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Gleicher Lohn für alle...

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  • Gleicher Lohn für alle...

    In den letzten Tagen studiere ich an einem Gedanken herum, der auf den ersten Blick absurd wirkt, auf den zweiten immer attraktiver wird.

    Weshalb verdienen Menschen eigentlich überhaupt unterschiedlich viel?

    Das beginnt damit, dass man sich fragen kann, ob die Arbeit der Putzfrau, die von früh bis spät den anderen Dreck hinterherputzt, wirklich so viel weniger Wert ist wie die Arbeit des Managers? Wie kann es sein, dass es Menschen gibt, die arbeiten bis zum Umfallen und denen doch nicht genug zum Leben bleibt (sog. Working Poor)?

    Ich würde deshalb folgendes vorschlagen: Man sollte darauf hin arbeiten, dass alle Menschen gleich viel verdienen, unabhängig davon, was sie tun. Dieser Lohn sollte gesetzlich festgeschrieben und so bemessen sein, dass die ursprünglichen Lohnkosten bei einer durchschnittlichen Firma erhalten bleiben. Möglich wäre eine kleine Ermessensspanne, etwa um Anreize zu schaffen oder um zusätzliche Erfahrung zu honorieren.

    Dies hätte meiner Meinung nach viele Vorteile:
    - Es gäbe keine überteuerten Luxusprodukte mehr, die ohnehin nur Unmengen von Resourcen verschlingen und niemandem nützen. Das gleiche gilt z.B. für Immobilien: früher oder später würden Villensiedlungen (und auch Wohnbunker) verschwinden und durch vernünftige, aber gute Wohnungen ersetzt.
    - Wenn alle gleich viel verdienen, gibt es keinen Grund, mit dem eigenen Lohn anzugeben - vielleicht könnte man die Menschen dazu bewegen, auch mal an etwas anderes zu denken, als nur Geld, Geld, Geld.
    - Das Ansehen sogenannt "niederer Arbeiten" würde steigen
    - Es gäbe keine "Zweiklassen"-Gesellschaften mehr, weder in der Medizin, noch auf dem Schulhausplatz, und so weiter.
    - Die Leute würden häufiger die Stelle wechseln, mehr ausprobieren. Dies würde sich in vieler Hinsicht positiv auf die Wirtschaft auswirken: so erhöht es die durchschnittliche Erfahrung der einzelnen Arbeitnehmer, verringert (durch die höhere Fluktuation) die Arbeitslosenquote, und die Chance, dass jemand einen Job findet, der ihn wirklich erfüllt, steigt.
    - Die Zukunftsplanung würde viel einfacher - es wäre für alle klar, was sie sich leisten können und was nicht.
    - Die Leute wären nicht mehr bereit, soviel zu arbeiten, dass sie davon Krank werden - sie wären insgesamt gesünder. Sehr anspruchsvolle Jobs (Ärzte) würden geteilt werden.
    - Die grössere Zufriedenheit der Leute, das Gefühl, dass alle gleich sind, würde die Solidarität verstärken und sich positiv auf das "Leben neben der Arbeit" auswirken. Die Leute würden wieder eher tun, was ihnen Spass macht, statt das, was ihnen am meisten Geld bringt.

    Natürlich hätte das ganze auch Nachteile:
    - Sogenannte "Niedriglohnbranchen" müssten unter dem Strich mehr ausgeben als bisher - ihre Produkte und Dienstleistungen würden sich verteuern. Allerdings wären davon alle gleich betroffen. "Hochlohnbranchen" hingegen würden Kosten sparen.
    - Um zu verhindern, dass jemand einfach von seinem "Vermögen" lebt, müssten entweder hohe Vermögenssteuern erhoben werden oder es müsste eine Geldreform hin zu einem System mit eingebauter "Umlaufsicherung" (zerfallender Geldwert) erreicht werden.

    Wie erreicht man das Ziel "Gleicher Lohn für alle"?
    - Zuerst geht es darum, Mindest- und Maximallöhne für alle festzulegen.
    - Danach kann man sukzessive den Mindest- und Maximallohn angleichen. Dies muss weltweit im Gleichschritt geschehen.

    Helft ihr mir, einen dritten Blick auf den Gedanken zu werfen?
    Planeten.ch - Acht und mehr Planeten (neu wieder aktiv!)
    Final-frontier.ch - Kommentare vom Rand des Universums

  • #2
    Ich frage mich, wie Du in einem solchen Fall schmutzige, gefährliche, sozial nicht angesehene Tätigkeiten und dergleichen verteilen willst.

    Motivierend wirkt in erster Linie der "Spaß" an der Arbeit (also Selbstverwirklichung), dann soziales Ansehen und letztlich Geld. In bestimmten Bereichen lassen sich die beiden ersten Faktoren oft nur schwer herstellen, so daß auf finanzielle Anreize zurückzugreifen ist - wäre bei gleichem Verdienst schwer machbar.

    Aber in einem Punkt hast Du natürlich Recht: Die großen Unterschiede, die gegenwärtig zwischen den Gehältern so mancher Vorstandsetage und dem "einfachen Fußvolk" liegen, sind schlicht und ergreifend nicht zu erklären und ein Mißstand.
    Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
    -Peter Ustinov

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    • #3
      Schwachsinn hoch drei. Ein Grund für hohe Löhne liegt ja darin, dass die Menschen motiviert werden sollen. Wer eine richtige Ausbildung gemacht hat, soll natürlich mehr bekommen als jemand, der ein Lappen und Eimer in die Hand gedrückt bekommt. Ausserdem würde nie jemand mehr etwas riskieren, da ja eh nix schief gehen kann. Wieviel Erfolgsgeschichten gab es schon, weil jemand etwas gewagt hat? Und Verantwortung würde auch keiner mehr übernehmen, da er dementsprechend nicht kompensiert wird.
      Mal abgesehen davon, dass wieder alles staatlich geregelt werden muss, was zu noch mehr bürokratie führt...
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      "Well, I think that like religion is an individual choice, either you believe and therefore bunnies are unnecessary, or you don't. In which case, chocolate!"

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      • #4
        Ein nettes, aber absolut unrealisierbares Gedankenspielchen

        Leider gibt es in meinen Augen für jemanden, der für seine Arbeit so oder so Geld bekommt, unabhängig von seiner Leistung, keine wirkliche Motivation, Topleistungen zu bringen. Auch die Motivation in der Ausbildung würde extrem sinken, weil man ja in jedem Beruf das gleiche bekäme. Der technologische Fortschritt würde in meinen Augen auf einen Bruchteil der momentanen Wachstumsrate zurückfallen.


        Würden wir einen weltweiten Durchschnitsslohn errechnen, müßten Europäer ihre Ansprüche gewaltig nach unten schrauben. Denn gemessen an den Milliarden (ver)Hungernden dieser Erde gehts uns momentan extrem gut, auch einem Hartz IV - Empfänger.

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        • #5
          Ich frage mich, wie Du in einem solchen Fall schmutzige, gefährliche, sozial nicht angesehene Tätigkeiten und dergleichen verteilen willst.
          Es würde vermutlich dazu führen, dass man versuchen würde, solche Arbeiten ohnehin zu vermeiden. Dann weiter, es wird natürlich nie so viele saubere, ungefährliche, angesehene Jobs geben, dass alle dort eine Arbeit finden würden. Gewisse Leute, die sonst keinen Job finden, müssten wohl diese Jobs übernehmen (ganz ähnlich wie es heute ist) - wenigstens würden sie dafür aber vergleichsweise gut entlöhnt.

          Wer eine richtige Ausbildung gemacht hat, soll natürlich mehr bekommen als jemand, der ein Lappen und Eimer in die Hand gedrückt bekommt.
          Warum "natürlich"? Genau diese "Natürlichkeit" will ich hier in Frage stellen. Weshalb macht man denn eine Ausbildung? Weil man mehr verdienen will? Wenn alle den gleichen Lohn bekämen, würden nur noch die Leute eine Ausbildung machen, die wirklich interessiert am Job sind und darauf aus sind, besser zu sein, als alle anderen.

          Ausserdem würde nie jemand mehr etwas riskieren, da ja eh nix schief gehen kann. Und Verantwortung würde auch keiner mehr übernehmen, da er dementsprechend nicht kompensiert wird.
          Ausser natürlich, du willst Verantwortung übernehmen, weil du dadurch soziales Ansehen erhältst (wenn schon Geld als Weg zum Ansehen wegfällt, werden die anderen Wege vermutlich wichtiger werden).

          Mal abgesehen davon, dass wieder alles staatlich geregelt werden muss, was zu noch mehr bürokratie führt...
          Du musst ja nicht viel Regeln: Bloss die Spannweite des erlaubten Lohnes, das ist alles.

          Also wie gesagt, ich behaupte nicht, dass diese Idee "die" Lösung für alle Probleme ist - ich bin nur gespannt, welche Aspekte ich dabei vergesse oder wie man diese Idee verbessern / vertiefen könnte, etc. Und um die Gedanken etwas anzuregen, nehme ich mit Absicht eine etwas extremere Position ein.

          EDIT: (Für Zefram)
          Naja, eine kleine motivierende Lohnspanne dürfte schon drin liegen. Ausserdem werden doch dann die anderen Qualitäten viel wichtiger - sich einen guten Ruf zu erarbeiten, dürfte dann vielleicht den Run nach dem grossen Geld ersetzen.

          Der technologische Fortschritt würde in meinen Augen auf einen Bruchteil der momentanen Wachstumsrate zurückfallen.
          Was vielleicht gar nicht so dumm wäre...

          Würden wir einen weltweiten Durchschnitsslohn errechnen, müßten Europäer ihre Ansprüche gewaltig nach unten schrauben.
          Oh ja, da hast du völlig recht. Möglicherweise würde dieser Anpassungsprozess weltweit ein Jahrhundert in Anspruch nehmen.
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          • #6
            Zitat von Bynaus
            Es würde vermutlich dazu führen, dass man versuchen würde, solche Arbeiten ohnehin zu vermeiden.
            Ich glaube, das tut man schon heute.

            Zitat von Bynaus
            Dann weiter, es wird natürlich nie so viele saubere, ungefährliche, angesehene Jobs geben, dass alle dort eine Arbeit finden würden. Gewisse Leute, die sonst keinen Job finden, müssten wohl diese Jobs übernehmen (ganz ähnlich wie es heute ist) - wenigstens würden sie dafür aber vergleichsweise gut entlöhnt.
            Und wie willst Du sie motivieren, eine solche Tätigkeit zu übernehmen? Gefährliche und unangenehme Arbeiten sind eben nicht immer solche, die heute schlecht entlohnt werden. Und selbst wenn - den Vergleich zur heutigen Regelung wird nicht angestellt werden. Diese Personen würden sich mit denjenigen vergleichen, die den Einheitslohn für bequeme Jobs beziehen. Daher sehe ich in Deinem System keinen ausreichenden Motivator.
            Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
            -Peter Ustinov

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            • #7
              Zitat von Bynaus
              Das beginnt damit, dass man sich fragen kann, ob die Arbeit der Putzfrau, die von früh bis spät den anderen Dreck hinterherputzt, wirklich so viel weniger Wert ist wie die Arbeit des Managers? Wie kann es sein, dass es Menschen gibt, die arbeiten bis zum Umfallen und denen doch nicht genug zum Leben bleibt (sog. Working Poor)?
              Worin steckt mehr Aufwand - In einer Wanderung durch den Stadtwald oder in einer Expedition in den Urwald? Bei der Wanderung durch den Stadtwald muss man sich nicht sehr vorbereiten, oder in teuere Ausrüstung investieren. Bei einer Expedition schon.
              Ebenso sehe ich das mit den Berufen. Bei Berufen für die man keine Ausbildung machen muss steckt weniger Aufwand drin bis man anfangen kann als wenn man Arzt werden will. Der Arzt verliert Jahre seines Lebens nur um sich das Wissen anzueignen das er zur Ausübung seines Berufes braucht.
              Würde man jetzt dein Model nehmen hätte der Arzt weniger Geld um sich eine Existenz aufzubauen, es sei denn Du möchtest die Bevölkerung auch noch mit kostenlosen Wohnungen versorgen.
              Auch würde ich es eher für demotivierend empfinden wenn Leistung nichts mehr zählt und man das Gleiche erhält wie mit wenig Leistung. Das sieht man ja jetzt schon wenn jemand mehr Arbeitslosengeld erhält, als wenn man normal arbeiten geht.
              Das Einzige wo ich Dir zustimmen muss ist, dass man für seine Arbeit eine Art Mindestentlohnung erhalten sollte damit man damit auch Leben kann. Wenn ich davon nicht leben kann, warum soll ich dann arbeiten? Da bleibe ich gleich daheim und lasse mich von der Sozialhilfe aushalten. Dies zeigt vor allem, wie persönliches Denken wieder dem unternehmerischen Denken ähnelt. Man nennt dies Unternehmerlohn. Wenn ich aus meinem eingesetzten Kapital nicht mindestens 4-5% mehr heraushole als ich hineinstecke, kann ich das Geschäft lieber gleich schließen und das Geld auf die Bank geben und mich meines Lebens freuen.

              Ehrlich gesagt sehe ich für Dein Modell so lange keine ernstzunehmende Zukunft solange noch keine Replikatoren erfunden wurden.
              Just because it is the truth doesn't mean anyone wants to know about it.
              Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Und hinterher müssen sie's dann tragen. - Ingrit Berg-Khoshnavaz
              Statt 'Gier' sagen wir 'Profitmaximierung', und schon wird aus der Sünde eine Tugend. - Ulrich Wickert

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              • #8
                Bynaus, ich möchte Dir ein großes Lob aussprechen! Ich finde die Idee sehr sehr gut und grenzendurchbrechend!

                Und für alle die, die direkt "Schwachsinn" oder "utopisch" hier hereinbrüllen, das stimmt nicht. Es ist durchaus möglich und wird nur nicht möglich, weil es alle als Unsinn abtun!
                Wenn man das einfach mal wirklich machen würde... Mein Gott wäre das toll! Und die Vorteile, gegenüber den zu vernachlässigenden, vertretbaren Nachteilen, sind vorhanden, wie Bynaus sie aufgezählt hat. Das wäre wirklich klasse! Man müsste das einfach mal machen!

                Wenn die Leute mehr für die Arbeit etwas tun und nicht mehr wegen dem Geld und nicht mehr so auf den Wert eines Berufs achten, ob man besser ist als jemand anderes, ebenso weit mehr Leute ihren Beruf machen, den sie lieben, dann wächst daraus auch mehr Leistung und Entwicklung, und auch Forschung!

                Einzig viel mir bei dem folgenden Punkt auch im Umkehrschluss ein Nachteil auf:
                Zitat von Bynaus
                - Die Leute würden häufiger die Stelle wechseln, mehr ausprobieren. Dies würde sich in vieler Hinsicht positiv auf die Wirtschaft auswirken: so erhöht es die durchschnittliche Erfahrung der einzelnen Arbeitnehmer, verringert (durch die höhere Fluktuation) die Arbeitslosenquote, und die Chance, dass jemand einen Job findet, der ihn wirklich erfüllt, steigt.
                Die Sache ist die, dass dann natürlich häufiger Leute, sagen wir mal anhand eines bestimmten Betriebes, Leute weggehen, weil sie was anderes ausprobieren wollen und der Betrieb muß dann erstmal wieder Leutz finden, die die Stelle übernehmen.
                Andererseits wird es auch bei solch einem System Stellenausschreibungen geben, von daher. Hinzu kommt, dass der Betrieb weit mehr bzw. auch darauf achten kann, Leute einstellt/eingestellt hat, die die Arbeit auch wirklich machen wollen. Letztenendes ist der Nachteil wieder vernachlässigbar.


                Zitat von Kaff
                Ausserdem würde nie jemand mehr etwas riskieren, da ja eh nix schief gehen kann.
                Ähm, sorry, aber der Satz ist in sich äußerst unlogisch. Das Gegenteil ist der Fall! Wenn einem nicht mehr viel passieren kann, kann man doch erst recht etwas riskieren!! Der Mut Neues auszuprobieren, zu wagen, zu entwickeln, wird steigen! Und das wird der Forschung und der Wirtschaft gut tun!
                Bis höchstens auf den ganz speziellen Anreiz des Risikospiels, der auf die wenigsten Mutigen zutreffen dürfte, nämlich der, dass Jemand etwas wagen würde/möchte, gerade weil es riskant ist. Aber das ist eher eine Risiko-Art, die nicht wirklich etwas mit dem Ziel, was erreicht werden soll zu tun hat, sondern mit dem Risiko an sich und somit eher Prahlerei ähnelt. Also wieder: Vernachlässigbar.


                Ich wünschte echt, eine Bewegung, jemand, der Gehör hat, setzt das auf seinen Plan und alle würden die wählen. Das wär fein!
                Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi; 1181 od. 82 - 1226)

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                • #9
                  Also rein von der wirtschaftlichen Seite ist der Lohn ja nichts anderes als der Preis für die Arbeit. Und der Preis ist ein gewisses Maß für die Knappheit. Will sagen, dass in der Theorie also ein Kinderarzt knapper ist als ein Hausmeister und daher auch der Arzt mehr verdient, weil er erstens in seinen Beruf investiert hat und zweitens weil seine Arbeit nicht von jedem erledigt werden kann.

                  Setzt man jetzt die Löhne gleich, dürfte also kein Mangel an allem mehr vorhanden sein. Das mag man utopisch nennen, aber wenn wir vom Star Trek-Beispiel ausgehen (Energieproblem gelöst, Replikatoren): Warum sollte man dann überhaupt Lohn empfangen? Für was wäre er denn nütze? Keine Preise, kein Geld kein Lohn?
                  Wenn man schon träumt, sollte man groß träumen.
                  Forum verlassen.

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                  • #10
                    Mit gleicher Lohn für alle kann ich ehrlich gesagt auch nicht so viel anfangen... Allerdings bin ich für (relativ) gleicher (und Mindest)Lohn für ähnliche Arbeit und einer "Schliessung" der riesigen und nicht zu rechtfertigenden Gehaltsunterschiede.

                    Zitat von matrix089
                    Bei Berufen für die man keine Ausbildung machen muss steckt weniger Aufwand drin bis man anfangen kann als wenn man Arzt werden will. Der Arzt verliert Jahre seines Lebens nur um sich das Wissen anzueignen das er zur Ausübung seines Berufes braucht.
                    Würde man jetzt dein Model nehmen hätte der Arzt weniger Geld um sich eine Existenz aufzubauen, es sei denn Du möchtest die Bevölkerung auch noch mit kostenlosen Wohnungen versorgen.
                    Ich denke nicht, dass du Arzt bist?
                    Also was generell Ausbildung bzw Studium betrifft, denke ich sehr wohl, dass man das studiert was einem selber wirklich SPASS macht bzw wo die persönlichen Interessen liegen.
                    Ich hätte jedenfalls noch nie jemanden kennengelernt der eine Ausbildung anfängt mit dem Vorsatz "so, ich mach das weil ich später mal einen Haufen Kohle mache", wobei ich NICHT abstreiten will, dass das (erhoffte)zukünftige Gehalt eine Rolle spielt.
                    Trotzdem, und gerade bei Ärzten als Bsp - kommt mir zumindest vor, nehmen viele "Entbehrungen" in Kauf, weil sie es gerne machen! Und bis die bzw man wirklich ein Top Gehalt bekommt, dauert es laaange, wenn man das überhaupt mal bekommt.
                    Aber wenn jemand seine Ausbildung als "verlorene Jahre" sehen würde, ist eine bedauernswerte Person!

                    Zitat von Kaff
                    Ein Grund für hohe Löhne liegt ja darin, dass die Menschen motiviert werden sollen. Wer eine richtige Ausbildung gemacht hat, soll natürlich mehr bekommen als jemand, der ein Lappen und Eimer in die Hand gedrückt bekommt.
                    Deswegen war schon immer eine Forderung der """Linken""": freier Uni-Zugang für alle und dergleichen; das kommt ja nicht von ungefähr.
                    Derzeit bastelt man ja kräftig daran Ausbildung wieder zu elitisieren, um so eine Argumentation wieder aufzubauen.


                    Ausserdem möchte ich mich noch zu dem leidigen "Verantwortung übernehmen" äussern. Dieses Argument finde ich so lächerlich. Es gibt einen Haufen Manager die so übel Bockmist bauen, die scheren sich im Endeffekt einen Dreck um Verantwortung.
                    Da wird gezockt, entweder haste dann Glück oder Pech (und wirst dann zur "Verantwortung" gezogen indem die Person gegangen wird - am besten noch mit einer Abfindung damit sie geht - oder man muss, gemessen an dem was man eingestreicht hat, einen irrelevanten Betrag an "Entschädigung" zahlen, denn oft übernimmt ja dann der Staat, ergo Steuerzahler, die Verluste die durch Zockerei eines Managers verursacht wurden).
                    Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                    Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                    • #11
                      Zitat von Bynaus

                      Wie erreicht man das Ziel "Gleicher Lohn für alle"?
                      - Zuerst geht es darum, Mindest- und Maximallöhne für alle festzulegen.
                      - Danach kann man sukzessive den Mindest- und Maximallohn angleichen. Dies muss weltweit im Gleichschritt geschehen.

                      Helft ihr mir, einen dritten Blick auf den Gedanken zu werfen?
                      Vor allem müßte man erstmal gleichen Lohn für gleiche Arbeit realisieren.

                      Zum einen verdienen Frauen nach wie vor weniger für gleiche Arbeit und auch unter den Kollegen schwanken die Löhne. Je nachdem, wie gut sie halt mit ihrem Arbeitgeber verhandeln konnten.

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                      • #12
                        bevor ich jetzt hier in die diskussion einsteige hätte ich gerne gewußt in welcher form der wirtschaftsordnung denn ein "gleicher lohn für alle" erwirtschaftet werden soll?
                        This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
                        "I was a victim of a series of accidents, as are we all."
                        Yossarian Lives!

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                        • #13
                          wer etwas gelernt hat und leistung bringt sollte auch seinen lohnerhalten und
                          wer nix macht oder kann oder will bekommt halt nix.

                          das problem ist das man im glauben aufwächst erzogen wird das, putzen, müll wegtragen, strassen kehren ect... alles niedere arbeiten sind das ist falsch jede arbeit ist arbeit und jede hat ihren spass und ihren stress, putzfrauen verdienen relativ gut manager verdienen relativ gut, davon das alles gleich verdienen ist unlogisch und wir sind sehr weit davon entfent das die menschen das so achseptieren würden.

                          es gibt menschen die sind glücklich mit ihren putzen, andere sind glücklich am bürotisch zu sitzen und genau so ist es das die selben die arbeit anderer nicht verrichten können.

                          das Lben ist nicht nur arbeit

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                          • #14
                            Der Grundgedanke gefällt mir, ganz ehrlich. Und etwas zu den gefährlichen und unsauberen Jobs..
                            Und wie willst Du sie motivieren, eine solche Tätigkeit zu übernehmen? Gefährliche und unangenehme Arbeiten sind eben nicht immer solche, die heute schlecht entlohnt werden.
                            Indem man die Gefahren durch technischen Fortschritt ausschaltet. Nehmen wir als Beispiel mal die gefährlichesten. Leute die in der Nähe von Atomreaktoren arbeiten zwecks Wartung usw. Strahlung ohne Ende. Oder ein Vulkanforscher/Geologen am Rande eines etwas aktiven Kraters, Kohlekumpels in den Tiefen der Erde, von denen immer wieder viele verschüttet werden. Gibt sicher noch mehr gefährliche Jobs. Hmm, was haltet ihr von Robotik? Ich meine jetzt nicht voll ausgereifte und autonome KI´s sondern mehr die ferngesteuerten Teile? Solche Maschinen, die die gelichen Arbeiten in gefährlichen Umfeld erledigen können aber ferngesteuert werden? Schau dir mal das internet an. Du kannst heute schon ohne Probleme in allen Ego-Shootern usw. deine Figur über hunderte oder tausende Kilometer fast ohne zeitliche Verzögerung präzise steuern. Irgendwie denke ich nciht, das es so viel schwerer ist, statt ein virtuelles Abbild in einem Spiel einen Roboter mit den selben Fähigkeiten wie deine Figur zu steuern. Und wenn keine Funk- oder W-Lan-Verbindung hergestellt werden kann aufgrund von Strahlung oder Hitze der so, es gibt immer noch die Kabelvariante.

                            Und zu den schmutzigen Jobs, wenn du erstmal im "Dreck" steckst, ists gar nicht so schlimm nur erstmal diese Arbeit machen zu wollen (quasi der Sprung ins kalte Wasser) das kostet die meiste Überwindung. Glaub mir, ich hocke seit geraumer Zeit hinterm Schriebtisch, aber meine Zeit in einer Großküche, wo ich fast nur hin und her gerannt bin und viel geputzt hatte (Fritösen und Abzugshauben machen soo viel Spaß ^.^) hatte mir trotzdem oft mehr Spaß gemacht, und das obwohl es viel anstrengender war. Es gibt eben auch Leute, die machen die "einfachen und schmutzigen" Arbeiten lieber als "staubtrockene saubere und anständige".
                            Und nebenbei, richtig Putzen ist auch eine kleine Wissenschaft
                            Jede Geschichte hat vier Seiten: Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich geschehen ist.

                            Welten brechen auseinander, Formationen nicht.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Ezri Chaz
                              Vor allem müßte man erstmal gleichen Lohn für gleiche Arbeit realisieren.
                              Richtig, nicht einmal dies ist heute realisiert. Die Frage ist aber doch auch, warum aber überhaupt Arbeit unterschiedlich bewertet werden soll.
                              Zitat von Sandswind
                              Ich frage mich, wie Du in einem solchen Fall schmutzige, gefährliche, sozial nicht angesehene Tätigkeiten und dergleichen verteilen willst.
                              Die Frage ist, wie du meinst, dass diese heute verteilt werden. Heute sind das ja die Tätigkeiten mit den niedrigsten Löhnen und die "Motivation" für diese Arbeit ist die Angst vor noch krasserer Armut.
                              Zitat von matrix089
                              Auch würde ich es eher für demotivierend empfinden wenn Leistung nichts mehr zählt und man das Gleiche erhält wie mit wenig Leistung.
                              Das ist vollkommen normal und eigentlich in den meisten Bereichen so. "Leistungsorientierte Löhne" sind meist nur ein Instrument, um insgesamt die Löhne zu senken - während nur ein Bruchteil, der sich total überarbeitet auf den alten Lohn kommt. Die Leistungspremien sind meist eben nicht leistungsabhängig, sondern nur eine bestimmte, meist sehr geringe Anzahl kann diese erhalten. Es sind eher Premien für die grössten Schleimer und Kriecher.
                              Zitat von matrix089
                              Dies zeigt vor allem, wie persönliches Denken wieder dem unternehmerischen Denken ähnelt. Man nennt dies Unternehmerlohn. Wenn ich aus meinem eingesetzten Kapital nicht mindestens 4-5% mehr heraushole als ich hineinstecke, kann ich das Geschäft lieber gleich schließen und das Geld auf die Bank geben und mich meines Lebens freuen.
                              Abgesehen davon, dass die klare Mehrheit lieber arbeitet, als nichts zu machen - es nur viel zu wenig Arbeitsplätze gibt - , ist "Unternehmerlohn" ein ziemlich absurdes ideologisches Konstrukt. Für was wird der "Unternehmer" entlohnt? Und wie bestimmt sich die Höhe? Nehmen wir ein Grossaktionär eines Grosskonzers oder einen Vorstandsvorsitzenden: wo ist dessen persönliches Risiko? Wo kann deren Einkommen so derart hoch sein, obwohl diese Leute gar nicht oder fast nicht arbeiten müssen, da die Arbeit andere für sie erledigen?
                              Zitat von Kaff
                              Ein Grund für hohe Löhne liegt ja darin, dass die Menschen motiviert werden sollen.
                              Willst du damit ausdrücken, dass heute bewusst die klare Mehrheit demotiviert wird? Die klare Mehrheit soll ja für immer weniger immer länger arbeiten - was sich keine Motivation darstellt.
                              Zitat von Kaff
                              Wer eine richtige Ausbildung gemacht hat, soll natürlich mehr bekommen als jemand, der ein Lappen und Eimer in die Hand gedrückt bekommt.
                              Warum? Weil jemand Aufwand in die Ausbildung stecken musste oder warum?
                              Zitat von Kaff
                              Ausserdem würde nie jemand mehr etwas riskieren, da ja eh nix schief gehen kann. Wieviel Erfolgsgeschichten gab es schon, weil jemand etwas gewagt hat?
                              Wo ist der Zusammenhang zum Thema?
                              Zitat von Kaff
                              Und Verantwortung würde auch keiner mehr übernehmen, da er dementsprechend nicht kompensiert wird.
                              Du hast seltsame Vorstellungen.
                              Resistance is fertile
                              Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                              The only general I like is called strike

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