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Intoleranz gegenüber Atheisten

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  • Intoleranz gegenüber Atheisten

    Mir ist Heute an der Uni etwas ziemlich stranges passiert.
    Es liefen ja schon öfters Leute von irgendwelchen Bibelclubs durch die Uni und verteilten Flyer und Programmheftchen. Ich bin immer vorbei gelaufen.
    Jetztist noch Vorlesungsfreie Zeit und ich war allein im Gang, da kamen mir eine Dame und ein Herr entgegen.
    Ich bin zwar Atheist, aber als sie mich ansprachen und ich das Kreuz auf den Flyer sah, wollte ich nur meine Ruhe und sagte flaks bin Atheist.
    Die Dame fängt sich an aufzuregen, versucht mir jegliche moralische Basis abzusprechen, dass ich Egoist wäre. Naja ich bin weiter gegangen.
    Das hat mich aber ziemlich nachdenklich gemacht. Bis jetzt las ich zum Thema, Atheisten in Deutschland, Europa, Amerika und wir Atheisten haben kein leichten stand.
    Da bin ich über die Laizisten der SPD gestoßen, die einen Arbeitskreis aufbauen wollen, von der SPD Führung dahingehend eine Abfuhr bekommen.
    Obwohl es so einen Christenarbeitskreis in der SPD gibt, sehr merkwürdig.
    In Deutschland leben ca 30 Millionen konfessionlose Menschen, ich will nicht behaupten dass die alle Atheisten sind. Aber ist es nicht ziemlch bedenklich, dass,abgesehen von der Linken jede Partei da irgendeine Scheiße von christlichen Werten erzählt.
    Was auch sehr merkwürdig ist, beruht Demokratie, Freiheit nicht auf den Werten der Aufklärung, seit wann wurde die Aufklärung mit Christentum ausgetauscht.
    Gibt es nicht eine Trennung von Staat und Religion, wenn man die Entwicklungen so anschaut, könnte man meinen, man will diese Trennung abschaffen, Papstbesuch (Staatsoberhaupt, ja klar), Unsinn über christliche Werte, christliches Europa.
    Ein Staat hat bei Religion Neutralität zu waren.
    Also ich finde das bedenklich.
    Man liesst ja öfters von Intoleranz gegenüber Christen, mich würde es aber mal interessieren wie es gegenüber Atheisten ausschaut.
    Viel habe ich dazu bisher nicht gefunden, jedoch wenn die achso tolerante SPD einen Arbeitskreis von Laizisten nicht duldet, kann ich mir auch gut vorstellen dass Medien da nicht anders sind.

  • #2
    Zitat von Husker1982 Beitrag anzeigen
    Die Dame fängt sich an aufzuregen, versucht mir jegliche moralische Basis abzusprechen, dass ich Egoist wäre.
    Das Vorurteil das man als Atheist keine Basis für moralische und ethische Werte hat, begegnet einen von gläubigen Menschen mitunter. Als ob nur Religionen solche Werte hervorbringen, nun eingeengte Weltbilder gehen recht häufig mit Vorurteilen Hand in Hand.
    Für gewöhnlich Antworte ich darauf, das mir bereits meine Eltern moralische Werte vermittelt haben. Und frage mein Gegenüber, ob das bei ihm/ihr anders war, was diese dann häufig etwas aus der Fassung bringt.
    Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
    Dr. Sheldon Lee Cooper

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    • #3
      Zitat von Husker1982 Beitrag anzeigen
      Was auch sehr merkwürdig ist, beruht Demokratie, Freiheit nicht auf den Werten der Aufklärung, seit wann wurde die Aufklärung mit Christentum ausgetauscht.
      Das ist eine sehr verkürzte Sicht der Dinge.

      Gibt es nicht eine Trennung von Staat und Religion, wenn man die Entwicklungen so anschaut, könnte man meinen, man will diese Trennung abschaffen, Papstbesuch (Staatsoberhaupt, ja klar), Unsinn über christliche Werte, christliches Europa.
      Ein Staat hat bei Religion Neutralität zu waren.
      Ja, klar.
      Trotzdem können natürlich Parteien und einzelne Abgeordnete sehr wohl irgendwelchen religiösen Lehren folgen und ihren Wählern versprechen, dass sie Gesetze verabschieden werden, die diesen Lehren entsprechen (was sie dann, wie die Praxis zeigt, sowieso nicht tun werden).

      Also ich finde das bedenklich.
      Man liesst ja öfters von Intoleranz gegenüber Christen, mich würde es aber mal interessieren wie es gegenüber Atheisten ausschaut.
      Viel habe ich dazu bisher nicht gefunden, jedoch wenn die achso tolerante SPD einen Arbeitskreis von Laizisten nicht duldet, kann ich mir auch gut vorstellen dass Medien da nicht anders sind.
      Die SPD kann als Partei tun und lassen, was ihr gefällt. Da gibt es eine Satzung, in der genau steht, wer was entscheiden darf und wer wie welche Entscheidungsposition erlangt. Als Mitglied hast du da jede Einflußmöglichkeit darauf, und kannst zur Not immer noch austreten und die ASPD gründen.

      Und mein Eindruck ist, dass die Medien nicht sonderlich kirchenfreundlich sind.

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      • #4
        Das ist eine sehr verkürzte Sicht der Dinge.
        Mh, warum sollte dies eine verkürzte Sichtweiße sein. Das ganze Zeug, wie Verfassung, Grundgesetz, Trennung von Staat und Kirche, Gewaltenteilung sind sicher keine Errungenschaften die christliche Werte einfach so mitgebracht haben.
        Hier wird gesagt aufklärerische Werte sein christliche Werte und das ist nicht richtig, auch wenn Aufklärer teils gläubig waren.

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        • #5
          Die Christenverfolgung kann man nicht mit einem blöden Kommentar irgendeiner Frau auf dem Campus vergleichen. Ich schätze mal nicht, dass die versucht hat dich umzubringen oder dir das Recht zu studieren abzusprechen. Da solltest du einmal mit einem pakistanischen Christen sprechen, danach erkennst du wie frei Deutschland eigentlich ist.

          Was Aufklärung angeht:
          Die Religionsfreiheit ist sicherlich auch ein hohes Gut.

          Was Moral ohne Religion angeht:
          Natürlich gibt es nicht-religiöse Moral.
          Ohne höhere Instanz ist jede Moral halt rein subjektiv.


          Das Problem bei vielen Christen ist, dass sie einen sozusagen "retten" wollen. Zurückhaltend mit Atheisten umgehen ist ihnen schwer zu vermitteln, weil nach ihrer Vorstellung diese Atheisten ja in der Hölle landen, wenn sie sich zurückhaltend verhalten. Ich halte von diesen missionierfreudigen Christen jedoch nicht viel. Jeder muss selbst wissen, was ihn anspricht. Im Westen hat jeder die Chance sich über alles zu informieren.

          EDIT:
          Eine Trennung von Staat und Religion hat auch lediglich eine Trennung von Staat und Kirchen zu sein.
          Eine vollkommene Trennung dagegen würde gegen das Demokratieprinzip verstoßen. Wenn 30% des Volks christlich ist, wird sich das in Abstimmungen zu 30% widerspiegeln. Das verbieten zu wollen halte ich für keine gute Idee.
          Zuletzt geändert von newman; 06.10.2011, 09:47.

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          • #6
            Ohne höhere Instanz ist jede Moral halt rein subjektiv.

            EDIT:
            Eine Trennung von Staat und Religion hat auch lediglich eine Trennung von Staat und Kirchen zu sein.
            Eine vollkommene Trennung dagegen würde gegen das Demokratieprinzip verstoßen. Wenn 30% des Volks christlich ist, wird sich das in Abstimmungen zu 30% widerspiegeln. Das verbieten zu wollen halte ich für keine gute Idee.
            In Deutschland hat man aber keine Trennung von Staat und Kirche, nicht indem Sinne wie in anderen westlichen Demokratien, wie in Frankreich.
            Soweit wie ich las, bekommt die Kirche vom Staat ein haufen Geld, der Staat zieht für die Kirche Steuer ein usw.
            Religionsfreiheit gehört dazu, keine Frage und da habt ihr recht, dass sich das in Abstimmung wiederspiegelt, halt wenn Abgeordnete gläubig sind.
            Was mir gerade aufstößt, ist dass man siehe SPD einen Arbeitskreis der Laizisten "verbietet", obwohl es den Arbeitskreis der Christen in der SPD gibt.
            Das finde ich merkwürdig, von der SPD kann man ja halten was man will, aber eine Partei, die was von Freihiet, Solidarität, Gerechtigkeit, damit verbunden Toleranz erzählt und gleichsam Toleranz abschafft wenn es um Laizisten geht, bedenklich.

            Zu der subjektiven Moral: Ist das nicht vorteilhaft, die Erkenntnis, dass Moral nichts festes ist, sich immer im Fluss befindet, immer subjektiv ohne Institution ist, ist das nicht Freiheit.
            Eine höhere Instanz gibt die Werte vor... für einen selbstdenkenden Menschen denke ich unnötig.

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            • #7
              Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
              Das ist eine sehr verkürzte Sicht der Dinge.
              Und das ist eine von dir unzureichend begründete Behauptung.

              Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
              Die SPD kann als Partei tun und lassen, was ihr gefällt.
              Und was hat das jetzt mit der ursprünglichen Aussage zu tun? So ziemlich jeder kann in dieser Richtung tun und lassen was ihm gefällt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man dieses Verhalten bedenklich, unangemessen oder ungerecht finden kann. Gerade bei einer Partei, die sich selbst Volkspartei nennt und gerne den Gegenpol zu der Partei mit dem "C" im Namen spielt.
              Daraus kann man eigentlich nur schließen, dass ein Atheist in keiner der Volksparteien vertreten wird.

              Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
              Und mein Eindruck ist, dass die Medien nicht sonderlich kirchenfreundlich sind.
              Jo, schon klar...

              Pro Reli : Wir sagen JA zum Volksentscheid - Berlin - Bild.de
              - Bild-Zeitung bringt Bibel auf CD heraus | Livenet
              DasErste.de - Das Wort zum Sonntag
              Bibelclip-Seite - RTL.de

              ...
              "Imagine there's no heaven - It's easy if you try
              No hell below us - Above us only sky
              Imagine all the people Living for today...
              "

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              • #8
                1.Religion ist nur ein Mittel um Geld zu machen,jeah man ich verteil mal Zettel,jeah man wir glauben an Gott und gehen friedlich nach Hause,das wir alle mal Amen gesagt haben,bam ja die Menschheit is schon ganz toll.

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                • #9
                  Zitat von Phoenow Beitrag anzeigen
                  Und das ist eine von dir unzureichend begründete Behauptung.
                  Stimmt. Selber denken macht klug.

                  Und was hat das jetzt mit der ursprünglichen Aussage zu tun? So ziemlich jeder kann in dieser Richtung tun und lassen was ihm gefällt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man dieses Verhalten bedenklich, unangemessen oder ungerecht finden kann. Gerade bei einer Partei, die sich selbst Volkspartei nennt und gerne den Gegenpol zu der Partei mit dem "C" im Namen spielt.
                  Daraus kann man eigentlich nur schließen, dass ein Atheist in keiner der Volksparteien vertreten wird.
                  Ach komm. Das, was unsere Politiker unter "christlichen Werten" verstehen ist doch nichts, was man als Atheist nicht mittragen könnte. Seichtes blabla ohne Tiefgang, auch von den C-Parteien.

                  Jo, schon klar...
                  Und alle vier Wochen macht der Spiegel ein Titelthema über die bösen Katholiken und die "Verbrechen" des Papstes.

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                  • #10
                    Ich denke, dass Hauptproblem sind diejenigen Christen/Moslems/..., welche ihre religiöse Sicht als die einzig wahre betrachten und alle Menschen, die anders denken bzw. glauben, verteufeln. Das bezieht sich bei weitem nicht nur auf Atheismus.
                    Anderes Beispiel: Ich selber bin gläubiger Katholik, wurde aber von ähnlichen Leuten wie Husker1982 sie beschrieben hat, diesbezüglich schon aufs ärgste beschimpft. Der Grund: Ich bin bi und lebe meine Homo-Seite auch aus. Deren Aussagen war, dass ich daher nicht das Recht hätte, mich als gläubig zu bezeichnen.

                    Der langen Rede kurzer Sinn: Atheisten an sich sind für viele nicht das Problem, sondern Andersdenkende/-glaubende.

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                    • #11
                      Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                      Und alle vier Wochen macht der Spiegel ein Titelthema über die bösen Katholiken und die "Verbrechen" des Papstes.
                      Ist mir nicht aufgefallen.
                      Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
                      Ich denke, dass Hauptproblem sind diejenigen Christen/Moslems/..., welche ihre religiöse Sicht als die einzig wahre betrachten und alle Menschen, die anders denken bzw. glauben, verteufeln. Das bezieht sich bei weitem nicht nur auf Atheismus.
                      Anderes Beispiel: Ich selber bin gläubiger Katholik, wurde aber von ähnlichen Leuten wie Husker1982 sie beschrieben hat, diesbezüglich schon aufs ärgste beschimpft. Der Grund: Ich bin bi und lebe meine Homo-Seite auch aus. Deren Aussagen war, dass ich daher nicht das Recht hätte, mich als gläubig zu bezeichnen.
                      Solche Leute sind dann wohl in einer früheren Zeit stecken geblieben. Da kann man nur hinterher schmunzeln und den Kopf schütteln.
                      Der langen Rede kurzer Sinn: Atheisten an sich sind für viele nicht das Problem, sondern Andersdenkende/-glaubende.
                      Das ist ja klar. Kein Gläubiger möchte, dass eine andere Gott ihren Glauben in Frage stellt und ihren als einzig richtigen darstellt.

                      Ich selber bin eigentlich noch nie auf Ignoranz seitens von Gläubigen getroffen. Ich bin Atheist und nicht getauft und gehe auf einer katholische Schule in den evangelischen Religionsunterricht. Und obwohl ich schon über Themen, wie Satanismus und Okkultismus mit voller Hingabe Referate gehalten habe, beschwert sich doch niemand darüber. Auch in der Öffentlichkeit passiert sowas eigentlich nicht. Und wenn man mal mit einem Pentagramm T-Shirt durch die Straßen läuft und ein Gläubiger etwas dagegen sagt...sage ich was zurück.
                      Nur wer vergessen wird, ist tot.
                      Du wirst leben.

                      ---- RIP - mein Engel ----

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                      • #12
                        Atheisten können selbstständig und unabhängig denken. Daher werden sie von den indoktrinierten Kadern der Religiösen als Gefahr betrachtet. Außerdem organisieren sich Atheisten nicht, eben weil Atheismus kein Glaube ist, der sich leicht in Organisationen pressen lässt. Das macht sie zu relativ leichten Opfern.

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                        • #13
                          Atheisten können selbstständig und unabhängig denken. Daher werden sie von den indoktrinierten Kadern der Religiösen als Gefahr betrachtet. Außerdem organisieren sich Atheisten nicht, eben weil Atheismus kein Glaube ist, der sich leicht in Organisationen pressen lässt. Das macht sie zu relativ leichten Opfern.
                          Ich persönlich glaube nicht, dass militante Hetz-Christen, wie ich sie an dieser Stelle mal nennen möchte, sich in erster Linie auf "leichte Opfer" konzentrieren, sondern auf alle, die ihren Glaubensansprüchen nicht gerecht werden.

                          Aber ist es nicht schon längst "salonfähig" geworden, Atheist zu sein? Ich habe nicht den Eindruck, dass das so viele negativen Reaktionen hervorruft.

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                          • #14
                            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                            Stimmt. Selber denken macht klug.
                            Super Argument! Die perfekte Basis für jede Diskussion. Ich bin tief beeindruckt.

                            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                            Ach komm. Das, was unsere Politiker unter "christlichen Werten" verstehen ist doch nichts, was man als Atheist nicht mittragen könnte. Seichtes blabla ohne Tiefgang, auch von den C-Parteien.
                            Eben seichte blabla schätzt ein Atheist im Allgemeinen nicht. Entscheidungen die auf seichtem blabla beruhen hinterfragt er gerne und möchte auch dass dies seine gewählten Volksvertreter tun.
                            Von der politisch unterstützten Sonderstellung der Institution Kirche fange ich gar nicht erst an..

                            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                            Und alle vier Wochen macht der Spiegel ein Titelthema über die bösen Katholiken und die "Verbrechen" des Papstes.
                            Tjoah, dagegen halte ich die drei genannten Medien, die jedes für sich schon mehr Meinungsmacht haben als der Spiegel.
                            "Imagine there's no heaven - It's easy if you try
                            No hell below us - Above us only sky
                            Imagine all the people Living for today...
                            "

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                            • #15
                              Zitat von Dannyboy Beitrag anzeigen
                              Außerdem organisieren sich Atheisten nicht, eben weil Atheismus kein Glaube ist, der sich leicht in Organisationen pressen lässt. Das macht sie zu relativ leichten Opfern.
                              Ich glaube nicht, das es dieser Minderheit von Christen (zumindest in der BRD) welchen Atheisten gegenüber intolerant sind, es überhaupt um die Atheisten geht. Ich glaube schon eher, das es diesen darum geht, ihre eigene aus ihrer Sicht höhere moralische Position zu betonen.
                              Das sie damit recht engstirnig, alle anderen moralischen und ethischen Wertursprünge außerhalb ihrer Religion negieren, dürfte diesen kaum bewusst sein.
                              Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                              Dr. Sheldon Lee Cooper

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