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Die Umverteilungspolitik zu den Reichen

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  • Die Umverteilungspolitik zu den Reichen

    In einer Studie des WSI von Claus Schäfer wird die Umverteilungs zu den Reichen unter Kohl und insbesondere Schröder klar nachgewiesen:
    Wohl dem, der Vermögen hat

    Siehe auch
    Verteilungs-Ungerechtigkeit steigt

    und

    "Wohl dem, der Vermögen hat" Soziale Ungleichheit in Deutschland wächst stetig

    Ein paar Ausschnitte aus letzteren Text:
    Zitat von Dietmar Henning
    Die Netto-Lohnquote, die den Anteil der Löhne und Gehälter am Gesamteinkommen nach Abzug der Sozialabgaben und der Lohnsteuer angibt und ungefähr aussagt, wie viel den Arbeitern übrig bleibt, folgt einem ähnlichen Verlauf. Sie ist von 48,1 Prozent des privat verfügbaren Einkommens im Jahr 1991 auf 41,5 Prozent im letzten Jahr abgefallen. Im ersten Halbjahr 2005 ist der Anteil der Nettolöhne sogar noch weiter gesunken, nämlich auf unter 39 Prozent. Wie stark die Arbeitseinkommen seit langem zurückfallen, zeigt der Vergleich über mehrere Jahrzehnte: 1960 betrug die Netto-Lohnquote noch 55,8 Prozent.

    Während Löhne und Gehälter fallen, steigen die Einkommen aus Unternehmensgewinnen und Vermögen. Seit dem Einbruch des Aktienmarktes in den Jahren 2000 und 2001 sind diese Einnahmen prozentual und auch absolut stark gestiegen. Ihr Netto-Anteil am Volkseinkommen beträgt inzwischen wieder rund 32 Prozent (1992: 29,3 Prozent, 1960: 24,4 Prozent).
    [...]
    Zum Rückgang der Arbeitseinkommen und Anstieg der Einkommen aus Unternehmensgewinnen und Vermögen hat vor allem die öffentliche Steuer- und Abgabenpolitik beigetragen. Das zeigt die durchschnittliche Lohnsteuerbelastung der Arbeitseinkommen. Sie stieg von 6,3 Prozent 1960 auf 16,3 Prozent 1991 und 19,5 Prozent 1998. Gegenwärtig beträgt die durchschnittliche Lohnsteuerbelastung 17,7 Prozent.

    Die rot-grünen Steuerreformen haben hier also eine geringe Entlastung von 1,8 Prozentpunkten erbracht. Parallel dazu stieg aber die durchschnittliche Belastung der Arbeitseinkommen mit Sozialversicherungsbeiträgen: Von 9,4 Prozent im Jahr 1960 auf 14,3 Prozent 1991 und 16,5 Prozent im letzten Jahr. Die Senkung der Lohnsteuer hat sich für die Masse der Bevölkerung daher kaum ausgewirkt.

    Anders liegt die Sache bei den Einkommen aus Gewinnen und Vermögen. Nachdem 1998 die steuerliche Belastung der Gewinn- und Vermögenseinkommen privater Haushalte (nicht der Unternehmen) kurzfristig leicht gestiegen sind, bewegen sie sich wieder auf die niedrigen Werte von 1998 und den Jahren davor zu. Die durchschnittliche Steuerbelastung auf diese Einkommen betrug 2004 nur noch 5,3 Prozent. 1991 wurden sie noch mit 8,1 Prozent, 1960 sogar mit 20 Prozent besteuert.
    [...]
    In einer Fußnote bemerkt Schäfer, dass auch im internationalen Vergleich nur wenige Länder derart niedrige Körperschaftssteuern wie Deutschland vorzuweisen haben: "Mit 1,3% des Bruttoinlandprodukts nimmt das Aufkommen der deutschen Körperschaftssteuern den untersten Platz unter allen 29 ausgewählten OECD-Ländern ein und qualifiziert damit Deutschland für Kapitalgesellschaften als Steueroase - vor Island oder Lettland oder Litauen."
    Insbesondere letztere Aussage - die BRD als Steueroase - und sehr niedrige Steuer- und Abgabenlast auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen sollte allen Anhänger der grossen Koalition der Wahlverlierer und insgesamt einer neoliberalen Politik zu denken geben. Nach der neoliberalen Theorie müsste die BRD inzwischen ein Musterland mit hohen Wachstum, kaum Arbeitslosigkeit etc. sein. Bekanntlich ist das Gegenteil der Fall.
    Resistance is fertile
    Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
    The only general I like is called strike

  • #2
    Da das Kapital die Politik bestimmt in einen Kapitalistisches System wird es immer so sein, daß die unterere Klasse immer Ärmer wird. Leider geht es in der BRD so weit das die Mittel Klasse jetzt schon an das Überleben denken Muß. Wir hatten diese Problematik in der Schule der DDR als Lehrfach. (Staatsbürgerkunde) Leider hatten damals der Lehrstoff recht, Wir werde immer Ärmer in der untersten Schicht!
    ! Planet Thüringia ein Besuch lohnt sich !
    " Die Götter sind Außerirdische!"
    Mache das Beste aus deiner Vergangenheit!
    Thüringen das Grüne Herz Deutschlands.

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    • #3
      Zitat von Kay
      Wir hatten diese Problematik in der Schule der DDR als Lehrfach. (Staatsbürgerkunde) Leider hatten damals der Lehrstoff recht, Wir werde immer Ärmer in der untersten Schicht![/font]
      Ich will das ja jetzt nicht schönreden. Aber du willst doch nicht auch noch sagen das der DDR Lehrstoff über Marktwirtschaft irgendwie verbindlich ist?

      Die hatten doch genug Mist gebaut und waren ganz weit von einer Demokratie entfernt.

      Sorry, wenn ich sowas lese dreht sich mir der Magen um.


      Zum Topic: Wäre in Deutschland das Steuerrecht noch einfacher dann würde auch mehr investiert.

      Und wenn Deutschland eine Steueroase ist warum gehen dann die ganzen Prominenten Spitzenverdiener nach Monaco?

      Oder eröffnen Schweizer Konten?

      Sicherlich sind die Kapitalsteuern hier niedriger als in anderen Ländern. Das finde ich auch nicht ok.

      Es kann einfach nicht sein das 5% der Gesellschaft soviel Geld haben wie die restlichen 95%. Oder so ähnlich.

      Wenn man es genau nimmt sind die Politiker tatsächlich Marionetten der Kapitalisten. Schon alleine die Verschuldungen(die nie mehr zurückgezahlt werden können) bei allen möglichen Banken. Dann die Lobbiesten die den Politikern im Nacken sitzen und versuchen sie teilweise zu schmieren.

      Man muß sich wohl damit abfinden das Politik nur noch Schein in einer kapitalistischen Gesellschaft ist. Oder auf die Barrikaden gehen. Letzteres zeigt nur Wirkung wenn es geschlossen und in großer Zahl geschieht.

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      • #4
        @ Skymarshall

        Ich habe mit dem Lehrmodel der DDR nicht gesagt: Die haben Recht gehabt!
        Ich war und bin der Meinung , daß die uns über das Kapitalistische System richtig Informiert haben, ob es in sachen Propaganda oder ihre eigene Mißstände zu Vertuschen ist doch in den jetzigen Thema egal.
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        • #5
          Zitat von Skymarshall
          Ich will das ja jetzt nicht schönreden. Aber du willst doch nicht auch noch sagen das der DDR Lehrstoff über Marktwirtschaft irgendwie verbindlich ist?
          Die hatten doch genug Mist gebaut und waren ganz weit von einer Demokratie entfernt.
          Sorry, wenn ich sowas lese dreht sich mir der Magen um.

          Zum Topic: Wäre in Deutschland das Steuerrecht noch einfacher dann würde auch mehr investiert.
          Und wenn Deutschland eine Steueroase ist warum gehen dann die ganzen Prominenten Spitzenverdiener nach Monaco? Oder eröffnen Schweizer Konten?

          Wenn man es genau nimmt sind die Politiker tatsächlich Marionetten der Kapitalisten. Schon alleine die Verschuldungen(die nie mehr zurückgezahlt werden können) bei allen möglichen Banken. Dann die Lobbiesten die den Politikern im Nacken sitzen und versuchen sie teilweise zu schmieren.
          Man muß sich wohl damit abfinden das Politik nur noch Schein in einer kapitalistischen Gesellschaft ist. Oder auf die Barrikaden gehen. Letzteres zeigt nur Wirkung wenn es geschlossen und in großer Zahl geschieht.
          Je öfter ich deine Aussage lese, desto weniger verstehe ich sie.
          Erst redest du noch vom Lehrplan über Marktwirtschaft und auf einmal bist du schon in einer kompletten Systemkritik drinnen der anscheinend nur im Lehrstoff der Marktwirtschaft steckt...
          Und diese allergische Haltung gegenüber alles und jedem und ganz und gar abzulehnen was aus dem Osten kommt, finde ich ohnehin ziemlich sinnlos und falsch. Das ist für mich "Siegerdenken".

          Was Steueroasen betrifft, muss man wohl unterscheiden.
          Wenn es um Privatpersonen geht die ihr Geld überhaupt nicht oder sehr niedrig versteuern wollen, sind sie gewungen ins Ausland zu gehen (im übrigen war das der Grund für den Schuhmacher nach Österreich zu ziehen und der grössere von beiden halt in die CH ).
          Bei Firmen kommt es darauf an. Es gibt lokale Steueroasen im eigenen Land (!) oder halt der Gang ins Ausland, das kommt darauf an.
          "Steuerrecht noch einfacher"? Du meinst der -satz noch niedriger, oder..? Denn gerade aufgrund der komplizierten Gesetze kann man so viel ausnützen!

          Zu deinem letzten Absatz kann man nicht mehr viel anfügen.
          Ich warte auf den Moment wo es rappelt.
          Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
          Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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          • #6
            Zitat von Skymarshall
            Ich will das ja jetzt nicht schönreden. Aber du willst doch nicht auch noch sagen das der DDR Lehrstoff über Marktwirtschaft irgendwie verbindlich ist?

            Die hatten doch genug Mist gebaut und waren ganz weit von einer Demokratie entfernt.

            Sorry, wenn ich sowas lese dreht sich mir der Magen um.

            Zitat von Sky
            Man muß sich wohl damit abfinden das Politik nur noch Schein in einer kapitalistischen Gesellschaft ist.
            Das bedarf wohl noch einer Erklärung, oder?

            Ich schätze mal, dass die "Staatsbürgerkunde", die Kay erwähnt hat, unter anderem Marx' Analyse vom Kapitalismus gelehrt hat. Gewissermassen ist der Stoff also doch verbindlich. Von Marx sollte jeder politisch interessierte Mensch etwas gehört haben.
            Forum verlassen.

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            • #7
              Interessanterweise habe ich vor ein paar Wochen an einem evolutionsbiologischen Versuch des Max Planck Instituts für Limnologie aus Plön teilgenommen, wo es auch mehr oder weniger um dieses Thema (und um deine Sig @maestro) ging - also was evoplutionsbiologisch am sinnvollsten ist: Egoismus oder Selbstlosigkeit.

              Naja, ich kann das jetzt nicht alles erklären, da das für einen Erstie doch etwas zu hoch war und das Institut ist noch lange nicht mit der Studie fertig (erste veröffentlichbaren Ergebnisse gibt es wohl erst Ende nächsten Jahres), aber die Quintessenz der bisherigen Versuche war schon interessant: am profitabelsten für ein Individum und die gesamte Gruppe in einer Sozialgemeinschaft ist es selbstlos zu sein. Oder ein Kommunist, um es anders auszudrücken. Bei allen Versuchsgruppen, wo die Teilnehmer entsprechend selbstlos kooperiert hatten, hatten am Ende alle am meisten. Bei Gruppen wo einzelne versucht haben die Gruppenmitglieder gegeneinander auszuspielen und auszunehmen (was in den meisten Gruppen passierte), hatten am Ende alle weniger.
              Das ist zwar keine fertige Studie jetzt und sie bezieht sich hauptsächlich auf evolutionsbiologische Aspekte, aber ist IMO interessant zu sehen, dass die Tendenz der Studie jetzt schon ist, dass "typisch kapitalistisches" Verhalten für die Gemeinschaft schädlich ist.
              Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
              Makes perfect sense.

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              • #8
                @Kay: Ich meinte das was dort "dazuerfunden" wurde...

                Zitat von Eye-Q
                Je öfter ich deine Aussage lese, desto weniger verstehe ich sie.
                Erst redest du noch vom Lehrplan über Marktwirtschaft und auf einmal bist du schon in einer kompletten Systemkritik drinnen der anscheinend nur im Lehrstoff der Marktwirtschaft steckt...
                Ich meinte eher die Propaganda...
                Und diese allergische Haltung gegenüber alles und jedem und ganz und gar abzulehnen was aus dem Osten kommt, finde ich ohnehin ziemlich sinnlos und falsch. Das ist für mich "Siegerdenken".
                Finde nicht alles schlecht was da wegkommt. Die Frauen z.B die sind ganz gut..


                Was Steueroasen betrifft, muss man wohl unterscheiden.
                Wenn es um Privatpersonen geht die ihr Geld überhaupt nicht oder sehr niedrig versteuern wollen, sind sie gewungen ins Ausland zu gehen (im übrigen war das der Grund für den Schuhmacher nach Österreich zu ziehen und der grössere von beiden halt in die CH ).
                Bei Firmen kommt es darauf an. Es gibt lokale Steueroasen im eigenen Land (!) oder halt der Gang ins Ausland, das kommt darauf an.
                Ja, da muß man wohl zwischen Privatpersonen und Firmen unterscheiden. Hast schon Recht.

                "Steuerrecht noch einfacher"? Du meinst der -satz noch niedriger, oder..? Denn gerade aufgrund der komplizierten Gesetze kann man so viel ausnützen!
                Ich meine einfacher.

                Zu deinem letzten Absatz kann man nicht mehr viel anfügen.
                Ich warte auf den Moment wo es rappelt.


                Zitat von Maestro
                Das bedarf wohl noch einer Erklärung, oder?
                Es ist eben ein Gefühl von mir das die Politik nur noch scheinbar agiert. In Wirklichkeit hat die Wirtschaft schon die Weichen gestellt. Und es geschieht alles nur in einen bestimmten Rahmen damit es so aussieht als wenn sich etwas für die meisten tut, oder es zumindest versucht wird.

                Ich schätze mal, dass die "Staatsbürgerkunde", die Kay erwähnt hat, unter anderem Marx' Analyse vom Kapitalismus gelehrt hat. Gewissermassen ist der Stoff also doch verbindlich. Von Marx sollte jeder politisch interessierte Mensch etwas gehört haben.
                Marx geht aber auch mit einigen Dingen zu weit finde ich.


                @Harmakhis: So kompliziert ist das gar nicht mal. Auf BBC lief etwas ähnliches. Dort ging es um Verhaltensforschung bei Kindern:


                Eine Gruppe von Kindern sollte jeweils andere Gruppenmitglieder "beschenken". Mit Keksen. Jeder kann willkürlich Kekse verteilen. Doch der andere kann wenn er sich ungerecht behandelt fühlt sagen das er diese nicht annimmt und dann habe beide Kinder am Tisch keine Kekse.

                Beim zweiten Durchlauf haben automatisch alle Kinder gerechter Kekse verteilt. So blieb für alle ingesamt mehr.

                Bei deinem Beispiel hört sich das ähnlich an.

                Nur ich bezweifel das diejenigen die gesellschaftlich besser gestellt sind das einsehen wollen.



                PS: Im Kern ging die Sendung auch um Evolutionsbiologie. Aber Verhaltensforschung gehört dazu.

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                • #9
                  2 sky: nun, kay hat doch über "Propaganda" gar nichts erwähnt!?
                  Abgesehen davon muss man wohl den "ökonomischen" und "politischen" Marx auseinanderhalten.

                  Was Steuern betrifft. "Einfacher"...kommt wohl darauf an. Einfacher im Sinne von weniger Schlupflöchern und dergleichen, dann hast gleich viele Firmen weg, weils dann irgendwohin auswandern. Von daher würde es nicht zu "investitionen" führen.
                  Wenn schon, dann müsste das Steuersystem in der EU angeglichen werden! Denn wenn >85% der Wirtschaft innert der EU passieren, dann soll mir keiner mit "Globalisierung" kommen Höchstens "Europäisierung".
                  Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                  Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                  • #10
                    Zitat von Eye-Q
                    2 sky: nun, kay hat doch über "Propaganda" gar nichts erwähnt!?
                    Naja, er hat es später nicht ausgeschlossen. Ist doch klar das die DDR auch Propaganda betrieben hat.

                    Abgesehen davon muss man wohl den "ökonomischen" und "politischen" Marx auseinanderhalten.
                    Ich denke das der ökonomische Marx relevanter ist. Was diese ganzen Verteilungsfragen angeht ist das ja Ökonomie.

                    Was Steuern betrifft. "Einfacher"...kommt wohl darauf an. Einfacher im Sinne von weniger Schlupflöchern und dergleichen, dann hast gleich viele Firmen weg, weils dann irgendwohin auswandern. Von daher würde es nicht zu "investitionen" führen.
                    Hmm, muß nicht so sein. Es soll ja gerade umgekehrt der Fall sein. Durch den ganzen komplizierten Behördenkram werden die ausländischen Firmen abgeschreckt weil sie komplizierte Prozeduren durchlaufen müssen.

                    Wenn schon, dann müsste das Steuersystem in der EU angeglichen werden! Denn wenn >85% der Wirtschaft innert der EU passieren, dann soll mir keiner mit "Globalisierung" kommen Höchstens "Europäisierung".
                    Naja, das in der EU zu vereinheitlichen wäre schon schwierig. Jedes Land hat seine induviduellen Probleme. Außerdem müßte die großen dann noch mehr für die schwächeren Länder wie Polen, Rumänien usw drauflegen. Und Deutschland hat ja selber paarmal hintereinander das Defizit nicht erreicht. Dazu kommen noch die jährlichen Kosten für die ostdeutsche Angleichung.

                    85% der Weltwirtschaft passieren in der EU? Bist du dir sicher?

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                    • #11
                      Zitat von Harmakhis
                      [...]Das ist zwar keine fertige Studie jetzt und sie bezieht sich hauptsächlich auf evolutionsbiologische Aspekte, aber ist IMO interessant zu sehen, dass die Tendenz der Studie jetzt schon ist, dass "typisch kapitalistisches" Verhalten für die Gemeinschaft schädlich ist[...]
                      Das ist interessant.
                      Ich war am WE auf einer FB zum Thema DBT (Dialectical Behavioral Therapy], eine bestimmte aus den USA stammende Therapieform. Sie wird bei hauptsächlich beim Bporderline Syndrom angwendet.
                      In einem Bereich ging es um das eigene Verhalten in grupendynamischen Prozessen und darin tauchte u.a. auch das von Harmakhis geschilderte Problem auf.
                      Beim Durchsetzen eigener Interessen, ohne dabei die für jeden Menschen wichtige Gruppensozialität zu berückscihtigen, entstehen schnell sog. Parallelsysteme, welche in der Wirtschaft u.a. zur Rechtfertigung eigener Moralvorstellungen dient, wenn diese nicht erfüllt sind.
                      Das heisst also, wenn ich meine auf persönlichen Gewinn orientierten Verhaltensstrukturen durchsetze ohne das davon unmittelbar betroffene Umfeld im Auge zu behalten, schotte ich mich schnell ab von diesen notwendigen Regulationsmechanismen des sozialen Gebahrens und schaffe mir rechtfertigend ein Ersatzsystem, welches mir vorgaukelt, doch im Interesse der Allgemeinheit zu handeln.

                      Mich erinnert das frapierend an Äußerungen von Arbeitgebern, die so sich selbst in die Tasche lügen, nach dem sie sich diese gefüllt haben.
                      "Education is the most powerful weapon which you can use to change the world."Nelson Mandela
                      DEUTSCHE AIDS-HILFE-DRK
                      ÄRZTE OHNE GRENZEN-AMNESTY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND

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                      • #12
                        Zitat von Harmakhis
                        Interessanterweise habe ich vor ein paar Wochen an einem evolutionsbiologischen Versuch des Max Planck Instituts für Limnologie aus Plön teilgenommen, wo es auch mehr oder weniger um dieses Thema (und um deine Sig @maestro) ging - also was evoplutionsbiologisch am sinnvollsten ist: Egoismus oder Selbstlosigkeit.
                        [...]
                        Bei allen Versuchsgruppen, wo die Teilnehmer entsprechend selbstlos kooperiert hatten, hatten am Ende alle am meisten. Bei Gruppen wo einzelne versucht haben die Gruppenmitglieder gegeneinander auszuspielen und auszunehmen (was in den meisten Gruppen passierte), hatten am Ende alle weniger.
                        Sehr interessant. Ich habe diese Problematik unter wirtschaftswissenschaftlichen Gesichtspunkten kennengelernt.

                        Die Spieltheorie, ein bevorzugtes Werkzeug der Ökonomen, beschreibt ein Modell dieses Gebietes. Als wohl berühmtestes Beispiel gilt das sogenannte Gefangendilemma. Zusammengefasst: zwei Spielteilnehmer können ihre gesamte Wohlfahrt erhöhen, indem sie zusammenarbeiten. Allerdings gilt: jeder erhält für sich alleine mehr Wohlfahrt (persönlicher Nutzen, Einkommen, etc.), wenn er die Zusammenarbeit verweigert. In der Spieltheorie unter der Annahme, dass jeder rational (hier: egoistisch) handelt, würde dies zu keiner Zusammenarbeit führen.
                        Forum verlassen.

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                        • #13
                          Dieser Theorie der sinnvollen Kooperation kann man aber auch einiges entgegensetzen:

                          So wird, bei Mangel an bestimmten Ressourcen, eine Gruppe kooperativer Spieler diese nicht einfach so zauberhaft vermehren können. Aber ein Teil der Egoisten kann sie sich sichern.

                          Eine andere Gruppendynamik wird sehr schön in der Minderheitentheorie beschrieben, die sich damit auseinandersetzt, welche Strategien am besten sind, wenn man ein Ergebnis erzielen will, dass möglichst wenige andere Mitspieler ebenfalls haben. Ein gutes Beispiel sind Staustrecken: Nehmen alle die Umleitung, wirds da essig.
                          Nun kann man sich zB fragen, was passiert, wenn plötzlich jeder Deutsche eine Million oder so auf dem Konto hat. Wären wir alle gleich glückliche Millionäre?

                          Doch zum Thema:
                          Max hat drei Punkte angeführt:
                          1. Das Sinken der Nettolohnquote um ca. 20%
                          Hier stellt sich mir die Frage, in welchem Masse der Anteil der Lohnempfänger an der Gesamtbevölkerung zurückgegangen ist. Ohne diese Zahl ist die Nettolohnquote für sich wertlos.
                          2. Die geringe Besteuerung privater Einkommen. Hier kann man durchaus mehr fordern, doch stellt sich die Frage, in welchem Masse hier Steuersubventionen und Abschreibungsmöglichkeiten bestehen.
                          Ausserdem handelt es sich um Zahlen die die Belastung auf Bruttoeinkommen wiedergeben. Welche pauschalen Sätze wären denn hier richtig? Mit der Lohnsteuer kann man das jedenfalls kaum vergleichen, man kann ja wohl keine Mieteinnahmen wie Bruttolohn behandeln.
                          3. Die geringe Besteuerung der Kapitalgesellschaften.
                          Tja, ich weiss leider nicht, wie eine Kapitalgesellschaft genau besteuert werden soll, aber wenn die hier Gewinne machen und dann in anderen Ländern an ihre Aktionäre die Dividende ausschütten, bzw. diese vom gestiegenen Wert profitieren, ist das schon unfair. (Anders sieht es aus, wenn die Aktionäre wiederum in D Steuern zahlen, da lastet ja dann auch wieder Einkommenssteuer bzw. (hoffentlich wieder) Steuer auf Veräußerungsgewinnen drauf).
                          können wir nicht?

                          macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                          • #14
                            Zitat von Skymarshall
                            Naja, er hat es später nicht ausgeschlossen. Ist doch klar das die DDR auch Propaganda betrieben hat.
                            Nun, Propanda gibt es in diesem System auch genug... Und gerade deswegen wird dieses System auch für alternativlos angesehen. Falls nun jemand fragen sollte wie Alternativen nun aussehen sollen oder können, kann man keine klaren Konzepte die Friede Freude Eierkuchen versprechen vorlegen. Es wäre nur mal eine Politik der kleinen Schritte. Aber "der Makt machts" ist für mich auf jeden Fall abzulehnen und KEIN Weg (bzw nicht der richtige).

                            Ich denke das der ökonomische Marx relevanter ist. Was diese ganzen Verteilungsfragen angeht ist das ja Ökonomie.
                            Und was das betrifft, hatte der gute Mann ja wohl nicht unrecht.

                            Hmm, muß nicht so sein. Es soll ja gerade umgekehrt der Fall sein. Durch den ganzen komplizierten Behördenkram werden die ausländischen Firmen abgeschreckt weil sie komplizierte Prozeduren durchlaufen müssen.
                            Also wenn es sich schon um Firmen handelt die umsiedeln können, dann kannst du davon ausgehen, dass sich diese Firmen auch genug Anwälte und doppelte Buchfürhung etc leisten können die das beste aus den Gesetzes(lücken) herausschlagen können und sollen!
                            Je mehr Gesetze bzw je komplizierter, desto mehr Schlupflöcher. Kommt daher nicht mal unbedingt ungelegen.
                            Im übrigen liegt darin ein Grund, warum man vermutet, dass die slowakische Flattax (19%) trotzdem nicht so attraktiv sein wird wie Österrreich (jetzt 25%), weil es relativ 'einfach' gehalten ist und gerade deswegen lassen sich schwerer Löcher und/oder Fehler finden.

                            85% der Weltwirtschaft passieren in der EU? Bist du dir sicher?
                            Naja, das in der EU zu vereinheitlichen wäre schon schwierig. Jedes Land hat seine induviduellen Probleme.
                            Nicht der Weltwirtschaft. Aber die EU ist ein geschlossener Wirtschaftsraum! Ein Sprecher des WIFI (WirtschaftsForumsInstituts) nannte 85%, ein paar Tage drauf nannte ein Sprecher des Finanzministeriums (AUT) >87%, und beide stehen sich nun wirklich nicht nahe (erste "rot", 2. schwarz).
                            Man darf sich von der Medialen Berichterstattung (Stichwort "Handelskrieg" wegen Metall zw. USA-EU, Kleiderindustrie mit der absoluten Gewichtung auf Asien etc nicht auf die goldene und absolute Waagschale legen) nicht in die irre führen lassen. Den grössten Anteil machen Dienstleistungen aus und was den Agrarmarkt betrifft, kommt vieles ja auch nicht aus irgendwoher; die am weitest entfernten Gebiete sind dann die Kolonien Frankreichs und dergleichen.
                            Was du wegen Europa vereinheitlichen ansprichst, da stimme ich dir vollkommen zu. Deswegen sehe ich die Bolkesteinrichtlinie bzw. Dienstleistungsfreiheit als absolute Katastrophe an!! Man kann doch nicht einerseits rumnölen, dass man ja die verschiedenen Staaten nicht in einen Topf schmeissen kann (was zB ein gemeinsames Steuersystem betrifft), aber andererseits der Wirtschaft Tür und Tor sperrangelweit öffnen, wo Birnen und Äpfel wild zusammengemixt werden - also die geltenden Landesgesetze eines [zukünftig] Rumänen für zB Deutschland gelten lassen Wo ist da bitte die "Logik"??
                            Denn da kann man davon ausgehen, dass viele viiiiele Firmen sich "Zeitarbeiter" aus Firmen (wobei sich diese wahrscheinlich schnell aus sagen wir Frankreich dorthin siedeln) aus Lettland holen, weil die dann zu lettischen Gesetzen und lettischem Sozialsystem entlohnt und versichert sind. Ist ja viel billiger...
                            Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                            Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                            • #15
                              Zitat von blueflash
                              So wird, bei Mangel an bestimmten Ressourcen, eine Gruppe kooperativer Spieler diese nicht einfach so zauberhaft vermehren können. Aber ein Teil der Egoisten kann sie sich sichern.
                              Die Frage, wie sich Gruppen bei Mangel verhalten, ist akademisch ja durchaus interessant, aber die heutige Gesellschaft ist durch Überfluss gekennzeichnet.
                              Zitat von blueflash
                              1. Das Sinken der Nettolohnquote um ca. 20%
                              Hier stellt sich mir die Frage, in welchem Masse der Anteil der Lohnempfänger an der Gesamtbevölkerung zurückgegangen ist. Ohne diese Zahl ist die Nettolohnquote für sich wertlos.
                              Dieser Rückgang setzt sich aus zwei Elementen zusammen: a) einer Lohnentwicklung, die hinter der Entwicklung des BIP zurückbleibt und b) der Massenarbeitslosigkeit.
                              Zitat von blueflash
                              2. Die geringe Besteuerung privater Einkommen. Hier kann man durchaus mehr fordern, doch stellt sich die Frage, in welchem Masse hier Steuersubventionen und Abschreibungsmöglichkeiten bestehen.
                              Ausserdem handelt es sich um Zahlen die die Belastung auf Bruttoeinkommen wiedergeben. Welche pauschalen Sätze wären denn hier richtig? Mit der Lohnsteuer kann man das jedenfalls kaum vergleichen, man kann ja wohl keine Mieteinnahmen wie Bruttolohn behandeln.
                              Was soll den sonst angebeben werden, als die Belastung der Bruttoeinkommen?

                              Und warum kann man Einnahmen aus Miete und Löhnen nicht vergleichen?

                              Im übrigen sind natürlich Abschreibemöglichkeiten und andere Möglichkeiten das Einkommen klein zu rechnen dafür verantwortlich, dass die real gezahlten Steuern bei hohen Einkommen nichts mit den offiziellen Steuersätzen zu tun haben.
                              Zitat von blueflash
                              3. Die geringe Besteuerung der Kapitalgesellschaften.
                              Tja, ich weiss leider nicht, wie eine Kapitalgesellschaft genau besteuert werden soll, aber wenn die hier Gewinne machen und dann in anderen Ländern an ihre Aktionäre die Dividende ausschütten, bzw. diese vom gestiegenen Wert profitieren, ist das schon unfair. (Anders sieht es aus, wenn die Aktionäre wiederum in D Steuern zahlen, da lastet ja dann auch wieder Einkommenssteuer bzw. (hoffentlich wieder) Steuer auf Veräußerungsgewinnen drauf).
                              Die Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen sind real minimal. Also auch die Steuern auf Dividendenausschüttungen
                              Zitat von Skymarshall
                              Durch den ganzen komplizierten Behördenkram werden die ausländischen Firmen abgeschreckt weil sie komplizierte Prozeduren durchlaufen müssen.
                              Hatten wir nicht neulich hier einen Artikel aus der Financial Times, der klar gezeigt hat, dass die BRD ein Superstandort für Konzerne ist? Das komplizierte Steuerrecht ist doch für Konzerne ein Standortvorteil, weil sie damit ihre Gewinne klein rechnen können und damit kaum Steuern zahlen müssen.
                              Resistance is fertile
                              Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                              The only general I like is called strike

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