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Fragen zum WTO beschluss

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  • Fragen zum WTO beschluss

    in den letzten tagen wurde ja relativ viel über die WTO-Konferenz in hong kong berichtet.. unter anderem auch die krawalle in denen besonders bauern aus südkorea aufgefallen sind...

    bei dieser Konferenz wurde unter anderem beschlossen, das ausfuhr subventionen für nahrungsmittel und Baumwolle bis 2013 abgeschafft werden sollen...

    Meine frage dazu: wieso rebellieren die bauern und kritisieren vereine wie die attac diesen beschluss?? in diesem beschluss wurde doch etwas entschieden was den entwicklungsländern zugute kommt?.... klar bis 2013 ist es noch etwas hin, aber ich glaube niemand würde/könnte von heute auf morgen subventionen streichen....

    da eben durch die subventionen die preise niedrig gehalten werden, werden die logischer weise ohne diese subventionen etwas steigen, was den nahrungsproduzenten in der dritten welt hilft ihre produkte doch besser zu verkaufen

    falls ich da irgendwo nen denkfehler habe bitte mich aufklären

  • #2
    Das liegt einfach daran, das trotz des Beschlusses immer noch Hürden für die restlichen Länder da sein werden. "Schutzzölle" ist z.B. so eine Hürde. Zwar wird die Ausfuhr nicht mehr gefördert, aber die Länder müssen für die Einfuhr nach Europa immer noch horrende Zölle zahlen, so dass es unrentabel wird. Ein "freier" Welthandel wird noch lange auf sich warten lassen, da die Angst vor Ländern wie China usw. sehr groß ist.
    Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
    Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie's dann tragen. - Ingrit Berg-Khoshnavaz
    Statt 'Gier' sagen wir 'Profitmaximierung', und schon wird aus der Sünde eine Tugend. - Ulrich Wickert

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    • #3
      Man beachte auch, dass es sich um Ausfuhrsubventionen handelt, die abgebaut werden sollen. Das heisst, die Subventionen, die einheimische Produkte im Ausland künstlich günstiger machen, als sie es eigentlich wären. Von den Importzöllen ist gar nicht die Rede! Eigentlich hat der Westen zugestimmt, seine Exporte ab einem Zeitpunkt irgendwann in 8 Jahren nicht mehr künstlich zu verbilligen... Dass das nicht gerade ein generöses Angebot ist, dürfte wohl jedem klar sein.
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      • #4
        das ist doch aber eigentlich gut oder???

        ich meine im ausland haben dann die produkte die in dem land hergestellt werden größere chancen weil die von dort aus gesehenen ausländischen produkte teurer werden... was wiederum die landwirtschaft in den ärmeren staaten stärkt, weil deren produkte gekauft werden....

        also ich halte das ganze für sehr verwirrend....

        mal zu dem welthandel.. wieso hat man denn angst davor.. ob ich nun reis aus china oder sonste wo her esse ist mir doch schnuppe solange das zeug halbwegs geniesbar ist... keine ahnung was das mit angst zu tun hat.

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        • #5
          Zitat von La-Forge
          mal zu dem welthandel.. wieso hat man denn angst davor.. ob ich nun reis aus china oder sonste wo her esse ist mir doch schnuppe solange das zeug halbwegs geniesbar ist... keine ahnung was das mit angst zu tun hat.
          Die haben nicht Angst davor, dass der Reis schlecht ist, sondern dass China ihn so billig auf den Markt wird, dass nur noch chinesische Produkte gekauft werden. Und das wollen natürlich die Europäischen und amerikanischen Produzenten auf keinen Fall. Ist doch ganz logisch.

          Das Problem für die Entwicklungsländer ist auch meistens nicht, dass ihr Zeug im Land nicht loswerden, sondern dass sie nicht exportieren können. Denn mit dem Export macht man wirklich Geld und bringt sein Land auf die Beine. Mit den "Schutzzöllen" ist das aber nicht möglich und deshalb nur am Rand interessant, dass in acht Jahren europäische Produkte bei ihnen einen leicht schlechteren Stand haben werden.
          Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
          Makes perfect sense.

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          • #6
            Da gabs doch mal vor ein paar Jahren streit wegen den Chiquita Bananen. Die kamen von irgendwo aus Südamerika oder so. Aber wegen den Franzosen, wurden die dann sehr teuer und nur noch die aus "europäischer" Produktion waren bezahlbar (obwohl sie qualitativ schlechter waren).
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            • #7
              hm.. das zu dem reisbeispiel.. leuchtet ein, aber trotzdem wundert es mich das die leute da so nen terror machen.. wäre es nicht besser, wenn die "politischen Druck" machen würden das dort mehr entschieden wird u.v.a. schneller???

              das mit den schutzzöllen wäre eben so etwas was man auf diesem "weltgipfel" entscheiden könnte.

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              • #8
                Terrorethisch sollte viel gemacht werden. Die Industrienationen haben aber kein Interesse daran ihre gegenwärtige Vormachtstellung aufzugeben, deswegen wird sich de facto nicht unbedingt viel ändern in den nächsten Jahren, trotz dieses Ergebnisses diesmal.
                Ich wurde schon als linkslinker Linksmarxistengutmenschlinker bezeichnet. Was soll das sein?

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                • #9
                  Zitat von La-Forge
                  Meine frage dazu: wieso rebellieren die bauern
                  Weil die koreanischen Reisbauern durch die Abschaffung der Subventionen und Schutzzölle ruiniert werden. Sie verlieren ihre Lebensgrundlage.

                  Auch die kleinen Agrarbetriebe in den Industriestaaten wie der BRD werden ohne Subventionen nicht überleben.

                  Das Problem der Abschaffung ist doch, dass davon nicht etwa arme Kleinbauern profitieren, sondern in erster Linie Grossgrundbesitzer in Staaten wie Brasilien.

                  Diese Subventionen und Zölle sind aber deshalb besondes pervers, weil die reichen Staaten ihre eigenen Produzenten und Märkte abschotten, aber die armen Staaten dazu zwingen, ihre Märkte zu öffnen und ihre Produzenten nicht zu subventionierne.

                  Eine Lösung gegen die Armut ist die Reduktion der Subventionen der Bauern in den Industriestaaten auf keinen Fall.
                  Resistance is fertile
                  Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                  The only general I like is called strike

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                  • #10
                    Weil die koreanischen Reisbauern durch die Abschaffung der Subventionen und Schutzzölle ruiniert werden. Sie verlieren ihre Lebensgrundlage.
                    ok auch einsehbar... aber es ist doch eine tatsache das in den industrienationen die effizienz der bauern deutlich höher ist, als in den entwicklungsländern... also bräuchte man diese doch nicht noch unterstützen.

                    in der tat ist es doch auch so das wenn man sich heute die bauernhöfe ansieht, und mit bauern spricht, das diese doch mit anderen sachen wesentlich mehr geld verdienen würden als mit der nahrungsmittelproduktion.. beispiel bio-sprit. weiterhin ist es doch so, das es in den industrienationen doch nur noch wenige bis sehr wenige bauern gibt. Der Subventionsabbau würde denen zwar weh tun, aber den anderen bauern der welt doch unweit mehr helfen... auserdem könnte man doch dann im falle der EU eine organisation schaffen, die alle bauern in der EU registriert, und an die sich dann weiterverarbeitende betriebe richten können, wenn sie ein bestimmtes Produkt benötigen oder so ähnlich.. eine vermittlungs agentur also... am besten wäre natürlich nicht staatlich sonst gibt das ein chaos wie beim arbeitsamt...

                    also irgendwie will das nicht in meinen kopf wo das nen problem geben sollen... lasst china bzw. Indien (halt die staaten wo reis gut gedeit) doch reis für die welt produzieren, wärent die europäischen bauern sich auf bio-sprit und biologischen anbau spezialisieren.. würde doch wesentlich mehr geld einbringen...

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                    • #11
                      ok auch einsehbar... aber es ist doch eine tatsache das in den industrienationen die effizienz der bauern deutlich höher ist, als in den entwicklungsländern... also bräuchte man diese doch nicht noch unterstützen.
                      Nö. Bestes Beispiel ist der Zucker, der zB in Brasilien mit 4-fach höherer Effizienz angebaut werden kann, als hierzulande.
                      Gleichzeitig profitieren dort auch ganze Bevölkerungsteile von jeder Tonne, die mehr exportiert wird.
                      Würden die Brasilianer Zugang zu fairem Handel haben, würden die einzigen Benachteiligten die europäischen Zuckerrübenbauern sein.

                      also irgendwie will das nicht in meinen kopf wo das nen problem geben sollen... lasst china bzw. Indien (halt die staaten wo reis gut gedeit) doch reis für die welt produzieren, wärent die europäischen bauern sich auf bio-sprit und biologischen anbau spezialisieren.. würde doch wesentlich mehr geld einbringen...
                      Ohne Subventionen lohnt sich Biosprit nun aber definitv nicht und der Bioanbau degradiert die Bauern von Ernährern auch eher zu pittoresken Elementen der gesellschaft.
                      können wir nicht?

                      macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                      • #12
                        Die Koreanischen Bauern protestieren, weil sie ebend derzeit auf Kosten der Allgemeinheit ein gesichertes Einkommen haben. Sie bekommen mehr Geld für ihre Waren, als diese auf dem Weltmarkt wert wären und dieses Geld erhalten sie von den heimischen Konkurrenten. Die Verlierer dieser regelung sind die heimischen Konsumenten, welche die höheren Preise zahlen müssen und die Bauern in den Ländern, die Aufgrund ihrer komparativen Wettbewerbsvorteile (vor allem billige Arbeit) in der Lage wären zu exportieren. Das ist elementare Zoll und Aussenhandelstheorie.

                        Begründen läßt sich die Existenz dieser Schutzmaßnahmen zum einen Institutionenökonomisch - eine kleine Gruppe profitiert stark, während die Masse ihre Verluste kaum spürt - oder auch Aufgrund von Versorgungsüberlegungen. Der Erhalt einer eigenen Nahrungsproduktion liegt halt auch im Nationalen Interesse, da man von ihr nicht abgeschnitten werden kann. Wenn dich das ganze wirklich interessiert und du einigermaßen fit in Mathe bist empfehle ich "Aussenhandelstheorie" von Horst Siebert, da wird die ganze Problematik umfassend erläutert.

                        Entwicklungsökonomisch gibt es kaum etwas übleres als die Exportsubventionen, die gehören imho umgehend abgeschafft denn sie sind eine echte Sünde wider dem Freihandel. Sie nehmen den Bauern in den EL praktisch jede Chance und fördern massiv die Armut dort. Auch die internen Subventionen und die Zölle in der EU und den USA auf Landwirtschaftliche produkte sollten eigentlich weitgehend abgeschafft werden. Aber da darf man sich nichts vormachen. das wird nur dann möglich sein, wenn man für die Bauern ein neues Beschäftigungsfeld findet und da steht imho Biosprit an erster Stelle - nur das der derzeit zu teuer ist. Ich setze jedoch einige Hoffnungen in das BTL von Choren, denn RME und Ethanol machen hier bei uns keinen Sinn.
                        LANG LEBE DER ARCHON

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                        • #13
                          @Direwolf
                          Wollte dir ne PN schreiben, ist aber nix da. Email funzt auch net. Bei dem Buch meinst du "Außenwirtschaft" nicht "Außenhandelstheorie" oder? Amazon
                          Ist da ein bestimmter Jahrgang wichtig, ich meine tuts auch ein Buch von 94? oder so, weil die werden recht günstig angeboten.

                          Was den freien Handel angeht wäre es sicher eine interessante Lösung das sich einzelne Regionen auf Dinge spezialisieren, so dass man sich Weltweit nicht im Weg steht. Allerdings gibt es da Probleme. Die Leute wollen z.B. bestimmt nicht nur H-Milch aus Amerika, sondern auch mal frische (auch bei Butter, Joghurt usw.), ist in den Regionen genug Platz zum Anbau - kann Asien den Weltbedarf an Reis decken, wachsen die gewünschten Sorten auch dort?, können andere Länder den Qualitätsstandards der Zielmärkte standhalten?

                          Wenn es alle diese Probleme nicht geben würde, wäre es eine gute Lösung. Dann würden halt die Leute umdenken und umlernen müssen, aber dann würde alles Reibungslos funktionieren. Aber so könnte es für viele sich zum negativen Wenden. Der Abbau von Subventionen würde z.B. in Deutschland jeden Milchbauern pleite gehen lassen. Die bekommen eh schon die meisten Einnahmen vom Staat, weil die Großen Konzerne die Preise drücken ohne Ende, gleichzeitig müssen aber mehr als genug Waren Produziert werden, dass der Endpreis für den Kunden gut ist. Wer würde heute noch Milch für 2,5 Euro/Liter kaufen oder Butter für 3 Euro /250gr.? Deswegen existieren ja Milchseen usw. weil durch die Subventionen gnadenlos überproduziert wird.

                          Ist schon komisch auf der einen Seite beführworte ich einen freien Welthandel, aber auf der anderen Seite würde es massive marktwirtschaftliche Probleme geben (in unseren Ländern!). Andere Regionen könnten aber richtig aufblühen und es könnte so vielleicht dazu beigetragen werden, dass diese sich in die Weltordnung einfügen und nicht Terroristen schicken, weil die dann merken das dies schlecht fürs Geschäft ist.
                          Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
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                          • #14
                            Die Frage ist halt, ob überhaupt eine Landwirtschaft existert, wenn sie nicht massiv subventioniert wird. Also ob überhaupt jemand Agrarprodukte herstellt, was ja eine relativ arbeitsaufwendige Arbeit, für die man vergleichsweise ohne Subventionierung/garantierte Preise/Schutzzölle nicht erhält.

                            Alle Industriestaaten können ihre Landwirtschaft nur noch über direkte oder indirekte Subventionen erhalten. In den ärmeren Staaten ist es kaum anders, da oft es entweder eine staatliche Subventionierung gibt oder die Bauern von Subventionierungen z.B. der EU profitieren (AKP-Staaten).

                            Daneben gibt es noch die Kleinbauern, die stark für sich selbst produzieren - also überhaupt nichts vom Subventionsabbau haben.

                            Die Landwirtschaft ist hier übrigens keine Ausnahme. Es gibt eine Reihe von Schlüsselindustrien, die über direkte oder indirekte (z.B. Rüstungsaufträge, staatliche Finanzierung von Forschung, andere Staatsaufträge) Subventionen am Leben gehalten werden, z.B. Schiffbau, Flugzeugbau ..

                            Wenn man die Umverteilung sieht, die es in allen Industriestaaten gibt, dann kann man im Endeffekt sagen, dass die gesamte Wirtschaft von direkten oder indirekten (z.B. Steuersenkungen) Subventionen abhängig ist.

                            /Edit: durch Landwirtschaft kann ein Staat niemals "aufblühen", da die term of trade für Agrarprodukte im Vergleich zu Industrieprodukten immer schlechter sind. Also ein Staat, der landwirtschaftliche Produkte produziert, hat gegenüber einem Staat, der Industrieprodukte herstellt, leidet immer unter Kapitalabfluss - wie heute schon die meisten armen Länder.
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                            • #15
                              Stimmt, "Aussenwirtschaft" und "Weltwirtschaft" waren die beiden Standartwerke. Ist halt schon ne Weile her mit dem Studium . Also ich denke da kannst jede Ausgabe nehmen, die theoretischen Grundlagen haben sich ja nicht geändert, nur die Politikkapitel sind nicht mehr so ganz Aktuell, da sie natürlich die WTO nicht behandeln können.
                              LANG LEBE DER ARCHON

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