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Jung oder Alt ? Wer macht die zukunftsweisendere Politik ?

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  • Jung oder Alt ? Wer macht die zukunftsweisendere Politik ?

    Das war eine Frage, die mal kurz im "Die Grünen" Thread auftauchte.
    Es ging darum, ob eine Partei wie Die Linke mit einem durchschnittlichen Mitgliederalter um die 60 noch Innovationsfähig sei.
    Ich zweifle nicht daran, daß eine "alte" Gesellschaft zu Stagnation neigt. Was als Nebeneffekt hevorbringt, daß sie skeptisch Neuem gegenüber ist.
    Wobei sich mir die Frage stellt, ob innova, sprich:nova=neu immer gleich auch gut sein muß ?

    Ich würde gern den Ansatz hinzufügen, daß es in jeder Generation Menschen gab, die ihrer Zeit voraus waren.
    Folglich dürften sich auch heute durchaus wirklich innovativ denkende Alte unter uns befinden, die nicht gerade von geringem Nutzen wären.

    Wenn sich denn welche finden ließen.
    Zuletzt geändert von Galactus; 27.10.2010, 22:40.
    "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

  • #2
    Zitat von Jobe Beitrag anzeigen
    Das war eine Frage, die mal kurz im "Die Grünen" Thread auftauchte.
    Es ging darum, ob eine Partei wie Die Linke mit einem durchschnittlichen Mitgliederalter um die 60 noch Innovationsfähig sei.

    Wobei sich mir die Frage stellt, ob innova, sprich:nova=neu immer gleich auch gut sein muß ? (altdenk?)

    Ich würde gern den Ansatz hinzufügen, daß es in jeder Generation Menschen gab, die ihrer Zeit voraus waren.
    Folglich dürften sich auch heute durchaus wirklich innovativ denkende Alte unter uns befinden, die nicht gerade von geringem Nutzen wären.

    Wenn sich denn welche finden ließen.
    Gibt es denn überhaupt einen Beleg, für das angebliche Durchschnittsalter der Linken, oder wird das nur wieder behauptet, weil man diese Partei pauschal mit Alt-Kommunisten assoziiert?

    Gruß, succo
    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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    • #3
      Zitat von succo Beitrag anzeigen
      Gibt es denn überhaupt einen Beleg, für das angebliche Durchschnittsalter der Linken, oder wird das nur wieder behauptet, weil man diese Partei pauschal mit Alt-Kommunisten assoziiert?

      Gruß, succo
      Mir geht es hier jetzt mal gar nicht so sehr um die Linkspartei im Speziellen, sondern um alle Parteien. Mir stellt sich eher die Grundsatzfrage zwischen Alt und Jung. Wegen der Innovationsfähigkeit. Ich spiele da mal auf die Sachen aus dem CDU Thread an.
      Wo innerparteilich schon "geprügelt" wird.

      Was machen die Jungen denn besser ?
      Was denn bitteschön die Alten ?
      "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

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      • #4
        Zitat von succo Beitrag anzeigen
        Gibt es denn überhaupt einen Beleg, für das angebliche Durchschnittsalter der Linken, oder wird das nur wieder behauptet, weil man diese Partei pauschal mit Alt-Kommunisten assoziiert?

        Gruß, succo
        Es gibt.

        Die Linke ? Wikipedia

        Kannst du für jede Partei in der Wikipedia nachlesen.

        Es ist ja auch unschwer herauszufinden. Bei einem Parteieintritt gibt man sein Geburtsdatum an.

        Was machen die Jungen besser ?
        Was die Alten ?
        Beide Generationen sind wichtig. Deshalb sollte die Mischung stimmen.

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        • #5
          Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
          Beide Generationen sind wichtig. Deshalb sollte die Mischung stimmen.
          Schön. Partei A ist jung, Partei B ist mittelalt, Partei C ist alt.
          Ist doch die perfekte Mischung. Gesamtgesellschaftlich betrachtet.
          Wären jetzt alle Parteien annähernd dem Durchschnitt gemischt, wäre der politische Alltag zwar derselbe, aber um einiges langweiliger.
          "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

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          • #6
            Zitat von Jobe Beitrag anzeigen
            Schön. Partei A ist jung, Partei B ist mittelalt, Partei C ist alt.
            Es regiert aber nicht Partei A, B, und C, sondern es regiert eine, bestenfalls zwei.
            Ist doch die perfekte Mischung. Gesamtgesellschaftlich betrachtet.
            Wären jetzt alle Parteien annähernd dem Durchschnitt gemischt, wäre der politische Alltag zwar derselbe, aber um einiges langweiliger.
            Durchschnittsalter ist nicht gleich Durchschnittsalter, was die Frage der Überalterung einer Partei betrifft. Um das mal etwas zu veranschaulichen. Das Durchschnittsalter in Deutschland liegt bei 41 Jahren, die Lebenserwartung bei 80 Jahren (grob im Mittel zwischen Frauen und Männer). Das Mindestalter für einen Parteieintritt ist meistens 15 Jahre. Das bedeutet, das durchschnittliche Alter eines "parteifähigen" Bürgers, wenn ich das mal so bezeichnen darf, läge bei 47,5 Jahren, wenn man eine Konstanz über Jahrgänge hätte (die haben wir natürlich nicht, sondern wir sind eine alternde Gesellschaft, somit liegt es etwas höher, vermutlich etwas über 50 Jahre).

            Was bedeutet das nun für eine Partei mit einem Durchschnittsalter von 62,5 Jahren. Da die Lebenserwartung nicht bei 110 Jahren (=62,5 + (62,5-15) Jahren) liegt, was einer gleich ausgedehnten Verteilung nach beiden Seiten vom Durchschnittswert entspräche, sondern bei 80 Jahren, bedeutet dies, es sind nicht 50 Prozent der Mitglieder unter 62,5 Jahre und 50 Prozent über 62,5 Jahre, sondern die weitaus überwiegende Mehrzahl ist über 62,5 Jahre. Andernfalls könnte der Mittelwert von 62,5 Jahren nicht zustande kommen - "Ausreißer" schlagen nämlich beim arithmetischen Mittel stark ins Gewicht und um den Effekt eines 32,5-jährigen auf das Durchschnittsalter auszugleichen, braucht es beispielsweise drei 72,5-jährige. Die 62,5 Jahre unterzeichnen die tatsächliche Überalterung der Partei also noch deutlich.

            Je weiter das Durchschnittsalter von den hypothetischen 47,5 oder etwas über 50 Jahren nach oben abweicht, desto stärker ist dieser Effekt.

            Wir haben keine "junge" Partei im Bundestag. Selbst die Grünen liegen mit 47 Jahren in etwa im Durchschnitt, oder allenfalls knapp darunter. Sowohl CDU als auch SPD sind ebenfalls überaltert, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie die Linke. Die Konsequenz ist, unsere Parteienlandschaft ist in überwältigendem Maß von Menschen dominiert, die das Durchschnittsalter der "parteifähigen" Bürgers deutlich überschreiten - vom Durchschnittsalter der Bevölkerung gar nicht zu reden

            Insofern sehe ich die von dir "perfekte Mischung" nicht. Junge Menschen sind in unserer Parteienlandschaft krass unterrepräsentiert.
            Zuletzt geändert von Chloe; 27.10.2010, 23:58.

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            • #7
              Zitat von Jobe Beitrag anzeigen
              Das war eine Frage, die mal kurz im "Die Grünen" Thread auftauchte.
              Es ging darum, ob eine Partei wie Die Linke mit einem durchschnittlichen Mitgliederalter um die 60 noch Innovationsfähig sei.
              Ich zweifle nicht daran, daß eine "alte" Gesellschaft zu Stagnation neigt. Was als Nebeneffekt hevorbringt, daß sie skeptisch Neuem gegenüber ist.
              Wobei sich mir die Frage stellt, ob innova, sprich:nova=neu immer gleich auch gut sein muß ?

              Ich würde gern den Ansatz hinzufügen, daß es in jeder Generation Menschen gab, die ihrer Zeit voraus waren.
              Folglich dürften sich auch heute durchaus wirklich innovativ denkende Alte unter uns befinden, die nicht gerade von geringem Nutzen wären.

              Wenn sich denn welche finden ließen.

              Meine Meinung, die Mischung machts. Jahrhunderte lang bewiesen, natürlich unter dem Aspekt, daß heute die Veranwortungen immer früher delegiert werden. Da gibt es Verpflichtungen und natürlich auch Rechte. Dumm nur, daß das Gleichgewicht nicht mehr stimmt, ich meine die Altersentwicklung in Deutschland. Neue Kinder braucht das Land, wenn ich es mal so sagen darf.
              und bedenket / für das verstehen benötigt man antworten auf seine fragen.

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              • #8
                Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
                Es regiert aber nicht Partei A, B, und C, sondern es regiert eine, bestenfalls zwei.
                Richtig. Dabei handelt es sich i.d.R. um etablierte Parteien mit einem relativ hohen Durchschnittsalter.

                Zitat von Chloe
                ...insofern sehe ich die von dir "perfekte Mischung" nicht. Junge Menschen sind in unserer Parteienlandschaft krass unterrepräsentiert.
                Ja, das sind sie. Aber weg sind sind sie deswegen nicht. Vielleicht findet man sie ja bei den Nichtwählern ? Und das ist ja auch so eine statistische Größe.
                Also, ich rate ja immer Leuten, wenn sie schon "Nichtwählen" wollen wenigstens ins Wahllokal zu gehen und seinen Wahlzettel als "ungültig" zu Kennzeichnen. Sag mal, wie wird das eigentlich wirklich gezählt ? Sind dann die "ungültigen" Stimmen mehr wert als die "nicht" Stimmen ?


                .
                EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                Jobe schrieb nach 12 Minuten und 14 Sekunden:

                Zitat von antivirus Beitrag anzeigen
                Meine Meinung, die Mischung machts. Jahrhunderte lang bewiesen, natürlich unter dem Aspekt, daß heute die Veranwortungen immer früher delegiert werden. Da gibt es Verpflichtungen und natürlich auch Rechte. Dumm nur, daß das Gleichgewicht nicht mehr stimmt, ich meine die Altersentwicklung in Deutschland. Neue Kinder braucht das Land, wenn ich es mal so sagen darf.
                Relativ. Ich kann natürlich jedem zu seinem Nachwuchs nur gratulieren. Ändert aber nichts an der Tatsache, daß "wir" bald 15 Milliarden sein werden.
                Und die wollen alle irgendwie leben.

                Ja das läuft alles auf die Frage hinaus: Wer zahlt ?
                Zuletzt geändert von Galactus; 28.10.2010, 03:26. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
                "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

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                • #9
                  Zitat von Jobe Beitrag anzeigen
                  Richtig. Dabei handelt es sich i.d.R. um etablierte Parteien mit einem relativ hohen Durchschnittsalter.
                  Das Durchschnittsalter ist am Höchsten bei der Linken, wenn du die als etabliert bezeichnen möchtest. Und dass das Durchschnittsalter so hoch ist, daran ist wer schuld? Die jungen Leute selber natürlich, weil sie nicht in die Parteien gehen. Nicht nur gehen sie nicht in die Parteien, sie gehen auch nicht auf die Straße. Schau dir mal dieses Dokument an, Seite 2: wzb.eu/aktuell/pdf/Handout_final.pdf - im Hinblick auf die Altersstruktur von Demonstranten. Also, die Parteien werden von Leuten über 65 dominiert, und der Protest von Leuten zwischen 40 und 65. Die unter 40 glänzen in beiden Punkten durch Abwesenheit. Insofern braucht man eigentlich auch nicht zu fragen, wer die "bessere" Politik macht, denn die Jungen machen überhaupt keine Politik.
                  Ja, das sind sie. Aber weg sind sind sie deswegen nicht. Vielleicht findet man sie ja bei den Nichtwählern ? Und das ist ja auch so eine statistische Größe.
                  Bitte nicht zwei Dinge durcheinanderwerfen. Bisher haben wir hier von Parteimigliedern geredet. Du redest jetzt von Wählern. Das sind zwei paar Stiefel. Ich weiß nicht, wie sich die Altersstruktur von Wählern und Nichtwählern verteilt.
                  Also, ich rate ja immer Leuten, wenn sie schon "Nichtwählen" wollen wenigstens ins Wahllokal zu gehen und seinen Wahlzettel als "ungültig" zu Kennzeichnen. Sag mal, wie wird das eigentlich wirklich gezählt ? Sind dann die "ungültigen" Stimmen mehr wert als die "nicht" Stimmen ?
                  Wie das "gezählt" wird? Natürlich hat in einer Demokratie jede Stimme dasselbe Gewicht, das Dreiklassen-Wahlrecht haben sie gottseidank noch nicht wieder eingeführt. Sie haben überhaupt keinen Effekt, ebensowenig wie die Nichtwähler. Sie setzen einfach den Anteil der ungültigen Stimmen herauf. Bis jetzt hat noch keiner danach gekräht, wieviele das sind. Die Parlamentssitze werden selbstverständlich nach Verhältnis der gültigen Stimmen verteilt. Den einzigen Unterschied zwischen ungültig und nicht wählen macht die höhere Wahlbeteiligung.

                  Das Experiment "Nichtwählen" ("stell dir vor, es ist Wahl, und keiner geht hin") kann mE als gescheitert betrachtet werden.
                  Zuletzt geändert von Chloe; 28.10.2010, 07:38.

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                  • #10
                    Naja ich würde sagen die Altersstruktur ist unerheblich.
                    Bei der SPD sinds die Jungen die zukunftsweisende Politik machen wollen, bei den Linken die alten. Warum ist das so? Weil es scheinbar eine Weile dauert bis die wirklich linken Leute in der SPD merken, dass sie das Ding von innen nicht mehr ändern können und ur Linkspartei "rüber machen". Das wird in Zukunft aber wohl auch immer schneller gehen und die Altersstrukturn werden sich ändern.
                    Und ja ich setze linke Politik mit zukunftsweisender Politik gleich. Nicht weil konservativ nicht eventuell auch zukunftsweisend sein könnte, sondern weil, solange ich mich zurück erinnern kann, konservative Politik in Deutschland für Klüngelpolitik stand. In den letzten Jahren ist man ja sogar so dreist geworden das garnicht mehr zu verstecken. Siehe Mehrwerksteuererniedrigung für Hotels oder Stuttgart 21.
                    Wenn man über Jahre nur Politik für die oberen 5% der Gesellschaft macht, ist das nicht zukunftsweisend. es wird früher oder später zu Rvolutionen führen. In Frankreich brodelts mittlerweile schon ganz schön und die ersten Funken fliegen hier ja nun auch schon (Deutsche sind immer langsamer mit sowas).
                    Disclaimer: Meine Post sind meist nicht als Absolute zu vestehen, sondern sollen nur einen weiteren Blickwinkel bieten.
                    "Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten!" - Alte Volksweisheit
                    "The man who trades freedom for security does not deserve nor will he ever receive either." - Benjamin Franklin

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                    • #11
                      Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
                      Das Durchschnittsalter ist am Höchsten bei der Linken, wenn du die als etabliert bezeichnen möchtest. Und dass das Durchschnittsalter so hoch ist, daran ist wer schuld? Die jungen Leute selber natürlich, weil sie nicht in die Parteien gehen. Nicht nur gehen sie nicht in die Parteien, sie gehen auch nicht auf die Straße. Schau dir mal dieses Dokument an, Seite 2: wzb.eu/aktuell/pdf/Handout_final.pdf - im Hinblick auf die Altersstruktur von Demonstranten. Also, die Parteien werden von Leuten über 65 dominiert, und der Protest von Leuten zwischen 40 und 65. Die unter 40 glänzen in beiden Punkten durch Abwesenheit. Insofern braucht man eigentlich auch nicht zu fragen, wer die "bessere" Politik macht, denn die Jungen machen überhaupt keine Politik.
                      Ich finde es interessant, daß der Löwenanteil der Demonstranten bei S21 im Öffentlichen Dienst beschäftigt ist. So wie ich.

                      Ja. Die Partei mit dem höchsten Durchschnittsalter zähle ich nicht zu den etablierten Parteien. Die Grünen schon.
                      "...Die Grünen sind eine etablierte Partei..." (DS42/2010) der einzige Spiegel den ich mir diesen Monat gegönnt habe (3,80€)
                      Nach dem Zitat bitte selber suchen. Ich weiß, daß es drin ist. in welchem Artikel auch immer. Ich mußte Grinsen als ich es las.

                      Richtig. Die Jungen machen gar keine Politik. Sie versuchen in diesem WIRRwarr an Möglichkeiten ihre Identität zu finden. Ich habe viele solcher jungen Menschen kennengelernt. Viele Nichtwähler dabei. Weil, is eh alles Scheiße was die da Oben machen und ich habe gar nicht die Zeit dazu mich da reinzuarbeiten um da evtl. irgendetwas verändern zu können. Ich muß schauen, daß am Monatsende die Miete gezahlt ist und ich nach Abzug aller anderen Kosten vielleicht noch 100€ für den Rest überhabe.

                      Solche Aussagen sollte man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, bevor man urteilt.
                      Verhindert hier etwa der Existenzgedanke schon im Keim jegliches Interesse für Politik ?

                      Zitat von Chloe
                      Bitte nicht zwei Dinge durcheinanderwerfen. Bisher haben wir hier von Parteimigliedern geredet. Du redest jetzt von Wählern. Das sind zwei paar Stiefel. Ich weiß nicht, wie sich die Altersstruktur von Wählern und Nichtwählern verteilt.
                      Naja, wenn man den Gedanken zuende denkt, könnte das auch darauf hinauslaufen, daß Politik generell etwas für alte Leute ist. Was ist das derzeitige durchschnittliche Patreieintrittsalter und hat sich da etwas in den letzten 30 jahren geändert ?

                      Zitat von Chloe
                      Wie das "gezählt" wird? Natürlich hat in einer Demokratie jede Stimme dasselbe Gewicht, das Dreiklassen-Wahlrecht haben sie gottseidank noch nicht wieder eingeführt. Sie haben überhaupt keinen Effekt, ebensowenig wie die Nichtwähler. Sie setzen einfach den Anteil der ungültigen Stimmen herauf. Bis jetzt hat noch keiner danach gekräht, wieviele das sind. Die Parlamentssitze werden selbstverständlich nach Verhältnis der gültigen Stimmen verteilt. Den einzigen Unterschied zwischen ungültig und nicht wählen macht die höhere Wahlbeteiligung.

                      Das Experiment "Nichtwählen" ("stell dir vor, es ist Wahl, und keiner geht hin") kann mE als gescheitert betrachtet werden.
                      Interessant. "..Sie setzen einfach den Anteil der ungültigen Stimmen herauf."
                      Richtig. Diese Gruppe finde ich auch sehr unterrepräsentiert. Ob deren Durchschnittsalter eine Rolle spielt sei mal die Frage des Abends. Vielleicht handelt es sich ja dabei sogar um einen nichterfaßbaren Wert und läßt daher Mutmaßungen, basierend auf Einzelfällen, zu.
                      Zuletzt geändert von Galactus; 28.10.2010, 20:21.
                      "Ganz egal wo Ihr hingeht - da seid Ihr dann." (Buckaroo Banzai)

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                      • #12
                        Zitat von Jobe Beitrag anzeigen

                        Richtig. Die Jungen machen gar keine Politik. Sie versuchen in diesem WIRRwarr an Möglichkeiten ihre Identität zu finden. Ich habe viele solcher jungen Menschen kennengelernt. Viele Nichtwähler dabei. Weil, is eh alles Scheiße was die da Oben machen und ich habe gar nicht die Zeit dazu mich da reinzuarbeiten um da evtl. irgendetwas verändern zu können. Ich muß schauen, daß am Monatsende die Miete gezahlt ist und ich nach Abzug aller anderen Kosten vielleicht noch 100€ für den Rest überhabe.

                        Solche Aussagen sollte man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, bevor man urteilt.
                        Verhindert hier etwa der Existenzgedanke schon im Keim jegliches Interesse für Politik ?



                        Naja, wenn man den Gedanken zuende denkt, könnte das auch darauf hinauslaufen, daß Politik generell etwas für alte Leute ist.
                        Sich Zeit für die langsamen Mühlen der Politik nehmen zu können, ist in der Tat eine Form von Luxus.
                        Wer sich erst eine Position auf der Karriere-Leiter oder gar überhaupt einen Arbeitsplatz erkämpfen muß hat diese Zeit nicht. Und wer mit Hartz IV leben muß, hat kein Geld, um zu einer Demonstration zu fahren.
                        Viele politisch interessierte Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich für einzelne Projekte. Die Jugend für apolitisch zu erklären wäre nicht fair. Sich aber dauerhaft engagieren zu können ist eine Frage der Bildung und des sozialen Status, zumindest, was die statistische Häufigkeit zeigen dürfte. Natürlich picken sich die Parteien auch hier ihre Proporz-Ausnahmen heraus, um für Jungwähler wählbar zu erscheinen.
                        Die U35-Generation bräuchte eine eigene Partei, nur gibt es für diese schwächer werdende Minderheit kein gemeinsames Interessen-Profil und in 20 Jahren wäre sie die nächste etablierte Partei. --->DS 42/2030.
                        \\// Dup dor a´az Mubster
                        TWR www.labrador-lord.de
                        United Federation of Featherless
                        SFF The 6th Year - to be continued

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                        • #13
                          Zitat von Jobe Beitrag anzeigen
                          Ja. Die Partei mit dem höchsten Durchschnittsalter zähle ich nicht zu den etablierten Parteien. Die Grünen schon.
                          "...Die Grünen sind eine etablierte Partei..." (DS42/2010) der einzige Spiegel den ich mir diesen Monat gegönnt habe (3,80€)
                          Nach dem Zitat bitte selber suchen. Ich weiß, daß es drin ist. in welchem Artikel auch immer. Ich mußte Grinsen als ich es las.
                          Ja und? Dadurch wird deine Aussage ("etablierte Parteien mit hohem Durchschnittsalter") ja noch unsinniger. Die einzige nicht-etablierte Partei hat das höchste Durchschnittsalter und die etablierten Grünen haben das niedrigste.

                          Richtig. Die Jungen machen gar keine Politik. Sie versuchen in diesem WIRRwarr an Möglichkeiten ihre Identität zu finden. Ich habe viele solcher jungen Menschen kennengelernt. Viele Nichtwähler dabei. Weil, is eh alles Scheiße was die da Oben machen und ich habe gar nicht die Zeit dazu mich da reinzuarbeiten um da evtl. irgendetwas verändern zu können. Ich muß schauen, daß am Monatsende die Miete gezahlt ist und ich nach Abzug aller anderen Kosten vielleicht noch 100€ für den Rest überhabe.

                          Solche Aussagen sollte man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, bevor man urteilt.
                          Und das war vor 20, 30, 40 Jahren vollständig anders? Weitere Erläuterungen siehe unten.

                          Verhindert hier etwa der Existenzgedanke schon im Keim jegliches Interesse für Politik ?
                          Wenn, dann ist das eine Einstellungsfrage, kein objektives Hindernis.

                          Naja, wenn man den Gedanken zuende denkt, könnte das auch darauf hinauslaufen, daß Politik generell etwas für alte Leute ist. Was ist das derzeitige durchschnittliche Patreieintrittsalter und hat sich da etwas in den letzten 30 jahren geändert ?
                          Nochmal, wessen Schuld ist das? Wer geht nicht in die Parteien, wer geht nicht auf Demonstrationen oder organisiert sich anderweitig?

                          Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                          Sich Zeit für die langsamen Mühlen der Politik nehmen zu können, ist in der Tat eine Form von Luxus.
                          Wer sich erst eine Position auf der Karriere-Leiter oder gar überhaupt einen Arbeitsplatz erkämpfen muß hat diese Zeit nicht. Und wer mit Hartz IV leben muß, hat kein Geld, um zu einer Demonstration zu fahren.
                          Weshalb kann man mit Hartz IV nicht zu einer Demo fahren? Wir sind 50 km mit dem Fahrrad zur Demo gefahren und am nächsten Tag wieder zurück. Übernachtet wurde im Zelt. Muss man heute eine Luxuskreuzfahrt organisieren? Und ich kann mich an keine Demo erinnern, in der nicht ältere Mitglieder der BI oder Partei bereit gewesen wären, junge Leute, die kein Geld hatten, auch ohne Gegenleistung im Auto mitzunehmen. Studenten hatten noch nie viel Geld, auch früher nicht. Ich war selber BAFöG-Studentin. Das hat mich - aus den genannten Gründen - von keiner einzigen Demo abgehalten. Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg.

                          Es stört mich, dass hier immer so getan wird, als hätte es diese Probleme früher nicht gegeben. Sie waren vielleicht nicht so drängend wie heute, aber es gab auch dann immer wieder Phasen hoher Arbeitslosigkeit oder Gruppen, die vor einer aussichtslosen Situation standen - ich kann mich da noch an die Jahre erinnern, als massenweise Ingenieurs-Absolventen auf der Straße standen und über lange Zeit keine adäquate Anstellung fanden. Ich kenne genügend, die das nicht abgehalten hat, sich politisch zu engagieren.
                          Viele politisch interessierte Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich für einzelne Projekte. Die Jugend für apolitisch zu erklären wäre nicht fair. Sich aber dauerhaft engagieren zu können ist eine Frage der Bildung und des sozialen Status, zumindest, was die statistische Häufigkeit zeigen dürfte. Natürlich picken sich die Parteien auch hier ihre Proporz-Ausnahmen heraus, um für Jungwähler wählbar zu erscheinen.
                          Nein, sie ist nicht pauschal apolitisch, aber sie ist im Durchschnitt deutlich apolitischer als vor 20, 30, 40 Jahren. Nicht nur die Parteien jammern über Nachwuchsmangel, sondern auch Umweltschutzorganisationen etc. pp.

                          Die U35-Generation bräuchte eine eigene Partei, nur gibt es für diese schwächer werdende Minderheit kein gemeinsames Interessen-Profil und in 20 Jahren wäre sie die nächste etablierte Partei. --->DS 42/2030.
                          Ich glaube nicht, dass das der geeignete Weg wäre. Die Hürden sind durch die 5%-Klausel viel zu hoch und es gibt kaum noch Themen, die nicht durch die Bundestagsparteien schon besetzt wären. Diese durch Parteieintritt zu verjüngen und sich die ausgebauten Einflussmöglichkeiten zu eigen zu machen ist die vielversprechendere Strategie.

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                          • #14
                            @Chloe
                            In vielem stimme ich Dir zu. 50km mit dem Fahrrad und dann wieder zurück. Respekt. Wo ein Wille ist, ist ein Weg ---> bei Dir offensichtlich keine Phrase.
                            Aber der Existenzgedanke ist ein objektives Hindernis.
                            Die arbeitslosen Ingenieure - und auch Du - gehören zu einer privilegierten Schicht, die Ziele mit starkem Willen verfolgen.
                            Ich zähle mich auch zu denjenigen mit privilegierter Ausgangslage, habe aber nicht sehr viel daraus gemacht. Gut, mein Problem und nur meine "Schuld".
                            Wie ist die Zahl der Demonstranten ohne Schulabschluß, ohne Ausbildung, die frustiert und abgestumpft sind. Wie vielen fehlt es mangels Kraft an Willen?
                            \\// Dup dor a´az Mubster
                            TWR www.labrador-lord.de
                            United Federation of Featherless
                            SFF The 6th Year - to be continued

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                            • #15
                              Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                              @Chloe
                              In vielem stimme ich Dir zu. 50km mit dem Fahrrad und dann wieder zurück. Respekt.
                              Also bitte. 50 km mit dem Fahrrad, das fährt man gemütlich in drei Stunden. Wenn eine BI so eine Gruppen-Radtour organisiert, ist das ein schöner Wochenendausflug.
                              Aber der Existenzgedanke ist ein objektives Hindernis.
                              Die arbeitslosen Ingenieure - und auch Du - gehören zu einer privilegierten Schicht, die Ziele mit starkem Willen verfolgen.
                              Also zu der großen Radtourenzeit - Demos nach Mutlangen - war ich noch Schülerin. Da war ich ganz sicher nicht in einer priviligierten Schicht. Wir hatten alle möglichen Leute in der Gruppe - Schüler, Studenten, Arbeitslose, den Blumenhändler, den Stadtpfarrer.
                              Wie ist die Zahl der Demonstranten ohne Schulabschluß, ohne Ausbildung, die frustiert und abgestumpft sind. Wie vielen fehlt es mangels Kraft an Willen?
                              Natürlich gibt es die. Aber das erklärt doch nicht diese enorme Unterrepräsentation von jungen Leuten sowohl auf Demos als auch in Parteien und sogar in Bürgerinitiativen. Es sind ja nicht alle ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung.

                              Es ist so unendlich viel einfacher, heute so etwas zu organisieren, dank des Internets. Das war früher mit riesigen Telefon- und Postaktionen verbunden. Die Menschenkette Stuttgart-Ulm zu organisieren zum Beispiel. Dazu braucht man noch nichtmal ein Verkehrsmittel, weil jeder vor Ort bei sich zu Hause teilnehmen kann. Sowas wäre heute im Nu mit einer Facebook-Seite auf die Beine gestellt.

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