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Obama in Hiroshima: Entschuldigung nötig?

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  • Obama in Hiroshima: Entschuldigung nötig?

    Heute hielt US-Präsident Obama in Hiroshima eine Rede in Anwesenheit von Überlebenden des Bombenabwurfs vor knapp 71 Jahren.
    Er sprach mehrmals von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern.
    Gerichtet auf kommende Generationen, die nicht mehr mit den Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki sprechen können, sagte er mehrmals "deshalb kommen wir nach Hiroshima", im Bemühen, das Kriege nie wieder dieses unmenschliche Ausmaß bekommen, in meiner Meninung nach demütiger Einschätzung Obamas, dass das Aggressionspotential von Menschen wohl nie so eingedämmt werden kann, dass es keine Kriege mehr geben wird.
    Er sprach nach der Rede mit mehreren Überlebenden auf sehr herzliche Weise, die Hände der Menschen lange drückend, wobei sie gleichzeitig weinten und lächelten.
    Was zu bemängeln ist, ist das eine solche Handlung eines US-Präsidenten viel länger auf sich warten lies, als der historische Händedruck von Kohl und Mitterand über den Soldatengräbern in Verdun 1984, schließlich ist Japan der wohl verlässlichste Partner der USA auf der anderen Seite des Pazifiks.
    \\// Dup dor a´az Mubster
    TWR www.labrador-lord.de
    United Federation of Featherless
    SFF The 6th Year - to be continued

  • #2
    Nein, denn die Entscheidungen sind aus der damaligen Perspektive nachvollziehbar und Strategisch Sinnvoll

    Erschwerend kommt hinzu das die Japaner selbst von Anfang an, den Krieg ohne Einhaltung von Konventionen geführt haben.

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    • #3
      Ich muss zugeben, der erste Gedanke, der sich mir aufgedrängt hat, war: Warum ausgerechnet für die Atombombe? Die beiden Kernwaffen-Einsätze stechen letztlich durch ihre Einmaligkeit heraus, aber ich denke nicht, dass die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki schlimmer war als etwa die von Hamburg oder Dresden. Man müsste also auch fragen, ob sich die USA und UK nicht auch für die Angriffe auf deutsche Städte entschuldigen müssten. (Wobei es, soweit ich weiß, zumindest in UK seit dem 2. Weltkrieg zumindest schon mal eine Debatte gegeben hat, ob die Bombemangriffe jetzt wirklich nötig waren).

      Hinzu kommt, dass die Vereinigten Staaten in diesem Konflikt nicht der Aggressor waren.
      "The only thing we have to fear is fear itself!"

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      • #4


        Jetzt mal ehrlich eine Nation fängt einen Krieg an, missachtet die Regeln und beschwert sich das die anderen Parteien die gleichen Mittel anwenden?

        wäre etwas viel Erwartet.

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        • #5
          Ja, da ist eine Geste notwendig.

          Und falls man sie nicht als notwendig betrachtet, so kann sie nicht schaden.

          Republicans hate ducklings!

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          • #6
            Zitat von endar Beitrag anzeigen
            Ja, da ist eine Geste notwendig.

            Und falls man sie nicht als notwendig betrachtet, so kann sie nicht schaden.
            Mal ganz salopp gefragt: Warum?
            Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

            - Florance Ambrose

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            • #7
              Was die Atombomben anbetrifft, so sind zumindest die Menschen in Nagasaki einer bloßen Machtdemonstration an Stalins Adresse zum Opfer gefallen. Bildlich gesprochen: Die haben da schön die Japaner im Vorzimmer warten lassen, um passend zur Konferenz von Potsdam zwei Bomben zu schmeißen. Es mussten auch zwei sein, damit Stalin nicht auf die dumme Idee gekommen wäre, es sei nur ein Zufallstreffer gewesen. Dass das entschuldigungswürdig ist, ist offensichtlich.

              Ich möchte aber auf keines der einzelnen Argumente aus diesem Thread wie "die Entschuldigung kommt viel zu spät" oder "die haben aber angefangen" oder "es gibt Sachen, die viel schlimmer sind als Hiroshima und Nagasaki" oder "die Japaner waren doch selber so schlimm" oder "die Briten haben sich für Hamburg auch nicht entschuldigt" eingehen.



              Republicans hate ducklings!

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              • #8
                Für den Einsatz der Atombomben gab es sicher mehr als einen Grund. Eine Machtdemonstration für Stalin war nicht der Einzige.
                Ja, Japan hat zu dem Zeitpunkt bereits die Fühler nach Frieden ausgestreckt, aber die USA wollten eine bedingungslose Kapitualtion. Und dazu war Japan noch nicht bereit.

                Das Verhalten Japans in dem Krieg hatte sicherlich ebenfalls einen Einfluss auf die Entscheidung die neue Waffe einzusetzen.
                Mit seinen Kriegsverbrechen, sowohl in besetzten Gebieten, als auch an alliierten Kriegsgefangenen und gewissen Taktiken, welche die kaiserlichen Streitkräfte anwendeten (Kamikazes, die sog. "Banzai-Charges" statt Kapitualation in aussichtslosen Situationen, vorgetäuschte Kapitulation) dürfte Japan bei vielen Alliierten den Eindruck hinterlassen haben, dass das Kaiserreich kein Gegner sei, der in irgend einer Weise Schonung verdient.
                In diesem Kontext denke ich, dass sich Japan dieses Grab selber geschaufelt hat. Darum halte ich eine Entschuldignung nicht für nötig.
                Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                - Florance Ambrose

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                • #9
                  Bildlich gesprochen: Die haben da schön die Japaner im Vorzimmer warten lassen, um passend zur Konferenz von Potsdam zwei Bomben zu schmeißen. Es mussten auch zwei sein, damit Stalin nicht auf die dumme Idee gekommen wäre, es sei nur ein Zufallstreffer gewesen. Dass das entschuldigungswürdig ist, ist offensichtlich.




                  Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945


                  https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Erkl%C3%A4rung




                  Ich bleibe mal so dabei, Völker haften für ihre Anführer. Die Klare Abgrenzung von Kriegsteilnehmer und Zivilst in in dem Fall "Totaler Krieg" westentlich schwieriger vorzunehmen.


                  Die Machtdemonstration an Stalin mag sein, aber die Japanischen Militärs glaubten ja selber nur an Zufallstreffer

                  Stalin wusste überhaupt sehr gut über das Bombenprogramm bescheid, Klaus Fuchs sei dank.








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                  • #10
                    Zitat von endar Beitrag anzeigen
                    Was die Atombomben anbetrifft, so sind zumindest die Menschen in Nagasaki einer bloßen Machtdemonstration an Stalins Adresse zum Opfer gefallen. Bildlich gesprochen: Die haben da schön die Japaner im Vorzimmer warten lassen, um passend zur Konferenz von Potsdam zwei Bomben zu schmeißen. Es mussten auch zwei sein, damit Stalin nicht auf die dumme Idee gekommen wäre, es sei nur ein Zufallstreffer gewesen. Dass das entschuldigungswürdig ist, ist offensichtlich.

                    Ich möchte aber auf keines der einzelnen Argumente aus diesem Thread wie "die Entschuldigung kommt viel zu spät" oder "die haben aber angefangen" oder "es gibt Sachen, die viel schlimmer sind als Hiroshima und Nagasaki" oder "die Japaner waren doch selber so schlimm" oder "die Briten haben sich für Hamburg auch nicht entschuldigt" eingehen.
                    Ich bin jetzt übigens auch nicht der Meinung, dass eine Entschuldigung falsch wäre. Aber ich bin nur etwas erstaunt, dass ausgerechnet bzgl. Hiroshima und Nagasaki die Frage aufgeworfen wurde, aber nicht bezüglich anderer Städte, wo vergleichbare Massaker angerichtet wurden. Die Vernichtung von Dresden hatte ja auch keinerlei militärischen Wert. Es sollte also kein "die anderen haben aber auch"-Argument werden, sondern einfach die Frage, warum es über das eine eine Diskussion gibt und über das andere nicht.


                    Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                    In diesem Kontext denke ich, dass sich Japan dieses Grab selber geschaufelt hat. Darum halte ich eine Entschuldignung nicht für nötig.
                    Im Idealfall soll er sich ja auch nicht beim japanischen Staat entschuldigen, sondern bei den Menschen in Hiroshima und Nagasaki.
                    "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                    • #11
                      Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                      Für den Einsatz der Atombomben gab es sicher mehr als einen Grund.
                      Ja, das ist mit den meisten Sachen so, dass sie mehr als eine Ursache bzw. einen Grund haben. Es ist ein alltägliche Erfahrung: manchmal hat man für eine Handlung "gute" wie auch "schlechte" Gründe. Ebenso alltäglich ist die Erfahrung: die "guten" Gründe haben noch nie von der Verpflichtung entbunden, für die "schlechten" Gründe einzustehen.



                      Republicans hate ducklings!

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                      • #12
                        Zitat von endar Beitrag anzeigen
                        Ja, da ist eine Geste notwendig.

                        Und falls man sie nicht als notwendig betrachtet, so kann sie nicht schaden.
                        Das sehe ich ebenso.

                        Eine Entschuldigung ist eine "kann"-Leistung, keine Verpflichtung. Im Krieg wurden auf beiden Seiten schlimme Dinge getan und zur Aussöhnung gehört auch, dass man dies akzeptiert. Bezogen auf das Ausmaß der Zerstörungen waren die Abwürfe der beiden Atombomben auch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Beim großen Luftangriff auf Tokio am 9. März 1945 verbrannten mehr als 100.000 Menschen, das ist zumindest dieselbe Größenordnung an Opfern wie in Hiroshima.

                        Auf beiden Seiten hatte der Krieg zu einer Verrohung geführt, die sich auch gegen Kriegsende noch zeigte. Japan war zwar bereit, zu kapitulieren, aber auf US-Seite musste man den Krieg unbedingt noch um einige Wochen verlängern. Auf der Seite des Militärs wollte man auf jeden Fall noch wissen, wie genau sich eine Atomexplosion auf eine richtige Stadt mit richtigen Menschen auswirken würde. Dazu gab es bisher keine Erfahrungen und mit einem vorzeitigen Friedensschluss hätte man sich auf absehbare Zeit die Möglichkeit verbaut, diese noch sammeln zu können. Hiroshima und Nagasaki mussten untergehen, um die Bomben beider Bauarten (auf der Basis von Uran und Plutonium) noch unter Feldbedingungen testen zu können.

                        Auf japanischer Seite lernte man aus diesen Angriffen, dass auch ein einziges Flugzeug den Tod bringen konnte. Dies machte die Gefahr weiterer Angriffe vollkommen unkalkulierbar.

                        Die Entscheidung, die beiden Städte so kurz vor Kriegsende noch zu zerstören, war grausam und brutal, aber so war der gesamte Krieg.
                        "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                        • #13
                          [QUOTEAuf beiden Seiten hatte der Krieg zu einer Verrohung geführt, die sich auch gegen Kriegsende noch zeigte. Japan war zwar bereit, zu kapitulieren, aber auf US-Seite musste man den Krieg unbedingt noch um einige Wochen verlängern. ][/QUOTE]

                          Das hätte ich ja mal gerne Belegt. Also Japans Bereitschaft zur Kapitulation. Aus den paar vorsichtigen Kontakten über Neutrale noch versuchen zu retten was zu retten ist, würde ich nicht als Bereitschaft ansehen. Im Gegenteil Japan war auch Bereit im Falle einer Invasion noch weiterzukämpfen. Die Bedinungen für Waffenstillstand und Kapitulation standen fest. Japan hätte klar entschlossen auf die Potsdammer Erklärung reagieren können.

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                          • #14
                            Liopleurodon hat völlig recht, dass Aussöhnung nach einem Krieg ,erfordert dass beide Seiten anerkennen, dass schlimme Dinge gemacht wurden.
                            Jetzt zur Frage. TWR hat unwidersprochen ausgeführt, dass bei den Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki unschuldige Menschen getötet wurden,
                            Und hier fragen ernsthaft Leute nach dem "Warum?" einer Entschuldigung. Den Tod Unschuldiger herbeigeführt zu haben, selbst eines einzigen reicht für diese Fragensteller wohl als Entschuldigungsgrund nicht aus. Seltsam.
                            Obama hat das gut gemacht in Hiroshima. Er kann das gut, er ist sympathisch und unverbindlich.
                            Endar muss ich aber widersprechen. Ne Entschuldigung kann auch schaden. In den USA wird dieses Jahr gewählt, Obama wie er laut FOXnews Schwäche im Ausland zeigt kann der Kampagne der Demokraten erheblich schaden. Auch in Japan kann eine Entschuldigung schaden. Der aktuelle Präsident hat wohl nur nach erheblicher Kritik letztes Jahr beim Jahrestag des Bombardements ne andere Rede gehalten als die, die er Jahre zuvor fast wörtlich wiederholte. Die eigenen Greueltaten in WWII werden in Japan inzwischen in der Schule weitestgehend ausgeblendet. Ich kann nicht einschätzen, wie ne amerikanische Entschuldigung dann eingeordnet würde. Sie birgt schon Gefahren. Aber Endar sagte ja auch nur ne Geste sei notwendig und die richtige Geste kann nicht schaden. Da bin ich dann bei ihm. Die richtige Geste war es herzlich auf die Menschen zuzugehen, die als Opfer die Atombomben überlebten und jahrzehntelang in der eigenen Heimat wie Aussätzige behandelt wurden. Wie gesagt, dass kann Obama gut.
                            Zuletzt geändert von Tibo; 29.05.2016, 20:32.

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                            • #15
                              Danke, Tibo.

                              @Feydaykin: Mir ist gerade nicht ganz klar, was Du belegt haben möchtest. Die entsprechenden Kontakte hast Du ja selbst genannt. Wenn Du diese nicht als Kapitulationsversuche werten möchtest, dann ist das Deine Entscheidung. Selbstverständlich versuchte die japanische Führung, größeren Schaden so weit wie möglich abzuwenden. Allerdings war wegen des Krieges die direkte Kommunikation unterbrochen. Den Kontakt über neutrale Länder als Vermittler zu suchen war in dieser Situation naheliegend und vernünftig.
                              "En trollmand! Den har en trollmand!"

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