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3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit oder was?

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  • 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit oder was?

    ...auf meiner Threadsuche, konnte ich (bis auf diese eine Umfrage aus dem Jahr 2002) keinen Thread zu dem Thema finden, deshalb stelle ich heute mal die Frage (besonders an die Bundesbürger, wenn auch unsere Nachbarn in Österreich, der Schweiz oder die Deutschen, die in anderen Ländern leben, ruhig ihre Meinung dazu beitragen dürfen):

    Wie empfindet ihr die Deutsche Einheit und ist der heutige Tag, der 3. Oktober, ein Grund für euch zum Feiern?
    (ja ich weiß, zum Feiern findet sich fast immer ein Grund)

    Für mich persönlich, ist die Deutsche Einheit sicherlich noch in der Entwicklung (auch mit Blick auf meinen Lohnschein am Ende des Monats), aber eigentlich war es mir schon klar, dass dieser Prozeß schon einige Jahre dauern würde. Okay jetzt sind es mittlerweile 18 Jahre, das "Kind" ist jetzt erwachsen und trotzdem lernt es immer noch dazu. Ich habe gute Freunde in Hamburg und in Solingen, mit denen mich einiges verbindet.
    In Hamburg habe ich von 1990 bis 1999 gelebt und einmal im Jahr treffe ich sogar noch ehemalige Kollegen aus einer Druckerei, die es gar nicht mehr gibt. Durch das Internet bin ich über ein Forum mit netten Menschen im Bergischen Land bekannt geworden.
    Laßt uns unser Land zusammen gestalten und positiv und optimistisch in die Zukunft blicken, keine Angst ich habe keine "rosarote Brille" auf und bin auch noch nüchtern.
    Seitdem ich 1999 aus Hamburg in meine alte Heimat Mecklenburg an die Ufer der Müritz zurückkam hat sich einiges entwickelt und manches auch zum Guten.

    Die Lichter am Fluss tanzen um ein Feuer.
    Stille, es ist Frieden geworden, in mir und mit euch allen. by Laeg
    Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden, den Frieden, weil es auf dich vertraut. Jesaja 26,3
    LaegmacMorcze jetzt auch bei Twitter

  • #2
    Schwer zu sagen.
    Ich betrachte diesen Tag zwar nicht als Feiertag im Sinne des Feierns, da wir weit davon entfernt sind, dass wir die Einheit vollendet haben (wenn man bedenkt auf was für Wirtschafts- und Finanzhilfen die "neuen Bundesländer" noch immer angewiesen sind), aber dieser Tag kann sehr sinnvoll sein das "Wir-Gefühl" zu stärken und die Mauern in den Köpfen abzubauen.

    Ich gebe zu, auch ich unterscheide rein faktisch noch immer zwischen Ost und West, aber das tu ich auch bei Nord und Süd.

    Prinzipiell ist es mir jedoch egal.
    Hamburg hat von der Einheit stark profitiert (Erschließung des Ostseeraums als Handelspartner), zahlt aber auch jedes Jahr Unsummen in den Länderfinanzausgleich der IMO so wie er jetzt geregelt ist, nicht haltbar ist.

    Transferzahlungen bringen selten die wirtschaftliche-/infrastrukturelle Entwicklung voran, sondern schaffen Abhängigkeit.

    Im Osten muss sich mehr entwickeln und das ist nicht nur abhängig von den Zahlungen der anderen Länder, sondern genauso von der Leistungsfähigkeit der Bewohner der "neuen Länder".

    Außerdem bringt so ein Interessensausgleich zwischen West und Ost nur dann etwas, wenn der "Schwächere" davon nachhaltig profitiert (was z.T. leider nicht der Fall ist) und der "Stärkere" nicht im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen gelangt.

    Dass so viel Geld - das in den Osten geflossen ist - anscheinend z.T. nicht ankommt und es noch immer diesen gravierenden Unterschied gibt, liegt z.T. daran, dass das Geld ohne große Kontrolle hinübergeschaufelt wurde (Subventionen).
    Die wurden eingestreicht und die Firmen wanderten noch weiter nach Osten = nutzlos vergeudet.

    Man muss dafür sorgen, dass diese Aufbauhilfe (Wirtschaftsförderung hört sich irgendwie besser an oder?) auch wirklich bei den Richtigen ankommt und dass es zweckgebunden zum Wohle der Bürger genutzt wird, damit diese die Chance bekommen, sich selbst etwas aufzubauen und zu leisten.

    Wenn das nicht gelingt, - sprich: unnötige Subventionen stoppen und die Geldhaie neutralisieren - bleibt die Einheit ein finanzielles Fass ohne Boden und das ist nicht fair.

    Für die Bürger im Osten, weil sie nicht zu Wohlstand kommen und für die Bürger im Westen, weil sie weiterhin einen Teil ihres Geldes abtreten müssen.

    Kommentar


    • #3
      Die Deutsche Einheit beendete symbolisch den Kalten Krieg, somit ist es sehr wohl ein feierwürdiger Tag. Die Wiedervereinigung an sich sowie der Fall eines kommunistischen Überwachungs-Regimes ist nicht weniger Grund, dieser Tag als Feiertag einzustufen. Finanziell gesehen verurteilen manche diesen Tag scherzhaft auch als "Volkstrauertag", aber für die Freiheit so vieler Menschen, ist dieser Preis doppelt und sogar dreifach gerechtfertigt. Außerdem ist unsere Wirtschaft (noch) schlagkräftig genug, dass wir es uns leisten können.

      Deshalb: Ja! Es ist ein Feiertag.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
        Die Deutsche Einheit beendete symbolisch den Kalten Krieg, somit ist es sehr wohl ein feierwürdiger Tag. Die Wiedervereinigung an sich sowie der Fall eines kommunistischen Überwachungs-Regimes ist nicht weniger Grund, dieser Tag als Feiertag einzustufen.
        Am 9.11.1989 fiel das Regime, am 3.10.1990 fiel die demokratische Revolution der Eitelkeit Helmut Kohls und anderer Westpolitiker zum Opfer.

        Warum ist der 9.11. nicht der Nationalfeiertag Deutschlands frage ich mich manchmal. Ist uns unser "Schicksalstag" peinlich? Oder kann man Gedenken nicht mit einem Nationaltag vereinbaren?
        Möp!

        Kommentar


        • #5
          Ungeachtet aller Fehler, die z.B. wirtschaftlich gemacht wurde, und der Last, die man sich gut spürbar mit einem praktisch bankrotten Staat aufgebürdet hat, ist das doch einer der herausragenden Ereignisse der Geschichte. Eine friedliche Revolution und eine Wiedervereinigung. Das ist so unglaublich, manchmal glaube ich fast, das war nur ein übertriebener Hollywoodfilm.

          Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
          Warum ist der 9.11. nicht der Nationalfeiertag Deutschlands frage ich mich manchmal. Ist uns unser "Schicksalstag" peinlich? Oder kann man Gedenken nicht mit einem Nationaltag vereinbaren?
          Vielleicht weil Deutschland jetzt aus Ost und Westdeutschland besteht und der 9.11. nur ein Ostdeutscher Feiertag wäre? Oder soll man mehrere einführen, einen für den Westen, einen für den Osten und dann vielleicht noch die Wiedervereinigung als dritten für beide? ^^

          Kommentar


          • #6
            Zitat von Laeg mac Morcze Beitrag anzeigen
            Wie empfindet ihr die Deutsche Einheit und ist der heutige Tag, der 3. Oktober, ein Grund für euch zum Feiern?
            (ja ich weiß, zum Feiern findet sich fast immer ein Grund)
            Nein.
            Es ist schlichtweg zu kalt um an den ganzen Feiern teilzunehmen.
            Also bleibe ich zu Hause und genieße den freien Tag.


            Hätte man den Tag aber in den warmen Juni oder Juli verlegt, dann würde ich mir vielleicht auch irgendwelche Festzüge genauer ansehen.
            Ein paar praktische Links:
            In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
            Aktuelles Satellitenbild
            Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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            • #7
              Zitat von newman Beitrag anzeigen
              Vielleicht weil Deutschland jetzt aus Ost und Westdeutschland besteht und der 9.11. nur ein Ostdeutscher Feiertag wäre? Oder soll man mehrere einführen, einen für den Westen, einen für den Osten und dann vielleicht noch die Wiedervereinigung als dritten für beide? ^^
              Geschichte 6 setzen...

              Ausrufung der Republik 1918? Reichsprogromnacht 1938? klingelt da irgendwas?
              Möp!

              Kommentar


              • #8
                Transferzahlungen bringen selten die wirtschaftliche-/infrastrukturelle Entwicklung voran, sondern schaffen Abhängigkeit.
                Transferzahlungen müssen erstmal ankommen um etwas zu bewirken.

                Im Osten muss sich mehr entwickeln und das ist nicht nur abhängig von den Zahlungen der anderen Länder, sondern genauso von der Leistungsfähigkeit der Bewohner der "neuen Länder".
                Im Osten hätte sich nicht mehr viel entwikeln müssen wenn nicht nach der sog "Wende" ca 90% der Wirtschaft vorsätzlich zerstört wurden wären. Und zur
                Leistungsfähigkeit: du willst nicht das ich die Leistungen von DDR und BRD gegenüberstelle da kommt die BRD nicht gut weg. Aber mal als denkanstoss wir haben seit jeher eine 40 Stundenwoche ihr auch? Also wage es nicht den Osten Faul zu nennen wo keine Arbeit ist kann man keine machen.

                Dass so viel Geld - das in den Osten geflossen ist
                Das meiste Geld ist in die Taschen von Politikern und Treuhändern geflossen und die meisten waren aus der BRD.

                daran, dass das Geld ohne große Kontrolle hinübergeschaufelt wurde
                Das Geld wurde sehr selten hier verwendet und das was man nutzte floss in den Westen weil die eingesetzten verwalter dicke Provisionen von BRD Firmen erhalten haben also kann sich der Westen nicht beschweren er hat sich selber beschenkt.

                Am 9.11.1989 fiel das Regime
                Nein am 9.11.1989 habe ich mein Heimatland verloren und jetzt muss ich in dieser Karikatur eines Sozialstattes leben. Damit möchte ich verdeutlichen das es auch Leute gab, viele Leute, die gerne in der DDR lebten und denen es nicht schlecht ging. Die DDR hatte immerhin gut 20 Millionen Einwohner und nicht nur einige laute Demonstranten in Leibzig.

                Tut mir leid wenn sich das alles so hart anhört aber in dieser Zeit habe ich immer schlechte laune da ich diesen Tag beim besten Willen nicht Feiern kann.
                Zuletzt geändert von Darth-Xanatos; 04.10.2008, 05:43.
                GOTTLOS GLÜCKLICH.... Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.

                Niveau ist keine Hautcreme - und Stil kein Teil vom Besen!

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                • #9
                  Zitat von Darth-Xanatos Beitrag anzeigen
                  Im Osten hätte sich nicht mehr viel entwikeln müssen wenn nicht nach der sog "Wende" ca 90% der Wirtschaft vorsätzlich zerstört wurden wären.
                  Quatsch.

                  Diese veraltenen Maschinen und Fabriken hätten nicht einmal auch nur einen Tag wirtschaftlich innerhalb der Konkurrenz einer freien Marktwirtschaft betrieben und bestehen können, schon gar nicht deswegen, da mit der Wiedervereinigung auch das Wohlstandssystem und die zu einem gewissen Teil auch die Löhne der BRD über den Osten gestülpt wurden.
                  Und damit war der Osten mit diesem alten Zeugs aus Vorkriegstagen schlichtweg nicht mehr rentabel bzw. wirtschaftlich betreibbar.

                  Es mußten also neue Fabriken und neue Maschinen her um auch nur annähernd Konkurrenzfähig mit der Produktivität des Westens zu sein.


                  Und zur
                  Leistungsfähigkeit: du willst nicht das ich die Leistungen von DDR und BRD gegenüberstelle da kommt die BRD nicht gut weg.


                  Fang mal an!


                  Aber mal als denkanstoss wir haben seit jeher eine 40 Stundenwoche ihr auch?
                  Eine hohe Stundenanzahl pro Woche ist kein Maß für eine hohe Produktivität.
                  Eine Fabrik aus automatisierten Robotern und CNC Maschinen produziert ein vielfaches von dem, was ein paar hunder Menschen mit alten Drehbänken herstellen können.

                  Und die Roboter und CNC Maschinen sind dabei auch noch deutlich genauer und es fällt weniger Ausschuß an.
                  Die produzierte Ware ist damit dann auch noch qualitativ hochwertiger.



                  Also wage es nicht den Osten Faul zu nennen wo keine Arbeit ist kann man keine machen.
                  Die DDR war zum Zeitpunkt ihres Endes völlig heruntergekommen.

                  Man kann eurem ex Regime also zu Recht vorwerfen das ihr sogar zu faul wart
                  eure Gebäude in Schuß zu halten, die Wände zu streichen und die vielen Löcher in den Straßen zu sanieren.
                  Und das nennst du dann fleißig?



                  Das meiste Geld ist in die Taschen von Politikern und Treuhändern geflossen und die meisten waren aus der BRD.
                  Ah, ne schöne Verschwörung haben wir da mal wieder.

                  Das ganze Geld dürfte wohl in der Infrastruktur stecken, moderne Straßen, ein modernes Kanalistationssystem, die Restaurierung alter Gebäude wie z.b. dem Dresdner Schloß usw. war nämlich mit Sicherheit nicht billig.

                  Und bezüglich der Faulheit frage ich dich jetzt noch einmal, warum man das Dresdner
                  Schloß nach der Wende überhaupt sanieren mußte, wenn du doch behauptest, daß
                  du damals so fleißig warst?


                  Das Geld wurde sehr selten hier verwendet und das was man nutzte floss in den Westen weil die eingesetzten verwalter dicke Provisionen von BRD Firmen erhalten haben also kann sich der Westen nicht beschweren er hat sich selber beschenkt.
                  Quatsch.
                  Als das ganze Geld in den Osten geflossen ist war hier im Westen für einige Jahre Baustillstand.

                  In meiner westlichen Heimatstadt hat man erst Ende 1999 wieder angefangen größere Umbauten vorzunehmen, weil erst dann wieder etwas Geld zur Verfügung stand, vorher floß alles in den Osten.
                  Und die Autobahnen hat man hier im Westen nach der Wende auch Jahrelang nicht mehr erneuert, weil dafür das Geld fehlte und im Osten landete.

                  Und was die Firmen betrifft.
                  Ja, die konnten eine Förderung beantragen wenn sie dafür im Gegenzug versprachen, das sie eine bestimmte Menge an Arbeitsplätzen dafür im Osten schaffen würden.
                  Was die meisten ja auch taten.
                  Die ganzen IT Firmen stehen noch heute in Dresden.


                  Nein am 9.11.1989 habe ich mein Heimatland verloren und jetzt muss ich in dieser Karikatur eines Sozialstattes leben.
                  Kuba ist noch frei. Angeblich soll es ja auch ein sehr gutes Gesundheitssystem haben.
                  Wäre das nichts für dich?



                  Tut mir leid wenn sich das alles so hart anhört aber in dieser Zeit habe ich immer schlechte laune da ich diesen Tag beim besten Willen nicht Feiern kann.
                  Kein Wunder bei soviel Verklärung der Vergangenheit.

                  Die DDR war Bankrott, am Ende, wirtschaftlich unfähig am Boden.
                  Sieh es ein, Realize it und red hier nicht so dummes Zeug.
                  Ein paar praktische Links:
                  In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
                  Aktuelles Satellitenbild
                  Radioaktivitätsmessnetz des BfS

                  Kommentar


                  • #10
                    Ach,es ist doch immer wieder schön, wenn auf beiden Seiten Leute diskutieren, die wenig Ahnung haben.

                    Für die Bürger im Osten, weil sie nicht zu Wohlstand kommen und für die Bürger im Westen, weil sie weiterhin einen Teil ihres Geldes abtreten müssen.
                    Der Soli wird von allen gezahlt.
                    ....und leider wir immer wieder mit viel "Tam Tam" darüber diskutiert, was alles an Geldern in den Osten fließt, dass durch Steuern und Konsum auch wieder jede Menge "zurückfließt", interessiert hier scheinbar nicht wirklich.

                    Die DDR hatte immerhin gut 20 Millionen Einwohner und nicht nur einige laute Demonstranten in Leibzig.
                    Es waren etwa 16,9 Millionen.

                    @Cordess
                    Deine Parolen solltest du dir auch lieber für den Stammtisch aufheben.

                    Ja, vieles war nicht so marode, wie es später hingestellt wurde und man kann endlos darüber streiten, wie pleite die DDR wirklich war und in wieweit sie von der Treuhand pleite gemacht wurde.

                    Hier ist mal ein Artikel dazu. Ist zwar schon 10 Jahre alt, macht aber nichts.
                    Treuhandanstalt behinderte den Wettbewerb

                    Schon die grundsätzliche Entscheidung mit der Privatisierung des "Volkseigentums" einzig und allein eine staatliche Monopolagentur wie die Treuhandanstalt zu beauftragen war ordnungspolitisch fragwürdig. Dieser Entschluß sowie verschiedene Privatisierungsverfahren behinderten und behindern noch heute den Fortschritt der ostdeutschen Wirtschaft. Es wäre durchaus möglich gewesen, das "Volkseigentum" auf miteinander in Wettbewerb tretende private Agenturen, etwa in der Rechtsform der Aktiengesellschaft, in einem Losverfahren zu übertragen. Zu diesem Ergebnis gelangt Professor Dr. Gernot Gutmann in einer Studie, die am Staatswissenschaftlichen Seminar der Universität zu Köln erstellt wurde.
                    Ganzer Artikel: Wirtschaftspolitische Fehler bei der Wiedervereinigung

                    Ja, vieles was dem DDR-Bürger vom Westen als "Leistungsgesellschaft" verkauft wurde, hat sich bei näherer Betrachtung als etwas lächerlich erwiesen (Arbeitszeiten, Bildungsniveau).

                    Der Fehler war eben auch der, dass es praktisch keine Wiedervereinigung gab, sondern die DDR von der BRD einfach geschluckt wurde und all die alten Macken der alten BRD 1:1 auf den Osten übertragen wurden, als da wären: schlechtes Steuersystem, Bildungssystem und vor allem:Bürokratie.

                    Dinge wie die Währungsunion kamen einfach viel zu schnell.

                    Fakt ist, die Welt ist schöner ohne Länder wie die DDR, deswegen muss man aber auch als Ostdeutscher nicht mit allem was die Einheit gebracht einverstanden sein, bzw. es kritiklos hinnehmen.

                    Gruß, succo
                    Zuletzt geändert von succo; 04.10.2008, 09:30. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
                    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von Darth-Xanatos Beitrag anzeigen
                      Nein am 9.11.1989 habe ich mein Heimatland verloren und jetzt muss ich in dieser Karikatur eines Sozialstattes leben. Damit möchte ich verdeutlichen das es auch Leute gab, viele Leute, die gerne in der DDR lebten und denen es nicht schlecht ging. Die DDR hatte immerhin gut 20 Millionen Einwohner und nicht nur einige laute Demonstranten in Leibzig.

                      Tut mir leid wenn sich das alles so hart anhört aber in dieser Zeit habe ich immer schlechte laune da ich diesen Tag beim besten Willen nicht Feiern kann.
                      Ja, die DDR war schon ein toller Staat. Ist ja auch alles viel einfacher, wenn alle dieselbe staatlich verordnete Meinung haben und die Medien alle dasselbe berichten. Ein festgelegtes Feindbild, und Papa Honni hat sich um alles gekümmert. Und wenn so ein undankbarer Schmarotzer sich mal erdreistete, die staatlich geprüfte DDR-Wirklichkeit anzugreifen, gab es da diese kuschlige Stasi, die den sich irrenden wieder auf den Pfad der Tugend zurückgeführt haben.
                      Man, das waren noch Zeiten, da war die Welt noch in Ordnung.

                      Nachdem ich Hohenschönhausen besichtigt habe, werde ich bei solcherlei geistigem Dünnpfiff immer wütend.
                      Sicherlich wird gleich argumentiert werden, dass in der DDR ja nun auch nicht alles schlecht war.
                      Im Nationalsozialistischen 3. Reich war ja nun auch nicht alles schlecht, ne ?
                      Wie kann man ernsthaft einer Diktatur, und nichts anderes war die DDR, nachtrauern ? Ist das wirklich nur die rosarote Brille der Nostalgie, oder die Verklärung der Kindheit ? Oder einfach Ignoranz ?
                      Fear is temporary, regrets are forever.

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                      • #12
                        Ich muss da Maritimus zustimmen.

                        Meine Familie kommt mütterlicherseits aus der Ex-DDR und wir sind vor dem Mauerfall sehr häufig dort gewesen. An die Grenzkontrollen und dann die heruntergekommenen Straßen, aus der Sicht eines Kindes hässlichen, maroden Häuser usw. kann ich mich erinnern. Ebenso daran wie mein Onkel immer wieder über die DDR geschimpft hat, weil er offenbar Probleme hatte, weil wir "Wessis" ihn immer wieder besucht haben.
                        Am ehesten ist mir aber die Geschichte einer Freundin in Erinnerung geblieben, deren Vater schon zu DDR-Zeiten versucht hatte eine Seilschaft innerhalb eines Krankenhaus aufzudecken. Dummerweise reichte diese u.a. bis in die Stasi. Was dann da an Beschattung, Morddrohungen, etc. auch bis über den Fall der Mauer hinaus folgte, ist alles andere als feierlich.

                        Ohne Zweifel gab es gewisse "Räume" im Privaten, wo es lange nicht so schlimm war, wie es heute immer dargestellt wird. Aber das sind letztlich nur Refugien für den einzelnen Bürger gewesen. Zum großen Teil aus Selbstschutz, damit man die Realität nicht wahrnehmen musste.

                        Insofern ist der 3. Oktober sicher ein Tag zum Feiern. Aber im "Osten" liegt noch viel im Argen. Inzwischen wohnen meine Eltern dort - weiß Gott warum - und ich erlebe noch bei jedem Besuch, wie dort die DDR dort nachklingt. Angefangen von Ortsverbindungsstraßen, die das Wort "Asphalt" nicht mal buchstabieren können, bis hin zu einem Demokratieverständnis und einer Obrigshörigkeit, die einfach nur widerlich ist. Man kann es nicht anders sagen, aber vor allem auf dem Land, ist die DDR und ihre Bürger noch lange nicht in der BRD angekommen bzw. in der Demokratie allgemein.
                        Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
                        Makes perfect sense.

                        Kommentar


                        • #13
                          Zitat von Darth-Xanatos Beitrag anzeigen
                          Damit möchte ich verdeutlichen das es auch Leute gab, viele Leute, die gerne in der DDR lebten und denen es nicht schlecht ging. Die DDR hatte immerhin gut 20 Millionen Einwohner und nicht nur einige laute Demonstranten in Leibzig.
                          Ja genau. Wer sich nie bewegt hat, hat auch nie seine Fesseln gespürt. Armselig.

                          Es gibt den Spruch "Wer seine Freiheit der Sicherheit wegen aufgibt, hat sie auch nicht verdient."

                          Den wandle ich um in "Wer seine Freiheit der bezahlten Faulheit wegen aufgibt, hat auch keinen Jaguar verdient."

                          Sorry, aber es regt schon zum Denken an, wie manche "Freiheit" und "Sozialstaat" definieren. Da bedeutet Sozialstaat, dass dieser brav für alles aufkommt, was das Büble braucht, von der Playstation bis zum Haargummi. Freilich ohne dass das Büble mal über 40 Stunden hinaus arbeiten muss und dabei sogar auch noch einen gewissen Akkord schaffen muss - und noch dazu alles ohne Kaffee- und Kuchenpause!

                          Und Freiheit definiert manche offenbar, dass man überall in der Welt Urlaub machen kann, wo man gerade will.

                          Ja, schön wären solche Zustände ohne Zweifel. Aber es geht nicht. Im Grunde hat sich diesbezüglich seit Anbeginn der Welt nichts geändert, weil es nicht änderbar ist: Wer leistet, wer Innovation zeigt, wer Risiken eingeht und auch mal dauerhaft auf Verzicht bereit ist, der hat irgendwann auch was davon.

                          Kommentar


                          • #14
                            Na da habe ich ja eine "Lawine" losgetreten, aber was soll`s, wenn ich schon mal einen Beitrag reinsetze, dann bestimmt einen, der die Menschen bewegt und auch polarisiert...

                            Ich wollte hier keine Schwarz-Weiß-Malerei lesen (wenngleich es natürlich leichter ist auf alles zu spucken, was man nicht versteht oder kennt), denn ich habe selbst 27 Jahre in der "SBZ" ( wie viele sie im alten Bundesgebiet nennen) gelebt und ich habe überlebt.
                            Natürlich gab es Menschen, die unter Drangsalierungen und Repressalien zu leiden hatten, aber man kann ja nicht nur in diese 2 Gruppen (Opfer und Täter) unterscheiden, dazwischen gab es doch auch etwas und das waren die meisten Menschen, die keine Spitzel waren und auch keine Opfer (ich weiß das verkauft sich in den Medien natürlich net so gut, wie die Seite, die heute dargestellt wird).
                            Mir ist auch bewußt, dass es gerade die jungen Menschenwesen sind (nicht nur hier im Forum), welche gerade in der "Wendezeit" geboren wurden, welche am fanatischsten diskutieren und den Vergleich zu Nazi-Deutschland nehmen um die ehemalige DDR zu beschreiben. Natürlich haben sie es so gelernt und aus Büchern mitbekommen, aber laßt euch sagen, so einfach ist es nicht, weil es anders war. Gut ich habe in meinem Bekanntenkreis jetzt selbst keine Betroffenen (die schwer zu leiden hatten meine ich), ja es gab keine Meinungsfreiheit (aber die gibt es heute, wo wir alle "Westen" sind, in der Firma, wo ich arbeite auch nicht), keine Reisefreiheit und auch keine Religions- und Glaubensfreiheit.
                            Es war nicht alles "rosarot und super", so etwas werde ich selbst auch kaum behaupten.
                            Interessant ist es auch zu sehen, wie wir auf meine Frage bezogen, was ihr vom 3. Oktober haltet, nur über die ehemalige DDR diskutieren und die ehemalige BRD dabei ganz ausklammern (denn da war ja alles Spitze), was ich damit sagen möchte, wir können hier noch ewig über die Vergangenheit diskutieren und uns die "Köpfe erhitzen", aber es sagt eigentlich wenig über die derzeitige Situation aus.
                            Konstruktive Kritik ist schon wichtig, aber sie sollte doch sachlich bleiben. Das Leben steht nicht nur in Schulbüchern, sondern es wird jeden Tag auf`s Neue im Schweiße unseres Angesichts geschrieben.
                            Wäre ich im "alten Bundesgebiet" aufgewachsen, würde ich (bedingt durch mein Umfeld) sicherlich ein paar Dinge "anders" sehen, dass ist schon verständlich und dass es gerade die jungen Menschen (die noch unverbraucht und rebellisch sind) sind, die am vehementesten ihre Vorstellungen vertreten (meist wenn sie selbst im Gebiet der "alten BRD" geboren wurden und da aufgewachsen sind) leuchtet mir schon ein.
                            Ich hatte in vor ein paar Jahren in Solingen selbst schon ein Gespräch mit jungen Menschen, die recht unnachgiebig und stur waren, wenn ich ihnen sagen wollte, wie mein "ehemaliges DDR-Leben" so aussah, denn ich hätte ja bestimmt eine "Gehirnwäsche" hinter mir und könnte deshalb nicht die wahren Zusammenhänge verstehen.
                            Gut zu meiner "Entschuldigung" gibt es zu sagen, dass ich kein großer "Aufrührer und Regimekritiker und Revoluzzer" war, zumindest nicht nach außen hin und außerdem bin ich Mecklenburger (die sind recht schweigsam und reden nicht viel) und da geht die Welt laut Bismarck-Zitat ja bekanntlich einige Jahre später unter. Also seid ein wenig nachsichtig mit mir, ich lerne noch dazu.

                            Ich persönlich finde es gibt noch einiges zu tun, packen wir es gemeinsam an, so wie Yoko aus Hamburg es in seinem Artikel schrieb (ein objektiv geschriebener Beitrag, der die Situation gut erfaßt).
                            Ich habe trotz aller (manchmal hitzigen) Diskussion keine Vorurteile gegenüber anderen Menschen, egal ob sie aus dem Norden, Osten, Süden oder Westen sind, ganz gleich welche Hautfarbe sie haben oder wen sie lieben.
                            Zuletzt geändert von Laeg mac Morcze; 04.10.2008, 10:32.

                            Die Lichter am Fluss tanzen um ein Feuer.
                            Stille, es ist Frieden geworden, in mir und mit euch allen. by Laeg
                            Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden, den Frieden, weil es auf dich vertraut. Jesaja 26,3
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                            • #15
                              Also ich kenne auch einige *Ostdeutsche* die in der DDR aufgewachsen sind.
                              Hab mich schön öfter mit ihnen über die DDR unterhalten und alle sagten mir das oft gerne übertrieben wird wenn es um die DDR geht. Oft wird es als Schreckgespenst dargestellt der es in wirklichkeit nicht so war.

                              So schlecht ging es ihnen nicht wie es oft gerne dargestellt wird, ich persönlich weis es natürlich nicht und muss mich auf die Erzählungen derer verlassen.
                              Und persönlich glaube ihnen mehr als das was uns gern in den Geschichtsbüchern oder von Politikern vermittelt wird.
                              Ich meine es ist ja auch in den sogenannten Wohlstandsländern so das es einige gibt die alles haben und viele die nur weniges haben.

                              Aber was diese Wiedervereinigung betrifft, war es letztlich doch eher ein Wirtschaftliches Fiasko, und ich kann mir gut vorstellen das es als Mahnendes Beispiel z.B in Südkorea gesehen wird das so eine Wiedervereinigung eher Nach als Vorteile bringt.

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