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Grabstätte aus der Zeit Echnatons entdeckt

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  • Grabstätte aus der Zeit Echnatons entdeckt

    Vor ein paar Wochen wurde eine Grabstätte aus der Zeit Echnatons entdeckt. Irgendwie finde ich diese Zeitperiode und vor allem die Funde die nach so langer Zeit immer noch gemacht werden hoch faszinierend und ich lese immer wieder gern etwas über neue Funde.
    Vor allem die Echnaton-Periode finde ich interessant. Er hat ja im 13.Jhd vor Christus gelebt und damals hab es trotzdem schon einen Religionsstreit.

    Pharao Echnaton wollte mit der altägyptischen Götterwelt brechen und scheiterte: Sein neuer Gott Aton setzte sich nicht durch. Jetzt entdeckten Forscher das Grab eines Würdenträgers von Echnaton. Die Wandbilder darin berichten aus der Zeit der kurzen Religionsrevolte.

    Er war ein "ketzerischer Pharao" - so bezeichnete das Volk Echnatons offenbar seinen Herrscher. Denn der ägyptische Gebieter aus dem 14. Jahrhundert vor Christus hatte mit der Jahrtausende alten Tradition des antiken Ägypten gebrochen und beschlossen, sich von der Verehrung des Gottes Amun abzuwenden. Stattdessen erklärte er Aton in Gestalt einer Sonnenscheibe zum Hauptgott. Somit mussten sich seine Gefolgsleute zur Anbetung des neuen Gottes bekennen.

    Offenbar behielt Echnaton aber trotz seines revolutionären Verhaltens einige religiöse Traditionen bei. Ein Archäologenteam aus den Niederlanden hat in Ägypten jetzt ein Grab aus der Epoche des Pharaos entdeckt. Darin beerdigt war ein hoher Beamter namens Ptahemwi. In seinem Grab fanden die Forscher mehrere Gemälde, auf denen etwa Affen abgebildet sind, die Früchte essen. Außerdem erzählen die Bilder von Alltagsszenen aus der damaligen kurzen Religionsrevolte.

    Wie der Oberste Rat für die ägyptische Antike mitteilte, liegt die etwa 3300 Jahre alte Grabstätte in der Totenstadt von Sakkara. Die Entdeckung zeige, dass Standespersonen auch während Echnatons Herrschaft in der Grabstadt beerdigt wurden. Damit sei weiterhin den religiösen Traditionen gefolgt worden.

    Dauerhaft durchsetzen konnte sich Echnaton mit der Verehrung des Gottes Aton nicht. Obwohl er den Kult anderer Götter nicht verbot, gab es Ausschreitungen, Tempelschließungen und Verfolgung. Auch deshalb wird die Epoche Echnatons häufig als schwarze Periode bezeichnet.
    Quelle
    "We must question the story logic of having an all-knowing all-powerful god, who creates faulty humans, and then blames them for his own mistakes."
    Gene Roddenberry

  • #2
    ---> Geschichte
    Möp!

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    • #3
      Hallo,

      Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
      Vor ein paar Wochen wurde eine Grabstätte aus der Zeit Echnatons entdeckt. Irgendwie finde ich diese Zeitperiode und vor allem die Funde die nach so langer Zeit immer noch gemacht werden hoch faszinierend und ich lese immer wieder gern etwas über neue Funde.[...]
      ...denke da auch an die spektakuläre Wiederentdeckung von Kent Weeks, der 1995 in Theben West, dem Tal der Könige, ein seit über 70 Jahren vergessenes Grab freilegte.

      1825 grub dort erstmals James Burton. Da in den freigelegten Kammern nichts von Wert zu finden war, stellte Burton die Arbeit wieder ein. Das war sein wohl größter Fehler.

      1902 war Howard Carter der nächste, der dort sein Glück versuchte. Doch er hielt das Grab für unwichtig, obwohl schon Burton das Grab, anhand von Inschriften, der Ära von Ramses II zuordnen konnte.
      Danach wurde das Grab mit dem Ausgrabungsschutt anderer Expeditionen zugedeckt und die Lage von KV5 geriet in Vergessenheit.

      Seit ca. 1979 war das TMP (Theban Mapping Projekt) damit beschäftigt, die gesamte thebanische Nekropole detailliert zu vermessen und zu kartographieren.

      1989 wurde der Eingang zu KV5, an der engsten Stelle der Zufahrt, direkt hinter den Ständen der Souvenirverkäufer, wiedergefunden.

      Von daher, unter dem Sand Ägyptens liegt noch so manch Faszinierendes, was nur darauf wartet gefunden zu werden.

      Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
      [...]Vor allem die Echnaton-Periode finde ich interessant. Er hat ja im 13.Jhd vor Christus gelebt und damals hab es trotzdem schon einen Religionsstreit.
      ...über Religion wurde auch damals schon „gestritten“. Denn die Ägypter hatten ein buntes Allerlei an Göttern und die jeweiligen Pharaonen taten ihr übriges in Sachen Glauben.

      Der als „Ketzer-Pharao“ bekannte Amenophis IV brach damals aber auch mit einigen Regeln. Denn die Herrscher Darstellungen der Armana-Periode sind „realistischer, als die idealisierten Bildnisse davor und danach.

      Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
      ---> Geschichte
      ...genau genommen gehört der Beitrag eigentlich ins Wissenschafts-Unterforum. Weil es sich um einen archäologischen Fund handelt und die Archäologie zu den Kulturwissenschaften gehört.

      Gruß Night...
      Zuletzt geändert von Nightcrawler; 03.03.2007, 15:27. Grund: 1997 in 1979 geändert...
      "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
      "Ich bin mit meinem bisschen Mensch sein derartig ausgelastet - zum Deutsch sein komm' ich ganz selten." (V. Pispers)

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      • #4
        Zitat von Nightcrawler Beitrag anzeigen
        ...genau genommen gehört der Beitrag eigentlich ins Wissenschafts-Unterforum. Weil es sich um einen archäologischen Fund handelt und die Archäologie zu den Kulturwissenschaften gehört.

        Gruß Night...
        Stellt sich die Frage: geht es um die archäologischeEntdeckung oder um die geschichtswissenschaftliche Auswertung dieser Funde.
        Möp!

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        • #5
          Zitat von Nightcrawler Beitrag anzeigen
          ...denke da auch an die spektakuläre Wiederentdeckung von Kent Weeks, der 1995 in Theben West, dem Tal der Könige, ein seit über 70 Jahren vergessenes Grab freilegte.

          1825 grub dort erstmals James Burton. Da in den freigelegten Kammern nichts von Wert zu finden war, stellte Burton die Arbeit wieder ein. Das war sein wohl größter Fehler.
          Genau, dieses Grab, oder besser diese Gräber weil es ja riesig ist mit fast 100Räumen soweit ich weiß, ist ja das größte bisher entdeckte Grab.
          Schon ziemlich doof von James Burton, nicht weiter zu graben Wenn er gewusst hätte, dass es sich um das Grab für Ramses II Söhne handelte und welchen Wert diese Endeckung für die Wissenschaft hatte, hätte er bestimmt weiter gemacht


          Zitat von Nightcrawler Beitrag anzeigen
          1902 war Howard Carter der nächste, der dort sein Glück versuchte. Doch er hielt das Grab für unwichtig, obwohl schon Burton das Grab, anhand von Inschriften, der Ära von Ramses II zuordnen konnte.
          Danach wurde das Grab mit dem Ausgrabungsschutt anderer Expeditionen zugedeckt und die Lage von KV5 geriet in Vergessenheit.
          Wenn ich Howard Carter höre denke ich irgendwie automatisch an das Grab von Tutachamun und dessen angeblichen Fluch.
          Hab da einmal ein Buch gelesen, weiß aber leider nicht mehr, wie es heißt. Da will der Autor unbedingt beweisen dass dieser Fluch existiert (unter anderem- er wollte auch beweisen, dass es Aliens im Bermuda-Dreieck gibt ). ISt echt witzig geschrieben, aber auch schon älter.
          Angeblich stand ja auf den Spruchtafeln in Tutanchamuns Grab:
          "Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen,
          der die Ruhe des Pharao stört!"
          Eine ganze Horde von Menschen soll ja diesem Fluch zum Opfer gefallen sein, viele sind aber nur durch den giftigen Schimmelpilz, der in der Grabstätte lebt, umgekommen.

          Zitat von Nightcrawler Beitrag anzeigen
          Von daher, unter dem Sand Ägyptens liegt noch so manch Faszinierendes, was nur darauf wartet gefunden zu werden.
          Oh ja, da kann ich nur zustimmen. Vor ein paar Jahren wollte ich sogar Archäologin werden , bis ich festgestellt habe, dass das wohl ewig ein Traum bleiben wird.

          Zitat von Nightcrawler Beitrag anzeigen
          ...über Religion wurde auch damals schon „gestritten“. Denn die Ägypter hatten ein buntes Allerlei an Göttern und die jeweiligen Pharaonen taten ihr übriges in Sachen Glauben.

          Der als „Ketzer-Pharao“ bekannte Amenophis IV brach damals aber auch mit einigen Regeln. Denn die Herrscher Darstellungen der Armana-Periode sind „realistischer, als die idealisierten Bildnisse davor und danach.
          Ich finde es nur faszinierend, dass ein Streit entstehen konnte, obwohl die Ägypter doch so tolerant waren in Bezug auf ihre Götter.
          AmenophisIV hat ja die anderen Götter nicht verboten, bzw. deren Anbetung. Er hat nur Aton (=Sonne) als den höchsten aller Götter bezeichnet, soweit ich weiß. Davor war es Amun. Aber deshalb fast einen Religionskrieg anzufangen...
          Vielleicht lag es ja auch an der realistishen Kunst. Auch Nofretete, seine erste Gemahlin wurde ja, soweit ich weiß, als Gott dargestellt, was auch mit den Traditionen brach.
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          Gene Roddenberry

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          • #6
            Der Ketzerpharao war Echnaton.

            Und das Grab, das gefunden wurde, stammt ja auch aus seiner Regierungszeit - und nicht aus der von Amenophis IV.

            Ich finde es nur faszinierend, dass ein Streit entstehen konnte, obwohl die Ägypter doch so tolerant waren in Bezug auf ihre Götter.
            Die Ägypter waren vielleicht sehr tolerant - aber Echnaton nicht.

            Und weil er eben mit Gewalt seinen Eingott Aton durchsetzte, machte er sich nicht nur Freunde.
            Und nach seinem Tod wurden seine Neuerungen auch prompt rückgängig gemacht.

            Und sein Sohn - Tut Anch Aton - wurde umbenannt in: Tut Anch Amun... Ja, dass ist der, den Carter entdeckt hat.

            Nach dem Tod Echnatons war der ägyptische Eingottglaube jedenfalls Geschichte.
            Naja, nur fast: Ein Teil von Echnatons Lobgesängen auf Aton findet sich heute noch als einige Psalmen in der Bibel wieder...

            Insofern wurde da ein Grab aus einem echt brandheißen Teil der Weltgeschichte gefunden.
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            • #7
              Hallo,

              Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
              Genau, dieses Grab, oder besser diese Gräber weil es ja riesig ist mit fast 100Räumen soweit ich weiß, ist ja das größte bisher entdeckte Grab.
              Schon ziemlich doof von James Burton, nicht weiter zu graben Wenn er gewusst hätte, dass es sich um das Grab für Ramses II Söhne handelte und welchen Wert diese Endeckung für die Wissenschaft hatte, hätte er bestimmt weiter gemacht [...]
              ...KV5 zählt zu den bedeutensten Entdeckungen des 20. Jahrhunderts.
              Da hatte Burton die Chance seines Lebens wahrhaft in den Sand gesetzt.

              Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
              [...]Wenn ich Howard Carter höre denke ich irgendwie automatisch an das Grab von Tutachamun und dessen angeblichen Fluch.
              Hab da einmal ein Buch gelesen, weiß aber leider nicht mehr, wie es heißt. Da will der Autor unbedingt beweisen dass dieser Fluch existiert (unter anderem- er wollte auch beweisen, dass es Aliens im Bermuda-Dreieck gibt ). ISt echt witzig geschrieben, aber auch schon älter.
              Angeblich stand ja auf den Spruchtafeln in Tutanchamuns Grab:
              "Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen,
              der die Ruhe des Pharao stört!"
              Eine ganze Horde von Menschen soll ja diesem Fluch zum Opfer gefallen sein, viele sind aber nur durch den giftigen Schimmelpilz, der in der Grabstätte lebt, umgekommen.[...]
              ...ja ja der hinterhältige Aspergillus Flavus. Da wurde wieder aus Unwissenheit ein penetranter Mythos gebastelt, der mit den Opfern, wie Carnavon, eine traurige Bestätigung fand.
              Deshalb werden Gräber auch besser erst durchlüftet und/oder untersucht, dann müssen auch nicht immer die armen Piepmätze ihr leben lassen...

              Über die Person des H. Carter habe ich eh eine geteilte Meinung. Zum einen hat er das Grab von Neb-cheperu-Re (Tutanchamun) entdeckt, aber er war auch ein „Archäologe“ seiner Zeit.
              Carter geriet damals auch heftig ins Kreuzfeuer der Kritik. Auf der einen Seite die ägyptische Altertümerverwaltung und die ägyptische Presse und auf der anderen, die auflagenstarken Blätter der Fleet Street.
              Carter war arrogant und berauscht vom Ruhm seiner Entdeckung, wie auch vom Glanz des gefundenen Goldes. So wurde Carter z. B. von P. Lacau, Leiter der Altertümerverwaltung, mehrmals gebeten bzw. aufgefordert, auch der ägyptischen Presse Informationen zukommen zu lassen. Doch er lehnte ab, mit dem Argument, das die ägyptische Presse eh schon bevorzugt würde.

              Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
              [...]Oh ja, da kann ich nur zustimmen. Vor ein paar Jahren wollte ich sogar Archäologin werden , bis ich festgestellt habe, dass das wohl ewig ein Traum bleiben wird.[...]
              ...willkommen im Klub. Mein Ägyptenbesuch Anfang der Neunziger war dann auch ein persönliches Highlight. Nur zu gerne wär ich damals in die zahlreichen Gewölbe und Gänge unter Sakkara gekrochen.
              Wenn ich könnte, würde ich jetzt noch Archäologie und Geschichte studieren.

              Zitat von Ninali Kahn Beitrag anzeigen
              Ich finde es nur faszinierend, dass ein Streit entstehen konnte, obwohl die Ägypter doch so tolerant waren in Bezug auf ihre Götter.
              AmenophisIV hat ja die anderen Götter nicht verboten, bzw. deren Anbetung. Er hat nur Aton (=Sonne) als den höchsten aller Götter bezeichnet, soweit ich weiß. Davor war es Amun. Aber deshalb fast einen Religionskrieg anzufangen...
              Vielleicht lag es ja auch an der realistishen Kunst. Auch Nofretete, seine erste Gemahlin wurde ja, soweit ich weiß, als Gott dargestellt, was auch mit den Traditionen brach.
              ...Echnaton hat den Sonnenkult, mit der alleinigen Anbetung der Sonnenscheibe Aton, nur zu seiner Blütezeit gebracht. Schon im „Mittleren Reich“ nahm z. B. der Krokodilgott „Sobek“ Solare Züge an.

              Die Amun-Priester in Karnak waren nicht eben begeistert ihre machtvolle Stellung aufgeben zu müssen. Nach Echnatons Niedergang sollte der „Ketzer“ dann aus der Geschichte gelöscht werden. So wurden seine Namenskartuschen auch aus zahlreichen Königslisten getilgt. Wie z. B. den Listen Sethos I. und Ramses II: in Abydos.

              Mit der 21. Dynastie erreichte der Amun-Re Kult dann seinen Höhepunkt. Die Hohepriester des Amun-Re übernahmen dann auch real die weltliche Herrschaft. Damit hatte sie endlich erreicht, was sie schon seit langem gewollt hatten.

              Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
              [...]Der Ketzerpharao war Echnaton.

              Und das Grab, das gefunden wurde, stammt ja auch aus seiner Regierungszeit - und nicht aus der von Amenophis IV.[...]
              ...da muss ich dir leider energisch widersprechen!
              Denn Echnaton und Amenophis IV sind ein und die selbe Person. Er änderte im 5. Jahr seiner Regentschaft den Namen in Echnaton.

              10. Pharao der 18. Dynastie
              Amenophis IV bzw. Amenhotep IV bzw. Echnaton, Sohn des Pharao Amenophis III und seiner Mutter Teje herrschte von 1351-1334 v. Chr. in seiner neuen Hauptstadt Achet-Aton, dem heutigen Tell el-Armana.

              Gruß Night...
              "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
              "Ich bin mit meinem bisschen Mensch sein derartig ausgelastet - zum Deutsch sein komm' ich ganz selten." (V. Pispers)

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              • #8
                Aaaah, was dazugelernt.
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                • #9
                  @LuckyGuy
                  Wie auch Nightcrawler muss ich dir hier widersprechen.
                  Amenophis IV änderte seinen Namen in Echnaton, was auf Deutsch so viel wie "was Aton nützlich ist" heißt. Und zwar wegen seinem Glauben an Aton.

                  Übrigens: auch Tutanchamuns Gemahlin hieß früher Anchesenpaaton (sie lebt für Aton) und sie nannte sich später um in Anchesenamun (sie lebt für Amun)
                  Zitat von Nightcrawler
                  ...willkommen im Klub. Mein Ägyptenbesuch Anfang der Neunziger war dann auch ein persönliches Highlight. Nur zu gerne wär ich damals in die zahlreichen Gewölbe und Gänge unter Sakkara gekrochen.
                  Wenn ich könnte, würde ich jetzt noch Archäologie und Geschichte studieren.
                  Ich war leider noch nie in Ägypter
                  Aber wenn ich genug Geld zusammengespart habe werd ich da auf jeden Fall mal hinfahren und mir alles anschauen. Leider ist es ja nicht so, wie man es immer in Dokus und so sieht, sondern voller Touristen.
                  Aber egal, trotzdem ist es bestimmt ein tolles Erlebnis, z.B. den Tempel von Abu Simbel zu besichtigen... *seufz*


                  Zitat von Nightcrawler
                  ...Echnaton hat den Sonnenkult, mit der alleinigen Anbetung der Sonnenscheibe Aton, nur zu seiner Blütezeit gebracht. Schon im „Mittleren Reich“ nahm z. B. der Krokodilgott „Sobek“ Solare Züge an.
                  Echt? Das wusste ich gar nicht ...aber interessant

                  Zitat von Nightcrawler
                  Die Amun-Priester in Karnak waren nicht eben begeistert ihre machtvolle Stellung aufgeben zu müssen. Nach Echnatons Niedergang sollte der „Ketzer“ dann aus der Geschichte gelöscht werden. So wurden seine Namenskartuschen auch aus zahlreichen Königslisten getilgt. Wie z. B. den Listen Sethos I. und Ramses II: in Abydos.
                  Sogar seine Nachfolger waren ja wie man an der Namensänderung sieht, nicht gerade begeistert von seiner Glaubensänderung. Und das, obwohl Tutanchamun ja sogar sein Sohn war.
                  Ich finde es aber schon krass, dass man seinen Namen sogar aus den Königslisten gelöscht hat... und der ganze Aufstand nur wegen dem Glauben.
                  Naja, vielleicht war auch ansonsten kein besonders guter Herrscher.
                  "We must question the story logic of having an all-knowing all-powerful god, who creates faulty humans, and then blames them for his own mistakes."
                  Gene Roddenberry

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                  • #10
                    Hallo,

                    ...noch heute wird Echnaton (Thronname: „Nefer-cheperu-Re-wa-en-re“;10. Pharao der 18. Dynastie von 1351-1334 v. Chr.; auch Amenophis IV, oder nach seinem Geburtsnamen Amen-hotep genannt ) von einigen Fachleuten als Ketzer des „Neuen Reichs“ (18.-20. Dynastie, ca. 1550-1069/70 v. Chr.) verurteilt.
                    Zur Armana-Periode gehörten nicht nur die religiösen Veränderungen, mit ihrer einschneidenden Theologie, sondern auch der Verlegung seiner Hauptstadt von Theben, dem weltlichen und religiösen Zentrum, nach Achit-Aton (der Horizont des Aton) und eine abweichende Kunstform. In Darstellung und Ikonographie.

                    Armana-Religion:

                    Die altägyptische Theologie ist sehr vielfältig und kann stellenweise auch recht verwirrend sein. Weil sich deren Götterwelt nicht auf einige wenige Götter beschränkt. Viele Städte, jeder Gau und einige weitere Orte huldigten ihren ganz speziellen Göttern.
                    Dazu kam noch, dass so mancher Gott unterschiedliche Erscheinungsformen und damit verbunden auch unterschiedliche Namen besaß, weil diese Götter nicht nur aufgrund ihrer „Person“, sondern auch wegen ihrer jeweiligen Eigenschaften verehrt wurden.
                    Was auch noch dazukam, war die Art und Weise der Darstellung. Es gab Götter die als Menschen dargestellt wurden, in menschlicher Gestalt mit Tierkopf, in reiner Tiergestalt oder auch nur in Symbolen.
                    Dadurch erklärt sich auch, dass z. B. im Serapeum von Sakkara Hunderte von mumifizierten Tieren gefunden wurden. Darunter Katzen, Hunde, (Apis-)Stiere und Paviane.

                    Zu den bekanntesten Göttern, dieser wechselhaften Kategorie, zählen zweifelsohne Ra „Der Hörende“ (bzw. Re, Re-Atum, Re-Harachte, Sobek-Re, Chnum-Re, Amun-Ra, Amun-Re) und Isis (die im Verlauf der Zeit, eben mal die „Fähigkeiten“ anderer Gottheiten annahm).

                    Der Gott Aton ist keine ureigene Erfindung von Amenophis III oder seinem Sohn Amenophis IV, sondern wurde seit jeher von den Ägyptern als eine spezielle Erscheinungsform der Sonne bzw. des Gottes Re verehrt und angebetet. Die unterschiedlichen Darstellungen des Sonnengottes spiegelten sich beispielsweise in den Darstellungen von Amun-Re, Re-Harachte und Aton wieder. Nach dem ägyptischen Schöpfungsmythos ist Atum, bzw. Aton, bzw. Re der Schöpfergott, der dem Urgewässer entstiegen war und danach alle Elemente schuf.
                    Der Sonnenkult war bereits in der 5. Dynastie („Altes Reich“, von 2504-2347 v. Chr.) ein wichtiges Element der altägyptischen Theologie.

                    Es ist demnach Falsch, nur Echnaton alleine als Begründer der Aton-Theologie zu bezeichnen. Vielmehr geht seine verstärkte Präsenz bereits bis auf Hatschepsut (Thronname: „Maat-ka-Re“, 1479-1458 v. Chr.) zurück und gipfelten lediglich unter Echnatons Herrschaft.
                    Unter Echnatons Vater: Amenhotep/Amenophis III (Thronname: „Neb-maa-Ra“) war der Sonnenkult immer bedeutsamer geworden. Von daher wird vermutet, dass Amenophis IV durch seinen Vater beeinflusst wurde.

                    Über den Regierungsantritt Echnatons streiten sich die Gelehrten. Weil nach deren Meinung, nicht eindeutig geklärt ist, ob es eine Mitregentschaft Amenophis IV zur Herrschaft seines Vaters Amenophis III gab und wenn ja, wie lange diese andauerte. Die zur Diskussion stehenden Zahlen reichen von einem bis zu zwölf Jahren.
                    Auf verschiedene Hinweise, wie die Gräber Parenefers, Cheriufs und die Amarna-Briefe gehe ich deshalb lieber erst gar nicht ein. Das überlasse ich lieber den Profis...

                    Fakt ist, dass Amenophis IV im dritten Jahr seiner Regentschaft mit dem Bau des Aton Tempels in Karnak begann und das zu dieser Zeit Aton der oberste Gott der ägyptischen Götterfamilie wurde. Doch alle anderen Götter noch in ihren „Ämtern“ verweilen durften.

                    Mit dem Umzug von Theben nach Achit-Aton, wurde die Verehrung der thebanischen Götter und damit verbundene kultische Handlungen strikt verboten. Der alleinige Gott Aton wurde nur noch als Sonnenscheibe dargestellt, deren Strahlen in den Händen der königlichen Familie endeten. In diesen Händen hielten die so erleuchteten das Anch/Ankh.

                    Das außergewöhnliche an Echnatons Aton-Kult ist die Tatsache, dass er eine einzigartige Stellung innerhalb dieser Religion wahr nimmt.
                    Wird doch nur alleine ihm zuerkannt, die Wunder Atons zu verstehen. Die Menschen durften auch nur zu ihm beten und nicht Aton selbst huldigen, oder ihm Opfergaben darbringen.
                    Er, der alleinige Sohn von Re, ist der einzige der direkt zu Aton betet und so die bitten der Menschen dem einzigen Gott vorbringt.
                    Damit ist Aton kein Gott für jedermann, sondern der persönliche Gott Echnatons und seiner Familie.
                    Es gab auch nur sehr wenige Priester in seiner Religion. Eigentlich waren es auch nur Assistenten, die den Zeremonien lediglich beiwohnen und Echnaton dienen durften. Die einzigen Hohepriester waren er selbst, Nofretete und deren Töchter (Merit-Aton und Anches-en-pa-Aton, die spätere Frau Tut-anch-Amuns).

                    Nicht alle ägyptischen Götter wurden konsequent durch Echnatons Kult verboten. Eigentlich bezog sich Echnatons Glaubenskrieg primär auf die thebanische Göttertriade (Amun, Mut, Chons), damit sollte wohl Amuns Status als König der Götter zerstört werden.

                    Viele der anderen Götter blieben wo sie waren und wurden auch weiterhin verehrt. Dahingehend wird auch von einigen Archäologen und Theologen die Auffassung vertreten, dass es sich bei Echnatons Aton-Kult um Henotheismus und einen lokalen, auf Achit-Aton beschränkten Kult handelte.

                    Armana-Kunst:
                    Der Kunststil der Armana-Epoche wird durch viele, bedeutende Stilelemente gekennzeichnet und hebt sich von der üblichen, pharaonischen Kultur so weit ab, dass sogar Laien dazu in der Lage sind, eindeutige unterschiede zu erkennen.
                    • Emotionale Momente wurden wiedergegeben durch untypische Gesichtszüge
                    • die symmetrische Staffelung in Gruppenbildnissen wurde aufgelöst
                    • individuelle Darstellung von Mitgliedern des Königshauses
                    • Darstellungselemente der kretisch-mykenischen Kunst wurden übernommen
                    • in den üblichen Flachreliefen wurde versucht, mehr Räumlichkeit darzustellen
                    • Der Pharao und seine Frau wurden in gleichberechtigter Größe dargestellt
                    • Echnaton und Nofretete werden realistischer und proportionierter gezeigt und nicht – wie üblich – idealisiert. So kann man Echnaton mit Bauchansatz, Hakennase und ausladenden Hüften sehen.
                    • in den Darstellungen und Plastiken wurden neue Rasterauflösungen verwendet
                    • mittels der „Komposittechnik“ wurden Statuen und Flachreliefe aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt (Talatblöcke)
                    • die Sonnenscheibe Aton wurde zum Elementaren Symbol und ist auf den meisten Reliefs zu sehen.
                    • Statuen wurden in einer „Stand-Schreit“ Haltung gezeigt und es wird auf Reliefs zwischen rechten und linken Gliedmaßen unterschieden

                    Zitat von Rita E. Freed 1997
                    [...]"Zum ersten Mal zeigen Bilder den König nicht nur in seiner offiziellen Funktion, sondern auch in der Rolle des Vaters, der seine Kinder liebkost und küsst, während sie auf seinem Schoß sitzen oder auf seinen Knien spielen."[...]
                    Gruß Night...

                    Quellen und Infos:

                    „Ägypten – Die Welt der Pharaonen“ , Könemann
                    „Echnaton Religion des Lichts“ , E. Hornung
                    „Echnaton - Tutanchamun. Daten, Fakten, Literatur“ , H. A. Schlögl
                    „Chronologie des pharaonischen Ägyptens“ , J. v. Beckerath
                    „Der Goldene Pharao- Tut-anch-amun“ , T. Hoving
                    http://www.pharaonenland-online.de/
                    http://www.selket.de/index.htm
                    "Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur, sich selbst."(Lucius Annaeus Seneca)
                    "Ich bin mit meinem bisschen Mensch sein derartig ausgelastet - zum Deutsch sein komm' ich ganz selten." (V. Pispers)

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                    • #11
                      Uiii... das ist ja echt hochinteressant.
                      Hab bestimmt die Hälfte davon nicht gewusst- zum Beispiel, dass die Aton-Theologie sogar schon bis auf Hatschepsut zurückgeht -, und dabei habe ich eigentlich recht viel über diese Epoche gelesen, hab mir sogar ein Ägypten-Buch gekauft.
                      Ich habe letztens übrigens einen Roman gelesen : Pharao von Pauline Gedge
                      Soweit ich erkennen konnte ist dieses Buch wirklich ziemlich geschichtsgetreu geschrieben, und es hat mir total gut gefallen. Also wen die Geschichte um Echnaton interessiert: Dieses Buch kann ich nur empfehlen.
                      "We must question the story logic of having an all-knowing all-powerful god, who creates faulty humans, and then blames them for his own mistakes."
                      Gene Roddenberry

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