Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Der politische Was-wäre-wenn Thread

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Der politische Was-wäre-wenn Thread

    Vielleicht macht es Spaß diverse nie eingetretene Varianten durchzuspielen.

    Ich leite mal mit der derzeitigen Euro-Krise ein.

    Das angenommene Szenario: Deutschland hätte sich von Anfang an GEGEN die finanzielle Rettung Griechenlands gestellt. Griechenland hätte die Eurozone verlassen müssen und würde dadurch nun allein mit der drohenden Staatspleite kämpfen.

    Dann hätten viele europäischen und wohl auch andere Banken große Verluste hinnehmen müssen. Aber zumindest für den Steuerzahler wäre das Risiko und der Verlust überschaubar.

    Die Frage ist: Würden wir diese Situation zu schätzen wissen? Wahrscheinlich nicht, weil wir das schlimmere Szenario (=JETZT bzw. Demnächst) nie kennengelernt hätten.

    Meine imaginäre Prognose: Man würde diese Entscheidung politschen instrumentalisieren, um die jetzigen Machthaber (nicht nur in Dtl.) politisch zu vernichten. Man würde darauf rumreiten, es auswalzen und ihnen die Schuld an der Misere Griechenlands geben. Unsolidarisch, kleinstaatlich, EU-unwürdig, Verräter... das wären wohl die Worte, mit denen man Merkel, Schäuble, Sarkozy und Co geißeln würde, hätten sie Griechenland abgeschoben, wie es Volkswirte gefordert hatten.

    Drum war es vielleicht sogar politisches Kalkül, wider besserem Wissen Griechenland nicht pleite gehen zu lassen. Man fürchtete die vernichtende Welle der Medien, der Opposition und natürlich der Bevölkerung, wenn sie irgendwann die schlimmen schlimmen schlimmen Zustände in Griechenland bemerkt.

  • #2
    Im schlimmsten Fall hätte, was auch Merkels große Sorge ist, Griechenlands Rauswurf aus der Eurozone im Laufe der Zeit die ganze Währungsgemeinschaft verunsichert und destabilisiert. Und wenn man den Euro dann fallen gelassen hätte, wäre dies katastrophal für Deutschlands Export gewesen, sodass wir uns in eine größere Schweiz verwandelt hätten.
    Mein neuer Star Trek Fanfiction-Roman: [Star Trek] ZEIT für REVOLUTION


    Kommentar


    • #3
      Das "Problem" daran ist,das man die EU mit einem "übertriebenen WIR Europäer" in den Euro getrieben hat...aus diesem "verein" jetzt jemanden rauszuwerfen,der den "Mitgliedsbeitrag" nicht bezahlen kann und obendrein noch seinen Verein anpumpen muss um zu überleben,würde ein seeehr schlechtes Licht auf die EU an sich werfen,zumal es sich dabei um ein Mitglied der ersten Stunde handelt,die politischen reaktionen darauf (angestachelt auch durch die Medien) wären verheerend für die gesamte Stabilität der EU und würden Ländern wie Deutschland oder Frankreich,die quasie "träger" des ganzen sind noch viel mehr wirtschaftlich Schaden bringen...obs uns jetzt gefällt oder nicht,wir sitzen im EU/Euro Boot und können nicht so ohne weiteres wieder aussteigen ohne die Gefahr des ertrinkens..
      .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

      Kommentar


      • #4
        Oh, ein Was-wäre-wenn-Thread, in dem wir erklären, wie wir die Welt gerettet hätten.
        Der wird endar gefallen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Wehrmacht mal wieder London und Wladiwostok im Sturm genommen hat.

        Zitat von Gil Grissom Beitrag anzeigen
        Griechenland hätte die Eurozone verlassen müssen und würde dadurch nun allein mit der drohenden Staatspleite kämpfen.
        Das wäre ein kurzer Kampf geworden, spätestens im Juni 2010 hätte Athen die Pleite erklärt.

        Ansonsten: *Gähn* Das übliche rechte Mimimi über das böhse Ausland, das in Deutschland angeblich nur Nazis sieht.
        Flassbeck Economics | Keynes-Gesellschaft | Steve Keen's Debtwatch

        "It is better to die for an idea that will live, than to live for an idea that will die." - Steve Biko

        Kommentar


        • #5
          Das Ausland war damit noch am wenigsten gemeint.

          Man kann ja noch immer nachlesen, wie sich die Medienlandschaft damals auf die Professoren gestürzt hat, die den Austritt Griechenlands forderten und gegen das Vorhaben der Regierungen geklagt haben. "Mangelndes europäisches Denken" hieß es da dann, "elementare Unkenntnisse über die EU" etc.

          Hätte man das neutral und sachlich diskutieren können, wäre es vielleicht in Betracht gezogen worden. So aber war vollkommen abzusehen, dass es politischer Selbstmord wäre, Griechenland auszuschließen. Selbst die geachtesten Zeitungen des Landes wie die SZ hatten sich letztes Jahr auf die Slowakei eingeschossen, als die kein Geld für Griechenland bereitstellen wollte. Politiker, die Griechenland fallen gelassen hätten, hätten keine nächste Amtszeit überlebt. Man hätte ihnen die Schuld an allem gegeben.

          So gesehen ist die Art und Weise wie unsere Gesellschaft und unsere Medienlandschaft mit Abweichlern und unpopulären Lösungen umgeht (siehe Slowakei) der Grund, warum letztlich gar keine Wahl blieb, als die Banken unter griechischem Vorwand zu füttern. Alles andere hätte den verantwortlichen Politikern meiner Annahme nach das Genick gebrochen.

          Ich mache jedenfalls keinen Hehl daraus, dass ich aus lauter Kehle über unsere Politiker geschimpft hätte, hätte es geheißen: "So, Freunde, weil Griechenland ausgebootet wurde, haben unsere Banken jetzt Riesenprobleme. Das habt ihr jetzt davon!"
          Denn irgendein politisches Lager hätte garantiert behauptet: "Hätten wir nur ein ganz klein bisschen Geld fließen lassen, dann wäre alles ganz wunderbar geworden." Und ich hätte denen mangels Weisheitskugel und Sachkenntnis wahrscheinlich geglaubt. So wie ca. 80% der restlichen Bevölkerung.

          Kommentar


          • #6
            Merkel sagte ja vor etwa eineinhalb Jahren, dass im Zweifelsfall auch mal ein Land die Eurozone verlassen müsse. Ich weiß nicht, wann und aus welchem Anlass die Kehrtwende stattfand. Ich habe den Verdacht, dass der Grund "Ackermann" heißen könnte.

            Was wäre wenn... jedenfalls wäre die ganze Rettungsaktion weitaus billiger geworden, hätte man den Schuldenschnitt vor eineinhalb Jahren gemacht. Irgendwo habe ich letztens gelesen, dass es für die Steuerzahler ein Drittel gekostet hätte.

            Kommentar

            Lädt...
            X