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Hans-Dietrich Genscher ist verstorben

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  • Hans-Dietrich Genscher ist verstorben

    Hans -Dietrich Gesncher war einer der führenden Politischen Menschen unseres großartigen Landes.
    • 1969-1974 Bundesminister des Inneren
    • 1974-1992 Bundesminister des auswärtigen und Viezekanzler der Bundesrepublik Deutschland
    • 1974-1985 Bundesvorsitzender seiner Fraktion FDP
    Genscher setzte sich im Zuge seiner politischen Laufbahn mit hervoragedendem diplomatischen Geschik für ein Ende des kalten Krieges und ein Ende der Teilung Europas ein. Er gillt als ein "Macher" der Deutschen Einheit.

    Besonders hervorzuheben ist sein berühmter unvollendeter Satz:


    Her Genscher starb am 31 März im Alter von 89 Jahren an einem Herz-Kreislauf-Versagen.
    Zuletzt geändert von Infinitas; 02.04.2016, 08:57.
    -

  • #2
    Auch bemerkenswert: NSDAP Mitglied 44-45. Genscher hat die gescheiterte Befreiung der Geiseln 72 zu verantworten schließlich hat er wohl die Zusammenarbeit mit israelischen Antiterroreinheiten untersagt. Er als Innenminister hatte es drei Jahre lang versäumt welche ausbilden zu lassen. Bei der Vizekanzlerschaft, fehlen die zwei Wochen als Franke das Amt inne hatte. Wendelin und die drei anderen FDP Minister waren ja zurückgetreten.

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    • #3
      Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
      Auch bemerkenswert: NSDAP Mitglied 44-45. Genscher hat die gescheiterte Befreiung der Geiseln 72 zu verantworten schließlich hat er wohl die Zusammenarbeit mit israelischen Antiterroreinheiten untersagt. Er als Innenminister hatte es drei Jahre lang versäumt welche ausbilden zu lassen. Bei der Vizekanzlerschaft, fehlen die zwei Wochen als Franke das Amt inne hatte. Wendelin und die drei anderen FDP Minister waren ja zurückgetreten.

      Hm, mag sein sogar meine Oma war "überzeugte Nationalsozialistin" und mein Opa( mütterlicher Seits) der über 1 80 groß war musste sogar zur SS obwohl er eigentlich Lette war und überhaut keine Lust daruf hatte Er ist im Russlandfelzug gefallen. Oha ich könnte ja mal das Hochzeitsfoto von meinem Opa Väterlicherseits beschreiben.... Wer die Vergangenheit nicht kennt kann die Zunkunft nicht gestalten.

      Seit 1943 war Genscher Luftwawwenhelfer, absolvierte den Reicharbeitdienst (RAD) im Harz und wurde von Oktober bis November 1944 ins Erzgebirge kommandiert. 1944wurde Hans-Dietrich Genscher im Alter von 17 Jahren Mitglied der NSDAP Nach eigener Aussage geschah dies per Sammelantrag ohne sein Mitwissen
      Soviel zu dem Thema das Krieg herrschte und zur Mitgliedschaft in der NSDAP, später war er sogar noch kurz vor Kriegsende Gefreiter der Wehrmacht Quelle:Wikipedidia


      Es ist bestimmt kein Meister vom Himmel gefallen besonders große Persönlichkeiten wie Genscher haben in ihrer langen Karriere ( es gibt wenige Vergleiche) mit Sicherheit ihre Fehler gemacht , aber auch dazu beigetragen Gutes zu bewerkstelligen.
      Zuletzt geändert von Infinitas; 02.04.2016, 11:33.
      -

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      • #4
        Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
        Auch bemerkenswert: NSDAP Mitglied 44-45.
        Dass Menschen, die ab dem Alter von 6 oder 7 Jahren im NS-Staat sozialisiert worden waren, mit 18 in eine NS-Organisation eingetreten sind (wissentlich oder nicht), ist überhaupt nicht "bemerkenswert", sondern eine damalige Normalität der NS-Diktatur.

        Ich finde diese Vorwürfe bzw. Vorhaltungen bei Menschen, die nach 1925 geboren wurden, deshalb ziemlich überzogen und selbstgefällig.

        1. ist die Annahme, dass eine Mitgliedschaft in der NSDAP, insb. eine ab 1940, automatisch eine NS-Gesinnung bezeugt, naiv. Katholiken z.B. sind weniger häufig in die NSDAP eingetreten. Das bedeutet aber nicht, dass sie als Gruppe Gegner des NS-Staates gewesen seien.

        2. muss man sich mal entscheiden, was man will. Einerseits wird gerne darauf gepocht, dass Hitler der Jugendverführer gewesen sei - und dazu gibt es dann die Bilder, wie der "Führer" kurz vor Schluss 16jährigen die Wange tätschelt, bevor sie in den Tod geschickt werden. Andererseits wird von diesen gleichen Jugendlichen erwartet, dass sie sich doch bitte schön aus demokratischer Überzeugung heraus dem NS-Staat hätten fernhalten müssen. Das ist in sich zutiefst widersprüchlich und realitätsfern, denn es beschönigt den Nationalsozialismus. Das fand ich schon bei Grass und Tappert ziemlich grotesk.

        When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

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        • #5
          Genschman's letzter Flug. Es gab und gibt sicherlich deutlich schlimmere Politker in der FDP, aber das ist die deutsche Sicht. In Namibia dagegen wird kaum jemand an seinem Denkmal kratzen, und auch in Kroatien wurde Genscher für seine Unterstützung auf dem Weg zur Unabhängigkeit gedankt. Es gibt deutlich schlechtere Bilanzen politischen Schaffens als zwei Staaten in die Unabhängigkeit geholfen zu haben und dabei von Fettnäpfen wie Korruptions- und Parteispendenaffären - und diese Sorte Fettnäpfe bot und bietet die FDP ja massenweise - fernzubleiben. Das war schon recht ordentlich. Chapeau, Herr Genscher!
          Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

          Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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          • #6
            Zitat von endar Beitrag anzeigen

            Ich finde diese Vorwürfe bzw. Vorhaltungen bei Menschen, die nach 1925 geboren wurden, deshalb ziemlich überzogen und selbstgefällig.
            Vorwürfe? Vorhaltungen? Ich sagte es sei wert bemerkt zu werden. Dazu stehe ich, deine Aussage, bezüglich der Praxis der NSDAP gibt mir da Recht . Mir geht es da auch nicht im Ansatz um den Jungen Genscher. Es geht mir um den Erwachsenen Genscher, der 1978 von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP wusste und seinem Parteifreund Scheel nicht half, als rauskam, dass der auch angeblich ohne sein Wissen in die NSDAP eintrat. Genscher half ihm nicht mit einer Klarstellung.

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            • #7
              Ja, dann schreib doch beim nächsten Mal einfach, was du meinst. Und zwar nicht in Form von Viertel-Argumentationen, sondern erschöpfend, wie man das so schön sagt.
              When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

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              • #8
                Zitat von endar Beitrag anzeigen
                Das ist in sich zutiefst widersprüchlich und realitätsfern, [...]
                Realitätsfern ist auch die in einschlägigen Dokus häufig an Zeitzeugen gestellte treudoofe Frage: "Warum haben Sie denn keinen Widerstand geleistet?"

                Ich finde es auch unmöglich, dass jene Kriegsgeneration sich andauernd dafür entschuldigen muss(te), dass sie sich den Gegebenheiten angepasst hatte. Schlichtweg, weil ihr Überlebensinstinkt nichts anderes zuließ.

                War ja beileibe nichts dabei, gegen dieses menschenverachtende Regime zu opponieren. Wer aufflog, der durfte doch frohgemut Madame La Guillotines liebevoller Umarmung entgegensehen oder den Fahrstuhl zum Galgenschafott besteigen. Na ja, wer Pech hatte, der wurde standrechtlich erschossen.


                Unsere Nicht-Kriegsgeneration tut sich augenscheinlich sehr schwer darin, sich vorzustellen, was Krieg wirklich bedeutet. Oder was es heißt unter einer (Nazi-)Diktatur zu leben.

                Zuletzt geändert von Viola; 02.04.2016, 13:17.
                »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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                • #9
                  Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                  Vorwürfe? Vorhaltungen? Ich sagte es sei wert bemerkt zu werden. Dazu stehe ich, deine Aussage, bezüglich der Praxis der NSDAP gibt mir da Recht . Mir geht es da auch nicht im Ansatz um den Jungen Genscher. Es geht mir um den Erwachsenen Genscher, der 1978 von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP wusste und seinem Parteifreund Scheel nicht half, als rauskam, dass der auch angeblich ohne sein Wissen in die NSDAP eintrat. Genscher half ihm nicht mit einer Klarstellung.
                  Walter Scheel war 1974–-1979 deutscher Bundespräsident und soweit ich mich entsinne war er 1941–-1945 Mitglied der NSDAP und war bei DZE Oberleutnant also ein Offizier. Zur damaligen Zeit sich öffentlich dazu zu bekennen ein ehemaliges NSDAP Mitglied zu sein ( ob gewollt oder ungewollt ) glich fast einem politischem Selbstmord. Allerdings kein Einzelfall in Ost wie in West:

                  http://www.linkfang.de/wiki/Liste_eh...C3%A4tig_waren

                  Was genau gibt es da an einer Distanzierung auszusetzen ?
                  Zuletzt geändert von Infinitas; 02.04.2016, 13:33.
                  -

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                  • #10
                    Zitat von Viola Beitrag anzeigen

                    Unsere Nicht-Kriegsgeneration tut sich augenscheinlich sehr schwer darin, sich vorzustellen, was Krieg wirklich bedeutet. Oder was es heißt unter einer (Nazi-)Diktatur zu leben.

                    Und findest die Konsequenz daraus sollte sein, dass man den überlebenden dieser Zeit keine fragen mehr stellt?
                    Wenn man Genscher gefragt hätte: "Warum hast du dich zur Wehrmacht freiwillig gemeldet?" Wäre die Antwort gewesen: "Weil ich Angst hatte sonst in die Waffen zu müssen." Das Unverständnis von uns Menschen, die keinen Krieg erlebt haben ist das Resultat des Umstandes, dass Menschen wie Genscher es nicht relevant fanden uns über die Zustände zu informieren. Und ja, er hat wirklich gesagt, seine Mitgliedschaft in der NSDAP habe er nie erwähnt, da sie auf Grund der Tatsache, dass sie ohne seine WIllenserklärung zustande kam, irrelevant sei. Diese Praxis der NSDAP ist eben weder irrelevant noch bemerkensunwert. Gerade in unserer jetzigen Zeit, da wir Menschen aus Diktaturen bei uns aufnehmen schadet es sicher nicht zu wissen, dass Diktaturen Menschen auch gegen deren WIllen vereinnahmen und dass auch unsere Vorfahren nicht beliebig bereit waren Widerstand zu leisten.

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                    • #11
                      Zitat von endar Beitrag anzeigen
                      Ja, dann schreib doch beim nächsten Mal einfach, was du meinst. Und zwar nicht in Form von Viertel-Argumentationen, sondern erschöpfend, wie man das so schön sagt.
                      Ich war auf dem Sprung. Sorry, hast Recht.

                      Zitat von Infinitas Beitrag anzeigen
                      Was genau gibt es da an einer Distanzierung auszusetzen ?
                      Genscher hätte Scheel bestätigen können und erklären sollen, dass auch er ohne sein Wissen in die NSDAP kam.
                      Vielleicht wäre das politischer Selbstmord gewesen, aber vielleicht hätte es auch geholfen, wenn da mal einer gesagt hätte: Ich wurde da auch gegen meinen WIllen vereinnahmt, ich hatte da Schiss, ich hab es nicht verstanden/verstehen wollen/verstehen können, irgendsowas halt. Was anderes als die Wand des Schweigens. Und auch hier meine ich es nicht als Vorwurf sondern als suboptimale Vorgehensweise. So wie ich es heute gut finde, wenn Flüchtlinge öffentlich über ihre persönlichen Fluchtursachen reden.

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                      • #12
                        Zitat von Viola Beitrag anzeigen

                        Realitätsfern ist auch die in einschlägigen Dokus häufig an Zeitzeugen gestellte treudoofe Frage: "Warum haben Sie denn keinen Widerstand geleistet?"

                        Ich finde es auch unmöglich, dass jene Kriegsgeneration sich andauernd dafür entschuldigen muss(te), dass sie sich den Gegebenheiten angepasst hatte. Schlichtweg, weil ihr Überlebensinstinkt nichts anderes zuließ.

                        War ja beileibe nichts dabei, gegen dieses menschenverachtende Regime zu opponieren. Wer aufflog, der durfte doch frohgemut Madame La Guillotines liebevoller Umarmung entgegensehen oder den Fahrstuhl zum Schafott besteigen. Na ja, wer Pech hatte, der wurde standrechtlich erschossen.


                        Unsere Nicht-Kriegsgeneration tut sich augenscheinlich sehr schwer darin, sich vorzustellen, was Krieg wirklich bedeutet. Oder was es heißt unter einer (Nazi-)Diktatur zu leben.

                        Was du hier schreibst, ist leider genauso klischeehaft simplifizierend wie das Gegenteil. Die Vorstellung, dass "Opposition" stets mit dem "Schafott" beantwortet worden sei, ist falsch. Das ist z.B. eine beliebte Ausrede von Angehörigen von Tötungskommandos gewesen.

                        Die Wahlfreiheit, zu tun, was man möchte und die restlose Anpassung (unter Zwang) sind zwei Extreme, zwischen denen es ungezählte Möglichkeiten gibt. Zumal beiden diesen Extremen die unaussgesprochene apologetische Annahme unterliegt, man habe die NS-Diktatur als "böse" erkannt und ein widerwilliges Leben geführt. Die Nazis waren ja auch Außerirdische, mit denen die Deutschen (und die Österreicher insbesondere) nun gaaar nichts zu tun hatten.

                        Da muss man schon sehr genau gucken. Aber dazu gibt es bestimmt auch andere Threads, in denen das bereits 20 mal durchdiskutiert wurde.
                        When I was a boy we had a dog. One day, we took it to the park. Our dad had warned us how fast that dog was, but... we couldn't resist.So, my brother took off the leash, and in that instant, the dog spotted a cat. Well, he just sat down, bored. Guess cats weren't his thing.

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                        • #13
                          Hat eigentlich irgendein nicht lebensmüder Otto Normalbürger, geschweige denn ein Politiker, je zugegeben, freiwillig (aus welchen Gründen auch immer) in die NSDAP eingetreten zu sein?


                          Edit:

                          Zitat von endar Beitrag anzeigen

                          Was du hier schreibst, ist leider genauso klischeehaft simplifizierend wie das Gegenteil. Die Vorstellung, dass "Opposition" stets mit dem "Schafott" beantwortet worden sei, ist falsch. Das ist z.B. eine beliebte Ausrede von Angehörigen von Tötungskommandos gewesen.

                          Die Wahlfreiheit, zu tun, was man möchte und die restlose Anpassung (unter Zwang) sind zwei Extreme, zwischen denen es ungezählte Möglichkeiten gibt. Zumal beiden diesen Extremen die unaussgesprochene apologetische Annahme unterliegt, man habe die NS-Diktatur als "böse" erkannt und ein widerwilliges Leben geführt. Die Nazis waren ja auch Außerirdische, mit denen die Deutschen (und die Österreicher insbesondere) nun gaaar nichts zu tun hatten.
                          Uff, endar, wo hast Du denn diesen Subtext herausgelesen? Ich wollte nur kurz etwas loswerden, was mir schon lange auf der Seele brennt und keine Habilitation verfassen.
                          Zuletzt geändert von Viola; 02.04.2016, 13:46.
                          »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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                          • #14
                            Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                            Genscher hat die gescheiterte Befreiung der Geiseln 72 zu verantworten schließlich hat er wohl die Zusammenarbeit mit israelischen Antiterroreinheiten untersagt.
                            Hast du dafür eine Quelle? Bei Wikipedia liest es sich zumindest anders.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Dax Beitrag anzeigen

                              Hast du dafür eine Quelle? Bei Wikipedia liest es sich zumindest anders.
                              Bei wiki steht:
                              Die deutschen Verantwortlichen, insbesondere BundeskanzlerWilly Brandt (SPD) und InnenministerHans-Dietrich Genscher (FDP), sollen zudem das Angebot der israelischen Regierung zurückgewiesen haben, eine Spezialeinheit zur Unterstützung zu schicken.
                              Zitat von Viola Beitrag anzeigen
                              Hat eigentlich irgendein nicht lebensmüder Otto Normalbürger, geschweige denn ein Politiker, je zugegeben, freiwillig (aus welchen Gründen auch immer) in die NSDAP eingetreten zu sein?
                              Schindler meine ich. Nach einem Leuterungsprozess ist es keine Schande einen Fehler zu gestehen.

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