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  • Neues Wahlsystem

    Hallo allerseits,

    ich habe mir mal Gedanken zum aktuellen Wahlsystem in Deutschland gemacht. Ein Grund, warum ich kaum wählen gehe, ist der dass ich mich nicht auf eine Partei festlegen kann. Meiner Meinung nach muss man sehr häufig große Kompromisse eingehen, weil es keine Partei gibt, wo man nicht Punkte hat, die man nicht unterstützen möchte.
    Ich weiß nicht, ob es vielen "Nicht-Wählern" so geht, aber meiner Meinung nach lähmen die Parteien die Form der direkten Demokratie.
    Wenn ich mir z.B. angucke, dass Heiner Geißler und Friedrich Merz in der selben Partei sind(erster ist Attac-Mitglied und bei der CDU), dann sehe ich bereits wie groß die Kompromisse sein müssen.
    Ich fände es besser, wenn es mehr parteienlose Abgeordnete geben würde, bzw. Abgeordnete die nicht den Kompromiß einer großen Partei eingehen müssen.
    Daher kam ich auf die Idee eines anderen Wahlsystems. Einem Wahlsystem, wo man nicht mehr ein Kreuz für eine Partei macht, und ihr den Auftrag für alle Bereiche der Politik gibt, sondern in dem man mehrere Kreuze machen kann, je nach Politikbereich.
    Z.B. könnte es verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Arbeit, Soziales,Umwelt, Finanzen, etc. geben, und auf jeden dieser Positionen kann man dann verschiedene Gruppierungen wählen.
    Diese Gruppierungen können natürlich selbstverständlich die Altbekannten Parteien wie CDU,SPD etc. sein, oder sie sind parteilose zusammengefasste Listen.
    Mir ist schon klar, dass so ein System sehr komplex wäre, und viele abschrecken würde, überhaupt wählen zu gehen. Daher könnte man als Alternative immer noch erlauben, dass man ein Kreuz einer Partei gibt, die dann die oben genannten Bereiche selbst besetzt. D.h. man kann also auch ein Kreuz bei Die Grünen machen, die besetzen dann je nach ihrer Liste alle Positionen wie Wirtschaft,Arbeit,etc. , oder man wählt die komplexere Alternative und wählt jeden Bereich einzelnd.

    Was haltet ihr von der Idee?

  • #2
    Dieses System krankt an dem Selben Mangel, wie das jetzige: man statten für eine gewisse Zeit die Abgeordneten mit den Rechten aus, die Gesetze mal eben so zu
    ändern, ohne dass das Volk etwas unternehmen kann. Letztlich braucht es radikale Direktdemokratie. Also Imperatives Mandat und Volksabstimmungen wären ein guter Weg.

    Und grundsätzlich sollte eine Verfassung nur durch eine Volksabstimmung änderbar sein.

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    • #3
      Letztlich braucht es radikale Direktdemokratie. Also Imperatives Mandat und Volksabstimmungen wären ein guter Weg.
      Ganz meine Meinung. Das würde die Arbeit der Auswerter und Verwalter sicher verdoppeln, wäre aber echt demokratisch. Und wir müssten höllisch aufmerksam sein, in Bezug auf alle politischen Vorgänge. Wenn die Deutschen nur halb so doof sind, wie ich denke, dann könnten sie aus Versehen den ein oder anderen vergangenen Unsinn zum Leben erwecken.
      Stelle ich das fest, bin ich ratz fatz über die nächste Grenze verschwunden.

      Man sollte meinen, dass in sagen wir zwanzig Jahren, Abstimmungen über jeden regionalen Kleinkram bis hin zum Europaparlament möglich wären. Jeden Tag und absolut demokratisch.
      Ich habe leider kaum echte Ahnung von IT, aber wenn ich mir viele Nachrichten, Berichte und Meldungen ansehe, dann glaube ich, dass das I-Net immer angreifbar sein wird. Damit fiele es als Ersatz für die Wahlurne wohl wieder aus. Und das bedeutete wieder, dass es keine tägliche Abstimmungen geben könnte, also die absolute Demokratie eingeschränkt wäre.
      Aber man darf ja auch mal Utopien durchspinnen, statt immer nur Distopien.

      Z.B. könnte es verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Arbeit, Soziales,Umwelt, Finanzen, etc. geben, und auf jeden dieser Positionen kann man dann verschiedene Gruppierungen wählen.
      Schöne Idee. Eine kleine Verbesserung zum aktuellen System ?
      Problematisch ist dabei die totale Verquickung der Bereiche. Z.B. Umwelt und Wirtschaft. Auf der Wirtschaft sitzen jetzt, sagen wir mal, die CDU und auf der Umwelt die Grünen. Schön klassisch. Die Grünen machen alles richtig und verbieten beispielsweise den Bau eines Kohlekraftwerks, welches die CDU-Wirtschafter ebenfalls völlig folgerichtig für notwendig halten. Patt

      Oder hast du ´ne Idee dazu ? Wie käme man da raus ?

      Die stärkste Demokratie haben, sagen viele, die Ami´s. Aber sogar dort ist ein Patriot Act möglich gewesen. Manchmal bezweifle ich, dass die Menschheit mit Demokratie etwas anfangen kann. Vielleicht müsste ihr erstmal eine totale "Tutokratie" vorausgehen.

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      • #4
        Zitat von Treveler Beitrag anzeigen
        .
        Schöne Idee. Eine kleine Verbesserung zum aktuellen System ?
        Problematisch ist dabei die totale Verquickung der Bereiche. Z.B. Umwelt und Wirtschaft. Auf der Wirtschaft sitzen jetzt, sagen wir mal, die CDU und auf der Umwelt die Grünen. Schön klassisch. Die Grünen machen alles richtig und verbieten beispielsweise den Bau eines Kohlekraftwerks, welches die CDU-Wirtschafter ebenfalls völlig folgerichtig für notwendig halten. Patt
        Ja, das ist ein großes Problem dieses Systems. Bei Verquickungen müsste man dann evtl. ne Zusatz-Kommission berufen, bzw. das gesamte Parlament abstimmen lassen. Generell wäre es ja auch so wie heute, dass bei wichtigen Beschlüssen das Parlament das ratifizieren muss.
        Allerdings ist dieses Problem ja heute auch schon gegeben, durch Koalitionen(da es ja selten absolute Mehrheit gibt). Z.B. regiert hier in Hamburg Schwarz-Grün, und die müssen sich auch bei solchen Verquicken einigen.

        Mir ist auch klar, dass es beim Regieren selber wieder Kompromiße geben muss. Allerdings fordere ich, dass der Wähler weniger Kompromiße eingehen muss, und mehr direkt wählen kann. Dadurch dass man nur große Massen wählt, wo man vllt. nur Einzelpunkte zustimmt(z.B. in Umwelt Dingen grün, in andern Dingen gelb, oder was weiß ich) , geht halt viel Wille des Wählers verloren. Und ich könnte mir vorstellen, dass viele dadurch auch viel mehr überlegen müssen, wen sie eigentlich wählen. Wenn man für verschiedene Bereiche Leute wählen könnte, würde meiner Meinung nach die Wahl einfacher aussehen.
        Und für die die eh Stammwähler sind und nicht taktisch wählen kann man ja wie oben erläutert die Option für Komplette Liste ankreuzen, wo man dann halt eine Partei wie heute wählt, die ihre Leute dann auf die Bereiche selbst verteilt.

        Die stärkste Demokratie haben, sagen viele, die Ami´s. Aber sogar dort ist ein Patriot Act möglich gewesen. Manchmal bezweifle ich, dass die Menschheit mit Demokratie etwas anfangen kann. Vielleicht müsste ihr erstmal eine totale "Tutokratie" vorausgehen.
        Naja Demokratie ist ein sehr allgemeiner Begriff, so wie "soziale Marktwirtschaft". Jeder legt ihn so aus, wie ers gern hat.
        Ich glaube eher, dass bei den Amerikanern Politik sehr wenig zählt, weil sich der Staat dort ja sehr zurückzieht. Die Wähler haben dort erstmal durch das Mehrheitswahlrecht nur die Auswahl zwischen zwei Parteien, und auf der anderen Seite hat durch den Staatsrückzug aus dem Leben es garnicht so einen starken Einfluss , wen man wählt. Hier in Deutschland hängt das Leben vieler mehr von den Parteien ab, allein schon wegen den Sozialleistungen vom Staat. Ob die FDP regiert oder die Linke ist hier ein Riesenunterschied. In Amerika ists egal wer regiert.

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        • #5
          Das würde meiner Meinung nach nur zu einer handlungsunfähigen, weil zerstrittenen Regierung führen. Es sidn ja nicht nur die Themen Umwelt und Wirtschaft, die verstrickt sind, sondern eigentlich alles, da eben alles Geld kostet und man Geld eben leider nur einmal ausgeben kann.
          Ansonsten wären Volksabstimmungen sicher eine gute Sache, aber auch da muss es Grenzen geben. Wie sollen Leute z.B. über Auswege aus der aktuellen Wirtschaftskrise entscheiden, wenn sie das Wirtschafts- bzw. Bankensystem nichtmal ansatzweise verstehen? Und wer würde Entscheidungen treffen, die zwar nötig sind einen selbst aber Geld kosten?
          When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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          • #6
            Deutscher Marinist zu Besuch in Boston.
            "Hey man, where are you from ?"
            "I´m from Germany"
            "Fine...uhm,..near South-Africa, he ?"
            "Äääh........ ?!?"
            "Guess you came by car."

            Ich hab verflixt pfiffige Amis kennengelernt, leider aber auch bildungsresistente Ignoranten. Selten lag das an ihrer Religiösität. Sie hatten einfach kein Interesse. Deutschland hat da enorm aufgeholt.
            Wer Demokratie will, muss den Menschen erst beibringen, was das ist. Sie müssen wissen, welche Folgen ihr Handeln und Nicht-Handeln hat und auch Alternativen kennenlernen.
            Einen solchen Bildungsauftrag hat unser Staat den Schulen gegeben. Gut und schön, kann aber nicht genügen.
            Die Medien müssen mitmachen. Wenn ich mit Kollegen spreche, dann halten diese es für einen großen Wurf Gallileo Mystery gesehen zu haben. Einen hundertfach größeren Stellenwert haben für sie die Bundesligaergebnisse, neueste Verfehlungen der Paris Hilton, das Bild-Girl des Tages und (im politischen Spektrum) die Kleidung der Kanzlerin.
            Konsens besteht darin, dass es gleichgültig sei, wen man wählt.
            "Die machen ja doch, was sie wollen". Als sei es von Gott gefügt, dass sie den Pöbel darstellen, der regiert werden muss.
            Ich hab´s nie aufgegeben,zu versuchen sie aus dieser Agonie zu rütteln. Frustriert aber schon, die dauerhafte Erfolglosigkeit.

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            • #7
              Vielleicht sollte man die Leute vor dem Abstimmen also einem schriftlichen Test unterziehen, der überprüft, ob sie überhaupt verstehen, was sie da tuen
              When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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              • #8
                Zitat von Makrovirus Beitrag anzeigen
                Das würde meiner Meinung nach nur zu einer handlungsunfähigen, weil zerstrittenen Regierung führen.
                Weisst du was der Grund Nr 1. für Handlungsunfähigkeit und Zerstrittenheit ist? Ideologische Machtkämpfe.
                "Nein, wir stimmen dagegen, weil die Linken den Antrag gestellt haben".
                "Nein, wir können nicht dafür sein, wenn die CDU dafür ist"
                Blablabla........

                Ein System ohne große Parteienmacht und Ideologie, wäre viel pragmatischer und kompromißbereiter.
                Daher könnte ich mir vorstellen, dass diese Zerstrittenheit durch das neue Wahlsystem sogar abnehmen könnte, wenn denn die große Parteienmacht damit auch abnimmt.

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                • #9
                  Weisst du was der Grund Nr 1. für Handlungsunfähigkeit und Zerstrittenheit ist? Ideologische Machtkämpfe.
                  "Nein, wir stimmen dagegen, weil die Linken den Antrag gestellt haben".
                  "Nein, wir können nicht dafür sein, wenn die CDU dafür ist"
                  SPD niemals mit der Linken. Ja, das ist so kindisch-dümmlich.
                  Und warum das ganze ? In der Linken sind auch ehemalige SEDler. Schon eigenartig. Die CDU hat es ´49 nicht gestört, von jemandem geführt zu werden, der den Kölner Nazis nur allzu gern seine Paradeplätze zur Verfügung stellte.

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                  • #10
                    Zitat von Ltd. Commander Data Beitrag anzeigen
                    Weisst du was der Grund Nr 1. für Handlungsunfähigkeit und Zerstrittenheit ist? Ideologische Machtkämpfe.
                    "Nein, wir stimmen dagegen, weil die Linken den Antrag gestellt haben".
                    "Nein, wir können nicht dafür sein, wenn die CDU dafür ist"
                    Blablabla........
                    Ganz so einfach ist es aber nicht. Da treffen zwangsläufig Leute mit völlig unterschiedlichen Meinungen aufeinander, die sich dann aber trotzdem einigen müssten. Gleichzeitig wird natürlich niemand allzugroße Kompromisse eingehen wollen, schließlich sind ja alle direkt gewählt. Wenn da z.B. der Merz mal auf die Wagenknecht trifft, dann ist da einfach keine Einigung zu erwarten, weil sie eben grundverschiedene Meinungen haben.
                    When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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                    • #11
                      Zitat von Ltd. Commander Data Beitrag anzeigen
                      Einem Wahlsystem, wo man nicht mehr ein Kreuz für eine Partei macht, und ihr den Auftrag für alle Bereiche der Politik gibt, sondern in dem man mehrere Kreuze machen kann, je nach Politikbereich.
                      Da gibt es zwei Probleme:
                      1.) die Bereiche lassen sich nicht gut abgrenzen. Ein Beispiel: Klimaschutz. Das betrifft Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Soziales und Finanzen. Es reicht nicht, wenn man gute Umweltpolitiker wählt - die aber kein Geld von den "Finanzen" bekommen und "Wirtschaft" macht die gegenteilige Politik, während "Soziales" zwischen den anderen Elementen ins Abseits gestellt wird.

                      2.) das Problem, dass ein Abgeordneter nicht an den Willen des Wählers gebunden ist, sondern während der Wahlperiode machen kann, was er oder sie will.

                      Eine zusätzliche Frage ist, ob ein parteiloses System wirklich Kompromiss-bereiter ist oder ob nicht der Nachteil, dass sich Gleichgesinnte nicht gemeinsam organisieren können überwiegt. Es gibt natürlich auch ideologische Meinungverschiedenenheiten, aber oft geht es um inhaltliche Unterschiede - zwischen denen oft keine Kompromisse möglich sind.
                      Resistance is fertile
                      Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                      The only general I like is called strike

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                      • #12
                        Zitat von Leto Beitrag anzeigen
                        Letztlich braucht es radikale Direktdemokratie. Also Imperatives Mandat und Volksabstimmungen wären ein guter Weg.
                        Bloß nicht, denn

                        Zitat von Treveler Beitrag anzeigen
                        Wer Demokratie will, muss den Menschen erst beibringen, was das ist. Sie müssen wissen, welche Folgen ihr Handeln und Nicht-Handeln hat und auch Alternativen kennenlernen.
                        Einen solchen Bildungsauftrag hat unser Staat den Schulen gegeben. Gut und schön, kann aber nicht genügen.
                        Die Medien müssen mitmachen. Wenn ich mit Kollegen spreche, dann halten diese es für einen großen Wurf Gallileo Mystery gesehen zu haben. Einen hundertfach größeren Stellenwert haben für sie die Bundesligaergebnisse, neueste Verfehlungen der Paris Hilton, das Bild-Girl des Tages und (im politischen Spektrum) die Kleidung der Kanzlerin.
                        Konsens besteht darin, dass es gleichgültig sei, wen man wählt.
                        "Die machen ja doch, was sie wollen". Als sei es von Gott gefügt, dass sie den Pöbel darstellen, der regiert werden muss.
                        Ich hab´s nie aufgegeben,zu versuchen sie aus dieser Agonie zu rütteln. Frustriert aber schon, die dauerhafte Erfolglosigkeit.
                        genau aus diesem Grund würde das schnurstracks in die Katastrophe führen. Ich spreche den meisten Leute schlicht den nötigen gesunden Menschenverstand ab, als das eine Direkte Demokratie funktionieren würde. Das würde nur da zu führen, das am Ende derjenige recht bekommt, der am lautesten schreit und alle den schrillsten Leithammeln hinterherlaufen. Du glaubst gar nicht, wie schnell dann links- und Rechtsextremistische Propaganda plötzlich wieder wieder mehrheitsfähig wird. Unser politisches System hakt an einigen Ecken und Kanten und muss an vielen Stellen reformiert werden, aber diese Probleme nehme ich gerne in kauf, wenn die Alternative eine direkt in die Anarchie oder Diktatur führende Basisdemokratie ist.

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                        • #13
                          Zitat von Kopernikus Beitrag anzeigen
                          Ich spreche den meisten Leute schlicht den nötigen gesunden Menschenverstand ab, als das eine Direkte Demokratie funktionieren würde.
                          Das typische elitäre Geschwätz, was von Verachtung für die meisten Mitmenschen nur so trieft... und nur dem Zweck dient, autoritäre Gesellschaftsverhältnisse, in denen die Mehrheit zumindest teilweise entmündigt wird, auch noch gerechtfertigt wird.

                          Wenn man annimmt, dass dann plötzlich links- oder rechtsextremistische Positionen mehrheitsfähig sind, dann muss man sich schon fragen, für was jemand dann die heutige Gesellschaft hält. Als eine Demokratie kann man sie auf einer solchen Basis natürlich nicht bezeichnen. Solche Positionen ähneln stark denen der Stalinisten. Die haben ihre Herrschaft auch immer damit gerechtfertigt, dass sie ja schon wüssten, was notwendig sei und die Mitsprache des Rests sowieso nur alles kaputt machen würde.
                          Resistance is fertile
                          Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
                          The only general I like is called strike

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                          • #14
                            wie wäre es mit einer abgespeckten Variante? Zusätzlich zu den Bundestagsmitgliedern erhalten auch, zufällig aus einem Register ausgewählte, Bürger ein Stimmrecht bei bestimmten Entscheidungen. In das Register kann sich jeder Bürger freiwillig eintragen lassen.
                            Die Ausgewählten erhalten dann vor der Stimmabgabe eine Einführung in das Thema. Z.B. in dem jede Partei im Bundestag einen Experten benennt der dann einen mehr oder weniger langen Vortrag über das Thema hält und zusätzlich Informationsmaterial verteilt wird. Anschließend wird dann die Stimme abgegeben. Ein "Wissensnachteil" gegenüber den Berufspolitikern besteht dann praktisch keiner, die haben nämlich von den meisten Dingen, die sie zu Entscheiden haben, auch nur wenig Ahnung (sieht man z.B. immer wieder sehr schön, wenn es um Gesetze geht die mit IT zutun haben). Das ganze hätte dann entfernte Ähnlichkeit mit z.B. dem US Geschworenensystem.
                            Dadurch, dass man sich in die Auswahlliste freiwillig eintragen kann dürften ja eigentlich nur motivierte Menschen gezogen werden. Derzeit haben wir 612 MdBs, ich würde also 612+1=613 dieser temporären Abgeordneten vorschlagen. Das wäre dann im Prinzip eine "verbesserte" Bundesversammlung, in der zufällig ausgewählte Bürger die durch die Landesparlamente gewählten ersetzen. Wichtig ist nur, das sichergestellt ist, das zufällig ausgewählt wird und vorher kein Lobbyismus stattfindet. Bei 2-3 solcher Entscheidungen im Jahr, d.h. 1839 Inlandsflüge nach Berlin + 1839 Aufwandsentschädigungen halten sich auch die Kosten in Grenzen.
                            "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht ist zu Recht ein Sklave"
                            (Aristoteles 384 v.Chr. - 322 v.Chr.)

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                            • #15
                              Ich spreche den meisten Leute schlicht den nötigen gesunden Menschenverstand ab, als das eine Direkte Demokratie funktionieren würde.
                              Und der Politiker hat automatisch mehr Ahnung?

                              Nein, es existiert ein grundlegendes und nie zu lösendes Problem jeder Form von Gesetzgebung, egal ob direkte oder repräsentative Demokratie oder doch etwas Diktatorisches. Die Kapazität des menschlichen Gehirns und die Zeit sich für jedes Thema zu informieren und Expertenwissen aufzusaugen ist begrenzt. Bestenfalls hat jeder sein eigenes kleines Fachgebiet, aber Niemand kann Experte in Allem sein. Letztendlich winkt der Politiker wie auch das direkt wählende Volk zu einem großen Anteil Gesetze einfach nur durch, die sie selbst gar nicht komplett verstehen und wahrscheinlich auch gar nicht bis ins letzte Detail verstehen können.

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