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Was macht eine Großmacht zu einer Großmacht?

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  • #16
    Zitat von Wolf4310 Beitrag anzeigen
    Das Hauptinteresse der USA ligt darin Raketen so früh wie möglich abschießen zu können, nicht der Schutz der Verbündeten (bei denen die abgeschossenen Raketen runterkommen)
    Der Nato-Raketenschild in Europa dient dazu, Europa zu schützen, und zwar angedacht gegen Raketen aus dem Iran, und nichts anderes.


    Deswegen liegt Guantanamo auch ausserhalb der USA
    Die Frage, ob die USA ein repressives politisches System sind, hat mit der Frage, inwiefern die USA im Umgang mit ihren Gegnern internationales Recht respektieren, erstmal gar nichts zu tun.


    Würden unsere Politiker nicht AlQuaida und Co so tatkräftig unterstützen indem sie die Angst vor Terroanschlägen schüren, hätten Terrororganisationen hierzulande keine Macht und die Politiker hätten ohne diese Angst nicht die Macht auf einen Polizeistaat hinzuarbeiten
    Und was hat das mit der Frage zu tun, inwiefern sich die Macht der USA auf Angst gründet oder doch eher die Tatsache, dass sie die größte Wirtschaft und das stärkste Militär haben?
    "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
    -Cpt. Jean-Luc Picard

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    • #17
      Die Großmachtsgleichung hat zwei Komponenten: Macht und der Wille zur Macht.

      Letzterer wurde hier noch nicht angesprochen. Egal ob man harte oder weiche Machtfaktoren für wichtiger hält, wenn man nicht die Absicht hat, sie für sich nutzbar zu machen, sind sie wenig wert.
      Die USA stellten schon in den 30'er Jahren die größte Wirtschaft des Planeten, aber es lag ihnen fern, die Geschicke anderer Kontinente zu lenken. Der Economist brachte jüngst einen interessanten Artikel über die mangelnde strategische Kultur Indiens, die das Land davor abhalte, eine ähnliche geopolitische Rolle wie China zu spielen. Oder nehmen wir nur Deutschland: Die Schröder-Regierung machte mit dem Status der "Mittelmacht" Wahlkampf; wäre dort stattdessen von einer "Großmacht" die Rede gewesen, hätte es womöglich Besuch vom Verfassungsschutz gegeben.
      I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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      • #18
        Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
        Die USA stellten schon in den 30'er Jahren die größte Wirtschaft des Planeten, aber es lag ihnen fern, die Geschicke anderer Kontinente zu lenken.
        Wobei sich die Frage stellt, ob die USA diese Wahl heute überhaupt noch hätten und ob die in einer globalisierten Welt überhaupt noch sonderlich viele Länder haben. Seit den 30er Jahren hat sich die Menge des importierten Öls doch leicht erhöht, womit die USA in den Förderländern eben für Stabilität sorgen und die Schifffahrtsrouten sichern müssen.
        Und früher oder später werden die Chinesen das selbe tun müssen, ganz besonders falls die USA aufgrund von Schiefergas und Fracking immer weniger auf Energieimporte angewiesen sind und sich zunehmend aus dem nahen bzw. mittleren Osten zurück ziehen.

        Der Economist brachte jüngst einen interessanten Artikel über die mangelnde strategische Kultur Indiens, die das Land davor abhalte, eine ähnliche geopolitische Rolle wie China zu spielen.
        Das werden die allerdings schon noch lernen (müssen). Dazu kommt, dass die Regierung in Indien generell ziemlich schwach und so mit internen Problemen beschäftigt zu sein scheint, dass es vermutlich schwer ist, nach außen hin zu wirken.

        Oder nehmen wir nur Deutschland: Die Schröder-Regierung machte mit dem Status der "Mittelmacht" Wahlkampf; wäre dort stattdessen von einer "Großmacht" die Rede gewesen, hätte es womöglich Besuch vom Verfassungsschutz gegeben.
        Das ist halt ein Luxus, den wir uns hier leisten können. In Japan, wo die Verfassung eigentlich auch Pazifismus vorsieht, beginnt man angesichts der Entwicklungen in Nordkorea und China gerade das Verhältnis zum Militär zu "normalisieren".
        Zuletzt geändert von Leandertaler; 13.04.2013, 11:37.
        I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

        - George Lucas

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        • #19
          Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
          Wobei sich die Frage stellt, ob die USA diese Wahl heute überhaupt noch hätten und ob die in einer globalisierten Welt überhaupt noch sonderlich viele Länder haben.
          Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir hier von Privat- und nicht Staatswirtschaften sprechen, die globalisiert sind.

          Nehmen wir z.B. mal Rolls Royce. Eine traditionsreiche britische Marke. Und seit 2000 im Portfolio von BMW. Schafft Arbeitsplätze und damit Kaufkraft in britischen Standorten. Eigentümer ist aber BMW.
          Wessen Macht wird nun gestärkt? Die Macht GB oder die Macht der BRD?

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          • #20
            Das ändert daran IMHO aber grundsätzlich wenig. Eine Volkswirtschaft als ganzes hat bestimmte Interessen, vor allem wenn es um grundsätzliche Dinge wie die Energiesicherheit geht. Und da ist es eben auch egal, ob irgendeine Firma aus dem Ausland aufgekauft wurde. Die Briten werden im Zweifelsfall tun, was für ihre Rolls Royce Werke und die damit verbundenen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gut ist und wenn BMW in Deutschland dabei mitverdient, dann ist es halt so.

            Es hilft den USA halt nichts, wenn der Rest der Welt ebenfalls unter steigenden Ölpreisen leiden würde, sie sind unter den Ländern, die auf das Öl angewiesen sind, das wirtschaftlich und militärisch stärkte, also müssen sie die Drecksarbeit erledigen. Kleinere Länder profitieren davon dann als Trittbrettfahrer natürlich genauso, aber das ändert an den Auswirkungen des Ölpreises auf die USA, und dem Handlungsbedarf, der sich daraus ergibt, eben wenig.

            Und ähnlich sieht es auch mit der Unterstützung/Schaffung demokratischer Marktwirtschaften aus. Geht es denen gut, hat man Handelspartner von denen man auch in Zukunft wenig zu befürchten hat. Auch das sind die USA natürlich nicht der einzige Profiteur, aber eben doch ein Profiteur.
            I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

            - George Lucas

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            • #21
              Zitat von Valdorian Beitrag anzeigen
              Der Nato-Raketenschild in Europa dient dazu, Europa zu schützen, und zwar angedacht gegen Raketen aus dem Iran, und nichts anderes.
              Das Raketenschild richtet sich wohl am ehesten gegen Russland. Nicht ohne Grund unternehmen diese gerade große Anstrengungen, um ihre Zweitschlagkapazität zu erhalten.

              Edit: Wobei man natürlich den glorreichen iranischen Wissenschaftlern gratulieren muss, welche seit 20 Jahren kurz vor der Fertigstellung der Atombobme stehen: http://www.der-postillon.com/2012/01...-kurz-vor.html
              “Sag mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.” - Lenin

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              • #22
                Zitat von HerrHorst Beitrag anzeigen
                Das Raketenschild richtet sich wohl am ehesten gegen Russland. Nicht ohne Grund unternehmen diese gerade große Anstrengungen, um ihre Zweitschlagkapazität zu erhalten.
                Das der Raketenschild sich gegen Russland richten würde, kann schon deshalb nicht stimmen, da er von der Kapazität überhaupt nicht dazu ausgelegt ist, um einen massiven Schlag mit hunderten oder gar tausenden Raketen aufzuhalten, wie die Russen sie haben.
                "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
                -Cpt. Jean-Luc Picard

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                • #23
                  Ich verstehe nicht wie man gegen ein Racketenschild sein kann immerhin könnte ein gut ausgebautes Racketenschild die Menschheit vor dem Nuklearen untergang bewahren .
                  Und wenn wir dabei sind warum müssen Großmächte in der Lage sein Millionen von zu töten ? Sollte nicht die Größe von einem Land in seinem Wirtschaftlichen, Sozialen und Technologischen Fortschritt liegen ?

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                  • #24
                    Zitat von Valdorian Beitrag anzeigen
                    Das der Raketenschild sich gegen Russland richten würde, kann schon deshalb nicht stimmen, da er von der Kapazität überhaupt nicht dazu ausgelegt ist, um einen massiven Schlag mit hunderten oder gar tausenden Raketen aufzuhalten, wie die Russen sie haben.
                    Die russische Führung sieht, dass offensichtlich anders. Raketenschild: Russland fühlt sich von USA bedroht - G8-Gipfel - FOCUS Online - Nachrichten

                    Dazu ist natürlich auch fraglich wieviel Raketen noch zur Verfügung stehen nach dem (hypothetischen) Erstschlag.

                    Ein Abwehrschild in Osteuropa wird wohl kaum den Iran als erstes Ziel haben.

                    Ich verstehe nicht wie man gegen ein Racketenschild sein kann immerhin könnte ein gut ausgebautes Racketenschild die Menschheit vor dem Nuklearen untergang bewahren .
                    Wenn nur eine Seite das Raketenschild, dann hat diese im Falle eines Atomkrieges einen gravierenden Vorteil und könnte sich eher versucht fühlen einen Angriff zu starten.
                    “Sag mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.” - Lenin

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                    • #25
                      Zitat von HerrHorst Beitrag anzeigen
                      Das der Raketenschild für die Russen ein willkommener Vorwand ist, um eigene Aufrüstung zu rechtfertigen und sich als armes Opfer zu stilisieren, ist mir schon klar.
                      "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
                      -Cpt. Jean-Luc Picard

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                      • #26
                        Zitat von Valdorian Beitrag anzeigen
                        Das der Raketenschild für die Russen ein willkommener Vorwand ist, um eigene Aufrüstung zu rechtfertigen und sich als armes Opfer zu stilisieren, ist mir schon klar.
                        Angesichts der jüngsten Vergangenheit der USA kann ein möglichst großes Abschreckungspotential nicht schaden.
                        “Sag mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.” - Lenin

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                        • #27
                          Anbetracht der Vergangenheit der Russen ist es auch absolut verständlich, dass ganz Osteuropa so schnell es irgendwie ging in die Nato wollte.
                          "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
                          -Cpt. Jean-Luc Picard

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                          • #28
                            Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                            Die Briten werden im Zweifelsfall tun, was für ihre Rolls Royce Werke und die damit verbundenen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gut ist und wenn BMW in Deutschland dabei mitverdient, dann ist es halt so.
                            BMW verdient ja nicht nur mit, Rolls Royce wurde - wenn man klug war - in die organisatorischen Hierarchien des Konzerns eingegliedert. Wo das nicht geschieht, ist Scheitern meistens vorprogrammiert gewesen (siehe Daimler-Chrysler wo die Amerikaner wie "ebenbürtige" Partner behandelt wurden)

                            Bei einer Make-or-Buy bzw. Standortentscheidung und den Einsatz von Arbeitskräften hat am Ende nicht GB das letzte Wort. Die werden im Zweifelsfall und je nach Gewichtigkeit aus Konzernsicht, d.h. von München aus getroffen.

                            Dass dies jenseits der Einflussnahme des Staats ist hat man in Deutschland ja nicht zuletzt bei Opel gesehen. Und allen Mühen zum Trotz hat GM jetzt doch vor die Produktion von Fahrzeugen im Werk in Bochum einzustellen.


                            Und das ist nur ein Beispiel aus der Wirtschaft.
                            Beim Großmachtgedanken behandelt man Nationalstaaten wie in sich homogene Persönlichkeiten und versucht zu ermitteln was für diesen der rationalste Weg ist seine Macht zu stärken oder zu sichern. Ignoriert wird die innere Heterogenität einer Gesellschaft und sich widersprechenden Interessenslagen. Die politische Föderung z.B. ölintensiver Wirtschaftszweige z.B. beudeutet automatisch die Bestrafung alternativer Wirtschaftszweige. Es marschiert eben nicht jeder in dieselbe Richtung. Ignoriert werden auch grenzübergreifende Sachverhalte, die zwar nicht unabhängig von lokalen Regierungen sind, aber z.B. auf Grund der Organisation als Privatwirtschaft mit ihnen eben auch nicht deckungsgleich sind.

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                            • #29
                              Natürlich gibt es auch im eigenen Land immer Leute, die von der gegenteiligen Entwicklung profitieren würden, dass nennt man dann unbedeutende Einzelschicksale, auf die leider keine Rücksicht genommen werden konnte

                              Es geht eben nicht darum, ob man jetzt Firma X gegenüber Firma Y bevorzugt, oder umgekehrt, sondern um das große Ganze, wie etwa die Themen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit.
                              Und du kannst mir jetzt einfach nicht erzählen, dass die Frage nach der garantierten Verfügbarkeit billiger Energie irgendein Nullsummenspiel wäre, wo halt entweder Wirtschaftszweig A oder Wirtschaftszweig B profitiert, man am Ende aber gleiche Ergebnis raus kriegt.
                              Und damit ist die Antwort auf die Frage, ob das Öl billig oder teuer sein sollte, dann ziemlich schnell gefunden.
                              I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                              - George Lucas

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                              • #30
                                Zurück zum Topic...

                                Kann mir jemand die Frage beantworten?

                                Wenn USA etwas außerhalb ihrer Grenzen macht nennt man das...Befreiung.
                                Wenn andere Länder so etwas machen nennt man das Angriff.

                                Als Russland Raketen in Europa aufbaute nannte man das Hinterhältig.
                                Als USA dort Raketen aufgebaut hat nannte man das Abwehr.

                                Russland überfällt Afghanistan....böswilliger Angriff.
                                USA überfällt Afghanistan...Befreiung Bzw. Demokratisierung.

                                Wo liegt da der Fehler?

                                Aber eins weiß ich mit Sicherheit...
                                Wäre nicht der Verräter Gorbatschow und später der Vollstrecker (Nichtsnutzige Alkoholiker) Jelzin...dann hätten wir heute noch Ruhe!
                                Keine Krise, kein Iran-Irak-Afghanistan-Libyen-Syrien Konflikt.
                                Keinen "Islamischen Frühling" u.s.w.


                                Aber wie gesagt..Angst (von Terroristen) ist immer noch das beste Mittel (Schlafmittel) für das Volk.
                                Ich kann nur für das was ich sage verantwortlich sein..nicht für das was du verstehst.

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