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Krawalle in England

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  • Krawalle in England

    Seit mehreren Tagen gibt es nun schwere Ausschreitungen in London und inzwischen auch in mehreren anderen Städten (die Rede ist von Bristol, Birmingham, Manchester und Liverpool).
    Es soll sich größtenteils um Jugendliche und junge Erwachsene handeln.

    Der britische Premier David Cameron verspricht ein hartes Durchgreifen, doch inzwischen haben wohl manche Bürger in den betroffenen Städten schon eigene Nachtwachen gegründet, um ihre Familien und ihr Hab und Gut zu schützen.

    Krawalle in England: Randalierer wüten jetzt auch in Liverpool und Birmingham - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

    Vierte Gewaltnacht - Mehr als 1300 Festnahmen in England - Ausland - Berliner Morgenpost - Berlin

    Ich hätte nicht gedacht, dass sowas so leicht in London passieren kann. Die Polizei macht irgendwie eine sehr schlechte Figur - warum wird man der Lage nicht Herr? Und wie soll es jetzt weitergehen?
    Ich frage mich, ob diese Krawalle der Auftakt zu einem langen Aufstand sind oder ob sie genau so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.
    Fear is temporary, regrets are forever.


  • #2
    Sieht so aus, als ginge da mit dreißigjähriger Verspätung jetzt die Saat von Sid Vicious und den Sex Pistols auf. Anarchy in the UK.

    Nöö mal im ernst, dass das ein Flächenbrand werden wird, schließe ich aus. Ich habe 2 Jahre lang in Bristol gelebt, da drüben sind die Leute einfach anders, die Mentalität. Deutlich ruppiger im Gemüt, macht vielleicht das meist trübe Wetter da. Allein schon was bei denen abseits von Fußball und den Lieblingsvereinen abgeht, kann man mit anderen europäischen Verhältnissen glaub ich nicht mal entfernt vergleichen. Da ist es noch völlig salonfähig, jemanden eine harte Rechte zu verpassen, wenn es Unstimmigkeiten gibt. Bei uns würde man da eher schreiend die Polizei holen und Anzeige erstatten. In England macht man sich durch solche Taten Luft, wie ja auch in Frankreich beispielsweise. Freilich sind das für uns schockierende Szenen, und wahrscheinlich auch heftiger als das was die Engländer sonst sich mit rumzuschlagen haben, doch das ist bald wieder vorbei, gehe ich jedenfalls fest von aus. Gangkriege und Fußballfeindschaft lodern auch meist nur ein paar Tage, dann wartet man ab, leckt Wunden und wartet auf eine neue Gelegenheit zur Provokation. Ein hartes aber nicht seltenes Spiel da drüben. Diemal gehts halt ein wenig weiter.

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    • #3
      Zitat von Gil Grissom Beitrag anzeigen
      . Ich habe 2 Jahre lang in Bristol gelebt, da drüben sind die Leute einfach anders, die Mentalität. Deutlich ruppiger im Gemüt, macht vielleicht das meist trübe Wetter da. Allein schon was bei denen abseits von Fußball und den Lieblingsvereinen abgeht, kann man mit anderen europäischen Verhältnissen glaub ich nicht mal entfernt vergleichen. Da ist es noch völlig salonfähig, jemanden eine harte Rechte zu verpassen, wenn es Unstimmigkeiten gibt. Bei uns würde man da eher schreiend die Polizei holen und Anzeige erstatten. In England macht man sich durch solche Taten Luft, wie ja auch in Frankreich beispielsweise. Freilich sind das für uns schockierende Szenen, und wahrscheinlich auch heftiger als das was die Engländer sonst sich mit rumzuschlagen haben, doch das ist bald wieder vorbei, gehe ich jedenfalls fest von aus. Gangkriege und Fußballfeindschaft lodern auch meist nur ein paar Tage, dann wartet man ab, leckt Wunden und wartet auf eine neue Gelegenheit zur Provokation. Ein hartes aber nicht seltenes Spiel da drüben. Diemal gehts halt ein wenig weiter.
      Hmm. Ich glaube nicht, dass es mit dem Hinweis auf eine andere Mentalität getan ist (womit ich nicht sage dass das nicht stimmt).
      Immerhin geht das jetzt schon länger so und die Polizei wird dem scheinbar nicht Herr.
      Fear is temporary, regrets are forever.

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      • #4
        Die Zeit weiß bescheid . Sie vermutet dahinter NICHT die Perspektivenlosigkeit aufgrund der Finanzkrise, sondern sieht das Problem zum Teil in der schwarzen Unterschichtskultur in England. Relativ ungewohnter Artikel für dieses linksliberale Blatt.

        PS: Maritimus, sorry für den Klugscheißemodus, aber du meintest nicht "scheinbar" sondern "anscheinend". Genaue Bedeutung siehe hier
        Die Herrschaftsverhältnisse ändern sich nie, lediglich die Methoden der Unterdrückung werden subtiler.

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        • #5
          Zitat von Cotillion Beitrag anzeigen
          Die Zeit weiß bescheid . Sie vermutet dahinter NICHT die Perspektivenlosigkeit aufgrund der Finanzkrise, sondern sieht das Problem zum Teil in der schwarzen Unterschichtskultur in England. Relativ ungewohnter Artikel für dieses linksliberale Blatt.
          Die Zeiten, zu denen die Zeit ein linksliberales Blatt war, sind schon länger vorbei.

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          • #6
            Zitat von Cotillion Beitrag anzeigen
            PS: Maritimus, sorry für den Klugscheißemodus, aber du meintest nicht "scheinbar" sondern "anscheinend". Genaue Bedeutung siehe hier
            Interessant. Wusste ich noch gar nicht. Na ja, wieder was gelernt
            Fear is temporary, regrets are forever.

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            • #7
              Zitat von Maritimus Beitrag anzeigen
              Die Polizei macht irgendwie eine sehr schlechte Figur - warum wird man der Lage nicht Herr?
              Ein Grund könnte sein, dass die englische Polizei in der Regel KEINE Schusswaffen führt. In Deutschland dürfte die Polizei bei solchen Ausschreitungen schießen. Und das wissen die Leute hier auch (noch...).

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              • #8
                Zitat von himura_kenshin Beitrag anzeigen
                Ein Grund könnte sein, dass die englische Polizei in der Regel KEINE Schusswaffen führt. In Deutschland dürfte die Polizei bei solchen Ausschreitungen schießen. Und das wissen die Leute hier auch (noch...).

                das ist vollkommen falsch und absoluter Unfug..auch hierzulande dürfte die Polizei bei solchen Ausschreitungen Nicht von der Schusswaffe gebrauch machen,es gibt dazu Gesetze und der einsatz von Schusswaffen ist ganz klar auf ein sehr kleines und überschaubares Szenario begrenzt..das schiessen auf "Aufständische Verbrecher oder Plünderer" ist ganz eindeutig und klar verboten und wird laut GG,Landesgesetzen und Dienstvorschriften sehr schwer bestraft..
                msch dich also erstmal "schlau" bevor du so ne kagge propagiert,da geht mit ja der Hut hoch..
                .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                • #9
                  das schiessen auf "Aufständische Verbrecher oder Plünderer" ist ganz eindeutig und klar verboten und wird laut GG,Landesgesetzen und Dienstvorschriften sehr schwer bestraft..
                  Erläutere mal. Wenn andere Mittel offensichtlich keinen Erfolg versprechen geht da einiges.
                  Freilich würde es nicht passieren da man hierzulande nicht mal Plastikgeschosse auspackt.

                  Anosonsten, die Londoner Polizisten laufen bewaffnet durch die Gegend. In der Regel nicht anders als hierzulande auch.

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                  • #10
                    Zitat von Nighthawk_ Beitrag anzeigen
                    Erläutere mal. Wenn andere Mittel offensichtlich keinen Erfolg versprechen geht da einiges.
                    Freilich würde es nicht passieren da man hierzulande nicht mal Plastikgeschosse auspackt.
                    Sicher geht da noch einiges,aber der Einsatz von eindeutig tödlichen Zwangmitteln ist hierzulande sehr rigide geregelt bzw. ist per gesetz eigentlich verboten bis auf die "Ausnahme" des persönlichen Schutzes bzw. des verhinderns einer Straftat die den Tod eines unschuldigen mit sich bringen würde

                    d.h. "Übersetzt": ein Polizist darf nur dann schiessen,wenn er selber "augenscheinlich tödlich" bedroht/angegriffen wird oder damit eine solche Bedrohung/Straftat gegenüber einem Opfer verhindern kann,er darf mit seiner Waffe "drohen" um ggf. Eskalation" zu verhindern,aber er darf NICHT einfach jemanden über den Haufen schiessen oder mit seiner Schusswaffe bedrohen weil der grade ein Auto abfackelt oder nen Kiosk ausplündert,wen ihm andere geeignete Mittel zur verfügung stehen die Sraftat zu verhindern..(und das ist im Zweifelsfalle immer der Einsatz "körperlicher" Gewalt) d.h. bevor ein Polizist auf jemanden scheissen darf,muss er erstmal versuchen ihm auf die fresse zu hauen um ihn vom Begehen der Straftat abzubringen..und grade dazu gibt es ein Fülle an "Hilfsmitteln zur körperlichen Gewalt" wie tränengas,Schlagstock etc..

                    und das mit dem "Erfolg versprechen anderer Mittel" ist auch ganz klar geregelt:
                    Es gibt dieses "Erfolg" versprechen nicht: das heisst das alle anderen Mittel erstmal eingesetzt werden müssen...so was wie : ach das bringt ja eh nix,lass uns mal die Kanonen auspacken" gibt es nur In Hollywood aber sicherlich nicht in DEutschland..
                    sonst hätte man sicherlich das Hüttendorf an der Startbahn West seinerseits (nachdem 2 Polizisten erschossen wurden) mit Panzern plattgewalzt und es vorher mit Mörsern sturmreif geschossen,anstatt es von der Bereitschaftspolizei räumen zu lassen..
                    Zuletzt geändert von [OTG]Marauder; 10.08.2011, 21:41.
                    .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                    • #11
                      Mörser? Ach was! Haubitzen! Ich bin dafür, dass wir die NRF einsetzen und London aus der Luft befreien!

                      Mal im Ernst: Die Londoner Polizei wurde von 6000 auf 16000 Mann verstärkt. Wenn man da mit lethaler Gewalt rangeht, hat man am Ende tatsächlich einen formidablen Bürgerkrieg und ratet mal wer dann in der Unterzahl ist. Die einzige Chance solche Ausschreitungen halbwegs zivil in die Reihe zu kriegen ist entweder Aussitzen oder massive, körperliche Präsenz. England hat sich offenbar für ersteres entschieden...
                      können wir nicht?

                      macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                      • #12
                        Zitat von Maritimus Beitrag anzeigen
                        Hmm. Ich glaube nicht, dass es mit dem Hinweis auf eine andere Mentalität getan ist (womit ich nicht sage dass das nicht stimmt).
                        Ich muss sagen ich vermisse das. Das raue Temperament der Tommys.
                        War eine maßgebliche Umstellung für mich, mich in Deutschland plötzlich wieder von arroganten Club-Securitys anmachen lassen zu müssen, mich mit Nachbarn herumzuärgern, die bei jedem Quantum Lärm die Polizei rufen, oder dass man bei jeder Gelegenheit gleich an den Arbeitschutz und an zigtausend andere Behörden und Verordnungen verwiesen wird. Die Tommys regeln das noch kommoder, zwar manchmal auch mit Zuschlagen, was ich nicht unbedingt gutfinde, manchmal ist es aber gerechtfertigt, aber auf jeden Fall ist es menschlicher. Die Leute klären ihre Unstimmigkeiten unter sich und rufen nicht gleich irgendwelche Schlichter wie die Polizei, den Ordnungsschutz, den Brandschutz, den Betriebsschutz oder den Nachbarschaftsanwalt, wenn der Rasensprenkler zu viel Wasser verbraucht.

                        Mehr Eigeninitiative würde auch Deutschen gut tun. Scheint irgendwie verloren gegangen zu sein. Was man auch tut, für alles gibts ne Verordnung oder einen geschulten Anwalt.
                        Die Krawalle sind auch ein Ausdruck von Eigeninitiative, denk ich. Nicht dass ich sowas gutheiße, aber gäbs öfter Mal einen Aufmarsch vor dem Berliner Bundestag würden die da oben vielleicht auch mal wieder ihrem AUftrag nachkommen: SCHADEN VOM DEUTSCHEN VOLK ABZUWENDEN!

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                        • #13
                          Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                          Mörser? Ach was! Haubitzen! Ich bin dafür, dass wir die NRF einsetzen und London aus der Luft befreien!

                          Mal im Ernst: Die Londoner Polizei wurde von 6000 auf 16000 Mann verstärkt. Wenn man da mit lethaler Gewalt rangeht, hat man am Ende tatsächlich einen formidablen Bürgerkrieg und ratet mal wer dann in der Unterzahl ist. Die einzige Chance solche Ausschreitungen halbwegs zivil in die Reihe zu kriegen ist entweder Aussitzen oder massive, körperliche Präsenz. England hat sich offenbar für ersteres entschieden...
                          Tatsächlich wäre es wohl das dümmste was man tun könnte,jetzt hier die "Grobe Kelle" auszupacken,ein paar 16jährige über den HAUFEN zu scheissen und deren Familien damit nur zu noch mehr Gewlt (aus Rache) aufzustacheln..die Polizei hat hier ganz klar den Auftrag (unter anderem) zu einer Deeskalation beizutragen..
                          das sind so Situationen wo es nur ein "entweder/oder" gibt..
                          entweder man sieht zu das man das ganze so nach und nach wieder unter Kontrolle bringt und nimmt dafür in Kauf das es noch ein paar nächte lang "zündelt"..oder man ruft das kriegsrecht aus,ruft die Armee zur Hilfe,stellt an Jede Hausecke nen Panzer und knallt jeden ab der sich nicht an die Ausgangsperre hält..
                          .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                          • #14
                            Zitat von Cotillion Beitrag anzeigen
                            Die Zeit weiß bescheid . Sie vermutet dahinter NICHT die Perspektivenlosigkeit aufgrund der Finanzkrise, sondern sieht das Problem zum Teil in der schwarzen Unterschichtskultur in England. Relativ ungewohnter Artikel für dieses linksliberale Blatt.
                            Als ob es jetzt einen Unterschied macht, dass die Perspektivenlosigkeit NICHT aus der Finanzkrise resultiert.


                            Egal, wie man sich, und um wen man sich nun nicht gekümmert hat: Bausparer werfen keine Brandbomben.


                            Es ist so oder so ein weiteres Beispiel dafür, dass ALLE Bürger einer Gemeinschaft umsorgt sein müssen, bzw. dass man keine Kosten spart wenn man zu wenig tut. Ob Integrationskurse, Sozialhilfe, Jugendcenter oder, nun, zerstörtes Eigentum und Gefängniswärter. Die Gesellschaft trägt Kosten für alle ihre Mitglieder, auch für die Vernachlässigten.

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                            • #15
                              Ich lese gerade bei der SZ und bei n-tv online (uebrigens in einigen Absaetzen auffaellig identisch), dass in UK gerade eine Online-Petition sehr frequentiert wird:
                              Nachgewiesenen Randalierern die Sozialhilfe komplett zu
                              streichen!

                              Yes, do it - und setzt die Leute endgueltig auf die Strasse, wo sie sich dann auch sofort in ne stille Ecke verkriechen und anfangen, Shakespeare zu lesen
                              Yes, do it - die haben doch sicher so viele Hobbys, dass sie nie auf dumme Gedanken kommen
                              Yes, do it - und ihr habt endgueltig den Buergerkrieg.

                              Ohne Frage, die Vorkomnisse sind kriminell! Und die Petition ist nur eine Petition. Aber wenn jetzt mit den falschen Massnahmen reagiert wird, macht man es nur schlimmer.
                              .

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