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20 Jahre Tschernobyl

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  • 20 Jahre Tschernobyl

    Nun ist es also bereits 20 Jahre her (ich war damals 5 Jahre alt), das es passierte aber noch heute leiden etliche Menschen an den Folgen, viele sind bereits gestorben.
    Atomenergie - einerseits nützlich, doch ausser Kontrolle geraten sehr gefährlich. Eine Garantie für hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, finde ich, Tschernobyl sollte sicher sein, ein Irrtum.
    Neulich habe ich im WDR in der Sendung "quarks & Co." etwas zum Thema gesehen. Es wird ja auch Katastrophentourismus betrieben, es werden Führungen durch das Kraftwerk und die Geisterstadt Pripjat gemacht. Muss schon ein bedrückendes Gefühl sein, da durch zu fahren.

    Quelle: n-tv.de

    Mittwoch, 26. April 2006
    Gedenken an den GAU
    20 Jahre Tschernobyl

    Mit einer Schweigeminute hat die Ukraine an den 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erinnert. Hunderte Menschen zogen am Mittwochmorgen mit brennenden Kerzen und roten Nelken durch die Straßen von Slawutysch. Der Ort wurde für die Arbeiter des Atomkraftwerks gebaut, nachdem am 26. April 1986 der Reaktor des Blocks IV explodiert war. Im Laufe des Tages wurde Präsident Viktor Juschtschenko in der Sperrzone um Tschernobyl erwartet. Auch in Deutschland waren Gedenkveranstaltungen geplant.

    Der Unfall ist der bislang schwerste weltweit. In nur 50 Sekunden löste überhitzter Dampf mehrere Explosionen aus, die den Reaktor in die Luft jagten. Tagelang gelangte radioaktives Material in die Luft und wurde nach ganz Europa geweht. Auslöser des Super-GAUs war eine fehlerhaft ausgeführte Notfallübung.

    Um 01.23 Uhr Moskauer Zeit - dem Zeitpunkt der Explosion - läuteten Glocken. Sirenen heulten auf. In der Hauptstadt Kiew legte Juschtschenko Rosen an einem Denkmal für die Feuerwehrleute und Ingenieure nieder, die infolge ihres Einsatzes bei der Katastrophe gestorben waren. Viele von hatten lediglich Schaufeln und Gasmasken getragen, als sie den hoch radioaktiven Schutt beiseite räumten. Später will Juschtschenko überlebende "Liquidatoren" - die damaligen Einsatzkräfte - treffen. Das Gebiet mit einem Radius von 30 Kilometer um Tschernobyl ist bis heute gesperrt. Dort leben nur noch einige ältere Menschen, die sich weigern, ihre Häuser zu verlassen.

    "Die heutigen Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Unfalls bedeuten leider nicht, dass wir uns von Tschernobyl verabschieden können", sagte Parlamentssprecher Wolodymyr Lytwyn während einer Sondersitzung des Gremiums. "Der Reaktorunfall wird die Menschen im Land noch mehr als eine Generation lang beschäftigen."

    Unterschiedliche Schätzungen von Opferzahlen

    Nach dem Unfall waren in weiten Teilen Europas erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schätzt, dass in der Folge der Katastrophe allein 93.000 Menschen an Krebs gestorben sind oder noch sterben werden. Die Ärzte-Organisation IPPNW geht von 50.000 bis 100.000 Liquidatoren aus, die bereits gestorben sind oder noch in diesem Jahr sterben werden. Die UN-Behörde IAEA erklärte dagegen 2005, weniger als 50 Tote könnten "direkt auf die Strahlung durch den Unfall zurückgeführt werden". Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von 9.000 Toten in Zusammenhang mit der Explosion aus. Bis heute werden Missbildungen bei Neugeborenen als Folge der radioaktiven Belastung registriert.

    Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden umgesiedelt. Dennoch gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass immer noch sieben Millionen Menschen in Regionen mit erhöhtem Strahlenwert leben. Bestimmte Gebiete in Weißrussland und der Ukraine sind noch immer so stark verseucht, dass sie für Menschen noch immer nicht nutzbar sind. Der zerstörte Reaktor wurde mit westlicher Hilfe in einen Beton-Sarkophag eingeschlossen, der nun erneuert werden soll.

    Greenpeace demonstriert

    In Berlin waren für Mittwoch politische Diskussionen geplant, die Evangelische Kirche lud zu einem Gedenkgottesdienst. Anti-Atom-Proteste waren unter anderem in Münster, Lingen und Dortmund vorgesehen. Greenpeace will sich in 70 Städten Deutschlands mit Mahnveranstaltungen und Protestaktionen unter anderem vor dem Brandenburger Tor in Berlin für ein Ende der Atomkraft einsetzen.

    "Atomar-fossiles Zeitalter geht zu Ende"

    Der SPD-Umweltexperte Hermann Scheer bezeichnete Atomenergie bei n-tv als unzeitgemäß. "Das atomar-fossile Zeitalter ist jetzt schon am Röcheln. Man sieht es an allen Ecken und Enden."

    "Eine Krise jagt die andere - von der Atomkrise bis zur fossilen Versorgungskrise", so Scheer weiter. "Das Argument, man brauche noch Zeit für die Mobilisierung erneuerbarer Energien, ist falsch. Nichts geht schneller zu mobilisieren als erneuerbare Energien." Scheer ist Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien.
    >>>Mein YouTube-Kanal<<<
    „Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.“ ~Khalil Gibran~

  • #2
    Ja tragische Sache. War damals auch noch so ein kleiner unschuldiger Junge.

    Ich denke man muss natürlich mit Atomenergie sehr vorsichtig umgehen und darf keinesfalls so überheblich werden, wie es bei Tschernobyl sicherlich der Fall war, aber generell würde ich sie nicht ablehnen. Es gibt inzwischen doch Reaktor-Arten, die im Gegensatz zu Tschernobyl wirklich sicher sind bzw. so sicher, wie so ein Kraftwerk eben sein kann. Ein Beispiel ist z.B. der europäische Druckwasserreaktor.
    Ich hatte letztens auch was über neue Typen gelesen, wo rein physikalisch scheinbar Kernschmelzen unmöglich sein sollen. Leider finde ich dazu nichts.
    Da hätte man dann nur noch Probleme mit dem Müll. Allerdings finde ich dieses Problem eher lösbar, als unsere Klimaproblematik, sowie die drohende Verteuerung der fossilen Brennstoffe insbesondere Öl. Erneuerbare Energien werden die Lücke nicht schnell genug schließen können (zumindest hat mir das noch niemand glaubhaft zeigen können) und bevor man dann mit dreckigen Alternativen versucht dieses Lücke zu schließen, sollte man IMO doch lieber zu neuen Hightech-Reaktoren greifen, die halbwegs CO² neutral sind.
    Wenn dann die erneuerbaren Energie weit genug ausgebaut hat (und das Uran dann auch aufgebraucht ist, was ja auch nicht mehr lange dauert), dann kann man die entsorgen. Da gibt es genug Möglichkeiten.

    Tschernobyl sollte ein Anstoß sein kritisch über die Atomtechnologie nachzudenken und sie nicht pauschal zu verdammen. Kriegt man die GAUs, sowie den Strahlungsmüll technisch in den Griff, dass sind mit Atomreaktoren tausendmal lieber als ein Kohlekraftwerk oder andere Dreckschleudern, die noch überall rumstehen.
    Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
    Makes perfect sense.

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    • #3
      Das wird jetzt wieder misbraucht um Atomenergie generell niederzumachen

      Was in Tschernobyl passiert ist war keine Kernschmelze, wie man meistens bei Atomunfällen vermutetet, bzw. befürchtet.
      Statt dessen ist der Reaktor als Druckbehälter explodiert. Und das auch hauptsächlich durch menschliches Versagen, weil Sicherheitsmaßnahmen abgeschaltet und Warnungen ignoriert wurden.
      In westlichen Reaktoren kann das nicht passieren, da sie nach einem anderen Prinzip aufgebaut sind

      Und natürlich nimmt Greenpeace die höchsten Opferzahlen und geht gleich von 100.000 aus

      Natürlich ist es schlimm. Aber mir ist Atomenergie zigmal lieber als für die gleiche Energiemenge Millionen Tonnen Steinkohle zu verbrennen. Wieviele Leute dadurch beeinträchtigt werden interessiert niemanden


      Harmakhis:
      In Hochtemperatur Thorium Reaktoren ist auch eine Kernschmelze fast unmöglich da die Spaltung irgendwann wieder abnimmt.
      Natürlich hat man die Forschung daran in Deutschland nach etwas öffentlich Panikmache wieder eingestellt. Jetzt wird halt im Ausland daran gebaut:
      http://de.wikipedia.org/wiki/HTR
      Zuletzt geändert von Serenity; 26.04.2006, 18:41.
      "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
      "
      Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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      • #4
        Zitat von Serenity
        Was in Tschernobyl passiert ist war keine Kernschmelze, wie man meistens bei Atomunfällen vermutetet, bzw. befürchtet.
        Statt dessen ist der Reaktor als Druckbehälter explodiert. Und das auch hauptsächlich durch menschliches Versagen, weil Sicherheitsmaßnahmen abgeschaltet und Warnungen ignoriert wurden.
        In wesentlichen Reaktoren kann das nicht passieren, da sie nach einem anderen Prinzip aufgebaut sind.
        Daß ein solcher Vorfall sich so nicht bei uns wiederholen kann, ist wohl richtig. Was für ein Fehler es im Einzelnen war, ist an sich auch irrelevant, denn das verheerende Resultat entscheidet. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin vor dem Hintergrund der zur Neige gehenden fossilen Brennstoffe auch kein Freund des (so wie bei uns ausgeführten) Atomausstiegs. Menschliches Fehlverhalten und/oder technische Fehler sind aber niemals auszuschließen, bei aller Redundanz.

        Bei den Risiken der Atomenergie muß der Bau, Betrieb und auch das Abschalten eines AKWs sehr wohl überlegt und mit den Risiken abgewogen sein. Wie gesagt, ich bin nicht wirklich dagegen - aber mich beschleicht angesichts des Jahrestags doch ein sehr unangenehmes Gefühl...
        Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
        -Peter Ustinov

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        • #5
          Ich war damals 16 Jahre alt und mein Vater arbeitete im nationalen Versuchslabor für Kernenergie der Schweiz (heute Paul Scherrer Institut).
          Von Anfang an hat er mich schon vor dieser Katastrophe gut darüber informiert, was Kernenergie ist, Cäsium und Plutonium, Halbwertszeit und solche Dinge waren für mich keine Fremdwörter mehr. Deshalb habe ich der Lehrerin damals geholfen, zu erklären, was eigntlich passiert ist und was das für uns bedeutet.
          Trotzdem war auch ich geschockt darüber, wie leichtsinnig die Menschen da gehandelt haben. Ich bin auch dafür, dass man Atomenergie nützt. Es sollte heutzutage genug Sicherheit möglich sein. In einem Umkreis von ca. 60km sind vier Atomkraftwerke um mich rum. Und wir sind nicht nur abhängig von den Arbeitsplätzen, sondern wir wissen auch, wie sicher dass unsere Kraftwerke sind. Die ganze Kommandostruktur ist so aufgebaut, dass solch ein menschliches Versagen bei uns gar nicht passieren könnte.
          Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
          Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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          • #6
            Zitat von Sandswind
            Daß ein solcher Vorfall sich so nicht bei uns wiederholen kann, ist wohl richtig. Was für ein Fehler es im Einzelnen war, ist an sich auch irrelevant, denn das verheerende Resultat entscheidet. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin vor dem Hintergrund der zur Neige gehenden fossilen Brennstoffe auch kein Freund des (so wie bei uns ausgeführten) Atomausstiegs. Menschliches Fehlverhalten und/oder technische Fehler sind aber niemals auszuschließen, bei aller Redundanz.

            Bei den Risiken der Atomenergie muß der Bau, Betrieb und auch das Abschalten eines AKWs sehr wohl überlegt und mit den Risiken abgewogen sein. Wie gesagt, ich bin nicht wirklich dagegen - aber mich beschleicht angesichts des Jahrestags doch ein sehr unangenehmes Gefühl...
            Stimme dem uneingeschränkt. Diese Einstellung "Bei uns ist alles sicher" ist genauso überheblich wie die damals der Sowjets. Selbst wenn es so in der Art nicht passieren kann, können anderen Dinge passieren. Angeblich sind die AKW´s gegen Anschläge nicht sicher. Wenn z.B. nen Jet reinkracht oder so.

            Von der Emission mögen AKw´s auch wesentlich sauberer sein als andere Kraftwerke. Aber der Atommüll ist langfristig bedenklich da er sehr lange strahlt. Irgendwann sind auch die Endlager voll. Das sollte man nicht vergessen. Wo kommt dann der Müll hin? Ins Meer? Auf dem Mond?

            Zur Zeit von Tschernobyl war ich 10 Jahre alt und weiß noch wie damals Menschen mit Geigerzählern über abgesperrte Spielplätze gelaufen sind. War schon komisch und beängstigend.

            Naja, heute werden immer noch mißgebildete Kinder von der Strahlung geboren. Das sollte einen zu denken geben.

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            • #7
              Hallo,

              ...stimme Sky und Sandswind zu, auch wir sind nicht sicher vor einer solchen Katastrophe.
              Natürlich werden jetzt wieder die Atomgegner mit der Atom-Lobby über Sinn und Unsinn der Kernenergie debattieren.

              Sehe das erstmal recht prakmatisch, bisher hat uns die Kernenergie mit Strom versorgt.
              Aber...
              ...mitlerweile gibt es viel Alternativen und daher bin ich der Ansicht, dass der Anteil an Kernernergie reduziert werden sollte.
              Sei es Erdwärme, Solarwärme oder Solarstrom; Biogaskraftwerke die schon ganze Ortschaften mit Strom und Heizwärme versorgen.
              Alle diese Alternativen müssen mehr gefordert und vor allem gefördert werden, doch so lange Öllobby und Atomlobby unsere Volksvertreter dermaßen manipulieren wird sich nicht viel ändern.

              Was die doch so saubere Kernenergie anrichten kann hat uns Tschernobyl eindrucksvoll bewiesen. Von Nagasaki, Hiroshima und verstrahlten Testgebieten, einschließlich der Menschen, will ich erst gar nicht reden.

              Gruß Night...
              "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
              "Ich bin mit meinem bisschen Mensch sein derartig ausgelastet - zum Deutsch sein komm' ich ganz selten." (V. Pispers)

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              • #8
                Zitat von Skymarshall
                Naja, heute werden immer noch mißgebildete Kinder von der Strahlung geboren. Das sollte einen zu denken geben.
                Ich find diesen Vorfall und die Folgen dessen auch schlimm. Es gab mal bei National Geographics einen Artikel dazu ich glaub in der vorlezten Ausgaben. Und die Bilder die sie dort Veröffentlicht haben geben einem nicht nur zu denken sondern sich auch erschreckend. Die Häuser wirkem geisterhaft, die Menschen die dort noch in der nahe wohnen sterben auch schon durchschnittlich mit 50 oder 60 Jahren an den Folgen. Als dieses Unglück passierte war ich noch gar nicht auf der Welt. Aber die Folgen dessen werden noch unsere Kinder und dessen Kinder leider zu spüren bekommen. Die Menschen aber gehen dort damit schon viel leichter um, naja schließlich müssen sie auch leben.

                Ich hab hier mal spannende Artikel gefunden zu diesem T

                Die wahren Folgen von Tschernobyl


                In den verstrahlten Gebieten in der Ukraine und Weißrussland gewinnt die eigentliche Katastrophe erst jetzt zunehmend an Fahrt - immer mehr Menschen leiden an der Strahlung. Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage für die Kinder. Nur noch rund 20 Prozent der Kinder sind überhaupt gesund, so dass Gesundheitsministerium in Weißrussland.

                In manchen Dörfern ist gewöhnlicher Schulsport kaum noch möglich, viele SchülerInnen sind einfach zu geschwächt. Sie leben auf strahlenbelastetem Boden. Hauptursache der Erkrankungen ist die schleichende Anreicherung des radioaktiven Cäsiums, durch das verstrahlte Essen. Unbelastete Nahrung ist für die meisten unerschwinglich.

                Kinder im Alter von zwölf Jahren leiden unter Bluthochdruck und Magenschleimhautentzündungen. Die Radioaktivität schädigt aber auch die Nieren und greift das Nervensystem an. Patologien der Organe treten auf. Eine hohe Cäsiumbelastung kann bei Kindern zum Grauen Star und zur Skleroese der Blutadern im Auge führen.

                Es kommt zu Störungen des Immunsystem und des Hormongleichgewichts. Alleine in Weißrussland sind 600 000 Kinder betroffen.

                »Tschernobyl-Aids«

                Die Folgen der Strahlung haben für die Kinder und Jugendlichen noch viele Gesichter: So verzögert sie das Wachstum einerseits und lässt die Menschen andererseits schneller altern. Sie genesen langsamer nach Krankheiten – schuld ist die Immunschwäche, auch »Tschernobyl-Aids« genannt.


                Wie weit der Tschernobylunfall Krebserkrankungen verursacht, lässt sich bisher nur erahnen.

                Bisher sind 1800 Kinder und Jugendliche in Weißrussland an Schilddrüsenkrebs erkrankt Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass 25 Prozent der Menschen, die während des Tschernobyl–Fallouts jünger als vier Jahre alt waren, Schilddrüsenkrebs bekommen werden. Mit möglicherweise 100.000 Schilddrüsenkrebskranken aus allen Altersschichten rechnet der Strahlenmediziner Edmund Lengfelder.

                Stark radioaktiv belastet ist das Gebiet Gomel, rund 80 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Dort hat die Häufigkeit aller Krebserkrankungen in nur zehn Jahren nach dem Super–Gau zwischen 1989 und 1999 bereits um mehr als ein Drittel zugenommen. Den stärksten Anstieg an Erkrankungen gab es in den am höchsten belasteten Gebieten - Leukämie tritt 50 Prozent häufiger auf.

                Brust- und Lungenkrebs aber zeigen sich erst nach rund 20 Jahren, Magen-, Haut- und Mastdarmkrebs schätzungsweise nach 30 Jahren.

                Genetische Störungen

                In den hoch belasteten Regionen der Ukraine zeigten sich schon in den ersten vier Jahren nach dem Unfall krankhafte Veränderungen im Bereich der menschlichen Fortpflanzung. Genetische Störungen vervielfachten sich um den Faktor 15, Fehlbildung treten dreimal so häufig auf. Die Zahl der zeugungsunfähigen Männer stieg um 300 Prozent.


                Die ukrainische Regierung berichtete im März 2002, dass von den drei Millionen Menschen in der Ukraine, die Radioaktivität aufgenommen haben, 84 Prozent als krank registriert sind. Darunter befinden sich eine Millionen Kinder.

                Retter in Not

                Fast vergessen sind die 600.000 zumeist jungen Männer, die damals aus der ganzen Sowjetunion zum Reaktor und in die Region um Tschernobyl geschickt wurden. Sie sollten den Reaktorbrand löschen und die Welt vor noch grösseren Auswirkungen der Katastrophe bewahren. Sie waren es auch, die den Betonschutzmantel bauten und große Gebiete von der Strahlenbelastung zu »säubern« versuchten. 94 Prozent der in der Ukraine noch lebenden Liquidatoren sind krank. Professor Alexej Yablokov berichtete 2005 auf einem Kongress des IPPNW , dass 50 Prozent der Männer heute Invaliden sind. Wissenschaftler befürchten eine wahre Krebsepidemie unter den Liquidatoren in den nächsten 10 bis 20 Jahren. Erste Anzeichen für überdurchschnittlich steigende Krebsraten zeichnen sich bereits ab. Laut IPPNW sind schätzungsweise 50.000 von ihnen bisher an Strahlenschäden gestorben oder haben Selbstmord begangen.

                Die Folgen des GAU in Deutschland

                1.800 Kilometer von Tschernobyl entfernt, richtete die Wolke auch hier bei uns Schaden an.

                Im Januar 1987, neun Monate nach dem Unglück, kamen in West-Berlin zwölf Kinder mit einer Down Syndrom-Behinderung zur Welt, normal wären im Januar 87 zwei bis drei gewesen.[1]

                Erhöhte Cäsiumbelastungen im Boden führten zu Fehlbildungen bei Säuglingen. Totgeborene hatten häufig drei oder vier Hände und Füsse.

                In Hamburg gab es im Tschernobyl-Jahr 1986 den seit 30 Jahren zweithöchsten Anstieg in der Zahl der mangel und frühgeborenen Säuglinge unter 2500 Gramm Geburtsgewicht.[2]

                Auch in Ostdeutschland – damals DDR – kam es nach Tschernobyl zu Anstiegen strahlentypischer Fehlbildungen. In der DDR wurden gesetzlich verordnet alle Aborte und bis zum Alter von 16 Jahren verstorbene Kinder autopsiert. Das Fehlbildungsregister in Jena stellte 1986-87 einen 4-fachen Anstieg isolierter Fehlbildungen fest, der in den folgenden Jahren wieder abklang. Eine Analyse des DDR-Zentralregisters für Fehlbildungen ergab einen Anstieg der Lippen- und Gaumenspalten, der am ausgeprägtesten in den drei nördlichen Gebieten auftrat, die am meisten vom Fallout betroffen waren.[3]

                Ich find das einfach nur erschreckend!!!
                Quele: http://www.russland.ru/tschernobyl/m....php?iditem=48



                weiter Artikel dazu: http://www.russland.ru/tschernobyl/
                Die vernünftigen Menschen passen sich der Welt an; die unvernünftigen versuchen, sie zu
                verändern. Deshalb hängt aller Fortschritt von den Unvernünftigen ab.

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                • #9
                  Solange auf allen Gebieten zur Stromnutzung weitergeforscht wird und bessere, umweltverträglichere Techniken erarbeitet werden, bin ich für die Atomenergie als jetzige Deckung für die Lücken, die sonst entstehen würden.

                  Im PSI wurde das erste Auto entwickelt, das mit Wasserstoff läuft. Es hat weltweit aufsehen erregt. Das dumme ist nur, dass zur Gewinnung von Wasserstoff fast doppelt soviel Strom verbraucht wird, wie nachher gewonnen wird. Zumindest jetzt noch. Dafür "dampft" das Auto wirklich nur Wasser raus. Mein Vater hat daran mitgearbeitet und war auch bei einigen Solarspielereien des PSI dabei. Er selbst sagt, dass wir frühestens in 20 Jahren soweit sind, diese Techniken wirklich nutzen zu können, weil einfach noch zuviele Probleme zu bewältigen sind. Der "Versuchsreaktor" (unter uns nur Saphyr genannt) im PSI wurde inzwischen abgebaut um anderen Forschungslaboren platz zu machen. Ich verfolge durch Kollegen, die da arbeiten immer noch, was so geht, seit mein Vater pensioniert ist. Das ganze ist spannend, aber meist noch zu wenig ausgereift.

                  In der Schweiz sind wir mit der Nutzung der Wasserkraft an der Grenze. Mehr geht nicht mehr. Mit dieser Energie decken wir 60% des Energiebedarfs. Die restlichen 40% mit der Atomenergie und bei Spitzen müssen auch wir aus dem Ausland Strom zukaufen. Wenn wir nun die Atomenergie jetzt aufgeben, dann geht unsere gesamte Wirtschaft den Bach runter, weil 1. der Strom zu teuer wird 2. Mit Stromausfällen gerechnet werden muss und 3. der Strom aus dem Ausland meist noch unsicherer ist.
                  Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
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                  • #10
                    Ich kann mich noch recht gut an die damalige Zeit erinnern. Ich ging gerade in die 3. Klasse und unser damaliger Lehrer hat mit uns sehr viel über das Zeitgeschehen gesprochen.

                    Ansonsten hatte ich in der Zeit davor unheimlich gerne Pilze gegessen, aber ich war durch die Vorfälle so verängstigt, dass es Jahre gedauert hat, bis ich wieder damit angefangen habe.
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                    endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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                    • #11
                      Zitat von Serenity
                      Was in Tschernobyl passiert ist war keine Kernschmelze, wie man meistens bei Atomunfällen vermutetet, bzw. befürchtet.
                      Statt dessen ist der Reaktor als Druckbehälter explodiert. Und das auch hauptsächlich durch menschliches Versagen, weil Sicherheitsmaßnahmen abgeschaltet und Warnungen ignoriert wurden.
                      ist dies eigentlich bewiesen? ich denke wenn da alles explodiert ist werden kaum welche aufzeichnungen übrig geblieben sein geschweige denn augenzeugen die aktuell am ort des geschehens waren..
                      "Und er bürdete dem Buckel des weissen Wales, die Summe der Wut und des Hasses der ganzen Menschheit auf. Wäre sein Leib eine Kanone, so hätte er sein Herz auf ihn geschossen."

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                      • #12
                        Zitat von chief1984
                        ist dies eigentlich bewiesen? ich denke wenn da alles explodiert ist werden kaum welche aufzeichnungen übrig geblieben sein geschweige denn augenzeugen die aktuell am ort des geschehens waren..
                        Doch doch. Das war ja nicht wirklich so eine Explosion wie bei Hollywood-Filmen. Der Reaktorkomplex ist als ganzes ja erhalten geblieben und läuft ja heute immernoch. Nur einzelne Reaktorblock ist in die Luft geflogen. Also die ganzen Leute aus der Kommandocrew, etc. haben das alle überlebt. Ums Leben kamen nur die, die direkt im Reaktorblock waren oder später dort aufgeräumt haben.
                        Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
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                        • #13
                          Zitat von Harmakhis
                          Doch doch. Das war ja nicht wirklich so eine Explosion wie bei Hollywood-Filmen. Der Reaktorkomplex ist als ganzes ja erhalten geblieben und läuft ja heute immernoch. Nur einzelne Reaktorblock ist in die Luft geflogen. Also die ganzen Leute aus der Kommandocrew, etc. haben das alle überlebt. Ums Leben kamen nur die, die direkt im Reaktorblock waren oder später dort aufgeräumt haben.
                          und die kommandocrew war verantwortlich für die fehler oder die leute am block selber? ?
                          "Und er bürdete dem Buckel des weissen Wales, die Summe der Wut und des Hasses der ganzen Menschheit auf. Wäre sein Leib eine Kanone, so hätte er sein Herz auf ihn geschossen."

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                          • #14
                            Zitat von chief1984
                            und die kommandocrew war verantwortlich für die fehler oder die leute am block selber? ?
                            Soweit ich mich erinnere war es ein Zusammenspiel aus Konstruktionsfehlern bzw. Konzeptionsfehlern und menschlichen Versagen der Kommandocrew.

                            Musst einfach mal googeln. Der Ablauf ist ziemlich gut bekannt und sehr leicht nachzulesen.
                            Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
                            Makes perfect sense.

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                            • #15
                              Die haben da ein bisschen rumprobiert und Tests gemacht und der Wissenschaftler, der Leiter war hat nicht auf die automatischen Alarme gehört und der Block war zu weit heruntrgefahren. Dann darf man ihn nicht wieder auffahren sondern muss ihn zuerst herunterfahren und abschalten und dann erst wieder auffahren. Deswegen ist der Reaktorblock explodiert.
                              Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
                              Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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