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UN - Nutzlos geworden?

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  • UN - Nutzlos geworden?

    Die USA setzen sich über Bestimmungen der UN hinweg und kündigen dies im Iran-Konflikt, insofern keine ihren Vorstellungen entsprechenden Sanktionen getroffen werden, schon an. USA und China beteiligen sich nicht am Kampf gegen die globale Erwärmung: Es werden auch keine wirtschaftlichen Sanktionen gegen diese beiden Länder deswegen beschloßen. Die UN ist pro-westlich geworden, da die USA mit vielen neutralwirkenden Ländern in dem aufflammenden Konflikt zwischen westlicher und nah-östlicher Kultur wirtschaftliche Beziehungen unterhält und diese bereits im Irak-Konflikt zur Erpressung oder "Überzeugung" genutzt hat. China tötet immer noch Regimegegner. Außerdem ist China ein Aggressor, der Tibet besetzt hält und die dortige Kultur zu zerstören versucht. Wo ist da die UN-Friedenstruppe?!! Ach ja: Seit wann darf ein Regime im UN-Sicherheitsrat mit Veto-Recht sitzen?! Russland schikaniert wirtschaftlich seine ehemaligen annektierten Länder (siehe Gaskonflikt) -> und Deutschland unterstützt dies indirekt durch die Ostsee-Pipeline, wodurch die Ostländer einfach abgeklemmpt werden können, wenn sie nicht spuren. Auch in Russland werden Regierungsgegner verfolgt und "verhört".

    Da frage ich mich doch, was es noch bringt. Die einstigen Ideale sind vergessen, militärisch ist die UN zum Spielplatz der Großen bzw. des Großen USA geworden, wirtschaftlich scheint immer noch ein Imperialismus seitens der Westmächte zu herrschen, Regime werden anerkannt, da sie wirtschaftlich wichtig sind (-> China) und das Menschenrecht wird gebogen, wie es gerade nötig ist.

  • #2
    Ich kann dir da in großen Teilen schon zustimmen.
    Das ist halt die wirkliche Welt da draußen.
    Nicht perfekt, nur hat jemand in bezug auf die UN und den SR einen Lösungsvorschlag? Nicht irgendwelche Wunschkonzepte sondern etwas, was wirklich funktioniert?
    Ich habe keine wirkliche Idee wie man die UN so umbauen könnte das sie tatsächlich funktioniert. IMO ist das für die nächsten Jahrzehnte auch völlig unmöglich.

    Ein paar Anmerkungen zu deinen Post noch:

    Zitat von Al Freak
    Die USA setzen sich über Bestimmungen der UN hinweg und kündigen dies im Iran-Konflikt, insofern keine ihren Vorstellungen entsprechenden Sanktionen getroffen werden, schon an.
    Richtig. Und warum tun sie das?
    Eben weil man im Rahmen der UN und im SR nicht in der Lage ist eine derartige Situation zu lösen.
    Man kann sich da nur im Prinzip zwischen Statur Quo (was katastrophal wäre) oder Aktion außerhalb der UN entscheiden.

    Zitat von Al Freak
    USA und China beteiligen sich nicht am Kampf gegen die globale Erwärmung: Es werden auch keine wirtschaftlichen Sanktionen gegen diese beiden Länder deswegen beschlossen.
    Ist auch total nachvollziehbar. Welcher Staat schießt sich den in unserer globalisierten Welt derartig ins Bein?
    Selbst wenn alle Staaten mitziehen würden kann man dann unsere Weltwirtschaft gleich begraben.


    Zitat von Al Freak
    Die UN ist pro-westlich geworden,
    War die UN denn jemals wirklich was anderes?
    Schau dir doch bloß mal an von wem die gegründet wurde und was da Vorläuferorganisationen waren.

    Zitat von Al Freak
    China tötet immer noch Regimegegner. Außerdem ist China ein Aggressor, der Tibet besetzt hält und die dortige Kultur zu zerstören versucht. Wo ist da die UN-Friedenstruppe?!! Ach ja: Seit wann darf ein Regime im UN-Sicherheitsrat mit Veto-Recht sitzen?!
    Das Veto-Problem ist nicht mal das entscheidenste.
    Es geht um wirtschaftliche Fragen.
    Mit China will es sich im Moment keiner verscherzen. Nicht solange es wirklich hart auf hart kommt.
    Da können die in Tibet oder sonst wo veranstalten was sie wollen und unsere Wirtschaftsbosse und Politiker werden immer noch nach China fliegen um sich die Milliarden in den Arsch schieben zu lassen.
    Was kümmert da irgend so ein Gebirgsstaat den die meisten nicht mal auf der Landkarte finden? Solche Fragen kann man für die Medien ja mal in einem Halbsatz anklopfen.

    Zitat von Al Freak
    Russland schikaniert wirtschaftlich seine ehemaligen annektierten Länder (siehe Gaskonflikt) -> und Deutschland unterstützt dies indirekt durch die Ostsee-Pipeline, wodurch die Ostländer einfach abgeklemmt werden können, wenn sie nicht spuren.
    Mit dem Ergas aus Russland wird gerade Deutschland auch noch erkennen was man sich da eigentlich ins Land geholt hat. Von wem man sich abhängig gemacht hat.
    Es wird ein Jammer sein zu sehen wie die Bundesregierung springt wenn der Kreml das Wort Gaslieferungen ausspricht.
    Hat man ja erst kürzlich schon andeutungsweise gesehen.
    Wir machen uns da von einem Land abhängig das eiskalt seine eigenen Ziele verfolgt und sich einen Dreck um andere schert. Da sind schon gegenwärtig Entwicklungen im Gange die wahrlich keine rosige Zukunft versprechen.
    Auch ne schöne Methode um uns unter Kontrolle zu bringen.

    Zitat von Al Freak
    Die einstigen Ideale sind vergessen,
    Also ich für meinen Teil konnte bei der UN noch nie irgendwelche großen Ideale erkennen. Es ist ein Instrument und eine Bühne für die Großen der Welt, nicht mehr. Und mehr wird es auch niemals werden.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von Cmdr. Ch`ReI
      Ich kann dir da in großen Teilen schon zustimmen.
      Oh, ungewöhnlich. Freut mich.

      Zitat von Cmdr. Ch`ReI
      Das ist halt die wirkliche Welt da draußen.
      Nicht perfekt, nur hat jemand in bezug auf die UN und den SR einen Lösungsvorschlag? Nicht irgendwelche Wunschkonzepte sondern etwas, was wirklich funktioniert?
      Ich habe keine wirkliche Idee wie man die UN so umbauen könnte das sie tatsächlich funktioniert. IMO ist das für die nächsten Jahrzehnte auch völlig unmöglich.
      Aber sind wir nicht zu mehr fähig? Ich versteh einfach nicht, was einem Menschen so viel daranliegt mehr und mehr Reichtum anzuhäufen und dafür auch zu morden? Oder was so toll daran sein soll, jedes Land unter seine politische Führung zu bringen? Warum sind wir nicht zur friedlichen Koexistenz fähig?

      Zitat von Cmdr. Ch`ReI
      Richtig. Und warum tun sie das?
      Eben weil man im Rahmen der UN und im SR nicht in der Lage ist eine derartige Situation zu lösen.
      Man kann sich da nur im Prinzip zwischen Statur Quo (was katastrophal wäre) oder Aktion außerhalb der UN entscheiden.
      Aber die USA führen diese Kriege doch nicht aus hehren Zielen, wie sie immer postulieren. Die wollen doch nur ihr Öl und ihre militärische Vormachtstellung.

      Zitat von Cmdr. Ch`ReI
      Ist auch total nachvollziehbar. Welcher Staat schießt sich den in unserer globalisierten Welt derartig ins Bein?
      Selbst wenn alle Staaten mitziehen würden kann man dann unsere Weltwirtschaft gleich begraben.
      Wirtschaft über Überleben? Jaja, traurig aber wahr. Das ist der tolle Kapitalismus.

      Zitat von Cmdr. Ch`ReI
      Es geht um wirtschaftliche Fragen.
      Mit China will es sich im Moment keiner verscherzen. Nicht solange es wirklich hart auf hart kommt.
      Da können die in Tibet oder sonst wo veranstalten was sie wollen und unsere Wirtschaftsbosse und Politiker werden immer noch nach China fliegen um sich die Milliarden in den Arsch schieben zu lassen.
      Was kümmert da irgend so ein Gebirgsstaat den die meisten nicht mal auf der Landkarte finden? Solche Fragen kann man für die Medien ja mal in einem Halbsatz anklopfen.
      Das internationale Recht MUSS für jeden gelten. Ansonsten können wir es in die Tonne hauen.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von AL Freak
        Aber sind wir nicht zu mehr fähig?
        Nein.

        Zitat von AL Freak
        Ich versteh einfach nicht, was einem Menschen so viel daranliegt mehr und mehr Reichtum anzuhäufen und dafür auch zu morden? Oder was so toll daran sein soll, jedes Land unter seine politische Führung zu bringen? Warum sind wir nicht zur friedlichen Koexistenz fähig?
        Genau so ist halt der Mensch.
        Habgierig und Neidisch auf das was der andere hat.
        Er muss im Mittelpunkt stehen und alle sollen sich nach ihm richten.
        Was er will zählt, die Interessen des anderen sind sekundär.
        Es zählt was für einen selber rausspringt und nicht was andere davon haben.
        Das sind Grundsätze nach denen unsere Welt funktioniert.
        Und die wird man nicht umstürzen können. Nicht irgendwelche Idealisten auch nicht der große mächtige Westen.
        Man kann da nicht nachgeben ohne unterzugehen.
        Man hat diesen Weg eingeschlagen und kann jetzt nicht mehr zurück.
        Wer abspringt verirrt sich im Dschungel der Weltpolitik, verliert Einfluss, andere nehmen seinen Platz ein.
        Man kann den Weg nur zu Ende gehen und hoffen das es am Ende für einen selbst einigermaßen glimpflich über die Bühne geht.
        Aber das wird es wohl nicht.

        Zitat von AL Freak
        Aber die USA führen diese Kriege doch nicht aus hehren Zielen, wie sie immer postulieren. Die wollen doch nur ihr Öl und ihre militärische Vormachtstellung.
        Das ist zu einfach.
        Natürlich führen die USA Kriege die ihnen nutzen. Ist ja auch garnicht anders möglich. Jeder Feldzug hat für den Angreifer seine Vorteile.
        Natürlich wollen sie ihren Status als Supermacht beibehalten. Ist auch verdammt richtig so. Eine Welt ohne die USA als stabilisierenden Faktor ist dem treiben der Chinesen und Regionalmächten preisgegeben. Absolutes Chaos wäre die Folge.
        Bezogen auf die Iran-Frage reduziert sich das ganze auf eine Frage.
        Ob man lieber den Mullahs die Bombe in die Hand dürckt als den USA den wirklich nicht allzu großen Vorteil eines Krieges gegen den Iran einzuräumen.

        Zitat von AL Freak
        Wirtschaft über Überleben? Jaja, traurig aber wahr. Das ist der tolle Kapitalismus.
        Zu dem es keine gangbare Alternative gibt.


        Zitat von AL Freak
        Das internationale Recht MUSS für jeden gelten. Ansonsten können wir es in die Tonne hauen.
        Schön gesagt, ja. Internationales Recht muss natürlich gelten. Nur hält sich eben absolut kein Staat dran. Wer es tatsächlich so handhaben möchte geht unter.
        Wer soll da dran was ändern?
        Die UN? Lachhaft.
        Die Entwicklung ist in unserer Multipolaren Welt nicht mehr aufzuhalten.
        Das führt dazu das wir es über kurz oder lang tatsächlich in die Tonne hauen können.
        Ändern können wir das nicht, nur die Folgen für uns im Westen abfedern.

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        • #5
          Zitat von Cmdr. Ch`ReI
          Genau so ist halt der Mensch.
          Habgierig und Neidisch auf das was der andere hat.
          Er muss im Mittelpunkt stehen und alle sollen sich nach ihm richten.
          Was er will zählt, die Interessen des anderen sind sekundär.
          Es zählt was für einen selber rausspringt und nicht was andere davon haben.
          Das sind Grundsätze nach denen unsere Welt funktioniert.
          Und die wird man nicht umstürzen können. Nicht irgendwelche Idealisten auch nicht der große mächtige Westen.
          Das ist eine fatalistische Einstellung. Sei mir nicht böse, aber das ist genau die Einstellung, die auch schon zu Zeiten des Sozialdarwinismus vorgeherrscht hat und letztlich Weltkriege mitbedingt hat. Ich weigere mich zu glauben, daß die Menschheit daraus nichts lernen kann und auch nichts gelernt hat.

          Ich bin sicher kein "Idealist" oder Träumer, aber so eine plumpe Schwarzmalerei nach dem Motto "so ist die Welt halt" kann ich nicht akzeptieren, denn damit lassen sich nun wirklich alle Gewaltakte rechtfertigen, sei es auf internationaler Ebene oder im Kleinen, nämlich im alltäglichen Leben. Warum haben wir zum Beispiel ein Strafrecht, das Gewalttaten und rücksichtslosen Eigennutz sanktioniert? Sicher nicht, weil wir das Faustrecht des Stärkeren, dem Du hier das Wort redest, akzeptieren.
          Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
          -Peter Ustinov

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          • #6
            Zitat von Cmdr. Ch`ReI
            Genau so ist halt der Mensch.
            Habgierig und Neidisch auf das was der andere hat.
            Er muss im Mittelpunkt stehen und alle sollen sich nach ihm richten.
            Was er will zählt, die Interessen des anderen sind sekundär.
            Es zählt was für einen selber rausspringt und nicht was andere davon haben.
            Das sind Grundsätze nach denen unsere Welt funktioniert.
            Und die wird man nicht umstürzen können.
            Also du tust mir ja langsam echt leid. Du musst in einem schrecklichen Umfeld leben, wenn du sowas wirklich glaubst. Ich sehe jeden Tag, dass es genug Menschen gibt, die sich für andere aufopfern, einsetzen und bereitwillig zurückstecken damit es anderen nicht schlecht geht.
            Und sei es nur die kleine Geste einfach jemanden ein Mittagessen zu schenken, weil er sein Geld vergessen hat. Die Welt ist nicht halb so schlecht, wie du sie darstellst und der Mensch erst Recht nicht.
            "Den Menschen" gibt es ja sowieso nicht... sicherlich gibt es viele Menschen auf der Welt die Schlechtes tun. Weshalb auch immer. Aber Menschen sind nicht einfach von Grund auf nur in der Lage böse zu handeln und anderen Menschen weh zu tun. Wenn es im kleinen Rahmen möglich ist miteinander respektvoll umzugehen und aus Fehlern zu lernen, dann ist es auch im großen Weltbild möglich. Man muss sich halt anstrengenen und nicht gleich aufgeben - so wie du.

            Die UNO ist da ein wichtiges Bollwerk gegen dieses Fatalismus. Ja, sie ist zu großen Teilen nur ein Papiertiger, aber ein wichtiger Papiertiger, der Arbeit leistet, die geleistet werden muss, weil sie sonst niemand leisten würde. Man denke nur an UNESCO, UNHCR, UNICEF, WFP, etc. sowie mit der UN verbundene Organisationen wie die WHO und viele andere.
            Die UN macht den einen guten Job unter den gegebenen Umständen und schon alleine ihre Existenz und die ihrer Nebenorganisationen sind ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass der Menschen eben nicht grundsätzlich schlecht ist, noch das schon von Anfang an alles für die Tonne war.

            Letztlich sind es Menschen, wie du die Krieg begünstigen und die am Leiden der Welt die größte Schuld tragen. Die "Wegschauer", "Schulterzucker" und "Istnunmalsosager"...
            Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
            Makes perfect sense.

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            • #7
              Zitat von Sandswind
              Das ist eine fatalistische Einstellung.
              Eine IMO realistische

              Zitat von Sandswind
              Sei mir nicht böse, aber
              Wieso sollte ich?
              Über das was du jetzt schreibst haben wir uns hier schon xmal ausgelassen, man gewöhnt sich dran

              Zitat von Sandswind
              das ist genau die Einstellung, die auch schon zu Zeiten des Sozialdarwinismus vorgeherrscht hat und letztlich Weltkriege mitbedingt hat.
              Ich weigere mich zu glauben, daß die Menschheit daraus nichts lernen kann und auch nichts gelernt hat.
              Schau dir doch an wie viel die Menschheit seit dem letzten Weltkrieg gelernt hat. Genau nichts. Und das ganze wird so weitergehen bis irgendwann irgendjemand die geniale Lösung einfällt - oder es einen richtig großen Knall gibt.
              Eine Lösung kann ich mir nicht vorstellen -bleibt nur Möglichkeit Zwei.

              Zitat von Sandswind
              Ich bin sicher kein "Idealist" oder Träumer,
              Würde ich dir auch garnicht attestieren wollen

              Zitat von Sandswind
              aber so eine plumpe Schwarzmalerei nach dem Motto "so ist die Welt halt" kann ich nicht akzeptieren, denn damit lassen sich nun wirklich alle Gewaltakte rechtfertigen, sei es auf internationaler Ebene oder im Kleinen, nämlich im alltäglichen Leben.
              Auf internationaler Ebene, ja zum Teil, im alltäglichen Leben sicherlich nicht.
              Hier hat man Instrumente um das Recht durchzusetzen.
              Auf internationaler Ebene halt nicht und das ist der Ganze unterschied und der Grund warum das zwei vollkommen verschiedene paar Schuhe sind.

              Zitat von Hamarkhis
              Also du tust mir ja langsam echt leid.
              Das beruht zum Teil auf Gegenseitigkeit.


              Zitat von Hamarkhis
              Du musst in einem schrecklichen Umfeld leben, wenn du sowas wirklich glaubst.
              Der Witz: Das Gegenteil ist der Fall. Ich lebe in einen vergleichsweise sehr guten Umfeld.

              Zitat von Hamarkhis
              Ich sehe jeden Tag, dass es genug Menschen gibt, die sich für andere aufopfern, einsetzen und bereitwillig zurückstecken damit es anderen nicht schlecht geht.
              Und sei es nur die kleine Geste einfach jemanden ein Mittagessen zu schenken, weil er sein Geld vergessen hat. Die Welt ist nicht halb so schlecht, wie du sie darstellst und der Mensch erst Recht nicht.
              Im kleinen mit Sicherheit nicht. Aber wie eben schon zu Sandswind, Alltag und Internationale Dinge sind nicht das selbe. Staaten und die Weltgemeinschaft funktionieren nicht wie unsere Gesellschaft.

              Zitat von Hamarkhis
              Wenn es im kleinen Rahmen möglich ist miteinander respektvoll umzugehen und aus Fehlern zu lernen, dann ist es auch im großen Weltbild möglich. Man muss sich halt anstrengen und nicht gleich aufgeben - so wie du.
              Bevor man sich auch nur irgendwie anstrengen kann brauchst du einen Weg um zum Ziel zu kommen. Und den habt ihr die ihr an eine bessere Welt glaubt eben alle nicht.
              Nur irgendwelche Phrasen wie schön es eben wäre wenn alle Menschen so denken würden wie ihr. Nur ist es nicht so und wird auch in den nächsten 50 Jahren nicht so sein.

              Zitat von Hamarkhis
              Die UNO ist da ein wichtiges Bollwerk gegen dieses Fatalismus.
              Die UNO ist ein Witz und Spielball der großen Mächte dieser Welt.
              Man benutzt diese Organisation um seine eigenen Interessen zu wahren und um international gut dazustehen. Ein Instrument nützlich um die Gutmenschen und Idealisten im Westen und sonst wo zu befriedigen.

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              • #8
                Zitat von Cmdr. Ch`ReI
                Auf internationaler Ebene, ja zum Teil, im alltäglichen Leben sicherlich nicht.
                Hier hat man Instrumente um das Recht durchzusetzen.
                Auf internationaler Ebene halt nicht und das ist der Ganze unterschied und der Grund warum das zwei vollkommen verschiedene paar Schuhe sind.
                Wieso sollte es nicht möglich sein, auch auf internationaler Ebene das Recht durchzusetzen? Ich sehe nun wirklich nicht den geringsten Grund, das von vornherein und allgemeingültig auszuschließen, wie Du das hier einfach so machst.

                Abgesehen davon: Es gab durchaus Erfolge der UNO und sie hat immer noch ihre Existenzberechtigung - es gibt bisher nämlich keine Alternative dazu. Allein die Gründung der UNO ist eine wesentliche Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg, so gesehen stimmt es auch nicht, daß die Menschheit nichts gelernt hat. Richtig ist allein, daß die UNO dringend reformiert werden muß. Nur weil sich das schwierig gestaltet wird sie nicht überflüssig.
                Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
                -Peter Ustinov

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                • #9
                  Zitat von Sandswind
                  Wieso sollte es nicht möglich sein, auch auf internationaler Ebene das Recht durchzusetzen?
                  Wer soll das machen? Einzelne Staaten? Die machen nur das was ihren Interessen nicht zuwiderläuft.
                  Die Weltgemeinschaft? Die besteht aus den einzelnen Staaten die nur das machen was...
                  Das führt zu den Ausprägungen wie wir sie im Moment im Falle des Irans mal wieder erleben. Die einen wollen etwas unbedingt, die anderen wollen es nicht weil es ihnen so noch besser passt. Man steht im Moment ziemlich dumm und machtlos da, am Ende wird es wieder einige Scherben zum zusammenkehren geben.

                  Zitat von Sandswind
                  Ich sehe nun wirklich nicht den geringsten Grund, das von vornherein und allgemeingültig auszuschließen, wie Du das hier einfach so machst.
                  Um das so nicht auszuschließen muss mir erst mal jemand ein passables Konzept vorlegen das es ermöglicht internationales Recht durchzusetzen. Man könnte ja mal einfach anfangen und den SR wirklich reformieren. Doch schon hier stößt man auf unüberwindliche Barrieren und eine Mauer auf de Realität und Eigeninteresse steht.

                  Zitat von Sandswind
                  Abgesehen davon: Es gab durchaus Erfolge der UNO und sie hat immer noch ihre Existenzberechtigung - es gibt bisher nämlich keine Alternative dazu.
                  Natürlich hatte die UN auf einigen Nebenschauplätzen Erfolge. Das hilft uns aber bei den großen Problemen absolut nicht weiter.
                  Das dumme ist halt, das System ist nur nicht perfekt es ist schlicht schlecht. Und man hat wie du sagst keine echte Alternative. Also bleibt es dabei – internationales Recht ist nicht durchsetzbar.

                  Zitat von Sandswind
                  Allein die Gründung der UNO ist eine wesentliche Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg, so gesehen stimmt es auch nicht, daß die Menschheit nichts gelernt hat.
                  Die Menschheit hat gelernt sich ein weiteres Werkzeug zu beschaffen – nur um hinterher festzustellen das man damit die Probleme auch nicht lösen kann.

                  Zitat von Sandswind
                  Richtig ist allein, daß die UNO dringend reformiert werden muß. Nur weil sich das schwierig gestaltet wird sie nicht überflüssig
                  „Schwierig“ ist IMO nicht der richtige Ausdruck. „Unmöglich“ wäre besser.
                  Mir ist noch kein vernünftiges und realisierbares Konzept unter gekommen. Und selber habe ich leider auch keines.

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                  • #10
                    Zitat von Cmdr. Ch`ReI
                    „Schwierig“ ist IMO nicht der richtige Ausdruck. „Unmöglich“ wäre besser.
                    Mir ist noch kein vernünftiges und realisierbares Konzept unter gekommen. Und selber habe ich leider auch keines.
                    Und genau das ist die fatalistische Einstellung: "Geht nich, hamwa nich." Wenn man eine solche Reform nicht in Angriff nimmt und schon im Vorfeld negiert, wird sie auch nie zustandekommen.

                    Noch 1988 hätte niemand an einen Fall der Mauer oder das Ende der Sowjetunion geglaubt - ein Jahr später war die Mauer weg, zwei Jahre später die Sowjetunion abgewickelt. Wenn die Geschichte eins lehrt, dann daß eben nichts unmöglich ist. Allein das sollte verdeutlichen, daß diese Einstellung schlicht und ergreifend nicht realistisch, sondern eher naiv ist.
                    Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
                    -Peter Ustinov

                    Kommentar


                    • #11
                      Militärisch:

                      Ich glaube, dass du UN an einer Krankheit leidet, die im Kalten Krieg entstanden ist. Damals wie heute hatten die SU und die USA beide das Vetorecht im Sicherheitsrat. Doch durch die unterschiedlichen Ideologienhaben sie jeweils die Vorschläge des anderen geblockt und es wurde wieder die Regel in Sicherheitsfragen auf andere Bündnisse zurückzugreifen.

                      Und vor allem: Was bringt eine Interventionstruppe, die ihre Waffen nicht abfeuern darf? Auch wenn Menschen vor ihren Augen umgebracht werden.

                      Die Zeiten haben sich mal wieder geändert und alles ist schneller geworden. Die UN ist ein Riese, der nicht schnell genug auf Ereignisse der Welt reagieren kann. Die Zeit der kleinen Bündnisse ist gekommen. Selbst die NATO ist zu groß. Man sehe sich nur mal die "Koalition der Willigen" an, ein vergleichsweise kleines und lockeres Militärbündnis.

                      Zivil:
                      Ich denke hier ist die UN inzwischen ein unverzichtbarer Teil unserer Welt geworden. All diese "Kriege" führt sie mit bravour, wenn auch inzwischen Abseits der Medienberichterstattung. Was wär die Welt ohne die UN z.B. im Kampf gegen AIDS und den Hunger?
                      If there's a God or any kind of justice under the sky
                      If there's a point if there's a reason to live or die
                      Show yourself - destroy our fears - release your mask

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                      • #12
                        Zitat von Sandswind
                        Und genau das ist die fatalistische Einstellung: "Geht nich, hamwa nich."
                        Die Einstellung nennt sich realistisch.

                        Zitat von Sandswind
                        Wenn man eine solche Reform nicht in Angriff nimmt und schon im Vorfeld negiert, wird sie auch nie zustandekommen.
                        Ich sag doch nicht das man nicht über eine Reform nachdenken sollte. Tatsächlich macht man das schon ne ganze Weile lang.
                        Und ist mittlerweile zu dem umwerfenden Schluss gekommen, das man eine vernüftige Reform nie auf die Beine stellen wird.
                        Sagt natürlich keiner offen, wissen tun es alle.

                        Zitat von Sandswind
                        Noch 1988 hätte niemand an einen Fall der Mauer oder das Ende der Sowjetunion geglaubt - ein Jahr später war die Mauer weg, zwei Jahre später die Sowjetunion abgewickelt.
                        Keine Ahnugn, 1988 hatte ich noch andere Sorgen
                        Es gab aber sehr wohl Experten die die Probleme im Osten klar erkannt haben.
                        Wie sich das auswirkt war wohl eher Kaffeesatzleserei.
                        Unnötig zu sagen das sich die Situation von 88 nicht mit den Problemen der UN im 21. Jhdt vergleichen lässt.


                        Zitat von Sandswind
                        Wenn die Geschichte eins lehrt, dann daß eben nichts unmöglich ist.
                        Die Geschichte lehrt uns das die Zeichen der Zeit für viele nicht so leicht zu erkennen sind. Unmöglich ist vieles.

                        Zitat von Sandswind
                        Allein das sollte verdeutlichen, daß diese Einstellung schlicht und ergreifend nicht realistisch, sondern eher naiv ist.
                        Bitte, bleib dabei - stört mich nicht.
                        Hoff nur weiter auf die geniale Idee zu Reform der UN aber sei nicht zu traurig wenn es doch nichts wird.


                        Zitat von T-X
                        Ich glaube, dass du UN an einer Krankheit leidet, die im Kalten Krieg entstanden ist. Damals wie heute hatten die SU und die USA beide das Vetorecht im Sicherheitsrat. Doch durch die unterschiedlichen Ideologienhaben sie jeweils die Vorschläge des anderen geblockt und es wurde wieder die Regel in Sicherheitsfragen auf andere Bündnisse zurückzugreifen.
                        Problem richtig erkannt.
                        Nur, wie sieht die Lösung aus?
                        Vetorecht abschaffen? Kriegst du a) nie durch und b) wird es keine Lösung sein.
                        Man wird zwar mehr beschließen können mit dem Ergebnis das sich keiner mehr einen Dreck drum schert. Einstimmigkeit unter den großen Mächten oder Alleingänge ermöglichen wenigstens etwas.

                        Zitat von T-X
                        Und vor allem: Was bringt eine Interventionstruppe, die ihre Waffen nicht abfeuern darf? Auch wenn Menschen vor ihren Augen umgebracht werden.
                        Ist eher ein Technisches Problem das hauptsächlich aus den entmilitarisierten Gesellschaften des Westens entspringt.
                        Wäre sicherlich möglich und sinnvoll die Rules of Engagement der tatsächlichen Bedrohungslage anzupassen.
                        Aber unsere Medien würde ja Amok laufen wenn die Bundeswehr in Afghanistan sinnvoll vorgehen würde.

                        Zitat von T-X
                        Die Zeiten haben sich mal wieder geändert und alles ist schneller geworden. Die UN ist ein Riese, der nicht schnell genug auf Ereignisse der Welt reagieren kann. Die Zeit der kleinen Bündnisse ist gekommen. Selbst die NATO ist zu groß. Man sehe sich nur mal die "Koalition der Willigen" an, ein vergleichsweise kleines und lockeres Militärbündnis.
                        Wieder richtig.
                        Das Problem fürt die UN ist da halt das niemand weis wie man den Riesen daran anpassen könnte.
                        Er wird zwangsläfuig weiter an Bedeutung verlieren.

                        Zitat von T-X
                        Zivil:
                        Ich denke hier ist die UN inzwischen ein unverzichtbarer Teil unserer Welt geworden. All diese "Kriege" führt sie mit bravour, wenn auch inzwischen Abseits der Medienberichterstattung. Was wär die Welt ohne die UN z.B. im Kampf gegen AIDS und den Hunger?
                        Das stimmt natürlich. Nur hilft uns das eben nicht wenn wir über Geopolitische Fragen und die demenstprechende Rolle der UN und insb. des SR reden.

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                        • #13
                          Zitat von AL Freak
                          Da frage ich mich doch, was es noch bringt. Die einstigen Ideale sind vergessen, militärisch ist die UN zum Spielplatz der Großen bzw. des Großen USA geworden, wirtschaftlich scheint immer noch ein Imperialismus seitens der Westmächte zu herrschen, Regime werden anerkannt, da sie wirtschaftlich wichtig sind (-> China) und das Menschenrecht wird gebogen, wie es gerade nötig ist.
                          Wie Cmdr. Ch usw. schon festgestellt hat: Dies war noch nie anders. Ich lese in letzter Zeit häufiger hier, daß früher praktisch alles besser und die VN anerkannt war, während heute die böse Bush-Regierung alles zunichte macht. Diese Sichtweise ist so schlicht ahistorisch: Die Bedeutung der VN ist im Gegenteil seit dem Ende des Kalten Krieges bedeutend gewachsen. Vor 20 Jahren hätte es eben über diese Frage überhaupt keine Diskussion gegeben. In der ersten Hälfte der 90er Jahre alleine wurden mehr Friedensmissionen geschaffen als in den 40 Jahren zuvor zusammen. Insbesondere auf dem Gebiet der Friedenssicherung hat sich die VN unglaublich entwickelt: Gegenwärtig dienen in 15 UN-PKOs über 70.000 uniformierte VN-Kräfte, und dies nicht nur in reinen Beobachtungsmissionen. Dies wäre eben vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen.
                          Selbstverständlich sind damit die Probleme der Welt nicht gelöst, und selbstverständlich gibt es hier massive Schwierigkeiten und Widerstände, sowie gewichtige Kritikpunkte. Dennoch ist dies keinesfalls ein Indikator für eine generelle Bedeutungslosigkeit der VN auch auf dem Gebiet von Peace & Security. Der gegenwärtige Backlash muss also vor diesem Hintergrund gesehen werden - vielleicht haben wir uns in der Aufbruchstimmung der 90er einfach zu sehr an eine aufstrebende VN gewöhnt. Die Verrechtlichung der internationalen Beziehungen und die Einbindung aller Staaten in eine effiziente Weltorganisation ist eben eine unendlich schwere Aufgabe, an die man sich vermutlich auch tatsächlich nur annähern kann, und die Generationen brauchen wird. Deswegen gleich die ganze Idee als völlig sinnlos zu verdammen ist aber eben auch empirisch nicht haltbar. Es gibt zahlreiche Belege dafür daß internationale Institutionen durchaus lernen können, wenn auch ungeheuer langsam, und eine ganze Reihe von Studien die zeigen, daß sich die internationalen Beziehungen eben nicht (nur) so verhalten wie vom politischen Realismus (nicht zu verwechseln mit "Realitätsnähe") bzw. Rationalismus (jeder handelt nur zu seinem Vorteil) vorhergesagt. Wenn es so wäre würde es etwa kaum einen Sinn machen, überhaupt moralisch zu argumentieren. Strukturen und Akteure stehen eben in einem Wechselverhältnis, und sind daher prinzipiell veränerbar: "Anarchy is what states make of it", um mit eiem berühmten Zitat zu enden -

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                          • #14
                            Ich verstehe Cmdr. Ch`ReI immer besser. Als bedingungsloser Hobbesianer und Technokrat...eine gefährliche Mischung.
                            Zum Glück ist die Welt nicht so wie er sie sieht (und das sieht man eigentlich fast täglich - auch oder gerade in der Weltpolitik).

                            Und ich mag Realisten da pauschal nicht verunglimpfen lassen. Ich ziehe durchaus lehren was da auf der Welt passiert. Gleichgültige (Realisten) machen Fehler immer und immer wieder.
                            Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                            Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                            • #15
                              Zitat von Eye-Q
                              Ich verstehe Cmdr. Ch`ReI immer besser.
                              Wohl eher nicht

                              Zitat von Eye-Q
                              Als bedingungsloser Hobbesianer und Technokrat...eine gefährliche Mischung.
                              Was isn ein Hobbesianer?

                              Zitat von Eye-Q
                              Zum Glück ist die Welt nicht so wie er sie sieht (und das sieht man eigentlich fast täglich - auch oder gerade in der Weltpolitik).
                              Jedem seine Meinung. Ich sehe wohl das gleiche wie du und komme zu völlig anderen Schlüssen.

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