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Monopole und Kapitalismus

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    Monopole und Kapitalismus

    Man lernt und weiss ja, dass Kapitalismus effizient ist/wäre. Das (bzw die) Prinzip(ien) lautet/n: Konkurrenz belebt das Geschäft, Monopole stören nur und hindern den Markt sich zu entfalten und verfälschen Preise usw.

    Wenn ich mich umschaue stimmt es ja irgendwie auch.
    Schau ich im Supernarkt in die Regale sehe ich viele viele verschiedene Marken(namen): Milka, kommt das nicht aus Österreich? Toblerone, tolles Mitbringsel aus der Schweiz. Rama, ist das nicht was ursprünglich holländisches? Pedigree Pal, Chappie, Sheba uswusf
    Viele tolle Sachen. Aber wenn man sich die Packungen mal genauer ansieht, was steht dann eigentlich noch so kleingedruckt oben? Product of Unilever, Kraftfoods, Masterfoods etc
    Woher bekamen eigentlich meine Eltern die Lebensmittel?

    Es gibt viele Waschmittel. Welches mag wohl das beste sein? Persil, Spree, Ariel, Dixan,... Es gibt mindestens ein Dutzend! Aber auch da, wenn ich mir da die Packungen ansehe sehe ich im Endeffekt hauptsächlich nur 2 Namen: Henkel oder Unilever (glaube ich).

    Jeder würde gern ein schickes Auto haben. Was gibt es nicht alles tolles: Skoda, Bugatti, Seat, Audi, Chysler, Opel, Jaguar uswusf.
    Aber Moment, gehört Seat und Skoda nicht zu VW, Chrysler und Daimler...da war doch vor Jahren mal was..? Und hatte Daimler nicht massive Probleme mit Rover? Ferrari gehört doch auch zu Fiat und wem gehört eigentlich Fiat?

    Telefonieren kann ja so billig sein dank der vielen Anbieter. In Aut gibt es immerhin A1, T-Mobile, One, telering, 3... Aber da war doch erst vor kurzem was...hat T-Mobile nicht telering übernommen? A1 gehört doch zu Vodafone und was hat Vodafone noch alles? Und T-Mobile hier (Aut) und T-Mobile dort (Dtl)...ist das nur Zufall oder gehören die im Endeffekt wirklich zusammen?

    Hach war das ein Geschrei (oder Freude) gross: Bank Austria (BA, ehemals "rot") fusionierte mit der Creditanstalt (CA, "schwarz"). Nun BA-CA, endlich kann man im grossen Bankengeschäft mitmischen.
    Aber halt, ich bilde mir ein mal was von HVB gehört zu haben...und hatten die selber nicht vor kurzem Probleme? Doch irgendwie scheint man nun statt bayrisch, italienisch zu reden...?! Kann das sein?
    Und selbst die Raiffeisenkasse spricht nun ukrainisch, die OMV (ÖsterrreichischeMineralVerarbeitung) bulgarisc. Aber was sprechen die dann letztendlich wirklich für eine Sprache..?

    Was gibt es nicht viele Klamotten. Für jeden Mensch etwas, jeder Style ist vorhanden, jede Epoche zu haben. Der letzte Schrei muss es sein! UND natürlich billig.
    Gehen wir mal schnell zum H&M um die Ecke, oder vielleicht ist eher C&A mein Stil. Ach neee, das tragen doch alle, mag sich einer denken. Na wie wäre dann mit Peek&Cloppenburg etc?
    Wo haben wir eigentlich vor 10 Jahren unsere Sachen gekauft? Was haben unsere Eltern eigentlich ohne die ganzen Firmen gemacht? Ging das überhaupt?

    Meine Schwester hat die Lehre in einem kleinen Buchgeschäft gemacht. Um Weihnachten herum besuchte sie die Leute und es geht anscheinend nicht so gut. Aber der Buchhandel klagt nicht so wirklich... Wo wird eigentlich gekauft? Thalia (weiss nicht, ob es das in Dtl auch gibt), ist ja viel praktischer wenn man in ein riesen Laden kommt wo man alles bekommt. Oder amazon ist überhaupt am besten und bequemsten.

    Elektrosachen? Geh ich mal schnell zu Saturn, Cosmos oder Media Markt... Ach, 2 von den 3en gehören ja zusammen! Und Cosmos gehört ja der BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft).



    Kapitalismus lebt also von der Konkurrenz. Ist das die Konkurrenz die wir meinen?
    Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
    Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

    #2
    Die Konkurrenz ist aber überhaupt erst für diese Markenvielfalt verantwortlich. Du hättest niemals eine derartige Auswahl, wenn über jedes Produkt (wie es sich einige hier ja vorstellen) erstmal Basisdemokratisch abgestimmt werden müsste. Der Punkt ist doch:
    Der (Welt-)Markt ist so unglaublich komplex, dass es niemanden geben kann, der ihn komplett durchschaut. Der Kapitalismus sorgt jedoch dafür, dass er relativ selbstorganisierend ist. D.h. du brauchst keinen Verwaltungsapparat von zig Millionen Leuten, die darüber nachdenken, wie man möglichst effizient Bananen nach Deutschland schaffen könnte. Das erledigt sich quasi von selbst.
    Willst du jetzt bestimmte Dinge verbessern, kannst du nicht einfach hingehen und sagen: "es sei...". Genauso könntest du versuchen, einen Topf mit Wasser zum Kochen zu bringen, in dem du jedes Atom mit einem Laser bestrahlst.
    Die Monopole die du ansprichst sind natürlich problematisch, aber eine Konsequenz daraus, dass immer mehr Menschen Zugang zum Weltmarkt erhalten und sich daher die Maßstäbe verschieben. Schau dir doch dazu mal an, von welchen Marken du neuerdings kaufen kannst: Autos aus Korea, Handys aus China etc.
    Ausserdem bedeutet der gleiche Konzern derzeit ja nicht unbedingt die gleiche Marke.
    können wir nicht?

    macht nix! wir tun einfach so als ob!

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      #3
      Zitat von blueflash
      Die Konkurrenz ist aber überhaupt erst für diese Markenvielfalt verantwortlich.
      Die Vielfalt ist doch eine pure Täuschung: ein, zwei Konzerne verkaufen z.B. Waschmittel unter diversen Markennamen. Man kann hier nicht einmal von Konkurrenz sprechen. Und ob verschiedene Verpackungen tatsächliche verschiedene Produkte bedeuten, ist noch eine ganz andere Frage.
      Zitat von blueflash
      Der (Welt-)Markt ist so unglaublich komplex, dass es niemanden geben kann, der ihn komplett durchschaut. Der Kapitalismus sorgt jedoch dafür, dass er relativ selbstorganisierend ist. D.h. du brauchst keinen Verwaltungsapparat von zig Millionen Leuten, die darüber nachdenken, wie man möglichst effizient Bananen nach Deutschland schaffen könnte. Das erledigt sich quasi von selbst.
      Effizient? 1.) Ignorierst du die gigantischen Unternehmensbürokratien, 2.) die gigantischen staatlichen Bürokratien und 3.) kann von Effizienz angesichts Hungers, viel zu vielen Toten an leicht heilbaren Krankheiten und verbreiteter Armut nun wirklich keine Rede sein.

      Im Übrigen werden alle diese Prozesse geplant. Sie laufen nicht von alleine ab. Sie werden organisiert - und zwar von Lebensmittel- und Einzelhandelskonzernen. Die Planung erfolgt aber nicht auf der Grundlage der Bedürfnisse, sondern auf der Grundlage höchst möglicher Profite. Und Profite lassen sich nun mal nicht mit dem Verkauf an Arme machen, die aber sehr wohl z.B. Lebensmittelbrauchen, aber zu wenig Geld haben.
      Zitat von blueflash
      Die Monopole die du ansprichst sind natürlich problematisch, aber eine Konsequenz daraus, dass immer mehr Menschen Zugang zum Weltmarkt erhalten und sich daher die Maßstäbe verschieben. Schau dir doch dazu mal an, von welchen Marken du neuerdings kaufen kannst: Autos aus Korea, Handys aus China etc.
      Ausserdem bedeutet der gleiche Konzern derzeit ja nicht unbedingt die gleiche Marke.
      Wenn man die Situation global anschaut, dominieren heute sehr viel weniger Konzerne die Märkte. Handys aus China kommen von europäischen oder japanische Konzerne etc. Und Markenvielfalt ist reine Verarsche, eine Vortäuschung von Konkurrenz, wenn dahinter wenige Konzerne stehen.
      Resistance is fertile
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        #4
        Zitat von max
        Effizient? 1.) Ignorierst du die gigantischen Unternehmensbürokratien, 2.) die gigantischen staatlichen Bürokratien und 3.) kann von Effizienz angesichts Hungers, viel zu vielen Toten an leicht heilbaren Krankheiten und verbreiteter Armut nun wirklich keine Rede sein.
        Warum machst du ein Wirtschaftssystem, dass in den betreffenden Ländern überhaupt nicht durchgesetzt wird, für die Probleme dort verantwortlich?

        Im Übrigen werden alle diese Prozesse geplant. Sie laufen nicht von alleine ab. Sie werden organisiert - und zwar von Lebensmittel- und Einzelhandelskonzernen. Die Planung erfolgt aber nicht auf der Grundlage der Bedürfnisse, sondern auf der Grundlage höchst möglicher Profite. Und Profite lassen sich nun mal nicht mit dem Verkauf an Arme machen, die aber sehr wohl z.B. Lebensmittelbrauchen, aber zu wenig Geld haben.
        Da können wir wohl von Glück reden, noch längst nicht alle verhungert zu sein. Aber wie du wohl selbst bemerkt hast, kann man als Verbraucher sehr wohl im Kapitalismus steuern, was passiert, und zwar zuletzt mit seinem Geld.
        Dass jeder davon ein gewisses Mindestmaß besitzt ist Aufgabe der Politik.
        können wir nicht?

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          #5
          Zitat von blueflash
          Warum machst du ein Wirtschaftssystem, dass in den betreffenden Ländern überhaupt nicht durchgesetzt wird, für die Probleme dort verantwortlich?
          Nicht durchgesetzt wird? Der Grossteil der Staaten aus diesem Planeten sind Teil eines Wirtschaftsystems: dem Kapitalismus. Selbst Staaten, die sich selbst isolieren, wie Kuba oder Nordkorea, sind Teil dieses System. (In Kuba wird die Tourismusindustrie von europäischen und kanadischen Konzernen dominiert, in Nordkorea produzieren südkoreanische Konzerne). Die meisten armen Staaten leiden unter Kapitalabfluss in die westlichen Staaten - was noch dadurch verstärkt wird, dass diese Staaten meist nur Agrarprodukte für westliche Märkte produzieren, also unter ungünstigen terms of trade leiden.
          Zitat von blueflash
          Da können wir wohl von Glück reden, noch längst nicht alle verhungert zu sein.
          Angesichts der vorhandenen Möglichkeiten (Technologien, Umfang der Produktion etc.) ist die heutige Welt erbärmlich. Der Kapitalismus ist eben erschreckend ineffizient, wenn es um die Verteilung der produzierten Güter, wenn es um Zugang zu produzierten Gütern geht.
          Zitat von blueflash
          Aber wie du wohl selbst bemerkt hast, kann man als Verbraucher sehr wohl im Kapitalismus steuern, was passiert, und zwar zuletzt mit seinem Geld.
          Nur ist der Umfang dieses Geldes bei den meisten so gering, dass sie überhaupts nicht steuern können, sondern nur reagieren können. Sie können nur versuchen möglichst billig ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Mit "steuern" hat dies nun wirklich nichts zu tun.
          Zitat von blueflash
          Dass jeder davon ein gewisses Mindestmaß besitzt ist Aufgabe der Politik.
          Mindestmass? Momentan gibt es Bemühungen das "Mindestmass" immer mehr zu reduzieren, um den Reichtum der Reichsten noch mehr zu vergrössen.
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            #6
            Zitat von blueflash
            Die Konkurrenz ist aber überhaupt erst für diese Markenvielfalt verantwortlich.
            Starke Aussage! Bzw eher unverständlich.
            Klar, das die Konkurrenz die Markenvielfalt erst möglich machte. Nur sehe ich das nicht unbedingt als Konkurrenz (der unheimliche Wirtschaftliche Aufschwung nach dem 2. WK wird ja teilweise als grosse Ausnahmezeit innerhalb des Kapitalismus gesehen), da viele Produkte entweder neu waren, oder es generell nicht viel gab.
            Konkurrenz entsteht mMn erst, wenn es mehrere Produkte derselben Sparte gibt und nebeneinander existieren. Das war zB nach dem Krieg kaum der Fall. Und jetzt sind die Konzerne so gross, dass sie sich inzwischen einkaufen, oder gar nicht aufkommen lassen.
            Es existiert doch bitte dieses Vielfalt nicht mehr. Oder genügen dir alleine die Namen die nebeneinander existieren, aber im Grunde von wenigen Konzernen kommen? Langfristig läuft es für mich auf gewaltige Monopole hinaus!

            Zitat von blueflash
            Die Monopole die du ansprichst sind natürlich problematisch, aber eine Konsequenz daraus, dass immer mehr Menschen Zugang zum Weltmarkt erhalten und sich daher die Maßstäbe verschieben. Schau dir doch dazu mal an, von welchen Marken du neuerdings kaufen kannst: Autos aus Korea, Handys aus China etc.
            Ausserdem bedeutet der gleiche Konzern derzeit ja nicht unbedingt die gleiche Marke.
            Mehr Menschen haben Zugang zum Weltmarkt? Ich wüsste nicht, dass ein Mensch aus Timbuktu, Shengzen oder Sao Paolo auch nur irgendwas bewegen könnte. Die die Zugang haben sind die die gross sind, Geld haben und Einfluss. Das sind Konglomerate wie die Megafirmen in Süd Korea, General Motors oder von mir aus der Dt. Post. DIE kaufen sich in andere Firmen und Konzerne ein und je nachdem zerstören sie oder fusionieren halt, je nachdem. Und wenn sie schlau sind (und das sind viele), holen sie vorher noch viele Subventionen bevor sie das machen.
            Und auch wenn ich ein Auto aus Korea kaufe, hat nicht erst vor ein paar Jahren Mercedes irgendwas mit einer koreanischen Marke, Mitsubishi, zu tun? (gerade nachgesehen, es handelt sich um Japaner)
            Und umgekehrt Benq (Taiwan) mit Siemens und so geht es weiter und weiter. Ist doch vollkommen egal von wo was kommt, weil eigentlich e ein und derselbe dahintersteht, auch wenns 2 Kontinente weit weg ist!
            Und auch AEG gibt es unter ITM weiter (wer auch immer das ist) und Philips gehört zu Sagem. Und ob ich nun von Philips, Sagem oder Hagenuk ein Fax kaufe ist vollkommen egal, weils alle dieselben sind! Und weiss der Geier wer wieder hinter diesen steht.

            Wo bitte bleibt da Konkurrenz? Die kann doch bei solchen Riesen gar nicht mehr erst entstehen! Und auch wenn man Kartellämter ins Spiel bringt, gibt es wohl genügend Beispiele, wo die erst nach Jaaaahren drauf kommen. Wie denn auch, wenn alle die mitmachen dicht halten, fliegt das auch erst spät oder gar nicht auf.

            Zitat von blueflash
            Der Kapitalismus sorgt jedoch dafür, dass er relativ selbstorganisierend ist.
            Ich weiss nicht, ob du nun selbstregulierend meintest oder wirklich selbstorganisierend - jedenfalls organisieren tut er sich in der Tat selber, aber in welche Richtung.... Regulieren tut er sich komplett gar nicht! Sieht man ja wohin es geht.
            Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
            Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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              #7
              Angesichts der vorhandenen Möglichkeiten (Technologien, Umfang der Produktion etc.) ist die heutige Welt erbärmlich. Der Kapitalismus ist eben erschreckend ineffizient, wenn es um die Verteilung der produzierten Güter, wenn es um Zugang zu produzierten Gütern geht.
              Sagen wir, er ist ineffizient, wenn es um die gleichmässige und gerechte Verteilung von Gütern geht. Das Problem ist aber, dass ich nicht wirklich eine gute Alternative zur Marktwirtschaft (Kapitalismus ist nur eine Form von Marktwirtschaft) sehe. Gelänge es, über Steuern allen Menschen weltweit ein Grundeinkommen und eine gesicherte Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Wohnungen, Bildung und Informationsgütern zu sichern, hätte ich gar nichts dagegen, wenn über dieser Ebene ein "kapitalistischer" Markt agiert, so lange demokratische Regierungen am Werk sind und die Nachhaltigkeit gewährleistet ist.

              Ich bin wohl Sozialdemokrat.
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