder an mir heimlich medizinische Tests bzw. Überprüfungen durchgeführt werden und ich erwarte von dem Staat, in dem ich lebe, dass er a) denselben Wunsch hat und b) dafür einsteht, dass es auch so bleibt.

              @MRM: Das kann doch nicht dein Ernst sein. Erst soll sich der Staat nicht einmischen und dann soll der Staat obligatorische Überprüfungen bei jeder Geburt durchführen lassen? Das wäre in der Tat ein großer Eingriff in die Privatsphäre der Bürger.

              1. Der vermeintliche Eingriff in die Privatsphere des Kindes ist nicht so gravierend, wie manchmal behauptet wird.
              Ja, wenn man selbst einen Vorteil hat, sind die Eingriffe in die Rechte anderer nie "so gravierend". Wie sieht es aber aus, wenn man selbst Objekt ist? Das sieht die Welt dann plötzlich anders aus.

              2. Wenn ein Mann einen Verdacht hat, der sich aber im Nachhinein als falsch herausstellt, würde dieses offene Misstrauen nur der Familie und dem Kind schaden. Der Wunsch nach einem Vaterschaftstest könnte ja erst die Probleme verursachen.
              Offensichtlich sind schon vorher Probleme vorhanden, denn sonst würde es gar keinen Wunsch nach einem Test geben.

              3. Es ließen sich Betrugsfälle vermeiden/beheben. Es wird viel über Frauenrechte geredete. Tatsache ist, dass die Rechte der Frauen gestärkt wurden. Gleichzeitig wurden aber die Pflichten der Männer belassen. Fast immer erhalten Frauen das Sorgerecht und die Männer müssen zahlen. Was ist aber wenn die Frau nach der Scheidung das Sorgerecht hat und das Kind ein sog. "Kuckuckskind" also ein untergeschobenes ist? Der Mann müsste die Erlaubnis der Mutter holen. Die sagt natürlich nein, weil sie ja weis das ihr Ex dann die Zahlungen einstellt. So kann der Mann nie beweisen, ob es sein Kind ist und er wirklich Unterhaltsverpflichtet ist. (Dabei lassen wir mal aus dem Spiel ob er das Kind trotz allem liebt wie sein eigenes)
              Das ist hier Familienrecht. Da kenne ich mich nicht so gut aus.
              Wichtig ist, dass die Rechte der Kinder gestärkt werden, die nämlich in der Tat mehr sind als ein "Teil der Privatsphäre" der Eltern. Menschenrechte gewinnen ihre Gültigkeit auch nicht erst mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres.
              Natürlich bleibt Handlungsbedarf in diesem Punkt. Zudem: Haben Männer nicht die Möglichkeit einen solchen Test durchzuführen, solange sie selbst das Sorgerecht noch haben - also vor einer Scheidung und nicht danach?
              Zuletzt geändert von endar; 12.01.2005, 22:02.
              Republicans hate ducklings!

              Kommentar


              • #8
                Zitat von endar
                Denkt mal ein bisschen darüber nach, bevor ich euch alle aufregt. Das ist halt eine prinzipielle Frage und ich weiß auch nicht, was es daran zu kritisieren gibt.



                Dass das in diesem Fall zum Nachteil der Väter geht, ist ärgerlich für die Väter, aber dann eben nicht zu ändern.
                Zudem sind die Tests in diesem Urteil nicht illegal, sondern - vorausgesetzt, sie werden heimlich durchgeführt - nur als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen, was eine rechtstaatlich völlig notwendige und überzeugende Entscheidung ist. Dann muss man eben halt vorher fragen.
                Ärgerlich für die Väter, wenns den Väter sind ...

                Ein wenig besser informieren kann nicht schaden. Es geht zur Zeit darum, ob solche Test generell mit freiheitsstrafe belegt werden sollen. Das geht wesentlich weiter als das heutige Urteil.


                Zitat von endar
                Und ich möchte dich mal fragen, wie du darauf reagieren würdest, wenn dein Vater ohne dein Wissen einen solchen Test durchgeführt hätte - oder - anderes Beispiel: Was würde wohl dein Vater sagen, wenn du als Kind heimlich einen Test durchführen würdest, ob du wirklich das Kind deines Vaters bist.
                Vermutlich garnicht, denn es war ja ein heimlicher Test. Wenn du solche Einwände hast, dann Frag dich doch mal, wie es für das Kind aussehen würde, wenn dieser Test nicht heimlich, sondern in aller Öffentlichkeit vor Gericht erzwungen wird.



                Zitat von endar
                @MRM: Das kann doch nicht dein Ernst sein. Erst soll sich der Staat nicht einmischen und dann soll der Staat obligatorische Überprüfungen bei jeder Geburt durchführen lassen? Das wäre in der Tat ein großer Eingriff in die Privatsphäre der Bürger.

                Hätte meine Meinung ausführlicher Darlegen sollen. Der Einmischungs/nichteinmischungs Einwand war nicht mein Punkt. Es geht um Informationsgleichheit. Den die Mutter weiß ja daß das Kind von ihr stammt ( wenn man mal von den Fällen absieht, wo es im Krankenhaus vertauscht wurde, was ja zum Glück recht selten ist ). Warum sollte ein Mann für den Unterhalt eines Kindes aufkommen, welches nicht sein eigenes ist, es sei denn er tut dieses freiwillig und im vollen Bewußtsein, daß dem so ist.


                Zitat von endar
                Ja, wenn man selbst einen Vorteil hat, sind die Eingriffe in die Rechte anderer nie "so gravierend". Wie sieht es aber aus, wenn man selbst Objekt ist? Das sieht die Welt dann plötzlich anders aus.
                Man kann ja auch einfach bei Unterhaltsfragen die Beweislast umkehren. Mutter muß beweisen, daß der Vater tatsächlich der Vater ist.


                Zitat von endar
                Zudem: Haben Männer nicht die Möglichkeit einen solchen Test durchzuführen, solange sie selbst das Sorgerecht noch haben - also vor einer Scheidung und nicht danach?
                Bin mir nicht ganz sicher, aber ich mein mal vor einiger Zeit gelesen zu haben, daß diese Zweifel innerhalb der ersten 2 Jahre geäußert werden müssen, ansonsten ist der "Vater" auch dann Unterhaltspflichtig. Vielleicht kennt sich hier jemand besser mit dieser Frage aus. Im Übrigen, das dürfte so manche Ehe erst recht zerstören, wenn nun die Männer erst ihre Frauen vor den Kadi schleppen müssen, um den Test einzufordern.

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von MRM
                  Ein wenig besser informieren kann nicht schaden. Es geht zur Zeit darum, ob solche Test generell mit freiheitsstrafe belegt werden sollen. Das geht wesentlich weiter als das heutige Urteil.
                  Ach und ich dachte schon, der Bundesgerichtshof hätte ein neues Gesetz erlassen.
                  Nein, ich hatte tatsächlich mehr den BGH im Kopf als die BJM [das lag am Link], aber ich weiß schon, dass das zwei paar Schuh sind. Sorry. An meiner Ansicht ändert das jedoch nichts, denn es sind dieselben Überlegungen, die diesem Gesetzentwurf zugrunde liegen: Die Menschenwürde ist unantastbar.

                  Hätte meine Meinung ausführlicher Darlegen sollen. Der Einmischungs/nichteinmischungs Einwand war nicht mein Punkt. Es geht um Informationsgleichheit. Den die Mutter weiß ja daß das Kind von ihr stammt ( wenn man mal von den Fällen absieht, wo es im Krankenhaus vertauscht wurde, was ja zum Glück recht selten ist )
                  Das stimmt ja auch nicht. Wenn eine Frau jetzt mit mehreren Personen Verkehr hat und schwanger wird, kann auch sie nicht sagen, wer der Vater ist - sie kann dann wohl den Kreis der "Verdächtigen" deutlich einschränken , aber dass eine Frau in jedem Fall 100ige Sicherheit hat, stimmt ja auch nicht.

                  Man kann ja auch einfach bei Unterhaltsfragen die Beweislast umkehren. Mutter muß beweisen, daß der Vater tatsächlich der Vater ist.
                  Das ist wie gesagt eine Frage des Familienrechtes und das finde ich auch, dass hier Gleichheit herrschen sollte.

                  Bin mir nicht ganz sicher, aber ich mein mal vor einiger Zeit gelesen zu haben, daß diese Zweifel innerhalb der ersten 2 Jahre geäußert werden müssen, ansonsten ist der "Vater" auch dann Unterhaltspflichtig. Im Übrigen, das dürfte so manche Ehe erst recht zerstören, wenn nun die Männer erst ihre Frauen vor den Kadi schleppen müssen, um sicher zu gehen
                  Ehen in denen sowas heimlich durchgeführt wird, sind auch nicht besser. Ich halte sowas für einen sehr guten Beweis dafür, dass so eine Ehe schon sehr zerrüttet sein muss, wenn solche Test heimlich durchgeführt werden.
                  Es gibt da eigentlich zwei Möglichkeiten: Entweder das Kind ist nicht vom "Vater" und der "Vater" hat aus begründeten Zweifeln gehandelt oder: der Vater handelt aus unbegründeten Zweifeln heraus: sprich: er ist (krankhaft) eifersüchtig und muss sich durch einen Gentest versichern. In letzterem Fall wird aber auch ein positives Testergebnis kaum etwas an der Eifersucht des Mannes ändern.
                  Wie auch immer: so ein Test ist sicher keine Möglichkeit, eine Beziehung zu verbessern, auch wenn er heimlich ist. Sicherheit und Vertrauen gibt es eben nicht durch die Hintertür, sondern nur durch die Vordertür.

                  Was Versorungsansprüche anbetrifft: das muss dann eben über das Gericht laufen und das Gericht kann ggf. einen Test anordnen oder man einigt sich darauf.
                  Zuletzt geändert von endar; 12.01.2005, 22:03.
                  Republicans hate ducklings!

                  Kommentar


                  • #10
                    @ Mod, ich schreib lieber noch mal ( immer diese Attentate vom Mod ... )
                    Zuletzt geändert von MRM; 12.01.2005, 22:36.

                    Kommentar


                    • #11
                      Dann hat er aber zumindest gewissheit. Unsicherheit ist so ziemlich das schlimmste, IMO.

                      Edit, im übrigen hast du die Möglichkeit, berechtigte Zweifel, ist aber dennoch von ihm ausgelassen
                      Habe ich nicht, denn das fasse ich unter Eifersucht =

                      Zitat von endar
                      oder: der Vater handelt aus unbegründeten Zweifeln heraus: sprich: er ist (krankhaft) eifersüchtig und muss sich durch einen Gentest versichern. In letzterem Fall wird aber auch ein positives Testergebnis kaum etwas an der Eifersucht des Mannes ändern.
                      Es muß keinesfalls eine chronische Eifersucht sein, kann auch ein vorübergehendes Formtief in der Ehe sein. Soll auch häufiger vorkommen.
                      Ach so, und wenn man dann mal ein Formtief hat, lässt man bei der Gelegenheit auch mal gleich überprüfen, ob die Kinder auch von dir sind.
                      Ich bleibe doch eher bei der Überzeugung, dass eine Ehe, die einmal an einem solchen Punkt angelangt ist, nur noch kosmetisch (für die Nachbarn) zu retten ist, nicht aber in ihrer Substanz.
                      Republicans hate ducklings!

                      Kommentar


                      • #12
                        Zitat von endar
                        Ach und ich dachte schon, der Bundesgerichtshof hätte ein neues Gesetz erlassen.
                        Nein, ich hatte tatsächlich mehr den BGH im Kopf als die BJM [das lag am Link], aber ich weiß schon, dass das zwei paar Schuh sind. Sorry. An meiner Ansicht ändert das jedoch nichts, denn es sind dieselben Überlegungen, die diesem Gesetzentwurf zugrunde liegen: Die Menschenwürde ist unantastbar.
                        Die Würde des Menschen wird IMO durch den Test nicht verletzt. Die Würde des vermeintlichen Vaters wird aber IMO verletzt, wenn ihm ein Kukuckskind untergeschoben wird, für das er dann auch noch gerade stehen soll.



                        Zitat von endar
                        Das stimmt ja auch nicht. Wenn eine Frau jetzt mit mehreren Personen Verkehr hat und schwanger wird, kann auch sie nicht sagen, wer der Vater ist - sie kann dann wohl den Kreis der "Verdächtigen" deutlich einschränken , aber dass eine Frau in jedem Fall 100ige Sicherheit hat, stimmt ja auch nicht.

                        Sie ist sich aber zumindest sicher, daß sie die Mutter des Kindes ist



                        Zitat von endar
                        Das ist wie gesagt eine Frage des Familienrechtes und das finde ich auch, dass hier Gleichheit herrschen sollte.
                        Na, dann sind wir uns ja in diesem Punkt einig



                        Zitat von endar
                        Ehen in denen sowas heimlich durchgeführt wird, sind auch nicht besser. Ich halte sowas für einen sehr guten Beweis dafür, dass so eine Ehe schon sehr zerrüttet sein muss, wenn solche Test heimlich durchgeführt werden.
                        Es gibt da eigentlich zwei Möglichkeiten: Entweder das Kind ist nicht vom "Vater" und der "Vater" hat aus begründeten Zweifeln gehandelt
                        Dann hat er zumidest Gewissheit. Ungewissheit ist IMO das schlimmste. Kann ja auch sein, daß er begründete Zweifel hatte, es aber dennoch von ihm ist.

                        Davon hängt ja auch möglicherweise seine weitere Beziehung zur Mutter ab.

                        Zitat von endar
                        oder: der Vater handelt aus unbegründeten Zweifeln heraus: sprich: er ist (krankhaft) eifersüchtig und muss sich durch einen Gentest versichern. In letzterem Fall wird aber auch ein positives Testergebnis kaum etwas an der Eifersucht des Mannes ändern.
                        Es kann auch sein, daß es keine chronische Eifersucht ist, sondern daß sich die Ehe lediglich in einem Formtief befindet. So etwas soll auch häufiger mal vorkommen.

                        Zitat von endar
                        Was Versorungsansprüche anbetrifft: das muss dann eben über das Gericht laufen und das Gericht kann ggf. einen Test anordnen oder man einigt sich darauf.
                        Wenn es dann noch geht, und nicht irgendwelche Verjährungsfristen greifen, und der vermeintliche Vater dann gleich doppelt betrogen wird, einmal durch die Frau und dann durch den unterhalten für ein Kind das nicht von ihm ist.

                        Edit, falls es geht, mit diesem Post, meinen vorangegangenen Post ersetzten. Hab versucht, mein Post sinngemäß, aber nicht unbedingt wörtlich wieder herzustellen.

                        Kommentar


                        • #13
                          Auf diesen Beitrag habe ich schon oben geantwortet.
                          Ja, Zufälle gibt es.
                          Republicans hate ducklings!

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von endar
                            Ich bleibe doch eher bei der Überzeugung, dass eine Ehe, die einmal an einem solchen Punkt angelangt ist, nur noch kosmetisch (für die Nachbarn) zu retten ist, nicht aber in ihrer Substanz.
                            Sag das nicht, meine Eltern haben sich scheiden lassen und nach über 15 Jahren haben sie erneut geheiratet. Kommt schon vor, daß so was vorübergehend ist ...

                            Kommentar


                            • #15
                              Wow. Ihr habt hier ja noch richtig heftig diskutiert.

                              Also ich muß MRM eigentlich in seiner Argumentation zustimmen. Ich sehe auch nicht die Würde des Kindes verletzt wenn ein Vaterschafstest heimlich durchgeführt wird.

                              Aber wie gesagt hierbei...

                              Wenn der Vater wohlmöglich nicht der Vater des Kindes ist(Dann wäre es auch kein Vater - zumindest nicht von diesem Kind ) und Unterhalt zahlen muß
                              Dann wird er auf gut Deutsch be******en. Und das ist eine Verletzung der Menschenwürde.

                              Und was die Zweifel angeht. Es gibt immer mal Krisen in Beziehungen. Und wenn gerade kurz nach dem Zeitpunkt, wo sie vielleicht auf Distanz gegangen sind(oder sie einfach mal alleine weggegangen ist), eine Schwangerschaft eintritt, dann kann man es doch nachvollziehen. Da muß man gar nicht krankhaft eifersüchtig sein.

                              Vielleicht hat er sich ja verkalkuliert und es ist vorher passiert vielleicht auch nicht.

                              Auf jeden Fall konnte man sich vorher heimlich vergewissern. Eigentlich müßte die Frau auch von sich aus Courage zeigen und zugeben das sie fremd gegangen ist. Weil das ein schwerer Vertrauensbruch ist. Besonders wenn das Kind von jemand anderen ist.

                              Aber vielleicht trauen sich manche Männer auch nicht ihre Frauen drauf anzusprechen, haben Angst das die Beziehung drunter leidet und machen so einen Test lieber heimlich.

                              Einfach wäre es wie in dem Film "Ich, beide und sie" mit Jim Carrey. Da wusste er sofort das er nicht der Vater ist - aber wollte es nicht wahrhaben!

                              @MRM : Dein Vorschlag mit den Vaterschaftstests gleich nach der Geburt ist nicht schlecht. Aber er sollte als Option offen gehalten werden und nicht als gesetzliche Anordnung. Zumindest die Möglichkeit für jeden der ihn machen will.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X