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Stoibers Wählerbeschimpfungen

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    WÄHLERSCHELTE

    Stoiber probt den Sonderwahlkampf Ost

    Erst sprach er von "Frustrierten", dann von "dummen Kälbern". Mit seiner Verunglimpfung der Ost-Wähler sorgt CSU-Chef Stoiber für Empörung und Verwunderung. Sein Kalkül: Nur mit starken Stimmenanteilen in Süddeutschland kann die Union die Bundestagswahl gewinnen.


    Stoibers Wahlkampf: Nur die Bayern verstehen seine Taktik
    Hamburg - Ohne Bayern geht gar nichts - glaubt zumindest Edmund Stoiber. Wenn er in seiner Heimat unterwegs ist, wird der Bayer nicht müde, auf die Ostdeutschen einzudreschen, die der Linkspartei den Weg bereiten. Am 5. August sagte er in Deggendorf: "Ihr habt hier Plakate mit Lafontaine ... Und der Mann, der im Grunde genommen gegen die Wiedervereinigung war, der verhindern wollte, dass die Ostdeutschen in die sozialen Sicherungssysteme, in die Rentenversicherung mit einbezogen werden, den feiert ihr jetzt als Helden? Ja seid ihr denn verrückt geworden? Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber! (Bravorufe, Gelächter -Red.) Meine Damen und Herren, weil ich aber nur auf die eigene Kraft vertraue, sage ich Ihnen: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle das auf dem Marktplatz richtig verstanden haben. (Gelächter -Red.) In Bayern mit Sicherheit."




    Mit den Wählern im Osten, so Stoibers Botschaft, sei keine Wahl zu gewinnen. "Ich will nicht, dass noch einmal im Osten die Wahl entschieden wird", tönte er im oberpfälzischen Schwandorf. Und in Deggendorf: "Hätte es noch die alte Bundesrepublik Deutschland gegeben, Gott sei Dank haben wir die Wiedervereinigung, aber wäre es nur auf die alten elf Länder angekommen, dann wäre Schröder abgewählt worden."

    "Es kommt auf den Süden und auf Bayern an"

    Eine erneute Niederlage will der bayrische Ministerpräsident bei der anstehenden Abstimmung ohne Rücksicht auf Verluste im Osten verhindern. Deshalb führt er seinen Sonderwahlkampf Ost mit der Strategie: Je mehr er die Protestwähler im Osten attackiert, desto mehr Stimmen bekommt er im Westen. Wobei er auf die norddeutschen Länder kaum setzt. "Es kommt auf den Süden und auf Bayern an", sagte er in Deggendorf, "wir müssen unser Potential optimal ausschöpfen. Und wenn wir das tun, dann geht an Bayern und an der CSU nichts vorbei."

    Was er nicht sagte, aber was ihm weit wichtiger ist: Nach einem starken Ergebnis in Bayern kommt in einer Unions-geführten Bundesregierung vor allem an ihm niemand mehr vorbei. Er wäre quasi der Länder-Kanzler, der von München aus in allen Sachfragen an der Bundespolitik mitstrickt. In Deggendorf sagte er: "Ich brauche das Mandat, um dann bei den Koalitionsverhandlungen durchzusetzen, dass der ländliche Raum nicht unter die Räder kommt, dass nicht nur die Grenzgebiete gefördert werden."

    Dafür kann er auf einen Kabinettsposten verzichten. Kein Wunder, dass Kanzlerkandidatin Angela Merkel, die sich öffentlich von seiner Ost-Schelte distanziert hatte, nun selbst in ihrem Kompetenzteam um die Ressorts kümmern will, die sie für den Bayern frei gehalten hatte: "Für die Themen Wirtschaft, Wachstum und Arbeit steht in erster Linie die Kanzlerkandidatin selbst", sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Es ist doch keine Frage, dass das wichtigste Thema auch von der wichtigsten Person vertreten werden muss."

    Stoiber: Attacken richten sich gegen Linkspartei

    Stoiber selbst erklärt seine Ost-Schelte anders: Er ziele allein auf das Linksbündnis, das Umfragen zufolge mit mehr als 30 Prozent der Wähler im Osten rechnen kann. "All das ist im Zusammenhang zu sehen mit der für mich nicht nachvollziehbaren Tatsache, dass Gysi und Lafontaine - diese Altfrustrierten in Deutschland - vor allen Dingen auch in den neuen Ländern einen solchen Zulauf haben", sagte er im ZDF-Interview. Ihm sei die Auseinandersetzung mit dem Linksbündnis viel zu lasch. Zu entschuldigen habe er sich nicht: Seine Aussagen könnten "nicht missverstanden werden".

    So ganz können ihm seine Parteifreunde aus der Union allerdings nicht folgen: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sagte in der "Bild am Sonntag": "Das war eine emotionale Äußerung von Edmund Stoiber, die jetzt skandalisiert wird. Ich freue mich jeden Tag über die deutsche Einheit." Der CDU-Vize fügte hinzu, dass manche die Einheit nicht als großes Geschenk betrachteten, "tut mir weh". Unionsfraktions-Vize Ronald Pofalla (CDU) monierte im Deutschlandradio Kultur, die "Sensibilität, mit den Empfindungen der Menschen in Ostdeutschland umzugehen", sei "nicht in dem Maße erreicht" worden wie man sich das wünsche.

    Ein Sprecher Stoibers sagte, der Kälber-Spruch sei kein Angriff auf die Wähler gewesen. Auch der frühere CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß habe das Zitat in Wahlkämpfen immer wieder verwendet. Stoiber warne bei allen Wahlkampfveranstaltungen, im Westen und auch im Osten, mit deutlichen Worten vor den negativen Folgen einer Wahl der PDS. Vor allem befürchte der CSU-Chef eine Schädigung des Ansehens der Bundesrepublik im Ausland und erhebliche negative Folgen für die Wirtschaft.

    Rüdiger Ditz
    Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,369693,00.html
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

  • #2
    Hatten wir hier schon behandelt:http://www.scifi-forum.de/showthread...&page=21&pp=20.

    Aber vielleicht ist es ganz gut dazu einen Extra-Thread aufzumachen.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von Skymarshall
      Hatten wir hier schon behandelt:http://www.scifi-forum.de/showthread...&page=21&pp=20.

      Aber vielleicht ist es ganz gut dazu einen Extra-Thread aufzumachen.
      Weiß ich, aber wie du sagtest: Nen Extra-Topic ist da - denke ich - besser.


      @topic

      IMO zeigt sich da, wie beschränkt und dämlich der Mensch wirklich ist. Wenn er weiterhin soviel gequirlten Bockmist verzapft, werden er und seine Merkel & co. sich schon anschauen bei der Wahl.
      Meiner Meinung nach sollte der Mensch dringend mal zum Psychater und sich für ein paar Wochen auf Kur schicken lassen, denn der liebe Herr Ministerpräsident hat eindeutig zu viel Stress in letzter Zeit.
      "The only thing we have to fear is fear itself!"

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      • #4
        Das Stoiber so was jetzt nachgeschmissen bekommt ist klar. Er ist nunmal der "Bush-Deutschlands". Da wird auch viel übertrieben und mit hineininterpretiert.

        Der Spruch mit den Kälbern hing in anderer Form auch schon häufig auf Betriebspinwänden:
        "Jammert mir nicht die Ohren voll, ich habe die SPD nicht gewählt" stand dort. Was Stoiber damit ansprechen wollte, und damit hat er durchaus recht, das jeder Wähler die Geschichte der DDR kennt und trotzdem soll die Nachfolgepartei der SED gewählt werden.

        Das die Presse so etwas ausschlachtet ist klar. Davor war es Merkel mit ihrem Brutto/Netto versprecher. jeder weis, dass diese Frau den Unterschied kennt und trotzdem hält man es ihr nach.

        Ob es jetzt taktisch war oder nicht, Stoiber hätte sich klarer ausdrücken müssen damit man es nicht so falsch versteht, wie man es jetzt tut. So ist er selbst schuld und kostet der Union mit Sicherheit 1-2%
        Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
        Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie's dann tragen. - Ingrit Berg-Khoshnavaz
        Statt 'Gier' sagen wir 'Profitmaximierung', und schon wird aus der Sünde eine Tugend. - Ulrich Wickert

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        • #5
          Ich habe den Herrn Stoiber wohl verstanden! Eigentor für die CSU/CDU.
          ! Planet Thüringia ein Besuch lohnt sich !
          " Die Götter sind Außerirdische!"
          Mache das Beste aus deiner Vergangenheit!
          Thüringen das Grüne Herz Deutschlands.

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          • #6
            Zitat Campino (DTH) auf dem gestrigen Konzert in Dresden: "Ich bin gerne frustiert!"
            Stoiber zeigt damit nur wie beschränkt er ist!
            Durch solche dummen Parolen wird er nur dafür sorgen, das die Linkspartei im Osten Deutschlands noch mehr Zulauf erhält.

            Stoiber sollte langsam mal anfangen sich zu fragen, warum die Leute hier so handeln! Wenn beispielsweise in Sangerhausen jeder 4. ohne Arbeit ist, kann ich sehr gut nachvollziehen, warum man die Schnauze voll hat von diesem Staat!
            Sorans Fußballblog - Einblicke in die Welt des Fußballs - Spielberichte, Fotos und mehr. :)
            Mein Videokanal - Supportvideos vom Fußball

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            • #7
              Ich finde das einfach sehr bedenklich. Das man den Wähler absprechen will, das sie entscheiden können und dürfen, wer richtig für Deutschland ist und das stattdessen eher so Aspekte wie unser "Ansehen" im Ausland zählen würde, anstatt die richtige demokratische Entscheidung.
              Wenn wir den USA gefallen sollen, dann können wir doch die REPs wählen. Mit denen kommt Bush bestimmt super klar.

              Ich finde es erbärmlich Stoiber jetzt auch noch zu verteidigen. Er hat mal wieder gezeigt was für ein semi-antidemokratisches Arschloch er ist und dafür hat er politisch zu bluten, und darf nicht in Schutz genommen werden. Denn der Mann ist nicht dumm und sagt nicht einfach etwas, was er nicht so meint und wo er nicht weiß, wie es wirken wird. Das war Absicht und offenbart offen seinen Charakter.

              Es ist auch völlig egal, ob er mit der Linkspartei Recht hat als SED Nachfolgeorganisation (was ich nicht glaube, das ist inzw. einfach nur noch rechts-konservative Propaganda), oder ob er Unrecht hat. In einer Demokratie kann es nicht angehen, dass man den Wähler zu Menschen zweiter Klasse degradiert, wenn er die andere Partei wählt. Wenn die Union nicht in der Lage ist, die Menschen inhaltlich zu überzeugen, dann ist das doch nur ein Armutszeugnis für die Union und kein Beweis für die intellektuelle Beschränktheit der Wähler.

              Des Weiteren sollte man in der Union mal drüber nachdenken, wieso die Linkspartei solchen Zuspruch hat. Sicher nicht weil Gysi hübscher aussieht... man kann jetzt sagen, dass die Linkspartei nur das nachplappert, was die Leute hören wollen. Okay, aber warum wollen die Leute das hören? Doch nicht weil sie von der Linkspartei massenindoktiriert worden sind, sondern weil sie wirklich so ein Programm, solche Veränderungen wollen. Die Menschen wollen nicht zurückstecken und sparen, noch weniger soziale Unterstützungen kriegen, noch mehr ausgenommen werden, noch mehr arbeiten für weniger Lohn. Das wollen die Menschen nicht... und was ich auch glaube: niemand kann das jemanden stichhaltig erklären, dass sie das müssen, damit Deutschland wieder hochkommt. Weil es einfach nicht wahr ist. Wie kann man von den Menschen verlangen soetwas zu glauben und Hartz IV und alles andere einfach über sich ergehen zu lassen, wenn sie jeden Tag im TV, in der Bild, in Gala, in Explosiv, auf MTV, usw. sehen wie jede Menge Leute "da oben" so viel Geld haben, dass sie nicht wissen wohin damit.
              Wenn das der normale Arbeiter, Angestellte und Beamte sieht, dann geht das nicht in seinen Kopf, wie es einerseits solche Leute geben kann und wieso gerade er noch mehr arbeiten soll, ohne mehr Lohn zu bekommen.
              Da kann die FDP, die Union und auch die SPD noch so häufig mit irgendwelchen Wirtschaftwissenschaftlern kommen - das glaubt ihnen kein normaler Mensch, der bei Verstand ist.

              Hier haben die etablierten Parteien versagt und die PDS & WASG haben dieses Versagen gesehen und sich entsprechend positioniert. Das kann man weder der Linkspartei noch den Wählern vorwerfen. Das ist einzig und alleine die Schuld von Grüne, SPD, FDP und Union. Die haben Mist gebaut, dann müssen sie es auch auslöffeln und dürfen die Schuld nicht bei jemand anderen suchen.

              Ich meine... ganz ehrlich. Glaubt jemand hier wirklich, dass man diesen Staat, dieses System durch solche Aktionen wie Agenda 2010 retten kann? Glaubt hier wirklich jemand, dass eine Gesellschaft auf Dauer Bestand haben kann, die prinzipiell auf Ungleichheit aufgebaut ist und die zulässt, dass Menschen ohne eigenes Verschulden in unserem Land verarmen und draußen in der Welt Tausende sterben, allein während ich den Text geschrieben habe, nur weil es keinen Profit bringt, ihnen zu helfen?
              Man macht die Augen auf... der Zeiger steht kurz vor Zwölf. Aber Zwölf ist nicht der Regierungswechsel im Herbst, sondern der große Knall, den wir ganz alleine selber zu verschulden haben.

              Die Linkspartei gibt das auch nicht völlig zu, aber zumindest gibt sie grundsätzlich die Fehlbarkeit des kapitalistischen Systems zu und damit trifft sie den Nerv sehr vieler Leute... und deshalb wird sie auch mindestens drittstärkste Kraft im neuen Parlament werden. Da hilft auch keine Wählr-Denunziation etwas dagegen.
              Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
              Makes perfect sense.

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              • #8
                Zitat von matrix089
                "Jammert mir nicht die Ohren voll, ich habe die SPD nicht gewählt" stand dort. Was Stoiber damit ansprechen wollte, und damit hat er durchaus recht, das jeder Wähler die Geschichte der DDR kennt und trotzdem soll die Nachfolgepartei der SED gewählt werden.
                Und?? Ich bin Ossi und ich kann sagen, so schlimm wie manche jetzt tun und alles raus wühlen was sie nur irgendwie finden können, war es nicht in der DDR! Und die PDS wird wohl kaum ein neues SED System aufbauen, das hat sie auch nicht wirklich vor. Jedoch wäre es nicht das schlechteste wenn man einiges von der DDR übernehmen würde, vorallem in Bezug auf Bildung, Sportförderung usw.

                Damals konnte man Westartikel schwerlich kaufen da nicht im Angebot...heute sind die Regale übervoll, nur die Geldtasche ist leer. Was nutzt der Luxus wenn man sich ihn nicht leisten kann?

                Die CDU distanziert sich mit solchem Auftreten selber. Wobei es eh wurst ist wer regiert, wirklich Idee für Veränderrungen hat keine Partei. Doch wer so seine politischen Gegner angreift, der zeigt das es für mehr leider nicht reicht.
                my props

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                • #9
                  Also, ich finde diese Wählerbeschimpfungen von Stoiber auch unmöglich. Also, bei der Linkspartei bin ich ja auch etwas skeptisch. Weniger weil sie die SED-NAchfolgepartei ist, sondern weil mir es etwas suspekt ist, wie sich im Moment Gysi und besonders Lafontaine um den rechten Rand bemühen.
                  Jedoch finde ich es sehr arrogant, Wähler der Linkspartei grundsätzlich als dumm zu verteufeln. Frustriert mögen wohl auch einige sein, aber das hat Stoiber mit seinen Äußerungen wohl mit zu verantworten. Stoibers Äußerungen klingen für mich in etwa so:" Wenn ihr nicht die CDU wählt, habt ihr es doch gar nicht verdient, wählen gehen zu dürfen."
                  War das nicht in etwa das System in der DDR? Da konnte man zwar auch was anderes als SED wählen, aber besser war es, wenn man schön das Kreuzchen bei der SED gemacht hat. Sicher, dieser Vergleich mag etwas hinken, aber wenn ich ein Ostdeutscher wäre, dann würde es mich doppelt Ärgern, da zum einen die Ostdeutschen in einen Topf geschmissen werden und zum anderen können sie jetzt seit 15 Jahren frei wählen und wenn sie es dann auch tun, soll das nicht richtig sein. Ich kann auch verstehen, warum im Osten so viele die Linkspartei wählen wollen. Denn die anderen Parteien sind wohl nicht so verwurzelt dort wie die Linkspartei. Die kennen wohl die Sorgen und Probleme der Menschen dort besser. Eigentlich sollte die CDU ja besonders gut im Osten abschneiden, da sie ja eine Ostdeutsche als Spitzenkandidatin haben, jedoch scheint sie sich nicht genug um die Sorgen der Bewohner ihrer Heimat zu kümmern.

                  Also, was Stoiber da sagt(hab irgendwo gelesen, dass Oettinger aus BW das auch gesagt hätte), zeigt mir, dass er die Wahl 2002 wohl noch immer nicht überwunden hat. Das mit der Wahlentscheidung nach Regionen kann man ja auch mit Nord-Süd ausspielen. Im Süden ist die Union ja auch immer besonders stark bei Wahlen. Vielleicht wäre die SPD schon 1994 an der Regierung gewesen, wenn wir den Süden einfach weggelassen hätten.

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                  • #10
                    Naja, wir sind es doch mittlerweile gewohnt uns Anschuldigungen für unser angeblich mangelndes Demokratieverständnis anzuhören. Nach den letzten Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen gab es doch Ähnliches zu vernehmen. Allein weil ein paar der Unzufriedenen und ideologisch Verblendeten ihr Kreuz bei DVU oder NPD machten. Der Osten sei noch nicht in der Demokratie angekommen, hieß es da, weil 10% das Falsche wählen. Davor die Jahre, als wir "richtig" wählten war dies natürlich nicht der Fall. Plötzlich waren wir aber rausgefallen aus der Demokratie, bzw. wir haben die Demokratie nicht mehr so genutzt wie es die etablierten Parteien vorsahen. Nach Rechts nun eben die Bedrohung durch die Linkspartei, die obwohl die Springerpresse stets bemüht ist Gegenteiliges zu behaupten, keinesfalls mit den rechten Parteien gleichgesetzt werden kann. Man mag von Gysi und Lafointaine halten was man will, man muss die Positionen der Linkspartei nicht unterstützen, aber die Regierungsbeteiligungen in MeckPom und Berlin zeigen, dass mit der PDS ganz normal Politik zu machen ist und dass ihre Positionen nichts mehr mit denen der Partei zu tun haben, aus der sie entstanden ist.

                    Nun teilt Stoiber also wieder aus, gegen die Bevölkerung im Osten im Allgemeinen und die 30% Linkswähler im speziellen. Dumm sind wir hier alle. Und wie verhält sich der wohl täglich Bayern Kurier lesende CSU Wahlkampfveranstaltungsbesucher bei diesen Äußerungen? Er applaudiert stürmig. So viel zum Thema Intelligenz. Traurig, dass ein Politiker 15 Jahre nach der Deutschen Einheit noch die Vorurteilskarte ausspielt und nach Schönbohm nun die nächste Ohrfeige austeilt, in Richtung der Proletarisierten unter der Deutschen Bevölkerung. Dazu herzlichste Gratulation. Die momentane Situation zeigt jedenfalss, dass, sollte Frau Merkel den Kanzelposten übernehmen, sie alle Mühe haben wird den Bayerischen Landesvater unter Kontrolle zu halten. Denn Stoiber wird sicherlich versuchen von München aus in Berlin mitzuregieren.
                    Für einen Euro durch die Spree, nächstes Jahr am Wiener See. - Treffen der Generationen 2013
                    "Hey, you sass that hoopy Ford Prefect? There's a frood who really knows where his towel is." (Douglas Adams)

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                    • #11
                      Hallo,

                      ...Scatman Edi hat wieder zugeschlagen. Der George Doppeldoof Bush aus Bayern hat mal wieder bewiesen, dass er es besser dabei belässt und die Grenzen des Freistaates nicht öfters als unbedingt notwendig überschreitet.

                      Nee, mal im Ernst. Mit seinen, mal wieder, unüberlegten Äußerungen hat er der Union einen gewaltigen A****tritt verpasst und dem Bündnis Lafontaine - Gysi Wähler zugeschanzt.
                      Ohne den bayrischen Verbalakrobaten zu verteidigen, bin ich der Meinung, dass seine Aussagen von den Medien zu sehr ins Rampenlicht gestellt werden und man sich wichtigerem zuwenden sollte als das Sommerloch mit solchem verbalem Sondermüll zu stopfen.

                      Aber wer weis, vielleicht hat Eddie nur ausgesprochen was viele Politiker schon lange Denken. Es aber, in Anbetracht der Wählergunst, nie wagten laut zu sagen.

                      Gruß Night...
                      "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
                      "Ich bin mit meinem bisschen Mensch sein derartig ausgelastet - zum Deutsch sein komm' ich ganz selten." (V. Pispers)

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                      • #12
                        Nur ganz locker bleiben. So kurz vor der Wahl werden alle etwas nervös - Herr Stoiber trifft vor lauter Nervösität nicht immer den richtigen Ton, Frau Merkel wird angeblich fahrig ... so wird jeder anders mit dem Stress fertig.

                        Bevor man zu Protestwahlen übergeht, darf man auch darauf achten, wie lange Stoiber noch Politiker bleibt und wer nun Kanzlerkandidatin ist. Er hat es eben nicht verschmerzt, dass er nicht Kanzler wird, und der Rest passt auch nicht in sein klassisches Frauenbild.

                        Nun lasst ihm doch wenigstens ein halbwegs positives Ende seiner Karriere als Superminister ...

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                        • #13
                          Zitat von Marvek
                          Nun lasst ihm doch wenigstens ein halbwegs positives Ende seiner Karriere als Superminister ...
                          Oh ja, jetzt lassen wir halt dem armen alten Opi noch ein paar Jährchen als Bundespolitiker Scheiße verzapfen und Mist bauen.

                          Mal ehrlich: Du redest hier, als ob das irgendne Kleinigkeit wäre. So nen Drecksack brauch ich persönlich ja nun wirklich nicht als Wirtschatsminister.
                          "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                          • #14
                            Zitat von SF-Junky
                            Mal ehrlich: Du redest hier, als ob das irgendne Kleinigkeit wäre.
                            Die Medien spielen es rauf, ich spiele es runter.

                            Wenn er denn erstmal in einem Stück als Minister drinnen ist und dann immer noch nichts dazugelernt hat, kann ich immer noch radikal, ausfallend, kriminell, links oder rechts werden, aber so erstmal zurücklehnen.

                            Klar, dass die 45% dadurch verspielt werden, und es nun wieder knapper werden könnte mit dem Wechsel ...

                            Es ist doch so, wenn ein so erfahrener Mann nicht souverän genug über den Spätfolgen des zweiten Weltkrieges (Zone, Spaltung, Wiedervereinigung, geistige Spaltung usw...) stehen kann, dann mach ich mich als junger Mensch garantiert nicht verrückt und schon gar nicht lass ich mich auf das Niveau herab. Und besonders nicht wenn derjenige offenbar keine Kenntnisse in elementarer Psychologie mit einbringen kann und sich eher schlecht auszudrücken weiss.

                            Manchmal lohnt es sich dazu übergehen zu warten: Das hat schon bei allen älteren bösen Nachbarn geklappt und wird auch bei Herrn Stoiber funktionieren.

                            Und wenn Frau Merkel sagt: "Das war nicht hilfreich", dann wird die CDU/CSU sich über kurz oder lang distanzieren.

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                            • #15
                              Zitat von Marvek
                              Nur ganz locker bleiben. So kurz vor der Wahl werden alle etwas nervös - Herr Stoiber trifft vor lauter Nervösität nicht immer den richtigen Ton, Frau Merkel wird angeblich fahrig ... so wird jeder anders mit dem Stress fertig.

                              Bevor man zu Protestwahlen übergeht, darf man auch darauf achten, wie lange Stoiber noch Politiker bleibt und wer nun Kanzlerkandidatin ist. Er hat es eben nicht verschmerzt, dass er nicht Kanzler wird, und der Rest passt auch nicht in sein klassisches Frauenbild.

                              Nun lasst ihm doch wenigstens ein halbwegs positives Ende seiner Karriere als Superminister ...
                              Es reicht eigentlich schon das er in einem Bundesland was zu sagen hat. Aber die sind anscheinend schon da "unten" Stoiber-geschädigt. Will das jetzt nicht auf alle Bayern beziehen aber eben in den Nachrichten wurden "Barzis" dazu befragt und die haben das alle runtergespielt oder Stoiber Recht gegeben.

                              Aber vielleicht hat das Fernsehen auch nur diese Bayern gezeigt.

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