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Politiker bauen vor - fürchten sie wirklich eine Systemkrise?

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  • Politiker bauen vor - fürchten sie wirklich eine Systemkrise?

    Bei der Diskussion und Beratung um das 400-Euro-Milliarden-Finanzmarkt-Paket fällt mir auf, dass die Politiker aller Parteien immer wieder (zu oft?) betonen, wie entscheidungsfähig sich unsere Demokratie doch zeigt, wie alle zusammenstehen, miteinanderarbeiten, in Rekordzeit Gesetz zum Beschluss bringen, dass auch EU-weit und darüberhinaus alle Demokraten zusammenarbeiten, etc. pp. Die Phrasen sind - wie immer - austauschbar.

    Aber was soll diese geballte Ladung Handlungsfähigkeitsbeteuerung?

    Das übliche Wahlkampfgewäsch kann es nicht sein, weil ja auch die sonstigen "Gegner" mit Lobhudeleien bedacht werden.

    Ist das als Beruhigungspille für die Märkte gedacht?

    Oder fürchten die Parlamentarier wirklich um unser Gesellschaftssystem? Und verteidigen es schon mal prophylaktisch unter Hinweis auf dessen "Leistungsfähigkeit"?
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  • #2
    Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
    Ist das als Beruhigungspille für die Märkte gedacht?
    Meiner Meinung nach ja. Würden sie auch nur ein bisschen zögerlich antworten oder irgendwie andeuten, dass sie nicht vollkommen handlungsfähig wären würde sich Northern Rock oder schlimmeres wiederholen.

    Und ich Wahlkampf sehe ich schon die Aussagen: "WIR haben in der Krise richtig gehandelt. DIE ANDEREN haben nur geredet ... " usw.
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    • #3
      Oh, soeben wird klar das neben den Linken auch die Grünen nicht mitmachen wollen.

      Also gut. Nicht alle Parteien betonen die schnelle Handlungsfähigkeit, sondern es gibt auch welche, die sich bei einem solchen Tempo schlicht übergangen fühlen.
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      • #4
        Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
        Ist das als Beruhigungspille für die Märkte gedacht?

        Oder fürchten die Parlamentarier wirklich um unser Gesellschaftssystem? Und verteidigen es schon mal prophylaktisch unter Hinweis auf dessen "Leistungsfähigkeit"?
        In einer arbeitsteiligen Gesellschaft sind Märkte wichtiger Teil des Gesellschaftssystems, so dass eine schwere Krise der Finanzwirtschaft schnell auf die Realwirtschaft durchschlagen kann und von dort die gesellschaftliche Ordnung trifft. Um das zu verhindern müssen die Entscheidungsträger schnell sein um die negativen Folgen für die Realwirtschaft einzudämmen.
        This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
        "I was a victim of a series of accidents, as are we all."
        Yossarian Lives!

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        • #5
          Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
          Oh, soeben wird klar das neben den Linken auch die Grünen nicht mitmachen wollen.
          War zu erwarten. Eine kollabierte Wirtschaft, tote Firmen und Massenarbeitslosigkeit wären toller Nährboden für die.

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          • #6
            Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein hoher Grad an Verunsicherung auf Seiten der Politiker z.Zt. ist. Wenn dieser psychologischen Schneballeffekt der Angst an den Märkten wirklich zuschlägt, kann ich mir, wenn auch nur als Laie, vorstellen das die Konsequenzen verhehrend sein werden.

            Aber ich bin auch mal optimistisch, was hier für mich eine Seltenheit ist in den Themen. ^^

            Vielleicht dient diese Zäsur wirklich auf lange Sicht einer Kursänderung. Also das auch die Politiker verstehen lernen, dass Märkte sich ebend nicht selbst tragen und heilen und das dieses eh immer von der allgemeinen Verfassung des Volkes (heisst doch auch Volkswirtschaft) mit abhängt.

            Der alte Marx hat am Ende mehr Dinge richtig erkannt, als manch einer glauben mag/will.
            "Education is the most powerful weapon which you can use to change the world."Nelson Mandela
            DEUTSCHE AIDS-HILFE-DRK
            ÄRZTE OHNE GRENZEN-AMNESTY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND

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            • #7
              Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
              War zu erwarten. Eine kollabierte Wirtschaft, tote Firmen und Massenarbeitslosigkeit wären toller Nährboden für die.
              Jaja, die miesen Kommunisten waiden sich am Unglück der armen Banken...

              Hast du dir dieses Milliarden Geschenk mal genauer angeguckt? Im Prinzip ist dieses Gesetzblatt eine Aufforderung zum Weitermachen wie bisher für die Banken.
              Möp!

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              • #8
                Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
                Jaja, die miesen Kommunisten waiden sich am Unglück der armen Banken...
                Stimmt, tun sie, immerhin fühlen sie sich dadurch bestätigt. Und eine breite Arbeitslosigkeit wären viele potenzielle Wähler für sie. Millionär ist Herr Berlusc... äh, ich meine Herr Lafontaine schon, jetzt braucht er nur noch ein wenig politische Macht. Viele Arbeitslose und bankrotte Firmen spielen ihm da in die Hände, also warum dem entgegenwirken? Das wäre in etwa so, als würde der Künstler auf der Bühne sein Publikum mit Dreck bewerfen.

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                • #9
                  Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                  Stimmt, tun sie, immerhin fühlen sie sich dadurch bestätigt. Und eine breite Arbeitslosigkeit wären viele potenzielle Wähler für sie. Millionär ist Herr Berlusc... äh, ich meine Herr Lafontaine schon, jetzt braucht er nur noch ein wenig politische Macht. Viele Arbeitslose und bankrotte Firmen spielen ihm da in die Hände, also warum dem entgegenwirken? Das wäre in etwa so, als würde der Künstler auf der Bühne sein Publikum mit Dreck bewerfen.
                  Hmmm, ja...

                  1. Die Mehrheit der Wähler der Linken kommt nicht aus dem Arbeitslosen-Milleu (SF-Junky hat dafür einmal eine Statisitik verlinkt: DIW-Studie über Die Linke - Auf dem Weg zur Volkspartei - Politik - sueddeutsche.de)

                  2. Sollte man nicht die Linken und Grünen für ihre Ablehnung beschimpfen, sondern mal hinterfragen wessen Politik diese Finanzkrise eigentlich erst ermöglicht, und warum dieses "Rettungspaket" keine Transaktionsbesteuerung oder Kapitalertragsbesteuerung enthält.

                  3. Nur mal zum nachdenken: 30 Milliarden Euro würden reichen um mit nachhaltiger Entwicklung den Agrarsektor der 3. Welt so zu reformieren, dass eine selbständige Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden könnte und somit der Hunger zumindest weitgehend zurückgedrängt werden könnte.
                  Die Staaten der 1. Welt geben 1.2 Billlionen aus der Tasche der Steuerzahler aus, um damit die Unfähigkeit der Banken zu bezahlen...
                  Möp!

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                  • #10
                    Aber die Grünen sind in ihrer überwiegenden Mehrheit schon seit 15 Jahren in der realen Welt angelangt - und die machen auch nicht mit.

                    Das "Kommunistenargument" von Sinclair zieht hier nicht.

                    Im Prinzip ist dieses Gesetzblatt eine Aufforderung zum Weitermachen wie bisher für die Banken.
                    So wie ich das verstanden, soll es genau das bewirken.

                    Die Banken sollen

                    1) Geld an den Mittelstand vergeben und Konsumkredite an die Verbraucher (also weitermachen wie bisher)

                    und

                    2) Sie sollen nach Möglichkeit bloß keine staatlichen Hilfeleistungen in Anspruch nehmen. Hohe Rückzahlungskonditionen, teilweise Verstaatlichung, Verbot von Dividendausschüttungen und vor allem: erhebliche Gehaltskürzungen beim Management wären die Folge.
                    Der Staat will die Banken also nach Möglichkeit daran hindern, staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Sie sollen weitermachen, wie bisher.

                    Dieses Gesetz soll eine Nothilfe sein. Wenn an einer gefährlichen Kreuzung ein Unfall passiert, dann kommt zunächst mal der Sanitäter mit Notarzt (dieses Gesetz).

                    Danach erst wird geschaut, was straßenbaulich verändert werden muss, damit keine weiteren Unfälle mehr passieren.
                    Es ist doch wohl sinnlos, erst die Umbaumaßnahmen zu fordern, bevor der Rettungsdienst kommen darf.

                    Die Fußfesseln für die Banken sind (hoffentlich!!!) auch in Planung. Zumindest versichern das alle. Und nachvollziehbar finde ich es auch: Wenn nun ein Umbau des Finanzsystems geplant wird, dann sollte dieser durchdacht sein - und kein Schnellschuss wie diese neue Bilanzierungsregel der Banken, die an legalisierten Betrug grenzt. Dieselben Papiere, die sie ohne Verluste weiterbilanzieren dürfen, würden sie bei keinem Kreditnehmer als Sicherheit akzeptieren...

                    Wie auch immer.

                    Die Banken sollen weitermachen wie bisher. Ihr Herz soll schlagen, und sie sollen Atmen.
                    Das sie weiterhin mit 142 Sachen und 1,8 Promille durch die Gegend rasen sollen, ist aber sicherlich nicht geplant.

                    Wenn man bei der Gier der Bankmanager und einer Moraldebatte ist, könnte man im übrigen gleich bei der Gier derjenigen weitermachen, die bei Rekordgewinnen Massenentlassungen vornehmen, wo wir doch schon mal dabei sind, aber das ist ein ganz anderes Thema....
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                    • #11
                      Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                      Stimmt, tun sie, immerhin fühlen sie sich dadurch bestätigt. Und eine breite Arbeitslosigkeit wären viele potenzielle Wähler für sie. Millionär ist Herr Berlusc... äh, ich meine Herr Lafontaine schon, jetzt braucht er nur noch ein wenig politische Macht. Viele Arbeitslose und bankrotte Firmen spielen ihm da in die Hände, also warum dem entgegenwirken? Das wäre in etwa so, als würde der Künstler auf der Bühne sein Publikum mit Dreck bewerfen.
                      Kommt mir vor wie eine Trotzreaktion. "Ich hab's doch schon ewig gesagt, dass es so kommen wird!" - "Und jetzt biste glücklich, was?!"

                      Jetzt mal ernsthaft, die Linke stimmt dem Gesetz nicht zu, weil sie einige schwerwiegende Mängel erkennen. Sie sind ebenfalls für einen Rettungsplan, dass haben sie in der letzten Zeit oft genug klargestellt. Nur inhaltlich gibt's Grund für Einsprüche. Und du kannst einer politischen Partei ja wohl kaum vorwerfen, eine eigene Meinung zu vertreten.
                      Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
                      Stalter: "Nope, it's all bad."

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                      • #12
                        Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
                        Die Staaten der 1. Welt geben 1.2 Billlionen aus der Tasche der Steuerzahler aus, um damit die Unfähigkeit der Banken zu bezahlen...
                        Ausgegeben wurde bisher noch gar nichts. Es geht erstmal nur um eine Bürgschaft. Wenn sich die optimistischen Veranschlagungen bewahrheiten, kommen wir mit einem blauen Auge davon.

                        Ansonsten habe ich nichts dagegen, 30 Milliarden für die dritte Welt locker zu machen. Nur hat das wenig Sinn, wenn nur uns beiden das gefallen würde. Da müsste eine Partei her, die diesen Slogan in ihr Wahlprogramm mit aufnimmt.

                        Und noch kurz zur Schadenfreude:
                        Ich habe gestern life miterlebt, wie sich unsere linke Ortsvorsitzende und ihre Spießgesellen bei einer Ortsversammlung über das Bankendebakel die Hände gerieben haben. Leider haben sie wohl nicht erwartet, dass auch in unserem kleinen Örtchen einige Leute Geld an Aktien verloren haben. Aus meiner neutralen Warte fand ich das ziemlich aufschlussreich. Einerseits die grobe Verspekulation in der Wahl der richtigen Worte und zugleich die eigene Demaskierung. Schade dass kein Zeitungs-Reporter anwesend war.

                        Man schimpft einerseits über "Kriegsgewinnler". Ich finde "Notgewinnler" ehrlich gesagt nicht viel besser.


                        .
                        EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                        Sinclair_ schrieb nach 4 Minuten und 48 Sekunden:

                        Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
                        Aber die Grünen sind in ihrer überwiegenden Mehrheit schon seit 15 Jahren in der realen Welt angelangt
                        Bei angestrebten Spritpreisen von mindestens 2,50 € pro Liter kommen mir da Zweifel.
                        Zuletzt geändert von Sinclair_; 17.10.2008, 12:30. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

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                        • #13
                          Man schimpft einerseits über "Kriegsgewinnler". Ich finde "Notgewinnler" ehrlich gesagt nicht viel besser.
                          Nun gut. Andererseits kann man der Linken nicht wirklich zum Vorwurf machen, dass sie egal, ob durch Zufall oder durch Sachverstand) offensichtlich berechtigte Befürchtungen hatte.

                          Und die Linken sind ja de facto auch ungefährlich. Sie können im Bundestag nichts blockieren sich folglich auch medienwirksam als Querdenker präsentieren.

                          Im Bundesrat hingegen werden alle Linke-Koalitionen zustimmen. Wetten?

                          Da sie genau das tun werden, kannst Du Ihnen aber nicht zum Vorwurf machen, sie wollten unsere Wirtschaft ruinieren.

                          Wäre das ihr Ziel - sie könnten es jetzt im Bundesrat umsetzen.


                          .
                          EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                          LuckyGuy schrieb nach 1 Minute und 49 Sekunden:

                          Bei angestrebten Spritpreisen von mindestens 2,50 € pro Liter kommen mir da Zweifel.
                          Mir nicht. Sprit war auch bei 1,60€ noch immer zu billig. Und das sage ich als jemand, der 3.500 km im Monat fährt, der also wirklich bluten muss, bei hohen Spritpreisen.
                          Zuletzt geändert von LuckyGuy; 17.10.2008, 12:34. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
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                          • #14
                            Zitat von LuckyGuy Beitrag anzeigen
                            Sprit war auch bei 1,60€ noch immer zu billig. Und das sage ich als jemand, der 3.500 km im Monat fährt, der also wirklich bluten muss, bei hohen Spritpreisen.
                            Tja, dann müsste meine Oma wieder das Laufen ohne Gehstock erlernen. Denn ohne Auto müsste sie ihre ALDI-Tüten 5 km weit zu Fuß befördern.

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                            • #15
                              Wieviel verbraucht Das Auto Deiner Oma... 6 Liter? Oder doch 7?

                              Mal 2,50 macht also 17,50 Euro auf 100 km.

                              Eine Schweinekohle.

                              Deine Oma könnte vielleicht seltener fahren, aber nehmen wir mal an, die Gute fährt 1x die Woche zum ALDI. Damit sind das dann 40 km im Monat. 40% von 17,50 sind exakt 7 Euro.

                              Deine Oma kann also nicht mehr zum Aldi, weil ihr 7 Euro im Monat fehlen?

                              Ach nein, es sind eher drei Euro im Monat, denn um die vier Euro zahlt sie ja jetzt schon.

                              Wenn Deine Oma sich diese drei Euro im Monat nicht leisten kann, um zum Aldi zu kommen, dann hat sie echt ein Problem, das gebe ich zu.

                              Also lasse diese Polemik mit der armen, alten Dame. Ich kenne viele arme, alte Menschen. Die sind so arm, dass sie sich gar kein Auto leisten können. Oder so alt, dass sie nicht mehr fahren dürfen, bzw. das selbst unverantwortlich fänden.
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