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Libyen -> nach Gaddafi -> Lösungen?

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  • Libyen -> nach Gaddafi -> Lösungen?

    Das libysche Volk feiert zwar schon das Ende der fast 42jährigen Ära, aber wie der Neuanfang aussehen soll ist mehr als offen.
    Libyen ist 5x größer als Deutschland, hat aber nur 6 Mio Einwohner (wie Hessen). Die Bevölkerung verteilt sich auf ca 140 Stämme, wobei zum größten Stamm etwa 1 Mio Menschen gezählt werden. Ein Stamm unfasst aber im Schnitt nur ca 40.000 Menschen. Dieses fragile Gebilde in einen föderalen Rahmen einzubinden, dürfte ein kaum lösbares Problem sein.
    Den Öl-Reichtum gerecht zu verteilen dürfte auch nicht einfach sein. Wobei dies natürlich leichter ist, als wenn es sich um ein armes Land handeln würde. Die Versöhnung der Kriegsparteien ist auch noch eine unabsehbare Aufgabe.
    Zuletzt geändert von Thomas W. Riker; 23.08.2011, 12:31.
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  • #2
    Mich stört ohnehin bei der provisorischen Regierung, dass sie dem Westen wieder in den Po kriecht und Demokratie propagiert, ohne es mit der eigenen Bevölkerung abgesprochen zu haben. Vielleicht wollen sie keine Demokratie? Gibt doch auch andere Regierungsformen, die auch eine Verfassung und Einhaltung von Menschenrechten haben können.

    Die internationale Staatengemeinschaft sollte da den Lybiern entgegenkommen und sich nicht so beschmeicheln lassen. Einfach mal sagen: "So Leute, ihr habt den Mistkerl gemeinsam gestürzt und nun müsst ihr einen gemeinsamen Weg finden. Wie ihr das tut, bliebt euch überlassen. Wichtig ist nur, dass ihr auf ein friedliches und gerechtes Miteinander achtet und in Zukunft die Willkür von Machtausübungen unterbinden könnt."

    Die Libyer könnten von mir aus auch einen neuen König der Stämme benennen. Hauptsache es wird nicht wieder eine Polizeiwillkür herrschen, wie sie Gadaffi langsam über den Kopf gewachsen ist.

    Das ist nunmal das Problem aller Diktatore, dass sie sich mit Schurken umgeben müssen, um ihre Macht zu erhalten. Aktuellstes Beispiel: Assad in Syrien.

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    • #3
      Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
      Gibt doch auch andere Regierungsformen, die auch eine Verfassung und Einhaltung von Menschenrechten haben können.
      Nenne mal dieses Land was die Menschenrechte einhält ohne Demokratie

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      • #4
        Zitat von lordhasen Beitrag anzeigen
        Nenne mal dieses Land was die Menschenrechte einhält ohne Demokratie
        In Monacco, Andorra und Lichtenstein habe ich zumindest nichts davon gehört, dass dort Menschenrechte missachtet werden. Steuerrechte anderer Nationen vielleicht

        Eine konstitutionelle Monarchie ist bei stammesgeführten Völkern mit solch einer geringen Einwohnerzahl wie in Lybien durchaus etablierbar. Parlamentarisch könnte man die Monarchie evtl. auch gestalten.

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        • #5
          In Jordanien funktionierts ja auch,dort gabs zwar auch Proteste,aber nicht gegen das Königshaus..wenn man eine Parlamentarische Monarchie hat,hat die Bevölkerung im Zweifelsfalle immer noch den Vorteil,das es nen "starken Mann" auf dem Thron gibt,der die (vom Volk) ungeliebte Regierung zum Teufel jagd und Neuwahlen ansetzt


          .
          EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

          [OTG]Marauder schrieb nach 2 Minuten und 6 Sekunden:

          Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
          In Monacco, Andorra und Lichtenstein habe ich zumindest nichts davon gehört, dass dort Menschenrechte missachtet werden. Steuerrechte anderer Nationen vielleicht

          Eine konstitutionelle Monarchie ist bei stammesgeführten Völkern mit solch einer geringen Einwohnerzahl wie in Lybien durchaus etablierbar. Parlamentarisch könnte man die Monarchie evtl. auch gestalten.
          Bei der "Gründung" von Lybien haben sich die verschiedenen Fraktionen des Landes ja auch nicht ohne Grund auf nen König geeinigt,anstatt auf nen Präsi,wie zb.in Ägypten.
          Zuletzt geändert von [OTG]Marauder; 23.08.2011, 10:42. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
          .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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          • #6
            Zitat von [OTG]Marauder Beitrag anzeigen
            Bei der "Gründung" von Lybien haben sich die verschiedenen Fraktionen des Landes ja auch nicht ohne Grund auf nen König geeinigt,anstatt auf nen Präsi,wie zb.in Ägypten.
            Und vorallem würden die Wahlen in Libyen aufgrund der Größenunterschiede der Stämme eine Farce werden. In Afrika gibt es genug Beispiele für solch tolle "Demokratien". Zudem bestünde die Gefahr, dass tatsächlich eine radikal islamistische Partei sich herausbilden könnte, da dies das Einzige ist, was die Stämme miteinander verbindet, was auch in Afrika bereits für viel Leid gesorgt hat.

            Anders die Situation in Ägypten: Dieses Land darf keine Monarchie mehr haben, denn es hat eine zu große wirtschaftliche und militärisch Stärke. Die Auswirkungen bei einem irren Anführer, der nichts vom Frieden hält, wären einfach viel zu groß für die gesamte Umgebung.

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            • #7
              Zitat von [OTG]Marauder Beitrag anzeigen
              In Jordanien funktionierts ja auch,dort gabs zwar auch Proteste,aber nicht gegen das Königshaus
              Ähnlich siehts halt wohl in Marocco aus. Ist halt ein Vorteil, wenn sich das Volk mit dem Königshaus identifiziert und nicht den Eindruck hat, nur ausgebeutet zu werden (unabhängig, wie das nun objektiv betrachtet zutrifft oder nicht).

              In Thailand (ohne die Menschenrechtslage dort zu bewerten) ist zudem der Respekt vor dem König größer als vor jeder "demokratischen" Regierung - sogar so groß, dass das Militär nicht ohne Zustimmung des Königs vor einigen Jahren gegend die Regierung geputscht hat, und das Volk diesen Umstand seinem Oberhaupt nichtmal negativ angekreidet hat.

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              • #8
                Zitat von Kristian Beitrag anzeigen
                Und vorallem würden die Wahlen in Libyen aufgrund der Größenunterschiede der Stämme eine Farce werden. In Afrika gibt es genug Beispiele für solch tolle "Demokratien". Zudem bestünde die Gefahr, dass tatsächlich eine radikal islamistische Partei sich herausbilden könnte, da dies das Einzige ist, was die Stämme miteinander verbindet, was auch in Afrika bereits für viel Leid gesorgt hat.

                Anders die Situation in Ägypten: Dieses Land darf keine Monarchie mehr haben, denn es hat eine zu große wirtschaftliche und militärisch Stärke. Die Auswirkungen bei einem irren Anführer, der nichts vom Frieden hält, wären einfach viel zu groß für die gesamte Umgebung.
                Ich denke das einer derartige Parlamentarische Monarchie auch in Ägypten funktionieren würde,ein Mubarak wäre dort wohl nicht so lange im Amt geblieben.Es darf halt kein "absoluter" Herscher sein,sondern halt die "Notbremse" im Hintergrund
                .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                • #9
                  Aufgrund der Stammesstruktur sehe ich für Libyen einen Senat der Stammesfürsten als wahrscheinlichsten Ansatz.
                  Problematisch sind die massiven Unterschiede in der Größe. Die drei größten Stämme vereinen etwa 1/3 der Libyer unter sich.
                  Ob diese ähnliche Interessen haben, dürfte für das Wohl der Libyer entscheidend sein. Irgendwie dürfte sonst das Land ähnlich zersplittert sein, wie Deutschlands Flickenteppich im 16. Jahrhundert.
                  \\// Dup dor a´az Mubster
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                  • #10
                    Wenn, dann würde ich für Libyen ein Zweikammersystem vorschlagen, mit einem vom Volke gewählten Unterhaus, und einem Oberhaus das sich aus Vertretern der libyschen Stammesführer zusammensetzt. Auf diese Art, könnte man moderne demokratische Strukturen und traditionelle Führungsstrukturen in einem Parlament vereinen.

                    Zitat von Seether Beitrag anzeigen
                    In Thailand (ohne die Menschenrechtslage dort zu bewerten) ist zudem der Respekt vor dem König größer als vor jeder "demokratischen" Regierung - sogar so groß, dass das Militär nicht ohne Zustimmung des Königs vor einigen Jahren gegend die Regierung geputscht hat, und das Volk diesen Umstand seinem Oberhaupt nichtmal negativ angekreidet hat.
                    Den Respekt in Thailand vor dem König, hat sich Bhumibol aber auch hart erarbeitet. Auf einen Automatismus, dass das Volk jeden König derartigen Respekt entgegenbringt, würde ich in Thailand nicht setzen.
                    Je nachdem, wer in Thailand die zukünftige Nachfolge antritt, kann es mit der Monarchie in Thailand, auch schnell vorbei sein, beim Kronprinz Maha Vajiralongkorn sehe ich da ziemlich schwarz.
                    Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                    Dr. Sheldon Lee Cooper

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                    • #11
                      Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
                      Aufgrund der Stammesstruktur sehe ich für Libyen einen Senat der Stammesfürsten als wahrscheinlichsten Ansatz.
                      Problematisch sind die massiven Unterschiede in der Größe. Die drei größten Stämme vereinen etwa 1/3 der Libyer unter sich.
                      Warum sollte das problematisch sein? Solange es wirklich demokratisch ist, ist dass doch genau das, was eine Republik sein sollte. Sonst wäre die hohe Einwohnerzahl von manchen Regionen (z.B. in Deutschland) auch ein Problem.

                      Solange freie Wahlen, auch innerhalb der Stämme, stattfinden...

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                      • #12
                        Nachdem sich Westerwelle schon auf dem Tahrir-Platz als Befreier Ägyptens hat feiern lassen, hat er nun auch Libyen befreit: Deutsche Außenpolitik: Westerwelles peinliche Libyen-Show - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

                        Weiter so

                        Ansonsten wird man jetzt erstmal abwarten müssen, wie es weiter geht, wenn Gaddafi tatsächlich weg ist. Nicht dass dann ewig garnichts passiert und es Chaos gibt, weil sich die verschiedenen Oppositionsgruppen nicht einig werden.
                        I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                        - George Lucas

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                        • #13
                          Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                          Warum sollte das problematisch sein? Solange es wirklich demokratisch ist, ist dass doch genau das, was eine Republik sein sollte. Sonst wäre die hohe Einwohnerzahl von manchen Regionen (z.B. in Deutschland) auch ein Problem.

                          Solange freie Wahlen, auch innerhalb der Stämme, stattfinden...
                          "Wirklich demokratisch" -> Genau daran habe ich meine Zweifel.
                          Wieviel Identitätsgefühl innerhalb der Stämme besteht, kann ich nicht beurteilen. Hochgerechnet auf Deutschland wären es ca 2000 Stämme, also mehrere Stämme pro Landkreis und die bayerische Bevölkerung entspräche zahlenmäßig dem größten libyschen Stamm, aber es gibt weder "die" Nordrheinwestfahlen, "die" Bayern, "die" Baden-Württemberger (never ever) oder "die" Niedersachsen. Selbst Hessen besteht aus 5 sehr unterschiedlichen Regionen.
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                          • #14
                            DEN ANDAUERENDEN KÄMPFEN NACH IST gADDAFI ABER NOCH GAR NICHT WEG:::
                            .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                            • #15
                              Zitat von [OTG]Marauder Beitrag anzeigen
                              DEN ANDAUERENDEN KÄMPFEN NACH IST gADDAFI ABER NOCH GAR NICHT WEG:::
                              Was los mit dir? Im Siegestaumel?

                              Ich wette, Ghaddafi ist schon in besagten Staaten, die ihm Zuflucht angeboten haben. Wer glaubt denn bitte, dass er "bis zum letzten Tropfen Blut" kämpft? Ein böses Erwachen für all die verblendetetn Ghaddafi-Fanatiker.

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