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Intoleranz gegenüber Atheisten

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    #16
    Zitat von Phoenow Beitrag anzeigen
    Eben seichte blabla schätzt ein Atheist im Allgemeinen nicht.
    Weil der Atheist im Allgemeinen ein intelligenterer und tiefgründigerer Mensch ist als alle anderen, meinst du das?

    Von der politisch unterstützten Sonderstellung der Institution Kirche fange ich gar nicht erst an..
    Dabei ist gerade das ein Thema, wo du von vielen Kirchenmitgliedern Unterstützung bekommen wirst. Die alten Verträge, die zum Teil noch auf die Enteignungen unter Napoleon zurückgehen, gehören auf den Prüfstand und wenn möglich abgeschafft. Und der deutsche Sonderweg, dass der Staat die Kirchensteuer einzieht gehört auch beendet.

    Tjoah, dagegen halte ich die drei genannten Medien, die jedes für sich schon mehr Meinungsmacht haben als der Spiegel.
    So unterscheiden sich eben die Wahrnehmungen.

    Ach ja, nochwas:

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      #17
      Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
      Ich persönlich glaube nicht, dass militante Hetz-Christen, wie ich sie an dieser Stelle mal nennen möchte, sich in erster Linie auf "leichte Opfer" konzentrieren, sondern auf alle, die ihren Glaubensansprüchen nicht gerecht werden.
      Ich glaube kaum, dass die beschriebene Szene so abgelaufen wäre, wenn Husker geantwortet hätte, er sei Jude, Moslem oder Buddhist.

      Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
      Aber ist es nicht schon längst "salonfähig" geworden, Atheist zu sein? Ich habe nicht den Eindruck, dass das so viele negativen Reaktionen hervorruft.
      Es gibt zwei Arten Nichtgläubigen: die, die darüber sinniert haben und sich felsenfest als Agnostiker/Atheisten bezeichnen können. Und dann die, die den Glauben aus Bequemlichkeit schleifen lassen, in schlechten Zeiten dann aber relativ schnell zurück in die Mausefalle laufen. Das meiste, was sich heutzutage als Atheist bezeichnet, gehört in die zweite Sparte.

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        #18
        Zitat von Husker1982 Beitrag anzeigen
        Soweit wie ich las, bekommt die Kirche vom Staat ein haufen Geld, der Staat zieht für die Kirche Steuer ein usw.
        Mir wäre neu, dass der Staat von Atheisten Kirchensteuer verlangt.
        Das ist eine rein bürokratische Überschneidung. Dem Staat fließt das Geld schließlich nicht zu, also wird auch dessen Unabhängigkeit nicht angetastet. Die Kirchensteuer wird keinen Politiker zu einer anderen politischen Entscheidung treiben, weil sie dem Politiker nicht zufließt.

        Da würde ich mir viel mehr Gedanken um den Einfluss anderer Interessensgruppen/Lobbyisten z.B. aus der Wirtschaft machen.

        Kirchensteuer könnten übrigens auch andere eintreiben.
        Auch der "Humanistische Verband NRW/BaWü" dürfte laut Wikipedia rein rechtlich eine Kirchensteuer erheben.
        Die meisten nutzen diese Möglichkeit nur nicht, um zu beweisen, dass man besser ist als die großen Kirchen.

        Zu der subjektiven Moral: Ist das nicht vorteilhaft, die Erkenntnis, dass Moral nichts festes ist, sich immer im Fluss befindet, immer subjektiv ohne Institution ist, ist das nicht Freiheit.
        Das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach nur so.
        Es hat Vor- und Nachteile.

        Unser eigenes Recht widerspricht dem Gedanken reiner Subjektivität übrigens. Es ist eine Mischung aus subjektiven, relativen und objektiven, absoluten Rechten. Die Menschenwürde ist unantastbar und dieses Grundrecht auch nicht abschaffbar. Das geht von der Vorstellung aus, dass etwas nicht nur subjektiv gibt. Spätestens wenn man mit rechtsradikalen Sozialdarwinisten spricht, bemerkt man die Kehrseite dieser Freiheit. Von daher ist keines dem anderen überlegen. In der realpolitischen Wirklichkeit ist eine Balance zwischen Freiheit und Grenzen der Freiheit nötig.

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          #19
          Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
          Das Vorurteil das man als Atheist keine Basis für moralische und ethische Werte hat, begegnet einen von gläubigen Menschen mitunter.
          Ich finde allerdings, dass es mehr über die Gläubigen aussagt, als die vielleicht Wahr haben wollen. Wer meint, das nur der moralisch angemessen handelt, der Führung von aussen erhält, macht mir Sorgen, da die meisten Menschen für solche Schlussfolgerungen ja von sich selbst ausgehen.

          Das, davon abgesehen, solche "outgesourcte" Moralverantwortung dann auch missbraucht wird, ist ja leider nun auch ein Muster, das sich ständig wiederholt.

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            #20
            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
            Weil der Atheist im Allgemeinen ein intelligenterer und tiefgründigerer Mensch ist als alle anderen, meinst du das?
            Deine Unterstellungen kannst du dir sparen. Es ist nunmal eine konsequente Schlussfolgerung, dass jemand der sich nicht mit einem "Gott sagt XYZ ist gut/schlecht" nunmal Gedanken darüber macht, warum XYZ gut oder schlecht ist und das auch begründet haben möchte.

            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
            Dabei ist gerade das ein Thema, wo du von vielen Kirchenmitgliedern Unterstützung bekommen wirst. Die alten Verträge, die zum Teil noch auf die Enteignungen unter Napoleon zurückgehen, gehören auf den Prüfstand und wenn möglich abgeschafft. Und der deutsche Sonderweg, dass der Staat die Kirchensteuer einzieht gehört auch beendet.
            Na dann bin ich mal gespannt, wann sich der Arbeitskreis der Christen in der SPD diesem Thema annimmt.

            Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
            Ach ja, nochwas:
            xkcd: Atheists
            Jaja, es wird auch so deutlich was du von Atheisten hälst...
            Schade nur dass du auch noch einen konsequenten Laizismus in den Fundamentalismustopf wirfst.
            Aber so is das eben, Menschen denken in Schubladen, passiert mir ja auch oft genug
            "Imagine there's no heaven - It's easy if you try
            No hell below us - Above us only sky
            Imagine all the people Living for today...
            "

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              #21
              Zitat von esSarah Beitrag anzeigen
              Das, davon abgesehen, solche "outgesourcte" Moralverantwortung dann auch missbraucht wird, ist ja leider nun auch ein Muster, das sich ständig wiederholt.
              Ich denke das ist auch eine stark verkürzte Ansicht über christliche Moral.

              Es gibt natürlich Fundamentalisten, die sehr viel Wert darauf legen, dass nur die Bibel und nichts anderes Glaubensgrundlage ist und keinen Wert auf eigene Gedanken legen.

              Das dürfte aber die Minderheit unter den Christen sein.
              Die Theologie hat auch komplexere philosophische Konzepte entwickelt.
              Der Unterschied zu atheistischen Ethiktheorien ist da manchmal erst im letzten Schritt zu erkennen. Dem Schritt, der erklärt warum man den Menschen (oder das Leben) überhaupt als schützenswert erachten soll. Weil der Mensch einen "inneren" Wert hat, indem er Gottes Ebenbild ist (z.B.).

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                #22
                Zitat von Phoenow Beitrag anzeigen
                Deine Unterstellungen kannst du dir sparen. Es ist nunmal eine konsequente Schlussfolgerung, dass jemand der sich nicht mit einem "Gott sagt XYZ ist gut/schlecht" nunmal Gedanken darüber macht, warum XYZ gut oder schlecht ist und das auch begründet haben möchte.
                Nö. Es gibt genug Atheisten, die sich keine Gedanken machen. Und es gibt Christen (und Moslems, Juden, Hinduisten, Zoroastrier, Buddhisten, ...) die für sich selbst denken.
                Die Gleichung Atheist=denkt selbst; Gläubiger=lässt vordenken; diese Gleichung geht eben nicht auf.

                Jaja, es wird auch so deutlich was du von Atheisten hälst...
                Jetzt bin ich aber mal gespannt: Was halte ich denn deiner Meinung nach von Atheisten? Und aus welchen meiner Aussagen liest du das heraus? (außerdem glaube ich, du hast den Comic nicht verstanden, aber das ist ein anderes Thema... )

                Schade nur dass du auch noch einen konsequenten Laizismus in den Fundamentalismustopf wirfst.
                Hä? Wäre es dir lieber, ich würde für einen Gottesstaat plädieren?

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                  #23
                  Zitat von Husker1982 Beitrag anzeigen
                  Mir ist Heute an der Uni etwas ziemlich stranges passiert.
                  Es liefen ja schon öfters Leute von irgendwelchen Bibelclubs durch die Uni und verteilten Flyer und Programmheftchen.
                  Mich wollte jemand auf dem Weg von der Uni ebenfalls für einen Bibelclub anwerben. Auf die Bemerkung, dass ich kein großer Gläubiger (euphemistisch formuliert) sei, zeigte sich mein Gegenüber entsetzt. Dann kam die übliche Litanei über ewige Höllenqualen usw., worauf ich einen Versuch unternahm, die Inkonsistenz eines liebenden Gottes herauszustellen, der gleichzeitig solch drakonischen Strafen verhängt. Der selbsternannte Gottesbote ließ sich leider nicht davon überzeugen und betete seinen Psalmen weiter herunter, bis ich schließlich einfach weiterging (Höflichkeit bringt einem in solchen Fällen leider gar nichts).

                  Ich will mir nicht den sozialen Druck in Gesellschaften ausmalen, in denen solche Beton-Ideologen die Mehrheit stellen.

                  Ansonsten ist es ein altes Phänomen, dass Atheisten von Gläubigen härter verurteilt werden als Angehörige anderer Religionen. Bereits John Locke forderte Religionsfreiheit, nur um hinzuzufügen, dass solche nicht für Atheisten gelte, denen ja schließlich nichts heilig sei. Im politischen Wettbewerb der USA setzt sich das noch heute fort. Man hat in der mehrheitlich protestantischen Gesellschaft auch als Katholik oder gar Mormone keinen akuten Rechtfertigungszwang mehr. Wer aber glaubt als Atheist Stimmen für sich gewinnen zu können, könnte genausogut versuchen Putin in Russland bei der Präsidentenwahl auszustechen.
                  I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                    #24
                    Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                    Im politischen Wettbewerb der USA setzt sich das noch heute fort. Man hat in der mehrheitlich protestantischen Gesellschaft auch als Katholik oder gar Mormone keinen akuten Rechtfertigungszwang mehr. Wer aber glaubt als Atheist Stimmen für sich gewinnen zu können, könnte genausogut versuchen Putin in Russland bei der Präsidentenwahl auszustechen.
                    Politiker in den USA, die sich selbst als Atheist outen, muss man mit der Lupe suchen. Der einzige der mir dazu einfällt, ist Pete Stark (Kongressabgeordneter), aber allgemein gilt so etwas in den USA als politischer Selbstmord. Nun konfessionslose US-Politiker gibt es durchaus, allerdings lehnen es diese häufig ab, sich öffentlich zu ihrer Religiosität zu äußern, meist mit Verweis auf Abraham Lincoln der es damit genauso hielt.
                    Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                    Dr. Sheldon Lee Cooper

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                      #25
                      Nach der ganzen bisherigen Diskussion stelle ich mir jetzt aber auch im Gegenzug die Frage: Wie intolerant sind Atheisten gegenüber religösen Menschen? Und kann man da schon eventuell behaupten, dass beruhe auf Gegenseitigkeit?


                      MfG

                      Marpfel
                      "<Wretched> Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren, imaginaeren Freund hat"
                      "Ich habe es schon häufig als bedauerlich empfunden, dass Noah und seine Sippe das Boot nicht verpasst haben." - Mark Twain

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                        #26
                        Zitat von Marpfel Beitrag anzeigen
                        Nach der ganzen bisherigen Diskussion stelle ich mir jetzt aber auch im Gegenzug die Frage: Wie intolerant sind Atheisten gegenüber religösen Menschen? Und kann man da schon eventuell behaupten, dass beruhe auf Gegenseitigkeit?


                        MfG

                        Marpfel
                        Mir ist es wurscht, was andere glauben, solange sie mir nicht auf die Nerven gehen. Und das tun die wenigsten, obwohl es ein paar durchaus hinbekommen.
                        Nur wer vergessen wird, ist tot.
                        Du wirst leben.

                        ---- RIP - mein Engel ----

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                          #27
                          Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                          Dann kam die übliche Litanei über ewige Höllenqualen usw., worauf ich einen Versuch unternahm, die Inkonsistenz eines liebenden Gottes herauszustellen, der gleichzeitig solch drakonischen Strafen verhängt. Der selbsternannte Gottesbote ließ sich leider nicht davon überzeugen und betete seinen Psalmen weiter herunter, bis ich schließlich einfach weiterging (Höflichkeit bringt einem in solchen Fällen leider gar nichts).
                          Kennt man natürlich zur Genüge, meine Mutter ist auch so eine.

                          Ich habe glücklicherweiße die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Leuten schlicht scheißegal ist, woran der andere glaubt, und das in einer Region, die nicht minder katholisch ist. Ich hoffe, das bleibt.

                          Glücklicherweise gibt uns sogar der Papst recht: "Ein Mensch, der über den Glauben nachdenkt und an ihm zweifelt, ist in Gottes Auge mehr wert als jemand, er ihn nur aus Routine ausübt." (oder so ähnlich).

                          Zitat von Enas Yorl Beitrag anzeigen
                          Politiker in den USA, die sich selbst als Atheist outen, muss man mit der Lupe suchen. Der einzige der mir dazu einfällt, ist Pete Stark (Kongressabgeordneter), aber allgemein gilt so etwas in den USA als politischer Selbstmord.
                          Kannst du mir die genauen Hintergründe erläutern? Ich versteh das einfach nicht.

                          Zitat von Marpfel Beitrag anzeigen
                          Nach der ganzen bisherigen Diskussion stelle ich mir jetzt aber auch im Gegenzug die Frage: Wie intolerant sind Atheisten gegenüber religösen Menschen? Und kann man da schon eventuell behaupten, dass beruhe auf Gegenseitigkeit?
                          Wer bin ich, dass ich entscheiden darf, was richtig oder falsch ist? Kann mir doch wurscht sein, wovor sich der andere gerne bückt, solange meine Freiheit nicht in Gefahr ist.

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                            #28
                            Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                            Ansonsten ist es ein altes Phänomen, dass Atheisten von Gläubigen härter verurteilt werden als Angehörige anderer Religionen. Bereits John Locke forderte Religionsfreiheit, nur um hinzuzufügen, dass solche nicht für Atheisten gelte, denen ja schließlich nichts heilig sei. Im politischen Wettbewerb der USA setzt sich das noch heute fort. Man hat in der mehrheitlich protestantischen Gesellschaft auch als Katholik oder gar Mormone keinen akuten Rechtfertigungszwang mehr. Wer aber glaubt als Atheist Stimmen für sich gewinnen zu können, könnte genausogut versuchen Putin in Russland bei der Präsidentenwahl auszustechen.
                            Welche Chancen hätte denn wohl ein religiöser Mensch in einer streng atheistischen Gesellschaft?
                            Ich denke das ist eher eine Frage von Mehrheit vs. Minderheit.

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                              #29
                              Zitat von newman Beitrag anzeigen
                              Welche Chancen hätte denn wohl ein religiöser Mensch in einer streng atheistischen Gesellschaft?
                              Ich denke das ist eher eine Frage von Mehrheit vs. Minderheit.
                              Da stellt sich natürlich erstmal die Frage, was eine streng atheistischen Gesellschaft überhaupt sein soll. Kardinal Meisner denkt da bestimmt gleich an Stalin, aber wenn man Leute wie Richard Dawkins oder die von der Giordano Bruno Stiftung so hört, dann wirkt das ziemlich harmlos.
                              I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                              - George Lucas

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                                #30
                                Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                                Kannst du mir die genauen Hintergründe erläutern? Ich versteh das einfach nicht.
                                Der Anteil der säkular orientierten Bevölkerung in den USA, ist zwar in den letzten Jahrzehnten gestiegen, liegt aber auch heute bei nur 16%. Dem gegenüber stehen etwa 80% Christen, und einige andere Religionen. Säkulare Politiker tun sich in den USA sehr schwer, genügend Wählerstimmen zu sammeln, um überhaupt in ein Amt gewählt zu werden. Denn die jeweilige Konfession, beeinflusst bei vielen US-Bürgern in hohen Maß auch ihre politische Einstellung. Und Geistliche die in den USA öffentlich Wahlempfehlungen für eine bestimmte Partei oder Kandidaten abgeben, sind alles andere als ein seltenes Phänomen.
                                Es galt schon als ausgesprochenes Novum, das Obama als erster US-Präsident, Nichtgläubige in seiner Antrittsrede überhaupt erwähnt hat.
                                We are a nation of Christians and Muslims, Jews and Hindus - and non-believers.
                                Zu Religion und Politik in den USA, gibt es auch eine recht gute Übersicht bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
                                Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out.
                                Dr. Sheldon Lee Cooper

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