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Die USA überlegen den atomaren Erstschlag - "Irgendwer-irgendwo-irgendwann"

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  • Die USA überlegen den atomaren Erstschlag - "Irgendwer-irgendwo-irgendwann"

    Quelle JungeWelt
    08.10.2005

    Feuilleton
    Franz Schandl

    Irgendwer-irgendwo-irgendwann

    Die USA überlegen den atomaren Erstschlag

    Kaum in den Medien, war die Botschaft auch schon wieder vom Tisch. Dabei war es die wichtigste Ankündigung der letzten Woche. Die Vereinigten Staaten von Amerika erwägen den atomaren Erstschlag. Die offensive Drohung mit dem Erstschlag ist ein Tabubruch sui generis. Absolut barbarisch, noch barbarischer als der Bau der Bombe selbst. Es verdeutlicht den Übergang von der Abschreckung zum Schrekken. Die größten Terroristen sind jene, die solches andenken und im Zweifelsfalle auch ausführen. Zweifellos gibt es Wahnsinnigere als Bush oder Rumsfeld, aber kaum jemanden, der auf solch einem Waffenarsenal sitzt. Wenn es sein muß, hauen die die Welt zusammen. Sie wissen zwar nicht, was sie sagen, aber sie sagen es aus Überzeugung.

    Was könnte da wo bombardiert werden? Afghanistan oder Hamburg, das Westjordanland oder gar Chicago? Die Terroristen sind doch überall. Selbst die saudischen Prinzen, die besonderen Freunde und Geschäftspartner der USA, müssen nun wohl zittern, ist doch gerade ihr Land die größte Brutstätte islamistischen Terrors. Durchgeknallte Dokumente einiger Moslemfanatiker können da als Vorwand dienen. Sie zu finden wird nicht schwierig sein, und notfalls kann man sie auch erfinden. So wie die Massenvernichtungswaffen des Irak. Aber zweifellos, Saddam hätte sie irgendwann bauen können. Auch Castro oder Chávez könnten irgendwo was Hinterhältiges vorbereiten. Irgendwie muß man sich wehren, bevor es zu spät ist! Keine Verdächtigung, die sich nicht via Medienindustrie zur Hysterie aufblasen ließe.

    Sollte tatsächlich die Atombombe fallen, dann wird das weder dem Terrorismus schaden noch die Zivilisation fördern. Im Gegenteil, solche Akte werden zur weiteren Barbarisierung des Planeten beitragen und zu einer noch nie da gewesenen Welle der Gewalt führen. Am allerwenigsten erschüttert diese Drohung übrigens potenzielle Selbstmordattentäter, im Gegenteil, das geilt diese nur auf, steigert doch die Atombombe das Selbstwertgefühl und damit sicherlich auch die Zahl der im Jenseits wartenden Jungfrauen. Todessehnsüchtig sind freilich nicht nur jene, sondern auch ein Staat, der seine Interventionen »Enduring freedom« und »Infinite justice« benennt. So läuft es auf die freiheitliche Pointe hinaus: Allen ist alles egal.

    Das Unwesen der größten kapitalistischen Staatsmacht, der USA, ist jedenfalls keine Projektion ihrer Kritiker, es ist blutiger Ernst. Daß Nagasaki, der Korea- oder der Vietnamkrieg stattgefunden haben, ist keine Halluzination, sondern Tatsache, die nur blindwütige Parteigänger des Okzidents als Verteidigung der Freiheit verkaufen können. Inhaltliche Debatten über die Rolle der US-Politik werden hierzulande allerdings erschwert bis verunmöglicht über solche über Antiamerikanismus. Nicht nur über den reellen, sondern zusehends auch über den eingebildeten. Das ist zweifellos ein doppeltes Ärgernis. Letzterer führt dazu, jede Kritik an den USA in eine Debatte über den Antiamerikanismus zu transformieren. Die liberale Journaille (inklusive exlinkem Appendix) versteht sich virtuos auf diese Technik. Da wird dann nicht mehr über die Atombombe gesprochen, sondern allen Kritikern Ressentiments unterstellt. Da reicht es oft aus, wenn Nazis ebenfalls gegen amerikanische Atombomben auftreten, flugs wird man einer Querfront zugerechnet. Wenn Faschisten sich gegen die USA wenden, legitimiert das doch nicht deren Politik. Das alles ist aber zu kompliziert für die Freiheitskämpfer im Reich der einfachen Feindbilder. Chic ist es hingegen US-amerikanische Invasionen zu befürworten.

    Die anti-antiamerikanische Hysterisierung ist einmal mehr der Versuch, aus Kritikern des Kapitalismus Befürworter zu machen. Der Antiamerikanismus ist ein Übel. Der Proamerikanismus ebenso. Manchmal sogar ein größeres.
    Ich finde diesen Artikel absolut Genial, schön kritisch und doch Satirisch

    Was meint ihr ?

    PS:@ MOD

    Falls es schon einen ähnlichen Thread gibt dann bitte in diesen jenigen verschieben, habe mit der Suchfunktion keins gefunden...


    es grüßt e7uch

    Dominion
    Schwule dürfen weder Blut noch Organe Spenden http://www.schwulst.de/content/SchwuleBlutspende
    Liebe ist ein Menschenrecht - Niemand sollte anderen DAS verwehren! :)[/CENTER]

  • #2
    ja er war im "off-Topic" zu finden.

    --> http://www.scifi-forum.de/showthread.php?t=29965

    Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
    Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie's dann tragen. - Ingrit Berg-Khoshnavaz
    Statt 'Gier' sagen wir 'Profitmaximierung', und schon wird aus der Sünde eine Tugend. - Ulrich Wickert

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