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Der Untergang des Abendlandes

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  • Der Untergang des Abendlandes

    Nein, es geht nicht um eine Buchbesprechung über das Werk des alten Spengler- der Titel sollte nur schön reißerisch sein.

    Es geht um Folgendes: Wir erinnern uns sicher noch alle an das Ende des Kalten Krieges vor knapp 20 Jahren(ok, vielleicht nicht persönlich). Nachdem die Sowjetunion auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt war, verkündete ein wackerer amerikanischer Politologe aus seinem Elfenbeinturm das "Ende der Geschichte".
    Der Westen -das hieß bei ihm die liberalen Demokratien- habe gewonnen, das wars.
    Die allgemeine Tendenz ging allerdings bereits damals in eine andere Richtung.

    Rückblickend lässt sich sagen, dass der Westen am Anfang des 20.Jahrhunderts, nach über 3 Jahrhunderten Kolonialisation und 2 industrieller Revolutionen, tatsächlich diesen Planeten beherrschte. 2. Weltkriege, eine zügig verlaufende Dekolonialisierung und 3. Jahrzehnte beachtlichen Wirtschaftswachstums mehrere asiatischer Staaten später, sieht die Situation jedoch etwas anders aus. Sinnbildlich ließe sich die Verteilung von Wolkenkratzern hernehmen. Musste ein Freund dieser imposanten Riesenbauten in den 30'er Jahren noch in die Vereinigten Staaten reisen (vorzugsweise nach New York), so müsste er sich heutzutage auf die arabische Halbinsel oder nach Asien begeben. Lediglich der Chicagoer Sears Tower schafft es dort noch, sich in den Top 10 zu halten.

    Sinnbild beiseite, noch immer hat der Westen ein Vorrangstellung betreffend Wirtschaftsgröße und militärischer Stärke, doch der Vorsprung schwindet. China könnte sich bis zur Mitte des Jahrhunderts zur größten Wirtschaftsmacht des Planeten entwicklen, noch vor den USA.
    Indien könnte dann, so einige Prognosen, bereits an 3. Stelle kommen, vor Japan und dem südamerikanischen Shooting Star Brasilien. Europäische Einzelstaaten hätten hier deutlich das Nachsehen.
    Die weitere Machtverschiebung kann man allerdings auch heute schon beobachten, etwa als man in Folge der Finanzkrise einsah, dass eine wirksame Reaktion auf diese, ohne die Einbeziehung der Schwellenländer der G20 nicht mehr möglich ist. Good Bye G7/G8.
    Nur nebenbei angemerkt: Demographisch sieht es, insbesondere für den europäischen Arm der atlantischen Gemeinschaft, ebenfalls nicht gut aus.

    Das alles wird Folgen haben, die uns Westlern mitunter nicht gefallen werden. Ob Demokratie, Menschenrechte, Proliferationskontrolle, oder Bekämpfung des Klimawandels- all diese Dinge liegen dem Rest der Welt (aus teilweise verständlichen Gründen) nicht so sehr am Herzen wie uns. Der Westen hat aber auf diesen Gebieten nicht mehr die Stärke dem Rest der Welt seine Vorstellungen aufzuzwingen. Weder China noch Indien interessiert es bsp. , wenn aus dem Westen die Mahnung erklingt, man möge doch bitte bitte mit Zucker obendrauf seine CO2-Emissionen reduzieren. Zugegeben, der Ehrhard hätte bei einer solche Bitte in den 50'er Jahren auch nur gelacht, aber China ist mit seinen 1.3 Mrd. wachstumshungrigen Bürgern, die bereits jetzt mehr CO2 in die weite Welt hinausblasen als die Brüder und Schwester von Uncle Sam, eine andere Dimension. Nimmt man aufsteigende Nationen wie Indien, Indonesien oder Brasilien hinzu, wirken die Bemühungen des Westens, der beim kümmerlichen Kyoto nicht mit mal mit einer Stimme sprechen konnte, wie eine Farce.

    Anderes Beispiel: Nichtverbreitung von Atomwaffen. Mit dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) gelang es lange Zeit, weitere Staaten von der Bombe abzuhalten. Somit waren Atomwaffen, mit Ausnahme von China und der Sowjetunion, in den Händen westlicher Regierungen konzentriert. Bei Israel guckte man gerne weg und die nichtnuklearen Natopartner konnten zufrieden sein im Ernstfall, nukleare Teilhabe sei Dank, auch den ein oder anderen Knallfrosch auf den Gegner schmeißen zu dürfen.
    Doch dann öffneten sich plötzlich die Pforten des Atommacht-Clubs. Es traten ein: Indien, Pakistan und Nordkorea, der Iran ist ebenfalls auf dem Sprung. Zumindest mit dem indischen Arsenal hat der Westen (hier die USA) inzwischen seinen Frieden geschlossen- auch dies ein Dammbruch.

    Müssen wir uns auf Grund der relativen Machtabnahme des Westens damit abfinden, dass unsere schönen und liebgewonnenen Konzepte irgendwann dort landen, wo die Sowjetunion (siehe Beitragsanfang) schon vor zwei Jahrzehnten landete: auf dem Müllhaufen der Geschichte?
    Oder besteht doch noch Hoffnung? Stehen wir vor dem Untergang oder der Renaissance des Abendlandes? Oder ist es gar nicht so schlimm, wenn die Welt etwas mulitpolarer wird?
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

  • #2
    Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
    Das alles wird Folgen haben, die uns Westlern mitunter nicht gefallen werden. Ob Demokratie, Menschenrechte, Proliferationskontrolle, oder Bekämpfung des Klimawandels- all diese Dinge liegen dem Rest der Welt (aus teilweise verständlichen Gründen) nicht so sehr am Herzen wie uns.
    Das kommt noch. Gerade durch die wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder. Wer den ganzen Tag schuften muß, um wenigstens das notwendigste zum Leben zu verdienen, der hat in der Regel keine Zeit, sich um Dinge wie Freiheit und Demokratie zu sorgen. Wenn der Lebensstandard in China und ähnlichen Ländern steigt, wird die Bedeutung dieser Werte im Leben der Menschen nach und nach einen höheren Stellenwert einnehmen.

    Wir hier im Westen sollten besser dafür sorgen, daß wir zu diesem Zeitpunkt noch als Vorbild dienen können. Die "friedliche Revolution" in der ehemaligen DDR war auch nur deshalb möglich, weil man den "Goldenen Westen" direkt vor der Nase hatte. Wenn die Menschen sehen, daß ein besserer Zustand möglich ist, dann werden sie auch danach verlangen.

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    • #3
      Also ich bin nicht ganz so optimistisch. Die Entwicklung des Klimas sieht nicht gut aus, die Umweltverschmutzung wird in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen, ebenso die Knappheit von Ressourcen, und ich sehe auch nicht, dass die militärischen Arsenale nicht in großem Umfang eingesetzt werden könnten. Meiner Ansicht nach wird alles sehr von den Entwicklungen in Amerika, Russland, China und Indien abhängen, ob das 21. Jahrhundert eine Katastrophe wird oder nicht. Europa und Japan etwa werden als Wirtschaftsfaktoren sicher bestehen bleiben, aber politisch wenig Einfluss auf diese vier Riesen haben, die auch untereinander wenig kompatibel erscheinen.

      Was die Entwicklung in Europa angeht, auch demographisch, bin ich nicht so ängstlich. Wir werden uns sicher irgendwie halten können, auch was Sprache und Kultur angeht, aber vermutlich irgendwann beim Lebensstandard Abstriche machen müssen, da meiner Ansicht nach noch einige Rezessionen bevorstehen, die uns empfindlicher treffen werden als andere Länder.

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      • #4
        Ich sehe das etwas optimistischer.
        In der Vergangenheit gab es eine extreme Ungleichverteilung zum Wohle des Abendlandes.
        Nun holen andere Länder was Wohstand und Einfluss angeht auf. Das heißt aber noch lange nicht, dass deswegen das Abendland untergehen muss. Am schönsten wäre es doch wenn man sich irgendwann auf gleicher (hoher) Ebene träfe. Es ist ja nicht so als ob wir nur Nachteile vom Aufstieg Asiens hätten und als ob das Abendland unterginge, nur weil man dem Rest der Welt die eigene Kultur nicht mehr aufzwingen kann.
        Ich habe die Hoffnung auf eine plurale Welt noch nicht aufgegeben.

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        • #5
          Ich glaube zunächst nicht, dass das Abendland untergeht. Seine Vorherrschaft geht unter und damit der "Traum" vom Ende der Geschichte nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Ein weltweiter Siegeszug liberaler Demokratien wird wohl zunächst nicht passieren.

          Die Welt wird pluralistischer und die illiberalen Demokratien - mit all ihnen schrecklichen Nebenwirkungen für die Menschen - werden einen Siegeszug antreten. Quasi-Diktaturen werden die Zukunft sein, nicht die Vergangenheit. Das ist aber primär unsere schuld. Wir haben einfach zu viel toleriert, aus wirtschaftlichem Interesse heraus - bestes Beispiel die deutsche Waffenexportpolitik und Toleranz gegenüber China. Da ist es kein Wunder, dass Diktatoren Rückwind verspüren.

          Und das wird auch unsere Regierungen vor Probleme stellen, da mit solchen "Regierungen" aus der totalitären Ecke nicht so einfach Politik zu machen ist, wie mit echten Demokratien. Ich denke da wird es auch vermehrt zu militärischen Konflikten kommen. Ich kann mir stark vorstellen, dass da Terrorismus wieder mehr in den Hintergrund tritt.

          Wirtschaftlich wird es IMO nicht so schlimm. Ich glaube kaum das unserer Lebensstandard sinken wird, auch nicht in einer weiteren Rezession. Dazu sind wir einfach zu reich. Viele Staaten werden aufholen und das wird natürlich gewisse Absatzmärkte für uns verändern und wenn die Wirtschaft darauf nicht reagiert - siehe GM -, dann kann es für einzelne Branchen natürlich sehr unangenehm werden. Hier muss sich der Westen und vor allem Europa auf seinen verbliebenden Stärken besinnen - hightech Produkte höchster Qualität - wenn man Konkurrenzfähig bleiben will.

          Natürlich wird Europa insgesamt vor dem Dilemma stehen, dass es an Einfluss verlieren wird, wenn es in Zukunft nicht geeinter auftritt. Eine Europäische Union wird Ende des 21. Jahrhunderts keinen Einfluss mehr haben und damit die Mitgliedsstaaten auch nicht mehr. Höchstens die "Vereinigten Staaten von Europa" könnten sich als zukunftsfähiger Globalplayer behaupten und dann auch politische Agenden verfolgen, die seinen Bürgern am Herzen liegen (wie Sicherheit, echte Demokratie, Menschenrechte und Umweltzschutz).
          Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
          Makes perfect sense.

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          • #6
            Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
            Müssen wir uns auf Grund der relativen Machtabnahme des Westens damit abfinden, dass unsere schönen und liebgewonnenen Konzepte irgendwann dort landen, wo die Sowjetunion (siehe Beitragsanfang) schon vor zwei Jahrzehnten landete: auf dem Müllhaufen der Geschichte?
            Oder besteht doch noch Hoffnung? Stehen wir vor dem Untergang oder der Renaissance des Abendlandes? Oder ist es gar nicht so schlimm, wenn die Welt etwas mulitpolarer wird?
            Wieso Untergang? Ist es denn wirklich so schlimm, wenn Deutschland nicht mehr Exportweltmeister ist, sondern vielleicht nur Dritter. Statt einer von wenigen, ist Deutschland dann einer von vielen. Ist unser Selbstbewusstsein wirklich so schwach ausgeprägt, das man zum Untergang bläst nur weil ein paar Mitspieler mehr, unser Level erreicht haben.
            Wenn ich mir die letzten hundert Jahre westlicher Dominanz so ansehe, sollten wir vielleicht froh sein, das neue Mitspieler westlichen Machtstreben in Zukunft Grenzen setzt.
            Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
            Dr. Sheldon Lee Cooper

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            • #7
              Vor allem aus Fernost würde ich ein paar markante kulturelle Einschläge sehr begrüßen. Wer schon mal in Japan war, müsste die Unterschiede kennen, wie dort im Gegensatz zu unseren Breitengraden miteinander umgegangen wird. Allein die Verbeugung zur Begrüßung oder Verabschiedung ist ein Akt der Respektsbezeugung und ungleich höflicher als unser Händedruck, bei dem es letztendlich oftmals nur darauf ankommt, durch einen möglichst kräftigen (oder eben sanften) Druck schon mal eine Aussage über sich selbst zu treffen (und damit zu imponieren).

              Woher die kulturellen Einschläge kommen werden, kann man sich halt aber leider nicht aussuchen. Mit Sorge sehe ich da auf Scharia-belastete (bzw. -wahnhafte) Einflüsse. Und nicht nur in punkto Frauen und deren Recht auf Gleichstellung.

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              • #8
                Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
                Die Welt wird pluralistischer und die illiberalen Demokratien - mit all ihnen schrecklichen Nebenwirkungen für die Menschen - werden einen Siegeszug antreten. Quasi-Diktaturen werden die Zukunft sein, nicht die Vergangenheit. Das ist aber primär unsere schuld. Wir haben einfach zu viel toleriert, aus wirtschaftlichem Interesse heraus - bestes Beispiel die deutsche Waffenexportpolitik und Toleranz gegenüber China. Da ist es kein Wunder, dass Diktatoren Rückwind verspüren.
                nicht zwingend, etliche der Diktaturen wurden ja erst vom Westen installiert und/oder am Leben erhalten. Fällt dieser Einfluss weg ist es auch möglich das sich einige Demokratiebewegungen ohne diese Behinderungen(Intervention von Außen) den Durchbrauch schaffen.


                .
                EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                1 von 1 schrieb nach 5 Minuten und 42 Sekunden:

                Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                Vor allem aus Fernost würde ich ein paar markante kulturelle Einschläge sehr begrüßen. Wer schon mal in Japan war, müsste die Unterschiede kennen, wie dort im Gegensatz zu unseren Breitengraden miteinander umgegangen wird. Allein die Verbeugung zur Begrüßung oder Verabschiedung ist ein Akt der Respektsbezeugung und ungleich höflicher als unser Händedruck, bei dem es letztendlich oftmals nur darauf ankommt, durch einen möglichst kräftigen (oder eben sanften) Druck schon mal eine Aussage über sich selbst zu treffen (und damit zu imponieren).
                was die Verbeugung angeht gebe ich dir Recht, nur gibt es auch dort kulturelle Aspekte die ich(wenn sie herüberschwappen würde) persönlich weniger begrüßen würde(beispielsweise eine der konservativen Strömungen des Konfuzianismus)
                Zuletzt geändert von 1 von 1; 10.03.2009, 20:29. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
                I can see a world with no war and no hate.

                And I can see us attacking that world, because they would never expect it.

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                • #9
                  Ach, immer diese Schwarzmalerei. Was z.B. diverse Diktaturen angeht, so kann es da glaube ich eigentlich eher nur gut sein, wenn der Westen in dieser Beziehung an Einfluss verliert. Gerade für Afrika.

                  Wirtschaftlich sind gerade die europäischen Nationalstaaten so oder so hoffnungslos verloren. China, Indien, Brasilien usw. werden uns über kurz oder lang alleine aufgrund der Menge an Arbeitskräfte wirtschaftlich davonziehen. Hier können wir nicht als Deutschland, nicht als Frankreich, nicht als Polen, sondern nur als Europa - als Europäische Union - mithalten.

                  Und von wegen Fürhungsmacht verlieren: In Indien und China leben gut ein Drittel der Weltbevölkerung. Ich sehe prinzipiell nix Negatives daran, dass diese beiden Länder den Ton angeben. Was mir nur Sorgen macht ist, wie dieser Ton klingen wird.
                  Ich bin zwar kein Experte, aber ich kann nur gut vorstellen, dass auch China und andere Entwicklungsländer eine ähnliche Prozedur durchmachen werden, wie Deutschland in den 60er und 70er Jahren. Nur mit Blick auf den chinesischen Militär- und Polizeiapparat bin ich skeptisch ob das so verhältnismäßig friedlich ablaufen wird, wie bei uns.
                  "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                  • #10
                    Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                    Was mir nur Sorgen macht ist, wie dieser Ton klingen wird.
                    Ich bin zwar kein Experte, aber ich kann nur gut vorstellen, dass auch China und andere Entwicklungsländer eine ähnliche Prozedur durchmachen werden, wie Deutschland in den 60er und 70er Jahren. Nur mit Blick auf den chinesischen Militär- und Polizeiapparat bin ich skeptisch ob das so verhältnismäßig friedlich ablaufen wird, wie bei uns.
                    bis jetzt fährt China in der Außenpolitik eigentlich konstant die Linie:"Wir mischen uns nicht bei euch ein und ihr nicht bei uns"
                    I can see a world with no war and no hate.

                    And I can see us attacking that world, because they would never expect it.

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                    • #11
                      Zitat von Sinclair_ Beitrag anzeigen
                      Allein die Verbeugung zur Begrüßung oder Verabschiedung ist ein Akt der Respektsbezeugung und ungleich höflicher als unser Händedruck, bei dem es letztendlich oftmals nur darauf ankommt, durch einen möglichst kräftigen (oder eben sanften) Druck schon mal eine Aussage über sich selbst zu treffen (und damit zu imponieren).
                      Sehe ich etwas anders, ein zu kräftiger Händedruck ist nämlich genauso unfreundlich wie ein zu lascher Händedruck.

                      Dahinter stecken meiner Meinung nach auch zwei verschiedene Absichten.
                      Bei der Verbeugung steht vor allem die Respektbekundung im Vordergrund, gleichzeitig eine Form der Demutsäußerung.
                      Beim Händedruck dürfte das erst an zweiter Stelle kommen. Den Händedruck empfinde ich vielmehr als eine Geste, um zu einem bis dato Fremden persönliche Nähe herzustellen und diese zuvor vorherschende Distanz zu überbrücken, ohne allerdings wie bei der Umarmung in eine private Sphäre einzudringen, die für Freunde und Partner reserviert ist.

                      Das hat wohl vor allem auch etwas damit zu tun wie viel Nähe in einer Kultur als angemessen angesehen wird. Die Deutschen dürften mit dem Händedruck irgendwo in der Mitte liegen, zwischen Asiaten, deren Verbeugung ganz kontaktlos bleibt und Südländern, die einem gleich um den Hals fallen und man manchmal noch gleich ein Bussi mitbekommt.

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                      • #12
                        Zitat von newman Beitrag anzeigen
                        Dahinter stecken meiner Meinung nach auch zwei verschiedene Absichten.
                        Bei der Verbeugung steht vor allem die Respektbekundung im Vordergrund, gleichzeitig eine Form der Demutsäußerung.
                        Beim Händedruck dürfte das erst an zweiter Stelle kommen. Den Händedruck empfinde ich vielmehr als eine Geste, um zu einem bis dato Fremden persönliche Nähe herzustellen und diese zuvor vorherschende Distanz zu überbrücken, ohne allerdings wie bei der Umarmung in eine private Sphäre einzudringen, die für Freunde und Partner reserviert ist.
                        Ich muss ja sagen, dass ich dieses Verbeugen für sehr anachronistisch halte. Das hat im 21. Jahrhundert nichts verloren... das ist eine feudalistische Unterwerfungsgeste, während ein Händedruck eine Begrüßung unter Gleichgestellten ist. Zumindest empfinde ich es so... die asiatische Kultur basiert doch sehr auf Ungleichheit und Speichelleckerei. IMO nichts das man kopieren muss.

                        Zum Thema: Eigentlich ist nichts schlimmes dabei, wenn wir Europäer uns die Macht auf der Welt mit anderen teilen müssen, ich habe nur Angst davor wofür die anderen ihre Macht einsetzen werden.
                        Es ist offensichtlich, dass bei uns viel falsch läuft, aber wir sind immernoch die "Guten". Mir graust es davor, was passiert wenn die "Bösen" zu viel Macht kriegen.
                        Je schneller die Europäer sich außen- und sicherheitspolitisch einig werden, umso besser... es gibt genug Leute da draußen, denen man ihre Grenzen zeigen muss.

                        Gerade Afrika wird sich ohne westlichen Einfluss kaum in eine friedliche, freiheitliche Richtung entwickeln. Irgendwann werden Länder wie Südafrika alleine dastehen, umzingelt von Stammes-Diktaturen und islamistischen Regimen. Und das ist nichts, dass jemand wünschen kann. Intervention ist da IMO nötig.
                        Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
                        Makes perfect sense.

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                        • #13
                          Es kann doch im Westen niemand ernsthaft geglaubt haben das Staaten wie Indien-China mit diesen unglaublichen Menschlichen Ressourcen ewig DritteWelt Länder bleiben.

                          Besten Beispiel USA mir kommen die letzten Jahre wie die letzten Muskelzuckungen eines Giganten vor, die USA versuchen sich mit Krallen und Zähnen an der Spitze zu halten aber da werden sie nichtmehr lange bleiben.
                          Die Zeiten werden sich ändern die USA-EU werden weiterhin ein wichtiger Machtfaktor bleiben, aber die Blicke werden sich auch nach Asien und Südamerika richten.
                          Auch Russland wird langfristig wieder zumindest eine wichtiger Faktor sein.

                          Ob das alles im Frieden oder doch im Krieg endet wird sich zeigen. Nicht zu vergessen das die USA ja damals öffentlich machten das sie eine andere Supermacht auf Augenhöhe nicht akzeptieren werden von daher wirds interessant.

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                          • #14
                            Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
                            Ich muss ja sagen, dass ich dieses Verbeugen für sehr anachronistisch halte. Das hat im 21. Jahrhundert nichts verloren... das ist eine feudalistische Unterwerfungsgeste, während ein Händedruck eine Begrüßung unter Gleichgestellten ist. Zumindest empfinde ich es so... die asiatische Kultur basiert doch sehr auf Ungleichheit und Speichelleckerei. IMO nichts das man kopieren muss.
                            Kulturfremde Gesten zu importieren ist in der Tat Sinnfrei. Die Verallgemeinerung der Verbeugung als asiatische Demutsgebärde zeugt jedoch von Unkenntnis. Europäische Ansichten zur Verbeugung, sollte man nicht leichtfertig auf gänzlich andere Kulturen übertragen.
                            Das westliche Händeschütteln soll Verbundenheit ausdrücken, während bei der Vielfalt der asiatischen Begrüßungsformen der Respekt im Vordergrund steht.

                            Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
                            Zum Thema: Eigentlich ist nichts schlimmes dabei, wenn wir Europäer uns die Macht auf der Welt mit anderen teilen müssen, ich habe nur Angst davor wofür die anderen ihre Macht einsetzen werden.
                            Es ist offensichtlich, dass bei uns viel falsch läuft, aber wir sind immernoch die "Guten". Mir graust es davor, was passiert wenn die "Bösen" zu viel Macht kriegen.
                            Was soll das jetzt werden? Wirfst du jetzt die aufstrebenden Industrienationen alle gemeinsam in den "Club der Bösen". So manche der "Guten" haben zuletzt in der "Koalition der Willigen" ganz schön Scheiße gebaut.
                            Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                            Dr. Sheldon Lee Cooper

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                            • #15
                              Zitat von Harmakhis Beitrag anzeigen
                              Ich muss ja sagen, dass ich dieses Verbeugen für sehr anachronistisch halte. Das hat im 21. Jahrhundert nichts verloren... das ist eine feudalistische Unterwerfungsgeste, während ein Händedruck eine Begrüßung unter Gleichgestellten ist. Zumindest empfinde ich es so... die asiatische Kultur basiert doch sehr auf Ungleichheit und Speichelleckerei. IMO nichts das man kopieren muss.
                              Das ist doch blödsinn, dieses Verbeugen ist eben ein Zeichen des Respekts und nicht der Schleimerei.
                              Verbeugen heist nicht gleich Unterwerfung.
                              Abgesehen davon kann man sich bei den Asiaten einiges an gutem Benehmen durchaus abschauen.


                              Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                              Was soll das jetzt werden? Wirfst du jetzt die aufstrebenden Industrienationen alle gemeinsam in den "Club der Bösen". So manche der "Guten" haben zuletzt in der "Koalition der Willigen" ganz schön Scheiße gebaut.
                              Das ist wohl war, auch ein Grund wieso das *Abendland* langsam aber sicher den Bach runtergeht.
                              Klassischer Fall von selbst verbockt.

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