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Oberst Klein und die Medien

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  • Oberst Klein und die Medien

    Hallo zusammen,

    seit vorgestern überschlagen sich online die Zeitungen zu der 2013 anstehenden Beförderung von Oberst Georg Klein zum Brigadegeneral.
    (Googeln: Oberst Klein)

    Oberst Klein ist der ehemalige Kommandant des Feldlagers Kundus, der den Tanklaster-Angriff befohlen hat. Der Untersuchungsausschuss hat Klein von allen Anschuldigungen freigesprochen. De Jure steht er somit mit weißer Weste da.

    Aber sowohl in vielen Leserkommentaren als auch in den Zeitungsartikeln selber dreschen die Leute auf die anstehende Beförderung Oberst Kleins ein.

    Was ist Eure Meinung zu dieser ganzen Thematik?

  • #2
    Wenn er offiziell ne weiße Weste hat, soll er befördert werden. Was die Leute davon halten, ist doch letztendlich völlig irrelevant.

    LG
    Whyme
    "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
    -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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    • #3
      Er hat damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Also steht einer Beförderung Nichts im Wege aus meiner Sicht. Blos, weil die Medien mit dem Wissensstand von nach dem Angriff einen Strick drehen wollten hat er so in den Medien gelitten.

      Es ist immer leicht im Nachhinein über Jemanden urteilen zu wollen. Die Situatin vor Ort, die Informationslage zu dem spezifischen Zeitpunkt ist die Grundlage der Entscheidung.
      Wenn im Nachgang dann plötzlich neue Informationen zur Verfügung stehen ist es leicht zu übersehen, dass diese zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nicht greifbar waren.
      Gregory DeLouise
      kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
      --------------------------------------------------------------
      "Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid." - Albert Einstein

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      • #4
        Ich gebe Euch beiden völlig recht! Allerdings würde ich noch weiter gehen:
        Es ist nämlich mMn völlig egal, ob er damals richtig gehandelt hat oder nicht. Er wurde weder angeklagt noch verurteilt, und das ist das einzige, was in diesem Zusammenhang entscheidend ist.
        Aber nun doch noch mal zu der Tanklaster-Affäre damals: Teilweise sprechen die Zeitungen von "dem Mörder von Kundus" o.ä. Können die Zeitungen dafür nicht sogar verklagt werden?

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        • #5
          Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
          Aber nun doch noch mal zu der Tanklaster-Affäre damals: Teilweise sprechen die Zeitungen von "dem Mörder von Kundus" o.ä. Können die Zeitungen dafür nicht sogar verklagt werden?
          Ich bin mir nicht sicher, ob das geht. Das hatte vor Jahren schon einmal ein Feldwebeldienstgrad versucht, als die Linke in Hamburg zur Wahl antrat und überall mit dem Plakat zur Wahl antrat, auf dem stand Soldaten sind (potenzielle) Mörder! Das potenzielle war so klein geschrieben, dass man es mit mehr als 2 Metern Abstad nicht mehr lesen konnte. Die Klage wurde abgewiesen soweit ich mich entsinne.

          Ich persönlich finde es bedenklich hier von "Mörder" zu sprechen. Zum Einen glaube ich, dass es Oberst Klein ähnlich geht wie Vielen, die in Gefechtssituationen waren und Feuern mussten. Diese werden nie vergessen, was geschehen ist. Und er wird nie vergessen wie scherwiegend eine solche Entscheidung sein kann.

          Zum Anderen ist die Definition von Mord derart gestaltet, dass ein Tötungsdelikt nur dann als Mord zu zählen ist, wenn Vorsatz und/oder niedere Beweggründe vorliegen. Und niedere Beweggründe würde ich hier nicht unterstellen.
          Gregory DeLouise
          kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
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          "Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid." - Albert Einstein

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          • #6
            Ich persönlich finde es bedenklich hier von "Mörder" zu sprechen. Zum Einen glaube ich, dass es Oberst Klein ähnlich geht wie Vielen, die in Gefechtssituationen waren und Feuern mussten. Diese werden nie vergessen, was geschehen ist. Und er wird nie vergessen wie scherwiegend eine solche Entscheidung sein kann.

            Zum Anderen ist die Definition von Mord derart gestaltet, dass ein Tötungsdelikt nur dann als Mord zu zählen ist, wenn Vorsatz und/oder niedere Beweggründe vorliegen. Und niedere Beweggründe würde ich hier nicht unterstellen.
            Das ist mMn nicht nur bedenklich, sondern geradezu erschütternd. Es handelt sich hierbei ja auch nicht nur um eine einfache Meinungskundgebung, weswegen sich an dieser Stelle auch niemand auf Meinungsfreiheit berufen kann. Umso schlimmer ist es doch, dass offenbar nichts gegen solche Diffamierungen unternommen werden kann.

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            • #7
              Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
              Ich gebe Euch beiden völlig recht! Allerdings würde ich noch weiter gehen:
              Es ist nämlich mMn völlig egal, ob er damals richtig gehandelt hat oder nicht. Er wurde weder angeklagt noch verurteilt, und das ist das einzige, was in diesem Zusammenhang entscheidend ist.
              Aber nun doch noch mal zu der Tanklaster-Affäre damals: Teilweise sprechen die Zeitungen von "dem Mörder von Kundus" o.ä. Können die Zeitungen dafür nicht sogar verklagt werden?
              Da einige Grundrechte bei Soldaten eingeschränkt sind, könnte Oberst Klein wohl nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verteidigungsministeriums deswegen klagen. Ich denke, sowohl Verteidigungsministerium, als auch Oberst Klein haben kein Interesse daran, dass dieses Ereignis wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
              \\// Dup dor a´az Mubster
              TWR www.labrador-lord.de
              United Federation of Featherless
              SFF The 6th Year - to be continued

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              • #8
                Da einige Grundrechte bei Soldaten eingeschränkt sind, könnte Oberst Klein wohl nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verteidigungsministeriums deswegen klagen. Ich denke, sowohl Verteidigungsministerium, als auch Oberst Klein haben kein Interesse daran, dass dieses Ereignis wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
                Daran habe ich gerade nicht mehr gedacht. Aber mich würde schon interessieren, ob solche eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.

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                • #9
                  Zur Aussage "Soldaten sind Mörder" gab es seinerzeits ein Urteil des Bundesverfassungsgericht. Da es sich hierbei um keine Beleidigung gegen eine bestimmte Person handelt ist er von der Meinungsfreiheit geschützt.

                  Laut Wikipedia geht die Aussage zurück auf eine Glosse von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1931:
                  "Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder."

                  Auch Martin Niemöller (Leiter der Bekennenden Kirche im Dritten Reich) soll laut Wikipedia vor dem Hintergrund der atomaren Aufrüstung im Kalten Krieg gesagt haben:
                  "Denn sie wissen, was sie tun! Krieg ist gegen den Willen Gottes. Nun ja, das ist viel gesagt und gar nichts getan. Mord ist auch gegen den Willen Gottes. Aber damit, dass ich das feststelle und Morde nicht verhindere, habe ich eben noch gar nichts getan. Und damit ist heute die Ausbildung zum Soldaten die Hohe Schule für Berufsverbrecher. Mütter und Väter sollen wissen, was sie tun, wenn sie ihren Sohn Soldat werden lassen. Sie lassen ihn zum Verbrecher ausbilden."

                  Im Vergleich dazu sind irgendwelche Linke noch regelrecht handzahm.


                  Anders sieht das jedoch aus, wenn gegen eine Privatperson vorgegangen wird und man diese diffamiert. Das ist dann meine ich nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt. Ob und wie weit Oberst Klein damals falsch reagierte kann denke ich keiner von uns mit Sicherheit beurteilen.

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                  • #10
                    Zitat von ChrisArcher Beitrag anzeigen
                    Daran habe ich gerade nicht mehr gedacht. Aber mich würde schon interessieren, ob solche eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.
                    Eher nein. Sogar Franz-Josef Strauß als ehemaliger Verteidigungsminister versuchte 2 Mal vergeblich zu klagen. Die Staatsanwaltschaft wies beide Klagen zurück. Hier mal die Geschichten um diese Diffamierungen:
                    Soldaten sind Mörder ? Wikipedia
                    Gregory DeLouise
                    kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
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                    "Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid." - Albert Einstein

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                    • #11
                      Von den Zeitungen insbesondere einigen der größten sollten wir hier mal nicht reden, die schreiben wie der Wind weht. Für mich war das damals ne Hexenjagd und die Anschuldigungen es hätte so viele unschuldige Frauen und Kinder unte den opfern gegeben hielt und halte ich auch heut noch für nicht wahr. Evtl waren es Frauen und Kinder aber ob diese Unschuldig waren?? In der damaligen Phase des Konflikts (Krieg ists ja immer noch nicht denn das dürfen wir ja nicht) hätte ich auch nicht anders gehandelt. man konnte und kann sich dort nie sicher sein auch kleine Kinder, vermummte oder auch westlich gekleidete Frauen wurden schon als Selbstmordattentäter, Bewaffnete kämpfer, Diebe, Entführer usw eingesetzt und die haben Taliban nie wirklich an macht verloren wie man an der momentanen Situation und den aussagen Karsais sieht. Die Amis schaufeln sich selber ihr Grab wenn sie Macht wieder an Taliban abgeben oder in videos fröhlich singend und lachend auf unschuldige Schießen aber bei Klein war die situation anders, er musste entscheiden und das tat er. Selbst nach dem was wir heute wissen würde ich, wie gesagt, nicht anders handeln. Die Beförderung ist aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung

                      Andereseits kann man die Beförderung auch negativ sehen nämlich dass ein ungeliebter Kommandeur auf einen zwar Generalsrang gehoben wird aber damit in nem Büro verschwindet.

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                      • #12
                        Oberst Klein hat bei dem Bombardement schwere Fehler begangen, welche mit einfachsten Mitteln vermeidbar gewesen wären. Die Piloten haben noch angeboten die Leute mit Überflügen zu erschrecken oder zumindestens weniger Bomben einzusetzen. Ich finde es erschreckend, wenn die Tötung dutzender unschuldiger Kinder von meinem Vorposter so verharmlost wird.

                        Der Spiegel hat, dass damals auch sehr gut recherchiert und offengelegt: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-675058.html
                        “Sag mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.” - Lenin

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                        • #13
                          Was ich in meiner Bundeswehrzeit so gesehen habe bestätigt sich in diesem Angriff. Bundeswehr kann man sich in etwa so vorstellen wie eine Meute hungriger Hunde die nach Fressen suchen. Fressen sei in diesem Fall wohl Krieg bzw. dumm Ballern und Krieg Spielen wie viele diesen von allgemein üblichen LAN Parties und Battlefield Partien kennen. Doch sobald es kracht und man mit dem Tod konfrontiert wird sind plötzlich alle klein ... traurige Tatsache. Doch das hört leider nicht bei den niedrigen Dienstgraden auf sondern geht die komplette Leiter hoch bin hin zu solchen Personen wie der Herr Oberst Klein. Totaler Krieg ohne einen Hintergedanken das es sich um Menschliches Leben handelt. Wollte wohl vor anderen hohen NATO Offizieren Protzen.
                          Mehr Meinungsfreiheit für die Welt!

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                          • #14
                            Zitat von Andrycha Beitrag anzeigen
                            Was ich in meiner Bundeswehrzeit so gesehen habe bestätigt sich in diesem Angriff. Bundeswehr kann man sich in etwa so vorstellen wie eine Meute hungriger Hunde die nach Fressen suchen. Fressen sei in diesem Fall wohl Krieg bzw. dumm Ballern und Krieg Spielen wie viele diesen von allgemein üblichen LAN Parties und Battlefield Partien kennen. Doch sobald es kracht und man mit dem Tod konfrontiert wird sind plötzlich alle klein ... traurige Tatsache. Doch das hört leider nicht bei den niedrigen Dienstgraden auf sondern geht die komplette Leiter hoch bin hin zu solchen Personen wie der Herr Oberst Klein. Totaler Krieg ohne einen Hintergedanken das es sich um Menschliches Leben handelt. Wollte wohl vor anderen hohen NATO Offizieren Protzen.
                            Schade, dass Du diese "Beobachtungen" gemacht haben willst. Ich war einige Male im Einsatz, und mir ist das dort zumindest kaum begegnet.
                            zu Hause hin und wieder schon, aber das war auch meist die Fraktion, die nie im Flieger ins Ausland gesessen hat. Da kamen schon mal blöde Sprüche, die man aber recht schnell entkräften konnte mit der Frage wie oft die äußernde Person denn schon im Einsatz war.

                            Die Bundeswehr teilt sich diesbezüglich aus meiner Erfahrung inzwischen in 2 Gruppen: die Veteranen und diejenigen, die (noch) nicht im Einsatz waren.
                            Gregory DeLouise
                            kommandierender Offizier der USS HORUS, NCC-90810
                            --------------------------------------------------------------
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                            • #15
                              Zitat von DeLouise Beitrag anzeigen
                              Schade, dass Du diese "Beobachtungen" gemacht haben willst. Ich war einige Male im Einsatz, und mir ist das dort zumindest kaum begegnet.
                              zu Hause hin und wieder schon, aber das war auch meist die Fraktion, die nie im Flieger ins Ausland gesessen hat. Da kamen schon mal blöde Sprüche, die man aber recht schnell entkräften konnte mit der Frage wie oft die äußernde Person denn schon im Einsatz war.

                              Die Bundeswehr teilt sich diesbezüglich aus meiner Erfahrung inzwischen in 2 Gruppen: die Veteranen und diejenigen, die (noch) nicht im Einsatz waren.
                              Ja das stimmt. Diejenigen die in Einsatz waren haben nicht mehr so einen Mist von sich gegeben. Das waren meist die unteren Dienstgrade die sich im Mist wälzen durften, während für die Oberen Strategen alles eben fast nur ein Strategiespiel war, Bömbchen hier, Bömbchen da. Wobei die Bundeswehr ja fast kaum Kampfeinsätze vorweist und die Kommandierenden Offiziere noch gewisse Züge dieser hungriger Hunde aufweisen.
                              Mehr Meinungsfreiheit für die Welt!

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